Vom Wissenserwerb im Zeitalter des Herumklickens

Es gab einmal eine Zeit - lang, lang ist es her - in der Wissenserwerb nur auf drei Arten möglich war:

Entweder man hörte einem Menschen zu, der erklärte. Dem Lehrer, dem Professor, dem Trainer, den Eltern oder dem erfahrenen Freund. Oder man las ein Buch oder las regelmässig ein Magazin.

Insbesondere wenn man ein Buch las, passierte dabei immer mal wieder etwas Erstaunliches. Sicher, man hatte sich das Buch gekauft, weil einen das Thema interessierte. Aber im Laufe des langen Buches, wurden eben auch immer wieder Themen angesprochen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie nicht wusste!

Das Lesen im Buch, sorgte also für einen Wissenstransfer, der über das reine "ich will konkret XYZ verstehen" hinaus ging. Es vermittelte konzeptionelles Zusammenhangswissen - zumindest wenn es ein gutes Buch war.

Ganz ähnlich im Magazin. Man mochte bestimmte Artikelserien oder Kolumnen eben und deshalb las man sie. Und so nahm man immer wieder Wissen auf, nach dem man vorher nicht einmal fragen konnte. Und im Laufe der Zeit, etablierten sich durch die Wiederholung Denkstrukturen und die wahrgenommen Welt vergrössterte sich erheblich und zum eigenen Vorteil.

Nun haben wir das Internet und jeden Tag werden wir penetrant von Clickbait angeblinkt, von Artikeln die mehr oder weniger gierig sagen: Klick mich, Klick mich jetzt!

Gerade im Finanzmarkt ist das sehr stark, weil viele eben doch offene oder verdeckte wirtschaftliche Interessen haben, das Prinzip der Abogebühr, mit der man sich dann aber auch das Anrecht auf neutrale, kompetente Information erwarb, ist ja fast ausgestorben. Und wer glaubt, dass etwas was sich "kostenlos" nennt, deswegen zwingend immer "ohne Kosten" sei, ist im Zeitalter von Facebook und Co. ein wenig naiv.

Wenn man diesen Click-Reflexen immer folgt - und weite Teile des Internets tun mit ihren bewussten Aufregern und Appellen an Emotionen alles dafür - dann kann das Internet durchaus "doof" machen, obwohl es ansonsten ein geniales Medium ist. Es ist eben nicht das Internet an sich, sondern die oberflächliche, rein reizgesteuerte Nutzung, die "doof" machen kann.

Das Problem ist dabei die Häppchen-Struktur und Reizüberflutung des Internets, in der man sich jede Frage gezielt beantworten lassen kann, das aber in der Regel nur oberflächlich. Und wir Menschen neigen dazu, nur zu lesen, was wir sowieso gut finden und von dem wir wissen, dass wir dem zustimmen können.

Und wenn man dann etwas wissen will, wird die kurze Wikipedia Erklärung angeschaut und man glaubt, nun wüsste man etwas, weil man ein paar Zeilen nachplappern kann. Wir suhlen uns also zu sehr im eigenen Saft, wenn wir nicht die Energie aufbringen, bewusst darüber hinaus in die unbekannten Weiten zu greifen.

Was aber in dieser Welt der freien Selektion der Informationen des Internets vielfach fehlt, ist die unsichtbare Hand des Lehrers, des Buches, des Magazins, die einen an der Hand nimmt und einem auch die Dinge nahebringt, von denen man vorher nicht einmal wusste, dass man danach fragen sollte!

Aber selbst wenn sie da ist, muss man sich darauf ja auch einlassen wollen und viele wollen das leider nicht mehr. Zu ihrem eigenen Schaden!

Ich möchte nicht wissen, wie viele potentielle Mitglieder hier bei Mr-Market davon abgeschreckt werden, dass hier "so viel Text" steht. Und genau das ist das Problem! Als ob die Welt so wäre, dass komplexe Probleme in 5 Sätzen abzuhandeln wären! Genau diese Erwartungen und Denkstrukturen sind es, die durchaus zu einer Infantilisierung der Gesellschaft führen. Und wenn wir uns fragen, warum das gesellschaftliche Klima so toxisch geworden ist, dann ist das ein Teilaspekt, einer unter mehreren, aber ein relevanter.

Und so wissen viele junge Menschen, die nur noch mit dieser Art der Wissensvermittlung aufwachsen sind und nur gewohnt sind, sich gezielt "Häppchen" zusammen zu suchen, furchtbar viel, aber am Ende in Wirklichkeit gar nichts! Diese Menschen sind sozusagen voller Wissen und unwissend zugleich. Und ahnen das noch nicht einmal.

Wie sollen sie denn auch, denn was total fehlt, ist das Zusammenhangswissen, das erst erlaubt, die Häppchen des Internets so einzusortieren, dass sie sich in ein sinnvolles Ganzes einfügen und so zu wirklich mehr fundiertem Wissen führen!

Damit kommen wir zu Mr-Market und seiner episodischen Struktur.

Denn wer an den Märkten erfolgreich sein will, muss ein Gefühl für diese entwickeln. Nehmen wir mal wieder das Wetter als Beispiel.

Sie alle kennen doch die oft die erstaunliche Prognosekraft von "Bauernregeln" und kennen auch immer wieder die Berichte alter, privater Wetterbeobachter, die im Keller jahrzehntelange Aufzeichnungen des Lokalwetters abgelegt haben und daraus erstaunlich präzise Vorhersagen schöpfen.

Wie machen die das? Eben nicht, in dem sie mal in der Wikipedia etwas zum Wetter nachlesen und nun denken, sie wüssten etwas. Sondern durch Beobachten, Beobachten, Beobachten. Und Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung.

Und so entsteht im Laufe der Zeit ein Zusammenhangs- und Erfahrungs-Wissen. Der Bauer hat es sozusagen schon in den "Knochen", wie das Wetter werden wird, einfach weil er ganz intensiv die Muster wieder erkennt.

Genau das passiert vielen Mitglieder hier in der Community von Mr-Market, wenn Sie über lange Zeit meinen Beobachtungen des Marktes folgen. Ich bin ganz sicher, viele treue Leser wissen instinktiv schon am Sonntag, was ich am Montag zum Markt schreiben werde. Machen sich aber gar nicht bewusst, dass genau das einen erheblichen und bedeutenden Wissenstransfer darstellt, der sozusagen unbemerkt stattgefunden hat. Einfach nur, weil man sich darauf eingelassen hat, zu folgen.

Denn wenn man sich noch an die Zeit vorher erinnern kann, war das oft nicht so. Man war damals noch hin- und hergerissen, las die klassischen Börsen-Berichte der Medien, die das Eine und das Andere sagten und am Ende nichts. Und war permant zwischen Angst und Gier gefangen, ohne je echte Ruhe zu finden.

Was im Positiven diesen Leser passiert ist, dass sie über die Wiederholung und die tägliche Begleitung, ihre Denkstrukturen an das Auf- und Ab des Marktes angepasst haben. Und das passiert ideal dann, wenn man jeden lieben Tag liest. Und wenn man sich darauf einlässt, auch die Dinge zu lesen, für die man sich im ersten Moment nicht interessiert.

Das gilt übrigens auch für Mitglieder, die eher langfristiger Anlegen wollen. Auch in langfristiger Perspektive, ist es wichtig ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo der Markt steht. Und da es nicht praktikabel ist, dass ich nur einmal im Monat einen Artikel schreibe und da Wissenstransfer so auch nicht funktioniert - er braucht die Wiederholung - können auch diese Mitglieder davon profitieren mitzulesen.

Dieses zumal viele Techniken und Muster sich auf der langfristigen Ebene genau so wieder finden, wie auf der kurzfristigen, nur der Massstab ist ein Anderer. Sie können also auf der kurz- und mittelfristigen Zeitebene Techniken lernen und verstehen, die sie dann im Rahmen ihrer Strategie auf der langfristigen Ebene einsetzen.

Bauen wir also unser Zusammenhangswissen auf. Und das bekommen wir nur, wenn wir uns in unserem Leben auch auf die Dinge einlassen, von denen wir gar nicht wissen, dass diese uns interessieren könnten!

Und wenn Sie einen Zugang zum Markt entwickeln wollen, dann helfen Ihnen auch keine einzelnen Artikel. Nicht mal ein einzelnes Buch oder ein einzelner Kurs kann einen bisher nicht erfolgreichen Menschen, zu einem profitablen Anleger machen!

Das können alles nur Ergänzungen sein, als solche sind sie wichtig, aber wie beim Schwimmen lernt man Schwimmen vor allem im Wasser, wenn man mit Beinen und Armen rührt und nach Luft schnappt - den Schwimmtrainer am Beckenrand. Die Theorie kann helfen, aber ohne die Praxis geht es nicht.

Um ein Verständnis für den Markt zu entwickeln, hilft also das Wiederkehrende, das ich Ihnen hier im Premiumbereich biete, jeden Tag mit vielen Texten, Videos, Analysen und Beobachtungen. Und das verändert im Laufe der Zeit die Marktwahrnehmung und vermittelt so "en passant", ohne dass Sie es richtig merken, auch Wissen. Wie beim Wetter, auch das kann man nur dann im Vorfeld erahnen, wenn man es vorher lange, lange intensiv beobachtet hat.

Mr-Market ist also ganz bewusst und gewollt so episodisch, wie der Blog im Premium-Bereich ist. Mr-Market ist viel eher ein Kurs, der sich nicht wie ein Kurs anfühlt, der aber doch einen erheblichen Wissenstransfer generiert.

Und dass das funktioniert, zeigt eine Frage in einer Mitglieder-Umfrage, die ich intern mal vor Monaten gemacht habe. Schauen Sie selbst:

2019: Wie stark hat Mr-Market Ihren Blick auf Börse und Märkte erweitert bzw verändert oder verbessert

  • Sehr stark bzw. ganz grundlegend (43%, 175 Votes)
  • Stark, in vielen Aspekten eines breiten Spektrums (37%, 150 Votes)
  • Teils, teils. In Teilaspekten schon deutlich (17%, 71 Votes)
  • Gering. Hier und da, aber nicht grundlegend (3%, 14 Votes)
  • Gar nicht (0%, 0 Votes)

Total Voters: 410

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Und dabei sind das in der Regel keine Anfänger die zur Community dazu stossen, Anfänger glauben in der Regel noch die Weisheit gefressen zu haben und müssen erst ein paar Mal vom Markt "rasiert" werden, dann besteht die Chance dass Demut einzieht und Mr-Market plötzlich Interesse hervorruft. 😉 Viele die dabei sind, haben 10 oder mehr Jahre Markterfahrung auf dem Buckel und/oder agieren professionell als Trader, Fondsmanager oder Vermögensverwalter.

Und trotz dieser Erfahrung, verändert Mr-Market bei der großen Mehrzahl den Blick auf das Marktgeschehen, wie die Umfrage deutlich zeigt, die vor Jahren schon einmal ähnlich ausgefallen ist.

Es ist immer noch Ihre freie Entscheidung, ob Sie sich darauf einlassen wollen, viel zu lesen und an sich zu arbeiten. Aber den "Nürnberger Trichter" im Sinne "in 3 Stunden zum Markterfolg" gibt es nicht. Und den einzelnen Kurs und das "geheimnisvolle" Buch, das sie einfach so "reich" macht, gibt es auch nicht.

Üben ist nach meiner festen Überzeugung der beste Weg um echte Erfahrung als Anleger zu Sammeln. Das eigene Agieren mit einer Art Mentor an der Seite und einer starken Community im Rücken.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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2 Gedanken zu „Vom Wissenserwerb im Zeitalter des Herumklickens“

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