Alte Weisheit – doppelt wichtig

Sie wissen immer noch nicht, was Sie von der Markttechnik zu halten haben?

Alte Volkswirtschaftsprofessoren mit begrenztem Horizont erzählen Ihnen, dass diese ja nur "Hokuspokus" wäre?

Sich selbst überschätzende Jünglinge wollen Ihnen, inklusive vieler bunter Linien, damit die sichere Zukunft weissagen?

Nun gut, ich kann verstehen, dass man da verwirrt ist. Warum trauen Sie dann statt dessen nicht lieber dem, was Sie selber sehen können, wenn Sie mal genau hinschauen?

Gehen wir doch ein Jahr zurück und lesen Sie bitte noch einmal, was ich Ihnen damals in diesem Artikel geschrieben habe:

-> DIe Märkte vor dem Sprung - Was gute technische Analyse leistet <-

Bitte lesen Sie es unbedingt noch einmal, ohne das ist der folgende Kontext nicht zu verstehen. Damals hat die Markttechnik klar das Sprungpotential des Marktes aufgezeigt, der Tiger drückte schon den Rücken durch. Die Richtung des Sprungs war aber offen, auch wenn sie sich mit Tendenz nach oben andeutete.

Und das ist nun daraus geworden:

Da haben Sie, was Markttechnik wirklich leistet und was nicht. Sie kann *nicht* die präzise Zukunft vorher sehen und bestenfalls Wahrscheinlichkeiten an verschiedene Szenarien heften. Und sie ist trotzdem - oder gerade deswegen - voller wichtiger Signale.

Weder der Professor mit Scheuklappen, noch der sich überschätzende Jüngling, haben also die Substanz verstanden, weil beide glauben, dass Markttechnik die präzise Zukunft weissagen will. Markttechnik ist aber genau dann ein mächtiges Instrument, wenn man sie einzusetzen versteht.

Wer mit einem Hammer eine Schraube rein drehen will, wird schliesslich auch scheitern, was nicht das Problem des Hammers ist. 😉

Ihr Hari

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Die Logik der Markttechnik

Die folgenden Worte habe ich schon oft gesagt. Und es ist doch immer wieder nötig. Denn wenn etwas den "normalen" Anleger typischerweise auszeichnet, ist es der Glaube Markttechnik sei "Hokuspokus" und fundamentale Betrachtungen würden ihn zum Erfolg führen. Warum nur, schafft es kaum jemand dieser Anleger mit Aktien erfolgreich zu sein?

Denn die reale Welt ist genau anders herum, Markttechnik verschafft dem normalen Anleger überhaupt eine Chance - keine Sicherheit, eine Chance - während es ihm in der Regel an Zeit und Kompetenz fehlt, mit fundamentalen Argumenten einen Mehrwert zu dem zu schaffen, was der Markt sowieso schon in die Kurse gepackt hat.

Das liegt nicht daran, dass fundamentale Analysen nicht funktionieren würden, es liegt an den unterschätzten Anforderungen, die an diese zu stellen sind um einen Mehrwert zu schaffen. Im Artikel -> Gedanken zum langfristigen Vermögensaufbau und zum Zerrbild des Value-Investing <- habe ich das vor Jahren ausführlich dargestellt.

Das grosse Missverständnis aller, die Markttechnik für "Hokuspokus" halten ist, dass sie *Weisssagungen* mit *Wahrscheinlichkeiten* verwechseln und *Prognosen* mit *Szenarien*. Vor ein paar Wochen gab es dazu einen (für mich) eher peinlichen Artikel eines Professors -> in der FAZ <-, der so von den üblichen Missverständnissen strotzt, dass er mir nur zeigt, wo ich meinen Sohn besser nicht studieren lassen sollte. Ich will ich mich hier aber nicht an anderen abarbeiten, dafür ist mein Leben zu kurz, sondern das nur als prägnantes Beispiel für die typischen, zweidimensionalen Denkstrukturen verstanden wissen und ansonsten nicht weiter darauf eingehen.

Aber auf den Kern der Markttechnik will ich Sie hier aufmerksam machen. Einen Kern, den ich an dem Chart des SP500 festmachen will, das ich Ihnen letzte Woche in -> Mal Hinschauen! <- gezeigt habe. Dieses Chart sah so aus:

Und nun, nach der Wahl in Frankreich, spricht viel dafür, dass es eintreten könnte. Konnte man also das Ergebnis aus der Vergangenheit herleiten?

Quatsch, was ein Blödsinn. Aus der Vergangenheit lässt sich die Zukunft nicht sicher herleiten. Es hätte ebensogut auf Melenchon vs LePen heraus laufen können und dann wäre das Chart hier weggeknickt! Seriöse Markttechniker unterliegen nicht der -> Prognosiritis <-, das bleibt den medialen "Gurus" überlassen und all den Anlage-Schafen, die diesen "Gurus" hinterher rennen wollen.

Wenn es keine Prognose war, ist es denn dann Zufall, dass es hier nun nach oben geht? Nein, ist es auch nicht.

Denn Markttechnik ist eben nicht nur bunte Muster, sie ist richtig interpretiert ein Abbild der Kräfte im reflexiven Markt. Und Dinge wie Unterstützung und Widerstände haben ganz reale Grundlagen im Kampf zwischen Angebot und Nachfrage, die in der Psychologie der Marktteilnehmer begründet sind. Es ist eben mehr als ein Muster, es ist mehr mit einem komplexen Strömungsbild eines wilden Flusses an Stromschnellen vergleichbar. Dieses Strömungsbild ist auch nur eine Momentaufnahme, es lässt dem kundigen Auge aber wichtige Schlüsse auf die Strömungsstruktur des ganzen Flusses zu. Und damit kann man auch mit Wahrscheinlichkeiten Modelle entwickeln, wohin es ein Boot treiben würde.

Wir hatten im Markt sehr eindeutig seit Anfang März eine langwierige Konsolidierung, in der die bis dahin überkaufte Markttechnik abgebaut wurde. Während Anfang März die Chance auf weitere Anstiege also eher gering war und man mit einer Korrektur rechnen musste, ist nun das Korrekturrisiko gesunken und die Chance auf eine neue Anstiegsphase ist gestiegen. Gestiegen, das Wort ist wichtig, nicht sicher.

Dabei haben wir es also nur mit Wahrscheinlichkeiten und Szenarien zu tun. Das Chart oben, hat uns also ein realistisches Szenario gezeigt, das sich nun in den Wahrscheinlichkeiten nach vorne schob. Damit wusste immer noch niemand, wie die Wahl in Frankreich ausgehen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese zu einer Auflösung nach oben führen würde, war aber gestiegen, weil einige negative Sorgen nun schon verarbeitet wurden und das war in der flaggenartigen Konsolidierung sichtbar.

Genau das ist, was gute Markttechnik leisten kann. Sie arbeitet die Pfade der Wahrscheinlichkeiten und Strömungen des Marktes etwas heraus und verbessert damit das Chance/Risiko Verhältnis der Entscheidungen. Um es etwas simplizistisch darzustellen, erhöht sie die Chance die "richtige" Entscheidung zu treffen von 50% (Zufall) auf 55-60%. Aber 40-45% treten im Einzelfall eben auch fast jedes zweite Mal ein, trotzdem generiert die Statistik einen Vorteil, wenn man markttechnische Erwägungen berücksichtigt.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger liefert die Markttechnik. Wer solche Charts für Prognosen hält, argumentiert mit Verlaub am Thema vorbei. Und wer die Märkte nicht als soziale, selbstreferentielle Systeme begreifen kann - das was man die -> Reflexivität <- nennt - redet als Blinder über Farben.

Selbstreferentielle, soziale, chaotische Systeme - und der Aktienmarkt gehört dazu - haben sehr wohl dynamische, wiederkehrende Muster. Nur lassen sich diese nicht mit zweidimensionaler Logik fassen. Es gibt mit der Systemtheorie einen eigenen Wissenszweig, der sich genau damit befasst. Leider ist die sehr mechanistisch denkende VWL davon noch nicht ausreichend befruchtet, der "Prognosekraft" der "Wirtschaftsweisen" würde es wohl gut tun. 😉

Wer sich für diese spannenden und wichtigen Themen der Systemtheorie interessiert, die viel mit dem Aktienmarkt und der Markttechnik zu tun haben, findet hier in der Wikipedia zu -> komplexen adaptiven Systemen <- ein paar Begriffe, um bei der Recherche weiter zu verzweigen.

Wir haben also die Wahl. Wir können auf diesen kleinen Edge, den uns die Markttechnik gewähren kann verzichten, oder wir können diesen zu unserem Wohl nutzen, wohl wissend, dass damit nie Sicherheiten verbunden sind.

Welche Entscheidung wir hier bei Mr-Market treffen, dürfte klar sein. Es ist der pragmatische Weg, nach dem alles gut ist was hilft und funktioniert. 😉

Um den Punkt wieder mit einer Metapher zu machen, ein guter, erfahrener Markttechniker ist wie ein alter Bauer, der morgens aus seiner Kate heraus tritt, schnuppert, das Gras anfasst, um sich schaut und dann ein erstaunlich gutes Szenario für den weiteren Wetterverlauf des Tages hat.

Nur eine in ein paar Stunden eintreffende Gewitterfront, die noch hinter den Bergen verborgen nicht sichtbar ist, kann auch der Bauer nicht antizipieren. Wie denn auch, darum geht es doch auch gar nicht. Trotzdem verschafft dieser von Mustern geprägte Wetter-Instinkt dem Bauern einen Vorteil, den er zum Wohl seiner Familie und seiner Arbeit nutzen gelernt hat.

Ihr Hari

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BASF – wie Muster uns helfen – und wie nicht

Vor einer guten Woche, hatte ich Ihnen im Artikel -> Drei Plus für BASF < - die eindrucksvolle Ausbruchschance bei BASF nahe gebracht.

Am 03.10.16, sah das Chart so aus:

basf-03-10-16

Nun heute am 12.10.16 so:

basf-12-10-16

Das kann man wohl einen Volltreffer nennen. Ein klares Kaufsignal und ein klarer Ausbruch.

Nun würde andere sich vielleicht damit brüsten, dass Sie das ja "gesehen" haben und dabei all die Fälle unterschlagen, in denen so Strukturen eben nicht aufgehen, obwohl sie ähnlich aussichtsreich aussahen.

Genau da setzt dann auch die - etwas naive - Kritik von unerfahrenen Anlegern an, die Markttechnik gerne perse als Hokuspokus abtun und damit nur zeigen, wie weit sie selber vom Verständnis des selbstreferentiellen (reflexiven) Marktes entfernt sind.

Beide - die die so tun, als könnten sie so Ausbrüche zuverlässig vorher sagen, wie auch die, die Markttechnik perse als Hokuspokus abtun - sitzen dabei einem grundlegenden Missverständnis auf.

Weiterlesen ...BASF – wie Muster uns helfen – und wie nicht

Solar Sektor – Signale stehen auf Grün!

Der folgende Artikel erschien schon Donnerstag 02.04.15 16:05 in Hari Live

Die einfachsten Dinge sind oft die Profitabelsten und deshalb sollte man sie auch immer wieder wiederholen, auch wenn es aus medialer Sicht manchmal penetrant werden könnte.

Aber wir verdienen unser Geld an der Börse ja nicht mit Unterhaltung, sondern damit, aus dem was uns der Markt gibt, so viel wie möglich heraus zu holen. Und dazu gehört Disziplin und Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung!

So ein Sektor der "Wiederholung" ist der Solarsektor. Ich habe darüber in Hari Live seit Jahresanfang immer wieder und immer wieder im gleichen Tenor geschrieben. Und auch heute will ich es wieder tun, denn der Sektor sieht von der Markttechnik her einfach gut aus.

Die relative Stärke habe ich erst gestern wieder thematisiert, heute schauen wir mal wieder auf die langfristigen Charts mit Wochenkerzen.

Nun ist Charttechnik auf der Basis von "Pattern" ja keine exakte Wissenschaft, man kann eine Situation immer so oder so zeichnen. Und manchmal widersprechen sich die Muster dann auch, was Ausdruck einer unklaren Marktlage ist.

Beim an der Wallstreet notierenden Guggenheim Branchen-ETF TAN aber, kann ich auf das Wochenchart schauen wie ich will, ich sehe immer bullische Muster. Zunächst einmal betrachten wir die Struktur der 2014er Konsolidierung:

TAN 02.04.15 2

Und wir können die Begrenzung auf unterschiedliche Arten und Weisen zeichnen, mal mit den maximalen Spitzen als Begrenzung (schwarz) und mal unter Abschneiden von Fakeouts sozusagen die zentrale Struktur (lila) heraus arbeiten. Aber egal wie wir es machen, wir bekommen im grossen Bild immer einen bullischen Ausbruch aus der Flagge (blau).

Nun können wir uns statt der Flagge aber auch die Wendestrukturen heraus arbeiten und dann bekommen wir so ein Chart, das ein wenig nach einer bullischen Cup´n Handle Struktur aussieht:

TAN 02.04.15 3

Alle technischen Betrachtungsweisen deuten also auf Chancen nach oben. Und das erst recht, wenn es der TAN mittelfristig schaffen sollte, die umkämpfte 4xer Zone zu verlassen, die beim ein Jahr alten Hoch vom 07.03.2014 bei 51,07 USD ihre obere Begrenzung findet.

Sollte der Deckel dort wegfliegen, sind mit guter Wahrscheinlichkeit 70 USD als nächstes Ziel, aber durchaus auch 90 USD denkbar. Ja, ich meine 90 USD, die Marktechnik gibt das im Sinne eines "Measured Moves" durchaus her. 70 USD erscheinen dann aber recht realistisch.

Fundamental gesehen, stehen die Signale sowieso auf Grün, der Sektor segelt sozusagen mit politischem Rückenwind. Was in China passiert, haben wir ja mitbekommen und auch in den US ist der politische Rückenwind da, lesen Sie zum Beispiel hier:
-> Parteiübergreifende Solar-Initiative in Florida <-.

Nun wissen wir ja, dass nichts am Markt völlig sicher ist und gerade die Dinge, die "sicher" aussehen, sind am gefährlichsten. Wo könnte also beim Solar-Thema das Problem um die Ecke kommen, das wir heute nicht sehen?

Nun, niedrige Öl-Preise als Konkurrenz-Energie, können es nicht sein, wir erleben ja gerade, wie gut sich der Sektor trotzdem hält und auch das ist sehr bullisch zu werten.

Was einschlagen würde, wäre ohne Frage eine neue, saubere Energieform mit hohem Wirkungsgrad ala "kalter Fusion". Aber wer will schon ins Blaue hinein auf solche Science Fiction wetten?

Nein, mir fällt im Moment nichts ein, was da um die Ecke kommen könnte. Wenn überhaupt dann ein neues, massives Überangebot, so dass zwar der Sektor als Ganzes vom Umsatz her boomt, die Firmen aber kaum Gewinne machen. Das ist für mich noch das am ehesten realistische, negative Szenario.

Aber wie auch immer, wir dürfen auch nicht überinterpretieren und alles in Frage stellen, nur um es in Frage zu stellen. Wir müssen aber aufmerksam sein und dürfen nichts als gegeben hinnehmen, auch nicht die positive Zukunft des Solar-Sektors.

Von dieser berechtigten Aufmerksamkeit für neue Entwicklungen abgesehen, sieht aber der Sektor derzeit positiv aus und ich predige ja immer, dass wir handeln sollen, was wir sehen und nicht was wir sehen wollen.

Was wir aber sehen, ist eine bullische Markttechnik. Der TAN könnte sehr wohl im Sinne des Charts oben noch einmal einen "Henkel" bilden und die 40 USD erneut testen - kurzfristig ist auch im TAN eine Korrektur gut vorstellbar.

Mittelfristig sind die Börsensignale des Sektors aber für mich klar auf Grün!

Ihr Hari

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Die 0% Bundesanleihe oder: An einem Tag wie diesem ….

Ja liebe Leser des freien Bereichs von Mr-Market, was schreibt man einem Tag wie diesem? Einem Tag an dem die EZB kurz davor steht, ein höchst umstrittenes Quantitativ Easing (QE) auch für die Euro-Zone zu beschliessen?

Nun, eines kann man sagen, nämlich dass das Endspiel um den Euro nun langsam beginnt. Der Einsatz wird höher, die Fallhöhe damit aber auch.

Wir haben hier in der Community in den letzten Tagen viel darüber geschrieben und daraus Schlüsse über die weitere Marktentwicklung gezogen, da macht es doch Sinn, sozusagen als "Vorbereitung" auf die heutigen Ereignisse, Ihnen auch im freien Bereich mal einen Blick auf ein paar Beiträge der letzten Tage zu erlauben.

Ich habe dabei bewusst drei Beiträge ausgesucht, in denen es mal *nicht* primär um Aktien, Charts und Markttechnik geht, sondern um das Grundsätzliche. Schauen Sie mal rein:

Dienstag 20.01.15 16:40 - 0% Bundesanleihe

Die Welt ist komplex und entzieht sich einfachen Erklärungen. Und trotzdem kann man manchmal die ganze Verrücktheit in einem Symbol zusammen fassen und damit auch wie in einem Brennglas deutlich machen.

Was den durch den Druck der Notenbanken völlig "verbogenen" Finanzmarkt angeht, haben wir nun so ein Symbol:
-> Neue Bundesanleihe mit 0,00% Coupon <-

Mit anderen Worten: gib mir (Deutschland) lieber das Geld ohne Zins, weil wenn Du es nicht tust, sorge ich Staatsmacht dafür, dass es auf dem Konto entwertet.

Jaja, die Notenbanken sind unabhängig - schon klar. Praktisch arbeiten sie aber für die Interessen der Staaten, die theoretisch mit den Interessen ihrer Bürger deckungsgleich sein sollten, es aber leider nicht immer sind. Denn die Interessen eines Staatsapparates tendieren leider dazu sich zu verselbstständigen und er vergisst gerne, für wen er überhaupt existiert und von wem er finanziert wird.

Direkte Demokratie wie in der Schweiz kann gut dabei helfen, diesen Prozess der Verselbstständigung zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen, wir in Deutschland sind aber eine repräsentative Demokratie.

Ich finde die Situation am Finanzmarkt auf jeden Fall nicht mehr normal, nein sie ist krank. Und es soll mir bitte keiner erzählen, dass das wegen der Finanzkrise 2008 zwingend nötig wurde. Wenn überhaupt ist es nötig, weil praktisch die ganze westliche Welt - Deutschland eingeschlossen - bis zur Halskrause überschuldet ist und Zinsen wie in den 90er Jahren gar nicht mehr tragen könnte.

Damit haben Sie aber auch einen weiteren Grund, warum Gold nun so attraktiv ist. Denn durchaus berechtigt wird Gold ja vorgeworfen, dass es nichts abwirft, nichts erschafft und deshalb eigentlich keine Geldanlage, sondern bestenfalls Vermögensverwahrung ist. Das stimmt auch, mit Gold kann man langfristig nichts verdienen, man schafft nichts, es ist einfach totes Metall.

Aber man erhält langfristig gesehen die Kaufkraft. Und das ist mehr, als eine 0% Bundesanleihe bietet, denn die Inflation existiert ja immer noch, auch wenn sie im Warenkorb nicht auftaucht bzw durch das billige Öl überdeckt wird.

Wenn man mir nun also eine Pistole an die Schläfe legen würde und mich zwingen, entweder mein Vermögen komplett in diese Bundesanleihe zu stecken oder in Goldbarren, was glauben Sie, würde ich wohl machen? 😉

Dienstag 20.01.15 18:40 - Bundesbank vs EZB

Hier ist eine nette anekdotische Darstellung, wie sich das Verhältnis der Bundesbank zur EZB entwickelt hat: -> Chancenlos gegen Draghi <-

Und gleichzeitig ist der Artikel für mich auch wieder Ausdruck der Naivität der deutschen Politik und Öffentlichkeit, inklusive weiter Teile der Medien. Denn der strukturelle Grund, *warum* dieser Einflussverlust überhaupt möglich ist, wird mit keinem Wort erwähnt.

Deutschland hat -> über 25% am voll eingezahlten Kapital <- der EZB und haftet auch in diesem Umfang für die Folgen und mögliche Verluste. Um es also klar zu sagen, Sie und ich haften mit unserem Steuergeld in diesem Umfang.

Gleichzeitig hat Deutschland aber ein Entscheidungsverhältnis akzeptiert - aus meiner Erinnerung war das zu Zeiten Kohl/Waigel - nach dem der Bundesbank-Chef im Rat exakt eine Stimme hat, genau so viel wie die Notenbanken von Griechenland, Zypern, Malta und Luxemburg! Luxemburg mit seinen 540.000 Einwohner hat also das gleiche Stimmgewicht, wie Deutschland mit ca. 80.000.000 Einwohnern - Faktor ca. 145 für die, die es genau wissen wollen.

Das ist völlig absurd und eine Verschleuderung deutscher Interessen und demokratischer Prinzipien. Würde sich ein Vorstand einer AG so verhalten und die langfristigen Interessen der Gesellschaft so verschleudern - würde man ihm wohl den Gummi-Straftatbestand der Untreue vorhalten.

Und ja, ich weiss schon, dass es über das Direktorium (derzeit für Deutschland Sabine Lautenschläger) dann eine zweite Stimme gibt, das bringt das Verhältnis zu Luxemburg dann auf den Faktor 70 herunter - Bravo! 😉 - und ändert am prinzipiellen Problem rein gar nichts, zu mal auch andere Länder ein zweites Mitglied im Direktorium haben.

Denn wenn die Stimme von Weidmann im Rat die 25% Gewicht ausmachen würde, die ihm nach der Bevölkerung Deutschlands und dem eingezahlten Kapital zustehen, würde es auch defacto keine Politik geben können, die den Interessen der Bundesbank diametral entgegen läuft. Punkt.

Und keine der folgenden Regierungen hat das je in Frage gestellt, weder Schröder noch Merkel - man denke da im Vergleich nur an Maggie Thatchers robustes "i want my money back". Und selbst Journalisten, die so Artikel schreiben, erwähnen dieses absolut zentrale Kernthema nicht. Da kann man sich doch nur verzweifelt an den Kopf fassen!

Denn am Ende ist es ganz einfach. Menschen ändern sich und die Kultur von Organisationen auch - sich bei absolut zentralen Themen mit grossen Konsequenzen, dauerhaft nur auf die Nettigkeit Dritter zu verlassen, ist für mich schlicht naiv. Die Macht die Dinge zu beeinflussen, hat in einer auf Mehrheitsfindung ausgerichteten Organisation nur der, der die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen kann. Und jeder der 25% Anteile an einer Aktiengesellschaft hat, würde völlig selbstverständlich und zu Recht darauf bestehen, auch 25% der Stimmrechte zu besitzen.

Nur die Deutschen nicht. Die thematisieren diese Selbstkastrierung noch nicht einmal und wundern sich dann, wenn eine Union von Kleinstaaten von Griechenland bis Malta gegen sie Währungspolitik macht.

Höchst undemokratisch ist das davon abgesehen auch. Denn Ihre und meine Stimme ist bei diesen Fragen um zwei- bis dreistellige Faktoren weniger wert, als die Stimme eines Luxemburgers oder Zyprioten, der im EZB Rat durch seinen Notenbankchef vertreten wird.

Ich sagte es ja schon weiter oben, für mich persönlich steht das im diametralen Gegensatz zu den Interessen der Bürger des Landes, dem die Politiker ihren Eid geschworen haben.

Und wahrscheinlich können nur Deutsche so naiv sein zu glauben, dass sich all die anderen, denen man völlig ungerechtfertigte Stimmrechte eingeräumt hat, über Jahrzehnte nur mit Blümchen an der Hand fassen und diese Geste nie vergessen werden.

Nein, die anderen machen mit ihren Stimmen knallharte, eigene Interessenpolitik. Und keiner in der Politik thematisiert das ernsthaft und fordert die in jeder Hinsicht völlig berechtigten Stimmrechte für die Bundesbank ein. Da fehlen mir doch einfach die Worte.

Mittwoch 21.01.15 17:05 - 50% der Fakten

Ja liebe Mitglieder, es gibt kein direktes Dementi zu den aus dem EZB Direktorium durchgestochenen Informationen und der Markt steigt weiter. Wir können also davon ausgehen, dass die genannten Zahlen zum Volumen der EZB Programme im Wesentlichen richtig sind.

Weiterhin sagen die Meldungen von FT und WSJ, dass die Frage, ob das Risiko auf die individuellen Notenbanken übertragen wird, heftig in der EZB umkämpft ist. Italien und Irland äussern sich dagegen, ist jemand überrascht?

Da diese "Empfängerländer" die Mehrheit im Rat stellen, gibt es Anlass zur Befürchtung, dass auch dieses kleine "Zückerli" für die Deutschen kippt. Wie im Brennglas können wir also wieder sehen, was uns unsere Politiker damit eingebrockt haben, nicht auf den angemessenen Stimmrechten im Rat zu bestehen.

Schauen wir auf den Markt, können wir also heute schon beobachten, wie der Markt wohl morgen reagiert hätte, wenn die Nachricht bis morgen geheim geblieben wäre. Wenn man so will erleben wir gerade eine kleine Zeitmaschine. Denn der Markt bröselte heute wie erwartet abwärts und begann sich auf eine leichte Enttäuschung vorzubereiten, so wie ich das heute in meinem dominanten Szenario skizziert hatte.

Nun aber ist das Volumen höher als erwartet/befürchtet und das rechtfertigt die positive Reaktion. Auch dass Gold bei "Sell the News" erst einmal wieder etwas zurück kommt, ist kein bischen überraschend.

Was ich erstaunlich finde ist, dass mit Bekanntgabe dieser Information der S&P500 wieder zu Stärke fand und der DAX im Vergleich nicht so richtig in die Gänge kommt. Darauf kann ich mir noch keinen perfekten Reim machen, das ist aber hoch interessant und sagt etwas über die Geldströme aus.

Fazit:

Ein QE in Europa im Umfang von über einer Billion € kann man nun als beinahe Faktum hinnehmen. Nur die Details des Programms sind noch umkämpft.

Und den Markt scheint das gemessen an den Erwartungen zufrieden zu stellen und es gibt bisher keine massive Enttäuschungsreaktion. Nur stark einschränkende Details bei der Umsetzung, könnten und würden nun wohl noch enttäuschen.

In Summe finde ich diese Durchstechereien direkt aus dem EZB Direktorium ungeheuerlich. Und die Lecks zeigen, um wie viel es hier geht. Ich würde zu gerne wissen, wer das an Bloomberg durchgestochen hat und dann mal dessen Depots und Konten kontrollieren. Aber diese Macht habe ich nicht.

Schöne neue Welt!

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S&P500 und DAX – Ein Markt zum Misstrauen …. und zum Mitgehen.

Die folgende Marktlage habe ich in Hari Live gestern Montag 10.11.14 08:30 in leicht anderer Zusammenstellung veröffentlicht.
Diese ist aber auch heute immer noch unverändert gültig.

Guten Morgen!

Der Markt hat ja letzte Woche im wesentlichen mitgespielt und sich wie von mir erwartet verhalten: eine leichte Konsolidierung am Wochenanfang, die im S&P500 bis 2000 führte, wurde von einem erneuten bullischen Schub abgelöst.

Allerdings haben wir im Verlauf der Woche und vor allem gegen Ende, doch ein Menge wilder Swings gesehen, die Fragezeichen aufwerfen. Und das nicht nur bei einzelnen Aktien, sondern zum Beispiel auch gewaltige "Selling on Strength" Prints im Moneyflow, wie ich sie noch nie gesehen habe.

Vor uns liegt nun eine von äusseren Einflüssen her eher ruhige Woche. Die Quartalssaison nähert sich dem Ende, Notenbank-Events stehen nicht an und auch die Wirtschaftsdaten sind eher spärlich. Und am Dienstag ist in den US auch noch der Feiertag "Veterans Day", an dem zwar die Aktienmärkte geöffnet sind, aber die Anleihenmärkte geschlossen und deswegen das Volumen eher gering.

In der kommenden Woche kann der Markt sich also mal mit sich selbst beschäftigen, was aber keineswegs bedeutet, dass es von den Bewegungen her eine ruhige Woche wird. Denn die Spannung im Markt ist immens.

Ich denke wir alle fühlen diese Spannung. Der Schub heraus aus den Tiefs war in Geschwindigkeit und Momentum geradezu unglaublich und stärker als alles, was wir in den vergangenen Jahren gesehen haben. Unzählige Marktteilnehmer wurden dabei zurück gelassen, weil auf so etwas kann man einfach nicht wetten. Diese Marktteilnehmer haben nun aber Druck, bei jeder Gelegenheit wieder einzusteigen.

Gleichzeitig fühlt sich die Bewegung im S&P500 "falsch" und "unwirklich" an, sie passt einfach nicht zu menschlichem Verhalten und ich bin auch sicher, dass hier die immer grössere Dominanz der trendfolgenden Algos ihre Spuren hinterlässt.

Diese Dynamik wirkt aber in beide Richtung und auch nach unten, wir tun also gut daran, uns in den kommenden Jahren auf immer brutalere Swings einzustellen, wie sie von Menschen nie generiert würden, weil diese weit früher auf die Seite treten würden und eine Bewegung nicht bis zum letzten Tropfen ausquetschen.

Vor diesem Hintergrund machen die gewaltigen SOS Prints natürlich ein ganz mieses Gefühl im Nacken und auch die sonstige Markttechnik ist nach oben nun so überdehnt, dass man nach "normalen" Massstäben der vor ca. 5 Jahren vergangenen Börsenwelt, in keinem Fall mehr in diese Bewegung hinein kaufen dürfte.

Auch kompetente Marktbewertungen wie die -> Weekly Market Summary <- von "The Fat Pitch", signalisieren viele gute Gründe, sich nervös am Hinterkopf zu kratzen.

Genau diese Skepsis ist aber die Wall of Worry, die den Markt nach oben treibt. Und wir tun daher gut daran, uns nur nach dem einzigen objektiven Faktor zu richten, der am Markt existiert. Und das ist die Price-Action, die übrigens auch für die Algos die wesentliche Grundlage darstellt.

Schauen wir auf die Price-Action im Tageschart des S&P500, wird dann die komplexe Lage eigentlich für uns wieder einfach. Das Retracement von Dienstag hat uns den Gefallen getan, die 2000er Marke wieder von oben zu testen. Solange diese Marke nicht mehr unterschritten wird, kann man dem Aufwärtstrend mittelfristig weiter folgen, der durchaus das Potential hat, nach oben alle zu überraschen.

S&P500 09.11.14

Sobald aber die 2000 nach unten durchschlagen werden, ist die Wahrscheinlichkeit erheblich herauf gesetzt, dass der Markt in einen "Gapfill-Modus" nach unten geht. Und da lauern jede Menge Gaps, die in dieser unwirklichen Bewegung seit dem 15.10. offen gelassen wurden.

Oberhalb 2000 dabei bleiben, unter 2000 grosse Vorsicht, so einfach sehe ich aktuell die Lage im S&P500.

Im grösseren Bild mit Wochenkerzen, sehen wir dann den Trendkanal und sehen auch, dass da nach oben durchaus noch Platz bis ca. 2100 ist, bevor dann eine Gegenbewegung eine ganz hohe Wahrscheinlichkeit bekommt. Und wir sehen, wie intakt der Trend ist:

S&P500 09.11.14 2

Insofern muss man den Einbruch vom 15.10. als "false Move" betrachten und die Regel "from false moves come fast moves", hat sich mal wieder eindrucksvoll bestätigt.

Im DAX dagegen ist die Lage komplexer als im S&P500. Ein Blick auf das Wochenchart zeigt schnell, dass selbst eine Bewegung bis 9600 immer noch zu einer grösseren Topbildung passen würde. Erst ein Erreichen des "grünen Sterns", was einem Übersteigen des Hochs vom 15.09.14 bei 9891 gleichzusetzen ist, würde dieses Risiko überzeugend vom Tisch nehmen:

DAX 09.11.14

Wir sehen in dem Chart auch, dass der Aufwärtstrendkanal im Gegensatz zum S&P500 ganz klar im August gebrochen wurde. Und im Gegensatz zum S&P500 gab es eben keinen Schub, der das schnell negierte.

In der kurzfristigeren Sicht erkennen wir, wie der Measured Move der iSKS (blaue Pfeile) nun auch im DAX unter 9400 erreicht wurde:

DAX 09.11.14 2

Wir erkennen auch, dass die Lage nun offen ist, wobei kurzfristig die bullischen Signale noch! überwiegen, denn die Trendlinie, die sich seit dem Tief vom 16.10.14 geformt hat, ist (noch) völlig intakt. Allerdings ist diese so steil, dass ein Bruch schon bald auf der Agenda stehen sollte und dann ein erstes Warnsignal generiert. Und das könnte nun sehr schnell gehen.

Nach oben wäre nun also ein erneuter, schneller Anstieg über 9400 (grüner Stern) klar trendbestätigend und würde Kursziele im Bereich 96xx eröffnen. Nach unten darf aber das Tief von Freitag bei 9239 nicht mehr unterschritten werden, das wäre dann einem Trendbruch gleichzusetzen.

Fazit:

Es gibt tausend gute Gründe, diesem Markt und dieser Bewegung zu misstrauen. Auch ich habe ein mieses Gefühl bei der ganzen Geschichte, gefühlt "passt das nicht", was der Markt da gerade macht. Alle diese Gründe sind aber nichts wert, solange die Price-Action keine bestätigenden Signale liefert.

Denn der Preis ist der ultimative Richter. Und dem folgen wir. Und mit einem Risikomanagement bei einer Bewegung im S&P500 unter 2000, sind wir so nahe an den aktuellen Kursen, dass man sich auch innerlich entspannen kann und dem Markt überlassen, wie er dieses verrückte Geschehen am Ende auflösen will.

Ihr Hari

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Der Stahlhändler Klöckner und die Macht der Wendeformation

Eine Aktie, die uns in der Community diesen Sommer ganz besonders viel Freude gemacht hat, ist der Stahlhändler Klöckner (KC0100).

Besonders viel Freude deshalb, weil seit Monaten alle Bewegungen hervorragend durch Markttechnik zu antizipieren waren und wir sehr frühzeitig eine inverse Schulter-Kopf-Formation (iSKS) erkannt haben, die uns dann erhebliche und schnelle Gewinne brachte.

Schon im Juni haben wir zu Recht vermutet, dass das Hoch vom Mai dazu diente, um dem Investor Knauf den Ausstieg zu guten Kursen zu ermöglichen. Mit dieser Vermutung war dann aber auch logisch verbunden, dass sobald die strategischen Verkäufe auslaufen würden, Klöckner eine ausgezeichnete Kaufgelegenheit generieren würde.

Das galt ganz besonders, weil in den US die Stahlbranche zunehmend brummt, was man in den Charts von US Steel oder AK Steel leicht nachvollziehen kann. Und Klöckner macht durch diverse Übernahmen mittlerweile 40-50% seines Umsatzes auf der anderen Seite des Atlantik. Klöckner ist also zur Hälfte ein amerikanischer Stahlhändler und kein rein deutscher oder rein europäischer - ein Umstand, der im Markt scheinbar erst langsam bei der Bewertung zum Tragen kommt.

Deshalb ist Klöckner auch grosser Profiteur der Dollar-Stärke, die ab Juli einsetzte und Klöckner mit rein in Europa fokussierten Stahlkonzernen wie Salzgitter in einen Topf zu werfen, ist deshalb schlicht verfehlt.

Aber all diese fundamentalen Argumente brauchten wir gar nicht, den das Chart hatte die nötigen Informationen in Perfektion für uns:

Klöckner 18.09.14

Da war zunächst die inverse Schulter-Kopf-Formation (iSKS), die dann an einer deutlichen Nackenlinie nach einigen Retests triggerte. Übrigens kann man zu Klöckner auch eine alternative Nackenlinie im Bereich des 38er Fibonacci-Retracements zeichnen - was ich hier nicht getan habe, um das Chart nicht zu unübersichtlich werden zu lassen.

Zu einer iSKS kann man ein Bewegungsziel errechnen, dass dann eine sehr gute Wahrscheinlichkeit hat, erreicht zu werden und das wurde auch kurz danach bei ca. 11,5€ erreicht, einer Marke die gleichzeitig nahezu das 61,8er Fibonacci Retracement darstellt. Das Bewegungsziel für die oben genannte alternative Nackenlinie liegt sogar bei über 12€.

Bewegt sich eine Aktie nach einem Einbruch schnell über das 50er Fibo-Retracement zurück, erhöht das deutlich die Wahrscheinlichkeiten, dass der Einbruch komplett wett gemacht wird.

So passte es perfekt ins Bild, dass Klöckner nach dem Erreichen des Bewegungsziels eine klare Bullenflagge ausbildete, die nun auch getriggert wurde und damit den Boden für eine Rückkehr zu den alten Hochs bereitet.

Wer nun also aggressiv in der Aktie Long ist, setzt seinen Stop unter das Tief der Bullenflagge, sichert so den überwiegenden Teil der Gewinne und geniesst ansonsten die weitere Bewegung.

Im grossen Bild macht Klöckner fundamental wie charttechnisch weiter einen guten Eindruck und man kann nun einfach dabei bleiben, nach unten abgesichert wie beschrieben.

Klöckner ist auf jeden Fall wieder ein Musterbeispiel dafür, wie alle relevanten Informationen im Chart enthalten waren, man brauchte nur die Disziplin, diese Signale auch für Handlungen zu nutzen. Manchmal ist Börse wirklich so einfach.

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Tesla Motors und der Unterschied eines Trades von einem Investment

Der folgende Hinweis erschien schon am Montag 11.08.14 16:30 in Hari Live.
Er ist wegen seines grundsätzlichen Charakters aber auch Tage später noch bedenkenswert.
Mittlerweile werden am Markt auch schon Kursziele oberhalb 300 USD herum gereicht.

Ich hatte das Thema Tesla Motors (A1CX3T, TSLA) hier schon mehrfach in den letzten Wochen besprochen, zuletzt ausführlich am Mittwoch 06.08.14 16:45 und da war die Aktie von Tesla Motors noch bei 243 USD und der Ausbruch aus dem zulaufenden Dreieck begann.

Nun steht sie heute bei 263 USD und damit wieder 6% im Plus:

tsla 11.08.14

Ich reite mit diesem erneuten Post so auf dem Thema herum, weil es ein lehrreiches Musterbeispiel darstellt was geht, wann man sich auf die Price-Action konzentriert und alles andere als "Rauschen" ausblendet.

Wir hatten einen klaren Ausbruch aus dem zulaufenden Dreieck und sahen grosse relative Stärke während der aktuellen, allgemeinen Korrektur der Märkte - all das habe ich hier in den letzten Wochen mit Ihnen besprochen und konnte man leicht sehen, wenn man sich auf das "Hier und Jetzt" konzentriert.

Und hier ist das Ergebnis. Und hatte es jetzt irgend eine Relevanz, was wir über die Bewertung von Tesla denken und wie wir deren Geschäftsaussichten individuell einschätzen? Und wenn ich das so sage, sage ich das auch an mich selber. Ich habe ja bei der Bewertung, trotz aller Begeisterung für die Aktie, auch meine Probleme, wie ich hier ja schon erklärt habe.

Ich weiss aber, es hat eben keine Relevanz! Und das ist auch grundsätzlich auf der kurz- bis mittelfristigen Zeitebene so. Wenn keine Überraschungen kommen, ist die Markttechnik der dominante Faktor bei der Bewertung einer Aktie auf dieser Zeitebene. Tesla zeigt uns das wieder. Erst bei langfristigen Investments rücken auch andere Faktoren in der Bedeutung nach vorne.

Darin steckt auch einer der vielen Gründe, warum ich einer Trennung von Investment- und Trading-Depot das Wort rede, wenn man gedanklich diszipliniert genug ist, das auch konsequent so durchzuziehen. Denn im Investmentdepot habe ich nur eine kleine Basisposition bei Tesla Motors und werde erst wieder in einer Korrektur erhöhen, weil mir die Aktie nun erneut zu weit enteilt ist. Das hält mich aber nicht davon ab, im Trading-Depot solche markttechnischen Strukturen auf den kürzeren Zeitebenen auszunutzen.

Die eine Entscheidung hat absolut nichts mit der anderen zu tun. Eine Entscheidung für ein längerfristiges Investment erfolgt auf Basis ganz anderer Kriterien, als so ein Trade. Diese gedankliche Trennung muss man unbedingt hinbekommen, sonst sollte man von so einer Trennung die Finger lassen, weil man nur Chaos anrichtet, wenn man Aktien aus langfristigen Gründen kauft und aus kurzfristigen dann verkauft. Oder umgekehrt.

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