Wie sich Spekulation reimt

Erinnern Sie sich noch an den großen 3D-Druck-Hype, der 2013/2014 bei 3D Systems (DDD) so ein Chart hervorgerufen hat?

In Anlehnung an den Roman "Der kleine Hobbit" von J.R.R. Tolkien, der ursprünglich "Hin und wieder zurück" (There and back again) hiess, nenne ich das etwas ironisch-spöttisch die Reise vom Auenland zum Einsamen Berg und wieder zurück. 😛

Es war ein wunderbares Beispiel für das Wirken der Spekulation das John Kenneth Galbraith vor rund 25 Jahren in seinem berühmten Kurzwerk -> Eine kurze Geschichte der Spekulation <- aufgeschrieben hat.

Diese Wirken hat sich in hunderten Jahren nicht geändert und wird sich nicht ändern, weil es auf den Mechanismen von Angst und Gier beruht, die fest in unsere Gene "eingemendelt" sind, weil sie evolutionär in der ungeschützten Wildbahn einen Überlebensvorteil verschafft haben - dummerweise an Börsen aber jede Menge Schaden anrichten.

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The sky is the limit



Der Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigungssektor ist technologisch spannend und gerade jetzt wieder interessant, weil eine größere Korrektur hinter dem Sektor zu liegen scheint oder er im schlimmsten Fall schon mittendrin ist. Und der Sektor hat in die Zukunft hinein kaum bis keine negativen Effekte aus dem Handelskrieg mit China zu erwarten. Ich habe das zuletzt mehrfach thematisiert.

Wenn wir dabei speziell auf den breit aufgestellten US Sektor schauen, dann kennen wir die großen Unternehmen wie LMT, NOC, RTN und GD. Wir kennen aber auch die mittleren Unternehmen, die ich hier schon oft besprochen habe, wie TDG, HRS, HXL, HEI, FLIR und wie Sie alle heißen.

Hier und heute will daher mal ein paar Ideen bei den kleineren Unternehmen vorstellen, denn klein muss ja nicht klein bleiben und gerade in der stark wachsenden Raumfahrt, ist für alle genügend Platz für Wachstum da.

Die folgende Liste ist aber bitte *nicht* als Positiv-Selektion meinerseits zu verstehen. Die Namen die ich zeige, sind weder von mir "geprüft", noch "selektiert", noch "für gut befunden".

Es ist einfach nur eine Ideen-Liste von 10 Aktien aus dem mir bekannten Universum, in der wir uns - wenn wir wollen - alle mal tummeln können. Und vielleicht ist ja etwas dabei, was in 10 Jahren im Sinne "the sky is the limit" dann zur neuen Lockheed Martin werden wird.

Los gehts:

Mercury System (MCRY)

Wurde im März in den -> neuen Zuggedanken mit Beuteschema <- von mir schon vorgestellt und will ich hier nur erneut in Erinnerung rufen.

Die Aktie ist ein spezialisierter Chipfertiger für den Sektor und gerade jetzt, wo zwischen den US und China Verbindungen gekappt werden, sollte ein Unternehmen mit so einem Profil davon profitieren können:

Aerovironment (AVAV)

Ist auch hier schon bekannt und besprochen, aber die Kombination von Drohnen und dem Verteidigungssektor ist attraktiv und das Unternehmen steht erst am Anfang:

Aerojet Rocketdyne (AJRD)

Ein Spezialist für Raketenantriebe und wurde -> von der NASA zuletzt auch im Rahmen des neuens Mondprogrammes berücksichtigt <-

CAE (CAE)

Ist einer der größten Anbieter von Flugsimulatoren und in einer Zeit, in der die IT immer leistungsfähiger im Sinne Virtual Reality wird und Flugzeuge sowieso nur noch im "Fly by Wire Betrieb" funktionieren, dürfte sich Ausbildung immer mehr auf die virtuelle Ebene verlagern.

Curtiss-Wright (CW)

Geht direkt auf die Luftfahrtpioniere Glenn Curtiss und Gebrüder Wright zurück und hat sich vom Vollflugzeug-Hersteller zum Komponenten-Hersteller gewandelt, mit Schwerpunkt Antriebs- und Ventilsysteme.

Elbit Systems (ESLT)

Ist ein hier weitgehend unbekannter israelischer Konzern mit Schwerpunkt Verteidigungselektronik und notiert an der US Börse:

Moog Inc (MOG-A)

Ist ein Hersteller von Bewegungskontroll- und Steuer-Systemen für die Luft- und Raumfahrt. Eines der vielen Unternehmen, die zu den Großprojekten kritische Komponenten zuliefern, aber kaum bekannt sind.

Axon Enterprise (AAXN)

Das ist die bisherige Taser, insofern ist klar was die machen, nicht-letale Elektroschock-Waffen. Hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt, weil kaum jemand das neue Kürzel kennen dürfte.

Cubic (CUB)

Dienstleister für den Sektor mit Schwerpunkt Kommunikation und Transport.

Mantech (MANT)

Dienstleister für den Sektor im Bereich Cybersecurity und Aufklärung.

Ihr Hari

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Wochenausblick KW37



Logistischer Hinweis

Zu Beginn ein logistischer Hinweis in eigener Sache. Morgen hat mein Sohn den ersten Schultag im Gymnasium. Heute Nachmittag/Abend ist dafür eine Veranstaltung, bei der ich dabei sein werde. Diese bedeutet aber, dass ich ca. von 16 bis 20 Uhr außer Haus sein werde und kollidiert daher mit dem Wallstreet Stream.

Ich werde den Stream daher gegen 15 Uhr eröffnen, aber nur kurz auf die Marktlage eingehen. Dann lasse ich ihn offen stehen und melde mich vor Handelsschluss - also nach 20 Uhr - noch einmal mit ein paar Posts, bevor ich ihn schliesse.

Thema der Woche

Das Thema der Woche dürfte die US Inflation sein, weil wir neben vielen anderen Daten diese Woche am Mittwoch die US Erzeugerpreise (PPI - "Producer Price Index") und am Donnerstag die US Verbraucherpreise (CPI - "Consumer Price Index") bekommen.

Warum ist das so wichtig? Weil es Teil des Modells der Bären ist und auch direkt mit den Ängsten um die Inverted-Yield-Curve korrelliert.

Die ökonomische Logik geht so:

  1. Die FED ist "hinter der Kurve" was ihre Zinserhöhungen angeht, sprich sie ist schon jetzt zu spät dran und hat immer noch Nachholbedarf.
  2. Überraschend hohe Inflationsdaten werden die FED daher zwingen, noch stärker als bisher an der Zinsschraube zu drehen.
  3. Das Risiko steigender Inflation ist nun hoch, weil die Arbeitsmarktdaten letzte Woche endlich steigende Löhne zeigten - sprich Arbeitskräfte werden knapp. Und wie in jedem Markt sorgt knappes Angebot für steigende Preise (hier Löhne) und das treibt über den Konsum die Inflation.
  4. Das wird die Zinsstrukturkurve schon bald invertieren.
  5. Eine Rezession ist dann innerhalb 2 Jahren die Folge, wie bisher immer bei einer invertierten Zinskurve.

Auch eher lustige Analogien wie -> diese etwas ältere Darstellung hier von LPL <- zur Größe der FED-Chefs und der Zinskurve tragen zu diesem Meme bei, so etwas setzt sich in den Köpfen fest:

Die obige logische Abfolge ist keineswegs Unsinn und durchaus denkbar, besteht aber aus so vielen "Wenns" und Annahmen, dass ich dazu nur das Gleiche sagen kann wie zur "Inverted-Yield-Curve" für sich alleine und das lautet "schaun mer mal dann sehn mer scho". Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Aber ganz egal ob valide oder nicht, die Kurse werden immer von Erwartungen beeinflusst und auch solche Logiken beeinflußen daher die Kurse, wenn sie sich in den Köpfen festgesetzt haben und das haben sie. Diese Selbstreferentialität ist ja gerade die Eigenschaft eines reflexiven Marktes.

Und weil das so ist, haben die Inflationsdaten am Mittwoch 14:30 Uhr (PPI) und Donnerstag 14:30 Uhr (CPI) wahrscheinlich deutlichen Einfluß auf das Kursgeschehen. Zu hohe Werte sind dabei kritisch für den Markt, werden also mit Abgaben beantworten. Überraschend niedrige Werte sind dagegen für eine Rally gut.

Chance und Risiko der Woche

Chance und Risiko der Woche sind ganz eindeutig und dürften für Sie keine Überraschung sein, weil ich es schon thematisiert habe.

Letzte Woche schrieb ich während des Ausbruchs über die Nackenlinie der alten Hochs im S&P500:

Es signalisiert, dass dieser Markt für eine Pause reif ist und jede noch mehr erhöhte Steigung, wohl am Ende nur die Fallhöhe einer Zwischenkorrektur erhöhen wird, auch wenn dieser Markt durchaus noch ein paar Wochen so steigen kann. Ein Retest des Ausbruchsniveaus, ist zwar nicht sicher - sicher ist nie etwas - aber früher oder später eben doch recht wahrscheinlich.

Die Pause hat nicht mehr lange auf sich warten lassen - was in sich eine gute Nachricht ist - und schon letzte Woche hat der Retest stattgefunden und auf der 20-Tage-Linie aufgesetzt:

Weiter aufgelöst sieht das nun so aus und ich kann Ihnen wirklich nicht sagen, ob sich das nun direkt nach oben auflöst oder sich als Korrektur erst ausdehnt. Auch der Freitag gab dazu leider kein klares Bild.

Wobei man ihn, wenn man ein bischen rät, vielleicht eher bärisch interpretieren kann, denn ein sehr starker Bulle wäre nach dem Aufsetzen wohl sofort nach oben abgeprallt. Aber das ist ein wenig Kaffeesatzleserei, also geben sie nicht zu viel darauf, der weitere Verlauf von hier ist offen:

Was ich mich aber traue zu sagen ist, dass auch im bärischen Fall, wenn diese Korrektur sich also ausdehnt, das realistische Maximum erst einmal nur ein erneuter Test der 200-Tage-Linie ist.

Wenn der SPX dahin käme, würde er von da mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal abprallen, so dass man nicht heute herumraten muss, sondern dann noch genügend Zeit hätte sich die Frage zu stellen, ob sich doch etwas Negatives schon zusammenbraut.

Ich denke, wir tun gut daran weiter von einem starken Jahresende auszugehen. Echte belastbare Signale für eine Trendwende schon jetzt in 2018 sind schlicht nicht vorhanden.

Ereignis der Woche

Diese Woche ist reich an ökonomischen Daten. Die wichtigen US Inflationsdaten habe ich schon oben besprochen. Zusätzlich haben wir noch diverse andere Daten wie beispielsweise den ZEW oder die Industrieproduktion aus China, die Sie -> hier <- im Überblick anschauen können.

Dazu kommt am Donnerstag eine EZB Sitzung inklusive Pressekonferenz und das dürfte neben den Inflationsdaten das Hauptereignis der Woche werden.

Hinzu kommen diverse andere Notenbanken, so die Bank of England (BoE) auch am Donnerstag mit einem Zinsentscheid und wieder diverse Notenbanker vor den Mikrofonen.

Hinweis der Woche

Schon letzte Woche habe ich auf das nun zunehmend virulente Thema der US Zwischenwahlen am 06.11.18 hingewiesen und ich will es heute erneut tun, damit es nicht übersehen wird. Denn das wird ganz erheblichen und steigenden Einfluß auf das Kursgeschehen haben.

Ich wiederhole hier das schon letzte Woche Gesagte:

Schon vor 3 Wochen hat die NZZ -> hier eine ausgezeichnete Übersicht und Erklärung bereit gestellt <-, die ich Ihnen empfehle zumindest mal zu überfliegen und das Wesentliche aufzunehmen.

Bei diesen Wahlen werden die Mehrheiten in beiden Häusern neu gemischt, wobei dieses Mal vor alle das Repräsentantenhaus wackelig und umkämpft ist. Sollten sich da die Demokraten durchsetzen, wird das Trump zu einer "Lahmen Ente" machen, die nichts mehr durchsetzen kann - so wie es Obama auch zeitweise ergangen ist.

Das hätte natürlich Auswirkungen auf die Märkte, vor allem eben auf die Erwartungen was Trump noch machen "könnte", dann aber nicht mehr kann.

Aber gerade auch im Vorfeld wird der Wahlkampf zu manchem Tweet und manch lauter Ankündigung führen - gerade bei Trump - die dann die Märkte auch durchschüttelt, zumindest die Branchen die betroffen sind.

Auch das Handelsthema ist direkt mit diesen Zwischenwahlen korreliert, denn Trump dürfte ein hohes Incentive besitzen, vor den Wahlen seinen Wählern noch einen Erfolg "zum Fressen" vorwerfen zu können.

In Summe müssen wir also von sehr bewegten Börsenmonaten ausgehen, die aus Washingtonen jede Menge Brandbeschleuniger bekommen, in die eine oder andere Richtung - bevor sich dann vielleicht ab November die Ruhe der gegenseitige Paralyse - des "Stalemate" - über Washington legt.

Index der Woche

Letzte Woche habe ich den chinesischen Index in Form des ETFs ASHR zum Thema gemacht, weil der eine Chance zur Wende zeigte. Diese Chance hat sich bisher aber nicht realisiert, ist aber weiter vorhanden.

Diese Woche will ich das mit dem breiteren Emerging Market Index in Form des ETFs EEM unterstreichen, weil auch dieser über den Weg der US Zinsen direkt mit den oben genannten Inflationsdaten korreliert.

Der EEM befindet sich in einem bestehenden, brutalen Abwärtstrend und ist insofern ein fallendes Messer, das man beobachtet, in das man aber nicht greift:

Mit der Beobachtung wollen wir ja aber sicher stellen, dass wir bemerken wenn dieser Sektor zur Wende ansetzt. Und dafür braucht es nicht weiter steigende US Zinsen, weswegen die US Inflationsdaten hier auch erhebliche Auswirkungen haben könnten.

Falls die US Inflationsdaten in dieser Woche schwächer sind als erwartet, ist hier im EEM durchaus eine Rally drin, weil das etwas Druck von den lokalen Währungen nimmt.

Überlagert wird das aber durch Trumps angekündigte Beschlüsse zu weiteren Zöllen gegenüber China im Umfang von 200 Milliarden. Der Markt hat hier schon Erwartungen eingepreist und je nachdem ob Trumps Maßnahmen schärfer oder gemässigter als die Erwartungen sind, wird auch das nicht nur den ASHR, sondern auch den EEM diese Woche massiv bewegen.

Chart/Grafik der Woche

Chart der Woche ist dieses Mal ein Sektor, ich habe es schon letzte Woche gesagt und will es hier deutlich wiederholen.

Der Aerospace & Defense Sektor steht vor einer weiter positiven Zukunft. Nicht nur wegen der hohen Militärausgaben, die wieder eher steigen denn sinken, sondern auch wegen einiger innovativer Entwicklungen in der Luft- und Raumfahrt.

Gerade der Weltraum wird Ort eines neuen Wettlaufs, der ebenso aus militärischen (US Space Force) wie auch zivilen Themen besteht. Da entwickelt sich gerade perspektivisch ein riesiger neuer Markt, ich habe darüber immer wieder geschrieben und entsprechende Artikel verlinkt.

Deshalb ist der Aerospace & Defense Sektor aus Investitions-Sicht einer dier interessantes Sektoren die es gibt und besonders erfreulich ist, dass dieser Sektor nun eine seit Anfang 2018 andauernde Konsolidierung hinter sich zu haben scheint, die nach dem langen Anstieg seit 2016 einfach überfällig war:

Aufgrund der ärgerlichen Begrenzung unserer Anlagefähigkeit in Europa durch MifidII, ist ein langfristig Investment für uns aber derzeit primär nur über Einzelaktien darstellbar. Das hat aber den Vorteil auch europäische Firmen wie BAE Systems oder Dassault einschließen zu können. Das Universum wurde hier schon vielfach besprochen, bemühen Sie die Suchfunktion.

Hier ist das Langfristchart, das eine äußerst klare Sprache spricht. So Charts will man als Investor sehen:

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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Das Wachstumsdepot II



Die zweite Aktie des Wachstumsdepot kennen treue Mitglieder gut, denn ich habe diese schon mehrfach thematisiert. Trotzdem kann das nicht der Grund sein, diese Aktien hier nicht erneut heraus zu arbeiten. Wie ich schon beim ersten Kandidaten Cognex (CGNX) geschrieben habe, haben wir sowieso 80-90% der in Frage kommenden Kandidaten schon einmal in der Community besprochen, das macht die Aktien aber nicht weniger interessant, zumal immer wieder neue Mitglieder zu uns stoßen.

Entscheidend ist weiter das zweifelsfreie, attraktive Wachstum dieser Unternehmen. Es sollen Aktien sein, die in aussichtsreichen Geschäftsfeldern, mit zukunftsträchtigen Produkten sitzen, Aktien bei denen wir allen Grund haben von weiterem, beständigem Wachstum auszugehen. Und Aktien, die noch so viel Potential haben, dass im optimalen Fall eine Vervielfachung durchaus gut vorstellbar ist.

Hier ist nun die Nummer 2 im Wachstumsdept. Ja, es ist die "Batman"-Aktie.

Hexcel (HXL, WKN 894306)

Marktkapitalisierung ca. 6 Milliarden USD, 6.300 Mitarbeiter, 2 Milliarden USD Umsatz, Gewinnmarge von ca. 15%.

Hier die -> Firmen-Homepage <-

Hier die -> Fundamentaldaten im Überblick <-.

Worum geht es bei Hexcel und warum nenne ich das Unternehmen die "Batman-Aktie"?

Ganz einfach wegen der "Composite Materials", zu Deutsch "Faserverbundstoffe", zu denen auch Carbon oder Kevlar gehören. In denen ist Hexcel spezialisiert und die kommen zunehmend in Luft & Raumfahrt, aber auch in anderen Anwendungen zum Einsatz.

Was man damit machen kann, können Sie sich hier anschauen und ja, die Sachen gibt es auch in Schwarz!

Diese Stoffe werden in vielen Bereichen alte Werkstoffe ersetzen und ganz neue Anwendungen erlauben und darin liegt das massive Wachstumspotential.

Natürlich hat Hexcel auch Mitbewerber, Toray (Japan) und Solvay (Belgien) seien genannt. Insofern ist HXL kein Selbstläufer und kann bei Management-Fehlern auch mal abstürzen, aber das gilt für jedes zukunftsorientierte Wachstumsunternehmen.

Und die Bewertung von HXL mit einem P/E (KGV) von rund 20 ist ganz typisch für solide Wachstumsunternehmen.

Das Chart zeigt, was wir bei einem Mitglied im Wachstumsdepot sehen wollen: Beständiges Wachstum und Kursgewinne seit 2009 und damit hohe Stabilität:

Das Chart zeigt uns aber mit den Einbrüchen 2003 und 2009 auch, dass weil 3/4 der Aufträge von Hexcel aus dem zyklischen Sektor Luftfahrt kommen, auch das Geschäft von Hexcel sehr zyklisch sein kann und die Aktie auch deutlich einbrechen kann.

Das Problem wird dadurch verstärkt, dass die Materialien "zu gut" sind, also dafür designed sind, den ganzen Lebenszyklus eines Flugzeugs zu überstehen. Hexcel hat also nur einen kleinen "Aftermarket" im Bereich Wartung und Service und ist damit stark von den Auftragszahlen der Flugzeugindustrie abhängig. Wenn also bei Boeing und Airbus die Aufträge einbrechen, wird auch Hexcel als Aktie einbrechen, das Dinge *IST* zyklisch und kein Fall für Buy & Hold.

Allerdings denke ich, dass das Problem langfristig-perspektivisch mit der Verbreiterung auf andere Sektoren immer geringer wird und Hexcel langfristig immer weniger abhängig nur von einer Branche wird. Auch im Bereich Freizeit und sogar Kleidung werden diese Materialien langsam Thema, erste Anfänge hat Hexcel in diesen Märkten schon, sehen Sie -> hier <-. Nicht nur Fledermausmänner, sondern auch skifahrende Geheimagenten haben also Bedarf für solche Materialen und der ambitionierte Sportler kommt dann gleich hinterher.

Der perspektivisch spannendste Markt dürfte aber die Raumfahrt werden, die im Zeitalter der privaten Aktivitäten von Space-X und Blue-Origin zu einem immer grösseren Kunden solcher High-Tech-Materialien werden wird. Und die Raumfahrt beginnt gerade erst einen Bullenmarkt, der uns das ganze Jahrhundert begleiten wird, wenn sich die Menschheit nicht vorher selber zerstört.

Zyklische Bewegungen und mal eben 50% Minus in einer Wirtschaftskrise, holt man sich mit Hexcel also ins Depot. Aber langfristig ist es höchst wahrscheinlich, dass der Pfad in Wellen nach oben zeigt, "to the moon" sozusagen, denn auch die ersten Bauaufträge des -> Deep Space Gateway <- in der Umlaufbahn des Mondes, sind seitens NASA nun auf dem Weg. Die Dinge geraten in Bewegung und Hexcel hat die Materialien dafür.

Bei mir liegt Hexcel schon länger im Investmentdepot. So ein Chart, solche Produkte und dann in einem spannenden Sektor, für den ich mich auch abseits der Börse interessiere - so eine Aktie muss ich einfach haben. Nennen Sie mich einen Sammler spannender Unternehmen. 😉

Ihr Hari

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Freitag der 13te V1



Guten Morgen!

Wie gestern angekündigt, macht ich heute - am Freitag den 13ten - einen Administrationstag. Die beiden Berichte werden also etwas kürzer als normal und beschränken sich auf das Wesentliche, so es etwas "Wesentliches" überhaupt gibt.

Und genau das ist das Problem heute morgen, still ruht weiter der Index-See. Der DAX hat gestern kurz die 13.000 erreicht, das ist aber nur eine Zahl und ziemlich irrelevant, auch wenn es medial dann für reflexartige Berichte gut ist.

Am Interessantesten ist da noch Gold, dass nun genau mit dem Kopf gegen den 1.297er Widerstand stösst und damit nun für eine Entscheidung bereit ist:

Eine wesentliche Rolle wird hierbei natürlich EURUSD spielen und da ist die Lage so, dass einem die denkbare SKS nun geradezu ins Auge springt:

Damit gibt uns der Markt eine leichte Tendenz, und die lautet Dollar hoch, Euro runter, Gold runter, DAX hoch für die nächsten Tage. Sicher ist das nicht, aber ein Hinweis schon.

Kommende Woche geht dann die Quartalssaison richtig los. Wir haben:

Montag: Interactive Brokers (IBKR), Kühne & Nagel, Netflix (NFLX), Charles Schwab (SCHW)

Dienstag: Amphenol (APH), Citrix (CTXS), Cree (CREE), Goldman Sachs (GS), IBM (IBM), Johnson & Johnson (JNJ), Kinder Morgan (KMI), Morgan Stanley (MS), Temenos, United Health (UNH)

Mittwoch: ASML, Abott Labs (ABT), Alcoa (AA), American Express (AXP), Hexcel (HXL), Valmont (VMI), eBay (EBAY)

Donnerstag: Danaher (DHR), Honeywell (HON), Intuitive Surgical (ISRG), Nucor (NUE), Paypal (PYPL), Philip Morris (PM), Roche, SAP, Textron (TXT), Blackstone (BX), Unilever, Verizon (VZ)

Freitag: BB Biotech, Daimler, General Electric (GE), Ericsson, Manpower, Procter & Gamble (PG), Schlumberger (SLB), Software AG

Das ist noch nicht extrem viel, aber es geht eindeutig los. Die beiden darauf folgenden Wochen, bringen dann den Höhepunkt.

So weit so kurz an diesem Morgen, an dem der Markt weiter ruhig hochschiebt. Schauen Sie meine Kommentare der letzten Wochen an, dann wissen Sie, was ich auch heute schreiben würde.

Insofern ist das ein hervorragender Tag, um mal in der Infrastruktur von Server und Blog "Wartungsarbeiten" zu machen.

Einen habe ich aber noch, Sie wissen ich sehe die Raumfahrtindustrie seit mindestens 5 Jahren als kommenden Boom-Sektor: -> Der neue Wettlauf ins All <-

Nun macht Morgan Stanley das explizit zum Thema: -> The risk and opportunity of investing in space <-

Da wird der erste "Sektor-ETF" nicht mehr lange auf sich warten lassen. Das Thema tritt nun also in die öffentliche Aufmerksamkeitsphase ein, den Kursen wird es nicht schaden - bleiben wir dran!

Bis heute Nachmittag!

Ihr Hari

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Hach dieses süffisante Grinsen!



Draghi redet noch, aber ich traue mich schon ein vorläufiges Fazit zu ziehen und das lautet: Null-Event, wie erwartet.

Der Markt hat versucht, in das vorgelesene Statement erste Signale einer Straffung der Geldpolitik hinein zu interpretieren. Man sieht das am zwischenzeitlich steigenden EURUSD Währungspaar. Die späteren Kommentare haben das aber negiert und so sieht dann das Chart aus:

Ansonsten war es wie immer. Servile Journalisten stellen Fragen und Mario doziert süffisant lächelnd von der Kanzel herab. Das Format lässt - wohl bewusst - nichts anderes zu. Wann haben wir eigentlich Draghi das letzte Mal in einer Diskussion! auf Augenhöhe! gesehen mit Menschen, die dann auch mal seine Aussagen hinterfragen können und nicht nur als Verlautbarung zur Kenntnis nehmen müssen?

Ich hab es ja heute mit der DDR, siehe der Artikel zur -> Psychologie der Massen <- und wenn da nicht die Wortgewandtheit und Eleganz Draghis wäre, könnte das inhaltlich auch eine bessere Verlautbarung eines moderneren Politbüros sein, zumindest ist die Journalistenschar so lieb, wie die FDJ Jugend vor Mielke. Die Journalisten sollten da mal das aggresive, vorlaute Verhalten zeigen, dass sie in den US bei Trumps erster Pressekonferenz gezeigt haben, das wäre spannend wie Draghi damit umgeht. 😉

Aber wenigstens Marios betörende Lippen bleiben, was Mielke und Honecker dagegen produziert haben, war linguistisch ein kaum erträgliches Gestammel. Und damit meine ich nicht die Aussprache an sich, sondern die Unfähigkeit selbstständige, den Zuhörer packende Sätze zu formulieren. Insofern ist Draghis Pressekonferenz dann doch immer eine Beobachtung Wert, wer "Drechsler" werden will, kann hier beim sprachlichen "drechseln" von Sätzen zuschauen. 😉

Übrigens, in meinen teilweise emotionalen, durchaus aggressiven Reaktionen auf typische Verhaltensweisen des "präsidialen Habitus", wie auch Draghi sie immer wieder zeigt, beobachte ich dann fasziniert und reflektierend immer wieder meine eigene sozio-kulturelle Prägung. Ich bin jemand der als Aufsteiger "von unten" kommt, weil meine Eltern zwar gebildet, aber als Flüchtlingsfamilien nach dem Krieg hier mit wahrlich Null angefangen haben und bei uns das Geld auch nicht in Strömen geflossen ist. Insofern habe ich mir alles im Leben selber erarbeitet und dazu gehörte auch immer, den selbstzufriedenen "Etablierten" kräftig Feuer unter ihrem bornierten, von Statussymbolik zerfressenen Hintern zu machen. 😉 Irgendwie bleibt diese Prägung, in der ein am Kanzleramt rüttelnder Schröder, mir emotional viel näher ist, als Draghis präsidiale Fassade, die jede echte kommunikative Gefährdung einfach mit der Macht des Amtes auf Abstand hält.

Wahre Stärke, vor der ich Respekt habe, ist nahbar und trotzdem souverän. Weil die Souveränität von innen kommt und nicht von Symbolen verliehen wird.

Das aber nur am Rande, weil mich immer fasziniert, wie emotional ich auf diese Dinge reagiere.

Nun zu den Quartalszahlen vor Handelsstart der Wallstreet. In Anbetracht der riesigen Menge, konzentriere ich mich auf die stärkeren Bewegungen, die man vor allem bei den kleineren Unternehmen findet.

Under Armour (UA), der Adidas Konkurrent, beendet ein langes Jammertal mit -> brauchbaren Zahlen <- und schiesst nach Zahlen vorbörslich um ca. 7% nach oben.

Bei dieser Chartstruktur, könnte das der Beginn von weit mehr werden:

Trotzdem, über kurzfristige Trades hinaus, sind diese Aktien nicht meine Favoriten. In einer Welt in der Shops und Einkaufszentren unter massivem Druck stehen und Amazon & Co. (siehe Alexa aus -> Psychologie der Massen <-) zunehmend die Regie über die Köpfe der Verbrauchern übernimmt, haben es Einzelmarken langfristig schwer.

Wenn Retail-Marken, dann breit gestreute "Management-Gesellschaften" mit riesigen Markenportfolios ala Johnson&Johnson und Procter&Gamble. Denn die haben echte Marktmacht und das ist die Währung, um die es im Kern geht. Der einzelne Verbraucher fühlt sich dagegen zwar furchtbar "individuell", ist aber gesteuertes Subjekt der Kulissenschieber.

Dafür will ich aber unser Augenmerk auf einen alten Bekannten von uns lenken, mit dem wir schon letzten Sommer Spass hatten. Exact Sciences (EXAS) berichtet weit höhere Umsätze als erwartet und wird vorbörslich mit mehr als 15% höher ungefähr hier taxiert:

Wir sehen hier auf jeden Fall mal wieder eine technisch oft besprochene Struktur von erstem Schub, dann klarer Konsolidierung und dann zweitem Schub, die gut zu handeln ist. Und wir sehen wieder, dass der erste Volumenschub nach langer, träger Seitwärtsphase sehr, sehr oft ein extrem profitables Signal darstellt.

Ich erinnere daran, dass schon letzten Sommer in -> Der erste grosse Volumenschub <- EXAS genau wegen dieses Schubs zu den Beispielen gehörte.

Alexion Pharmaceuticals (ALXN), eine "Mid Cap" Aktie im Biotech/Pharma Segment, -> überzeugt heute auch <-, steht vorbörslich knapp 4% im Plus und könnte damit durchaus eine Bodenbildung dieser sehr langfristigen Chartstruktur abzuschliessen beginnen:

Richtig stark mit 4% Plus ist heute auch Potash (POT) mit -> überzeugenden Zahlen <-. Das zieht natürlich den ganzen Sektor mit, K+S ist dadurch auch um 2% nach oben gesprungen. Schauen Sie mal im Chart bei K+S, was ab 12:00 MEZ passiert ist, genau da kamen die Zahlen heraus.

Im Chart hat POT aber auch noch eine Menge zu tun, bevor man hier von einer belastbaren Bodenbildung sprechen kann:

Fakt ist aber auch, dass das ein potentielles "erster Volumenschub-Chart" ist. Irgendwann wird der Kurs hier unter Volumen nach oben wegziehen und dann darf man nicht lange zögern.

Technisch bemerkenswert unabhängig von Quartalszahlen ist auch, wie unsere aus diesem Artikel bekannte, deutsche Raumfahrtaktie OHB nun plötzlich in Bewegung kommt: -> Liebhaberinvestment OHB - die (fast) perfekte Mittelstandsaktie <-

Der Grund dürfte die Meldung sein, ->bei der ESA wieder einen bedeutenden Auftrag gewonnen zu haben <- und wir haben hier im Kurs nun eine markante Aufwärtsbewegung mit Momentum, die durchaus den Beginn eines markanten Schubs bis über 30€ auslösen könnte. Potential und fundamentale Bewertung der Aktie, geben das durchaus her:

Vor 18 Uhr melde ich mich noch einmal kurz zum Markt.

Bis später.

Ihr Hari

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Sichere Geldanlage? Immer noch Rüstung!

Autsch! Schon wieder so politisch unkorrekter "Mist" hier in diesem Blog. Aber "wat mutt dat mutt".

Denn unzählige Menschen im deutschsprachigen Raum, sind aktuell auf der Suche nach dem "heiligen Gral der Geldanlage". Sie wollen wenigstens ein bischen Rendite und das aber bitte "ganz sicher".

Ich weiss, eigentlich müsste man jedem dieser Menschen sagen: Vergiss es!

Risikolose Rendite gibt es nicht mehr. Dankensbriefe sind an die Notenbanken zu richten und an die Politik, die diese Nullzinspolitik befördert, um die eigenen finanziellen Wolkenkuckuksheim-Versprechungen, notfinanzieren zu können.

Und eine Anlage in Aktien ist *immer* mit Risiko verbunden, es gibt keine absolute Sicherheit am Aktienmarkt. Punkt.

Selbst die "solidesten" Aktien, können 5 Jahre später ziemlich unsolide sein, ein unfähiger CEO oder ein Paradigmawechsel im Markt, reichen dafür völlig aus. Erinnert sich jemand daran, wie "solide" E.ON und RWE waren? 😛

Aber trotzdem gibt es ja Aktien, die relativ gesehen "sicher" sind. Denn die grösste Sicherheit entsteht daraus, dass die Geschäftsmodelle nicht in Frage stehen und deren Produkte "sicher" auch morgen noch nachgefragt werden.

Und da habe ich ein Angebot für Sie: Rüstungsaktien. Ich weiss, politisch sehr unkorrekt hier in Deutschland, aber trotzdem wahr.

Schon letzten November, habe ich das Thema im Artikel -> Luftfahrt, Raumfahrt und Rüstungsaktien - Stabiles Erfolgsmodell oder verwerfliche Anlage? <- ausführlich thematisiert.

Da habe ich Ihnen nicht nur 20 Namen genannt, sondern auch die moralische Frage adressiert, die jeder für sich selber beantworten muss. Infoern will ich das hier nicht wiederholen.

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Luftfahrt, Raumfahrt und Rüstungsaktien – Stabiles Erfolgsmodell oder verwerfliche Anlage?



Wenn es einen Sektor im Markt gibt, mit dem wir im letzten Jahr bei sehr geringen Risiken immer wieder schöne Gewinne gemacht haben - und diese Entwicklung auch frühzeitig erkannt haben - dann waren das die Aktien des Sektors Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung.

Erkannt haben wir das schon Mitte 2014 mit der Ukraine Krise. Die Verteidigungshaushalte der europäischen Staaten waren so ausgedünnt und die Materialbestände so veraltet, dass man gar nicht die peinlichen Nachrichten über die mangelnde Einsatzbereitschaft der Bundeswehr hören musste um zu wissen, dass sich hier erheblicher Nachholbedarf angestaut hatte.

Dann kam ja aber auch noch die absehbare Entwicklung zur multipolaren Welt hinzu, mit der sich nun statt einer alleinigen Weltmacht ein zunehmendes Ringen mehrerer Blöcke abzeichnet, wobei der Aufstieg Chinas dabei der am stärksten wirkende Faktor ist.

Auch diese Entwicklung zur multipolaren Welt, bringt absehbar wieder grössere Verteidigungsanstrengungen mit sich und das nicht nur in den europäischen Ländern, sondern auch in den US und in China und Russland sowieso. Das zunehmende militärische Involvement durch die Krise im Nahen Osten, tut dann ein Übrigens, denn das dort verbrauchte Material, muss auch ersetzt werden.

Aber auch im zivilen Bereich boomt der Absatz, wie wir an Airbus immer wieder sehen können. Eine Umwältzung hin zu Drohnen und -> neuen Transportarten <- steht vor der Tür und auch im Weltraum, geraten die Dinge in Bewegung. Neue Spieler wie Elon Musks Space-X treten auf den Plan und wirtschaftliche Interessen an Mond und Asteroiden beginnen sich zu formieren - auch in China.

Alles in allem also die perfekten Ingredienzien für einen Sektor, dem der Wind der Nachfrage auf Jahre mit Macht in die Segel blasen wird. Dann noch ein Sektor mit hohen Eintrittsbarrieren, denn so "mal eben" wird man nicht zum Flugzeug- oder Raketenproduzenten.

In Summe also ein Sektor, der von stabilen und wachsenden Ertäge gekennzeichnet ist und in geopolitischen Krisenszenarien eher steigt, als zu fallen, wie die meisten anderen Aktien. Sicherheit und Wachstum also im Depot.

Alles in Butter?

Rein vom Blick auf die Aussichten dieser Aktien her eigentlich ja, wenn da nicht diese moralische Frage wäre, ob man denn in so einen Sektor investieren "darf"?

Nun man "darf" schon, wir leben in einem freien Land und auch wenn die politische Korrektheit uns manchmal vorschreiben will, wie wir zu leben haben, sind das alles erst einmal seriöse und legale Unternehmen.

Aber die Frage, ob es denn moralisch geboten ist, in Aktien zu investieren, die eben auch Rüstung herstellen, steht ja berechtigterweise im Raum. Und dieser Frage kann und sollte man sich auch nicht entziehen.

Dabei kann man dummerweise in diesem Sektor zwischen zivilen und militärischen Anwendungen selten trennen, weil viele Unternehmen bedienen beide Segmente mit ihren Produkten, wie auch beispielsweise eine Airbus eine Verteidigungs-Sparte besitzt.

Darf man also die Airbus Aktie eines A320 nicht kaufen, weil es auch einen Militärtransporter A400 gibt?

Im Gegensatz zu sehr dogmatischen Menschen, will ich diese Entscheidung niemandem vorschreiben und darüber auch kein moralisches Urteil fällen. Denn ich bin überzeugt, dass das eine sehr individuelle, moralisch zu beantwortende Frage ist.

Sicher, man kann es sich einfach machen und einfach einen der derzeit beliebten "Ethik-Fonds" kaufen, die dann nach irgend welchen Kriterien beschliessen, dass das eine "gut" und "moralisch" geboten und das andere "unethisch" ist.

Wenn man sich aber nicht durch Delegation an so Fonds billige moralische Absolution verschafft, sondern sich mal ernsthaft damit beschäftigt, merkt man schnell, das dahinter höchst schwierige moralische Dilemmata stehen.

Nehmen wir das simple Gewehr oder die Pistole. Damit kann man ja jemanden ermorden. Stimmt. Ich kann damit aber auch meine Familie beschützen, die vielleicht von einem Mörder bedroht wird.

Wäre die Welt eine Bessere, wenn niemand eine Waffe hätte? Bestimmt! Ist das die Realität, kann mir also kein Mörder mit Waffe gegenüber stehen? Bestimmt nicht!

Oder nehmen wir die Granate. Eine Kriegswaffe. Damit kann man als Terrorist einen Ballsaal in die Luft sprengen. Man braucht Sie aber auch wie aktuell die französischen Spezialeinheiten, die bei der Razzia in Saint-Denis den Drahtzieher des Anschlags in Paris in einer mehrstündigen Aktion ausräuchern mussten, der sich hinter Panzerplatten verschanzt hatte.

Ist also die Granate schlecht? Wirklich ein schwierige Frage. Worauf man sich wohl einigen kann ist, dass das was Menschen damit machen gut oder schlecht, moralisch verwerflich oder sogar geboten sein kann.

Am Ende kommt es also vielleicht weniger auf das Hilfsmittel an, sondern auf den Menschen in seinen Handlungen und die Frage, was er damit tut. Moralisch gut oder schlecht, ist primär die Handlung des Menschen und weniger die Sache, die für die Handlung benutzt wird.

Und damit sind Rüstungsaktien für mich persönlich keineswegs perse moralisch verwerflich und kommen sehr wohl als solide, krisensichere Geldanlage in Frage. Zumal ich dann den ganzen, spannenden Luft- und Raumfahrt-Sektor links liegen lassen müsste, weil er sich auch mit Rüstung beschäftigt. Es gibt aber auch ein paar Dinge wie Streubomben, bei deren Produktion ich beim besten Willen keine defensive, schützende Verwendung mehr erkennen kann und die als Investition für mich damit keinesfalls diskutabel sind.

Aber das sind nur meine ganz persönlichen Massstäbe und ich verneine vehement, dass es bei diesem schwierigen Thema voller moralischer Dilemmata, eine "allumfassende" Wahrheit gibt, der sich jeder zwingend zu unterwerfen hat.

Und deswegen will ich hier auch Niemandem eine moralische Sicht aufzwingen, sondern nur erklären, warum Aktien aus dem Sektor Luft-, Raumfahrt und Verteidigung, derzeit einen Lauf haben und sich diese positive Entwicklung wohl auf Jahre fortsetzen wird.

Wer also stabile, krisensichere Aktien sucht und das mit seiner Vorstellung von Ethik verantworten kann, wird hier wohl fündig.

Wenn Sie an dem Sektor interessiert sind, finden Sie hier 20 Ideen aus dem Bereich Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung, die Sie mal einer genaueren Prüfung unterziehen können. Nicht alle der Aktien sind auch im Rüstungssegment tätig, aber viele eben schon. Viele dieser Aktien haben wir in der Community im letzten Jahr auch intensiver besprochen:

  1. Airbus Group (938914)
  2. BAE Systems (866131)
  3. Boeing (850471, BA)
  4. Dassault Systems (901295)
  5. Finmeccanica (A0ETQX)
  6. General Dynamics (851143, GD)
  7. Lockheed Martin (894648, LMT)
  8. MTU Aero Engines (A0D9PT)
  9. Northrop Grumman (851915, NOC)
  10. OHB (593612)
  11. Orbital ATK (A14NES, OA)
  12. Precision Castparts (865685, PCP)
  13. Raytheon (785159, RTN)
  14. Rheinmetall (703000)
  15. Rockwell Collins (694062, COL)
  16. Saab (914879)
  17. Teledyne Technologies (926932, TDY)
  18. Textron (852659, TXT)
  19. Thales (850842)
  20. United Technologies (852759, UTX)

Bei Precision Castparts ist übrigens vor wenigen Monaten Warren Buffetts Berkshire Hathaway massiv eingestiegen.

Sie werden durch die Bank feststellen, dass diese Aktien in der Regel im letzten Jahr schon sehr gut gelaufen sind und das hat Gründe, auf die ich hier hinweisen wollte und die wohl über den Tag hinaus Gültigkeit behalten.

Bleibt am Ende wieder die individuelle Frage, ob wir diese Aktien im Depot haben wollen. Denn glücklicherweise leben wir in einem freien Land und können uns diese Frage individuell stellen.

Würde man sich eine Welt wünschen, in der wir uns nicht permanent an die Gurgel gehen? Bestimmt!

Ist das die reale Welt die wir haben? Bestimmt nicht!

Machen wir das besser oder schlechter, wenn wir in solche Aktien investieren? Oder ist es egal?

Das ist die Frage, auf die Sie Ihre persönliche Antwort brauchen.

Ihr Hari

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Orbital & Raytheon



Noch ein kurzer Hinweis auf zwei schon besprochene Aktien:

Dass der gesamte Verteidigungssektor nach Paris so stark ist, ist kaum überraschend. Die Welt wandelt sich, sie wird multipolar und damit steigt auch das Konfliktpotential wieder.

Was aber absehbar auch steigt, ist nicht nur negatives Konfliktpontential, sondern im positiven Sinne auch der friedliche Wettbewerbsdruck zwischen den rivalisierenden Mächten.

Wer älter ist, erinnert sich noch an den Wettlauf zum Mond zwischen der Sowjetunion und den USA in den 60er Jahren. Mit dem Zerfall der Sowjetunion, war es um diesen Wettbewerbsdruck dann geschehen und die USA waren die alleinige Weltmacht, was den Sektor Luft-, Raumfahrt und Verteidigung 20 Jahre lang eher träge machte.

Nun ändert sich das wieder und der Wettlauf insbesondere zwischen den US und China wird auf vielfältige Art und Weise ausgetragen werden, früher oder später auch symbolträchtig im Weltraum, was die wenigen Aktien des Sektors besonders interessant macht.

Der Mond mit seinen Bodenschätzen ist ja jetzt schon wieder auf den Radar geraten. Und dieses Mal geht es nicht um "fürs Fernsehen mal da gewesen sein", sondern um harte, dauerhafte Interessen.

Beispielhaft sei daher gezeigt, wie eine der stärksten Aktien der letzten Wochen - Raytheon - heute nach einer mehrtägigen Konsolidierung abgeht:

Raytheon 16.11.15

Aber auch unser Dauerbrenner Orbital ATK hat nun eine interessante Situation, denn das was wir hier sehen, sieht sehr nach einem erfolgreichen Retest aus:

OA 16.11.15

Auch OA bleibt weiter kaufenswert, aufgrund der geringeren Grösse und damit geringerer Diversifizierung, sind aber die Risiken auch höher. Eine gescheiterte Mission zur internationalen Raumstation reicht und man wird das markant im Kurs merken.

Wer sich für die Aktie als eine der wenigen Raumfahrtaktien auf dem Kurszettel interessiert, sollte dieses Risiko immer im Hinterkopf behalten. Da man solchen Risiken mit Stops nicht beikommen kann, muss man eine Positionsgrösse wählen, mit der man auch im Falle des Falles leben kann.

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Hari Live – Archiv 02.08.15 – 08.08.15

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Hari Live - Archiv 02.08.15 - 08.08.15

Freitag 07.08.15 17:10 - Markt, First Solar und GDX

So liebe Mitglieder, der breite Markt eiert hin und her und kann sich nicht entscheiden - wie in Anbetracht der indifferenten Arbeitsmarktdaten zu erwarten war. Zu bemerken ist aber, dass die Momentum-Sektoren wie Biotech heute weiter korrigieren, wir sollten also davon ausgehen, dass der S&P500 erst einmal noch weiter runter zur unteren Begrenzung der Range will. Ansonsten kann ich zur Lage nichts Neues beitragen, wenn der Markt nichts Neues bietet.

Was Einzelaktien angeht, hängt Apple immer noch unentschlossen herum und First Solar bestätigt die Stärke nach den Zahlen. Wenn eine Aktie nach 18% Plus kaum etwas abgibt, heisst das, dass der Markt eine grundlegende geänderte Sicht entwickelt und das ist hier angemessen.

Übrigens, das vom Ego geprägte, so oft anzutreffende Festhalten an Fehlinterpretationen, sehen wir auch wieder bei RBC Capital Markets. Das sind die, die First Solar im Mai mit einem von 54 auf 34 USD gesenkten Kursziel so gedrückt haben, etwas was ich damals sehr kritisch kommentiert hatte. Begründung war damals unter anderem, dass das Unternehmen in der Effizienz der Dünnschicht-Module gegen die billigere Konkurrenz nicht mithalten kann.

Nun wird das "Underperform" bestätigt, das Kursziel aber verschämt von 34 auf 38 USD angehoben. Als Begründung wird erneut die mangelnde Visibilität der Projektpipeline moniert, was nun wirklich nichts Neues ist.

Wir lernen daraus, dass Analysten ebenso wenig gerne einen Fehler eingestehen, wie Anleger. Und während Analysten dann bei Ihren Urteilen bleiben, bleiben Anleger dann bei Verlustpositiionen dabei, weil das Ego dem mit dem Verkauf verbundenen Eingeständnis im Wege steht. Menschliche Natur ist halt universell. 😉

Wenn von zwei Analysten einer (RBC) eine Aktie bei 38 USD sieht und gleichzeitig ein anderer (Needham) bei 70 USD, hat einer von beiden offensichtlich das Geschäft nicht verstanden, die Frage ist nur welcher. Die Zukunft wird es zeigen.

Vor dem Wochenende will ich unseren Blick noch auf einen kurzfristigen Zock in einem der übelst verprügelten Sektoren des Marktes lenken. Es sind die Goldminen.

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