Überlassen wir 2018 noch der Prognosiritis

Letzte Woche habe ich Ihnen in -> Der Weg zum Jahreswechsel <- gezeigt, wie ein wahrscheinlicher Pfad zum Jahreswechsel aussieht und dass darin eigentlich noch ein begrenzter "November-Schluckauf" Platz hat.

Nun, letzte Woche hat sich dieser "Schluckauf" vielleicht schon in Gang gesetzt, zumindest in den europäischen Indizes wie dem DAX ist er schon zu sehen und die US Indizes könnten diese Woche auch leicht korrigieren.

Deshalb expandiere ich heute mal das Chart von letzter Woche und zeige Ihnen, was das im Leitindex SP500 bedeuten würde:

Wir sehen die Pfade (1) und (2), die beide auf den naheliegenden Unterstützungen drehen und beide extrem bullisch und bestätigend zu werten sind.

Erst wenn der Markt Pfad (3) einschlägt, muss man auch andere Varianten in Erwägung ziehen, wobei auch Pfad (3) bei einer Wende im Bereich 2.500 immer noch völlig gesund und normal wäre.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch das Marktsentiment. Das hat sich nicht nur bei den anhand technischer Daten gemessenen Indikatoren wie dem -> Fear and Greed Index <- wieder normalisiert, auch Joachim Goldberg berichtet -> hier <- treffend von einer vorsichtigen Haltung, die für den DAX positiv zu sehen ist, bei der Unterstützung um 12.900 wird es nach meiner Erwartung wieder interessant.

Und ich beobachte selber, auf welche Skepsis alle Hinweise bei normalen Anlegern treffen, dass dieser Markt durchaus weiter hoch laufen kann. Da stösst man schnell auf Widerstand, während es bei Warnungen dass dieser Markt gefährlich ist, sofort wohlgefälliges Kopfnicken gibt. Ich habe auf diesen Umstand zuletzt -> hier bei Tichy <- hingewiesen, viele Anleger erreichen kann man damit aber nicht, mit Horrorgeschichten vom nächsten Crash dagegen ohne Probleme.

Wirklich erfahrenen Anlegern - und ich hoffe Sie gehören dazu, wenn Sie meine langen Texte durchhalten 😉 - sollte das aber etwas über den Bias sagen, der im Markt vorhanden ist. Die "Herde" ist immer noch eminent skeptisch, die Profis in den US dagegen eher optimistisch, aber in Form eines nervösen Optimismus, der den Finger jederzeit am Abzugsknopf für den Notausgang hat.

-> Dieser nette Artikel <- macht zum Thema einen validen Punkt, den ich mal übersetzen möchte:

As such, independent investor sentiment levels about the stock market are about as euphoric right now as a stomach ulcer.

Das Sentiment der nicht-institutionellen Investoren zum Aktienmarkt ist ungefähr so euphorisch wie ein Magengeschwür.

Volltreffer und gleichzeitig sind die Wirtschaftsdaten um den Globus herum durchweg auf Expansionskurs. Passt nicht so recht zusammen, oder?

Was kann man da Anlegern raten?

Nun, zunächst einmal will ich Niemandem etwas raten, Anleger machen doch sowieso was Sie wollen, wenn es klappt sind sie die Helden und wenn nicht, sind die Informationsquellen schuld. 😉 Bei uns in der Community ist das anders, da sucht man im Spiegel den Schuldigen, das ist aber eine kleine Minderheit und das ist gut so.

Aber Anlegern, die keine Erfahrung im Markt haben und bis jetzt gezögert haben in den Markt einzusteigen, die sollten es jetzt wirklich sein lassen. Es gab viele bessere Punkte um die erste Aktie zu kaufen und der Markt ist ja auch objektiv unter der Decke verzerrt und daher inhärent riskant. Unerfahrene Anleger werden bei der nächsten unvermeidlichen 10-20% Korrektur nur in Panik geraten und ihr kurzes Gastspiel mit Verlust abschliessen.

Wer aber erfahrener ist, wer weiss wie man konsequent aussteigt wenn ein Trend sich dreht und wer ein Risikomanagement besitzt, der kann vorerst dabei bleiben, denn der Aufwärtsttrend ist intakt und die Aussichten zum Jahresende von den Wahrscheinlichkeiten her nicht schlecht. Wie letzte Woche erklärt, wird das Jahresende vielleicht stark sein, gerade *weil* das Jahr so stark war.

2018 ist dann eine völlig andere Geschichte, ein Dip im Konjunkturzyklus wahrscheinlich und die unvermeidliche - aber in 2017 ausgefallene - 10-20% Korrektur irgendwann mal fällig. Nur wann diese kommt ist weiter offen und vor allem muss das erfahrene Anleger heute nicht interessieren.

Die schauen auf die Füsse statt ins Wolkenkuckucksheim und sind auch nicht im Geschäft der -> Prognosiritis <-, weil diese völlig unproduktiv und sinnlos ist. Das Geld wird mit den Kursen verdient, die jetzt zwischen heute und Weihnachten aufgerufen werden und nicht mit Spekulationen über 2018. Und Aussteigen kann man bis zum oder zum Jahresende dann immer noch, wann immer es geboten erscheint.

Überlassen wir 2018 also mal noch den Prognostikern, die alle so eine tolle Glaskugel haben. Übrigens hat von denen letztes Jahr niemand, absolut niemand, das Jahr 2017 richtig auf dem Radar hatte. Schauen Sie noch einmal -> hier im Überblick <-, was diese vor einem Jahr geschrieben haben. Ganz grosses Kino im Herdenverhalten. 😉

Das wird die aber nicht davon abhalten, dieses Jahr wieder mit gewichtigem Gesicht das Offensichtliche fortzuschreiben und es wird viele Anleger wieder nicht davon abhalten, das ernst zu nehmen. Na dann viel Spass dabei, irgend jemand muss uns ja auch die Aktien verkaufen, die wir kaufen wollen oder umgedreht. 😉

Wenn Sie für kommendes Jahr sicherer sein wollen, lassen Sie das mit den Prognosen gleich ganz sein und schauen Sie wie beim Bergsteigen auf die Füsse. Irgendwann kommt man dann schon am Gipfel an, wenn man bei jedem Schritt aufgepasst hat nicht in den Abgrund zu stürzen. Hans-Guck-In-Die-Luft mit den grossen Prognosen, die das Ego vom Hans dann dem Markt "beweisen" will, weil alle andere im Markt ja nur Idioten sein können, ist da schon eher absturzgefährdet.

Übrigens, Bergsteiger mit intelligentem Risikobewusstsein und solche die es werden wollen, werden bei uns in der Community weiter gerne aufgenommen. "Weissager", "Alles-Besser-als-der- Markt-Wisser" und "Glaskugelbesitzer" werden sich dagegen eher deplatziert fühlen. 😉

Zum Jahreswechsel wird es übrigens eine Preissteigerung für Neumitglieder geben, vielleicht ein Grund mit dem Bergsteigen schon 2017 zu beginnen und die blöde Glaskugel wegzuwerfen, die sowieso nur "Made in China" ist und nicht funktioniert.

Ihr Hari

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Der Weg zum Jahreswechsel

Wir alle würden ja gerne wissen, was die Zukunft bringt. Schon ein kleiner Zettel mit dem DAX-Stand des 22.12. vor Weihnachten, würde ja genügen, einen intelligenten Menschen reich zu machen. Denn wenn man den exakten DAX Stand zu einem Zeitpunkt sicher kennt, könnte man alle möglichen Kredit- und Margin-Hebel in Bewegung setzten, um mit dem ganzen Vermögen und maximal möglichem Hebel darauf zu setzen.

Wir haben dieses Privileg aber nicht und alle Prognosen sind auch nur nette Raterei, am Ende ist die Zukunft offen.

Alles was wir haben sind Tendenzen und Wahrscheinlichkeiten, die funktionieren aber erstaunlich gut, wenn man bereit und in der Lage ist, sich darauf einzulassen, statt nach etwas wie absoluter Sicherheit zu suchen, das es sowieso nicht geben kann. Wir müssen -> die Unsicherheit eben lieben lernen <-.

Die bekannteste Tendenz ist dabei der Trend und der ist das ganze Jahr schon hoch. Wenn wir den für den Leitindex S&P500 fortschreiben und einen kleinen Schluckauf im November vorher einplanen, sieht das Chart dann so aus:

Das ist ein realistische Annahme zum Jahresende. Nicht sicher, aber gut wahrscheinlich. Und dann haben wir noch eine zweite bekannte Tendenz, die berühmte Jahresendrally.

Nun kann man ja mit Fug und Recht argumentieren, dass der Markt schon das ganze Jahr nicht getan hat, was die Mehrheit erwartet hat und deshalb eine echte Korrektur genau dann kommen sollte, wenn keiner damit rechnet - kurz vor Weihnachten.

Ich bin weit davon entfernt, das als Möglichkeit in Abrede zu stellen, möglich ist fast alles, aber ich halte es für eher unwahrscheinlich. Denn die Jahresendrally hat ja einen Grund, die kommt ja nicht einfach vom Himmel herab, weil die Börsen Weihnachtsgefühle haben. Die typische Jahresendrally hat in hohem Masse auch mit Anlagedruck der Institutionellen Anleger zu tun - auch gerne Window Dressing genannt - und wann ist dieser Anlagedruck wohl am Grössten?

Sie ahnen es, in Jahren in denen die Mehrzahl dem Markt hinterher hechelt, weil dieser keinen sauberen Einstiegspunkt mehr gewährt - in Jahren wie 2017. Die Unterperformance zum Index dürfte für die meisten institutionellen Anleger in 2017 deutlich sein.

Ein Laie würde 2017 für einen einfach zu handhabenden Markt halten, der ist ja nur gestiegen. Diese "Einfachheit" entsteht aber nur im Rückblick, hinterher ist man halt klüger. Ein seriöser, institutioneller Anleger, der zum Beispiel in einem Family Office das Vermögen seiner Kunden verwaltet, kann aber nicht guten Gewissens in einem schon extrem überdehnten Markt einfach ohne Absicherung mit Vollgas mitfahren.

So ein Profi wird Absicherungsgeschäfte tätigen und die kosten ein wenig Performance. Und er wird bei Korrekturgefahr auch mal den Cash-Bestand erhöhen, was dann auch wieder Performance kostet, wenn der Markt wie das ganze Jahr 2017 dann doch wieder nach oben zieht.

Ein "einfacher" Markt ist ein nach oben laufender Trend, der schön zwischen Korrekturen und Aufwärtsbewegungen wechselt und dem klassischen Prinzip von "2 Schritte vor und 1 Schritt zurück" fröhnt. So ein Markt ist für einen erfahrenen Anleger ein leichter Markt, in dem er mit seiner Technik sogar eine Überperformance erzielen kann.

Wenn aber wie in 2017 jeder Korrekturansatz unterbleibt und der Markt nur eine Richtung kennt, ist das extrem schwierig zu handhaben. Nur ein Affe, der sich über Risiken keine Gedanken macht, kann da blind immer voll auf dem Gaspedal bleiben.

Nun ist eine gute Perfomance, die leicht hinter den Indizes bleibt ja kein wirkliches Problem. Für einen Fondsmanager aber schon, denn nach Gebühren wird das Delta noch grösser und die Rechtfertigung für das "Management" ist nicht da.

Und so macht so ein Jahr, in dem die Mehrheit hinter dem Markt hinterher hechelt, besonderen Druck auf das Jahresende und besonderen Druck die Gewinner auch noch ins Depot zu legen und ein paar Risiken auf der Long-Seite einzugehen. Und weil das so ist, hat die Jahresendrally auch 2017 wieder gute Karten.

Dieser Mechanismus kann eigentlich nur durch eine echte Richtungsänderung des Marktes ausser Kraft gesetzt werden, durch eine starke Abwärtsbewegung also und von dieser ist weit und breit nichts zu sehen. Nur eine sehr böse Überraschung wie ein Atomkrieg in Asien oder ein offener Konflikt im Nahen Osten mit brennenden Ölfeldern könnte den wohl triggern.

Wir tun also gut daran, auch dieses Jahr von der Jahresendrally auszugehen, gerade weil das Jahr davor schon so gnadenlos gut war.

Ihr Hari

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Der DAX, die Wall of Worry und die Jahresendrally

Die folgende, kurze Betrachtung zur mittelfristigen Marktlage, erschien schon gestern Montag 26.10.15 09:10 in Hari Live

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Was wir nun in den kommenden Tagen vor uns haben, ist eine schwierige Marktphase, in der wir uns sehr auf die Price-Action konzentrieren müssen und uns nicht von den diversen Szenarien verrückt machen lassen dürfen, die man nun leicht mit ein paar Linien zeichnen kann.

Und das Web wird voll von diesen Szenarien sein, denn viele werden diese Rally im Sinne "Wall of Worry" auch wieder bekämpfen, weil sie ihr nicht trauen. Was die Erfolgschancen der Rally aber eher erhöht.

Ich will Ihnen anhand des DAX zeigen, was uns da bevor steht:

DAX Tageskerzen

Kurzfristig ist eigentlich klar, dass der DAX nun mal konsolidieren sollte und dafür bietet sich die eingezeichnete Zone bis herunter zum Gap-Close bei 10.500 an.

Dann käme in der idealen, bullischen Welt ein erneuter Schub bis zur Trendlinie bei ca. 11.000 und dort würde das Geschnatter wieder ganz laut werden, dass wenn der DAX da dreht, das sehr bärisch wäre, weil dann ein tieferes Hoch im grossen Bild entsteht.

Und beim S&P500 dürfte dann diese Gefahr an die Wand gemalt werden, die ja auch durchaus real ist:

S&P500 26.10.15

Wenn wir auf den DAX schauen sehen wir, dass selbst wenn der DAX da durch die 11.000 durch geht, nach oben immer wieder so Momente kommen, wo die Bären über ein niedrigeres Hoch philosophieren könnten.

Die - durchaus berechtigte - Angst davor, hier in einer grossen Topbildung zu sein, wird uns also so schnell nicht verlassen. Die Wall of Worry wird schwer zu überwinden sein.

Und genau weil das so ist, dürfen wir auf keinen Fall selektiv denken und uns nur auf ein Szenario kaprizieren!

Dieses Grübeln darüber, ob der DAX nun bei 11.000 oder sonstwo doch dreht oder nicht, ist völlig sinnlos und kontraproduktiv. Wir wissen es nicht und werden es im Vorfeld auch nicht wissen. Punkt!

Was wir aber wissen können ist, wie stark oder schwach die aktuelle Price-Action ist. Zeigt der Markt also klar bullisches Verhalten, wie die letzten Tage, oder wird er wackelig? Das ist das wichtigste Signal, das wir haben.

Und diese Erkenntnis ist zusammen mit einer Absicherung nach unten alles was wir brauchen. Wir gehen also mit und schieben unsere (gedanklichen) Ausstiegspunkte mit. Und den Rest lassen wir das Schicksal entscheiden, das macht sowieso, was es will.

Wenn Sie mich fragen, wie ich die Wahrscheinlichkeiten aktuell einschätze, dann denke ich, dass wir mit recht hoher Wahrscheinlichkeit nach einem Retracement noch bis 11.000 laufen und diese Trendlinie testen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt da im bärischen Sinne dreht ist zwar da, aber nach den jetzigen Marktsignalen für mich etwas kleiner, als dass sich die Rally bis Anfang Dezember fortsetzt. Diese Sicht kann sich aber durch das Ergebnis der FED Sitzung ändern, das am Mittwoch Abend um 19 Uhr MEZ ansteht. Im Dezember stehen dann mit EZB und FED erneut zwei Stolpersteine im Weg.

Es ist also eher sinnlos, da nun im Sinne "Raten" auf irgendwelche Abläufe zu wetten. Folgen wir einfach dem Markt, dann sehen wir schon.

Die bisher gewählte Aufstellung der "kontrollierten Offensive" mit Absicherung nach unten und noch etwas Cash im Köcher, macht in meinen Augen als mittelfristige Aufstellung weiter Sinn, bis uns der Markt andere Signale gibt.

Ihr Hari

PS: Eine gute fundamentale Abwägung zur Frage Jahresendrally Ja oder Nein, findet sich übrigens -> hier bei der FuW <-, die zu ähnlichen Ergebnissen wie ich oben kommt.

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High Yield Anleihen signalisieren Risiko

Der folgende Artikel erschien schon Dienstag 29.09.15 17:10 in Hari Live und reiht sich in eine Kette von Beobachtungen zum Thema ein.

Aber auch im freien Bereich habe ich den Indikator schon 2013 im Artikel -> Die Märkte und der Junk Indikator <- eingeführt und davon abgeleitet, dass damals noch keinerlei Gefahr für die strukturelle Rally bestand - was dann ja auch eintrat.

Nun, im Herbst 2015 ist die Lage aber anders. Lesen Sie hier:

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Ich habe schon oft über die High Yield Anleihen als Indikator dafür geschrieben, ob wir ein ernst zu nehmendes Problem haben, oder nur eine "Garden Variety" (Feld- Wald und Wiesen) Korrektur vor uns, die man schnell abhaken und deren Dip man mit guten Chancen kaufen kann.

Am Mittwoch 29.07.15 hatte ich vor der Urlaubsphase im Premium Bereich unter dem Titel "Trade with Carl - Short Junk" einen Beitrag, der sich mit dem Shorten des ETFs JNK befasste, der die US High Yielder umfasst und dabei besonders die bedrängten Energie-Unternehmen im Fracking-Bereich im Fokus hat.

Dieser Trade war sehr erfolgreich, wie wir dem folgenden Chart entnehmen können:

JNK 29.09.15

Wir hatten eine perfekte, bärische Gegenbewegung nach dem 24.08., die es aber nicht bis zum Widerstand geschafft hat und dann ging es wie erwartet wieder runter.

Und nun hat der JNK im Gegensatz zum S&P500 schon neue Tiefs erreicht, was unterstreicht, dass wir es aktuell im Markt mit einer ernst zu nehmenden Korrektur zu tun haben, hinter der substantielle Sorgen stehen.

Dass der JNK nun so viel Boden verloren hat und schon zu neuen Tiefs aufgebrochen ist, sollten wir als deutliches Warnsignal nehmen, dass wir in keinem gefahrlosen Bullenmarkt mehr sind, in dem früher oder später jeder Dip zu kaufen ist.

Und dass das in einer Phase passiert, in der die Notenbanken einen guten Teil ihres Pulvers ohne nennenswerte Effekte auf die Realwirtschaft schon verschossen haben, sollte uns im langfristigen Bild nur noch vorsichtiger machen, auch wenn es kurzfristig stark nach Rebound riecht.

Auch die FuW, hat das im -> Chart des Tages <- zum Thema gemacht und wenn wir da von gestiegenen CDS Prämien hören, kommen alten Hasen schnell ungute Erinnerungen an 2007 hoch.

Ich will aber noch einen darauf setzen und die aktuelle Korrektur über den JNK mal in die grössere Perspektive stellen:

JNK 29.09.15 2

Sie sehen eindeutig, dass es nun - im Gegensatz zum Oktober 2014 - "ernst" ist. Wir haben bei den High Yieldern schon heute einen Einbruch, der sich nur noch mit der Lage 2010 zum "Flash Crash" bzw der "Griechenland 1.0 Krise" und mit der Lage 2011 zur Eurokrise vergleichen lässt.

Bei aller berechtigten Erwartung an eine denkbare Wende und ein bald bevorstehendes "Undercut & Rebound" Szenario an den Aktienmärkten, das dann zu einer Jahresendrally führt, sollte uns das vorsichtig genug machen um zu verhindern, dass wir zu gierig jedem Bounce gleich nachlaufen.

Die langsame und stufenweise Erweiterung des Depots mit Qualitätsaktien, lässt sich sicher auch heute rechtfertigen. Dafür sind die Kurse tief genug.

Um aber aus Überzeugung nun Kaufkurse auszurufen, wie das viele Mainstream-Medien in Deutschland schon letztes Wochenende getan haben, ist es nach meiner Einschätzung noch zu früh.

Das endgültige Urteil über diese Korrektur steht noch aus und wir wissen noch nicht, welchen Namen wir beim Fragezeichen mal in der Zukunft hinschreiben werden.

Das nur zur Einordnung für alle, die nun zu gierig nur nach oben schauen. Man kann zur Lage auch kurz und knapp sagen:

Kurz- und Mittelfristige Chancen? Ja!

Es spricht nun viel für eine Jahresendrally, die sich bald (im Oktober) in Bewegung setzen könnte. Und auch ein potentieller Doppelboden entsprechend der -> 2011er Analogie <- hat nun gute Chancen. Der JNK dürfte also kurzfristig auch wieder steigen und eine Gegenbewegung einleiten.

Generelles Feuer frei? Nein!

Auch wenn wir nun eine Jahresendrally sehen sollten und der JNK eine Gegenbewegung vollzieht, kann diese im grossen Bild immer noch nur die rechte Schulter eine Topbildung sein. Auch 2007 kamen die Märkte zum Jahresende noch einmal in die Nähe der Höchststände, bevor es dann 2008 richtig abwärts ging.

Der "Junk Indikator" signalisiert ganz klar strukturelle Gefahr und das sollten wir nicht einfach ignorieren.

Ihr Hari

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S&P500, Dollar und DAX – Die grosse Marktlage auf einen Blick

Das Debt Limit Debakel in den USA liegt hinter uns und das Jahresende vor uns. Die FED drückt weiter monetären Stimulus in den Markt und der Begriff "Tapering" dürfte bis auf weiteres zu den bedrohten Arten gehören. Die Marktteilnehmer wetten schon jetzt auf die grosse Jahresendrally und treiben die Kurse nach oben.

Grund genug, mal wieder das grosse Bild der Märkte in den Blick zu nehmen. Denn das die breiten Indizes der Aktienmärkte nun auf kurzfristiger Zeitebene nach oben überdehnt sind, erfordert keinen Raketenwissenschaftler und kann jeder erkennen - das ist so offensichtlich, das es schon weh tut. Wären wir in einem Markt ohne den Einfluss der Notenbanken, könnte man nun mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine bald bevorstehende Korrektur setzen.

Nur ist das nicht die Realität und es führt deswegen auch nicht weiter, den Markt so zu betrachten, als ob dieser Faktor nicht im Spiel wäre. Denn der Feuerschutz der Notenbanken ist so etwas wie eine massive Unterstützung für die Bullen. Der Markt weiss, dass jeder grössere Absturz sofort mit noch mehr Stimulus von den Notenbanken beantwortet wird. Und weil das so ist, gehen die Marktteilnehmer heute weit höhere Risiken auf der Long-Seite ein, als sie es ohne den Feuerschutz der Notenbanken tun würden.

Das ist weniger ein monetärer, als ein psychologischer Faktor. Und dieser Faktor führt dazu, dass die Märkte nun bezogen auf die reale Wirtschaft da draussen eher überbewertet sind - Ausnahmen in bestimmten Segmenten vorbehalten. Daraus aber nun den Schluss zu ziehen, dass der Bulle zwangsläufig bald vorbei ist, ist verfehlt. Und noch schlimmer, darauf nun blind zu wetten und die Indizes zu shorten, kann ins Desaster führen. Denn eine Überdehnung kann weit länger andauern, als es ihr Depot und ihre Nerven aushalten.

Und objektiv hängt alles am Vertrauen in die Fähigkeit der Notenbanken, diesen Markt abzusichern. Solange die Marktteilnehmer davon überzeugt sind, werden sie weiter hohe Risiken eingehen und jeden Dip als Kaufgelegenheit betrachten. Und erst wenn dieses Vertrauen beschädigt wird, wird es wohl so richtig ungemütlich am Aktienmarkt. Wann dieser Tag kommt, kann Ihnen niemand sagen. Und alle die heute mit konkreten Daten vom "grossen Crash" fabulieren, sind nicht ernst zu nehmen. Einige reden seit 2009 davon und haben so einen der grössten Bullenmärkte überhaupt verpasst.

Statt zu raten und zu fabulieren, sollten wir uns daher mal emotionslos an der Realiät orientieren, wie sie uns aus den Charts entgegen schaut. Fangen wir mit dem weltweiten Leitindex S&P500 ín Darstellung mit Tageskerzen an:

S&P500 25.10.13

Sie sehen die gesamte, eindrucksvolle Aufwärtsbewegung seit November 2012. Ein perfekter Aufwärtstrend mit immer neuen, höheren Hochs. Sie sehen auch den Trendkanal, in dem sich der S&P500 bewegt und an dessen oberer Grenze wir uns wieder befinden. Dieser Trendkanal hat bisher zuverlässig funktioniert. Und es gibt bisher keinen - absolut keinen - belastbaren Indikator, warum er nicht weiter funktionieren soll. Ausser raten und fabulieren, aber das sind keine belastbaren Indikatoren.

Auch wenn sich das auf den ersten Blick verrückt anhört, wer nun einen Crash auf dem Radar hat, sollte hoffen, dass der S&P500 nun aus diesem Trendkanal dynamisch nach oben ausbricht und die 2000er Marke ins Visier nimmt. Wenn das passiert, hat das ganz klar den Charakter einen euphorischen "Runaway-Moves", der typischerweise später in einem euphorischen Top mit folgendem Kater endet. Solche Bewegungen enden selten gut und der Abbruch kommt völlig überraschend und ohne Vorwarnung. Wenn das passiert, wird erst massiv Geld dem Momentum des Marktes hinterher laufen und es wird ein Feuerwerk zum Jahresende geben. Der Kater folgt dann spätestens 2014.

Anders herum, wenn der Markt nun aber den Trendkanal respektiert und zur Gegenbewegung ansetzt, ist das völlig normal und es gibt keinen Grund, warum dieser Bullenmarkt dann nicht noch erheblich länger leben soll. Und mit gesunden Korrekturen kann dieser Bullenmarkt auch DAX 10.000 und S&P500 2000 erreichen, ohne in den Crash-Modus zu wechseln. Wie oben gesagt, entscheidend ist dafür das Vertrauen in den Feuerschutz der Notenbanken. So lange der da ist, werden die Marktteilnehmer massive Risiken an den Asset-Märkten eingehen. Und ein Ende dieses Feuerschutzes ist nicht absehbar, ausser eben in der Phantasie einiger Crash-Propheten.

Wie die Methode der "Crash-Propheten" funktioniert, sollten aufmerksam Leser bemerkt haben. Man "prognostiziert" irgend etwas Extremes und Eindrucksvolles. Glatte Kursmarken sind dafür besonders geeignet. Man hat zwar keine Ahnung von der Zukunft wie wir alle, diese geistige Leere ersetzt man aber durch argumentative Bugwelle und religiös anmutende Überzeugung. Wenn dann in der Regel der Fall nicht eintritt, redet man nicht mehr darüber und die Leser vergessen es. Im folgenden Jahr kommt man mit der gleichen Logik um die Ecke, hat nur den Crash um ein Jahr verschoben. Auf die Vergesslichkeit der Menschen zu setzen ist einfach erfolgsträchtig. Und wenn der reine Zufall mal irgendwann eine der Prognosen eintreten lässt - und irgendwann wird das definitiv geschehen - dann macht man natürlich viel Lärm um die "tolle Prognose" und lässt sich als Guru feiern. Früher nannte man diese Leute auf dem Jahrmarkt: Gaukler.;-)

Aber zurück zum Markt. Entscheidenden Einfluss auf die Frage, ob wir in eine euphorische Übertreibung eintreten oder nun eine Korrektur folgt, dürfte die Welt-Leitwährung Dollar haben. Im US Dollar Index stellt man das Verhältnis des Dollar zu einem Korb anderer Währung dar und den wollen wir uns nun mal im Chart mit Wochenkerzen anschauen:

US Dollar Index 25.10.13

Sie sehen, dass sich der US Dollar Index einer wichtigen Unterstützung nähert und für eine Gegenbewegung reif ist. Wenn diese Gegenbewegung bald kommt, dürfte das Druck auf die Aktienmärkte ausüben und die oben skizzierte, gesunde Korrektur auslösen. Besonders davon gefährdet dürfte unser DAX sein, dazu aber weiter unten mehr.

Wenn diese Unterstützung aber nicht hält, dürfte der Dollar dynamisch an Wert verlieren. Diese dynamische Bewegung wird zunächst die Indizes weiter befeuern und das Szenario des euphorischen Schubs wahrscheinlicher machen. Nach einiger Zeit könnte das aber den Charakter einer Währungskrise annehmen und dann drehen sich die Geldströme um. Die Folge ist dann das oben skizzierte euphorische Top mit dem nachfolgenden bösen Kater. Auch hier ist Europa besonders gefährdet, denn ein immer teurerer Euro schadet massiv der deutschen Exportindustrie, ein Faktor, über den der Markt im Moment hinweg schaut.

Und warum ist das so ? Warum schaut der Markt im Moment darüber hinweg ? Ganz einfach, weil der DAX im wesentlichen von Zuflüssen aus den US getrieben wird. Und nicht von deutschen Anlegern, die diesen Zusammenhang eher sehen. Aus Sicht der US amerikanischen institutionellen Investoren verliert der Dollar aktuell an Wert. Und sie sichern sich dagegen ab, in dem sie ihre Gelder in den Euro leiten, insbesondere in die europäischen Aktienmärkte, die entweder wie der DAX mit guten, profitablen Unternehmen versehen sind oder wie Spaniens IBEX35 auch noch massiven Nachholbedarf haben.

Deswegen steigt der DAX trotz des negativen Währungseffektes. Es sind die Geldströme vom Dollar in den Euro. Und wenn diese sich umdrehen, ist es mir der Herrlichkeit des DAX ganz schnell vorbei. Und deshalb ist es auch für die mittelfristige Marktsicht völlig unzureichend, den DAX rein vom Chart her zu betrachten. Man unterschlägt damit, was die Hausse wirklich treibt - ein Verständnis der Geldströme und des Dollar ist zwingend nötig, wenn man die Märkte im grossen Makrobild betrachten will.

Schauen wir auf das Chart des DAX mit Wochenkerzen, um das oben gesagte einzuordnen:

DAX 25.10.13

Sie sehen seit 2011 den massiven, zulaufenden Trendkanal. Und Sie sehen, dass der Index ganz am oberen Ende dieses Kanals ist. Wenn es von hier direkt weiter nach oben geht, hat das ganz klar den Charakter eines euphorischen Schubes. Und dieser Schub kann nur stattfinden, wenn US Geld weiter massiv in den DAX fliesst, er korreliert also mit einem schwachen Dollar und einem starken Euro.

Bis dann irgendwann die ersten Wirtschaftsdaten aufzeigen, dass der starke Euro hier die sowieso zweifelhafte Konjunktur wieder abwürgt. Dann wird der Markt mit einem Ruck aufwachen und dieser Ruck ist dann das Top und die folgenden, brutale Korrektur mit realer Crash-Gefahr setzt ein.

Wenn dagegen das Wünschenswerte passiert und der Dollar nun bald dreht, wird auch im DAX endlich eine Korrektur einsetzen, die nur zu begrüssen ist. Denn diese Korrektur ist zwingend notwendig, damit der DAX die reale Chance hat, ohne folgenden Kater, ruhig weiter hoch zu laufen.

Fazit:

Die wesentlichen Aussagen sind also:

(1) Wer sich ein stabiles Finanzsystem und einen gesunden, weiter andauernden Bullenmarkt wünscht, sollte auf eine baldige Korrektur hoffen, die wahrscheinlich einen steigenden Dollar als Katalysator braucht.

(2) Kommt diese Korrektur, gibt es aus heutiger Sicht keinerlei Grund, einen Crash an die Wand zu malen. Sicher ist immer alles möglich, aber dieser Bullenmarkt kann noch lange laufen und es gibt aktuell keinerlei ernst zu nehmende Indikatoren, die das Gegenteil anzeigen.

(3) Wenn der Markt nun aber nicht korrigiert, sondern weiter hoch läuft und dabei sogar noch an Steigung zulegt, steigt die Crash-Gefahr zunehmend. Auch diese euphorische Überdehnung kann noch Monate andauern und die Indizes in ungeahnte Höhen bringen, es wird dann aber immer schwieriger, diese Bewegung als rational denkender Mensch mitzugehen.

Ich wünsche mir Szenario (3) deshalb nicht. Auch wenn auf dem Papier hohe Kurse stehen würden, gleicht das die Risiken und damit verbundenen Probleme nicht auf.

Aber der Markt macht nicht, was ich will. Er macht, was er will - so ist er halt unser Mr. Market. Und in der Epoche der Notenbank-Bomber mit Geldsäcken sowieso .... 😉

Ihr Hari

PS: Für die Premium-Mitglieder sind obige Erkenntnisse nichts Neues. Auf diesem Niveau besprechen wir die Märkte jeden Tag. Und viele profitable Einzelaktien und ETFs dazu. "Hari Live" begleitet die Mitglieder intensiv durch den Börsentag.

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DAX in der Konsolidierung – Erneuter Ausbruch und DAX 8000 voraus ? – 24.01.13

Am späten Nachmittag kurz vor Handelsschluss heute ein kurzer Blick auf unseren DAX, der ja seit Tagen eine Unterperformance gegenüber dem S&P500 verzeichnet. Der S&P500 hat dagegen heute zum ersten Mal seit 2007 die 1500er Marke überschritten !

Vergleicht man aber die Situationen der beiden Indizes, ist das gar nicht so verwunderlich. Der S&P500 litt zum Jahresende 2012 massiv unter der "Fiscal Cliff" Debatte. In dieser Zeit verzeichnete der DAX eine Überperformance und hatte zwischen dem 16.11.12 und 02.01.13 einen Runaway-Move über 840 DAX Punkte, ohne eine einzige nennenswerte Korrektur auf diesem Weg. Das Wort "Jahresendrally" war dafür mehr als zutreffend.

Nun bestehen ja gute Chancen, dass es in den USA doch nicht zum grossen Showdown im März um das "DebtCeiling" kommt. Das die US Indizes darauf sehr positiv reagieren und nun eine Überperformance zeigen, ist nur normal. Das technische Ziel des S&P500 ist kurzfristig bei 1525, aber auch die historischen Höchststände bei 1576 sind keineswegs aus der Welt.

Der DAX dagegen musste nach diesem Runaway-Move einfach konsolidieren. Das er das nun seit 2 Wochen in einer Seitwärtsbewegung tut und dabei seinen technisch überkauften Marktzustand abbaut, ist sehr bullisch zu werten. Wenn Sie auf das Tageschart des DAX seit Anfang 2012 schauen, sehen Sie sogar eine Parallelität zum "Descending Broadening Wedge" (Fallender Keil) von Oktober und November, der mit dem Fakeout unter 7000 dann zur Rally überleitete:

DAX 24.01.13

Wir haben nun zumindest eine Bullenflagge ausgebildet und die Markttechnik, ebenso wie das Sentiment, sprechen durchaus für einen erneuten Ausbruch nach oben und eine Bewegung hin zu den historischen Höchstständen bei 8151 vom Juli 2007. Zum Sentiment empfehle ich einen Blick auf die aktuelle Analyse von -> Cognitrend <-.

Summa Summarum, ohne nun extensiv auf alle technischen Details und analytischen Gründe meiner Sicht auf den DAX einzugehen, gebe ich einem weiteren bullischen Schub nach oben nach wie vor die grössere Wahrscheinlichkeit. Shorten würde ich diesen Markt im Moment auf keinen Fall, dazu müssten erst einmal erste "Brüche" im Markt sichtbar werden.

Bedenken Sie auch, dass eine Topbildung immer Zeit braucht und ein Markt mit derartigem Momentum eigentlich nie einfach in der Richtung kehrt macht - von den berühmten "Schwarzen Schwänen" mal abgesehen. Und ein Stop liegt sinnvoll unter dem sich erneut aufbauenden fallenden Keil, wobei man einen erneuten Fakeout wie im November immer auf der Rechnung haben sollte.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Don´t fight the FED ! – Ein kurzer Rückblick auf QE3 – 07.01.13

Wir Menschen neigen dazu schnell zu vergessen. Deshalb ist es manchmal nötig, sich Dinge im Nachhinein wieder in Erinnerung zu rufen. So heute die Auswirkungen der QE3 Massnahmen der FED, die ja schon im September angekündigt wurden, dann aber - vermeintlich - keine Wirkung entfalteten.

Unzählige Artikel sind dazu ja erschienen, die aus den abwärts bröselnden Kursen seit September 2012 die Schlussfolgerung zogen, dass die Liquiditätseinschüsse der FED in den Markt keine Wirkung hätten.

Dabei könnte nichts falscher sein als diese Annahme ! Alles das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde, weil schlicht das QE3 Programm nicht verstanden wurde ! Und nun, im Nachhinein, kann ich es Ihnen auch beweisen.

Sie erinnern sich hoffentlich an meinen überraschenden Artikel vom 11.11.12, in dem ich Ihnen die öffentlich praktisch nicht bekannte Tatsache klar machte, dass die ab September veranlassten Käufe der FED im Rahmen des QE3 aufgrund Verzögerungen im Settlement erst ab (frühestens) dem 14.11.12 den Markt erreichen würden ? Wenn nicht, sollten Sie hier noch einmal nachlesen: -> Warum QE3 erst ab 14.11 seine Wirkung entfaltet <-

Nun ist es Zeit sich im 8-Stunden-Chart mal anzuschauen, was dann im DAX und im S&P500 zum Jahresende passierte. Bedingt durch die Verwirrung um den Fiscal Cliff ist der S&P500 dabei etwas "gedämpft", hat aber immer noch ein eindrucksvolles Bild. Schauen Sie selbst:

DAX FED QE3

S&P500 FED QE3

Eindrucksvoll oder ? Ist das Zufall und hat nichts mit der FED zu tun ? Eher nein, sehr unwahrscheinlich. Wir sehen hier in den Charts ganz eindeutig, was frische Liquidität ausmacht die ins System strömt.

Und jetzt fragen Sie sich mal ehrlich im Nachhinein. Wie viele von Ihnen haben diese Information zur Kenntnis genommen, die Schultern gezuckt weil es keinen hörbaren "Knall" gab und das Thema dann sofort wieder vergessen ? Denken Sie daran, wenn Sie zukünftig der Liquiditätsversorgung der Märkte durch die Notenbanken nicht die Aufmerksamkeit schenken, die ihr gebührt !

Eindrucksvoll übrigens auch, wie man im Chart des S&P500 sehen kann, wie die Fiscal Cliff Verwirrung die Kurse zum Jahresende dämpfte und der Gap zum Jahresanfang nur wieder den alten Trend aufnahm und sozusagen nahtlos fortsetzte. Man kann also ganz klar sehen wo der S&P500 ohne Fiscal Cliff das Jahr 2012 geschlossen hätte.

Also, schreiben Sie es sich am besten neben den Bildschirm: Don´t fight the FED ! 😉

Ihr Hari

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Gastkommentar – DAX mit “Runaway Move”

[Redaktionelle Anmerkung Hari: Wer den Begriff des "Runaway Move" nicht kennt, findet -> hier <- Erklärung und Beispiel.]

Ein Gastartikel von Tokay

DAX mit "Runaway Move"

Die seit Mitte September laufende Konsolidierungsbewegung ABCD wurde Ende November mit einem „fake out“ aufgelöst und wir befinden uns seither in der vielzitierten Jahresendrally, markiert durch die Linie DE. Diese Rally trägt die Züge eines „runaway move“, denn es fand in dieser Bewegung keinerlei Konsolidierung statt. Wer die Bewegung verpasste und darauf hoffte, die Schwäche zu kaufen, der hoffte vergeblich.

Die mittelfristige Aufwärtsbewegung seit Sommer wird gestützt durch die Basis FG und liegt bei etwa 6800/6850 Punkten. Es kann also theoretisch eine Konsolidierung bis zu dieser Linie erfolgen, ohne dass die Aufwärtsbewegung in Frage gestellt wäre.

The runaway move

Der „runaway move“ ist offenbar auf die bullische Grundstimmung vieler Marktteilnehmer zurückzuführen, aber wohl auch auf das Bestreben, die Jahresbilanz etwas aufzuhübschen. Die Nachrichtenlage insbesondere bezüglich USA und Italien hat aber das Potenzial, die allgemeine Risikowahrnehmung zu erhöhen. Eine reibungslose Fortsetzung der kurzfristigen Aufwärtsbewegung ist damit gefährdet. Das mittel- und langfristige Aufwärtspotenzial indes bleibt weiter intakt. Die Politik rettet wieder einmal, was ohne sie womöglich gar nicht gerettet werden müsste.

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