Buffett, Berkshire Hathaway, IBM & Deere

Der folgende Artikel erschien schon Mittwoch 18.02.15 09:50 in Hari Live

Es ist immer wieder interessant, im Nachhinein zu sehen, was Warren Buffett mit seiner Berkshire Hathaway Holding so treibt. Sicher, durch die zeitliche Verzögerung bei den SEC Filings, ist das schon Schnee von gestern, wenn man das lesen kann. Aber da Berkshire eher langfristig agiert und eine eingegangene Position nicht im Folgequartal gleich wieder verkauft, steckt trotzdem eine Menge wichtiger Information in der Offenlegung der Daten bei der SEC.

Nun sind wieder die -> Informationen zum abgelaufenen 4. Quartal <- veröffentlich worden und die offenbaren einige interessante Details.

Erstens hat Buffett seine Beteiligungen an Ölfirmen deutlich reduziert. Das sollte allen zu denken geben, die nun grosse Chancen im Sektor riechen, weil der Ölpreis so stark gefallen ist. Und es schlägt in die gleiche Kerbe, in die ich hier im Premium-Bereich auch immer schlage, wenn ich darauf hinweise, dass eine längere, volatile Seitwärtsbewegung des Ölpreises auf niedrigem Niveau nun viel wahrscheinlicher ist, als ein schneller Rebound in die alten Regionen.

Zweitens hat Buffett seine Beteiligung bei IBM deutlich erhöht. Er sieht scheinbar etwas, was auch ich zu sehen glaube und in einem Artikel vom Montag 26.01.15 16:40 hier im Premium-Bereich ausführlich dargestellt habe - gewürzt mit meiner persönlichen Erfahrung als "alter IBMer".

Drittens - und das finde ich sehr spannend - teilt Buffett scheinbar meine langfristige Begeisterung für den Agrotechnik-Sektor. Wir beobachten hier schon länger Agco (888282, AGCO) intensiv und ich habe mehrfach argumentiert, dass dieser Sektor weit mehr ist, als langweilige Traktorenbauer, sondern ein High-Tech Sektor, in dem Robotics auch schon bald zum Tragen kommen wird.

Das Schöne am Sektor aus Sicht eines langfristigen Investments ist halt, dass es überhaupt keinen Zweifel am langfristigen Bedarf für diese Maschinen gibt. Selbst eine Apple ist da "wackeliger", es kann theoretisch technische Umbrüche geben, die Apple vielleicht verpasst und die die heutigen Cash-Cows - wie das iPhone - in einigen Jahren obsolet machen. Das ist zwar unwahrscheinlich, aber keineswegs undenkbar - ich erinnere an Nokia und Blackberry.

Die Vorstellung aber, dass die Welt keine intensive Landwirtschaft mehr braucht, ist völlig unrealistisch. Das Gegenteil ist der Fall aus dem schlichten Grund, weil immer mehr Menschen ernährt werden müssen, während gleichzeitig die Böden immer mehr auszehren und die Wasserversorgung schwieriger wird.

Insofern gibt es in meinen Augen kaum etwas, was langfristig krisensicherer ist, als dieser Sektor. Klar, es ist ein Investitionssektor, der auch Zyklen unterliegt und in einer Währungskrise, werden auch die Bauern neue Anschaffungen in die Zukunft verschieben und so die Aktien des Sektors nach unten schicken. Nur ist ganz sicher, dass diese Investitionen später nachgeholt werden - aufgeschoben ist halt nicht aufgehoben und gegessen und geerntet werden, muss immer.

Vor diesem Hintergrund ist es hoch spannend, dass Buffett nun seit dem dritten Quartal eine grosse Position im Marktführer Deere (850866, DE) aufgebaut hat - und das bewusst unter der Decke, er hat sich dafür eine Sondergenehmigung der SEC geholt, sonst hätte er die Position schon vor drei Monaten veröffentlichen müssen.

Wenn wir auf das langfristige Chart von Deere seit 2008 schauen, sehen wir schnell, wie attraktiv das aussieht. Ich habe mit zwei blauen Linien, zusätzlich die dominante Struktur eingezeichnet, die eher einen Ausbruch nach oben impliziert:

DE 19.02.15

Wer dagegen in den ganzen Agrar-Sektor, inklusive Düngemittel, investieren will, bei dem dann die Agrartechnik ala Deere und Agco aber nur eine kleine Untermenge ist, kann das gut mit dem -> iShares Agribusiness (A1JS9B, IS0C) <- tun.

Noch ein wichtiger Hinweis. Bitte schauen Sie sich die Charts dieses Sektors unbedingt in Dollar an. Die Charts in Euro sind durch die Euroschwäche massiv verzerrt und implizieren schon laufende, massive Ausbrüche, die es in der Realität gar nicht gibt, denn der Sektor notiert weitgehend in Dollar und rechnet auch überwiegend in Dollar ab.

Auch der obige IS0C steht in Dollar kurz vor einem Ausbruch und ist keineswegs schon nach oben ausgebrochen, wie das das Chart in Euro impliziert.

Aber egal, wie Sie persönlich an den Sektor heran gehen, in einem langfristig angelegten Investment-Depot, darf er nach meiner festen Überzeugung nicht fehlen. Und seit heute ist klar, dass auch Warren Buffett diese Sicht teilt. Bei mir ist der Sektor auf jeden Fall schon länger im Investmentdepot vertreten.

Ihr Hari

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Sony – They never come back?

Der folgenden Beitrag erschien schon Freitag 06.02.15 16:30 in Hari Live

Es gibt viele Beispiele für Grosskonzerne der Vergangenheit, bei denen man sich auf dem Höhepunkt des Erfolgs eigentlich nicht vorstellen konnte, dass diese jemals von der Bildfläche verschwinden würden.

Apple ist aktuell so ein Fall. Sie werden wohl niemanden ernst zu nehmenden finden, der behauptet, das Unternehmen wäre in 10 Jahren mehr oder weniger irrelevant. Was nicht umgedreht heisst, dass es so kommt, sondern nur sagt, dass vermeintliche Gewissheiten in einer sich beständig wandelnden Welt sehr gefährlich sein können.

Und es gibt ja auch viele Beispiele dafür, dass der Satz "they never come back" nicht nur für Sportler gilt, sondern auch für ehedem erfolgreiche Konzerne. Nokia ist so ein klassisches Beispiel. Wer 2005 behauptet hätte, dass Nokia 2015 vom Mobile-Markt verschwunden sein wird, wäre ausgelacht worden.

Aber es gibt auch wenige, seltene Gegenbeispiele. IBM ist so Eines. 1984 waren das die "Masters of the Universe" und die Weltpresse war voll mit der Frage, wann IBM "die Weltherrschaft" übernimmt. 😉 1994 war IBM fast Pleite. Und 2004 wieder mit verändertem Geschäftsmodell stark im Aufwind.

Tja und dann haben wir Sony. Und die Frage, ob Sony zur Kategorie der "they never come back" gehört oder doch zu den seltenen Ausnahmen, deren Unternehmenskultur so stark ist, dass sie sich in einer neuen Welt wieder neu erfinden können.

Was war Sony nicht für eine Marke wie Donnerhall! Innovator des Walkman und vieler, vieler Gadgets, mit deren Nachfolgern heute andere jede Menge Geld machen. Und auch beim Thema Rechte und Medienbibliotheken war Sony vorne dabei. Sony war eigentlich in der perfekten Position, eine bessere Apple zu werden. Und was haben sie daraus gemacht?

Eine absolute Katastrophe, die letztlich nach meinem Eindruck die Folge von Arroganz, Selbstüberschätzung und Missmanagement war. Selten habe ich einen Konzern gesehen, der aus so riesigen Möglichkeiten so wenig gemacht hat. Und die Peinlichkeiten rund um den Hackerangriff zuletzt, sind dann nur das finale I-Tüpfelchen.

Da sollte man ja meinen, dass Mr. Market das genau so sieht, aber weit gefehlt! Mr. Market vollzieht seit 2 Jahren einen beeindruckenden, mehrjährigen Rebound bei Sony und nach zuletzt guten Zahlen, schiesst die Aktie erneut massiv nach oben:

Sony 06.02.15

Nun ist Sony ja kurzfristig etwas überkauft, aber wir reden hier ja über das grosse Bild und das zeigt jede Menge Potential nach oben. Die Story dahinter ist hier im Artikel von -> Cody Willard <- ganz gut zusammen gefasst und will ich daher hier nicht nacherzählen, nur um Text zu produzieren. Natürlich hilft auch der schwache Yen bei Sony´s Kursteigerungen der letzten Monate.

Wer hat also Recht? Die Erinnerungen an vergangene Katastrophen und Eitelkeiten bei Sony oder doch Mr. Market, der Sony wieder zu lieben beginnt? Was denken Sie?

Sie wissen, dass ich im Zweifel an die Fähigkeit von Mr. Market glaube, die Dinge früher richtig zu sehen, als jeder andere. Und bei dem Gedanken fällt mir dann ein, dass ich seit ein paar Monaten auch wieder ein Sony Gerät im Hause habe und zwar die DSC-RX100 III Digitalkamera und die ist einfach verdammt gut!

Kommt Sony also zurück? Mein Eindruck ist, die Chance auf ein "Ja" steigt! Und die Aktie ist einen langfristigen Blick wert.

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Hari Live – Archiv 01.09.13 – 07.09.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 01.09.13 - 07.09.13

Freitag - 06.09.13 16:55 - Volatilität

Vor dem Wochenende habe ich noch ein Chart zum Schmunzeln für Sie. Wobei es auch einen lehrreichen Teil enthält.

Es sind die Arbeitsmarktdaten in ein Bild komprimiert. 😉 Und dieses Bild erklärt auch, warum ich mich ungerne vor so Ereignissen positioniere: jede Menge Volatilität die kaum zu beherrschen ist und am Ende nichts passiert, nur alle aus ihren Stops geflogen:

S&P500 06.09.13

Besser ist - was ich ja schon oft gepredigt habe - sich nach dem Ereignis, wenn der Markt sich ausgeschwungen hat, in die sich dann durchsetzende Richtung zu positionieren. Dieses Bild sollte deutlich machen, warum man so Events mit engen Stops nicht beherrschen kann und da nur Geld verliert.

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Das trojanische Pferd und das Ende von Nokia

09:00 Uhr. Heute ist ein trauriger Tag für Finnland. Das Ende von Nokia ist nach meiner Einschätzung da. Lesen Sie zunächst -> hier <- erst einmal die offiziellen Nachrichten.

Warum das Ende von Nokia werden Sie fragen ? Das will ich Ihnen im Folgenden erklären, denn ich persönlich habe den Eindruck des Vollzugs einer intelligent eingefädelten Zerschlagung zum primären Wohle Microsofts, die mit dem Wechsel von Stephen Elop auf den Chefwechsel am 21.09.2010 vor fast 3 Jahren begann.

Es ist sicher nicht so, dass es schon vor drei Jahren einen festen Plan gab, der einfach nur abgearbeitet wurde und das Stephen Elop insofern nur ein Trojanisches Pferd zum Wohle Microsofts war. Zu unberechenbar sind die Entwicklungen in der Branche, als das man 3 Jahre im voraus planen könnte. Und Stephen Elop hat vielleicht vor drei Jahren einfach nur eine grosse persönliche Chance ergriffen, ohne weitere Gedanken im Hinterkopf. Aber trotzdem haben viele der Schritte Nokias in den letzten Jahren in meinen Augen primär Microsoft gedient, was ich Ihnen im Folgenden darstellen will.

Dass das Ende nun gekommen ist, war für mich absehbar. Vielleicht erinnern Sie sich ja an meinen Artikel von vor ca. 9 Monaten, in dem ich Nokia wie Blackberry als -> Tote Katzen <- bezeichnet habe und nur Facebook von den Dreien Zukunftspotential zusprach ? Bei Nokia wie Blackberry hat sich das nun bewahrheitet und die Liebe der Privatanleger zu diesen Aktien war mal wieder die typische, fehlgeleitete Liebe zu "Fallen Angels" - die klassische Honigfalle, die wir auch bei Commerzbank, Praktiker und Co. immer wieder beobachten können und die viele Privatanleger zum Schaden Ihrer Depots wohl nie ablegen werden. Auch K+S hat aktuell das Potential in die gleiche Kategorie zu fallen.

Zu verlockend sehen Aktien ja auch aus, wenn man sie von früher gut kennt und diese früher viel teurer waren. Das fühlt sich dann emotional wie ein "Rabatt" an und man meint zuschlagen zu müssen. Dass der Markt aber gute Gründe hat eine Aktie nun anders zu bewerten, wird dabei übersehen. Und der Markt ist definitiv viel klüger, als all die Laien, die sich da etwas zusammen reimen.

Klar, wer nun in den letzten Wochen mit Nokia gezockt hat, wird nun durch den Verkauf an Microsoft nette Gewinne mitnehmen können. Diese Chance einer Übernahme war immer da und habe ich auch in meinem Artikel von vor 9 Monaten als einzige realistische Chance auf Gewinne bezeichnet. Aber wie viele Privatanleger sind immer noch seit Jahren bei Nokia drin und warten auf bessere Zeiten, so wie sie bei Commerzbank gewartet haben ? Diese Aktionäre wissen nun mit Gewissheit, dass sie Ihre Verluste nicht mehr wettmachen können.

Aber zurück zum Geschehen um Nokia. Schauen wir doch mal, wie sehr die Aktivitäten der letzten drei Jahre Microsoft gedient haben:

(1)

Vielleicht erinnen Sie sich ja daran, wie ich hier in den Anfängen von Mr-Market den von Elop betriebenen Wechsel Nokias weg von den eigenen Betriebssystemen Symbian und MeeGo hin zu Windows Mobile spöttisch gegeisselt habe ? 2 Jahre später fühle ich mich mehr als bestätigt. Den aktuellen, ärmlichen Zustand der Smartphone Umsätze hätte man locker auch mit Symbian und erst Recht mit MeeGo haben können. Genügend Zeit diese Systeme weiter zu entwickeln war auch - durch die Entscheidung zu Windows Mobile zu wechseln, hat sich Nokia ja auch für mehr als ein Jahr völlig aus dem Wettbewerb verabschiedet. Genau dieses Jahr war das entscheidende, in dem die Marke endgültig ihre Strahlkraft verloren hat.

Nein, der Wechsel war für mich völlig unnötig und hat primär Microsoft gedient, weil sich Nokia so selber kastriert und abhängig gemacht hat. Das Problem das Nokia hatte, war ja auch gar kein technologisches, MeeGo war gut genug. Es war primär ein Management-Problem - die Entwicklungsabteilungen waren zu behäbig und dem Wettbewerb von Apple und Google nicht mehr gewachsen. Dieses Problem hat man aber sowieso lösen müssen, der Wechsel zu Windows Mobile hat nur neue Probleme geschaffen und war aus Sicht von Nokia unnötig wie ein Kropf.

(2)

Was das "Ende von Nokia" angeht, könnten einige jetzt denken wieso, es gibt doch Nokia weiter ? Es wird doch "nur" das Smartphone Geschäft samt Patenten verkauft ?

Stimmt theoretisch, aber das verbleibende Netzwerkgeschäft hat in meinen Augen nicht das Potential dauerhaft selbstständig zu bleiben. Am Ende vermute ich, dass das Geschäft von Mitbewerbern wie Ericsson einverleibt wird und Nokia ganz vom Kurzszettel verschwindet. Man schaue auch mal am Kurs von Ericsson, wie schwierig dieses Infrastrukturgeschäft im Telekombereich ist, wo aggressive Mitbewerber aus China und Taiwan ala Huawei in den Markt drängen. Finnland ist damit sein bekanntestes Unternehmen los geworden. Eine Zeitlang wird es dort sicher noch ein Entwicklungszentrum von Microsoft geben, aber wie lange steht in den Sternen.

Vor dem Hintergrund dieser Aktion wird mir nun aber auch deutlicher, warum Nokias Managements so aggressiv Siemens aus dem NSN Joint Venture gedrängt hat. Das war nach meiner Vermutung eine nötige Voraussetzung um diesen Deal so machen zu können und hilft wiederum massiv Microsoft. Denn für den Übernehmer ist es viel einfacher, einen Teil eines börsennotierten Konzerns heraus zu kaufen, als ein komplettes Übernahmeangebot vorlegen zu müssen. Die Herauslösung von Nokia Networks aus dem Joint Venture war also vielleicht eher notwendige Voraussetzung, damit Microsoft nun diesen Schritt tun kann.

Und damit kommen wir zum dritten Punkt meiner Argumentation:

(3)

Stephen Elop - der Gedanke an ein trojanisches Pferd kann mir da schon kommen - auch wenn ich wie oben gesagt nicht an den grossen drei Jahre andauernden "Masterplan" glaube. Elop ist jetzt ein ganz heisser Kandidat auf die Nachfolge von Ballmer, der - Überraschung - vor kurzem zurück getreten ist. Damit hat Elop defacto - nicht aktienrechtlich und insofern legal - aber doch defacto mit sich selber verhandelt. Auf der einen Seite als Nokia Chef, der nun das Smartphonegeschäft an Microsoft schiebt und auf der anderen Seite als "mitgehender" neuer/alter Microsoft Mitarbeiter, der potentiell neuer CEO werden kann, aber zumindest eine sehr herausgehobene Funktion bei Microsoft haben wird.

Ich denke das "Geschmäckle" ist offensichtlich, auch wenn der Vorgang aktienrechtlich wohl legal ist. Und erneut hilft das am Ende Microsoft. Bei einer Komplett-Übernahme durch Microsoft wäre Elop aber nicht Verhandlungspartner gewesen, wie im Szenario der Herauslösung des Smartphone-Geschäftes. Bei einem Übernahmeangebot hätte sich Microsoft direkt mit den Nokia Aktionären auseinander setzen müssen. Und das wird typischerweise teuer. Sicher, auch jetzt wird Elop die Aktionäre fragen müssen, aber das ist ein weit einfacheres Szenario, als sich bei einem kompletten Übernahmeangebot mit aggressiven Mitspielern ala Icahn und Co. auseinander setzen zu müssen.

Summa Summarum, perfekt getimter Deal aus Sicht von Microsoft. Die Aussagen der Deal sei Ballmer bisher "zu teuer" gewesen, halte ich für ein Ablenkungsmanöver und für bewusst erzeugten Rauch, um den Blick der Gegner zu vernebeln. Dieser Deal - inklusive Patente - ist nicht teuer für Microsoft, der ist ungemein billig. Ich bin sicher, gäbe es Nokia nicht und jemand würde Microsoft heute das gleiche Portfolio an Patenten, Mitarbeitern und Produkten andienen - genau das was Microsoft nun dringend für seine neue Strategie braucht - dann würde Microsoft auch 10 Milliarden USD zahlen. Denken Sie daran, dass Microsoft für Skype locker 8,5 Milliarden USD gezahlt hat und das ganze Smartphone Geschäft von Nokia ist für Microsoft um Faktoren bedeutender, als ein einzelner Dienst für Video-Telephonie.

Nein, das ist nach meiner festen Überzeugung ein toller Deal für Microsoft und ich vermute, die Börse wird das heute auch Microsoft mit einem Premium danken und nicht wie üblich einen Übernahmeabschlag erzwingen. Ein Mitbewerber wird erst umarmt, dann kastriert und dann der schmackhafte Teil einverleibt. Und man bekommt auch gleich einen potentiellen CEO aus dem eigenen Stall geliefert, der nun Branchen-Knowhow aufsaugen konnte, das Microsoft bisher fehlte. Und nun hat Microsoft alle Inkredenzien beisammen, um ernsthaft gegen Apple und Co. antreten zu können.

Einfach perfekt und man könnte meinen, da hätte ein genialer Mastermind im Hintergrund einen perfekten Plan durchgezogen. Wie gesagt, so einfach wird es wohl nicht sein, zu wenig planbar ist die Zukunft und in dem Geschäft sowieso, aber zumindest zeigt Bill Gates nach meiner Meinung die Züge eines genialen Autisten und hat ohne jeden Zweifel einen extrem hohen IQ. Wer weiss ? 😉

Für die Aktionäre von Nokia heisst das in meinen Augen:

Nehmen Sie die schönen kurzfristigen Gewinne (oder verringerten Verluste) mit, die Ihnen Microsoft nun gewährt und schliessen Sie mit dem Kapitel Nokia ab. Ich werde das tun.

Es war eine schöne Zeit mit Dir liebe Nokia und ich war damals einer der ersten Kunden des ersten Communicators - des ersten "Smartphones" der Welt.

Rest in Peace Nokia ! Ich werde Dich vermissen.

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Hari Live – Archiv 25.08.13 – 31.08.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 25.08.13 - 31.08.13

Samstag - 31.08.13 09:05 - Gold, Goldman Sachs und wir: die Muppets

Sie erinnern sich doch sicher an diesen Tag im zweiten Quartal, als Gold durch 1500 USD nach unten weg brach und sich damit die massive Korrektur in Gang setzte ?

Sie erinnern sich auch, dass Goldman Sachs kurz davor eine vielfach beachtete "Sell-Empfehlung" in den Markt gab, die ich damals hier schon spöttisch kommentiert hatte ?

Sie erinnern sich auch, dass direkt nach dieser Sell-Empfehlung an der COMEX Verkaufsorders in gigantischem Volumen in den Markt kamen, einem Volumen dass überhaupt keinen Sinn machte, weil jemand der wirklich einen guten Preis erzielen wollte, hätte das gestückelt. So - in einem Stück - konnte das nur zum Einbruch des Marktes führen, zumal direkt unter 1500 Unmengen an Stops lauerten. Auch das habe ich damals kommentiert.

Nun lesen Sie hier. Und ja, manchmal kommt man sich im realen Leben wie in einem B-Movie vor:

-> Die Muppets sind wir <-

Damit kann man heute als fast gesichert festhalten, was ich damals schon hier vermutet und diskutiert habe:

Der Einsturz bei Gold war "engineered" und zwar von grossen Spielern, die den sowieso an der Klippe befindlichen Markt bewusst zum Einsturz gebracht haben, um sich in das dann ansteigende Volumen hinein massiv einzudecken. Diese Spieler haben erstens Ihre Bestände nun massiv verbilligt, weil teurer verkauft und billiger unten wieder von denen eingesammelt, die in Panik aus dem Markt sprangen. Und haben zweitens wahrscheinlich für ein paar Tage auf der Short-Seite massiv Gewinn gemacht.

Ich habe ja schon oft gesagt, dass Spielfeld des Marktes ist weder eben noch fair. Wir kleinen harmlosen Goldfische versuchen uns in Gewässern etwas Seetang zu erhaschen, in denen auch grosse Haie schwimmen. Und das beste was wir Goldfische tun können, um in Ruhe an unserem Seetang zu knabbern, ist genau zu verfolgen, was die Hai - auch "Big Money" genannt - so machen.

War das also Manipulation ? Jein, der Begriff ist schief, Manipulation wäre für mich, wenn eine staatliche Institution wie die Notenbanken den Kurs bewusst in eine Richtung drückt und zwar aus Erwägungen, die nicht direkt mit dem Markt zu tun haben. Dafür habe ich aber keine Indikationen und ich finde diese Thesen auch sehr unwahrscheinlich bis unlogisch.

Was wir hier erlebt haben, war eher einfach "der Markt" und ein grosser Walfisch kann, wenn er will, halt so hohe Wellen schlagen, dass er damit einen Teil des Meeres zeitweise in Turbulenzen bringt. Ist das moralisch in Ordnung ? Mit Sicherheit nicht und es ist der wahre Skandal, dass sich die Aufsichtsbehörden, insbesondere in Deutschland, um allerlei sinnlose bürokratische Formulare für den Kleinanleger bemühen, hier aber völlig blind sind. Denn in meinen Augen ist so etwas strafbares Handeln und eine besondere Form von Insidergeschäften - sozusagen mit sich selber.

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Charts des Sommers – Apple mit langfristiger Bodenbildung ?

Inhaltlich etwas zu Apple (WKN: 865985) zu sagen, ist der Versuch Eulen nach Athen zu tragen. Das Unternehmen gehört immer noch zu den best beobachteten der Welt und es gibt nichts, absolut nichts, was man da als aussen stehender Beobachter Sinnvolles hinzu fügen könnte, das nicht schon geschrieben worden wäre. Deswegen lasse ich es auch, das langweilt nur.

Aber es macht Sinn auf den Chart zu schauen, denn der subsummiert die Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen all dieser Marktteilnehmer.

Und dieser Chart signalisiert gute Chancen dafür, dass Apple nun etwas unter 400 USD im zweiten Quartal einen Boden gefunden hat. Sehen Sie selbst im Chart seit Mitte 2012 mit Tageskerzen:

Apple 30.07.13

Sie sehen auch, dass der Kurs um die Bodenbildung abzuschliessen und die Wende zu bestätigen, bis nahe an 500 USD heran, also zum grünen Stern, laufen sollte. Solange das nicht geschieht, ist auch eine Seitwärtsbewegung ebenso wahrscheinlich.

Aber trotz dieser Unsicherheit könnte die Aktie wieder einen Blick wert sein. Denn der entscheidende Mitbewerber Samsung hat ja zuletzt gezeigt, dass auch er nur mit Wasser kocht und Microsoft/Nokia kommen auch nicht so richtig vom Fleck.

Und die Sorgen über potentiell sinkende Margen, nachlassende Innovationskraft und einen Smartphone-Markt der seinen Zenit überschritten hat, sind ja nun teilweise im Kurs - deshalb steht Apple da, wo es aktuell steht.

Der nächste grosse Markt wird mit Sicherheit die Integration "smarter Geräte" in Kleidung und auch Körper. Das was wir heute als Smartphone in der Hand halten, wird in 10 Jahren in Form spezialisierter Geräte Teil unserer "intelligenten" Kleidung oder angeflanscht an unseren Körper sein. Und Apple hat mit seinem Ruf und seiner Qualität die allerbesten Chancen auch diesen Markt zu dominieren. Eine "iWatch" ist da nur ein klitzekleiner Startpunkt in diese Richtung. Denn je näher die technischen Geräte unserem Körper kommen und je mehr diese mit uns integriert agieren, desto stärker werden wir Menschen dabei auf Qualität und Design wert legen, genau die Bereiche, in denen Apple unangefochten führt.

Und wer heute noch von dem K+S Desaster geschockt ist, dem möchte ich sagen: lassen Sie sich davon nicht den Blick verstellen und hinter jedem Baumstamm ein K+S Szenario erwarten. Solche Situationen wie heute sind die absolute Ausnahme bei Bluechips in den grossen Indizes. Es gibt sie ebenso, wie es scharze Schwäne gibt, aber man sollte die Ausnahme nicht zum Massstab der Wahrscheinlichkeiten machen, dann sollte man sowieso besser den Tag im Bett bleiben. 😉

Ganz rational sieht dieser Chart für mich durchaus chancenreich aus. Und auch hier sind die Stops ganz klar definiert und falls Apple mal wie K+S zum Handelsstart um 20% fallen sollte, dann hat es wahrscheinlich irgendwo einen Atomkrieg gegeben, denn selbst der Tod von Steve Jobs hat das nicht vermocht. Das ist das Restrisiko, mit dem wir halt leben müssen, wenn wir uns im Aktienmarkt bewegen.

Allerdings ist auch klar, dass grosse Gewinne bei Apple wahrscheinlich nur dann drin sind, wenn Tim Cook beweisen kann, dass dem Konzern auch ohne Steve Jobs die Innovationskraft erhalten geblieben ist. Wird dieser Beweis nicht endlich diesen Herbst angetreten, hat man zwar immer noch keine grossen Risiken nach unten, aber wohl auch begrenzte Chancen nach oben.

Ihr Hari

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Nokia Chartupdate – Topbildung voraus ? – 14.02.13

Heute möchte ich ein kurzes Chartupdate zu Nokia (WKN 870737) mit Ihnen teilen.

Lassen wir doch die ganzen Spekulationen um den Erfolg der Lumia Linie mal beiseite. Vergessen wir auch mal, dass jeden Tag die Nachricht um die Ecke kommen kann, dass Nokia von einem grossen Player wie Apple, Microsoft, Google (Motorola) oder Samsung übernommen wird.

Das ist übrigens das Szenario, mit dem ich früher oder später bei Nokia rechne - durchaus zum Vorteil der Aktionäre. Das Nokia in 3 Jahren von heute noch selbstständig ist, halte ich persönlich eher für unwahrscheinlich. An die Zukunft auf eigenen Beinen glaube ich langfristig eher nicht mehr, dafür hat Nokia zu viele Marktanteile verloren und hat auch finanziell nicht mehr die Kraft für grosse Sprünge.

Nur ist es müssig darüber zu spekulieren, weil man das "ob" und vor allem das "wann" einer möglichen Übernahme sowieso nicht vorher weiss. Bestenfalls kann man es an ungewöhnlichen Kursbewegungen vorher riechen. Lassen wir doch daher alle diese Spekulationen um die Zukunft mal beiseite und schauen, was uns die reale Price-Action sagt.

Schauen Sie also mit mir auf das Tageschart:

Nokia 14.02.13

Ich denke die Botschaft ist eindeutig. Die Price-Action sieht sehr nach einer temporären Topbildung aus. Und die entscheidende Linie (Nackenlinie) dürfte die Unterstützungszone rund um 2,8EUR sein.

Ich habe bewusst die vermeintliche Topbildung im August 2012 markiert, um zu zeigen, dass diese Entwicklung nicht zwingend zu einem Bruch durch die Unterstützung bei 2,8EUR führen muss. Es ist sehr wohl vorstellbar, dass die Unterstützung hält und die Akie nach einer Seitwärtsbewegung durch irgend eine Nachricht doch wieder Fahrt nach oben aufnimmt - wie eben im November 2012 durch die Nachrichten der gut ankommenden Lumia-Linie.

Entscheidend ist aber diese 2,8 EUR im Auge zu behalten. Denn wenn diese Zone nachhaltig durchbrochen wird, sollte man nicht den Helden spielen, sondern sich lieber wieder mit Kursen in der 2 EUR Region anfreunden.

Nicht mehr als das sagt uns dieses Chart. Es spricht im Moment wenig dafür, hier blind auf die eine oder andere Richtung zu wetten. Man sollte ruhig im Auge behalten, ob die Unterstützung zu halten scheint. Eine ungesicherte Long-Position drängt sich bei dieser Lage auf jeden Fall nicht auf !

Ihr Hari

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Marktupdate – S&P500, DAX, 3D Systems – 31.01.13

Heute nur ein paar kurze und lose Gedanken zum Markt, dem S&P500, DAX und der Momentum-Aktie 3D Systems.

(1) Wer geglaubt hatte, dass die Bären die gestrige leichte Schwäche nach der FED nützen könnten, wurde (bis 17:00 Uhr) wieder getäuscht. Die Kraftlosigkeit der Bären ist schon augenfällig und typisch für solche Bewegungen. In Anbetracht der offensichtlichen technischen Überdehnung der Märkte, sollte man trotzdem auf keinen Fall unvorsichtig oder unaufmerksam werden. Denn den ersten Einschlag werden wahrscheinlich viele als Signal verstehen auf die Seitenlinie zu treten und dieser Herdentrieb kann dann eine dynamische Abwärtsbewegung auslösen.

(2) Der DAX hat in der drei Wochen andauernden Seitwärtsbewegung zwischen dem 02.01.13 und dem 24.01.13 unzählige Hochs in der Zone 7750 - 7790 gebildet. Diese stellen nun eine starke und natürliche Unterstützung dar. Wirklich Sorgen muss man sich um den DAX also erst machen, wenn die 7750 dynamisch nach unten verlassen werden.

(3) Der S&P500 hat dagegen viele Zeichen einer Topbildung und eine Korrektur ist mehr als überfällig ! Wenn da der potentielle Runaway-Move nicht wäre. Invalidiert würde der Runaway-Move bei einer nachhaltigen Bewegung (Tagesschluss) unter 1495. Wenn das passiert, gehen im S&P500 kurzfristig alle Ampeln auf Rot und der DAX dürfte sich dem nicht entziehen können.

(4) Hinter den Kulissen ist auch im DAX die Korrektur/Konsolidierung im vollen Gange. Wir haben wieder die Situation, dass der Index besser aussieht, als die meisten Einzelwerte.

(5) Unzählige attraktive Titel der zweiten Reihe im deutschen Markt beteiligen sich an der Konsolidierung und formen damit potentiell attraktive Grundlagen für die nächste dynamische Aufwärtsbewegung. Ich richte meine Augen im deutschen Markt der mittelgrossen Werte nun auf Wacker Chemie (WKN WCH888), Klöckner (WKN KC0100), SGL Carbon (WKN 723530), Leoni (WKN 540888), Nokia (WKN 870737) und (sie glauben es kaum ;-)) auch wieder Aixtron (WKN A0WMPJ). Einige dieser Aktien werden schon bald attraktive Setups generieren, zumindest sieht es bisher danach aus.

(6) Die perfekte Momentum Aktie 3D Systems (WKN 888346) hat heute den 50er Moving Average bei 54USD getestet, ein altes Gap geschlossen und ist von dort massiv abgeprallt. Ich habe diese Gegen-Bewegung mit einem hinterlegten Abfischlimit mitgenommen und bin nun aber schon wieder draussen. Denn es ist noch nicht völlig klar, ob 3D Systems nicht noch bis in den Bereich von 40-45 USD abtaucht, wo dann aber deutliches Kaufinteresse aufkommen sollte. Eine derartige Bewegung bis unter 45 USD müsste man wahrscheinlich als Geschenk betrachten. Denn auch wenn das Thema etwas overhyped ist, besteht kein Zweifel am gewaltigen Potential und 3D Systems scheint sich als Marktführer heraus zu kristallieren.

Sehen Sie selbst im Tageschart:

3D Systems 31.01.13

(7) Morgen haben wir dann um 14.30 Uhr die US Arbeitsmarktdaten und um 16 Uhr den US ISM bzw PMI, die am Nachmittag wieder für Volatilität sorgen werden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Ihr Hari

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