Hari Live Stream 09.07.19



15:15 MEZ - ZH2

So, der Zahnarzt-Termin war problemlos, ob ich Schmerzen bekomme wird sich zeigen, noch wirkt die Betäubung.

Eigentlich sollte Powell nun schon spechen, nach den kolportierten Daten ab 2:45 ET also 14:45 MEZ, aber ich sehe bisher keine großen Bewegungen und Berichte.

Es ist mir aber auch nicht so wichtig, da nun intensiv zu forschen, ob sich etwas verzögert, wir werden es an den Kursen schon sehen.

Bisher setzt der Markt die erwartete Konsolidierung fort, nachdem die guten Arbeitsmarktdaten die übertriebenen Erwartungen an Zinssenkungen etwas gedämpft haben.

Wenn Sie mal in den Future schauen, dann ist doch eine Parallelität zum Konsolidierungs-Geschehen Mitte Juni unverkennbar, oder?

15:45 MEZ - ZH3

Der Solarsektor in Form des ETFs TAN sieht im Daily weiter gut aus. Enge Konsolidierung mit positiver Volumensignatur:

16:00 MEZ

Im Forum war -> hier Post 24 <- eine Frage zur Interpretation des Volumens bei BASF.

Eben habe ich mir das Chartbild bei Guidants angeschaut, sehe aktuell gute 4,5 Minus (bis runter auf ein früheres Tief, heute Vormittag waren's schon mal über 5%), aber einen großen grünen Volumen-Balken. Hängt wohl (?) damit zusammen, dass der große Einbruch nachts und außerbörslich passiert ist.

Aber - ins Allgemeine gewendet - was heißt das für die Chart-Interpretation? Da werden auffällig große grüne Balken doch immer positiv gedeutet? Was hier doch kaum der Lage entsprechen kann? Fällt ein großer Absturz da am Ende unter den Tisch und ist in der Volumengrafik überhaupt nicht zu sehen? Das ist eine Frage für Lehrer Bömmel, scheint mir ...

Ist das so ein Fall, wo man vom Daily unbedingt ins Weekly gehen muss ...? Hat dann der Chart mit den Tagesbalken überhaupt eine Bedeutung, z.B. zum Messen der Gegenreaktion ...?

Ich will das hier beantworten, weil von allgemeinem Interesse. Zunächst einmal das Chart von BASF mit dem heutigen Einbruch, nachdem überraschend der Ausblick gesenkt wurde:

Upps! Und bei mir ist der Volumen-Balken rot, also "böse", was ist denn da passiert? 😛

Ganz einfach.

Erstens,

gibt es zwei Arten die Farbe des Volumens zu ermitteln.
a) Anhand der Intraday-Bewegung, mit dem ersten Kurs des Handelstages als Referenzpunkt.
b) Anhand der gesamten Bewegung seit dem letzten Handelsschluss, mit dem letzten Kurs des Vortags als Referenzpunkt.

Beide Methoden haben in bestimmten Situationen ihre Vor- oder Nachteile, ich bin aber klarer Fan der Methode b)!

Ich halte das Unterschlagen der Overnight-Gaps für unzulässig, dadurch entstehen so absurde Effekte, dass der Kurs um 10% abraucht, Intraday um 0,1% hoch kriecht und für dieses Desaster dann eine grüne Kerzen bekommt.

Aber eine absolute Wahrheit gibt es hier nicht, diese Darstellungsfrage steckt in allen Volumencharts. Man muss genauer hinschauen.

Zweitens,

kann auch bei meiner Methode die Farbe einer Kerze im Bereich Null von grün auf rot fluktuieren, das liegt in der Natur der Darstellung.

Man kann also in keinem Fall die Farbe einer einzigen Kerze zum Maßstab machen, das für sich sagt nichts aus, wenn man nicht genauer hinschaut. Eine Volumenkerzen ist erst dann richtig relevant, wenn sie auch mit einer echten Kursbewegung korreliert und nicht nur mit Gezappel um Null.

Gute Volumenanalyse betrachtet immer das Gesamtbild und nicht nur eine Kerze. Und wenn dann beispielsweise in einem Bild geringen Volumens ein Tag mit deutlich positivem Ergebnis heraus ragt, dann liefert die Analyse, ob dieser Tag mit überdurchschnittlichem Volumen unterlegt ist, oft eine Antwort darauf, ob man diesem Schub trauen darf oder nicht.

Im Falle BASF sagt dieses Volumen also derzeit nur "Ausverkauf", das was wir sowieso wissen. Mehr kann man daraus bisher nicht ableiten, egal ob grün oder rot.

Es kann aber ein Positivum für die nächsten Tage daraus werden, wenn der Kurs *trotz* des Volumens nicht durch die Unterstützung durchfällt. Dann ist dieses Momentum nämlich potentiell verbraucht.

Hope it helps. 😀

16:30 MEZ

-> Virgin Galactic plant Börsengang <-.

Zunächst freut mich das natürlich, es bestätigt erneut, wie die Dinge in der Raumfahrt in Bewegung geraten und ich bin fest überzeugt, dass die Raumfahrt und alles was damit zusammenhängt, ein "next big thing" ist.

Wahrscheinlich muss man aber Science Fiction aufgesogen haben, um meine Perspektive auf die Welt nachvollziehen zu können, die sich von der Sicht reiner "Erdlinge" unterscheidet.

Aus der Sicht eines reinen "Erdlings", ist der Raum um uns so etwas wie ein Vorgarten des Hauses, in dem wir wohnen. Im Moment sind die meisten Anwendungen wie Satelliten ja auch noch vom Charakter besserer Rasenroboter im Vorgarten.

In Wahrheit aber, treten wir mit dem aktuellen Geschehen erstmals aus dem Haus in die große weite Welt ein und schon mit einer bestehenden, dauerhaft besetzten Mondstation und einem Wettlauf der Weltmächte um "Claims" auf dem Mond, entwickelt der Raum außerhalb der Erde seine eigene Daseinsberechtigung und auch seine eigenen wirtschaftlichen Mechanismen.

Nach vielen hunderten Jahren, wird dann schon etwas stehen, das in -> The Expanse <- sehr richtig angedacht wurde. Eine verteilte Ökonomie im Sonnensystem, von dem die Erde nicht mehr Zentrum, sondern nur noch Teil ist.

Diese Bewegung scheint sich nun in Gang zu setzen, "the next big thing" sozusagen. Ich werde höchstens die kleinsten Anfänge noch erleben, vielleicht noch eine Mondstation und den ersten Menschen auf dem Mars.

Aber es wird gewaltige wirtschaftliche Interessen und auch politische Konflikte um Macht, Boden und Rohstoffe in Gang setzen. Und damit immense wirtschaftliche Potentiale in sich bergen - schon heute.

Aber zurück zu Virgin Galactic.

So sehr ich den Sektor langfristig als hochattraktives Ziel für Investitionen sehe, so wenig bin ich aktuell vom Geschäftsmodell von Virgin überzeugt. Das riecht mir zu sehr nach Verzweiflung und dem Versuch, einen "greater Fool" zu finden.

Auf einen Börsengang von SpaceX oder BlueOrigin würde ich wohl euphorisch reagieren, die brauchen das aber nicht, die sind gut finanziert. Virgin ist es nicht und das macht die Sache zwar interessant, aber doch Vorsicht gebietend.

16:50 MEZ

Ich muss wohl feststellen, dass ich einem Missverständnis hinsichtlich Powells Testimonial aufgesessen bin. Da Powell heute um 14:45 MEZ schon für eine Rede geplant war - die er wohl abgesagt hat - habe ich diese Rede scheinbar für den ersten Auftritt vor dem Kongress gehalten. Richtig ist aber wohl Mittwoch und Donnerstag!

Hier ist die -> Meldung von Bloomberg <-, der wohl zu trauen ist:

Powell gives his semiannual monetary policy testimony at 10 a.m. Wednesday before the House Financial Services committee and a day later to the Senate banking panel. Lawmakers including Democratic presidential candidate Elizabeth Warren are expected to question him about a range of issues such as Trump’s attacks, the state of the economy and Facebook Inc.’s new currency plans.

Damit ist klar, warum es kaum Bewegung gab, das warten geht weiter und erst morgen 16:00 MEZ wird es ernst!

17:10 MEZ - ZH3 - ZH5

Acacia Communications (ACIA) war hier immer mal wieder Thema, zuletzt -> am 18.03. mit einem Trade <-.

Nun ist die Geschichte wohl vorbei, den Cisco (CSCO) übernimmt das Unternehmen, über 30% Plus heute sind die Folge:

Aus Sicht von Cisco gefällt mir der Deal und dem Markt scheinbar auch. Das sind die guten Deals, wenn ein Großer sich mit kleineren Unternehmen intelligent Technologie einverleibt:

Im Gegensatz zu den Megadeals die ich hasse, erzeugen diese kleinen Deals auch kaum Friktionen, weil die Größenunterschiede so eklatant sind. Die Kleineren werden einfach ohne viel Federlesen integriert.

Man kann dazu auch eine Metapher aus dem Tierreich benutzen. Wenn ein großer Hai eine kleine Makrele frisst, dann ist das ein Happs und die Makrele wird produktiv verdaut, keine Friktionen, keine Gefahren für den Hai.

Wenn aber zwei Haie ähnlicher Größe versuchen würden sich gegenseitig zu fressen, endet das in einem Gemetzel, das am Ende beide massiv schädigen wird. Bei Firmen anstatt von Haien, sind dabei die Firmenkulturen die "Zähne", die sich gegenseitig Stücke herausreissen und so die Übernahme unproduktiv machen.

Ich mag Cisco wie Sie wissen und solche Deals bestätigen wieder warum.

17:25 MEZ - ZH4

Square (SQ) zieht heute nach einer Analystenhochstufung 6% höher. Was ich aber richtig spannend finde, ist diese Ausgangslage:

17:50 MEZ - ZH3

Um die Security-Software Aktien ist es ruhig geworden, seit die im Mai in eine scharfe Korrektur gewechselt sind.

Nun zeigen einige aber interessante Strukturen, wie hier Fortinet (FTNT):

Stärkste Aktie ist und bleibt aber Cyberark Software (CYBR), die kaum abgegeben haben:

Wie oft kann man so eine Struktur so oder so interpretieren.

Bullisch als große Basis in Form eines Dreiecks, wie in Schwarz eingezeichnet.

Bärisch als "Rounded Top" wie in Blau eingezeichnet.

Wenn man mich zwingen würde, würde ich mich im Zweifel aber eher für die bullische Interpretation entscheiden, zu stark ist die Aktie und das Volumen signalisiert bisher nicht wirklich Distribution.

18:00 - ZH1

Der SPY hat brav das Gap geschlossen, schwach sieht anders aus und die Parallelität zur Konsolidierung Mitte Juni bleibt bestehen:

Das Warten geht aber weiter, wie oben erklärt kommt Powell mit seinem Testimonial erst morgen gegen 16 Uhr, danach wird der Markt sicher mehr Bewegung zeigen.

Ich wünsche einen schönen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Volumen-Wetterscheide


Manchmal verändern Aktien ihren Charakter, weil neue Nachrichten in den Markt kommen oder weil sich Erwartungen ändern. Und manchmal weiss man gar nicht, woran es liegt, möchte aber natürlich diese Momente trotzdem erkennen, an denen eine Aktie eine Charakteränderung vollzieht.

Und wenn man das erkennen kann, dann in der Markttechnik und dafür muss man ja glücklicherweise nicht einmal wissen, was der Grund ist. Es genügt die Bewegung zu erkennen.

Mit Bayer haben wir auf der Basis von Tageskerzen ein schönes Beispiel dafür. Wenn Sie sich erinnern, habe ich ja mehrfach die Chance bei Bayer thematisiert, dass sich da eine Wende entwickelt, so auch -> hier im Stream vom 15.02.19 um 15:45 MEZ <-.

Kurzfristig ist es auch genau so gekommen, 2 Wochen lang bis zum 05.03., ist Bayer auch nach oben marschiert und dann kam eine klare Wetterscheide, die wir uns nun mal anschauen:

Wir sehen, dass die Wetterlage bis zum 05.03. eher positiv aussah, heiter mit leichten Wolken sozusagen, unterstützt durch klar überwiegendes Aufwärtsvolumen.

Dann kam die Sturmfront, dabei - und das ist nun wichtig - war der 05.03. gar nicht der Tag, an dem etwas Besonderes passiert ist. Da lief diese zweite Klage, die jetzt zum Desaster wurde und parallel sprach man über eine Klage der US Stadt Baltimore wegen PCB.

Am 07.03. kam dann in den Markt, dass nach Urteil eines EU Gerichtes, Studien über das Krebsrisiko bei Glyphosat öffentlich gemacht werden müssen, auch wenn sie umstritten sind. Und da reagierte der Markt schon, er "roch" sozusagen Ungemach.

Und was jetzt passierte, musste Markttechniker aufmerksam machen, denn die Aktie fiel nun unter anschwellendem Volumen, obwohl eine neue Nachricht fehlte. Ich habe das im Chart mit Rot markiert und das will man definitiv nicht sehen!

Das ist nicht schwarz/weiss ein eindeutiger Indikator, es können ja auch immer neue Nachrichten in den Markt kommen, die das Bild überlagern, es ist aber ein Warnsignal.

Dann kam ein wenig Hoffnung auf, die am 19.03. in einem positiven Tag kulminierte, der aber unter viel zu geringem Aufwärtsvolumen stattfand, um ihn ernst zu nehmen.

Noch hielt aber auch die 50-Tage-Linie, das hätte also alles eine positive Auflösung finden können, das Volumen signalisierte aber schon dunkle Sturmwolken am Horizont.

Und dann kam in der Nacht die Nachricht von der verheerenden Niederlage vor dem US Schwurgericht mit 80 Millionen USD Schadensersatz wegen eines Krebsfalles und damit begann der Ausverkauf, der jegliche positive Struktur nun völlig nivelliert und in den Boden gestampft hat.

Nun kann man im Nachhinein auf sehr "klug" tun und behaupten, der Einbruch sei doch absehbar gewesen. Aber das ist Quatsch, niemand wusste, wie dieses Urteil ausfallen würde und wenn es positiv ausgegangen wäre, wäre die Aktie nach oben gelaufen.

Aber trotzdem - und das ist nun wichtig und Thema dieses Artikels - hätte es genügt, einfach nur das Volumen zu Rate zu ziehen, um nach dem 05.03. die Wetteränderung und die potentielle Gefahr zu erkennen. Und auch wenn das Urteil positiv ausgegangen wäre und die Aktie hoch gelaufen wäre, wäre die sichtbare Warnung richtig und wichtig gewesen, eine Warnung ist eben nur eine Warnung und muss nicht eintreffen.

Decken Sie das Geschehen ab dem 19.03. doch mal ab und schauen Sie auf das Chart und vor allem auf das Volumen. Man kann sehen, dass hier eine Charakteränderung im Gange war, denn das Volumen stieg in der Abwärtsbewegung, was eher *gegen* ein kaufbares Retracement spricht.

Und genau da war die Warnung der Markttechnik, die man hätte sehen können und vorsichtiger werden. Durch das schwache Aufwärtsvolumen am starken 19.03., wurde das Warnsignal wiederholt. Das Geschehen am 20.03. konnte die Markttechnik nicht sehen, die Warnung vorher, ist aber im Volumen mit einem Blick zu sehen.

Und übrigens, selbst nach dem Gapdown, wäre es immer noch eine gute Idee gewesen und hätte weiteren Schmerz verhindert, dort die Reißleine zu ziehen. Der Schock saß tief im Markt.

Seit Anfang 2019 überwogen also klar die grünen Schönwetterwolken, selbst in der Seitwärtsbewegung. Ab 05.03. kamen rote Sturm-Warnungen auf den Schirm. Das ist deutlich zu sehen und ein klares Zeichen an der Wand, das war eine Wetterscheide.

Und gestern hatten wir den zweiten starken Tag, den aber auch noch unter zu geringem Aufwärtsvolumen. Wetten auf eine Wende genau hier, würde ich also noch nicht eingehen, das sieht bisher mehr nach "kleinen Schnäppchenjägern" aus.

Mein Rat und die Schlußfolgerung die Sie auf diesem Beispiel ziehen sollten ist, dass wenn Sie Richtungsänderungen einer Aktie erkennen wollen, Sie *immer* dafür das Volumen zu Rate ziehen müssen. Da steckt oft wichtige Information darin, die der Kurs selber nicht bieten kann.

Ihr Hari

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Nochmal fünf Fragen und fünf Antworten


Ich habe weiter den Thread -> Wozu soll ich schreiben <- aus dem Juli im Auge.

Dort wurden Themen gesammelt, denen ich mich mal widmen soll und Sie können auch gerne weitere Themen dort anfügen.

Schon letzte Woche habe ich fünf Fragen heraus gegriffen, die ich eher kurz beantworten kann, hier und heute folgen die nächsten fünf:

Frage (1):

Eine Anregung meinerseits wäre zu einem Thema, welches auch im Forum schon mal angesprochen wurde, und zwar das Trading unter Zuhilfenahme des Volumenprofiles.

Ich habe in der letzten Zeit schon so manches Webinar dazu gesehen, und dieses Thema scheint mir momentan *der* große Ansatz zu sein, der das Trader unheimlich vereinfachen würde.

Nun muss ich sagen, dass mir dies alles etwas - sagen wir mal - konstruiert vorkommt, und (meiner bisherigen Meinung nach) auch erst im Nachhinein die Bereiche aufzeigt, an denen gehandelt wurde. Diese *können* natürlich wieder angelaufen werden, *müssen* aber nicht.

Mir erschließt sich diese ganze Sache nicht so richtig. Zwar kann ich mir vorstellen, dass die Beachtung des Volumens schon einen Mehrwert darstellen könnte, aber wie genau dann dabei vorgegangen werden soll, ist für mich noch nicht so recht ersichtlich.

Vielleicht kannst Du hierzu mal etwas schreiben - und sei es auch, diesen augenblicklichen Hype etwas zu entkräften.

Ich habe das Volumenprofil -> hier im Video im März eingeführt <-. Ich bin auch nach wie vor begeistert davon, weil man sehr elegant und übersichtlich Unterstützungen und Widerstände heraus arbeiten kann. Und gerade dann, wenn die Spikes im Volumenprofil etwas von der Interpretation der klassischen Unterstützungs- und Widerstandszonen abweichen, ist das Anlaß sich eine Situation mal kritisch und genau anzusehen.

Ich arbeite damit seitdem nun als additives Visualisierungstool, es ist aber auch nicht mehr als das. Das Volumenprofil liefert keine einzige neue Information, die nicht schon vorher in Preis und Volumen dagewesen und sichtbar gewesen wären, es arbeitet bestimmte Information nur optisch eingängiger heraus. Insofern hat es für mich bei der Identifikation von Zonen Wert, die Welt würde aber nicht untergehen, wenn ich es nicht mehr hätte.

Übrigens zum Satz: "auch erst im Nachhinein die Bereiche aufzeigt, an denen gehandelt wurde". Das gilt für jedes Chart und ist kein Negativum des Volumenprofils. Ein Chart ist immer nur ein Guckloch in Vergangenheit und Gegenwart, aus dem man dann intelligent Schlüsse für zukünftige Wahrscheinlichkeiten ziehen will.

Frage (2):

Doch manchmal juckt es mich auch in den Fingern und ich lese ganz gebannt übers Traden und kurzfristige Handeln. Dafür fehlt mir aber total der Zugang und ich habe wohl auch kein rechtes Bild davon. Mich würde einmal ein Video interessieren, dass die Grundlagen des Tradens erklärt. Welche Erwartungen man an das Traden haben kann und sollte? Wie man am besten damit in ruhigem Fahrwasser einmal anfängt und erste Erfahrungen sammeln kann? Wie arbeiten Profi-Trader? Welche Software braucht man dafür? Auf was kommt es an? Wie hast Du damit angefangen? So ein paar Fragen.

Ich übersetze Deine Frage mal dahingehend, dass Du einfach gar nicht weisst, wo und wie Du anfangen kannst. Du brauchst also sozusagen einen Startpunkt, ein Environment, in dem Du recht entspannt mal mit echtem Geld zu "Daddeln" anfangen kannst und ein paar Techniken mal real ausprobieren kann, ohne gleich Dein Haus aufs Spiel zu setzen.

Zunächst habe ich als Antwort an ein Video gedacht, aber das ist nicht nötig. Denn es gibt eigentlich nur eine wirklich brauchbare Antwort.

Und das hat damit zu tun, dass minimalste Kosten das absolut zentrale Kriterium sind, wenn man mit kleinen Positionen stressfrei mal ein wenig herumspielen und Techniken ausprobieren will, die hier besprochen werden.

Denn um stressfrei das Handeln zu trainieren, braucht es erstens echtes Geld - nur mit Papertrading fehlt der psychologische Faktor. Es braucht aber zweitens so kleine Positionen, dass man wirklich stressfrei mal was probieren kann.

Und dafür kenne ich nur eine perfekte Antwort und das ist Interactive Brokers (IB) direkt mit seinen 1 USD pro US Trade.

Eröffne also ein Konto bei IB. Kapitalisiere das mit einer geringen Menge Kapital, die Du mal zum "trainieren" einsetzen möchtest. Konzentriere Dich alleine auf US Aktien, wie sie hier immer wieder besprochen werden. Und dann handele mal mit eher kleinen Positionen pro Aktie von wenigen hundert Dollar pro Position rauf und runter um Dinge auszuprobieren und Erfahrung zu sammeln.

Wenn Du Dich nicht völlig idiotisch anstellt, kannst Du so viel damit gar nicht verlieren oder gewinnen, weil größere Aktien typischerweise nicht mal eben über Nacht um 30% fallen und selbst dann wäre der Schaden durch die Positionsgröße begrenzt. Der psychologisch Effekt ist aber trotzdem da, auch wenn es am Ende nur um 20 USD Verlust oder 25 USD Gewinn pro Trade geht.

Wie das Schwimmen kann man das Traden eben nur lernen, in dem man es selber macht und am Anfang auch mal Wasser schluckt. An Techniken und Ideen liefert dieser Blog genug, ohne eine eigene Spielwiese wird es aber immer graue Theorie bleiben.

Frage (3):

Dokumentation: Etwas ganz konkretes: wie dokumentierst du deine Trades/Investments und wie oft und nach welchen Kriterien analysierst du sie (falls du es tust)? Sprich, schaust du monatlich oder einmal pro Quartal wie viele Gewinn- oder Verlusttrades du hattest, wie groß der durchschnittliche Gewinn/Verlust war? So in diese Richtung.

Ich bilde mir ein, dass ich das hier im Blog schon thematisiert habe. Früher habe ich ein richtiges Trading-Tagebuch geführt, in dem ich auch meine Motivation niedergelegt habe, also jeweils das komplette Setup beschrieben und dann einen Review gemacht. Das hat mir sehr dabei geholfen, Disziplin in mein Handeln zu bekommen, so dass man sich nichts mehr vormacht.

Schon länger kann ich mich aber auf meine Disziplin verlassen, weswegen ich diesen Aufwand nicht mehr betreibe. Nun habe ich ein großes Excelsheet über alle Depots hinweg, in dem die "normalen Dinge" eingetragen werden wie Kürzel, Datum, Einstieg, Ausstieg, Kosten etc. Dazu habe ich mehrere Arten von "Codes", also Kürzel zum Beispiel für bestimmte Formen von Trades und für andere Charakteristika, um diese später gruppieren und auswerten zu können

Dieses Excel-Sheet werte ich dann mit Excel-Methoden aus, wenn ich was auswerten will. Ich habe also keine festen Auswertungen, sondern sozusagen eine flexible Excel-"Datenbank" die ich nach Bedarf sortiere, auswerte und visualisiere. That´s it.

Seit ich bedingt durch den Blog nicht mehr systematisch, sondern nur noch opportunistisch trade, ist das alles mehr als ausreichend. Mein Affenhirn habe ich auch meistens so im Griff.

Ich habe den Artikel übrigens gefunden. Hier ist er:
-> Von geistiger Nachässigkeit und warum wir reifer als die Bundeskanzlerin sein müssen <-

Frage (4)

Kriterien für Investments / Fundamentaldaten: Welche Kriterien müssen für dich erfüllt sein, damit sich ein Unternehmen als Investment qualifiziert (natürlich nachhaltiges Wachstum, aber darüber hinaus)? Gibt es gewisse KO-Kriterien, was sind eher weichere Faktoren? Und dann weiter gedacht: wie verfolgst du deine Investments - sprich, liest du alle Quartals- und Jahresberichte und darüber hinaus noch Artikel auf bspw. Seekingalpha? Oder schaust du hauptsächlich auf das Chart und weniger auf die Berichte? Ein paar Kommentare dazu fände ich hilfreich.

Das wird jetzt vielleicht erstaunen, aber der fundamentale Prozess der dazu führt, dass ich ein Unternehmen überhaupt als Investment in Erwägung ziehe, ist nicht formalisiert, sondern sozusagen "freie Kunst".

Wir erinnern uns, dieser Prozeß entscheidet ja nicht darüber, wann ich die Aktie kaufe oder verkaufe, das macht nur die Markttechnik. Dieser vorgeschaltete Prozeß definiert nur, welche Aktien ich überhaupt im Blick habe und dann später "vielleicht" kaufe, wenn die Markttechnik passt.

Bei der Auswahl kommt meine gesammelte Erfahrung und mein gesammeltes Wissen zum Einsatz, das kann man nicht als "Checkliste" erklären. Ich bin nun einmal ein Informationsschwamm, seit 30 Jahren im Markt, habe Unternehmen geführt und bei Aktiengesellschaften Mergers & Acquisitions betrieben. Dabei sammelt sich eine Menge inhärente Erfahrung an, man hat einen Blick dafür was gut ausschaut und was eine Augenbraue hochziehen lässt. Dieses Wissen liesse sich nur durch einen angeschlossenen "Nürnberger Trichter" in eine in einem Artikel konsumuerbare Form bringen - das ist irreal.

Was ich eher *nicht* mache, ist Bilanzen lesen. Das mache ich nur wenn es einen konkreten Anlaß gibt, sich etwas anzuschauen. Bilanzen sind im Zeitalter von IFRS auch nicht mehr zwingend ein hilfreiches Bild auf die Substanz eines Unternehmens, zu schwammig und interpretierbar sind die IFRS-Regeln. Es sind daher in meinen Augen eher unternehmenspolitische Dokumente geworden, das Ergebnis eines Konsensprozesses zwischen Management und Prüfern. Ich kenne auch ehrlich keinen einzigen reinen "Bilanzwurm", der damit in den letzten 10 Jahren an der Börse erfolgreich geworden wäre. Früher - zu Zeiten von Graham und dem jungen Buffett mit den staubigen Bibliotheken - da war das mal anders, da hatte man mit Fleiß diese Chance, da war die Rechnungslegung aber auch noch enger und präziser. Heute bezweifele ich den Sinn die Bilanzen der großen Unternehmen zu lesen ganz generell.

Worauf ich achte, ist primär das Geschäftsmodell, das will ich verstehen und dann lese ich halt so lange bis ich es verstehe. Wenn ich es verstehe, schaue ich dann auch tatsächlich mal in die Zahlen, aber nicht um "Geheimnisse" zu finden, sondern um das Geschäftsmodell in den Zahlen wiederzufinden. Wenn ich es wiederfinde ist es gut, wenn nicht, gibt es wohl noch einen Haken. Und ich schaue mir auch Mitbewerber an und vergleiche und ziehe Schlüsse.

Wichtig ist mir auch das Management, ich suche und lese gerne Interviews, die oft mal wie ein "Fenster" in die Denkstrukturen sind. Ich habe dazu einen inneren Kompass aus Erfahrung, was ich schätze und was ich ablehne, siehe meine instinktiv negative Reaktion auf Baumann (Bayer) schon vor mehr als 2 Jahren, die im Nachhinein so falsch ja nicht war.

Es fließen auch durchaus Vorlieben ein. Eine Aktie deren Thema oder Geschäftsmodell ich mag, ist einer ähnlich guten die ich nicht mag vorzuziehen. Denn um später dranzubleiben und sich immer wieder zu interessieren, ist Sympathie wichtig. Sympathie entscheidet nicht ob eine Aktie gut ist, aber bei mehreren Kandidaten kommt sie zum Ansatz.

Nehmen wir mal Solarworld als Beispiel, ich bin ja durchaus für Solars offen, Solarworld war aber nie in meinem Universum, weil ich den Asbeck mit seinem Habitus auf den Tod nicht leiden konnte und ihm immer misstraut habe. Erneut, diese Emotion trifft keine Anlageentscheidung. Als Selektionskriterium unter mehreren Kandidaten ist sie aber durchaus sinnvoll, denn nur an "gemochten" Aktien bleibt man richtig dran.

Frage (5)

Viele Erfahrene sagen ja, man soll durch die Wiederholung reich werden und nicht versuchen auf einer Einzelwette sich um Kopf und Kragen zu verzocken. In wie fern gilt das für junge Leute... Kann man nicht mal ein bisschen mehr wagen, um sozusagen mit einem lucky shot nach vorne zu kommen.

Man kann immer so viel wagen, wie man wagen will - solange man es bewusst tut. 😉

Blöde Antwort, ich weiss.

Aber ernsthaft, nehmen wir mal an dem jungen Menschen gelingt der "Lucky Shot" und er ist 100.000€ reicher durch einen Trade. Und halten wir erneut fest, dass es nur ein "Lucky Shot" war, er also durch Zufall daran gekommen ist und nicht durch einen besonders brillianten Trade.

Was genau wäre dann gewonnen?

Ich garantiere, dass genau dieser "Lucky-Shot-Mensch" dann nicht aufhört und die 100.000 einsackt, sondern versucht beim nächsten Mal eine Million zu machen, kann ja nicht so schwer sein. Das Ergebnis kennen wir. 😉

Ich behaupte also: Ohne zu wissen *warum* das nun geklappt hat, ohne sich das erarbeitet zu haben, ist ein "Lucky Shot" in frühen Jahren in der Regel kontraproduktiv. Viele, viele Lottogewinner beweisen dieses Prinzip immer wieder.

Hinzu kommt ja, dass im Markt Chance und Risiko *immer* in einer ähnlichen Größenordnung sind. Um 1 Million zu machen, muss man also in der Größenordnung 1 Million riskieren oder eintausend Mal 1.000 riskieren, was aufs Gleiche rauskommt.

Worum Profis ja kämpfen, ist nicht die Chance ohne Risiko eine Million zu machen - die haben nur Insider oder Betrüger, also solche mit echtem Wissensvorsprung. Es ist die Chance ein CRV von beispielsweise 9zu10 zu bekommen, also statistisch etwas höhere Chancen als Risiken zu haben. Wenn man so will also nur 900 mal 1.000 zu risikieren, um sicher die Million zu haben.

Also auf die Frage Nein. Die Suche nach dem Lucky Shot vergedeutet bestenfalls Zeit und erzeugt schlimmstenfalls ein Szenario, das ganz böse ausgeht, weil der junge Mensch dann angefixt wird.

Mich erinnert das an eine Szene in einem Western, wo an einem Pokertisch eine Runde sitzt, darunter ein offensichtlicher Profi-Spieler. An diesen Tisch tritt ein Bauernjunge, der gerade seinen Lohn bekommen hat und fragt unbedarft: "Ist das das Spiel mit dem fünf Karten?". Der Pokerspieler grinst und sagt: "Sie können Poker, setzen Sie sich!" 😉

Dieser Bauernjunge gewinnt am Anfang auch. 😉

Ihr Hari

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Perlen Reloaded – Trading Wahrheiten



Dieser kurze aber wichtige Artikel aus dem 2015er Archiv muss noch einmal in den Vordergrund gehoben werden, denn er beschreibt kurz und knapp 9 Kern-Wahrheiten zum Trading, die sich jeder hinter die Ohren schreiben sollte, der in dem Geschäft erfolgreich sein will!

Montag 20.04.15 15:00 - Trading Wahrheiten

Den folgenden, ganz ausgezeichneten Artikel, kann ich jedem nur wärmsten ans Herz legen, der der englischen Sprache mächtig ist und der am Markt Erfolg haben will: -> 9 Trading Truths <-

Geschrieben ist der von Brian Shannon von Alphatrends, einem sehr erfahrenen Trader mit hoher Reputation.

Sie finden darin jede Menge Wahrheiten wieder, die ich hier auch immer wieder wiederhole. Insofern ist doch auffällig, dass die wirklich erfolgreichen Trader mit leichten Nuancen am Ende immer wieder das Gleiche sagen.

Aber die wichtigen Dinge kann man gar nicht oft genug sagen. Deswegen übersetze ich die Kernaussagen des Artikels hier in Kurzform für die Mitglieder, die Englisch nicht gut genug lesen können.

Schreiben Sie sich die 9 Punkte also unbedingt "hinter die Ohren". 😉

1. Die Price Action ist das Einzige, was wirklich zählt. Mein deutsches Sprichwort dazu lautet: "Die Wahrheit liegt auf dem Platz". Das ist die wichtigste aller Regeln.

2. Keep it simple. Eine gute Analyse ist nicht überladen mit unzähligen Indikatoren, sie fokussiert sich auf das Wesentliche.

3. Volumen-Analyse ist wichtig, denn sie offenbart den Druck, mit dem Bullen und Bären unterwegs sind.

4. Der Markt ist voller "selbst-erfüllender-Prophezeihung" und das ist eine gute Sache, weil man das ausnutzen kann. Das ist meine Theorie der Reflexivität.

5. Risk Management ist die wichtigste Aufgabe eines Traders!

6. Der Trend ist wirklich unser Freund!

7. Nachrichten und Fundamentaldaten zählen. Es ist wichtig ein Modell zu haben, wie sich bestimmte Entwicklungen auswirken werden. Man darf nur diese Interpretation nie, wirklich nie, über die Price-Action stellen. Womit wir bei 1. sind.

8. Es gibt keinen leichten Weg, Erfolg am Markt ist harte Arbeit. Die Kurzform lautet: "There is no free lunch"!

9. In dem Geschäft gibt es viele Scharlatane, aber auch ehrliche Helfer. Viele Scharlatane kann man an einer einfachen Regel erkennen: jeder der behauptet, Trading sei einfach und er hätte ein perfektes System, ist ein Lügner!

Wie wahr, wie wahr! 😉

Ihr Hari

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Déjà-vu und Distribution



Guten Morgen!

Gestern hatte ich ein Deja Vu (schreiben wir es der Einfachheit halber mal ohne die ganzen Häkchen), das darauf beruhte, dass ich das Marktverhalten nur zu gut aus dem alten Jahr kenne.

Die Bären haben einen sauberen Aufschlag mit medialer Untermalung, "Gurus" malen Horrorszenarien an die Wand, aus Europa kommen richtig schwache Kurse in Richtung der Wallstreet und es könnte sein, dass sich eine echte Korrektur in Gang setzt.

Die Kurse an der Wallstreet beginnen auch schwach und dann? Dann ...... nichts. Nichts!

Die Abwärtsbewegung hört einfach auf, wie ein Rasenmäher dem der Sprit ausgeht. Erst stottert es, dann wird es still. Faszinierend und klassisch 2017 - Deja Vu eben.

Was wir hier sehen ist der Effekt eines starken Marktes und der Grund, warum Topbildungen Zeit brauchen. Der "BTFD" Reflex ist nun so fest verankert, dass man wirklich einen sehr zuverlässigen Trade darauf bauen kann und um diesen Reflex abzubauen braucht es viel Zeit und viele Momente, in denen er nicht mehr befriedigend funktioniert.

Wenn man so will muss langsam Zweifel in die Wahrnehmung des Marktes steigen, dass BTFD noch gültig ist, erst dann wird es riskant. Dass dann die Geschichte vom Abbau der US Staatsanleihenkäufe von China auch noch dementiert wurde, ist dabei fast eine Nebengeschichte. "Die Nachrichten dürften auf falschen Informationsquellen basieren und 'Fake News' gewesen sein", heißt es dazu bei der chinesischen Devisenbehörde.

Trotzdem gehe ich davon aus, dass der Zweifel bleibt und das Dementi nicht recht geglaubt wird. Denn China hat gerade erlebt, warum Grossanleger immer eine stille und leise Distribution wollen, weil sie anders sonst nicht aus ihren Positionen heraus kommen.

Stellen Sie sich vor, Sie heissen Buffett und wissen, dass jede Ihrer Bewegungen beobachtet und ziseliert wird. Nun wollen Sie bei einer sehr gut gelaufenen Aktie mit Ihren riesigen Aktienpaketen raus, weil Sie in der Zukunft grosse Risiken sehen. Dummerweise reicht die Liquidität der Börsen nicht ansatzweise aus, um Sie in einem Stück heraus zu bringen. Und einen ausserbörslichen Käufer Ihres riesigen Pakets haben Sie auch nicht.

Würden Sie dann im Vorfeld hingehen und Ihren anstehenden Verkauf ankündigen? Ich bitte Sie, nur wenn Sie sehr dämlich wären. Denn alleine weil Sie - Buffett - den Verkauf ankündigen, werden die Kurse deutlich fallen und andere vor Ihnen verkaufen. Und die Liquidität der Käufer, die Ihnen also Ihre Pakete abnehmen sollen, wird weiter austrocknen und nur mit viel niedrigeren Kursen wieder zu aktivieren sein.

Mit diesem einen Satz der Verkaufsabsicht, haben Sie sich dann also in gewaltiger Grössenordnung selber ins Knie geschossen. Gleiches gilt für China, alleine durch den Satz ist sein Bestand an US Anleihen viel weniger wert geworden.

Nein, wenn Sie raus wollen, müssen Sie als Grossanleger stückchenweise raus, solange die Stimmung noch gut ist. Unseriöse Großanleger befeuern die gute Stimmung sogar noch, in dem Sie während Sie schon zu verkaufen beginnen, noch positive Analystenkommentare heraus geben, um bei der Herde mehr kauforientierte Liquidität in den Markt zu bringen. Hinterher kann man dann behaupten, dass beide Seiten des Unternehmens nichts voneinander wussten, weil da ja "Chinese Walls" seien - jaja. 😉 Seriöse Großanleger wie Buffett halten einfach die Klappe. Und Idioten reden im Vorfeld darüber.

Genau diesen Vorgang, wenn grosse Adressen in gute Stimmung hinein abladen, nennt man übrigens "Distribution" und die kann man nur durch die Markttechnik erahnen, mit Blick auf Chart, Volumen und ein paar Indikatoren.

Distribution gibt es übrigens auch bei einer Bodenbildung, dann eben umgedreht. Die Stimmung ist noch mies, die grossen Adressen beginnen aber zu akkumulieren.

Und deshalb ist das Dementi in Zweifel zu ziehen und deshalb und aus anderen Gründen die von den Notenbanken ausgehen, gehe ich davon aus, dass die Bond-Renditen weiter unter Druck bleiben. Und China muss sehen, wie es die Abhängigkeit vom Greenback verkleinert, denn man sitzt da in der Falle. Jede Schwäche des Dollars schädigt nicht nur die eigenen Exporteure, sondern auch den Anleihenbestand. Man sollte also besser nett zum Dollar sein und hat da wenig Drohpotential.

Das Geschehen um die US Staatsanleihen, wird übrigens -> hier <- schön in eine Perspektive gebracht.

Zurück zum Markt. In dem ist also doch weniger passiert, als es gestern noch aussah. Alles was wir haben, ist bisher die mehr als überfällige Konsolidierung nach dem starken Start ins Jahr. Ich gehe auch davon aus, dass sich das diese Woche fortsetzt, genau das war ja auch meine Annahme für diese Woche.

Auch der DAX weiss heute früh noch nicht was er will, ich gehe nach wie vor eher davon aus, dass es erst einmal Richtung 13.200 runter geht, als sofort wieder hoch, aber wir werden sehen - im großen Bild ist das alles Geplänkel:

Sehr stark und sehr erfreulich stark war übrigens auch gestern wieder Biotech. Der XBI, der ETF der kleineren Unternehmen während im IBB auch die Schwergewichte sind, hat nicht lange gezögert und ist gestern wie ein Strich vom Start weg hoch ins Plus gestiegen:

Und im grösseren Bild sieht das nun so und damit kein bischen weniger interessant aus:

Wenn ich durch einzelne Aktien im deutschen Markt gehe, tue ich mich schwer. Einerseits sehe ich Aktie die schon "extended", also zu überdehnt sind, um jetzt ohne Dip dort einzusteigen.

Die gute alte Rheinmetall ist so ein Fall:

Andererseits sehe ich Aktien mit zweifelhafter Chartstruktur, die nicht dazu einladen jetzt aktiv zu werden. Henkel ist so ein Fall:

Was ich aber wenig sehe, sind überzeugende Ausbruchs- oder Basis-Strukturen, aus denen sich eine grössere Bewegung aufbauen kann. Die Autobauer sind Ausnahmen, die habe ich schon genannt.

Heidelberg Cement sieht als Trendfortsetzung noch ganz brauchbar aus, die hatte ich Ihnen am 15.11. in -> hier <- schon gezeigt und so wie indiziert, ist es dann auch gekommen:

Akzeptieren wir das einfach, dass es so ist. Der DAX ist in seinen Einzelwerten nicht mehr uneingeschränkt bullisch und da ein Index nur die Summe der Einzelwerte ist, betrachten wir auch den Index distanziert und differenziert. Die Zeit des "leichten Geldes" ist wohl hier vorbei.

Bis später.

Ihr Hari

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Sag mal Hari ….. Was ist eine Bodenbildung?



Diese Frage kam vor Kurzem im Forum von einem Neumitglied und es ist eine gute Frage, die geradezu nach Lehrer Bömmel schreit.

Viele von Ihnen werden nun denken "das weiss ich doch". Hmm, kann sein, dann gehen Sie aber mal her und erklären jemand anderem was eine Bodenbildung bei einer Aktie ist. Dann werden Sie schnell feststellen, dass es da doch so einige Abgrenzungsfragen gibt, an denen man feststellt, dass die Frage vielleicht doch komplexer ist, als man dachte.

Hier also der Versuch von Lehrer Bömmel in meiner Gestalt, diese Frage "aus der Hüfte" in 10 Minuten zu beantworten. Viel Spass!

Ihr Hari

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Warum SmallCaps und Pennystocks hier nicht besprochen werden und das gut so ist.



Warum werden hier im Blog eigentlich keine sehr kleinen SmallCaps besprochen? Ich meine nicht Unternehmen im SDAX, sondern noch kleinere Titel, bis herunter zu Pennystocks?

Diese Frage stellt sich Neumitgliedern immer wieder, denn es gibt eine faszinierende Konstante. Gerade relativ unerfahrene Anleger, werden durch die diversen Börsenbriefe am Anfang ihrer Börsenkarriere magisch von den SmallCaps angezogen.

Die Verheissung die da immer mitschwingt und ernsthaft geglaubt wird ist, dass man dort ja noch "unentdeckte Perlen" finden kann, die der Rest des Marktes übersieht. Das ist ein bischen wie bei der Schatzsuche und man selber ist natürlich smarter als der dumme Rest, auch das ist ja klar. Und weil es das Ego so pampert, ist der Gedanke so verlockend wie eine Honigfalle.

In diesem Tenor wird es ja auch von den diversen Börsenbriefen gerne verkauft, "geheim" ist da ein gerne benutztes Wort. Für 24,99€ zum Herunterladen, bekommen wir also "Geheimnisse" und neue "Kursraketen", alles klar, das müssen wirklich nette Menschen sein, die so gut zu uns sind. 😉

Die harte Wahrheit ist, von den wenigen Anlegern abgesehen, die wirkliche Branchenexperten oder sogar "Insider" bei diesen Klein-Unternehmen sind - von den wenigen Anlegern abgesehen, die im M&A Markt unterwegs sind und echten Einblick in solche Unternehmen haben - haben alle anderen wenig Chancen dort einen systematischen Blumentopf zu gewinnen. Es sind eher "Schafe" die irgendwann wenn sie das Glück verlässt geschoren werden, denn in Wahrheit ist die Lage der Anleger bei diesen kleinen Unternehmen schlechter, nicht besser als bei den Grossen, weil sie durch die geringere Bekanntheit einen Wissens-Nachteil und nicht einen Vorsprung haben. Und weil die Aktien leicht im Kurs manipuliert werden können.

Das muss ich nun natürlich erklären und da bitte ich Sie einen alten Artikel aus 2012 zu lesen der erklärt, was ich hier bespreche und was nicht: -> Zur Marktkapitalisierung - Warum ich Pennystocks nicht anfasse <-.

Ich kopiere mal einen relevanten Teil heraus:

Insider: Jedes Unternehmen hat weit mehr "Insider", als der rechtliche Insiderbegriff fassen kann. Denn um die formalen "Insider", das Management herum, gibt es Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Partnerunternehmen, Lieferanten, Mitbewerber etc. etc. die alle einen tieferen Einblick in die wirkliche wirtschaftliche Situation haben als ein Aussenstehender. Es reicht doch schon als regelmässiger Lieferant anhand der Bestellmengen einen Einblick in den Rohwarenverbrauch des Unternehmens zu haben, um die wirtschaftliche Situation einschätzen zu können. Bestimmte Hedgefonds die in konkreten Titeln aggressiv investiert sind, setzen daher auch alle denkbaren Mittel ein (die Mittel die man auch aus der Spionage kennt, inklusive der Honigfalle) um an verwertbare Informationen zu kommen. Wenn eine schöne Nacht mit einem gutaussehenden "Mächtigen" einem ein paar Einsichten verschafft, die man dann an den Märkten zu Millionen machen kann, dürfte die moralische Hürde halt recht niedrig werden.

Wir als Aussenstehende dürfen also nie vergessen, dass wir gegen diese Insider antreten und die gibt es bei grossen wie bei kleinen Unternehmen. Der Unterschied ist, bei einem Grosskonzern verdient dieser Hedgefond vielleicht gutes Geld, der Kurs des Grosskonzerns wird dadurch aber nicht wesentlich zu meinen Ungunsten beeinflusst. Denn wenn am Tag die Aktie einen Umschlag von einer Milliarde € hat, dann geht auch der Hedgefond mit seinen 20 Millionen Profit im Rauschen unter. Wenn aber bei einem Pennystock Insider am Werk sind, verlieren wir als redliche Anleger immer und massiv! Und der Wissensvorsprung der Insider ist bei Pennystocks gewaltig. Dort werden sich die "Analysten-Kommentare" manchmal sogar "erkauft", denn wer verplempert schon freiwillig seine Zeit mit solchen Aktien? Am Ende ist aber immer der Aussenstehende der Dumme, denn da wo Informationen von wenigen Personen kontrolliert und selektiv nach aussen gegeben werden, kann man nur verlieren.

Jetzt will ich damit nicht alle Pennystocks perse unter Generalverdacht stellen, auch dort gibt es seriöse Unternehmen und seriöses Management. Die Risiken sind aber für uns Anleger so viel höher und die Möglichkeit das von aussen einzuschätzen so viel kleiner, dass man sich die Frage stellen sollte, warum man sich überhaupt in dieses Spiel begibt.

Ich wiederhole also klipp und klar, bei kleinen Unternehmen ist der Wissensvorsprung der Insider und sonstigen Unternehmenskenner *grösser* und nicht kleiner - Sie sitzen als Anleger da immer am Katzentisch, während Sie bei einer Apple durch die hervorragende Begleitung der Medien "fast" soviel wie die Insider wissen, selbst hoch geheime Produkte lecken ja frühzeitig heraus. Und wie wollen Sie denn eine "Perle" eines unbekannten SmallCaps von aussen entdecken, etwa in dem Sie einen Artikel in einem Magazin lesen? Soll ich jetzt lachen oder weinen? 😉

Nur wer fundamentale Dinge völlig ignoriert und rein die Price-Action handelt als ob es Kühlschränke am Nordpol wären, ist da nicht gefährdet, aber wer von den genannten "unerfahrenen Anlegern" macht das? Die fahren fast alle auf gute "Stories" ab.

Genau da kommt nämlich das nächste massive Problem, die Manipulation der Kurse und Frontrunning, was bei SmallCaps recht einfach ist und auch wenn verboten, garantiert immer wieder passiert.

Und da hat mich gestern unser "Leon" wieder -> hier im Thread <- bei einer Aktie darauf gestossen, bei der ich das selber gar nicht auf der Rechnung hatte. Es ist das gute alte -> Liebhaberinvestment OHB Systems <-, das ich wie treue Mitglieder wissen schon seit 2013 begleite, weil es so schön in mein Beuteschema passt. So viele reine Raumfahrtaktien gibt es ja wahrlich nicht und im Deutschland von Obert und von Braun nur noch diese Eine.

OHB ist mit einer Marktkapitalisierung von 730 Millionen € und mehr als 2.000 Mitarbeitern - einige bei mir in der Nähe in Oberpfaffenhofen - nun wahrlich ein seriöses Unternehmen, über das man ohne Hintergedanken schreiben kann. Allerdings hatte ich vor Leons Kommentar nicht mehr darauf geschaut, dass durch den geringen FleeFloat die Liquidität am Markt nur gering ist. In Summe aller deutschen Börsenplätze sind gestern nur 32.000 Stück a 43€ umgeschlagen worden, in Summe also ca. 1,37 Millionen€.

Nun stellen wir uns also vor, ich sei unseriös und wollte auf Ihre Kosten einen monetären "Free Lunch" für mich erzielen. Dann kaufe ich mich über Tage still und heimlich massiv in OHB ein. Dann schreibe ich einen extrem bullischen Artikel, garniert mit allerlei Einschätzungen und Andeutungen über Kontakte in Oberpfaffenhofen und so. Geraune um Wissen also, nach dem Motto "ich darf Ihnen ja nicht sagen, aber.....".

Ich setze also meine Reputation und Glaubwürdigkeit bei Ihnen ein und trommele für OHB. Ich würde damit garantiert einen dicken Gewinn machen, das ist dann praktisch ein "Free Lunch" für mich. Denn es reichen von Ihnen nur 200 Mitglieder die darauf anspringen und im Mittel 5.000€ in Bewegung setzen und schon fackeln wir alleine das Tagesvolumen ab. Ergo OHB wird zuverlässig einen Satz um 3-5% machen und ich werde auch noch Recht behalten, nett oder? 😉

Nun will ich ja aber in diesem theoretischen Beispiel meine Reputation bei Ihnen nicht verlieren und muss daher dafür Sorge tragen, dass Sie auch was davon haben. Ich setze den Artikel also einen Tag später in den freien Bereich und verweise dabei perfiderweise darauf, dass die Aktie ja schon steigt - darin steckt die Botschaft "kauf mich jetzt". Das funktioniert wegen der sich nie ändernden menschlichen Psyche zuverlässig, andere werden nachspringen und am Folgetag stelle ich das als Artikel bei Tichy ein, wo eine 5-stellige Zahl an Lesern so ein Ding zumindest überfliegt und auch dort wecke ich die Gier - das Ding steigt ja schon, jetzt aber schnell!!

Noch einmal macht die Aktie mit der Veröffentlichung bei Tichy also absolut zuverlässig und berechenbar einen Satz und in diese Liquidität hinein, verkaufe ich dann mit 10-20% absolut berechenbarem Gewinn und mache mich aus dem Staub. Danach fällt die Aktie wieder, gegenüber Ihnen haben ich aber keinen Reputationsverlust, erst einmal ist sie ja wirklich gestiegen auch bei Ihnen und danach? Nun wir haben halt alle keine Glaskugel. 😉

Sie sehen, wie leicht ich mich bereichern könnte. Und keiner würde es merken, wenn ich es nicht übertreibe. Faszinierend oder?

Und nun beachten Sie, dass das bei einem Wert mit 730 Millionen€ Marktkapitalisierung möglich wäre, bei dem man das gar nicht erwartet! Nun stellen Sie sich aber vor, was bei einem echten SmallCap, einer Aktie mit 70 Millionen€ Marktkapitalisierung, bei der am Tag vielleicht 100.000€ oder weniger umgehen, möglich wäre!

Ich könnte mich dumm und dämmlich verdienen und das völlig berechenbar. Sie würden mir doch abkaufen, wenn ich da nun von einem kleinen Software-Wert in meiner Nähe erzählen würde, andeuten würde dass ich die gut kenne, dass ich auch darin investiert bin - was ja perfiderweise sogar stimmen würde, nur mit anderer Agenda als Sie ahnen. 😉 Und Sie würden die Aktie auch kaufen und den Kurs treiben. Ich weiss dass es Mitglieder unter Ihnen gibt, die mir so vertrauen, dass Sie in dem Moment wo sie das lesen sofort kaufen würden, nur weil ich das sage. Ich mag das zwar nicht und rede immer dagegen an, weil es mir beim Schreiben so eine blöde Schere im Kopf macht, aber es ist wohl nicht zu ändern. Dieser Reflex mir zu folgen wäre aber eine ideale Ausgangslage für mich, wenn ich ein unseriöses, gierzerfressenes Arschloch wäre.

Also noch einmal, für mich wäre es ein Leichtes, mir so einen goldenen Hintern zu verdienen. Ein "Free Lunch" für mich im wahrsten Sinne des Wortes - sabber ... 😉

Ich tue es aber nicht. Und das müssen Sie mir nicht einmal glauben, sondern können Sie leicht überprüfen, weil ich über solche Aktien bei denen diese Gefahr besteht, bewusst schlicht nicht schreibe!

Und warum tue ich das nicht? Warum verzichte ich auf Millionen schnellen Geldes, die ich so zuverlässig machen könnte? Weil ich wirklich seriös und vertrauenswürdig bin, aber das wussten Sie ja schon. Ich brauche das Geld ja auch nicht, ich verdiene auf ehrliche Art und Weise genug.

Bei mir sind Sie was diese Dinge angeht also in Abrahams Schoss, ich meide solche Aktien bei denen das denkbar wäre und selbst meine zukünftigen Kommentare zu OHB muss ich nun in Frage stellen, weil da ist weniger Liquidität als mir bewusst war. Und noch besser, ich mache Ihnen mit so Artikeln wie diesem sogar das Spiel klar, das gespielt wird. Jemand der davon profitieren will, würde das wohl kaum tun.

Nun stelle ich aber die Frage an gerade Sie, der Sie bisher irgendwelche Jubelartikel zu SmallCaps in Magazinen und Börsenbriefen verschlungen haben und sich die "grosse Entdeckung" davon erhofft haben, frei nach dem Motto "Gier frisst Hirn auf":

Warum glauben Sie eigentlich, dass alle so ehrlich und zurückhaltend sind wie ich? Wenn Sie in so einem Magazin oder einem Forum so einen Artikel lesen, was glauben Sie zu welcher Position in der informationellen Nahrungskette Sie gehören? Ist Ihnen nicht klar, dass Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit das letzte Rad am informationellen Wagen sind, der dann den nassen Sack in die Hand gedrückt bekommt?

Sicher gibt es da draussen ebenso seriöse Magazine, Börsenbriefe und Blogs wie hier Mr-Market, ich will niemandem konkret etwas unterstellen und die Mehrheit wird wohl so ein Spiel auch nicht betreiben. Aber ich garantiere Ihnen aus reiner Lebenserfahrung, es gibt auch die anderen und das mehr als Sie ahnen. Ich garantiere Ihnen, bei den SmallCaps werden solche Spiele öfter gespielt als Sie ahnen und höchst selten werden diese aufgedeckt, denn eigentlich ist -> Front-Running <- illegal, nur ist es eben extrem schwer nachzuweisen.

Glauben sie wirklich in so einem Umfeld als Anleger ohne Spezialwissen einen Vorteil bei kleinen Aktien zu haben? Ich bitte Sie!

Fassen wir also zusammen:

Erstens, ich werde weiter bewusst keine illiquiden SmallCaps besprechen, bei denen ich befürchten muss, dass eine reflexiven Beeinflussung meiner Artikel auf den Preis stattfindet. Das ist einfach eine Frage der Seriosität.

Zweitens, ich bedauere. Wir haben da zwar einen echten "FreeLunch" und könnten das sogar als Community orchestrieren und Kurse anschieben, auf die andere dann aufspringen und die Bewegung verstärken, unser Volumen reicht dafür durchaus aus, wenn die Titel im SmallCap-Bereich sind. Das ist aber mit mir nicht zu machen. Glauben Sie deswegen aber nicht, dass alle andere es auch so strikt ausschliessen wie ich. Gehen Sie davon aus, dass die Gier und das leicht verdiente Geld ein mächtiger Motivator ist und gerade bei SmallCaps dieses Spiel gespielt wird.

Drittens, Sie sollten sich deshalb nur dann für SmallCaps interessieren, wenn Sie die nur rein charttechnisch betrachten oder wenn Sie einen echten Edge haben, weil Sie das Unternehmen wirklich besser kennen als der Markt, wenn Sie also sozusagen eine Art "Insider" sind, wenn auch nicht im engen Sinne der Definition.

Falls Sie an solchen Werten bisher interessiert waren, hinterfragen Sie das mal nach meinen obigen Worten. Und schauen sich vielleicht mal bewusst Kursbewegungen an, wenn in bekannten Postillen illiquide Werte promotet werden.

All das ist nur eine weitere Facette der -> Reflexivität <-, die Sie in ihren Konsequenzen unbedingt durchdringen müssen, wenn Sie am Markt auf einen grünen Zweig kommen wollen. Es ist das Beobachterproblem, denn die Nachricht, der Artikel über den SmallCap, verändert selbstreferentiell das Beobachtungsobjekt, weswegen eine objektive Beobachtung gar nicht möglich ist.

Wir hier sollten also klug genug sein, nicht freiwillig Schafe zu sein. Wölfe sind wir zwar auch nicht, dafür ist unsere Feuerkraft zu gering, aber wir sind wenigstens freilaufende Hunde, die den Wölfen aus dem Weg gehen können, weil sie dafür klug genug sind.

Und übrigens, auch das ist ein Grund für den US Markt. Dort sind selbst kleine Aktien sehr, sehr liquide. Heisst eine derartige Manipulation ist viel schwerer. Bei vielen illiquiden Werten in Deutschland sieht es da ganz anders aus.

All das oben ist eigentlich nichts Neues, es erschien mir aber nötig, das mal wieder ins allgemeine Bewusstsein zu rufen.

Ihr Hari

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Dumm Di Dumm – Wer nicht fragt bleibt dumm



Eine Frage im Thread der ->Sonderthemen-Wünsche <- gefällt mir ganz besonders. Es ist diese von unserem Mitglied "Investor":

Ich hätte eine sehr basic Frage: wie funktioniert Börse? Jeden Tag werden Aktien gekauft und verkauft. Nach meinem bescheidenen Verständnis gibt es am Ende vom Tag genausoviele Käufer wie Verkäufer. Wenn jemand Aktien kauft, muss es einen Verkäufer geben, und natürlich umgekehrt. Wir sehen und wissen aber, dass die Kurse fallen und steigen. Für die Veränderung der Kurse - nach oben und nach unten - werden dann verschiedene Gründe vorgetragen, die Kurse fallen, weil die Aussichten schlecht sind, die Kurse steigen weil die Daten gut sind, die Kurse ändern sich weil das big-money seine Spiele treibt, etc. Diese vorgebrachten Gründe machen klar, warum gekauft oder verkauft wird. Aber was ist mit der anderen Seite des Deals? Wer kauft, wenn (scheinbar) alle verkaufen? Wer verkauft, wenn die Aussichten doch so gut sind, so dass scheinbar alle jetzt kaufen? Was bedeutet crash, alle wollen verkaufen, aber wer sind die Käufer bei einem crash? Ich bin sicher du weißt die Antwort. Wer sind die Anderen? Was sind das für Leute? Welche Motivation haben die? Was treibt die um? Oder verstehe ich das Ganze falsch, und an einem Tag werden ausschließlich Aktien verkauft (ohne Käufer) und am anderen Tag wird ausschließlich gekauft (ohne Verkäufer)? Kann nicht sein, oder?

Ich mag die Frage so sehr, weil da endlich mal jemand den Mut hat, etwas ganz Grundlegendes und daher vermeintlich "Dummes" zu fragen. Immer bekomme ich auch die Kommentare, dass man sich noch nicht traue etwas beizutragen, weil man ja "neu" sei und sich nicht so gut auskennen würde. Die hohe Qualität des Forums und die Erfahrung einiger Diskutanten scheint abzuschrecken.

Schon in der Sesamstrasse hiess es aber:

Der, die, das
Wer, wie, was
Wieso weshalb warum?
Wer nicht fragt bleibt dumm.
1000 Tolle Sachen die gibt es ueberall zu sehen
Manchmal muss man fragen um sie zu verstehen.

Wie will man denn voran kommen, wenn man sich nicht traut zu fragen? Rein passives Mitlesen funktioniert nur dann, wenn man den Inhalt schon verstehen kann, muss man sich aber erst reinarbeiten, hilft das Fragen ungemein.

Genau deshalb steht auch in Punkt 4 der -> Nutzungsregeln´<-

Zu jedem Thema gibt es Erfahrene und Neulinge. Jeder hat einmal ganz neu angefangen und hatte jede Menge vermeintlich “dummer” Fragen. Weniger erfahreneren Nutzern begegnen Sie daher mit Hilfsbereitschaft und vermitteln diesen Nutzern das Gefühl, mit ihren Anliegen hier willkommen zu sein.

Genau das wird hier gelebt, also keine Scheu! Ich gehe zum Beispiel eine Wette ein, dass weniger als die Hälfte der Mitglieder die Frage oben zuverlässig beantworten können. Aber keiner fragt. Bis heute. Deshalb gefällt mir die Frage so - Bravo!

Um die Antwort zu geben, muss ich vom Abstrakten zum Konkreten, das macht die Sache erlebbarer.

Stellen wir uns vor, wir sind auf einem Flohmarkt und wollen ein besonders seltenes Buch erwerben. Mit uns auf dem Flohmarkt sind 10-20 andere potentielle Käufer mit dem gleichen Wunsch und da sind zwei Händler, die wenige Exemplare dieses Buchs besitzen.

Bisher hat nur einer der Händler das Buch auf dem Tisch liegen und einen Preis darauf kleben. Es ist 10 Euro. Während wir uns noch orientieren, sehen wir wie ein anderer Käufer das Buch kauft. Wir ärgern uns, dass wir nicht schnell genug waren, treten zum Händler und fragen nach dem Buch.

Der hebt als alter Basar-Spezialist eine Augenbraue, zwei Interessenten für das gleiche Buch. Interessant. 😉 Ja sagt er, ich hätte da noch eins, aber das kostet 15 Euro (doof ist der Händler ja nicht). Wir haben zwar die 10 gesehen, aber das Buch ist uns zu wichtig, also stimmen wir zu. In dem Moment tritt ein weiterer Käufer hinzu und sagt, ich nehme es für 16!

Wir sind wütend, jetzt entfaltet sich ein Bietergefecht um das blöde Buch! So einen Mist machen wir nicht mit. Da ist doch noch der zweite Händler, der packt gerade auch das Buch auf den Tisch, wahrscheinlich hat er mitbekommen was da läuft. Wir laufen herüber, überlassen das Buch dem anderen Bieter und sehen beim anderen Stand: 18! Arggh!

Und so geht es weiter, weitere Interessenten kommen, die Bücher der Händler werden immer weniger und am Ende geht das Letzte für 40€ weg und darum entfaltet sich fast eine Prügelei.

In dem Moment kommt ein weiterer Karren auf den Markt. Ein dritter Händler, ein Grosshändler, hat von dem hohen Interesse gehört und eine ganze Kiste der Auflage des Buches dabei. Zunächst bieter er es auch für 40 an. Da geht aber nichts mehr, denn alle potentiellen Käufer sind nun versorgt und weitere nicht in Sicht.

So senkt der Grosshändler die Preise, weil sinnlos zum Markt gefahren sein, will er auch nicht. Er ruft 30 und 20 auf, aber nichts passiert. Bei 10 aber endlich, findet sich aus Neugier ein weiterer Interessent. Der Preis des Buches ist also wieder da, wo er am Start dieses "Hype" war.

So funktioniert Börse. Das ist das Spiel von Angebot und Nachfrage.

An der Börse nur mit mehr Masse und Geschwindigkeit als auf dem Flohmarkt. Ähnlichkeiten mit Ethereum und Co. sind durchaus vorhanden. 😉

Hier sind also mehrere Dinge sichtbar:

Erstens hat es immer noch zu jedem Käufer einen Verkäufer gegeben. Es waren aber nicht gleich viele Käufer und Verkäufer!

Zweitens war das Volumen das für Bücher bezahlt wurde völlig identisch zum Volumen das für Bücher eingenommen wurde. Das muss so sein und ist immer so.

Drittens war aber "Preisdruck" und überdurchschnittliches "Volumen" da. Die überraschend vielen Käufer die auf wenig Angebot trafen, haben den Preis nach oben getrieben = Preisdruck.

Den Druck des "Aufwärtsvolumens" sieht man also im steigenden Preis, objektiv ist Verkaufs- und Kaufsvolumen immer gleich. Man sagt dann auch es sei "Geld in den Markt geflossen", was nicht ganz präzise ist, den Vorgang in seiner Wirkung aber in ein passendes Bild packt.

Viertens ist die Motivation von Verkäufern schlicht teuer zu verkaufen. Und die von Käufern billig zu kaufen. Trivial, aber der Kern.

So funktioniert Börse. 😉

Nun wiederhole ich das, in dem ich die Teilfragen einzeln bearbeite:

Jeden Tag werden Aktien gekauft und verkauft. Nach meinem bescheidenen Verständnis gibt es am Ende vom Tag genausoviele Käufer wie Verkäufer.

Nein. Viele Käufer können auf wenige Verkaufsbereite treffen, genau dann steigen die Kurse. Und ganz viele Verkaufsbereite können auf wenige Kaufwillige treffen, dann wird das ein Crash.

Was aber immer gleich ist, ist die Summe des Geldes (das Volumen) das für Käufe und Verkäufe ausgegeben wurde.

Wir sehen und wissen aber, dass die Kurse fallen und steigen. Für die Veränderung der Kurse - nach oben und nach unten - werden dann verschiedene Gründe vorgetragen, die Kurse fallen, weil die Aussichten schlecht sind, die Kurse steigen weil die Daten gut sind, die Kurse ändern sich weil das big-money seine Spiele treibt, etc. Diese vorgebrachten Gründe machen klar, warum gekauft oder verkauft wird.

Nein, das machen sie nur indirekt. Die "Gründe" sind die Gründe die dazu führen, dass jemand kaufen will. Aber wenn nur einer kaufen will, macht das noch keine steigenden Kurse. Der Grund ist also erst einmal völlig egal und bestenfalls nebenbei interessant.

Entscheidend ist, dass *mehr* Anleger steigende Kurse *erwarten* und deshalb kaufen wollen, als Anleger fallende Kurse *erwarten* und deshalb verkaufen wollen. Dann steigen die Kurse und die "Marktkapitalisierung" - also der einer Aktie zugebilligte Wert erhöht sich. Und natürlich können Nachrichten diese Erwartungen beeinflussen - indirekt also auch die Kurse, aber nur indirekt.

Es sind also die Erwartungen, die zu steigenden oder fallenden Kursen führen. Und die Kurse können sich nur dann bewegen, wenn es einen Überhang an Nachfrage oder Angebot gibt, die Erwartungen also in eine Richtung einen Schwerpunkt bilden.

Wer kauft, wenn (scheinbar) alle verkaufen? Wer verkauft, wenn die Aussichten doch so gut sind, so dass scheinbar alle jetzt kaufen?

Der mit anderen Erwartungen. Der mit einer anderen Sicht auf die Aktie. Der der eine Sache nun "billig genug" findet. Der, der eine ganz andere Strategie verfolgt. So kann doch die Aktie die der Langfrist-Investor kauft, von einem Daytrader stammen, der damit gerade einen tollen Gewinn gemacht hat und der gar keine Meinung zu den Fragen des Investors hat.

Was bedeutet crash, alle wollen verkaufen, aber wer sind die Käufer bei einem crash?

Siehe oben. Ein Crash setzt sich dann in Gang, wenn alle nur noch der Meinung sind, dass man schnell raus muss. Wenn es also einen massiven Überhang an Angebot gibt. Im Beispiel oben, wenn der Grosshändler keine Bücher sondern verderbliche Waren anbieten würde, die unbedingt noch an dem Tag raus müssen, weil man sie sonst wegschmeissen müsste, würde das Fehlen weiterer Nachfrage zum "Preis-Crash" führen.

Und die Käufer im Crash das sind die ganz Wenigen die eine andere Meinung haben, die das zu billig und ein "Schnäppchen" finden. Vielleicht ist da im Beispiel jemand, der die verderbliche Waren an seine Schweine verfüttern will. Der kauft dann mitten im Crash billig alles auf.

So ... nun alles klar? 😉

Bestimmt ist noch nicht alles klar. Dann fragen Sie bitte, Sie wissen schon, Dumm Di Dumm und so....

Ihr Hari

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Brauchbare Marktbreite



Die erwartete Stärke war heute schon in der Frühe sichtbar, der Markt konnte darauf aber nicht aufbauen, was den Tag bisher wieder eher indifferent und richtungslos macht, wir kennen das ja. 😉

Das muss aber nicht schlecht sein, im Gegenteil. Bei einem Markt mit einigen, doch recht deutlich bärischen Strukturen, ist derartige zögernde Ruhe kein schlechtes Zeichen, denn wenn Überzeugung da wäre, dass es runter geht, würden wir eine andere Price-Action sehen. Die Annahme, dass diese Woche in Antizipation der Quartalssaison eher Stärke zeigt, ist also immer noch valide.

Auch die Marktbreite am US Markt sieht in Ordnung aus und deutet auch auf eine eher positive Woche. Hier die Karte von -> Finviz <-

Wir sehen klar grüne FAAMG Aktien und einen grünen Basic-Materials Sektor. Rot ist auch da, aber recht verhalten. Die Mehrheit ist graugrün, also nur leicht im Plus.

Aufällig ist wieder der Gegensatz Amazon (AMZN) - Walmart (WMT), den ich in einen blauen Kasten gepackt habe. Hier findet wirklich "Disruptives" statt, wir haben das ja oft besprochen.

Aus Sicht des DAX gibt es aktuell einen besonders wichtigen Faktor, den Euro. Ich habe die 1,147er (pauschal 1,15er genannte) Thematik ja schon mehrfach erwähnt:

Wir sehen wie immens bedeutsam und stark dieser 1,15er Widerstand ist. Und wir sehen wie der Kurs nach einer kurzen Konsolidierung dort nun in Wartestellung ist.

Was das bedeutet zeigt das ganz langfristige Chart in Monatskerzen:

Wir haben das Szenario (1) eines formidablen Ausbruchs, das Szenario (2) eines markanten Abprallers und das Szenario (3), einer Kombination von Beidem.

Die FuW weisst im Übrigen im -> Chart des Tages <- darauf hin, dass wir bisher eine grosse Parallelität zum Vorjahr haben, was einen Abpraller und Dollar-Stärke indizieren würde, die dann Gold wohl endgültig Richtung 1.000 USD pressen würde.

Ganz entscheidend wird dabei natürlich sein, welche der beiten Notenbanken EZB und FED nun auf welcher Seite überraschen wird. Deshalb hat Yellens Testimonial am Mittwoch und Donnerstag das Potential, hier eine Richtungsentscheidung herbei zu führen. Ich glaube persönlich nicht, das viel heraus kommt, aber die Chance ist da.

Aus Sicht von Öl tut sich vielleicht eine taktische Chance auf. Der Rebound aus dem Juni-Tief wurder teilweise wieder abverkauft und nun hat sich ein markanter Docht gebildet, der im Laufe des Tages vielleicht zu einem validen Hammer wird:

Wenn das ein idealer Hammer wird und der Tag in der Nähe der Tageshochs schliesst - ich habe mal andere derartige Kerzen der letzten Monate markiert - dann ergäbe sich daraus vielleicht eine taktische Chance. Ein erstes höheres Tief wäre es dann auch.

Ein Kandidat für eine taktisch handelbare Wende ist auch Drägerwerk, die nach ihrer sensationellen Rally - die ich hier ja oft kommentiert habe - seit Anfang Juni endlich mal korrigieren.

Nun aber sehen wir etwas was zur Wendeformation werden könnte, die Abwärtstrendlinie ist schon gebrochen. Im Volumen sehen wir, wie nun nach einem Ausverkauf recht eindeutig akkumuliert wird, was natürlich auch das OBV wieder merkbar steigen lässt:

So eine Formation ist recht einfach zu handeln. Stop unter das Tief vom 03.07. und dann einfach Hände still halten und abwarten.

Um Ihnen mal eine ganz ähnliche Struktur zu zeigen, die ich etwas skeptischer interpretiere, können wir einen Blick auf KWS Saat werfen:

Die haben heute auch einen Schub und haben auch die Abwärtstrendlinie gebrochen. Das alleine reicht aber nicht, das Gesamtbild und der Kontext macht die Interpretation.

"Schlechter" ist bei KWS Saat erstens die letzte Phase des Aufwärtstrends, die mit den markanten "Köpfen" auch den Charakter einer Topformation hat. Und zweitens das völlig fehlende Aufwärtsvolumen. Natürlich kann es trotzdem zu einem vollen Rebound führen, aber ich sehe die Wahrscheinlichkeiten dafür hier geringer als bei Drägerwerk und kann mir so einen abknickenden Bounce gut vorstellen, wie oben eingezeichnet.

Vielleicht verschaffen diese beiden Beispiele ja einen Eindruck, wie ich Charts "lese" und interpretiere. Es ist nie nur ein Muster alleine, es ist der Kontext.

Vom US Markt, der in Breite hochschiebt, will ich heute nur die Düngemittelhersteller besonders hervorheben. Die haben durch die Bank einen markanten Schub, der bei CF Industries (CF) nun so aussieht, nachdem der letzte Versuch die Trendlinie zu knacken, erst einmal gescheitert war:

Machen Sie es gut, bis Morgen!

Ihr Hari

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