Steuerreform-Gewürge



Guten Morgen!

Der Dezember ist da, historisch der beste Monat des Jahres. Nach einem Jahr, in dem die Indizes pausenlos hoch gelaufen sind und alle saisonalen Regeln missachtet haben, wäre es passend, wenn gerade im Dezember ein Einbruch käme.

Das ist aber weiter unwahrscheinlich, trotz der Tatsache, dass wir nun eine objektiv recht gefährliche Ausgangslage haben.

Denn ich habe Ihnen schon gestern gesagt, dass der SP500 in seiner Aufwärtsbewegung nicht bis zum Jahresende tragfähig ist, auf gut Deutsch, da dürfte bald eine Korrektur einsetzen:

Im positiven Fall haben wir nur wieder eine bullische Konsolidierung, die zum Jahresende von neuen Hochs abgelöst wird. Das ist immer noch das wahrscheinlichere Szenario.

Im negativen Fall erleben wir aber gerade ein durch die Erwartungen an die Steuerreform ausgelöstet "BlowOff Top", die aktuelle Bewegung gibt diese Interpretation durchaus her. Das würde uns dann scharf herunter führen, dann durch das Jahresende stabilisiert werden und Anfang Januar zu einer erneuten Abwärtsbewegung führen.

Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Steuerreform die heute im Senat beschlossen werden sollte, nun aber -> wohl wieder durch eine neue Schleife gehen dürfte <-.

Auf den ersten Blick erscheint klar, dass darin ein erhebliches Risiko für den Markt liegt, denn wenn dieser in Vorfreude steigt, ist normalerweise selbst bei einem positiven Abschluss eine "Sell-the-News" Reaktion da, wenn die Vorfreude sich aber als verfrüht heraus stellt, dürfte das erst Recht wenig erfreut aufgenommen werden.

Allerdings hat der Markt dieses Jahr schon mehrfach gezeigt, dass die klassische "Sell-the-News" Reaktion nicht mehr zuverlässig funktioniert - es sei nur an Trumps Amtseinführung im Januar erinnert - und wir von aussen in Europa haben sowieso keine Chance, besser als der Markt die politischen Implikationen einzuschätzen.

Uns bleibt heute also nur, mit einer gewissen Vorsicht von einer Enttäuschungsreaktion auszugehen und ansonsten genau zu schauen, was der Markt daraus macht. Die Lage kann sich ja bei so Verhandlungen auch stündlich ändern.

Wenn ich meinem Instinkt folge, der sich am Marktverhalten der letzten Monate orientiert, würde ich aber sagen da passiert heute nicht viel und selbst wenn die Steuerreform scheitert, wird nicht viel passieren. Denn genau so ist der Markt des Jahres 2017.

Für diese Interpretation spricht auch, dass die "Sell the News" Reaktion nach diesem Anstieg zu offensichtlich ist und wie heisst es so schön am reflexiven Markt:

Was zu offensichtlich ist, ist offensichtlich falsch

Nur in Einem bin ich mir recht sicher, weil es den Regeln des politischen Betriebs entspricht. Wenn es heute überhaupt noch zur Annahme im Senat kommt, dann nicht zu den geplanten Terminen um 11 EST (17:00 MEZ) sondern viel später am Tag, auf den "letzten Drücker" sozusagen. Heisst wir müssen uns sowieso darauf einrichten, mit diesem "Cliffhanger" ins Wochenende zu gehen und sollte nicht damit rechnen am Nachmittag klüger zu sein.

Der DAX dagegen, ist heute früh so indifferent wie eh und je, man kann dieses Chart positiv und negativ interpretieren und deswegen interpretieren wir es besser gar nicht und halten uns von Festlegungen und zielgerichteten Engagements fern:

Auffällig ist auf jeden Fall, dass nun zweimal hintereinander ein starker DAX am Vormittag, am Nachmittag im Zuge der Wallstreet wieder abverkauft wurde. Wer da gekauft (die Deutschen) und verkauft (US Anleger) hat, bedarf wohl keiner grossen Phantasie.

Zu Einzelaktien gibt es heute früh nicht viel zu sagen, eine klare Richtung ist nicht erkennbar. Das ist auch gut so, weil die Tradingview Charts deutscher Aktien wg einer Daten-Anomalie gerade nicht zu gebrauchen sind.

Aber zumindest Beiersdorf arbeitet an dem -> hier <- beschriebenen Ausbruch.

Bis heute Nachmittag!

Ihr Hari

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Überlassen wir 2018 noch der Prognosiritis

Letzte Woche habe ich Ihnen in -> Der Weg zum Jahreswechsel <- gezeigt, wie ein wahrscheinlicher Pfad zum Jahreswechsel aussieht und dass darin eigentlich noch ein begrenzter "November-Schluckauf" Platz hat.

Nun, letzte Woche hat sich dieser "Schluckauf" vielleicht schon in Gang gesetzt, zumindest in den europäischen Indizes wie dem DAX ist er schon zu sehen und die US Indizes könnten diese Woche auch leicht korrigieren.

Deshalb expandiere ich heute mal das Chart von letzter Woche und zeige Ihnen, was das im Leitindex SP500 bedeuten würde:

Wir sehen die Pfade (1) und (2), die beide auf den naheliegenden Unterstützungen drehen und beide extrem bullisch und bestätigend zu werten sind.

Erst wenn der Markt Pfad (3) einschlägt, muss man auch andere Varianten in Erwägung ziehen, wobei auch Pfad (3) bei einer Wende im Bereich 2.500 immer noch völlig gesund und normal wäre.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch das Marktsentiment. Das hat sich nicht nur bei den anhand technischer Daten gemessenen Indikatoren wie dem -> Fear and Greed Index <- wieder normalisiert, auch Joachim Goldberg berichtet -> hier <- treffend von einer vorsichtigen Haltung, die für den DAX positiv zu sehen ist, bei der Unterstützung um 12.900 wird es nach meiner Erwartung wieder interessant.

Und ich beobachte selber, auf welche Skepsis alle Hinweise bei normalen Anlegern treffen, dass dieser Markt durchaus weiter hoch laufen kann. Da stösst man schnell auf Widerstand, während es bei Warnungen dass dieser Markt gefährlich ist, sofort wohlgefälliges Kopfnicken gibt. Ich habe auf diesen Umstand zuletzt -> hier bei Tichy <- hingewiesen, viele Anleger erreichen kann man damit aber nicht, mit Horrorgeschichten vom nächsten Crash dagegen ohne Probleme.

Wirklich erfahrenen Anlegern - und ich hoffe Sie gehören dazu, wenn Sie meine langen Texte durchhalten 😉 - sollte das aber etwas über den Bias sagen, der im Markt vorhanden ist. Die "Herde" ist immer noch eminent skeptisch, die Profis in den US dagegen eher optimistisch, aber in Form eines nervösen Optimismus, der den Finger jederzeit am Abzugsknopf für den Notausgang hat.

-> Dieser nette Artikel <- macht zum Thema einen validen Punkt, den ich mal übersetzen möchte:

As such, independent investor sentiment levels about the stock market are about as euphoric right now as a stomach ulcer.

Das Sentiment der nicht-institutionellen Investoren zum Aktienmarkt ist ungefähr so euphorisch wie ein Magengeschwür.

Volltreffer und gleichzeitig sind die Wirtschaftsdaten um den Globus herum durchweg auf Expansionskurs. Passt nicht so recht zusammen, oder?

Was kann man da Anlegern raten?

Nun, zunächst einmal will ich Niemandem etwas raten, Anleger machen doch sowieso was Sie wollen, wenn es klappt sind sie die Helden und wenn nicht, sind die Informationsquellen schuld. 😉 Bei uns in der Community ist das anders, da sucht man im Spiegel den Schuldigen, das ist aber eine kleine Minderheit und das ist gut so.

Aber Anlegern, die keine Erfahrung im Markt haben und bis jetzt gezögert haben in den Markt einzusteigen, die sollten es jetzt wirklich sein lassen. Es gab viele bessere Punkte um die erste Aktie zu kaufen und der Markt ist ja auch objektiv unter der Decke verzerrt und daher inhärent riskant. Unerfahrene Anleger werden bei der nächsten unvermeidlichen 10-20% Korrektur nur in Panik geraten und ihr kurzes Gastspiel mit Verlust abschliessen.

Wer aber erfahrener ist, wer weiss wie man konsequent aussteigt wenn ein Trend sich dreht und wer ein Risikomanagement besitzt, der kann vorerst dabei bleiben, denn der Aufwärtsttrend ist intakt und die Aussichten zum Jahresende von den Wahrscheinlichkeiten her nicht schlecht. Wie letzte Woche erklärt, wird das Jahresende vielleicht stark sein, gerade *weil* das Jahr so stark war.

2018 ist dann eine völlig andere Geschichte, ein Dip im Konjunkturzyklus wahrscheinlich und die unvermeidliche - aber in 2017 ausgefallene - 10-20% Korrektur irgendwann mal fällig. Nur wann diese kommt ist weiter offen und vor allem muss das erfahrene Anleger heute nicht interessieren.

Die schauen auf die Füsse statt ins Wolkenkuckucksheim und sind auch nicht im Geschäft der -> Prognosiritis <-, weil diese völlig unproduktiv und sinnlos ist. Das Geld wird mit den Kursen verdient, die jetzt zwischen heute und Weihnachten aufgerufen werden und nicht mit Spekulationen über 2018. Und Aussteigen kann man bis zum oder zum Jahresende dann immer noch, wann immer es geboten erscheint.

Überlassen wir 2018 also mal noch den Prognostikern, die alle so eine tolle Glaskugel haben. Übrigens hat von denen letztes Jahr niemand, absolut niemand, das Jahr 2017 richtig auf dem Radar hatte. Schauen Sie noch einmal -> hier im Überblick <-, was diese vor einem Jahr geschrieben haben. Ganz grosses Kino im Herdenverhalten. 😉

Das wird die aber nicht davon abhalten, dieses Jahr wieder mit gewichtigem Gesicht das Offensichtliche fortzuschreiben und es wird viele Anleger wieder nicht davon abhalten, das ernst zu nehmen. Na dann viel Spass dabei, irgend jemand muss uns ja auch die Aktien verkaufen, die wir kaufen wollen oder umgedreht. 😉

Wenn Sie für kommendes Jahr sicherer sein wollen, lassen Sie das mit den Prognosen gleich ganz sein und schauen Sie wie beim Bergsteigen auf die Füsse. Irgendwann kommt man dann schon am Gipfel an, wenn man bei jedem Schritt aufgepasst hat nicht in den Abgrund zu stürzen. Hans-Guck-In-Die-Luft mit den grossen Prognosen, die das Ego vom Hans dann dem Markt "beweisen" will, weil alle andere im Markt ja nur Idioten sein können, ist da schon eher absturzgefährdet.

Übrigens, Bergsteiger mit intelligentem Risikobewusstsein und solche die es werden wollen, werden bei uns in der Community weiter gerne aufgenommen. "Weissager", "Alles-Besser-als-der- Markt-Wisser" und "Glaskugelbesitzer" werden sich dagegen eher deplatziert fühlen. 😉

Zum Jahreswechsel wird es übrigens eine Preissteigerung für Neumitglieder geben, vielleicht ein Grund mit dem Bergsteigen schon 2017 zu beginnen und die blöde Glaskugel wegzuwerfen, die sowieso nur "Made in China" ist und nicht funktioniert.

Ihr Hari

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Der Weg zum Jahreswechsel

Wir alle würden ja gerne wissen, was die Zukunft bringt. Schon ein kleiner Zettel mit dem DAX-Stand des 22.12. vor Weihnachten, würde ja genügen, einen intelligenten Menschen reich zu machen. Denn wenn man den exakten DAX Stand zu einem Zeitpunkt sicher kennt, könnte man alle möglichen Kredit- und Margin-Hebel in Bewegung setzten, um mit dem ganzen Vermögen und maximal möglichem Hebel darauf zu setzen.

Wir haben dieses Privileg aber nicht und alle Prognosen sind auch nur nette Raterei, am Ende ist die Zukunft offen.

Alles was wir haben sind Tendenzen und Wahrscheinlichkeiten, die funktionieren aber erstaunlich gut, wenn man bereit und in der Lage ist, sich darauf einzulassen, statt nach etwas wie absoluter Sicherheit zu suchen, das es sowieso nicht geben kann. Wir müssen -> die Unsicherheit eben lieben lernen <-.

Die bekannteste Tendenz ist dabei der Trend und der ist das ganze Jahr schon hoch. Wenn wir den für den Leitindex S&P500 fortschreiben und einen kleinen Schluckauf im November vorher einplanen, sieht das Chart dann so aus:

Das ist ein realistische Annahme zum Jahresende. Nicht sicher, aber gut wahrscheinlich. Und dann haben wir noch eine zweite bekannte Tendenz, die berühmte Jahresendrally.

Nun kann man ja mit Fug und Recht argumentieren, dass der Markt schon das ganze Jahr nicht getan hat, was die Mehrheit erwartet hat und deshalb eine echte Korrektur genau dann kommen sollte, wenn keiner damit rechnet - kurz vor Weihnachten.

Ich bin weit davon entfernt, das als Möglichkeit in Abrede zu stellen, möglich ist fast alles, aber ich halte es für eher unwahrscheinlich. Denn die Jahresendrally hat ja einen Grund, die kommt ja nicht einfach vom Himmel herab, weil die Börsen Weihnachtsgefühle haben. Die typische Jahresendrally hat in hohem Masse auch mit Anlagedruck der Institutionellen Anleger zu tun - auch gerne Window Dressing genannt - und wann ist dieser Anlagedruck wohl am Grössten?

Sie ahnen es, in Jahren in denen die Mehrzahl dem Markt hinterher hechelt, weil dieser keinen sauberen Einstiegspunkt mehr gewährt - in Jahren wie 2017. Die Unterperformance zum Index dürfte für die meisten institutionellen Anleger in 2017 deutlich sein.

Ein Laie würde 2017 für einen einfach zu handhabenden Markt halten, der ist ja nur gestiegen. Diese "Einfachheit" entsteht aber nur im Rückblick, hinterher ist man halt klüger. Ein seriöser, institutioneller Anleger, der zum Beispiel in einem Family Office das Vermögen seiner Kunden verwaltet, kann aber nicht guten Gewissens in einem schon extrem überdehnten Markt einfach ohne Absicherung mit Vollgas mitfahren.

So ein Profi wird Absicherungsgeschäfte tätigen und die kosten ein wenig Performance. Und er wird bei Korrekturgefahr auch mal den Cash-Bestand erhöhen, was dann auch wieder Performance kostet, wenn der Markt wie das ganze Jahr 2017 dann doch wieder nach oben zieht.

Ein "einfacher" Markt ist ein nach oben laufender Trend, der schön zwischen Korrekturen und Aufwärtsbewegungen wechselt und dem klassischen Prinzip von "2 Schritte vor und 1 Schritt zurück" fröhnt. So ein Markt ist für einen erfahrenen Anleger ein leichter Markt, in dem er mit seiner Technik sogar eine Überperformance erzielen kann.

Wenn aber wie in 2017 jeder Korrekturansatz unterbleibt und der Markt nur eine Richtung kennt, ist das extrem schwierig zu handhaben. Nur ein Affe, der sich über Risiken keine Gedanken macht, kann da blind immer voll auf dem Gaspedal bleiben.

Nun ist eine gute Perfomance, die leicht hinter den Indizes bleibt ja kein wirkliches Problem. Für einen Fondsmanager aber schon, denn nach Gebühren wird das Delta noch grösser und die Rechtfertigung für das "Management" ist nicht da.

Und so macht so ein Jahr, in dem die Mehrheit hinter dem Markt hinterher hechelt, besonderen Druck auf das Jahresende und besonderen Druck die Gewinner auch noch ins Depot zu legen und ein paar Risiken auf der Long-Seite einzugehen. Und weil das so ist, hat die Jahresendrally auch 2017 wieder gute Karten.

Dieser Mechanismus kann eigentlich nur durch eine echte Richtungsänderung des Marktes ausser Kraft gesetzt werden, durch eine starke Abwärtsbewegung also und von dieser ist weit und breit nichts zu sehen. Nur eine sehr böse Überraschung wie ein Atomkrieg in Asien oder ein offener Konflikt im Nahen Osten mit brennenden Ölfeldern könnte den wohl triggern.

Wir tun also gut daran, auch dieses Jahr von der Jahresendrally auszugehen, gerade weil das Jahr davor schon so gnadenlos gut war.

Ihr Hari

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Brechende Dämme



Na, so richtig Ruhe zum Durchzuschnaufen, gewährt mir der Markt ja nicht.

Die Bullen lassen einfach nicht nach, man glaubt fast das verzweifelte Vibrieren der armen Seelen aller zu spüren, die noch unbedingt bis zum Jahresende irgendwo hinein zu glauben müssen, weil sie bisher zu pessimistisch waren.

Beigetragen hat in den US dazu ein Philly Fed Index, der -> weit besser als erwartet <- herein gekommen ist.

Die Jahresendrally läuft also mit aller Gewalt und das in einem Maße, wie ich es seit vielen Jahren nicht mehr erlebt habe. Beeindruckend.

Hinzu kommt natürlich das Window-Dressing, das alles was jetzt gut gelaufen ist, nun noch mit besonderer Verve kauft.

Unter der Einschränkung einer völlig überraschenden, ganz neuen Nachricht, die den Markt völlig aus der Bahn wirft, sind das nun eindeutig nicht die Tage um auf grundlegende Reversals zu setzen. Diese Zeit kommt mit dem neuen Jahr dann wieder.

Das jetzt hier ist die Zeit, um die Werte, die spätestens seit Trumps Sieg gut laufen, nun weiter zu spielen und mit den Wölfen zu heulen.

Dazu gehört natürlich der Finanzsektor und das will ich nutzen um Sie zu motivieren, sich mit den Werten intensiv auseinander zu setzen, die die Community im Rahmen des -> 2017er Mean Reversion Projektes <- zusammen getragen hat. Da sind viele gute Werte dabei, die Ihre Aufmerksamkeit wert sind und zwar unabhängig davon, ob diese ins Raster des Projektes passen oder nicht.

Ich will zwei Werte zum Thema Finanzsektor mal heraus greifen.

Erstens für Investoren, von "Pasolini" vorgestellt, der Asset-Manager Blackstone (BX).

Schauen Sie auf das langfristige Chart, das sieht nach einer sauberen Wendeformation aus:

Und schauen Sie auf die fundamentalen Daten und die Gewinnentwicklung und malen Sie sich dann aus, was die aktuelle Bullenstampede und Trumps Deregulierung des Finanzsektors, für die Gewinnentwicklung eines Assetmanagers bedeutet.

Ich habe wahrlich schon unattraktivere Investitionsideen gesehen. 😉

Zweitens für ganz harte Trader mit dicken Nerven, von "EQTrader" vorgestellt, die IG Group, ein den meisten von uns bekannter UK CFD Broker und dabei zu den eher seriösen gehörend, mit einem recht langen Trackrekord.

Durch die hier auch thematisierte Regulierungsthematik rund um CFDs, wird die Aktie erst mal massiv vom Markt abgestossen. Das sieht nach einem Ausverkauf mit Übertreibungspotential aus:

Wir reden hier jetzt aber nicht über einen Pleitekandidaten. IG ist so ertragsstark, dass sie bisher sehr grosszügig Dividende ausschütten. Auf Basis des alten Kursniveaus waren das fast 4%. Mit der Halbierung des Kurses, wären es theoretisch 7-8%.

Nun darf man so nicht rechnen, wenn die Änderungen das Geschäft schädigen, ist diese Dividende nicht zu halten. Das soll nur zeigen, dass das Unternehmen eine Menge Cashflow generiert und einige Polster hat.

Trotzdem ist es ein harter, aber interessanter Zock darauf, dass entweder die Regulierung nicht so streng wird, wie nun befürchtet, oder die IG andere Wege findet, ihr Geschäft leicht verändert weiter zu führen. Gerade diese Kreativität der Finanzindustrie, ist ja so etwas wie ein Grundgesetz, auf das man sich verlassen kann. 😉

In Summe ein riskanter, aber gerade für uns interessanter Zock, weil wir die CFD Thematik ja sowieso verfolgen und auch wissen, worum es da geht.

Das sind nur zwei Beispiele, nehmen Sie sich die Liste des Projektes mal vor, da sind auch für Sie interessante Namen dabei!

Ansonsten weiss ich am heutigen Tag nicht, wovon ich alles gleichzeitig schreiben sollte, wie oben gesagt, der Markt "vibriert" geradezu, da geht an so vielen Stellen etwas, dass ich nur pointiert einzelne Themen heraus greifen kann.

Es ist übrigens schade, dass Sie genau in dieser Phase im Forum wieder ruhig zu einzelnen Opportunitäten werden. Ich habe oft gesagt, dass es am Markt darauf ankommt präsent zu sein, wenn der Markt uns etwas bietet. Und träge zu werden, wenn der Markt nicht weiss wohin, wie im Sommer.

Nun liegt das wahrscheinlich am üblichen Chaos in den Firmen vor Weihnachten, sie haben mein Mitgefühl. Es nützt aber nichts, der Markt wartet nicht darauf, bis wir Ferien haben. 😉

*Dieser* Markt bietet uns jetzt eine ganze Menge. Wer jetzt nicht präsent ist, verpasst eine der, wenn nicht *die* beste Phase des Jahres. Teilen Sie also Ihre Ideen und Opportunitäten, viele Augen sehen mehr als zwei, daraus etwas machen, müssen wir aber alle für uns alleine.

Thema des Tages in meinen Augen ist der massive Sprung des Dollar und der damit verbundene massive Einbruch von EURUSD.

Hier könnte man ja meinen, dass die FED die Ursache sei. Nein, so sehe ich das nicht, die FED ist in ganz typischer Manier der Auslöser, aber nicht die Ursache.

Wir haben doch selber die initiale Reaktion erlebt. Die war schon pro Dollar, aber nur sehr verhalten. Und das war auch angemessen, weil was hat die FED denn getan? Sie war bestenfalls minimal falkenhafter, als es sowieso schon erwartet wurde.

Drei statt zwei geplanter Erhöhungen, wo dieses Jahr aus geplanten vier dann eine wurde, was ist daran besonders bemerkenswert? Eigentlich lag das im Rahmen der Erwartungen.

Aber die Markttechnik gibt es eben auch noch und bei der war der Dollar an einer ganz, ganz wichtigen Wegscheide. Ich zeige erneut das langfristige Chart des EURUSD Währungspaares von vorgestern:

Und mit Wochenkerzen, sieht das dann so aus:

Und damit ist klar, was hier im Gange ist. Wir haben hier einen immens bedeutenden Durchbruch. Wenn der jetzt nicht ganz schnell in ein Reversal läuft, ist die Parität gebucht und ein Überschiessen darunter, hoch wahrscheinlich.

Seit das deutlich wird, brechen alle Dämme, EURUSD Longs müssen gecovered werden. Und deshalb ist Yellen hier nicht die Ursache, sie ist der Auslöser. Sie ist das Fingerschnippen, das einen Markt an der Klippe nach unten wegkippen lässt. So ist es eben manchmal.

Übrigens, ich halte das was -> hier über eine "Zäsur" und das "Brandmarken" von Trump durch Yellen <- geschrieben wird, persönlich für völlig überdrehten Sensationsjournalismus.

Ich habe Yellen auch gesehen und sie hat gar nichts bei Trump "gebrandmarkt". Es liegt gar nicht in ihrer Natur, das zu tun. Yellen ist immer kontrolliert und überlegt und sie hat sich zu Trumps Programmen so gut sie konnte nicht geäussert. Genau das, was zu erwarten war. Und sie hat wahrheitsgemäß geantwortet, dass die Konjunktur auch ohne die Programme schon gut läuft.

Aus dieser Tatsache, dass sie alle Referenzen vermieden hat und den Verlauf der Konjunktur unabhängig von potentiellen Programmen beschrieben hat, die es nicht mal in einer Rohplanung gibt, wird nun die Story vom "mit Trump anlegen" konstruiert. Ich finde das persönlich daneben und reine Sensationsgier um eine Bewegung zu erklären. Hier gibt es keinen "Kampf", Yellen denkt schon gar nicht in den Kategorien. Um die Bewegung zu erklären, genügt eben ein Blick auf das Chart.

Machen wir uns klar, was hier passiert:

Wir haben nicht nur den Druck der Jahresendrally.

Wir haben nicht nur den Druck der angekündigten Konjunkturprogramme von Trump.

Wir haben auch eine jetzt schon stark anlaufende US Konjunktur.

All das kommt zusammen, wer braucht da noch Gold?

Niemand, ausser den härtesten Gold-Bugs, aber denen ist sowieso nicht zu helfen.

Machen wir uns auch klar, dass das die Möglichkeit in den Raum stellt, dass die US Konjunktur in 2017 heiss laufen könnte. Und deshalb wird die FED dieses Mal vielleicht tatsächlich dreimal die Zinsen erhöhen. Und deshalb steigt der Dollar und deshalb ist Gold nun "Toast".

Konzentrieren wir uns also auf Aktien und insbesondere die, die von der US Konjunktur profitieren. Das ist der "World of Donald" Trade, den wir schon seit mehr als einem Monat vor uns haben und es spricht wenig dagegen, dass dieser nicht bis Mitte Januar weiter läuft.

Machen wir uns aber auch klar, dass diese massive Bewegung die wir nun sehen, nur zu einem Teil auf dieser fundamentalen Unterfütterung beruht.

In meinen Augen ist das vor allem brutales, massives Momentum. Hier sind Programme am Werk, die den Trend gehen und Momentum kaufen. Denken Sie an Silber in 2011 und an Chuck Yeager in -> Ballistische Flugbahn <-.

Dort sagte ich:

Wenn Sie ein "Momentum-Trader" sind. Wenn Sie das aktuelle Momentum von der Präsenz und den Fähigkeiten her spielen können, dann sage ich Ihnen, dass ein Markt der so nach oben abgeht, noch viel weiter laufen kann, als wir uns das vorstellen können. Ich wiederhole in dicken Buchstaben: "Noch viel weiter, als wir uns vorstellen können!"

Sicher steigt mit jedem Tag die Korrekturgefahr und je länger es dauert, desto schärfer wird sie. Aber der Tag der Wende ist nicht zu timen, bilden wir uns da gar nichts ein.

Seien wir also dabei, schieben aber unsere Absicherung mit. Es kommt hier und jetzt darauf an dabei zu sein, ob "nur" zu 70% oder zu 100% ist dabei eher nebensächlich. Lieber mit 70% und gut schlafen, als 120% und volles Risiko, aber seien wir dabei.

Denn solche Marktphasen gibt es nicht alle naselang. Diese Rally haben wir uns im Sommer "verdient", als wir den endlosen Seitwärtsmarkt ertragen haben.

So weit zur erneuten Einordnung. Ich erspare mir heute mal weitere, einzelne Opportunitäten, ich habe die letzten Tage viele besprochen und viele davon laufen nun. Und viele andere springen einen gerade an, wenn man durch Charts durchgeht. Tun Sie das.

Machen Sie es gut, bis Morgen!

Ihr Hari

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Cerner oder: „zu früh“ ist ein anderes Wort für „falsch“.


In der FuW findet sich mal wieder ein Artikel von jemandem, der eine skeptische Meinung dazu hat, wie es mit der Trump-Rally weiter geht. Eine Meinung darf jeder ja haben.
-> Trump Skeptiker <-.

Und wissen Sie was? Ich kann davon viel unterschreiben bzw teile diese Risiken. Der entscheidende Punkt wird dabei aber wieder unterschlagen, das Timing.

*Wann* werden diese Risiken für den Markt relevant, das ist die entscheidende Frage. Denn es gilt für den Markt: "it doesn´t matter - until it matters".

Und beim *wann*, ist eben die Amtseinführung Trumps eine entscheidende Wegmarke. Bis dahin kann man spekulieren und hoffen und sich die Rosinen aus der Erwartungs-Suppe heraus picken, danach aber werden Absichten zu Gesetzen und es wird ernst.

Insofern kann der Inhalt des Artikels zutreffend sein und es trotzdem zur Jahresend-Trump-Rally kommen. Beides ist kein Widerspruch, sondern ganz folgerichtig. Und deshalb sind so "Anlagestrategen" oder auch "Chefvolkswirte" in der Finanzindustrie eher Marketing-Instrumente, mit denen der Aussenwelt Kompetenz gezeigt wird.

Die Händler aber, die reale Gewinne erzeugen wollen, müssen ebenso wie wir aktive Anleger, ganz anders denken. Für die - wir für uns - ist noch wichtiger als die Frage *was* irgendwann passieren wird, *wann* die Erwartung dieser Geschehnisse für die Kurse überhaupt Relevanz bekommt. Denn wenn etwas real passiert, aber schon lange vorher erwartet wurde, hat es keine Relevanz für die Kurse mehr.

So ist das auch mit der Zinserhöhung der FED im Dezember. Die ist nun zu 100% in den Kursen und wenn sie kommt, wird da nur ein grosses Gähnen sein. Kursbewegend und überraschend, wäre aber entweder ein Verzicht auf die Erhöhung oder die Veröffentlichung eines harten Erhöhungszeitplans für 2017.

Auch in Charts findet sich diese Dualität und Timing-Frage immer wieder. Ein schönes Beispiel ist aktuell der Spezialist für Healthcare-Informations-Systeme Cerner (CERN). Eine Aktie, die wir schon im Rahmen des "Champions" Projektes im Sommer 2015 besprochen haben und die natürlich nun auch unter einer Unsicherheit rund um die Zukunft der US Gesundheitspolitik leidet, die aktuell sicher Investitionen in Informationssysteme dämpft. Siehe auch hier:
-> Cerner election reaction <-

Was aber übrigens im Umkehrschluss auch heisst, dass wenn Trumps Gesundheitspolitik mal steht, solche Aktien dann heisse, potentielle Kaufkandidaten, wegen des dann aufgestauten Nachholbedarfes bei IT-Investitionen sein könnten.

Denn Trump hat klar gemacht, dass es mit ihm auch eine Krankenversicherung geben wird und IT dafür, wird immer benötigt. Insofern ist das aktuelle Investitionsloch, Vorbote einer grossen Chance für uns Anleger, denn Cerner ist ein attraktives Unternehmen, das einen Blick wert ist.

Nun schauen wir doch mal darauf, was uns das Chart zu Cerner sagt:

cern-18-11-16

Upps, das ist doch ein recht deutlicher Rebound-Kandidat! Stimmt, selbst wenn der Rebound nur ein "Dead-Cat-Bounce" wäre, bis 53 USD sollte nun allemal Platz sein.

Aber Moment, schauen wir mal auf die grössere Zeitebene:

cern-18-11-16-2

Autsch, da deutet sich ja eine gewaltige SKS an. Gleich verkaufen?

Falsch. Die Aktie ist ebensowenig sofort zu verkaufen, weil sich hier eine langfristige SKS andeutet, wie sie auch nicht sofort zu kaufen ist, nur weil sie tief gefallen ist und der Grund des Absturzes sich vielleicht auflösen wird, wenn Trumps Gesundheitspolitik geschrieben ist.

Wir müssen einfach akzeptieren lernen, dass diese Zukunft noch offen ist, auch weil Trump seine Pläne noch nicht konkretisiert hat und solche Aktien hängen eben stark von politischen Rahmenbedingungen ab.

Alles was wir sagen können ist, dass die Chance für eine Gegenbewegung nun da ist. Und dass *falls* die Aktie die SKS triggert, wir das sehr ernst nehmen sollten. Denn der Markt sieht ja diese Chance, die ich oben beschreibe habe, auch. Der Markt ist ja auch nicht doof. Wenn Cerner also die SKS triggert heisst das, dass der Markt den Glauben an diese Chance verliert und dafür wird es dann Gründe geben.

Genau das ist opportunistisches Handeln. Man hat die fundamentalen Zusammenhänge schon im Blick, um die Bewegungen des Marktes einordnen zu können, man leitet aber konkrete Handelsaktivitäten nicht davon ab.

Alleine das, was man "Price Action" nennt, also die echten Bewegungen der Kurse, gibt uns einen kleinen Edge für unsere Handlungen im Hier und Jetzt.

Übertragen auf Cerner ist das nun also ein nettes Setup, um Cerner nun taktisch zu kaufen und unter der SKS abzusichern. Und dann schaut man mal ganz opportunistisch, was daraus wird und was Trump so machen wird.

Einfacher ist es bestimmt, grosse Prognosen in die Welt zu setzen und dann stur danach zu handeln. Aber auch profitabler? Nach meiner Erfahrung nicht! Denn wie gesagt, was wir denken, kann der Markt auch denken, wir sind in der Regel nicht klüger als dieser.

Um erfolgreich zu sein, ist es aber auch gar nicht nötig klüger zu sein als der Markt. Viel wichtiger ist, seine grossen Bewegungen zu erkennen und diese auszuschöpfen. Das nennt man "dem Markt folgen".

Ihr Hari

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Das grosse Risiko



Eine Warnung zur Aktualität, muss ich vor den Feiertagen doch noch los werden. Denn wenn der Markt nicht macht, was er sollte, muss man sehr aufmerksam werden.

Das hatten wir nun zwei Mal in kurzer Zeit. Am Donnerstag/Freitag hatten wir dieses überraschende Reversal, in dem die Gewinne nach der FED direkt wieder abgegeben wurden. Das war ungewöhnlich und kommt eher selten vor. Denn wenn der Markt nach der FED eine Richtung findet, dann ist sie das auch in der Regel. Aber das konnte man ja noch auf die Verwirrung zur OpEx schieben.

Dann setzte der Markt ja gestern zur normalen Jahresendrally an, die normalerweise von ruhiger Stärke geprägt ist. Und was passierte? Die Stärke wurde sofort wieder abverkauft. Das ist ungewöhnlich für die letzten 2 Wochen des Jahres.

Heute nun, macht der Markt einen erneuten, sichtbaren Anlauf, zur Jahresendrally anzusetzen. Die US Märkte haben gestern sehr stark geschlossen. Und dieser Anlauf sollte nun besser sitzen.

Wenn dieser Anlauf heute - der S&P500 Future ist schon wieder bei 2.030 - am Nachmittag erneut abverkauft werden sollte, sollten ein paar Warnlampen bei uns angehen! Denn erneut: Wenn ein Markt nicht macht, was er sollte, wird es gefährlich.

Nun ist das mit allen Warnsignalen das Gleiche, sie schlagen manchmal auch unnötig an, ernst nehmen muss man sie trotzdem. Wer eine Alarmanlage hat weiss, dass auch die fette Katze, die über die Gartenmöbel springt, diese auslösen kann. Trotzdem ist es wichtig, auf die Signale der Alarmanlage zu achten, denn es könnte eben doch auch ein Einbrecher sein.

Auch hier ist es so. Solche Signale können auch Fehlsignale sein, trotzdem dürfen wir sie nicht einfach wegschieben. Denn das grosse Risiko, dass wir dabei haben, ist dieses Chart mit einer theoretischen, grossen Topbildung der US Indizes in 2015:

S&P500 22.12.15

Es würde reichen, dass 2016 mit einem starken Abverkauf beginnt und wir hätten hier eine klare Topformation, die wiederum dann weitere Verkäufe nach sich ziehen würde. Das ist das sehr reale Risiko, das eigentlich nur durch einen Markt, der zu neuen Hochs findet, negiert werden kann.

Weil das so ist, schaue ich sehr aufmerksam darauf, ob der Markt in diesen Tagen nun doch noch die erwartete Jahresendrally zusammen bekommt. Selbst wenn er das schafft, werde ich in die Stärke hinein weiter abbauen und ins neue Jahr 2016 recht neutral und defensiv gehen.

Sollte der Markt die Jahresendrally nun aber gar nicht mehr schaffen können, werde ich noch aggressiver Cash aufbauen und zum Jahreswechsel fast ganz aus dem Markt sein. Sicher ist sicher, einsteigen kann man immer wieder.

Das nur zur Warnung. Ich will damit keine Panik verbreiten, die Parameter, die für stabile Märkte sprechen, sind immer noch intakt. Ich will nur sagen:

Es gibt gute Gründe, dem Jahr 2016 nicht uneingeschränkt zu vertrauen, sondern erst einmal skeptisch und vorsichtig zu schauen, was es für uns zu bieten hat. Dann sehen wir weiter. Die Angst etwas zu verpassen, erscheint mir auf jeden Fall nun eher deplatziert.

Ich wünsche Ihnen schöne Feiertage!

Ihr Hari

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Die Botschaft des Marktes



Zum Abschluss dieser (für mich) sehr anstrengenden Woche, will ich noch mit Ihnen teilen, was mir der Markt diese Woche für Botschaften gesendet hat.

Anstrengend war die Woche für mich aber nicht nur wegen des Marktes - warum der anstrengend war, haben wir alle erlebt. Sondern auch im Hintergrund, war ich sehr aktiv.

Die Arbeiten am Forum schreiten voran und ich werde damit wie angekündigt, am kommenden Freitag Live gehen, wenn mir nicht gerade noch der Himmel auf den Kopf fällt.

Die Umstellung der Front-Seite ist im vollen Gange. Die Version, die Sie jetzt sehen, mit dem letzten freien Beitrag angeteasert und dann grundlegenden, werbenden Botschaften zur Mitgliedschaft, wird vom Prinzip her erst einmal eine Weile bleiben. An Details werde ich noch feilen.

Ich merke daran auch immer wieder, dass ich kein Grafiker bin, dafür fehlt mir einfach das Händchen. Was ich da jetzt habe, ist zwar OK, aber es fehlt der "Pep". Aber man kann ja nicht alles können, dafür kann ich schreiben.

Auch die Umstellung auf den neuen Schreibstil, war ja diese Woche noch und auch das macht die Dinge am Anfang für mich etwas holperiger, einfach weil der Rhythmus fehlt.

Mein Eindruck diese Woche war nicht, dass ich weniger Themen angesprochen habe. Im Gegenteil, gerade durch die "Sammelberichte", habe ich mehr einzelne Aktien und Themen angesprochen als früher. Trotzdem habe ich den Eindruck, etwas mehr "Luft" zu haben, insofern scheint das der richtige Weg zu sein. Wenn Sie mir sagen wollen, wie Sie das im Vergleich zu vorher erlebt haben, nur zu.

Zum Markt

Das sind die Botschaften, die mir der Markt diese Woche gesendet hat. Marktbotschaften können sich ändern, weil der Markt sein Verhalten ändert. Nichts davon ist in Stein gemeisselt. Hier und heute ist es aber das, was ich aus dem Rauschen heraus höre:

Botschaft1: Die FED Zinserhöhung ist zu 99% sicher.

Die FED kommuniziert klar in diese Richtung und nichts steht der mehr im Wege. Der wieder fallende Dollar macht es leichter, die guten Arbeitsmarktdaten auch. Wenn nicht irgend etwas völlig Unerwartetes passiert, wird die erste Zinserhöhung kommen.

Botschaft 2: Yellen wird zu 90+% weisse Salbe darauf schmieren

Yellen kommuniziert selber so und es macht auch total Sinn. Nun wird die erste Zinserhöhung durchgezogen und damit gewinnt die FED wieder Handlungsspielraum und stärkt den Ruf. Eine schnelle weitere Erhöhungskette, wird aber mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Alles andere macht keinen Sinn und nützt Niemanden.

Botschaft 3: Die Dollarwende läuft vielleicht schon

Die Reaktion auf die Arbeitsmarktdaten heute, fand ich bemerkenswert. Die Zinserhöhung der FED wird festgenagelt, was eigentlich den Dollar stärken sollte. Und obwohl der Dollar gestern zum Euro 3% verloren hat, gibt es praktisch keine Gegenbewegung.

Heisst für mich, alle Argumente für einen steigenden Dollar sind schon verarbeitet. Es bräuchte neue, nur woher sollen die kommen?

Bis zur FED könnte die Gegenbewegung also durchaus weiter laufen, oder es gibt eine Seitwärtsbewegung. Grosse Dollarstärke, ist heute einiges unwahrscheinlicher geworden.

Ob dann mit einer FED, die eine "one and done" Kommunikation verfolgt, auch die grosse Wende kommt und 2016 zum Jahr des fallenden Dollars wird, ist noch zu früh, um sich darauf festzulegen. Diese Frage steht nun aber klar im Raum und der Geschmack der Zeitenwende, liegt bei mir wie das Salz der Meeresluft auf den Lippen.

Botschaft 4: Die EZB hat beim DAX einen ungewollten Wirkungstreffer erzeugt

Die Schwäche heute, im DAX nachhaltig zur Gegenbewegung anzusetzen, leuchtet für mich wie eine grosse, rote Warnlampe. Die EZB hat einen Wirkungstreffer erzielt und der Glaube an Draghis Allmacht hat Kratzer. Das hat wie schon gestern geahnt, Konsequenzen über den Tag hinaus. Es ist denkbar, dass der DAX seine Jahreshochs hinter sich hat.

Zu negativ sollte man aber nicht werden, zumindest macht das keinen Sinn, wenn man von stabilen US Märkten ausgeht. Der DAX kann sich also bis zur FED durchaus wieder über 11.000 robben, falls die US Märkte schieben. Nur eines ist klar:

Wenn der Dollar fällt und der Euro steigt, wird im DAX nicht mehr viel zu holen sein.

Botschaft 5: Die US Märkte sind weiter stark

Ein Markt, der die erste Zinserhöhung der FED ohne Probleme verdaut und auch heute wieder anzieht, ist ein starker Markt. Um so mehr, wenn die FED dann weisse Salbe appliziert, besteht hier immer noch Potential nach oben.

Botschaft 6: Die Jahresendrally kommt (vielleich) immer noch

Die Jahresendrally kann immer noch kommen und wird durch die aktuelle Schwäche keineswegs unwahrscheinlicher. Aber sie wird dann vielleicht eher eine "echte" Jahresendrally der letzten Tage, die vielleicht nach der "weissen Salbe" der FED einsetzt und sich bin in den Anfang von 2016 zieht. Für die zwei Wochen bis zur FED, sollten wir von einer Seitwärtsbewegung ausgehen, so wie ich das mit dem blauen Kästchen ja schon in den Charts von Montag für diese Woche skizziert habe.

Diese Charts und die dort geäusserten Erwartungen, sind immer noch zutreffend und haben richtig gelegen, ich stelle sie erneut ein:

S&P500 29.11.15

EURUSD 30.11.15

Botschaft 7: Mit dem fallenden Dollar kommt Gold

Wenig überraschend, aber gerade heute zu sehen. Ob Gold schon das endgültige Tief hinter sich hat, bezweifele ich sehr stark. Die 1.000 USD sind zu nahe und der Markt will die sehen. Aber zumindest für die kommenden 2 Wochen, wäre eine markante Gegenbewegung wenig überraschend und auch die COT Daten, weisen in diese Richtung. Die Minen sehen noch besser aus, inbesondere wenn man auf NEM und Co. schaut, siehe unten.

Nun noch kurze Botschaften zu einigen der Aktien, die ich hier in dieser Woche thematisiert habe:

Newmont Mining

Volltreffer. Der ganze Goldminen-Sektor sieht zunehmen gut aus und dieses Chart ist einfach aussichtsreich:

NEM 04.12.15

Andere Minen

Auch interessante Charts, aber etwas riskanter als NEM:

AEM 04.12.15

AUY 04.12.15

HL 04.12.15

Apple

Apple dreht heute mit Macht auf der sichtbaren Trendlinie. Auch weiter aussichtsreich.

AAPL 04.12.15

Qualcomm

Bei Qualcomm ist nach dem ersten Schub noch nichts nachgekommen, dass aber das Gap zu halten scheint, ist auch positiv zu werten:

QCOM 04.12.15

First Solar

Nein, diese Kerze ist nicht schön. Es ist durchaus möglich, dass das sofort wieder nach oben überlaufen wird und nur eine eintägige Verwirrung war. Trotzdem kann etwas kurzfristige Vorsicht nach so einer Kerze nicht schaden. Am positiven, grossen Bild, sehe ich aber wenig Änderung.

FSLR 04.12.15

Sangamo Biosciences

SGMO konsolidiert bisher in klassischer, trendbestätigender Manier. Die technischen Signale, sind weiter Grün:

SGMO 04.12.15

So .... jetzt mache ich etwas früher vor 17 Uhr Schluss und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Ihr Hari

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Biotech – Tage der Wahrheit



Der Momentum-Sektor der letzten Jahre schlechthin, war ohne jede Frage der Biotech-Sektor gewesen. Und dieser neigt seit dem Juli diesen Jahres zu deutlicher Schwäche, was einige Fragezeichen aufwirft.

Schauen wir daher doch mal, wie kurz vor Beginn der klassischen "Jahresend-Rally-Phase", der Sektor ETF IBB nun aussieht.

Und was wir sehen, ist sehr durchwachsen und wirft weitere Fragen auf. Kurz gesagt, der Sektor muss nun liefern, sonst hat er wohl ein Problem.

IBB 23.11.15

Wir sehen den riesigen Hammer am 24.08. mit der sich anschliessenden, flaggenartigen Gegenbewegung. Dass es von da noch einmal runter gehen würde, war recht klar und wenig überraschend bei der Struktur.

Wir sehen dann den Doppelboden, den der IBB interessanter Weise vor dem breiten Markt schon am 28.09. vollzogen hat. Dann schloss sich eine erneute Seitwärtskonsolidierung an, die aber weit weniger klar in ihrer Aussagekraft war, wie die Flagge von September.

Diese Konsolidierung wurde nach oben aufgelöst, schaffte aber nicht mehr, als die Abwärtstrendlinie erneut exakt auf den Punkt zu testen. Ein weiterer Einbruch mit Wendehammer schloss sich am 12. November an und nun endlich - nun hat der Kurs über die Abwärtstrendlinie geschaut und testet diese gerade wieder. Auf der Ebene des OBV, ist die Lage aber immer noch unbefriedigend und das OBV kann scheinbar nicht in die Regionen vor dem grossen Absturz zurück kehren,

In Summe haben wir hier also ein sehr indifferentes Bild, bei dem es derzeit keinen Sinn macht, sich zu stark auf eine Seite festzulegen.

Klar ist aber, dass nun die "Tage der Wahrheit" sind. Der IBB muss nun diesen kleinen Schub bestätigen und muss schnell das Hoch vom 04.11. nehmen, dann kann man schon mal durchschnaufen. Wenn dann auch zügig die 350 USD und die 200-Tage-Linie fallen, dann drehen die Signale wieder klar auf Grün.

Das Risiko des Scheiterns ist nun aber auch ganz nahe. Denn dann wäre ein erneut tieferes Hoch und ein erneuter Abpraller von der Trendlinie generiert worden. Und ob der IBB dann einen Dreifachboden erneut auf dem Niveau von ca. 285 USD ausbilden kann, ist zu bezweifeln. Wenn der Sektor nun nicht nach oben weg kommt, wäre auch das ein Signal.

Es gibt halt manchmal so Situationen, da hilft nur Warten. Besonders attraktiv sieht diese Chartstruktur auf jeden Fall nicht aus. Eher indifferent und unklar. Und insofern gibt es vielleicht bessere Sektoren um die Jahresendrally zu spielen, falls sie denn kommt.

Das Schöne ist aber, ob das so ist oder ob der IBB nun doch noch zur Rally antritt, wird uns die Price-Action der kommenden Tage vielleicht relativ schnell offenbaren.

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Das Vorjahresmuster



Guten Morgen!

Ganz ehrlich, ich tue mich heute schwer, das aktuelle Geschehen auf der kurzfristigen Ebene der kommenden Tage eindeutig einzuordnen und bekomme ein indifferentes Bild. Und vor allem habe ich eine starke Vermutung, die sich mir aufdrängt, obwohl ich sie nicht ausreichend begründen kann und sie ein wenig im Widerspruch zur gestrigen, überzeugenden Price-Action steht.

Dazu aber später mehr. Rekapitulieren wir erst einmal, was wir wissen und was funktioniert hat.

Der hier von mir immer wieder kommunizierte Pfad mit der höchsten Wahrscheinlichkeit, war immer (1) Rally aus dem Doppelboden, (2) Konsolidierung/Korrektur Anfang/Mitte November, (3) Jahresendrally.

Bisher läuft alles nach Plan, wir hatten die Korrektur und hatten nun gestern einen markanten Schub mit Momentum, der durchaus das Potential hat, der Beginn einer weiteren Rally zu sein.

Auch kurzfristig hat alles gepasst, ich erinnere an -> die iSKS gestern im FDAX <- und die Erwartung gestern früh, -> dass der DAX hier nach oben dreht <-. Aber vor allem auch an meine Kommentierung vor genau einer Woche zu den Korrekturen in DAX und S&P500.

Auch die Reaktion der Börsen auf Paris, oder genauer gesagt die "Nicht-Reaktion", war nicht überraschend und ist völlig normal. Dass einzelne Schreckereignisse die Börsen nur kurz bewegen, ist völlig normal und sollte wirklich jeder wissen. Denn die Frage ist immer, -> was kommt danach <- und nur ein Ereignis, aus dem die Börsen langfristige Änderungen für die Firmenergebnisse ableiten, hat auch langfristige Konsequenzen.

Dass es gestern kaum eine Schreckreaktion gab, ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass die Marktteilnehmer zwischen dem Ereignis und dem Handelsstart am Montag zwei volle, ruhige Tage hatten, um die Situation einzuschätzen und sich die obige Frage zu stellen. Hätte der Anschlag am Freitag mitten im Handel statt gefunden, hätten wir ohne jede Frage erst einmal eine 2-3% Schreckreaktion erlebt. Das Ergebnis wäre aber das Gleiche gewesen, wenn nichts nachkommt und auch die Staaten in den bekannten Reflexen verbleiben, geht die Börse schnell wieder zur Tagesordnung über. Und die Tagesordnung war auch ohne Anschlag für diese Woche eine Gegenbewegung aus dem überverkauften Marktzustand gewesen.

Auch dass die Börsen dann gleich gestern zur Rally starteten, die ich nach weiterer leichter Schwäche am Montag eher erst für den heutigen Dienstag erwartet hatte, ist logisch, wenn man sich die psychologischen Abläufe klar macht.

Denn Wendepunkte brauchen einen Katalysator. Dass wir an einer wichtigen Wegscheide stehen, war jedem Profi klar, ich habe das auch deutlich in -> die grosse Wegscheide <- thematisiert.

Und nun fragen Sie sich selber mal, wie Sie psychologisch agieren, wenn Sie mit einer Wende rechnen, auf diese aufsatteln wollen und nur abwarten wollen, bis der Tiefpunkt erreicht ist. Hmm?

Ich sage es Ihnen. Solange kein Katalysator kommt, warten Sie ob die Kurse drehen. Wenn aber ein Katalysator kommt und die Kurse den Tiefpunkt hinter sich zu haben scheinen, springen Sie auch auf und verstärken die Bewegung. Durch das Attentat war aus jahrzehntelanger Erfahrung davon auszugehen, dass das Minus der Schrecksekunde einen zumindest kurzfristigen, temporären Tiefpunkt markieren würde und so sprangen alle auf, als die Tiefs des Morgens gleich wieder gekauft wurde - frei nach dem Motto "tiefer gehts nimmer". 😉

Summa Summarum lief das bisher also alles im Rahmen unserer Erwartungen. Wie aber ist die massive Stärke von gestern nun mittelfristig einzuordnen und wie geht es weiter?

Hier tue ich mich wie gesagt schwer, weil mein Instinkt der gestrigen Bewegung nicht traut. "Das wars noch nicht mit der Korrektur" flüstert dieser mir ein. Wenn ich so eine starke Reaktion in mir spüre, die nicht perfekt zum Marktgeschehen passt, versuche ich immer heraus zu finden, woran diese Reaktion liegt und damit die Bauchreaktion auf die Ebene einer rationalen Analyse zu heben.

Nach vielem Nachdenken glaube ich, dass es die Struktur in den Charts ist, die mich stört, zusammen mit meinen Erwartungen um den Ablauf rund um EZB und FED in wenigen Wochen.

Ich habe da ein Muster vor Augen, das wir auch voriges Jahr hatten und das ich Ihnen hier zeigen will:

DAX 17.11.15

Sie sehen, wie es im Vorjahr abgelaufen ist und ich habe markiert, wie das dann dieses Jahr ablaufen würde. Wenn Sie so wollen, kommt mir dieser Rebound zu früh und der Markt ist mit der Korrektur noch nicht ausreichend durch.

Auch die Analogie zu 2011 hatte noch eine indifferente Phase voraus, die wir hier sehen können:

DAX 2011 17.11.15

Das Ganze passt auch zu meiner Einschätzung der Geschehnisse um EZB und FED. Wir wissen ja, dass nur Überraschungen den Markt bewegen und nicht, was dieser schon erwartet.

Das Problem mit Draghi und der EZB Sitzung Anfang Dezember ist aber, dass die Rhetorik der EZBler so stark war, dass wirklich jeder und seine Oma da nun eine markante Ausdehnung des QE erwartet. Eine Überraschung kann das nicht mehr sein und das Enttäuschungspotential erscheint höher, wenn die EZB dann doch nicht ganz so kraftvoll agieren sollte.

Bei der FED Mitte Dezember ist es aber umgekehrt. Hier erwartet der Markt nun eine Zinserhöhung und hat Sorge vor dem Beginn eines ganzen Zyklus. Sollte Yellen aber eine "one and done" Erhöhung durchführen und die Angst vor dem schnellen Zyklus nehmen, wird der Markt das mit grosser Erleichterung aufnehmen. Und dann kommt die Jahresendrally - aber eben ab Mitte Dezember nach der FED.

Summa Summarum sagt mir also mein Instinkt, dass wir im DAX hier nun eher eine Seitwärtsbewegung in den kommenden Wochen erleben, bei der sich der DAX nicht wirklich von 11.000 lösen kann. Und dieser Instinkt erscheint mir auch nach intensivem Nachdenken als recht rational.

Für eine sofortige, harte Rally und gegen meinen Instinkt, spricht aber ganz klar der Anlagedruck aller, die "dabei" sein wollen. Und wir hatten gestern im Moneyflow auch keinerlei Indiz dafür, dass die gestrige Rally sofort wieder verkauft wird. Insofern ist es sehr gut möglich, dass gestern wirklich der Beginn einer weiteren Rally bis in den Dezember hinein war, die Price-Action und Saisonalität spricht keineswegs dagegen!

Für unsere mittelfristige Strategie ist die schwer einzuschätzende Marktlage aber recht einfach zu handhaben. Die Tiefs von Freitag letzter Woche markieren wichtige Tiefs, die wir nun nutzen können, um unsere Stops darunter zu ziehen. Und ansonsten bleiben wir dabei und fertig!

Und dann sind wir dabei, wenn nun doch die grosse Rally startet. Und sind auch dabei, wenn es nun seitwärts weiter geht. Sind aber draussen, wenn diese Korrektur doch noch nicht ihr Ende gefunden hat.

Eine Botschaft, die ich Ihnen hier in den letzten Wochen immer wieder wie eine Gebetsmühle geschrieben habe, wurde aber gestern eindrucksvoll bestätigt: Lassen wir uns diesen Markt nicht schlecht reden. Wir haben hier bullische Price-Action vor uns und der Diskurs, den ich oben mit mir selber führe, ist nur die Frage, ob es nun sehr bullisch weiter geht oder nur verhalten eher seitwärts.

Für grundlegend bärische Argumente, gibt es mit Sicht zum Jahresende aber für mich wenig rationale Argumente. Unwahrscheinlich ist zwar nicht unmöglich, aber genau dafür haben wir ja (hoffentlich) unser Risikomanagement.

Ich wünsche einen schönen Tag!

Ihr Hari

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S&P500 & Wochenabschluss



So liebe Mitglieder, zum Abschluss dieser Börsenwoche, werfe ich noch einen kurzen einordnenden Blick auf den S&P500:

S&P500 13.11.15

Der nähert sich nun auf kurzfristiger Zeitebene wieder überkauftem Terrain und sollte das endgültig Anfang kommender Woche erreichen, was spätestens den Dienstag zum potentiellen Tag für den Tiefpunkt macht, vielleicht sogar früher. Wir sollten dann wieder ein aufmerksames Auge auf den Moneyflow haben, um den Tag zu erhaschen, an dem das grosse Geld auf die Wende zu wetten beginnt.

Auffällig ist auf jeden Fall, wie hier die Fibonacci Retracements mit den durch die Hochs und Tiefs bestimmten, logischen Widerstandszonen zusammen fallen. Ich habe hier beide Zonen eingezeichnet, wobei vor allem die 50% Zone knapp unter 2.000 die Wichtigste ist.

Schon vor drei Tagen habe ich gesagt, dass mit dem bullischen Szenario alles in Ordnung ist, solange der S&P500 nur kurz unter 2.000 schaut und dann wieder dreht. Erst wenn er von da weiter fällt, muss man sich ernste Sorgen machen, das wir hier eine ganz andere Sitution, als "den Dip der erfrischt" vor uns haben. Aber da sind wir noch nicht.

Nächste Woche ist dann von den Daten und Ereignissen her auch noch sehr verhalten, die Woche darauf ist dann aber die mit Thanksgiving am 26.11. und dem "Black Friday" am 27.11., die traditionell eher bullisch ist.

Was die FED angeht, dürfte der Markt eine Zinserhöhung nun weitgehend verarbeitet haben, nachdem sich gestern auch der FED Vize Fischer klar positioniert hat: -> Hinweise auf Zinswende verdichten sich <-.

Die FED bereitet den Markt nun also ganz klar vor, eine derart konzertierte und klare Kommunikation, gab es vor der September Sitzung nicht.

Das schafft kurzfristig eine Belastung für die Märkte, die sich aber dann positiv entladen würde, wenn klar werden sollte, dass die FED auf keinen Fall nun eine schnelle Erhöhungskaskade in Gang setzt, sondern es eher ein einmaliges Ereignis bleibt, nachdem dann wieder lange nachgedacht wird.

Ob der Markt schon im Vorfeld zu dieser Erkenntnis kommt, oder erst Yellens Worte Mitte Dezember dafür braucht, ist für mich im Moment nicht vorher zu sehen.

Auf jeden Fall haben wir aber gegenläufige Erwartungen im Markt, einerseits an eine EZB die Anfang Dezember den Stimulus ausdehnen wird und andererseits an eine FED, die Mitte Dezember die Zinszügel zum ersten Mal seit ca. einem Jahrzehnt anziehen wird.

Jedwede Änderung dieser gegenläufigen Erwartungen, wird sich massiv auf die Märkte auswirken, das ist ganz klar und eindeutig.

Das negativste Szenario wäre nun also, dass das Bröseln nächste Woche weiter geht und dann Anfang Dezember die EZB enttäuscht. Dann entstünde Anfang Dezember eine ungute Mischung, bevor Yellen wieder weisse Salbe auf die Wunde schmieren kann.

Aber jetzt sagen Sie mir, wie wahrscheinlich es ist, dass Draghi nach all den vielen Worten und der mehr als deutlichen, sprachlichen Vorbereitung, die Märkte stark enttäuscht? Ich finde das ist zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich.

Der fundamental stärkste Gegenwind kommt für den Markt wahrscheinlich von der Ergebnisentwicklung. Denn die Margen der US Unternehmen sind ziemlich gedehnt, die Buybacks laufen schon und können keinen additiven Schub verursachen und der Dollar ist einfach zu stark. Insofern ist das Risiko einer kritischen Quartalssaison Anfang 2016 recht hoch, aber das ist dann eben schon ein 2016er Problem und ich bin 2016 gegenüber derzeit nicht übermässig optimistisch eingestellt.

Jetzt haben wir aber erst einmal die Frage der Jahresendrally vor uns und da sieht es weiter gar nicht so schlecht aus, wenn Draghi es nicht vergurkt. 😉

So, mit diesen Worten schliesse ich meine Bücher und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Wir lesen uns im Forum und ansonsten kommenden Montag.

Ihr Hari

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