Wochenausblick KW13


Thema, Chance und Risiko der Woche

Was diese Woche Thema, Chance und Risiko der Woche ist, dürfte niemanden überraschen. Nach dem scharfen Absturz von letztem Donnerstag und Freitag und dem exakten Aufsetzen des S&P500 auf der 200-Tage-Linie, dreht sich nun alles um die Frage, wie es weiter geht.

Dem will ich mich nun etwas ausführlicher widmen, wohl wissend, dass wir die Zukunft nicht kennen und alle folgenden Worte nur Einschätzungen von Wahrscheinlichkeiten sind.

Es gibt derzeit auch so viele verschiedene Parameter und Möglichkeiten im Markt zu berücksichtigen, von technischen, über fundamentale bis zu politischen Erwägungen hinweg, dass es praktisch unmöglich ist, den Verlauf der Woche zu antizipieren - zu viel wirkt gleichzeitig ein. Was immer man schreibt, schon am Montag kann es Makulatur sein.

Ich habe mich daher entschlossen, Ihnen diese Woche statt den vielen Wenns und Abers eines Gesamtbildes, ein konkretes Ablaufszenario anzubieten, dem ich gute Chancen beimesse. In dem ich das mit Ihnen diskutiere, sehen Sie schon wie meine Gedanken zum Markt derzeit aussehen. Ich will aber ausdrücklich betonen, dass es nur ein Szenario unter anderen ist, das ich jederzeit in der kommenden Woche bereit bin zu ändern, wenn der Markt entsprechende Signale sendet. Vielleicht ist es aber trotzdem interessant.

Schauen wie uns zunächst einmal an, wo wir im S&P500 stehen:

Das *Pling* bezieht sich dabei nicht nur auf die Trendlinie, sondern auf die hier nicht sichtbare 200-Tage-Linie, die damit auch touchiert wurde.

Wenn Sie nach links unten schauen, sehen Sie die letzte ernst zu nehmende Korrektur im Januar und Februar 2016, die mit einem Doppelboden endete, dessen zweites Tief marginal tiefer war. So sah das damals aus:

So sieht dann heute der NASDAQ100 aus:

Und so der DAX:

Und der Fear & Greed Index hat am Freitag mit 7 einen extrem überverkauften Wert erreicht, der jederzeit einen Schnapper nach oben möglich macht:

Ja und dann hatten wir letzte Woche wieder recht eindeutig "Institutionell Selling" im Markt, sprich große Adressen haben abgeladen und auch in den letzten Wochen hatten wir immer wieder Distributionstage. Wir wissen, dass das die notwendigen Vorindikatoren einer Topbildung sind.

Was aber bitte nicht im Umkehrschluß bedeutet, dass wir nun eine Topbildung bekommen, denn eine notwendige Bedingung heisst nicht, dass die Folge dann eintreten muss. Aber es gibt eben keine Topbildung, ohne Distribution vorher, das ist Faktum. Es kann aber sehr wohl Distribution geben, die nicht zur Topbildung führt, das ist sogar normal und nichts Besonderes. Zu dem Thema erinnere ich an meine Video: -> Sag mal Hari - Was ist Distribution? <-

Dieses Institutional Selling kann man auf vielfältige Art und Weise sehen und messen, hier ist eine ganz einfache Methode mit dem klassischen Volumen im grössten SP500 ETF SPY. Das Volumenprofil ist noch nicht eindeutig bärisch, aber auch nicht mehr klar bullisch, es sendet ein mildes Warnsignal:

Was sagt uns das in Summe?

Erstens, dass nun jederzeit ein scharfer "Snapper" nach oben kommen kann.

Zweitens, dass der DAX nach wie vor klar der schwächste Index ist. Wenn da nun nicht sofort eine Wende kommt, kommen die 11.000 recht eindeutig auf den Radar.

Drittens, dass ganz viele aufgrund des *Pling* auf der 200-Tage-Linie nun am Montag von einem Rebound ausgehen, der dort startet.

Viertens, dass genau deshalb so ein Rebound zwar am Montag kommen könnte, dann aber mit Präferenz scheitert. Das Abwärts-Momentum letzte Woche war so stark und das "Institutionell Selling" so spürbar, dass der Markt wohl die Tiefs von Februar voll testen und potentiell unterschreiten muss, um einen belastbaren Boden zu finden.

Fünftens, dass mit dem Unterschreiten der Tiefs vom 09.02., wieder so ein emotionaler Angst-Moment möglich ist, der dann potentiell den absoluten Tiefpunkt des Jahres 2018 markiert.

Sechtens, dass eine grundlegende Topbildung zwar immer möglich ist, dafür aber die Wirtschaftdaten zu gut sind und man weiter die Hoffnung haben darf, dass Trump zwar im Handel für bessere Konditionen pokert, aber klug genug ist, diesen dabei nicht zu zerstören.

Sicher kann man noch ganz viele Wenns und Abers formulieren, ich mache es mir aber wie oben gesagt nun einfach und teile mit Ihnen, was in meinen Augen aktuell ein gut vorstellbarer Pfad ist, denn da steckt die Summe meiner Wahrnehmungen darin. Dieser hier:

Heisst konkret, ich denke auch, dass wir von der 200-Tage-Linie Anfang der Woche erst einmal nach oben wegkommen, ob nach einem Gapdown am Montag oder direkt weiss ich nicht. Ich bin aber eben *nicht* überzeugt, dass das schon der Boden ist, denn dafür waren die Abgaben am Freitag noch zu geordnet.

Bitte, bitte verheiraten Sie sich aber gedanklich nicht mit dem Szenario, vielleicht kommt es anders und ich werde meine Sicht kommende Woche immer wieder entsprechend der Marktbewegungen ändern. Wir kennen schlicht den Verlauf nicht, auch ich nicht. Wir wissen eigentlich nur zwei Dinge recht klar:

(1) Die Stimmung ist nun so schlecht, dass ein Rebound in de nächsten Tage recht sicher kommt, fragt sich nur von wo.

(2) Das Abwärtsmomentum ist nun so stark und noch nicht genug Panik im Markt, dass man nach kurzer Erholung von weiterem Schmerz ausgehen muss.

Und was wäre der Weg des maximalen Schmerzes? Ich sage es Ihnen im Detail, denn der Gedanke steckt in obigem Chart:

Kurzer Rebound am Montag der viele hinein saugt. Dann erneuter Absturz Dienstag bis Donnerstag, der Angst und Schrecken verbreitet und die Tiefs vom 09.02. durchschlägt.

In diese Panik hinein am Gründonnerstag im späten Handel dann ein Reversal ala 09.02.

So werden alle dann ins Oster-Wochenende geschickt. Am Ostermontag dann, der in Deutschland noch Börsenfeiertag ist und in den US nicht mehr, rennen die Kurse an der Wallstreet massiv nach oben. Der Ostermontag ist auch der erste Handelstag eines neuen Quartals.

Deutsche Anleger, ohne einen Account bei einem internationalen Broker wie IB, werden sich dann die Finger vor Verzweiflung abkauen, denn sie kommen nicht mehr rein in etwas, das offensichtlich das Tief des Jahres markiert hat. 😉

Vorsicht also diese Ostern als D-A-CH Anleger ohne internationalen Broker. Der Ostermontag ist tückisch, der hier in Europa geschlossen ist und in den US aber den vollen Handel haben wird.

So weit mein Blick in die Glaskugel. Erneut, ich spekuliere hier nur, es kann völlig anders kommen und ich werde meine Meinung schnell ändern. Ich will nur einen möglichen Pfad in Ihren Kopf pflanzen, damit Sie sich nicht zu schnell von einem Markt zerreiben lassen, der kommende Woche sicher sehr *tricky* sein wird.

Und klar, auch ein "V" sofort ab Montag früh ist denkbar. Wenn die richtigen Nachrichten aus Washington als Katalysator kommen, auf jeden Fall. Und leider wird man das erst dann wissen können, wenn die Kurse den Absturz von Donnerstag und Freitag negiert haben - vielleicht wird das Volumen einen Indikator dabei liefern. Ich weiss dass das "doof" ist, es ist aber halt der Markt den wir haben, wir müssen es ergeben ertragen.

Investoren pflegen also bitte weiter Geduld und Abstand, denn es spricht nach wie vor wenig dafür, dass der Bullenmarkt substantiell vorbei ist. Wer wie ich mehrfach empfohlen habe, nun mit "leichtem Gepäck" unterwegs ist, hat erst einmal keinen Handlungsbedarf, darf sich aber für den Fall eines markanten Tiefs durchaus schon Aktien zurechtlegen, in denen er dann nachkaufen will.

Denn erneut, falls wie hier nun mit Karacho die Tiefs von Februar durchschlagen, besteht eine gute Chance, dass wir damit - wo immer dann auch konkret - das Tief des Jahres 2018 markieren.

Und Trader nutzen solche Swings natürlich aus und behalten jeden Tag einen offenen Geist. Szenarien wie oben sind dazu da uns vorzubereiten, aber nicht geeignet, das wir uns darauf festlegen.

Warnung der Woche

Ausnahmsweise gibt es dieses Mal eine neue Kategorie, denn ich möchte eine sehr deutliche Warnung aussprechen.

Jetzt nehmen wir mal an, mein Instinkt trügt mich nicht und wir bekommen einen ähnlichen Verlauf wie oben beschrieben.

Irgendwann Ende der kommenden Woche rauschen wir also unter die Tiefs vom 09.02. und im Markt ist *Doom and Gloom*.

Sie werden dann denken: "Mensch hat der Hari mal wieder Recht" und werden versucht sein in dieses Messer zu greifen. Meine Botschaft ist:

Tun Sie es nicht! Tun Sie es nicht! Ich werde es auch nicht tun!

Denn auch wenn dann die Chance sehr hoch ist, dass es von da dann markant nach oben geht, besteht genau in diesem Moment ein ganz reales Crash-Risiko, das dann deutlich höher als normal ist!

Erinnern Sie sich bitte daran, was ich Ihnen schon oft gesagt habe: Die Crashgefahr ist nicht bei neuen Hochs abstrakt vorhanden, sondern *nachdem* der Markt schon Schwäche gezeigt hat und abwärts bröselt!

Behalten Sie die Chancen obigen Verlaufs also im Hinterkopf, agieren Sie aber *erst dann*, wenn der Markt tatsächlich mit markantem Volumen dreht, so wie wir das auch am 09.02. erlebt haben.

Wetten Sie also in so einer Situation *auf keinen Fall* blind auf die Gegenbewegung und greifen ins fallende Messer. Aktzeptieren Sie statt dessen, dass Sie die ersten Prozent der Wende nicht erwischen werden und steigen Sie dann mit Macht ein, wenn die Wendeformation da ist.

Auch ich werde mich genau so verhalten. Ich werde das Szenario im Hinterkopf behalten und die Augen aufhalten, aber *nicht* in das stark fallende Messer greifen. Seien Sie gewarnt!

Hinweis der Woche

Diese Woche ist eine verkürzte 4-Tage Handelswoche, da der kommende Karfreitag fast an allen Börsen ein Feiertag ist, so auch in Deutschland und den US. Die Warnung zu Ostermontag habe ich oben klar ausgesprochen.

Mit Ostern beginnt dann ein 2-wöchiger Ferienmodus im Blog, auch wenn es die berühmten Katzen an der Börse regnet. Wer neu dazu gestossen ist und nicht weiss was das bedeutet, kann das -> hier im Wochenausblick der KW6 unter Hinweis der Woche <- noch einmal nachlesen.

Ereignis der Woche

Ereignis der Woche gibt es keines, das jetzt schon absehbar wäre.

Chart der Woche

Das Chart der Woche liefert heute Gold.

Ja, das sieht durchaus verlockend aus und wir hatten letzte Woche auch Stärke im Edelmetall, die nicht nur die Kehrseite des Dollars war.

Trotzdem scheint die Stärke des Edelmetalls nur die Kehrseite der Marktschwäche zu sein, Gold bekommt erneut eine milde "Safe Haven" Funktion.

Das bedeutet aber im Umkehrschluß, dass hier nur etwas zu holen ist, wenn der Markt massiv abkippt. Wenn der Markt sich wieder erholt, wird es wohl nichts mit dem Ausbruch.

Das heisst für mich, dass Gold aktuell als Hedge zu Aktienpositionen wieder Sinn macht. Eine singuläre Wette auf seinen Anstieg gehe ich aber nach wie vor nicht ein.

Erst ein überzeugender Ausbruch aus dieser Struktur aufgrund eigener Stärke, würde mich vom Gegenteil überzeugen können.

Index der Woche

Als Index der Woche wähle ich den Nikkei225, der gerade seinen wichtigen Ausbruch negiert und damit auch noch geügend Momentum hat um weiter zu fallen, recht logisch bis in den blauen Bereich herein. Auch der Nikkei deutet also eher auf weiteren Schmerz.

Sektor & Aktie der Woche

Zu beiden Themen sage ich bewusst diese Woche nichts. Der ganze Fokus liegt auf dem breiten Marktgeschehen, denn wenn man von Sondersektoren wie den Versorgern und den Edelmetallen absieht, hebt die Flut alle Boote, oder senkt sie eben.

Ganz grundsätzlich ist aber klar, dass Sorgen um einen Handelskonflikt Teil des aktuellen Geschehens sind. Nicht der alleinige Grund, aber ein Faktor. Es macht daher Sinn sich auf Aktien und Sektoren zu konzentrieren, die davon so oder so gar nicht betroffen sind, aber trotzdem durch die allgemeine Marktschwäche mitgezogen werden.

Ihnen einen schönen Sonntag!

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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Endlich!



Als letzte Meldung vor Ostern, will ich mit Ihnen noch ein paar kurze Beobachtungen teilen.

Der DAX hat die Schwäche durch die Geschehnisse in Brüssel ausgezeichnet verdaut, hier gilt das bekannte Motto: "was nicht fallen kann, muss steigen" und diesen Eindruck macht der Index selbst heute im Vergleich zur Wallstreet.

Ich sagte ja schon, hier hat sich einiges an Nachholpotential in den letzten Wochen kumuliert und auch die kommende Woche nach Ostern hat durchaus gute Chancen für einen latent starken Markt zum Quartalsende hin, was im DAX ein Quartalsende im Bereich 10.300 - 10.400 vorstellbar macht:

DAX 23.03.16

Im April sehen wir dann weiter, dass die Risiken dann wieder steigen, habe ich mehrfach thematisiert.

Die Überschrift "Endlich!" rufe ich aber nicht wegen des DAX aus, sondern - Sie ahnen es - wegen Gold.

Seit Wochen rechnen wir hier mit einer Korrektur, seit dem Hoch und Reversal am 11.03. habe ich diese Wahrscheinlichkeit ziemlich klar benannt. Im Artikel -> Was macht nun Gold <- an genau diesem 11.03. vor knapp 2 Wochen, habe ich einen weiteren Verlauf insbesondere bei den Minen skizziert, dem ich auch heute hohe Relevanz beimesse.

Und trotzdem hat sich der Sektor Tag um Tag geweigert, ernsthaft zu korrigieren. Bis - endlich! - heute!

Nun sieht das Chart so aus:

Gold 23.03.16

Wichtig und positiv für den Sektor wäre es nun, wenn das Edelmetall den Verlauf in Blau näme, der sich mit dem Szenario in obigem Artikel vom 11.03. deckt.

Schlecht und weit kritischer, weil eine formidable SKS Topbildung, wäre ein Verlauf wie in Schwarz.

Heisst konkret, alle Goldbullen sollten sich nun wünschen, dass das Edelmetall nun schnell unter 1.200 USD taucht und dort schon im April unter Volumen wieder dreht. Das wäre klar bullisch. Und das Szenario ist nach wie vor mein Favorit.

Nun aber herum zu "eiern" und eine Art rechte Schulter zu formen, würde das Risiko einer längeren Schwächephase deutlich erhöhen.

Wer also das Edelmetall mittelfristig steigen sehen will, sollte ihm nun eine schnelle und klare Korrektur wünschen, die die Lage bereinigt.

Was die besprochenen Maschinenbauer angeht, hat Dürr die Wendeformation seit dem Artikel -> Zwei kraftvolle Maschinenbauer <- vom 15.03. absolut perfekt gezündet:

Dürr 23.03.16

Der Measured Move liegt bei gut 80€, einen "Schluckauf" um die 200-Tage-Linie herum, sollte man aber einplanen.

Auch GEA verhält sich wie erwartet, das im Artikel skizzierte Korrekturpotential besteht weiterhin.

Biotech ist gestern gut gelaufen und korrigiert heute mit dem schwachen Markt wieder. Die kurzfristige Kernfrage ist hier, ob der Doppelboden bestätigt wird, die Chancen dafür erscheinen mir aber weiter nicht schlecht.

So weit so kurz an diesem Tag vor Ostern, an dem ebenso wie Öl und Gold, endlich auch mal die Wallstreet korrigiert, was sowieso überfällig war.

Vom morgigen Gründonnerstag, würde ich an den Märkten nicht mehr zu viel erwarten, der Anleihenhandel der Wallstreet ist sowieso verkürzt.

Am Wochenende, bekommen auch wir die blödsinnige Sommerzeit, die wohl nie mehr abgeschafft wird. Ein Grund mehr, an alle Gesetze ein automatisches Verfallsdatum zu hängen, zu denen sie explizit verlängert werden müssen. Aber auch das ein "Traum" rationaler Politik, der wohl nie in Erfüllung gehen wird. So werden wir weiter von unzähligen Gesetzen geplagt, die ihren Sinn verloren haben oder nie einen hatten und trotzdem wie Zombies immer fortdauern, weil es eben Energie kosten würde, diese abzuschaffen.

Aber durch unsere Sommerzeit, eröffnet die Wallstreet dann kommende Woche wenigstens wieder um 15:30 Uhr und schliesst um 22:00 Uhr, wie es sich gehört. Die Wallstreet handelt übrigens auch am Ostermontag, im Gegensatz zu fast allen anderen Börsen.

Die kommende Woche und letzte Woche des Quartals, hat aus sich heraus Chancen noch eine Gute zu werden - wie es im April weiter geht, betrachte ich dann, wie Sie wissen, mit einer gewissen Skepsis.

Ich werde mich am morgigen Donnerstag voraussichtlich nicht melden, wir lesen uns dann spätestens am kommenden Dienstag nach Ostern mit einem Wetterbericht. Vielleicht mache ich den auch schon am Montag, das weiss ich aber noch nicht.

Nun wünsche ich Ihnen schöne Osterfeiertage. Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 13.04.14 – 19.04.14

Premium gross

Hari Live - Archiv 13.04.14 - 19.04.14

Samstag 19.04.14 10:05 - Märkte

-> Weekly Market Summary <-

Witzig, "the fat pitch" entspricht mal wieder 100% meiner Marktsicht - neutral mit leicht negativem Unterton - die ich hier in Hari Live schon am Freitag unter den Stichwörtern: "Knäul an Fragezeichen" und "keine klare Indikation für kommende Woche" formuliert habe.

Insofern wieder ein zur Vorbereitung auf kommende Woche sehr lesenswerter Link.

Weiterlesen ...

Vom zweiten Quartal, einem unerträglichen Dauerwinter und dem First of Month Jumper

Liebe Mr-Market Community, das erste Quartal neigt sich dem Ende zu. Und wie zu erwarten war, arbeitet der S&P500 trotz aller Widrigkeiten heftig daran, die historischen Jahreshöchststände zu knacken. Viel fehlt eh nicht mehr.

Es war an den Börsen ein höchst erfreuliches erstes Quartal, an dem wir hier auf Mr-Market.de gut teil haben konnten, denn wir haben uns nicht von der permanenten technischen Überdehnung verschrecken lassen. Alleine der S&P500 ist seit Jahresanfang um fast 10% gestiegen, das ist ein Wort. Und ich bin - bei aller Vorsicht im 2. Quartal - eher optimistisch, dass da noch einiges gehen wird und uns die Indizes im Verlauf des Jahres nach oben überraschen könnten.

Der DAX ist immer noch von den Ereignissen in Zypern verschreckt und wird wohl erst dann wieder richtig anspringen, wenn auch das Geld der Wallstreet wieder zurück nach Europa fliesst. Das kann noch ein paar Tage dauern, bis die Erinnerung verblasst, aber die Stabilisierung ist schon heute offensichtlich. Und wie ich Ihnen gestern im Artikel zu -> Schafen und Wölfen <- schrieb, wäre gestern ein sehr suboptimaler Zeitpunkt gewesen, um in Panik aus dem Markt zu hechten. So ist es jedes Mal, wenn die Wölfe in den Strassen Angst und Schrecken verbreiten, schliesst der erfahrene Anleger am besten die Fenster und hört nicht auf deren Geheul. Angst war noch nie ein guter Ratgeber und es gibt genügend da draussen, die ein Interesse daran haben, im richtigen Moment in der Herde Angst zu erzeugen.

Am morgigen Karfreitag sind alle Börsen geschlossen und auch ich nehme mir eine wohlverdiente Auszeit. Am Samstag erscheint dann hier ein Artikel unseres Mitgliedes "Ramsi", der mich vor einigen Wochen hier im Alpenvorland besucht und auf ein Gespräch getroffen hat. Er berichtet darin von diesem Gespräch. Schauen Sie mal rein.

Über Ostern nehme ich auch gerne an Ihren Diskussionen im Forum teil, das Wetter verleitet ja nicht gerade dazu, nach draussen zu gehen. Es hat hier heute erneut geschneit, wie schon fast den ganzen März. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie ich dieses "weisse Grauen" hasse und den Frühling herbei sehne. Alle Last Minute Flüge ab München sind restlos ausverkauft, die Menschen wissen schon warum. Und mein Traum hier im Zuge der bösen, bösen "Klimakatastrophe" toskanische Temperaturen in Südbayern zu bekommen, dürfte zu Lebzeiten auch nicht aufgehen, da ist schon der schwache Sonnenzyklus vor.

Am Ostermontag hat die Wallstreet geöffnet, die europäischen Börsen sind dagegen zu. Es besteht dann eine gute Wahrscheinlichkeit, dass wir erneut einen "First of Month/Quarter Jumper" erleben werden. Und wenn wir heute die historischen Höchststände im S&P500 nicht knacken, dann vielleicht am Montag. Letztes Jahr markierte der erste Handelstag im April aber auch den Höhepunkt für viele Wochen. Das ich eher damit rechne, dass der Markt noch ein bischen in den April hinein steigt, um uns so richtig an der Nase herum zu führen, hatte ich ja -> hier <- schon ausführlich begründet.

Ab kommenden Dienstag bin ich dann wie gewohnt mit Artikeln und Analysen wieder für Sie da.

Im kommenden Quartal wird dann hier auf Mr-Market.de die Premium Mitgliedschaft aktiv werden, mit einigen Änderungen und neuen Inhalten für die zahlenden Mitglieder. Alles weitere dazu teilen ich Ihnen in den kommenden Wochen mit, wer aber aufmerksam meinen Artikel hier zum Jahreswechsel und meine Kommentare im Forum verfolgt hat, dürfte kaum Überraschungen erleben.

Bis dahin wünsche ich Ihnen ein paar schöne Osterfeiertage. Und wenn Sie diese Zeilen jetzt schon von sonnigen Gestaden aus lesen, möchte ich Ihnen "herzlichen Glückwunsch" zurufen. Wir hätten es dieses Jahr besser auch so gemacht !

Ihr Hari

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Marktupdate – 09.04.12 – Ostermontag

22 Uhr - Handelschluss

Ein ganz kurzes Update zum heutigen Geschehen an der Wallstreet.

Tja, was war das heute nun für ein Tag ?

War das heute ein Zeichen von Stärke, weil der Markt von den ca. 1380 im S&P 500 ausgehend, die er schon Freitag im Future hatte, nicht weiter abgegeben hat ?

Oder war das heute ein Zeichen von Schwäche, weil dem Markt nach einem kurzen Rallyversuch bei 1387 die Puste ausging und er wieder Richtung 1380 fiel ?

Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht. Das war ein komischer, überraschend ruhiger Tag an der Wallstreet. Ein Tag an dem Mr. Market nicht so richtig wusste wohin er wollte. Für Shorts war es ihm wohl zu spät. Und für Longs reichte der Mut nicht. So zappelte der S&P 500 zwischen 1378 und 1387 hin und her.

Und ich kann Ihnen nicht sagen was Morgen an der Wallstreet passiert. Das der DAX Morgen früh zunächst unter 6700 läuft ist aber wohl zu erwarten. Aber wie es dann weitergeht ist die grosse Frage. Wenn man keinen Edge in eine Richtung hat, bleibt einem nur abwarten.

Ich werde in der Zone 6600-6650 im DAX Morgen wohl ein paar kleine Käufe tätigen, wohl wissend, dass auch 6400 bald möglich sind.

Gold war heute recht stark, ebenso wie die Goldminen. Dabei bestand wohl kein Zusammenhang zur Marktschwäche, sondern es dürfte vielmehr die Reaktion auf die steigenden Inflationszahlen in China gewesen sein. Ich sehe aber keinen Grund da mehr hinein zu interpretieren.

Morgen nach Börsenschluss eröffnet dann Alcoa die Berichtssaison, es bleibt spannend.

Und Morgen gíbt es hier dann auch wieder mehr zu lesen, bis dann - schlafen Sie gut !

Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 02.04.12 – Von Algos und Mustern

22 Uhr - Handelsschluss

Da war er, der am Freitag antizipierte "Jumper" am ersten Tag des Monats bzw Quartals.

Sehr merkwürdig war aber, was heute Vormittag passiert ist. Nachdem der DAX sich bis 7020 hoch gerobbt hatte und der "First of Month Jumper" voll im Gange war, wurde der Index urplötzlich und ohne Nachricht um 100 Punkte nach unten gedrückt. Hinterher gab es dann allerlei hilflose Erklärungsversuche, von Spanien war zum Beispiel die Rede. Mich überzeugt das aber alles nicht, denn während des Absturzes waren Euro und Gold stabil und bei neuen Nachrichten rund um die Euro-Zone hätte man dort einen Ausschlag gesehen. Ich halte also nicht viel von der Spanien Theorie.

Ich bin eher überzeugt, dass hier grosse Adressen auf den Verkaufsknopf gedrückt haben und die Kurse über 7000 genutzt haben, um Positionen abzubauen, was dann zu sofortigen Anschlussverkäufen führte. Alles in allem ist das aber kein gutes Zeichen für den DAX, derartiges Marktverhalten mit so merkwürdigen Einschlägen hatten wir mehrfach letzten Herbst, in 2012 aber bisher noch nicht.

Was dann am Nachmittag an der Wallstreet begann, dürfte aber denen nicht gefallen haben, die am Vormittag abgegeben haben. Mir aber um so mehr. Ich möchte Ihnen daher im folgenden den aktuellen Kursverlauf des S&P500 aus 3 Perspektiven zeigen und hoffe Ihnen damit ein klareres Gefühl für die Lage zu verschaffen und nebenbei auch noch hilfreiches Wissen zum Thema Chartmuster weiter zu geben.

Der US Markt schob also hoch und zwar ganz präzise bis zum Ziel bei 1420 einer Cup&Handle Formation. Wirklich faszinierend, wie im S&P500 die Algos immer exakt auf die technischen Zielmarken laufen. Deshalb habe ich das Muster für Sie auch mal in einem Chart eingezeichnet.

Bei Cup&Handle wie bei Head&Shoulder Formationen, liegt die technische Zielmarke immer beim Doppelten der Entfernung des Hoch/Tiefs von der Nackenlinie. Das der Markt genau diese Marken abarbeitet und dann in eine Seitwärtsbewegung (Stand 21 Uhr) übergeht, liegt nicht daran, dass die Kurse geheimnisvollen Kräften unterworfen sind, sondern ist schlicht selbsterfüllende Prophezeihung. Die von Menschen auf diese Muster programmierten Algos erkennen das Muster, berechnen das Ziel und traden bis dahin. Sehen Sie selbst im 10 Minuten Chart:

Faszinierend oder ? Und das passiert im S&P500 öfter genau so berechenbar. Eigentlich ist das ein Treppenwitz der Geschichte. Diese Chartmuster wie Cup&Handle sind aus typischen, wiederholbaren, massenpsychologischen Mustern des Verhaltens von Menschen hervorgegangen. Und nun sorgen gerade die eigentlich völlig unemotionalen und rationalen Maschinen in Form der Algos dafür, dass diese Muster umso stärker und zuverlässiger werden - eben weil die Algorithmen von Menschen programmiert wurden.

Übrigens möchte ich die Gelegenheit nutzen, um an dieser Stelle mit einem Missverständnis aufräumen. Algos und HFT (High Frequency Trading) sind zwei verschiedene Dinge. Es gibt Schnittmengen und natürlich geht HFT ohne Algorithmen gar nicht, aber wir reden da von unterschiedlichen Schwerpunkten. Als Algos bezeichne ich algorithmische Programme, die letztlich auch nichts anderes machen, als ein menschlicher Trader vor dem Schirm. Sie kaufen und verkaufen nach programmierten Mustern, nur halt ohne Menschen. HFT dagegen bezeichnet automatisierte Transaktionen, bei denen in Sekunden Millionen Trades über die Leitung geschickt werden, eben nicht um gezielt etwas zu kaufen und vielleicht in 2 Stunden wieder mit Gewinn zu verkaufen, sondern weil sozusagen die Frequenz selber ihren Wert hat, zum Beispiel um millionenfach winzigste Spreads zu schliessen.

Ich weiss, dass ist eine sehr oberflächliche Charakterisierung und in Wirklichkeit gibt es noch nicht einmal zwei Kategorien, sondern es ist ein fliessender Übergang vom einen ins andere mit diversen Zwischenstufen. Ich will jetzt aber hier keinen theoretischen Exkurs in HFT machen, zumal ich da auch vieles nicht weiss und auch für mich vieles noch eine "BlackBox" ist. Ich will Ihnen nur klar machen, wenn hier von Algos die Rede ist, dann sind damit automatisierte Handels-Programme gemeint, die letztlich nichts anderes machen, was ein menschlicher Trader theoretisch auch machen könnte. HFT ist dagegen für einen Menschen unmöglich und eine ganz andere Geschichte, darüber rede ich hier nicht. HFT ist für mich eher ein Grundrauschen im Markt, dessen Effekte ich als Mensch nur dann bemerken kann, wenn der Markt mal wieder in Crash-Modus geht.

Zurück zum S&P500. Das Schöne am heutigen Geschehen und an dieser abgearbeiteten Cup&Handle Formation ist, dass damit die potentielle bärische Schulter-Kopf-Schulter Formation völlig negiert wurde und nicht mehr relevant ist. Ich habe Ihnen hier im 30 Minuten-Chart des S&P500 mitgebracht, was hätte passieren können, wenn sich heute die rechte Schulter geformt hätte.

Aber hätte, würde, könnte, das ist Schnee von gestern, oder genauer gesagt von vor ein paar Stunden 😉

Bleibt die Frage, was dieser Tag heute für den weiteren Kursverlauf im Monat April bedeutet. Für den amerikanischen Markt bedeutet das, dass der bullishe Trend (der letzten November begann) ganz eindeutig völlig intakt ist. Das folgende 8 Stunden Chart des S&P500 zeigt den Trend eindrucksvoll ! Und dieser Trend ist weiter unser "Friend".

Wie immer ist die Bestätigung der heutigen Bewegung wichtig, um zu beweisen, dass wir uns wirklich von den alten Hochs weg bewegen. Die kleine Schwäche zum Handelsschluss wirft da ja für Morgen ein kleines Fragezeichen in den Ring. Aber wenn wir Morgen weiter hochschieben, kann man im S&P wohl schon über Kursziele im Bereich 1440-1450 nachdenken. Im DAX sollte das dann auch zu Höchstständen für 2012 - oberhalb 7200 - führen. Allerdings irritieren mich solche Bewegungen wie heute Morgen im DAX schon. In Europa ist möglicherweise wieder irgend etwas Unerfreuliches im Gange und ich fühle mich im Moment mal wieder in den US Indizes wohler - zumindest agieren diese berechenbarer als aktuell der DAX.

Mein 30% Szenario letzter Woche - die Annahme, dass wir in der ersten April-Hälfte bis zur Quartalssaison in einem letzten Schub noch einmal richtig hochlaufen - hat mit dem heutigen Tag eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit bekommen. Schön wärs, wenn es so käme, dann könnte ich mal endlich guten Gewissens und mit schönen Gewinnen weitgehend aus dem Markt gehen.

Aufällig war heute auch, dass die Rohstoffaktien endlich mal anzogen. Nicht nur Gold erreichte wieder 1680 USD, sondern auch alles von Barrick Gold (WKN 870450), über Freeport McMoran (WKN 896476), bis Rio Tinto (WKN 852147), war deutlich im Plus. Hier wirkten sich sicher die brauchbaren Daten aus China aus. Und auch für Gold gab es aus Indien gute Nachrichten, wo ja eine Steuererhöhung zuletzt für Verunsicherung bei einem der grössten Absatzmärkte sorgte. Darüber hinaus könnte es sein, dass im Bereich Rohstoffe auch eine Neupositionierung zum neuen Quartal eine Rolle spielte. Sollte sich diese Stärke in den kommenden Tagen bestätigen, könnten hier also etwas deutlich in Bewegung geraten, nachzuholen hat der Sektor ja jede Menge gegenüber den Industrieaktien.

Noch ein wichtiger Hinweis für die nächsten Tage: Diese Ostern bekommen wir ein besonders spannendes Setup, das für grosse Volatilität am Mittwoch, Donnerstag und Ostermontag gut ist. Denn gerade am Karfreitag, am dem alle wichtigen Börsen geschlossen haben, erscheint mit den US Arbeitsmarktdaten der wichtigste Indikator des Monats.

Da am Mittwoch um 14.15 Uhr mit den "ADP Non-Farm Arbeitsplätzen" und am Donnerstag um 14.30 Uhr mit den "Anträgen auf Arbeitslosenhilfe" jeweils US Daten erscheinen, die einen Rückschluss auf die Arbeitsmarktdaten von Freitag erlauben, werden diese Daten sicher von Big Money zur Positionierung über das lange Oster-Wochenende genutzt - heftige Swings sind da an beiden Tagen fast garantiert !

Bitte vergessen Sie auch nicht, das am Ostermontag zwar die meisten europäischen Börsen geschlossen sind, nicht aber die asiatischen und auch nicht die Wallstreet ! Wer also keinen direkten Zugang zur Wallstreet hat, könnte bei überraschenden Arbeitsmarktdaten am Freitag dann eine grosse Bewegung Ostermontag verpassen und müsste sich dann am Dienstag Morgen - wenn hier die Börsen wieder aufmachen - mit den vollendeten Tatsachen abfinden.

Es ist also sicher eine gute Idee, sein Depot mit obigem Wissen im Hinterkopf für Ostern vorzubereiten.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari