Hari´s Märkte am Abend – 15.06.12 – Fragen über Fragen

22 Uhr - Handelsschluss

Der Markt ist erstaunlich stark heute Abend, von Abgaben aus Angst vor dem Wochenende keine Spur. Scheinbar setzt sich Optimismus durch und die optimistische Haltung die ich zuletzt als "die Griechenland-Wahl bietet nun nur noch wenig negatives Überraschungspotential" beschrieb, scheint nun zum Marktkonsens zu mutieren.

Technisch ist die Cup&Handle Formation im S&P500 nun auch in Gang gesetzt. Eigentlich auch ein sehr positives Zeichen mit Kursziel 1400, eigentlich .... wenn das ein normaler Handelstag wäre und morgen auch normaler Handel wäre. Dann wäre ich heute auch schon massiv Long im S&P500 gegangen. Aber das ist kein normaler Tag heute und die Nackenlinie ist auch noch nicht weit genug weg um ein Fehlsignal völlig auszuschliessen.

Sie werden jetzt vielleicht erstaunt sein, aber mir gefällt dieser Optimismus des heutigen Abends nicht so richtig. Mehr Pessimismus und Gewinnmitnahmen aus Vorsicht vor dem Wochenende wären mir lieber, weil diese ein sauberes Long-Setup bedeuten würden. So wie der Markt sich heute verhält, steigt auch das Risiko einer Enttäuschung nun wieder.

Denn mit dieser Bewegung der letzten Stunde hin zu S&P500 1342 wurden sicher auch eine Reihe von Shorts wieder aus dem Markt gekegelt, die am Montag dann fehlen. Denn der Weg des geringsten Widerstands ist genau der, wo die Mehrheit nicht positioniert ist - das ist ja die ganze Perversion von Mr. Market.

Tim Knight von -> Slope of Hope <- hat die Erwartung des Marktes sehr treffend so beschrieben: "It's pretty clear that bulls are anticipating a "heads I win, tails you lose" kind of week next week. If the Greek elections go against the bulls, then the central bankers will bail them out. If the Greek elections go with the bulls, well, that's a win for them too. We'll see."

Somit bleiben Fragen über Fragen die nicht zu beantworten sind. Sicher dürfte ein Sieg der radikalen Linken am Montag früh zunächst für Abgaben sorgen. Und ein Sieg der Nea Demokratia für eine Fortsetzung der heutigen Rally. Nur wie geht es dann weiter ?

Denn ganz typisch für Mr. Market wäre auch, dass er schon nach wenigen Stunden in die Gegenrichtung der ursprünglichen Bewegung losläuft. Ein Sieg der radikalen Linken wäre ja bei genauem Nachdenken vielleicht gar nicht so schlecht, weil er das Potential hat diese schwärende Wunde im Euro endlich heraus eitern zu lassen. Umgedreht bedeutet ein Sieg der Nea Demokratia doch nur, dass die Mitverantwortlichen für das ganze Elend und die Korruption des griechischen Staates erneut am Ruder sitzen und letztlich auch nicht die Schulden werden bedienen können.

Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende ? Was wird Mr. Market mehr mögen ? Und über all dem schweben die Notenbanken mit ihren fiskalischen "dicken Bertas", mit denen sie schon vor Handelseröffnung am Montag das Bild völlig auf den Kopf stellen können.

Und um das Ganze zu verschlimmern, haben die nicht dementierten Berichte um Zentralbank-Interventionen die Erwartung an die FED Sitzung weiter erhöht. Der Markt geht nun davon aus, dass Bernanke am Mittwoch liefert. Ich möchte mir im Anbetracht dieser Erwartung lieber nicht vorstellen was passiert, wenn Bernanke enttäuscht. Einigermassen ruhig lässt mich nur die Erfahrung schlafen, dass sich die FED der Aussenwirkung ihrer Kommunikation wohl bewusst ist und diese in der Vergangenheit im Vorfeld von Weichenstellungen immer gut gemanaged hat. Insofern darf man hoffen, dass das auch dieses Mal der Fall ist und die grosse Enttäuschung ausbleibt.

Soweit die komplizierte Lage was die Markterwartungen angeht. Ich kann nur feststellen, dass ich im Gegensatz zu heute Morgen nach dem späten Handelsverlauf keinen Edge mehr habe, der mir erlaubt das Ergebnis mit Wahrscheinlichkeit zu prognostizieren. Und deshalb macht es auch keinen Sinn zusätzliches Kapital in die eine oder andere Richtung zu exponieren, meine Aufstellung bleibt wie zuletzt beschrieben. Ich bin nun wieder neutral und erwarte voller Demut und ohne Bias den Urteilsspruch des Marktes. Lassen wir uns überraschen, spannend wir die kommende Woche ganz sicher.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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Marktupdate – 15.06.12 – Cup&Handle im S&P500 kurz vor Aktivierung

10:15

Sie erinnern sich sicher an meinen -> Artikel zum S&P500 von Dienstag <-, in dem ich Ihnen die sich formierende Cup&Handle Formation im S&P500 nahe brachte. Diese ist um so bedeutender, als das rechnerische Kursziel der Formation bei ca. 1400 liegt, eine Aktivierung aufgrund Bruch der Nackenlinie, wäre also mit der potentiellen Rückkehr der Indizes zu den Jahreshöchstständen verbunden.

Wie ich Ihnen in meinen "Live Tips" schon gestern Abend nahe brachte, reagiert der Markt positiv auf die Signale, dass die Notenbanken bereit sind, am Montag massiv zu intervenieren falls notwendig. Eigentlich sollte das ja niemanden überraschen, denn wer mit klarem Verstand hat mit etwas anderem gerechnet ? Das Mr. Market trotzdem erleichtert auf diese Nachricht reagiert, zeigt mir, wie nervös und ängstlich die aktuelle Stimmung ist, was im Sinne des Sentiments eher ein positives Signal ist.

Ich möchte deshalb noch einmal in Erinnerung rufen, was ich Ihnen gestern im -> Strategieupdate <- schon sagte: die Wahrscheinlichkeit, dass wir am Montag einen positiven Tag an den Börsen erleben, ist höher als das Gegenteil ! Das aktuelle Verhalten des Marktes bestätigt mir das Bild.

Sicher darf man nicht vergessen, dass heute in den US "Options Expiration" ist und man daher nicht jede Kursbewegung ernst nehmen darf. Und sicher ist davon auszugehen, dass im heutigen späten Handel wieder Gewinnmitnahmen einsetzen werden, weil sich niemand über das Wochenende exponieren will. Ich denke aber, die Griechenland-Wahl bietet nun nur noch wenig negatives Überraschungspotential, denn mit einem Sieg der radikalen Linken rechnet der Markt ja schon und auch ansonsten ist das Szenario rauf und runter durchdiskutiert. Eine Überraschung wäre eher das Gegenteil, ein überzeugender Sieg der Nea Demokratia, der den Börsen am Montag sicher helfen würde.

Bedenken Sie bitte auch, dass schon ab Montag Nachmittag die Griechenland-Wahl vom Radar des Marktes verschwunden sein dürfte und alle Augen nur noch auf die FED starren. Hier, bei der FED, besteht durchaus negatives Überraschungspotential, aber das ist ein Risiko, mit dem wir uns erst ab Dienstag Abend auseinander setzen müssen.

Vor diesem Hintergrund wird es bedeutend sein, ob es dem S&P500 heute nachhaltig gelingt die beschriebene Cup&Handle Formation in Bewegung zu setzen. Um die Nackenlinie zu brechen ist es notwendig, dass der S&P500 die 1338 nimmt, die Futures sind aktuell schon nahe dran. Allerdings reicht eine kurze Bewegung darüber nicht aus, wir müssen auch oberhalb 1338 schliessen. Sollte das gelingen und die Gewinnmitnahmen im späten Handel heute ausfallen, darf man das als ein positives Signal von Mr. Market werten, dann ist eine positive Erwartung von "Big Money" bestätigt.

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Strategieupdate – 14.06.12 – Vor der Woche der Entscheidung

10.30 Uhr

Der Markt schwankt aktuell ohne Richtung hin und her. Kein Wunder in Anbetracht der richtungsweisenden Ereignisse, die uns in Form der Griechenland Wahl und der FED Sitzung am kommenden Mittwoch erwarten.

Die Bedeutung der Griechenland-Wahl brauche ich hier nun bestimmt nicht mehr zu erklären, die besondere Bedeutung der FED Sitzung ist aber dadurch begründet, dass es die letzte Sitzung sein wird, in der die FED vor der Präsidentenwahl im November noch Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung nehmen kann.

Natürlich gibt es auch im Herbst noch Sitzungen, aber da jede Massnahme Zeit braucht, bis sie sich am Markt wirklich auswirkt, schliesst sich das vernünftige Zeitfenster für neue Massnahmen in diesem Sommer. Historisch hat die FED eher den aktuellen Präsidenten gestützt, schon alleine weil das Schicksal des FED-Präsidenten oft mit dem Wahlschicksal des Präsidenten verknüpft war.

Deshalb lautet die Erwartung des Marktes an nächsten Mittwoch: "Jetzt oder Nie !". Wenn Bernanke noch liefern will, dann jetzt !

Vor diesem Hintergrund ist es völlig normal, dass der Markt diese Woche nun nicht mehr in der Lage ist eine klare Richtung einzuschlagen und richtungslos hin- und her schwingt. Ich kann daher nur davor warnen, auf diese aktuellen Bewegungen zu viel zu geben und es lohnt sich auch nicht, sich mit einzelnen Aktien zu beschäftigen. Wir müssen einfach das Wochenende abwarten und bis dahin die Füsse still halten. Ich halte aktuell auch etwas mehr Abstand von der Börse und geniesse heute und morgen lieber die Sonne, die nächste Woche wird sicher noch intensiv und aufregend genug.

Um aber mit der "richtigen" Aufstellung in diese entscheidende Woche zu gehen, will ich hier mal rational die aus meiner Sicht wesentlichen Faktoren mit Ihnen durchgehen.

(1) Bewertung:

Erinnern wir uns, als die weltweiten Aufträge im Zuge der Lehman-Krise innerhalb von Wochen zusammen brachen, notierte der DAX bei 3600. Und er wäre wohl noch um einiges tiefer gefallen, wenn die FED damals nicht massiv die Geldschleusen geöffnet hätte. Erinnern wir uns weiter, als letzten Herbst die Eurokrise schon einmal gespielt wurde, notierte der DAX bei 5000.

Daraus lässt sich leicht ableiten, dass bei einem DAX Stand von aktuell 6100 ein ernsthaftes Problem der Weltkonjunktur noch nicht eingepreist ist !

Lassen Sie sich deshalb auch nicht von dem Gerede von "attraktiv bewerteten" Aktien den Blick vernebeln. Sicher sehen viele konjunkturabhängige Aktien auf Basis der KGVs und der Buchwerte aktuell attraktiv bewertet aus. Das waren sie aber im Sommer 2008 teilweise auch schon wieder. Das liegt nur daran, dass die Weltkonjunktur aktuell ganz gut läuft und die Gewinne vieler Firmen (siehe deutsche Autobauer) auf Rekordniveau notieren, was die KGVs niedrig aussehen lässt.

Das ist aber Schnee von gestern und interessiert nicht mehr. Mr. Market schaut nach vorne und interessiert nur, wie sich die Weltkonjunktur in Folge der Ereignisse der kommenden Woche entwickeln wird. Und wenn die Weltkonjunktur abreissen sollte, was in Folge einer ernsten Eskalation der Eurokrise sicher passieren würde, schmelzen die Gewinne der konjunkturabhängigen Firmen wie der Schnee in der Sommersonne ! Insofern sind die extrem niedrigen KGVs gerade einiger deutscher Exportwerte möglicherweise eher eine Problembeschreibung als eine Einladung bei vermeintlichen "Schnäppchen" zuzugreifen.

Auch vor einer Überbewertung des Buchwertes möchte ich warnen, der von einigen selbst ernannten "Value-Päpsten" ja gerne zur Monstranz aufgeblasen wird. Wieviel das Gerede wert ist, konnten wir ja zuletzt bei Praktiker beobachten, die schon bei einem Kurs von 6€ unter Buchwert notierten, was sie aber nicht daran hinderte bis 1€ zu fallen. Der Buchwert war mal eine ganz wichtige und verlässliche Grösse, vor den Änderungen der Bilanzierungsregeln ala IFRS. Mit IFRS steckt in den Bilanzen vieler Konzerne aber nun jede Menge "Goodwill" aus M&A Massnahmen. Wenn jetzt die Börsen zusammen brechen, muss auch dieser Goodwill irgendwann nach dem Prinzip "Mark to Market" marktgerecht aufgelöst werden. Und dann kann ein nominaler Buchwert mal schnell um einen zweistelligen Prozent-Wert zusammen klappen. Ich will den Buchwert damit nicht als nutzlos erklären, er ist immer noch ein wichtiges Bewertungskriterium, ich warne nur davor, ihn überzubewerten !

Fassen wir also zusammen: im Bereich der Bewertung haben die Börsen bei einer Eskalation der Krise für die kommenden Monate massives Potential nach unten. Und dieses absolute Potential ist höher, als das kurzfristige Potential nach oben, wenn sich die Krise verziehen sollte. Das ist aber keinerlei Aussage über die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses - siehe nächster Punkt.

(2) Wahrscheinlichkeit einer Eskalation:

Erstens haben wir eine FED, die ganz klar kommuniziert hat, dass sie sofort und massiv in den Markt geht, sobald sich die Lage der US Konjunktur deutlich verschlechtert. Dieser "Bernanke Put" stützt den Markt nach unten ab.

Zweitens haben wir eine politische Führung in der Europäische Union und eine EZB, deren Existenz vom Überleben der bestehenden Strukturen abhängen. Man sollte sich keiner Illusion hingeben, wenn es ans "Eingemachte" geht - und da sind wir noch nicht - werden diese Institutionen "um sich schlagen". Dann werde auch Verträge nicht mehr zählen und es wird alles Denkbare getan um die aktuelle Struktur zu stützen, über das Bezahlen der Rechnung können sich dann andere Gedanken machen. Diese Institutionen haben durchaus noch Feuerkraft, weswegen auch von dieser Stelle, wie bei der FED, der Markt nach unten gestützt ist.

Drittens geht der Markt in Sachen Griechenland wohl realistisch von einem Szenario aus, dass die radikalen Linken gewinnen, es aber in Folge nicht zu einem sofortigen Austritt, sondern zu wochenlangem Geschacher in Brüssel kommt. Nur bei einem sofortigen Austritt Griechenlands aus dem Euro, dürfte es zu einem kurzfristigen Rückgang aus Unsicherheit kommen, der aber nach meiner Erwartung dann schnell einer Erleichterung weicht und die Kurse eher nach oben katapultieren sollte. Umgedreht sollte es bei einem Sieg der Nea Demokratia wohl am Montag zu einer Erleichterungsrally kommen. Aufgrund dieser Erwartungen ist das kurzfristige Abwärtspotential aus der Griechenland-Wahl nach meiner Ansicht wohl überschaubar.

Viertens geht der Markt in Sachen FED Sitzung eher von neuen Massnahmen aus und hat da hohe Erwartungen an Bernanke. Das birgt ein gewisses Enttäuschungspotential, unter anderem auch bei Gold, dass sich aber frühestens am Mittwoch realieren sollte.

(3) Marktechnik

Vergisst man all die obigen Rahmenbedingungen und schaut nur auf die Charts und die Markttechnik, drängt sich der Eindruck eines Marktes auf, der nun wieder nach oben will. Ich habe das zuletzt anhand des S&P500 -> hier <- dargestellt. Rein technisch gesehen hat sich die Kraft der Bären nun etwas erschöpft und wenn wir nun ohne obige politische Rahmenbedingungen wären, würde ich anhand der Marktechnik eher zu weiter steigenden Kursen und einem Test der Jahreshöchststände im Verlauf des 3. Quartals tendieren.

Und ein weiterer Faktor der aus der Marktpsychologie kommt ist bedeutend. Alle diese Risiken und Sorgen oben sind dem Markt bekannt und mehr oder minder eingepreist. Wir sterben aber in der Regel nicht aufgrund von Ereignissen, um die wir uns intensiv Sorgen machen. Wir sterben aufgrund von Ereignissen, die wir uns nicht vorstellen konnten ! Es spricht also viel dafür, dass das gesamte Szenario rund um den Euro ausreichend ausgelutscht ist, viel mehr Sorgen sollte man sich um die dunklen Risiken machen, die unerkannt um die Ecke lauern. Insofern bin ich sicher, dass wir in den nächsten Monaten einige Überraschungen erleben werden.

So könnte zum Beispiel der -> Fiscal Cliff <- der in den US zum Jahresende droht, das Augenmerk des Marktes ganz plötzlich und unerwartet weg von Europa verschieben. Machen Sie sich also auf ein paar Überraschungen gefasst: Das was alle erwarten, tritt selten ein !

So weit meine ganz persönliche Sicht auf die aktuelle Lage, was bedeutet das nun als:

Fazit für die nächsten 3 Monate:

Wir haben in meinen Augen ein aysmetrisches Risiko im Markt:

-> Auf der einen Seite eine weit höhere Wahrscheinlichkeit steigender Kurse aufgrund einer Deeskalation der Krise, deren Kurs-Potential in den Indizes aber beschränkt ist und im Bereich von maximal 20% nach oben liegen dürfte.

-> Auf der anderen Seite eine weit geringere Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation der Krise, deren Kurs-Potential in den Indizes aber hoch ist und durchaus 50% nach unten von den heutigen Indexständen ausmachen könnte.

Wie stellt man sich in Anbetracht dieser Lage auf ?

Darauf müssen Sie Ihre eigene Antwort finden, denn diese Frage hat auch mit Ihrer Anlagestrategie, Ihrer Risikotoleranz und Ihrer Liquidität zu tun. Ich kann Ihnen aber sagen, wie ich in die kommende Woche gehe:

Ich habe aktuell:

  • Einen Grundstock an Aktien aus der Kategorie "Wertaufbewahrungscontainer", also Titel wie Unilever, Johnson&Johnson, Roche aber auch Tech-Schwergewichte wie Apple.
  • Ein paar selektive Longs in ausgewählten Segmenten mit positiven Trends wie zb den Goldminen - mit Stops abgesichert.
  • Ein paar Shorts als Hedge - auch mit Stops abgesichert.
  • Jede Menge (mehr als 50%) Cash.

So gehe ich in die kommende Woche und warte ab, welche Trends sich etablieren. Und auf diese Trends werde ich dann massiv aufsatteln, denn "The Trend is your Friend !"

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Analyse helfen und wünschen Ihnen das richtige Händchen bei Ihren Entscheidungen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 13.06.12 – Goldminen im klaren Aufwärtstrend

16 Uhr

Ich weiss, ich habe schon oft darüber geschrieben, aber wenn man in diesen Tagen einen geradezu mustergültigen Trend vor Augen hat, kann man gar nicht oft genug darüber schreiben, damit es niemand übersieht.

Schauen Sie nun einfach mal erneut auf den Tages-Chart des ETF GDX in USD, der das letzte Jahr der grossen Goldminen abbildet.

Seit dem Tief am 11.05.12, das ich hier ja intensiv besprochen habe, hatten wir eine geradezu mustergültige und sehr gesunde Aufwärtsbewegung nach dem Motto "Zwei Schritte vor, Einen zurück", die den Sektor nun schon um mehr als 20% nach oben gebracht hat. Gleichzeitig verdeutlicht der Chart aber auch, wieviel Luft da theoretisch noch nach oben existiert. Genau so sehen saubere und gesunde Aufwärtstrends aus, die immer wieder durch kurze Korrekturen unterbrochen werden, die aber den Trendkanal nie verletzen.

So ein klares Setup eröffnet hervorragende Möglichkeiten für Gewinne mit einem Trendfolgesystem. Man muss dafür die nächste Korrektur kaufen und den Stop jeweils unter das Tief der vorangegangen Korrektur setzen. Dann hat man am Anfang ein Risiko von ein paar Prozent nach unten, sobald aber die nächste Stufe des Trends gezündet wurde, kann man den Stop unter das folgende Tief ziehen und ist mit dem Trade dann auf der Gewinnerseite.

So habe ich es übrigens seit dem Tief gemacht, ich bin wie Sie wissen massiv Long im GDX und habe meinen Stop nun bei 44,8 USD - unter dem letzten Tief - und damit aufgrund meines Einstiegs Mitte Mai nun gut im grünen Bereich.

Sie sehen, dass wir uns nun der 200 Tage Linie nähern, die wir bei ca. 52 USD treffen könnten, dort wo der grüne Stern im Chart ist. Kein Mensch kann Ihnen sagen wie lange dieser Trend noch läuft. Ich rechne zwar eher damit, dass wir hier erst am Anfang einer eindrucksvollen Bewegung stehen, aber "you never know" - theoretisch kann es natürlich auch morgen schon drehen und abwärts gehen. Mit der oben beschriebenen Technik den Stop jeweils unter das letzte Tief zu ziehen, kann mir diese Frage aber weitgehend egal sein. So werde ich den Trend bis zum Ende mitgehen und irgendwann, vielleicht schon Morgen aber vielleicht auch erst in 6 Monaten, wird mich der Stop aus einem dann sehr profitablen Trade werfen.

The Trend is your friend, dieser Chart zeigt eindrucksvoll, warum man mit Trendfolgesystemen profitable Ergebnisse erzielen kann.

Und wenn Sie sich jetzt wundern, dass das so einfach sein soll. Ja, bei klaren Trends ist die Technik so einfach, ein Aufwärtstrend ist durch immer wieder höhere Tiefs gekennzeichnet, erst wenn das nächste Tief unter dem vorherigen liegt, besteht die Gefahr eines Trendbruches. Dieses einfache Prinzip kann man sich für eine Trendfolge mit Stops wunderbar zu Nutze machen ! Eine Garantie für Gewinne hat man auch dann nicht, mit Pech dreht der Kurs am Tag des Einstiegs nachhaltig, aber man hat damit ein gutes Chance/Risiko Verhältnis und mehr kann man am Markt nicht erreichen.

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Marktupdate – 12.06.12 – Kursziel 1400 im S&P500 ?

17.30 Uhr

Heute haben wir ein klassisches Intraday-Reversal im S&P500. Während in der ersten Stunde die privaten Anleger die schlechte Stimmung von gestern durch weitere Verkaufsaufträge verarbeiteten, traten Punkt 16.30 Uhr die Kaufprogramme der "Big Boys" auf den Plan und liessen die Anleger ganz schlecht aussehen, die im frühen Handel mit Verlust verkauft hatten. Auch die POMO Operation der FED trug zur Rally bei.

Es ist erstaunlich zu sehen, wie das immer wieder nach dem gleichen Muster abläuft. Vergessen Sie also nicht die Regel: laufen Sie nie in der ersten Handelsstunde der Stimmung des Vortages hinterher !

Mit dem heutigen Tag wurde die Cup&Handle Formation, die ich Ihnen schon gestern zeigte noch deutlicher sichtbar. Ein Grund für mich, diese Ihnen mal nicht auf Basis der Futures, sondern direkt auf dem S&P500 Index basierend zu zeigen. Der Unterschied liegt darin, dass die Futures längere Handelszeiten haben, so verschwindet die "Anomalie" der Spanien-"Rettung" im Kursbild fast völlig, wenn man sich wie unten den orginalen Index zur regulären Handelszeit ab 15.30 Uhr im Stundenchart (Kerze=1 Stunde) anschaut.

Diese Formation hat eine Nackenlinie bei ca. 1338, das bedeutet erst wenn diese Nackenlinie gebrochen wurde, ist die technische Formation auch bestätigt und aktiv, nicht vorher !

Das Besondere ist aber, dass das rechnerische Kursziel dieser Formation dann bei ca. 1400 im S&P500 liegen würde, was im DAX wohl 7000 bedeuten könnte. Es handelt sich also um eine sehr bedeutende Richtungsentscheidung ! Schaut man sich eine mögliche Ausprägung der rechten Schulter an, während also ein Szenario denkbar, in dem wir noch diese Woche die Schulter formen und am kommenden Montag nach der Griechenland-Wahl in Form einer Erleichterungsrally die 1338 nehmen. Das wäre dann der Auslöser einer grossen Sommer-Rally, die uns in den breiten Indizes bin in den Bereich der Höchststände bringen würde.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal mit einem gerne gemachten Missverständnis aufräumen. Diese sich bildende Cup&Handle Formation bedeutet aktuell gar nichts, sie vergrössert die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios mit keinem einzigen Prozent, ganz egal wie hübsch das Muster aktuell schon aussieht. Und auch der Wahlausgang am Sonntag und die Reaktion des Marktes am Montag werden dadurch in ihren Wahrscheinlichkeiten nicht beeinflusst. Es bleibt also dabei, dass die Richtung des Marktes ab Montag völlig offen ist !

Man muss diese sich bildenden Muster vielmehr anders herum lesen: WENN sich das Muster durch Bruch der Nackenlinie vollendet, DANN ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass wir auch bis 1400 im S&P500 hoch laufen. WENN -> DANN, vergessen Sie das nie ! Solche sich bildenden Muster sind erst dann relevant, wenn sie vollzogen und damit aktiviert sind.

Und die Relevanz entsteht unter anderem daraus, dass die Algos derartige Muster traden. Das ist eine Art selbsterfüllende Prophezeihung, wenn alle nach Bruch der Nackenlinie auf die Bewegung bis 1400 setzen, dann kommt sie auch, weil das Geld dafür in den Markt fliesst.

Die richtige technische Strategie in Anbetracht dieser Möglichkeit ist nun also nicht, jetzt rein auf Hoffnung darauf zu setzen, dass sich diese Formation vollendet. Das wäre blindes Raten und es kann ebenso sein, dass die Formation schon morgen negiert wird.

Richtig wäre vielmehr, sobald die 1338 durchschlagen und die Formation aktiv ist, ohne zu Zögern auf die restlichen 60 Punkte (oder 5%) hoch bis 1400 zu wetten. Und das gut abgesichert mit einem Stop bei ca. 1330, falls die Formation dann doch zusammenbricht. Das ist dann ein Trade mit einem positiven Chance/Risiko Verhältnis und mehr kann man im Markt nicht erreichen, Sicherheit ist eine Illusion.

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Marktupdate – S&P500 Umkehrformation

22 Uhr - Handelsschluss

Sie haben meine Meinung zu den politischen Geschehnissen in Europa heute ja zu Genüge lesen können. Und das der heutige Abverkauf nicht gerade das Zeichen von besonderer Überzeugung des Marktes war, ist wohl offensichtlich und braucht nicht weiter erklärt zu werden.

Trotzdem sollten wir mal ganz ohne Bias auf den Chart des Leitindex S&P500 schauen. Und da sehen wir, dass die Cup&Handle Formation keineswegs invalidiert ist. Genau genommen kann man die "Spanien-Rettung" als eine Anomalie interpretieren, die heute wieder bereinigt wurde. Es könnte sein, dass sich der rechte "Henkel" gerade formt.

Insofern ist Polen noch nicht verloren und wir sind auch immer noch über der 200 Tage Linie im S&P500 ! Interpretieren Sie also meine frustrierte und wütende Sicht auf unsere Politik bitte nicht als eine grundlegend negative Marktsicht für die kommenden Tage !

Ich bin, was den Markt angeht, immer noch neutral und rechne diese Woche zwar mit Hin- und Her, aber keiner Entscheidung über die grosse weitere Richtung. Diese Entscheidung dürfte erst die kommende Woche, mit Griechenland-Wahl und FED Sitzung bringen ! Ich denke die kommende Woche wird den Trend des Sommers an den Börsen bestimmen.

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Bravo Herr Schäuble ! – Oder wie man 100 Milliarden „alternativlos“ vergeudet …

Am Beispiel des heutigen Tageschart der Commerzbank Stand 16:30 Uhr will ich Ihnen zeigen, was der Finanzmarkt von der "Stabilisierung" der spanischen Banken hält. Sie können gerne jede andere Grossbank der Eurozone nehmen und bekommen einen identischen Chart.

Das ist das Urteil des Marktes über die "Stabilisierung" der europäischen Bankenlandschaft durch eine erneut "alternativlose" Rettung. War das 100 Milliarden wert ?

Und falls das nicht reicht um Ihnen Tränen in die Augen zu treiben, können Sie -> hier <- bei Reuters wunderschön nachvollziehen, welche "tollen" Effekte die "alternativlosen" Rettungen seit 2 Jahren auf Euro, Staatsanleihen oder Aktien haben.

Und falls Sie, sehr geehrter Herr Schäuble, mir jetzt erzählen wollen, dass Aktienkurse halt schwanken, dann sage ich Ihnen: Stimmt, der Kandidat hat 100 Punkte ! Nur warum haben Sie dann so Angst davor, die Kurse mal schwanken zu lassen, wenn ein paar spanische Regionalbanken Pleite gehen und verstaatlicht werden müssen ? Und wenn deutsche Grossbanken wie Commerzbank dadurch in Folge in Schieflage geraten, dann müssen halt deren Aktionäre und Gläubiger bluten, na und ?

Die US haben dagegen eine dreistellige Zahl mittelgrosser Banken im Zuge von Subprime Pleite gehen lassen und damit für die nötige Marktbereinigung gesorgt. Und haben den systemrelevanten Grossbanken grosse Kapitalpuffer aufs Auge gedrückt. Und haben zumindest eine Volcker-Regel auf die Agenda gesetzt, die wenigstens Ansätze eines Trennbankensystems implementiert. Als Folge steht der US Bankensektor wieder stabil da. Wo sind die Pleiten bei uns ? Wo ist die Entflechtung der Grossbanken bei uns ?

Statt dessen finanziert der hart arbeitende europäische Arbeitnehmer Zombiebanken und rettet damit deren Gläubiger, sonst niemanden. Warum lässt man die Gläubiger statt dessen nicht mal schwitzen und verwendet die 100 Milliarden lieber dafür, eine generelle Staats-Garantie der Sichtguthaben auszusprechen ? Ich kann es Ihnen sagen. Ich bin überzeugt, dass Schäuble & Co, wirklich in bester Absicht handeln und billige ihm wie Frau Merkel durchaus persönliche Vertrauenswürdigkeit zu. Aber in einer Mischung aus Unwissen und falschen Ratgebern begeht unsere Politik voller bester Absichten:

SELBSTMORD AUS ANGST VOR DEM TOD !

.........................

So liebe Leser, keine Sorge, jetzt ist es gut mit meiner politischen Wut, der nächste Artikel handelt von etwas anderem, ich verspreche es.

Sie merken aber, ich bin STINKSAUER über die Ahnungslosigkeit, mit der in meinen Augen genau das Falsche getan wird um die Währungsunion zu stabilisieren. Die Angst vor einem Bankrun kann man auch anders nehmen, da geht es um Psychologie und sonst nichts.

Und ich will mich von meinem Sohn eben nicht fragen lassen, warum ich damals nicht wenigstens meine Stimme erhoben habe.....

Ihr Hari

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Marktupdate – Vorwärts immer, Rückwärts nimmer !

13:00 Uhr

Was wir heute bis zum Mittag am Markt erleben, ist so typisch, dass es mir ein Marktupdate wert ist. Und wie unsere Politik in der Illusion der "Alternativlosigkeit" gefangen ist, lässt mich so verzweifeln, dass ich einfach meine Stimme erheben muss !

(1)

Kaufe nie die Euphorie zum Handelsstart !

Diese Regel hat sich im DAX heute mal wieder bewahrheitet. Das institutionelle Geld (gerne auch "Smart Money" genannt) wartet erst einmal ab, während sich im frühen Handel die privaten Anleger (gerne auch wenig schmeichelhaft "Dumb Money" genannt) euphorisiert oder frustriert (je nach Nachrichtenlage vom Vortag) exponieren. Dabei spielt die Angst etwas zu verpassen eine grosse Rolle. Fragen Sie sich liebe Leser heute mal selber: wer von Ihnen hat heute früh, bei DAX über 6300, die Angst verspürt etwas zu verpassen und musste deshalb in den Markt springen ? Hmmm ? 😉

Merken Sie sich deshalb die Regel, erst ab ca. 10 Uhr in den Markt zu gehen und warten Sie einfach ab was vorher passiert. Ausnahmen sind möglich, dann sollte man aber genau wissen, warum es an dem Tag anders als sonst sein soll.

Übrigens gilt die Regel auch an der Wallstreet, erst ab ca. 17 Uhr kann man halbwegs sicher sein, dass der wirkliche Trend des Tages sich offenbart. Deswegen werden wir auch erst heute Abend wissen, wie Mr. Market wirklich über die "Spanien-Rettung" denkt.

Ich persönlich rechne für diese Woche nach wie vor mit einem Potential im DAX von ca. 6400. Nach unten könnte die 200 Tage Linie bei ca. DAX 6210 nun Unterstützung darstellen. Zum Positiven verändert würde meine Erwartung, wenn Umfragen schon diese Woche einen klaren Sieg der bürgerlichen Parteien in Griechenland prognostizieren sollten. Dann wäre das Potential da, auch die 6400 hinter sich zu lassen.

(2)

Nach der Rettung ist vor der Rettung !

Auch ganz typisch für Mr. Market ist, das er in der Sekunde in der ihm eine Sorge genommen wurde, sich sofort um den nächsten Stolperstein Sorgen macht. Die vermeintlichen Gründe warum unsere Politik glaubte, sie sei "alternativlos" gezwungen Spanien unter den Rettungsschirm zu zwingen, sind nämlich gar keine. Unsere Politik lässt sich von der angelsächsischen Finanzwelt vor sich her treiben, der es natürlich gefällt, wenn Geld in die Banken gepumpt wird. Lesen Sie dazu -> diesen <- treffenden Artikel der Wirtschaftswoche oder -> hier <- einen Kommentar im Handelsblatt.

Was wäre denn so schlimm, wenn mal ein paar spanischen Regionalbanken Pleite gehen ? Und wäre es so schlimm, wenn der DAX mal wieder auf 4000 fällt ? Wenn sich dann endlich mal ein wirklicher, tragfähiger Boden bildet, weil der Moral Hazard der permanenten "Rettungsaktionen" aus dem Markt verschwindet, wäre ich unbedingt sehr dafür ! Denn nur so können wir wieder einen funktionierenden Markt und eine stabile, sich selbst tragende Wirtschaft bekommen.

Und wir "dummer" deutscher Michel zahlen fröhlich und übernehmen Risiken, weil wir einen historischen Schuldkomplex haben, der uns dazu zwingt immer die Muster-Europäer sein zu wollen, selbst wenn es unseren Interessen entgegen läuft. Viel schlimmer, wir verstehen unsere eigenen Interesse gar nicht mehr und glauben wirklich daran, dass die "Rettung" dieses fehlkonstruierten Euros in unserem eigenen Interesse läge. Vom Ausland wird das fröhlich gefördert, in dem Deutschland die Schuld am weltwirtschaftlichen Ungemach zugeschoben wird. "Haltet den Dieb" kann ich da nur sagen und bin wirklich entsetzt, wie blind unsere politische Kaste ist.

Und so kommt es wie es kommen muss, Mr. Market fängt sofort damit an, sich über den nächsten Kandidaten Sorgen zu machen. Und der lautet nicht Griechenland, sondern Italien ! Lesen Sie -> hier <- und weinen Sie mit mir. Wir lassen uns wie die Schweine durch Elektroschocks zur Schlachtbank treiben und merken es noch nicht einmal.

Dabei gäbe es einen einzigen Satz, der das ganze Spiel mit einem Schlag verändern würde. Und der müsste gar nicht mal öffentlich gesagt werden, sondern nur im Kreis der Regierungschefs der Eurozone. Und der lautet: Deutschland prüft die D-Mark wieder einzuführen.

Mit einem Schlag wäre das Machtgefüge ein anderes. Und wir wären nicht mehr erpressbar. Aber dieser historische Satz wird wohl nie gesagt werden, zu sehr ist unsere Politik in dem Netz der Propaganda gefangen, die uns einredet, dass ein derartiger Schritt nur mit Nachteilen und unkalkulierbaren Kosten verbunden sei. Deshalb wird dieser Satz nicht gesagt. Und deshalb kommt auch niemand auf die richtige Idee, die D-Mark zunächst parallel zum Euro als reine Referenzwährung und zur deutschen Staatsschuldfinanzierung einzuführen. Eine Rückkehr muss nämlich keineswegs auf einen Schlag erfolgen, man kann im Euro bleiben und trotzdem Schritt für Schritt die Alternative vorbereiten.

Selbst unser Bundesbankpräsident Weidmann redet den "unkalkulierbaren Risiken und Kosten" einer Rückkehr zu D-Mark ja nun das Wort und blendet dabei völlig all die massiven Vorteile und Vermögensgewinne für Deutschland und seine Bürger aus, die eine Rückkehr zu D-Mark mit sich bringen würde. Lesen Sie -> hier <-. Weidmann war wohl doch zu lange an der Seite von Merkel, wie kann man da eine abweichende Weltsicht erwarten....

Herr Weidmann, beantworten Sie dem deutschen Bürger doch mal eine Frage: Wenn die neue D-Mark sofort um 30% gegenüber dem Rest-Euro aufwerten würde - was auch ich für realistisch halte - ist das dann ja wohl das korrekte Abbild der in den letzten 10 Jahren erarbeiteten Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Was bedeutet 30% Aufwertung für die Zahlungkraft eines deutschen Bürgers mit D-Mark in der Brieftasche ? Wie würden sich unsere Importpreise entwickeln ? Wie stark würden unsere alten Schulden in Euro entwertet und wir damit entlastet, wenn wir neue Schulden nur noch in D-Mark aufnehmen ? Hmmm ?

Besonders absurd und peinlich ist für mich die Argumentation: "Ein Zerfall der Währungsunion wäre mit extrem hohen Kosten und Risiken verbunden, die niemand wirklich vorhersehen kann". Was im Umkehrschluss dann ja wohl bedeuten soll, dass der nun von der Politik eingeschlagene Weg der Dauerrettung sicher vorhersehbar und ohne Kosten und Risiken ist, oder ? Besser kann man in meinen Augen nicht offenbaren, wie hoffnungslos man gedanklich in dem vermeintlichen Automatismus der "Alternativlosigkeit" gefangen ist. Schlimm so etwas vom Chef der Bundesbank hören zu müssen !

Herr Weidmann, die Welt ist nicht schwarz/weiss und man hat immer die Wahl ! Richtig ist, dass beide Wege mit erheblichen Risiken, aber auch erheblichen Chancen verbunden sind. Es gibt keine einfache Antwort und auch die Rückkehr zur D-Mark ist ohne Frage mit Risiken und Nachteilen verbunden. Aber: WIR HABEN SEHR WOHL DIE WAHL ! Das mal argumentativ gegenüber zu stellen, wäre für mich ein Zeichen intellektueller Redlichkeit !

Wir durchleben wahrhaft historische Zeiten und die Mehrheit der Bevölkerung merkt es nicht. Mit jedem Monat sinken unsere Chancen, den fatalen Weg noch stoppen zu können, der nun eingeschlagen wurde. Es kann gut sein, dass uns unsere Kinder später mal fragen werden: Papa, warum hast Du damals geschwiegen, wenn sie in den Geschichtsbüchern über die Geschehnisse der Jahre 2010-2015 lesen. Meine Grosseltern kennen diese Frage auch noch.

Mir bleibt daher leider nur, traurig mit dem bekannten Motto zu schliessen, mit dem unsere politische Führung uns in eine Zukunft zwingt, die Deutschlands Bevölkerung mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht will und die wirklich voller "extrem hoher Kosten und Risiken" steckt :

Vorwärts immer, Rückwärts nimmer !

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Hari´s Märkte am Abend – 08.06.12 – DAX sucht Richtung, Mr-Market mit Live-Tips

22 Uhr - Handelsschluss

Am frühen Morgen war ich heute mit DAX-Shorts im Markt, weil ich davon ausging, dass wir heute unter 6000 schauen würden. Zunächst entwickelte sich der Markt auch wie erwartet, die Short waren gut im Plus. Dann kamen aber immer mehr Gerüchte und Nachrichten die nahelegten, dass Spanien doch unter den Rettungsschirm schlüpfen wird.

Das stabilisierte dann die Indizes, da damit die grösste Angst vor Bankpleiten erst einmal abflaute. Während die Banken am frühen Morgen noch massiv im Minus waren, konnte der Sektor sein Minus dann im weiteren Handelsverlauf reduzieren. Trotzdem wirkte die Enttäuschung über Bernanke noch deutlich nach, konjunktursensible Titel kamen den ganzen Tage nicht so richtig in die Gänge. Meine Shorts wurden durch Stops dann mit minimalen Gewinnen vom Tisch genommen, die Zeit danach war der Markt eher richtungslos und ohne Überzeugung unterwegs.

Bemerkenswert fand ich heute den französischen Umweltdienstleister Veolia (WKN 501451), der nach einem sehr positiven Kommentar von Barcleys im schwachen Markt deutlich im Plus war. Diese Stärke war aber auch schon die letzten Tage zu bemerken, es scheint so, als ob die Kurse um 9€ die letzten Freitag aufgerufen wurden, eine hervorragende Kaufgelegenheit waren. Das ich Veolia gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt bin, dürfte nach diversen Artikeln ja bekannt sein.

Darüber hinaus war es eher ein ruhiger Tag, an dem sich Mr. Market nicht so richtig entscheiden konnte. Auch Gold und die Goldminen robbten sich wieder etwas hoch, hier bin ich aber noch nicht überzeugt, ob nicht noch ein weiterer Schwall nach unten kommt, mein Chart von gestern mit dem "Stern" für den GDX gilt unverändert. Ich lasse mich natürlich auch gerne vom Gegenteil überzeugen, da ich weiter Long im Sektor bin und eher davon ausgehe, dass wir den Boden schon gesehen haben.

Für das grosse Bild im DAX will ich daher nur noch einmal das Tageschart zeigen. Sie sehen schnell, dass wir immer noch voll im Abwärtstrend sind und die Aussagen von gestern unverändert weiter gelten. Ich sehe eine Chance Anfang nächster Woche weiter zu steigen und die 200 Tage Linie erneut zu testen. Je näher wir den Griechenland-Wahlen kommen, desto eher rechne ich aber wieder mit Gewinnmitnahmen der Marktteilnehmer aus reiner Vorsicht. Die grossen Trends müssen wohl noch bis nach den Wahlen warten, wenn nicht seitens der Politik und Notenbanken doch noch Bedeutendes in der kommenden Woche passiert.

Ich möchte daher die Gelegenheit des ruhigen Tages nutzen, Ihnen anhand des aktuellen Charts des S&P500 ein wichtiges Konzept der technischen Analyse nahe zu bringen: die Divergenz. Ich habe diesen Begriff schon öfters genutzt und ich bin sicher, viele der weniger erfahrenen Leser wissen damit nicht so richtig etwas anzufangen. Ich werde im Folgenden aber auch nicht das ganze Konzept erklären, das übersteigt einen solchen Blogeintrag und haben andere schon so gut gemacht, dass ich es nicht besser könnte. Ich möchte Ihnen aber einfach einen konkreten Anstoss geben, dazu selber zu lesen und zu forschen, denn das Konzept hat hohe Bedeutung !

Der Anstoss soll mein "Geheimnis" sein, warum ich Anfang der Woche sozusagen "auf den Punkt" bullisch wurde, nachdem ich Wochen vorher ja immer zu einer bärischen Sicht neigte. Dafür war natürlich nicht nur ein Kriterium ausschlaggebend, wie ich schon mehrfach schrieb, brauche ich mehrere unterschiedliche Signale in die gleiche Richtung um ein profitables Setup zu identifizieren - und ausserdem brauche ich ja auch noch Futter für weitere Artikel. 😉

Aber ein wichtiges Signal für eine Wende am Markt, war schon Ende letzter Woche eine deutliche Divergenz zwischen der relativen Stärke (RSI) und dem Kursverlauf des S&P500.

Schauen Sie mal auf den Tages-Chart des S&P500:

Sie sehen, dass der Kurs des S&P500 Ende letzter Woche ein neues Tief produzierte und unter den 200er Moving Average fiel. Gleichzeitig produzierte der RSI aber ein höheres Tief ! Das nennt man eine "bullische Divergenz" und ist ein bedeutendes Signal, weil es bedeutet umgangssprachlich, dass der Markt unter der Oberfläche mehr Stärke aufbaut, als an der Oberfläche im Kurs zu sehen ist. Die präzise Definition des RSI können Sie leicht an anderer Stelle nachlesen.

"Divergenz" im Zusammenhang der technischen Analyse bedeutet also, dass man Indikatoren hat, die den Schluss nahe legen, dass "unter der Decke" anderes im Gange ist, als sich an der Oberfläche des Marktes dem schnellen Blick zeigt.

So eine Divergenz ist keine Garantie, sie kann durch andere Faktoren überlagert oder ausser Kraft gesetzt werden. Sie ist aber ein bedeutender Hinweis. Wenn dazu dann wie letzte Woche extrem negatives Sentiment, abnehmende Marktbreite bei den Aktien die neue Tiefs produzieren, Buying on Weekness Signale im Moneyflow, usw. usw. kommen, produziert das eine gute Wahrscheinlichkeit (keine Garantie) für eine Trendwende. Im DAX war diese Divergenz so nicht da, aber im Zweifel setzt der Leitindex S&P500 die entscheidenden Signale für das grosse Bild der Märkte.

Übrigens, wenn Sie auf den Chart schauen, sehen Sie vielleicht auch die deutlich bärische Divergenz der beiden grossen Hochs im März und April. Der RSI war im April schon weit tiefer, als er hätte sein dürfen, das indizierte den weiteren Absturz. Falls Sie das Konzept noch nicht kannten, hoffe ich, dass Sie nun genügend beeindruckt von der Vorhersagekraft sind, um sich damit weiter zu beschäftigen.

Erfolg an den Börsen ist einfach ein Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten einer prinzipiell unbestimmten Zukunft - ohne den kleinsten Hauch einer Garantie. Jeder der etwas anderes behauptet und im Zusammenhang mit Mr. Market von "Sicherheit" schwafelt, steht unter dem dringenden Verdacht, nur an Ihr Geld zu wollen.

Aber das war Anfang der Woche eindeutig ein richtig profitables Setup mit gutem Chance/Risiko Verhältnis und deshalb wurde ich optimistisch. Was an Nachrichten in den Medien stand, war für diese Erwartung völlig irrelevant, hätte ich mich daran gehalten, hätte ich bis über beide Ohren in Shorts stecken müssen und wäre übel rasiert worden. 😉

Nächste Woche dürfte dann an den Börsen eine Übergangswoche hin zu den wichtigen Wahlen in Frankreich und Griechenland sein. Der Markt dürfte besonders aufmerksam auf die Umfragen starren und ein Wechsel zwischen Hoffen und Bangen ist somit fast garantiert. Erholen wir uns daher nun, wir werden nächste Woche wohl Kraft brauchen.

Zum Abschluss erneut ein Hinweis in eigener Sache:

Wenn Sie rechts oben in den Blog schauen, ist Ihnen vielleicht schon die Rubrik "Hari´s Live Tips" aufgefallen. 😉

In Zukunft gilt: wenn mir am Handelstag etwas besonderes auffällt, das ich für bemerkenswert halte, werde ich Top-aktuell und Live dort einen kurzen Hinweis einstellen, oft auch mit Link !

Erwarten Sie aber bitte nicht, dass ich hier das normale Börsengeschehen kommentiere, welches sie auch selber in jedem normalen Börsentool und auf den bekannten Nachrichtenseiten nachvollziehen können. Was ich hier verlinke, soll Mehrwert abseits des Offensichtlichen darstellen. Die bisherigen Tips sind daher auch nur Testeinträge, erst ab nächster Woche geht es richtig los und mehr als 5-10 Tips pro Tag werden es sicher nicht, eher weniger. Ich hoffe, für Sie wird Mr-Market dadurch noch spannender und aktueller und ich hoffe auch, Sie freuen sich über diese neue Funktionalität. 🙂

Übrigens, sobald ich dafür die technischen Grundlagen habe, werden diese (und andere neue) Funktionalitäten nur noch für aktive und damit registrierte Leser sichtbar sein. Ich will damit den Community-Gedanken fördern und den Lesern einen Vorteil verschaffen, die sich hier auch selber einbringen oder zumindest registrieren. Der bisherige Inhalt des Blogs mit seinen Artikeln und Kommentaren bleibt bis auf weiteres für jedermann sichtbar.

Ab nächste Woche geht es los, ich bin gespannt, wie sich das entwickelt !

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 07.06.12 – China stimuliert – Bernanke enttäuscht

22 Uhr - Handelsschluss

Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Wie gestern antizipiert, hatten wir schon heute den Test der 200 Tage Linie bei gut 6200 im DAX. Wir schauten kurz darüber, konnten diese aber nicht halten, was aber durchaus normal ist.

Auslöser für die starke Bewegung war die überraschende Zinssenkung in China, die natürlich vor allem den Exportwerten im DAX besonders gut tat, angeführt vom Autosektor, der heute durch die Bank mit Gewinnen aus dem Handel ging.

Ab 16 Uhr sprach dann Ben Bernanke, der aber enttäuschte den Markt, weil er einfach gar nichts Neues sagte, die Rede hätte auch ein Roboter halten können. 😉 Was im Handelsblatt -> hier <- - in meinen Augen aber sachlich verfehlt - als Hinweis auf weitere Massnahmen gewertet wurde, ist nichts weiter als eine bekannte Formulierung, die von Ben Bernanke immer wieder benutzt wird und nicht mehr als die Tür für Massnahmen aufhält - nichts Neues also.

Die Reaktion des Marktes - der das auch genau so verstanden hatte - kam sofort und als Folge wurde querbeet ein Teil der Gewinne abgegeben, besonders hart traf es natürlich den Edelmetallsektor, der in freudiger Erwartung eines neues Stimulus schon gestiegen war, dazu später mehr.

In Summe war es aber ein positiver Tag an den Börsen, der durchaus Raum für eine weitere Aufwärtsbewegung lässt, wenn auch vielleicht nicht gleich am morgigen Freitag. Auch das der DAX die 200-Tage-Linie wieder verloren hat, muss man nicht überbewerten, denn im Leitindex S&P500 war der Bruch der 200-Tage-Linie ein typisches Fehlsignal - wie so oft in der Vergangenheit und im Zweifel sind die Signale des S&P500 höher zu bewerten, als die des DAX. Sehen Sie selbst im Tages-Chart, das ca. ein Jahr Kursverlauf abdeckt :

Übrigens, durchaus positiv wäre zu werten, wenn im S&P500 jetzt in den nächsten Tagen ein langsames Bröseln einsetzen würde, dass maximal die 200 Tage Linie bei ca. 1300 noch einmal von oben testet. Damit könnte sich nämlich ein Cup&Handle heraus bilden, ganz analog zum "rechten Henkel" vom Dezember letzten Jahres, den ich mit Pfeilen markiert habe. Wichtig ist bei der Bewertung dann, dass trotz "Bröseln" der RSI nicht abkippt, auch das war im Dezember der Fall und kündigte den folgenden Anstieg an.

Summa Summarum sehe ich im DAX durchaus Chancen, vor der Griechenland-Wahl noch bin an die 6400 heran zu kommen, dann spätestens sollten vor der Wahl aber Gewinnmitnahmen einsetzen, weil dann der Markt wieder auf Sicherheit spielen dürfte. Insofern ist es wohl keine schlechte Idee, weitere Anstiege oberhalb 6200 zunächst mal abzusichern und auch mal ein paar schnelle Gewinne mitzunehmen. Was nach dem 17.06.12 an den Börsen passiert, kann sowieso niemand vorher sagen, da muss man nicht unbedingt im totalen Blindflug mitwetten, zumal der Vorteil einer völlig überverkauften Markttechnik, wie wir sie vor einer Woche noch hatten, nun verflogen ist.

Insofern hat sich mein bullischer Bias von Anfang der Woche nun wieder normalisiert und ich bin wieder völlig neutral ohne Präferenz eingestellt. Ich sehe noch gut 200 Punkte kurzfristiges Potential im DAX nach oben, aber ebenso das Risiko, dass wir nun schon wieder abkippen. Erst nach dem 17.06.12 haben wir wohl die Chance auf nachhaltigere Trends, in welche Richtung auch immer.

Schmerzlich spürte der Edelmetallsektor heute, dass Bernanke keinerlei Signale für geldpolitische Lockerungsmassnahmen gab. Rein von der Marktechnik her, standen jetzt sowieso Gewinnmitnahmen an, was ich ja gestern Abend schon angekündigt hatte. Das diese Abgaben dann so unerwartet brutal ausfielen und im GDX heute zu bis zu 4% Minus führten, lag schlicht an der Enttäuschung über Bernanke. Das ganze "Hot Money" verliess heute den Sektor, was keineswegs schlecht sein muss. Denn der Boden den wir nun in den nächsten Tagen vielleicht finden, dürfte von "starken Händen" gehalten werden und kann dann als zuverlässiges Stop-Niveau für die kommenden Wochen genutzt werden.

Schauen Sie auf den Chart des GDX, dann sehen Sie, dass wir schon nahe an der Trendlinie sind. Eine Wende ist also schon Morgen möglich. Wahrscheinlicher finde ich aber, dass wir auch das Gap vom 01.06. noch schliessen und knapp unter 44 USD schauen, dort wo ich den Stern im Chart habe. Auch das würde mir noch keine Sorgen machen. Erst wenn wir auch das Tief vom 30.05. unterschreiten, dort wo bei ca. 42,8 USD ein steiler Anstieg begann und wo ich Ihnen im Chart eine dünne, waagerechte Linie eingezeichnet habe, würde ich ernsthaft nervös werden. Mein Stop liegt deshalb weiter bei 41 USD. Wenn wir die wieder sehen, ist etwas ganz und gar nicht in Ordnung und die Wende bei den Goldminen könnte sich dann als Bullenfalle heraus stellen. Dann bin ich draussen, ich halte dieses Szenario zwar für möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich.

Bemerkenswert ist übrigens, dass der europäischen Bankensektor nun seit einer Woche, seit dem 01.06.12, permanent nach oben läuft. Wie ich hier schon mehrfach anmerkte, ist das ein wichtiges Signal der Beruhigung und wenn diese Bewegung kippen sollte, ist auch im breiten Aktienmarkt wieder allergrösste Vorsicht angesagt ! Schauen Sie also wie ich jeden Tag auf die Entwicklung des iShares Eurostoxx Banks (WKN 628930), solange der weiter steigt, ist das für den breiten Markt wie das Signal einer grünen Ampel zu werten. Das bedeutet nicht zwingend das die Kurse steigen müssen, erhöht die Wahrscheinlichkeit aber ganz erheblich, da ein guter Teil des Absturzes der letzten Wochen ja auf der Angst vor Wirren in der Euro-Zone fusste.

Ein wichtiger Hinweis noch in eigener Sache:

Ich werde die kommenden 3 Wochen, also bis Ende Juni, hier im Blog etwas mit dem Format experimentieren. Das bedeutet unter anderem, dass die "Märkte am Abend" nicht mehr regelmässig und fix um 22 Uhr erscheinen werden. Statt dessen wird es öfter mal kurze Updates über den Tag geben. Was ich heute zu den Goldminen in einem Kommentar auf Johanns Frage schrieb, wäre so eine typische Gelegenheit für ein aktuelles Update.

Hintergrund sind private Erwägungen meinerseits. Einerseits hat ein fester Veröffentlichungstermin seine Vorteile, vor allem für Sie als Leser. Andererseits bedeutet es, dass ich jeden Tag, selbst an Feiertagen wie heute, spätestens ab 21 Uhr, oft früher, am Rechner sitze um den gesamten Artikel zu schreiben. Und das geht auf Kosten von Familie, Freunden und privaten Erwägungen, für die ich ab 20-21 Uhr dann nie zur Verfügung stehe. Natürlich sitze ich da oft sowieso, wenn ich die Wallstreet im späten Handel trade, aber das mache ich halt nicht immer und schliesse meine Bücher auch manchmal früher. Diese Flexibilität nimmt mir der feste Veröffentlichungstermin.

Sie können sich sicher denken, dass ich die umfangreichen Artikel auch nicht erst Abends schreibe, sondern diese über Tag vorbereite und ab 21 Uhr zusammen stelle, vervollständige und aktualisiere. Auch das ist ein Nachteil, weil es doppelte Arbeit macht, wenn ich schon fertige Teile umschreiben muss, weil der Markt dann im späten Handel doch noch eine Wendung vollzogen hat.

Das ist nun aber auch nicht als Abkehr vom Prinzip der "Märkte am Abend" um 22 Uhr zu werten, ich will in den kommenden Wochen einfach mal ergebnisoffen experimentieren und ausprobieren, wie sich ein anderer Rhythmus für mich anfühlt. Solange ich das hier ja kostenlos mache, habe ich ja auch die Freiheit dazu. Und dann schauen wir mal, wie sich das für uns alle anfühlt.

Natürlich ist mir auch wichtig, was meine aktiven Leser darüber denken, also die Leser, die sich hier auch selber einbringen. Deshalb werde ich dann Anfang Juli eine umfangreiche Umfrage für die registrierten Leser machen, was gut gefallen hat und was nicht. Ich werde diese Umfrage dann bei meiner Entscheidung für das weitere Format berücksichtigen. Natürlich freue ich mich auch schon vorher und jederzeit über Meinungsäusserungen, Vorschläge oder Ideen zum Thema.

Morgen am Freitag erscheinen die "Märkte am Abend" noch normal um 22 Uhr, nächste Woche geht es dann mit der Experimentierphase los.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 06.06.12 – Es grünt so grün ….

22 Uhr - Handelsschluss

Meine Wende hin zu einer positiveren Marktsicht gestern und vorgestern, war auf den Punkt ein Treffer. Selbst die fehlende Zinssenkung der EZB konnte den Markt heute nur kurz verunsichern, es fehlt zwar noch an der richtigen Überzeugung, aber das muss nicht schlecht sein und kann noch kommen. Wie schon die letzten Tage antizipiert, will Mr. Market nun kurzfristig hoch und zumindest ein Test der 200 Tage Linie von unten bei ca. 6200 sollte nun im DAX drin sein, wenn uns nicht wieder irgendwelche politischen Nachrichten mitten im Flug absschiessen. Möglicherweise kommt dieser Test schon am morgigen Donnerstag.

Auch die Performance des S&P500 sah sehr gut aus, erneut schoben die Kurse ruhig hoch, auch das "Beige Book" um 20 Uhr sorgte nur für kurze Verunsicherung, bevor der Index dann im späten Handel noch einmal richtig Fahrt aufnahm, um auf Höchststand zu schliessen.

Das Potential mir den Tag zu verderben, hatten dann aber Berichte aus dem politischen Raum, wie -> dieser <- hier zu Obama und Cameron. Ich empfinde es als bodenlose Frechheit, wie sich die beiden Herren aus für mich höchst eigensüchtigen Motiven bemühen, Deutschland den Arm umzudrehen. Insbesondere dem guten Cameron steht es ja frei, als "solidarisches" EU Mitglied die spanischen Banken mit britischen Steuermitteln zu stützen. Aber für Solidarität hat der Herr ja keinen Cent, dafür aber um so mehr Chuzpe diese medial von anderen zu fordern. Ich empfinde das als dreist und abstossend, tut mir leid für diese harten Worte.

Aber auch die spanische Regierung hat für mich die Grenze des Erträglichen überschritten, wenn sie einerseits unbedingt Hilfen für die Banken will - die ihr ja auch niemand verwehren will und die schon längst bereit stehen - sich aber andererseits nicht den gleichen Bedingungen der Rettungsschirme wie das Nachbarland Portugal unterwerfen will, weil sie dafür zu stolz ist. Seit neuestem diktieren die Schuldner also den Rettern die Bedingungen - o Tempora, o Mores ! Mir wird da ganz schlecht, was die Zukunft Europas angeht, "Gemeinschaft" und "Solidarität" fühlen sich eigentlich anders an.

Ich hoffe nur, dass unsere Regierung hier hart bleibt, habe aber allergrösste Bedenken ob das wirklich der Fall ist. Auf jeden Fall ist Deutschland mal wieder der Bösewicht, das kennen wir geschichtlich ja zu Genüge, dieses mal aber wirklich ohne Schuld. Solange man um jeden Preis den Euro retten will und die anderen das wissen, wird man halt immer erpressbarer. Das würde sich erst ändern, wenn man den anderen klarstellt, dass man auch ohne Euro kann. Ein einschneidender Schritt, den ich der vorsichtigen Frau Merkel leider nicht zutraue. Den passenden Kommentar dazu können Sie -> hier <- lesen.

Morgen und am Freitag gibt es dann eine ganze Reihe von Wirtschaftsdaten, die das Potential haben den Markt zu bewegen. Allerdings sagt die Erfahrung, dass wenn der Markt an so Wendepunkten beschlossen hat die Richtung zu ändern, die guten Nachrichten dann hinterher kommen, unter anderem weil einfach positiv interpretiert wird, was vielleicht vor Wochen davor zum Absturz geführt hätte. Denn nicht die Fakten bewegen die Kurse, sondern die Interpretation derselben, gemessen an der Erwartung, was ein bedeutender Unterschied ist !

Bei aller Freude und allen Signalen für eine (zumindest kurzfristige) Wende, bitte ich aber nicht zu vergessen, dass wir uns in einem etablierten Abwärtstrend befinden, der auch durch eine Bewegung bis 6200 nicht ausser Kraft gesetzt würde ! Je nachdem wie man eine Trendlinie beim DAX zieht und wann der Markt versucht diese zu schneiden, kommt man auf einen Abwärtstrend dessen obere Begrenzung irgendwo zwischen 6200 und 6400 verläuft. Erst wenn wir die 200 Tage Linie hinter uns gelassen haben und den Abwärtstrend mit Schlusskurs gebrochen haben, kann man mit gutem Gewissen anfangen von einer nachhaltigen Trendwende zu reden !

Schauen Sie bitte genau auf den folgenden Tages-Chart des DAX, in dem ich einen möglichen Trendkanal eingezeichnet habe.

An der Stelle des Fragezeichens bei etwas über 6200, dort wo der DAX einerseits die 200-Tage-Linie testet und sich andererseits wieder der oberen Trendbegrenzung nähert, findet eine ganz wichtige Entscheidung statt. Aber erst ungefähr dort bei über 6400, wo der grüne Stern eingezeichnet ist und man das Zwischenhoch vom 29.05. hinter sich gelassen hat, hat man Anlass ernsthaft davon auszugehen, dass der aktuelle Bounce mehr als eine Bärenfalle ist ! Und bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Insofern warne ich davor, unvorsichtig zu werden. Ich geniesse den Anstieg und hoffe, Sie sind mit mir zusammen eingestiegen, aber meine Stops führe ich auch mit und bin auch schnell wieder draussen, wenn wir erneut drehen. Denn zu einem Bärenmarkt gehören auch Bärenmarkt-Rallys - und ob das, was wir gerade erleben, mehr als eine Bullenfalle ist, werden erst die kommenden Tage zeigen.

Auch bei den Einzelaktien grünte es heute ganz erheblich in den Depots. Alleine die sechs gestern hier im Blog genannten Titel brachten folgende Performance mit den Schlusskursen:

  • Rheinmetall (WKN 703000) +7,0%
  • Leoni (WKN 540888) +5,5%
  • Continental (WKN 543900) +4,5%
  • Broadcom (WKN 913684) +4,5%
  • Cisco (WKN 878841) +3,5%
  • Apple (WKN 865985) +1,5%

Es gab schon schlechtere Tage als heute. 😉

Erwähnenswert sind aber auch eine ganze Reihe anderer, hier schon mehrfach besprochene Titel wie zb Veolia (WKN 501451) mit 6% Plus, Klöckner (WKN KC0100) mit 6,5% Plus oder auch Anglo American (WKN A0MUKL) mit 7% Plus. Diese Bewegungen sind Signal, dass der Markt bei diesen Aktien wohl nach unten übertrieben hat und sich diese Erkenntnis heute Bahn bricht.

Bemerkenswert ist für mich auch erneut die Performance des Edelmetallsektors. Nicht nur dass Gold (XAUUSD) heute zeitweise 1640 USD erreichte, auch Silber (XAGUSD) sprang heute mit bis zu 4% massiv an. Mir drängt sich im Moment das Gefühl auf, als ob sich im Edelmetallsektor etwas Bedeutendes zusammen braut.

Eher eine Bestätigung dieser Sicht war für mich auch, wie der Sektor dann um 20 Uhr die Enttäuschung des "Beige Book" aufnahm, denn im "Beige Book" wurde ein positives Bild der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA gemalt und insofern nahm das Spekulationen um weitere fiskalische Massnahmen der FED erst einmal etwas die Grundlage. Gold fiel in Folge auch Richtung 1620 USD zurück, konnte aber wie der GDX am Ende doch im Plus schliessen, ein positives Signal der Überzeugung der Marktteilnehmer. Trotzdem wäre es nun nur normal und gesund, wenn bei den Goldminen ein paar Tage der Konsolidierung und leichter Gewinnmitnahmen einsetzen würden.

So weit so gut für heute, ich wiederhole, geniessen Sie den Flug, aber werden Sie nicht unvorsichtig ! Und ich gönne mir jetzt einen guten Wein als Belohnung und versuche den Ärger über die politischen Erpresser um uns herum runter zu spülen. 😉

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 05.06.12 – Long-Strategie mit Baskets

22 Uhr - Handelsschluss

Ich denke heute konnte man spüren, wie der Markt nun auch langsam mal wieder nach oben will, auch wenn er noch nicht richtig Fahrt aufnehmen konnte. So ruhig und gelassen wie der S&P500 heute langsam hochschob, haben wir das schon lange nicht mehr gesehen.

Diese Veränderung des Charakters hatte sich für mich schon Ende letzter Woche langsam angekündigt, sichtbar an mehreren Divergenzen, unter anderem einer fallenden Marktbreite der Aktien, die neue Tiefstkurse produzieren. Auch die Banken zeigen nun schon mehrere Tage eine Stabilisierung der Kursentwicklung, ein Umstand den man nicht übersehen sollte.

Eigentlich wollte der DAX ja schon heute früh richtig hoch, wurde dann aber von Aussagen des spanischen Finanzministers ins Knie geschossen, was die neuen Tiefststände im frühen Handel auslöste. Mit der Wallstreet kam dann aber erst einmal eine Stabilisierung und der sanfte, ruhige Anstieg. Nach wie vor sind DAX 5800 und S&P500 1250 zwar durchaus denkbar, die Zeichen für einen bald bevorstehenden technischen Bounce mehren sich aber in meinen Augen. Hoffen wir nur, dass nicht wieder irgend ein Politiker etwas ganz Schreckliches daher redet, dann interessiert bei der grassierenden Unsicherheit nämlich keine Markttechnik mehr, dann springen alle nur noch in die Rettungsboote. Mit diesem politischen Headline-Risiko müssen wir aber halt leben, wer das nicht ertragen will, sollte aktuell wohl besser nicht mehr im Markt sein.

Wohin uns die nächsten Tage führen, weiss also nach wie vor nur der Wind. Technisch spricht nun viel zumindest für einen Bounce, vielleicht sogar eine Trendwende. Aber letztlich hängt alles von politischen Entwicklungen in der Euro-Zone ab. Insofern sind wir nun in einer merkwürdig gespaltenen Lage:

Einerseits ist ein schwerer Crash durchaus möglich, der die Indizes und viele Aktien noch einmal halbieren und auf Post-Lehman Niveau drücken könnte.

Andererseits liegt die höhere Wahrscheinlichkeit in meinen Augen nun bei einem Bounce, der von der Markttechnik, aber auch von Interventionen der Notenbanken oder der Politik befeuert werden könnte.

Wenn man diese Lage so annimmt, wie sie in meinen Augen nun einmal ist, lautet die logische Schlussfolgerung für meine kurzfristige Anlagestrategie, dass ich nun einerseits Long im Markt sein muss, andererseits diese Positionen aber unbedingt gegen den grossen Absturz absichern muss.

In meinen Augen bieten sich zur Absicherung ideal die wichtigen Marken DAX 5800 und S&P500 1250 an. Mit etwas Abstand, könnten Stops bei DAX 5750 und S&P500 1240 vielleicht sinnvoll sein. In einem Bounce sollten wir mindestens die 200 Tage Linie bei gut 6200 von unten testen. Wenn wir diese durchschlagen, was ich dann für durchaus wahrscheinlich halte, dürfte uns das schnell über 6400 tragen. Weiter wage ich nicht voraus zu schauen, aber ein Hub von gut 400 Punkten im DAX wäre ja schon mal was. 😉 Sollte die 200 Tage Linie nach oben durchschlagen werden, könnte man die Stops etwas unter die 200 Tage Linie nachziehen und wäre damit mit seinen Long-Positionen in der Komfortzone.

Rein rechnerisch ergibt sich mit einer derartigen Strategie im DAX bei aktuell 5970 Punkten ein Risiko von 220 Punkten nach unten und eine realistische Chance von 430 Punkten nach oben. Ich bin derzeit genau für diese Strategie aufgestellt, aber primär nicht in den Indizes, sondern in ausgewählten Einzelaktien bzw Baskets.

Im Folgenden möchte ich Ihnen daher 2 meiner eher konventionelleren Baskets aufzeigen, mit denen ich eine derartige Strategie spielen werde. Das ich daneben aktuell auch mit den drei Themenbereichen die ich gestern nannte, plus mit einigen exotischeren Themen im Markt bin, hatte ich ja schon kommuniziert. Meine gesamte, komplexe Aufstellung inklusive integrierter Short-Positionen als Hedge hier zu kommunizieren, würde nur endlose Erklärungen erzwingen und macht für mich keinen Sinn, zumal ich meine Aufstellung vielleicht schon eine Stunde nach dem Artikel dann wieder ändere und mich eine Kommunikation darüber nur behindern würde.

Deshalb hier nur ein Ausschnitt aus dem konventionellen Ansatz meiner Strategie. Diese Strategie mit Baskets verwende ich, weil ich einerseits Stockpicking betreibe und mir nicht einen ganzen Sektor ins Depot legen will, denn dann hätte ich auch die faulen Eier im Korb. So finde ich den Stahlsektor zum Beispiel nun interessant, will aber auf keinen Fall Thyssenkrupp im Depot haben. Andererseits will ich mein Kapital pro Thema aber nicht nur an eine Aktie hänge, dafür ist mir das individuelle Risiko dann zu hoch, in ein bisher unbekanntes singuläres Problem genau diesen Titels zu laufen. Für mich persönlich haben sich solche 3-er Baskets bewährt, die sind für mich überschaubar, selektiv und bieten trotzdem eine gewisse Risiko-Diversifizierung. Stops für die Einzelaktien müssen natürlich für jede Aktie individuell ermittelt werden, DAX 5750 und S&P500 1240 können nur als grobe Referenz dienen, denn jeder Titel hat seine individuellen Besonderheiten.

Basket 1 Euro - Deutsche Automobilzulieferer : Leoni (WKN 540888), Continental (WKN 543900) und Rheinmetall (WKN 703000). Alle drei Aktien muss ich wohl nicht mehr gross vorstellen, bei Leoni vielleicht noch der Hinweis, dass es zuletzt signifikante Insiderkäufe gegeben hat. Das Rheinmetall ein "Zwitter" ist und zur Hälfte im Rüstungsgeschäft beheimatet, dürfte Lesern dieses Blogs ebenso bekannt sein, wie die Tatsache, dass sich Leoni mit seinen Kabeln auch in der Flugzeugindustrie tummelt. Aber alle drei Aktien dieses Baskets sind für mich attraktiv bewertet, haben ein fähiges Management, gefüllte Auftragsbücher und technologisch jede Menge zu bieten. Was will man mehr ? 😉 Bei aller positiven Erwartung erinnere ich aber ausdrücklich daran, dass alle drei Aktien beim Lehman-Tief auf ca. 50% des heutigen Niveaus oder noch tiefer (Leoni) notierten. Unterschätzen Sie also nicht den Hebel den diese Aktien in beide Richtungen haben, deswegen sind Stops hier unbedingte Anlegerpflicht !

Basket 2 US Dollar - US Tech Bluechips: Broadcom (WKN 913684), Cisco (WKN 878841) und Apple (WKN 865985). Alle drei Aktien dürften bekannt sein, alle drei sind Weltmarktführer in ihrem Segment, Broadcom bei Kommunikationschips und Cisco im Netzwerkbereich. Alle drei sind in der Korrektur zurück gekommen, alle drei mit KGVs um die 10 fair bewertet und mit randvollen Patentportfolios und langen Pipelines attraktiver neuer Produkte in Entwicklung. Was immer in der Welt passiert, ich gehe davon aus, dass die Produkte dieser drei Unternehmen weiter laufen werden. Aber auch hier gilt natürlich, Absicherung gegen Absturz ist trotzdem zwingend notwendig ! Ich neige bei diesen Stops dazu, diese in USD auszurechnen und die Aktien auch in USD zu halten. Ansonsten könnte eine merkwürdige Währungsbewegung im EURUSD Verhältnis für einen getriggerten Stop oberhalb der eigentlich gewollten Marke sorgen.

Vergessen Sie bitte nicht, Charttechnik und Stopmarken machen in der Regel nur am (liquidesten) Heimatmarkt Sinn, ein Bruch einer Chartmarke der Allianz in mongolischer Landeswährung ist schlicht völlig bedeutungslos ! Vor diesem Hintergrund sind technische Analysen von US Aktien in Euro, die man verschiedentlich so in den Medien sieht, für mich das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben werden. Aussagekräftig sind technische Analysen nach meiner Ansicht nur, wenn die Aktie auch die Mehrheit des Handelsvolumens in der analysierten Währung abwickelt !

So weit ein kleiner Einblick in meine "Basket-Strategie", zum Schluss noch einmal ein paar eindringliche Worte, vielleicht nervt es Sie, aber ich glaube es kann gar nicht oft genug gesagt werden:

Die Grosswetterlage an den Börsen ist nun einmal so undurchsichtig und politisch beeinflusst, wie sie ist. Auch wenn es uns nicht gefällt, haben wir keine Wahl. Insofern gibt es für einen kurz- und mittelfristig orientierten Anleger in meinen Augen derzeit zwei vernünftige Alternativen: Man spielt entweder auf Sicherheit und ist aktuell an der Seitenlinie bis sich ein neuer Trend etabliert, oder man ist im Markt, aber sehr kontrolliert und gut abgesichert - wohl wissend, dass Stops auch sehr dumm ausgelöst werden können. Lieber unnötige 5% Minus wegen eines blöd getriggerten Stops, als ungebremst in ein Lehman II Szenario geraten, sollte in meinen Augen das Motto sein. Denn Erfolg ist nur möglich, wenn man auch Morgen noch genügend Kapital hat, um neue Chancen zu ergreifen. Hört sich trivial an, wird aber gerne mal vergessen. 😉

Wofür aber in diesem politischen Markt überhaupt kein Platz sein sollte, sind ungesicherte Positionen nach dem Prinzip Hoffnung, frei nach dem Satz "der Markt sollte doch mal langsam drehen". Was er "sollte", hat Mr. Market noch nie wirklich interessiert und Leichen ausgebombter Anleger pflastern seinen Weg - gehören Sie bitte nicht dazu !

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Hari´s Märkte am Abend – 04.06.12 – ARD zitiert Mr-Market, Soros über Ökonomie

22 Uhr - Handelsschluss

Nach Handelsschluss noch zwei Hinweise. Alles was ich zur Grosswetterlage an der Börse derzeit wichtig finde, hatte ich ja schon heute Mittag -> hier <- geschrieben.

Der Markt hat bis Handelsschluss auch nichts gemacht, was diese Einschätzung von heute Mittag in Frage stellt. Die Stabilität und Stärke bei den Goldminen ist nach dem Freitag mit 6% Anstieg für mich erneut eindrucksvoll. Selbst ein 2% Rückgang wäre heute nur normal gewesen, aber selbst das wollte der Markt scheinbar nicht mehr zulassen und produzierte sogar 1,6% Plus und einen Schlusskurs auf Höchststand im GDX.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie man eine Sache auch immer ganz anders sehen kann. Schauen Sie auf -> diesen <- Chart der fröhlichen Perma-Bären bei "Slope of Hope". Die Zukunft wird zeigen wer richtig liegt, bei aller positiver Erwartung kann jeder Trade fehlschlagen und ich respektiere daher meinen Stop bei aktuell 41 USD für den GDX.

(1) ARD-Börse zitiert Mr-Market

Lars Röhrig von Investorsinside.de hat mich heute dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht, dass ich zum Thema meines Artikels zu -> Gold und Goldminen <- nun auch von der ARD Börse direkt zitiert wurde und sich sogar ein Satz meines Artikels ("In der Sekunde, in der die grottenschlechten Daten ...") weiter unten fast wörtlich im ARD Artikel wiederfindet. Ohne diesen Hinweis hätte ich es mangels Backlink nicht bemerkt. Scheinbar lesen Redakteure der ARD-Börse hier im Blog mit, sehen Sie -> den Artikel der Börse.ARD hier <-.

Das ist an sich ja erfreulich und das direkte Zitat mit meinem Namen und dem Namen des Blogs ist auch journalistisch in Ordnung. Wer mich also finden will, kann das auf diese Art und Weise. Es ist erfreulich, wenn auch die öffentlich rechtlichen Medien sich qualifizierten Input nicht nur von den immer gleichen Personen holen. Insofern begrüsse ich die mitlesenden Redakteure hier unbekannterweise ganz herzlich im Blog ! Über den Satz zum Thema "grottenschlechte Daten" weiter unten im Artikel, lege ich mal wohlwollend den Mantel des Schweigens, das kommt im Eifer des Gefechts vor.

Weniger erfreulich finde ich aber, dass sich die Redakteurin Frau Göpfert scheinbar nicht zu einem direkten Link auf Mr-Market.de aufraffen konnte. Ich weiss nicht woran das liegt, vielleicht ist es auch nicht ihre Entscheidung, sondern generelle Politik der ARD Online Redaktion, ich kann da nur raten. Ich hoffe aber sehr, dass der Grund nicht eine Art von "Search-Engine-Optimierung" ist, also der Versuch abfliessende Links zu vermeiden, um den Pagerank der eigenen Seite hoch zu halten.

Denn wenn das der Grund wäre, wäre das in meinen Augen unklug, denn so funktioniert das Web schlicht nicht und Googles Algorithmen übrigens auch nicht ! Darüber hinaus wäre es zu bedenken, dass es für viele Blogger schlicht unhöflich ist, fremden Content zu verwenden, ohne selber für eine offene Verlinkung zu sorgen.

Seriöse Blogger - wie auch ich mich sehe - bemühen sich intensiv, Zitate anderer Seiten durch einen entsprechenden Link zu untermauern und so der Quelle auch zu einer fairen Aufmerksamkeit zu verhelfen - wenn man den Inhalt schon für sich selber nutzt. Aber auch die professionelle Presse hält sich überwiegend an dieses ungeschriebene Gesetz des Web, wenn ich zum Beispiel von der Chefredaktion des Handelsblatts den täglichen Newsletter bekomme, sind kommentierte Zitate und Verweise in der Regel mit einem Link auf den Originaltext versehen, so wie es sich gehört. Warum das für die ARD-Börse nicht gelten soll, erschliesst sich mir ebensowenig, wie anderen namhaften Bloggern, denn das ist für mich schlicht eine Frage von "Geben und Nehmen".

Insofern liebe Frau Göpfert, fände ich eine Nachbesserung nur fair. Alternativ steht die Kommentarfunktion dieses Blogs für eine Klarstellung bereit, warum diese Verlinkung nicht erfolgte. So könnte man negativen Interpretationen gleich die Grundlage zu entziehen.

(2) George Soros redet über Ökonomie und den Euro

Hedgefond Legende und Milliardär George Soros hat letzten Samstag auf dem "Festival of Economics" in Trento Italien gesprochen. Wer bei Mr-Market schon länger mitliest, weiss ja, wie despektierlich ich mich hier schon mehrfach zur klassischen ökonomischen Theorie geäussert habe, insbesondere zur "Efficient Market Hypothesis".

Die vollständige Rede von George Soros können Sie -> hier <- auf der offiziellen Website von George Soros nachlesen. Ich rate unbedingt dazu diese Zeit zu investieren, es sind spannende Einsichten eines Marktprofis. Wer den Markt wirklich verstehen will und seine Performance verbessern, sollte sich nach meiner Ansicht unbedingt mit diesen Gedanken rund um die "Reflexivität" des Marktes vertraut machen, das ist in meinen Augen bedeutender, als manch bunte Linie in Charts. Ich habe das, wie Sie wissen, immer die "Selbstbezüglichkeit" des Marktes genannt, was nur zwei verschiedene Worte für die identische Sache sind.

Auch seine bekannte Sicht zur Eurokrise erläutert Soros übrigens umfassend. Ich teile diese Sicht nur bedingt, weil Soros - wie er ja selber zugesteht - hier auch politische Ansichten und Annahmen einfliessen lässt, die ich nicht vollständig teile. Er umschifft in seiner Argumentation in meinen Augen auch die Frage, was die Ursache der Ungleichgewichte ist, denn diese sind nicht erst durch den Euro entstanden. Und nur wenn man die Ungleichgewichte beseitigt, kann abseits kurzfristiger "weisser Salbe" langfristige Stabilität entstehen. Trotzdem ist es für uns alle wertvoll, seine Argumentation zur Euro-Krise mal vollständig zu lesen und nicht nur in abgehakten und entstellenden Bruchstücken in der normalen Presse. Und im Grossen und Ganzen empfinde ich seine Sicht als eine kompetente Analyse der derzeitigen Krise, weit kompetenter und tiefgehender, als was man gemeinhin so von der Politik zu hören bekommt.

Mir hat die Rede nicht nur gut gefallen, sondern auch neue Einsichten verschafft. Ich wusste gar nicht, dass ich George Soros in Sachen Ökonomie voll auf meiner Seite habe. 😉 Ich erlaube mir mal ein Zitat als Appetizer:

-> "I believe that the failure (Anmerkung: of economic theory) is more profound than generally recognized. It goes back to the foundations of economic theory. Economics tried to model itself on Newtonian physics. It sought to establish universally and timelessly valid laws governing reality. But economics is a social science and there is a fundamental difference between the natural and social sciences. Social phenomena have thinking participants who base their decisions on imperfect knowledge. That is what economic theory has tried to ignore." - George Soros

Viel Spass beim lesen, es lohnt sich wirklich, auch wenn es nicht immer "leichter Stoff" ist ! Wer ernsthaft an den Märkten unterwegs ist, kann von dieser Rede nur profitieren.

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Hari´s Wochenausblick – 04.06.12 – Politische Funkstille

13 Uhr

Wie Sie letzte Woche an meinen drei Marktupdates bemerkt haben, war ich doch recht präsent an den Märkten, habe es aber trotzdem etwas langsamer angehen lassen.

Deswegen möchte ich den ersten grösseren Beitrag der Woche heute einmal für das grössere politische Bild nutzen und Ihnen am Schluss drei Marktsegmente nahelegen, in denen ich mich aktuell, trotz aller Sorgen um die Euro-Zone, vergleichsweise wohl fühle. Bemerkenswert ist vielleicht auch, dass ich meine bisher negativen Markterwartungen mit dem heutigen Tag leicht aufhelle. Dieser Beitrag ersetzt heute die Märkte am Abend um 22 Uhr, die nur erscheinen, falls sich am Markt heute noch etwas grundsätzlich neues oder besonders bemerkenswertes ereignet.

Zunächst zur Grosswetterlage.

Der nun über Wochen andauernde Absturz der Märkte ohne echte Gegenwehr liegt nach meiner Ansicht im Wesentlichen an einem Grund: Der Unsicherheit um die Zukunft der Eurozone. Und diese eskaliert nur deshalb so sehr, weil Politik und Notenbanken seit Wochen keine Anstalten machen, durch klare Signale dem Markt "Futter" für Hoffnung zu liefern. Eine Führung der Eurozone ist nicht mehr sichtbar, wie sie noch zu Zeiten "Merkozy" durchaus Eindruck auf die Märkte gemacht hat. Mr. Market kommt mit fast allem gut klar, auch mit schlechten Nachrichten, aber Unsicherheit und Unklarheit hasst Mr. Market wie die Pest !

Der Grund für die "politische Funkstille" dürfte in dem Powerplay liegen, dass derzeit um die Zukunft Europas läuft und auf allen Kanälen ausgetragen wird. Die südlichen Länder haben ein Interesse daran, so schnell wie möglich die nördlichen Länder - vor allem Deutschland - zu einer unbeschränkten, gemeinschaftlichen Haftung zu veranlassen. Denn das erspart den Südländern manche Schmerzen und verschafft schnelle Linderung. Gerne wird dafür auch die mediale Unterstützung aus der Obama Administration angezapft, der es aber auch nicht um die "richtige" Lösung für Europa gehen dürfte, sondern nur darum, kurzfristig brauchbare Wirtschaftsdaten in den US vorzuweisen, deren Fehlen die eigenen Wiederwahl massiv gefährden. Insofern sind Aussagen der Obama Administration zu Europa in meinen Augen höchst eigennützig und ohne Wert für Europas grundlegende Fragen.

Umgedreht ist genau die unbeschränkte Haftung ohne Durchgriffsrechte gegen das Interesse der nördlichen Länder und das gilt nicht nur für Deutschland. Hollande wurde das beim letzten EU Gipfel ja eindrucksvoll vorgeführt, als eine Reihe kleinerer Länder weit aggressiver als Deutschland gegen Euro-Bonds argumentierten.

Die Wahl in Frankreich hat diesen Schwebezustand verschärft, weil die vertraute Eintracht Merkozys nun Geschichte ist und Hollande sich an der Realität erst die Hörner abstossen muss. Bis zur Parlamentswahl am 17.06. ist von der Seite wenig Realitätssinn zu erwarten. Ganz typisch für ihren Stil, hat sich Frau Merkel scheinbar dafür entschieden, Hollande erst einmal gegen die Wand laufen zu lassen und verhält sich bewusst passiv, bis die Märkte Frankreich die Grenzen aufgezeigt haben. Die Schweigsamkeit aus Deutschland in Sachen Europa ist doch aktuell mit den Händen zu greifen und steht im krassen Gegensatz zur Merkozy Ära. Taktisch und machtpolitisch ist das wohl eine gute Strategie Merkels und so hat sie ja schon einige Männer ins Leere laufen lassen, die zunächst mit grossen Ankündigungen starteten.

Für die Märkte ist diese Strategie aber Gift, denn so frisst sich die Unsicherheit durch. Am Ende ist völlig unklar, wie dieses Powerplay ausgeht. Trotz allem bin ich mir einer Sache höchst sicher: Staaten wie Notenbanken werden die Eurozone nicht einfach ins Chaos abgleiten lassen, dafür steckt zuviel politisches Kapital in dem Projekt. Es wird daher nach meiner Ansicht mit grosser Wahrscheinlichkeit einen neuen massiven Rettungsversuch geben. Und der Zeitpunkt dafür dürfte nicht mehr zu weit entfernt sein, ich reche im Juni fest mit massiven Interventionen, vielleicht schon diese Woche.

Schaut man sich die überverkaufte, ja teilweise panische Lage der Märkte an, dürfte eine derartige Aktion - gleich welchen Inhalts - zu einem brutalen Shortsqueeze führen und den DAX um hunderte Punkte nach oben katapultieren.

Glaube ich, dass mit einer erneuten Intervention ala QE3 oder LTRO2 die grundlegenden Probleme gelöst werden können ?

Definitiv nein, die Lebenslügen des Euros bleiben bestehen und die Scheerkräfte die aus den unterschiedlichen Produktivitäten resultieren, werden weiter wachsen und letztlich zum Zerfall des Euro führen, wenn nicht schnell eine weit tiefer integrierte und homogenere Wirtschaftszone entsteht, was wohl nur höchst undemokratisch möglich wäre und deswegen sehr unwahrscheinlich ist. Aber für eine mehrmonatige Beruhigung bis zur US Wahl könnten Massnahmen ala LTRO sehr wohl sorgen. Das sollte man nicht unterschätzen, wenn man nun nur noch schwarz sieht, weil man sich zu sehr von der allgemeinen Stimmung anstecken lässt.

Wichtig ist auch zu sehen, dass aufgrund der grossen Abhängigkeit von Interventionen der Notenbanken und Politik, technische Marken in ihrer Aussagekraft weiter deutlich herab gesetzt. Auch der bedeutende Bruch der 200 Tage Linie, der heute letztlich technisch bestätigt wurde, sollte in meinen Augen zwar ernsthaft zur Kenntnis genommen, aber auch nicht überbewertet werden. Derartige Indikatoren sind dann sehr mächtig und verlässlich, wenn der Markt ruhig "im eigene Saft" schwingt. Das ist aber aktuell definitiv nicht der Fall, wir befinden uns in historisch unerforschten Gewässern.

Stellen Sie sich alleine vor, morgen würde es von Seiten Merkel Signale geben, dass man dem Gedanken einer Bankenunion - also einer Vergemeinschaftung der Banken-Risiken - aufgeschlossen gegenüber sei. Ich gehe fest davon aus, dass der DAX dann innerhalb 48 Stunden wieder bei 6400 stehe würde. 200 Tage Linien interessieren dann niemanden mehr. Bedenken Sie also dieses massive "Headline-Risiko", wenn Sie aktuell rein aufgrund technischer Signale agieren wollen. Das bedeutet nicht, dass die Signale wertlos wären, man sollte nur wissen wo die Grenzen der Methode in einer historisch so einmaligen Lage wie aktuell sind.

Auch statistisch ist das leicht zu verifizieren, betrachtet man die 200-Tage-Linie 10 Jahre im Tageschart zurück bis 2002 und zählt die Fälle, in denen die Linie wie aktuell von oben geschnitten wurde, hatten wir:

  • 3 signifikante Fälle, in denen ein Bruch der 200-Tage-Linie eine neue signifikante Baisse ankündigte. Und zwar 02/02, 01/08 und 08/11.
  • aber auch 5 Fälle, in denen ein Bruch der 200-Tage-Linie um mindestens 100 Punkte trotzdem innerhalb weniger Tage und Wochen zum Fehlsignal wurde. Und zwar 08/04, 06/06, 05/10, 08/10 und 03/11.

Bei aller Bedeutung, die auch ich einem solchen Bruch der 200-Tage-Linie beimesse, sollte man also nicht glauben, hier nun einen Indikator zu haben, dem man blind folgen kann. So einfach macht es einem Mr. Market nie, wäre es anders, könnte jeder an der Börse reich werden.

Insofern wird es in meinen Augen nun zunehmend riskant auf der Short-Seite zu stehen bzw gar nicht im Markt investiert zu sein. Umgedreht sind aggressive Long-Wetten gegen den Trend immer noch Harakiri und Kapitalerhalt die erste Anlegerpflicht, denn das Risiko eines echten Zusammenbruchs der Märkte ist nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem glaube ich, dass man nun auch mal langsam wieder in "Chancen" denken darf, solange man für sachgerechte Absicherung der Position sorgt.

Sie wissen, dass ich seit Ende März hier im Blog immer wieder eine Tendenz zu weiter fallenden Kursen kommuniziert habe, die sich eindrucksvoll bestätigt hat. Falsch lag ich nur beim Ausmass der Bewegung, denn das wir nun sogar unter 6000 schauen, hatte ich Ende März nicht auf dem Radar, 6400 und maximal 6200 waren aber sehr wohl auf meinem Radar, wie Sie als regelmässige Leser wissen.

Es sei hiermit vermerkt, dass sich diese bärische Tendenz bei mir nun langsam wendet ! Ich kann mir noch gut vorstellen, dass der DAX kurzfristig noch die 5800 testet und der S&P500 die 1250, spätestens dann steigt aber die Wahrscheinlichkeit eines massiven Bounce erheblich. Schon aktuell habe ich eine leichte Tendenz zu höheren Kursen im Juni, sozusagen 60:40 für Long-Positionen bis Ende Juni.

In dieser unklaren Lage zwischen Chancen und "Crash-Risiken" muss jeder seinen eigenen Weg finden, der zum eigenen Risikoprofil passt. Für Marktteilnehmer wie mich, die den Markt permanent im Auge haben, sind gut abgesicherte Long-Positionen nun durchaus denkbar und bergen teilweise interessante Chancen. "Otto-Normalanleger" der nicht schnell genug reagieren kann, wenn der Markt dann doch gegen ihn läuft, sollte wohl besser komplett an der Seitenlinie stehen, bis sich wirklich ein neuer Trend etabliert hat. Denn auch 40% sind ziemlich wahrscheinlich. 😉

Fazit:

Ich gehe fest von massiven Interventionen der Politik und Notenbanken im Juni aus. Egal was der Inhalt ist und egal ob diese Interventionen langfristig irgend etwas lösen, haben sie das Potential den Markt in einem gewaltigen Short-Squeeze nach oben zu drücken. Der Zeitpunkt ist aber unklar und bis dahin dürfte der Abwärtstrend erhalten bleiben.

Bedenken Sie auch, dass die Reihenfolge fast immer ist: der Markt dreht massiv und die guten Nachrichten kommen dann hinterher. Die Fähigkeit Mr. Markets Trendwenden in der realen Welt frühzeitig zu erahnen, ist ungebrochen, was schon alleine daran liegt, dass es eben sehr viele smarte "Defacto-Insider" gibt, die so nah an Politik und Institutionen dran sind, dass sie viele Entscheidungen erahnen können.

Insofern kann ich nur raten, die europäischen Banken, zb in Form des ETF iShares Eurostoxx Banks (WKN 628930) genau im Auge zu behalten. So wie der ETF den Absturz der Weltbörsen seit Mitte März vorweg genommen hat, könnte ein deutliche Stabilisierung dort ein Signal sein, dass der breite Aktienmarkt auch nicht mehr weit von einem Boden entfernt ist.

Nach Betrachtung all der Probleme, will ich deshalb heute auch einmal Marktsegmente auflisten, die nach meiner Ansicht im positiven Sinne einen Blick wert sein könnten, gerade auch mitten in der Krise:

(1) Gold und Goldminen habe ich hier ja zu genüge thematisiert. Wenn man sich einen Stop unter die Tiefs von Mitte Mai legt, ist man sauber abgesichert und kann entspannt verfolgen, ob sich die Trendwende weiter materialisiert. Auch Silber sollte profitieren, allerdings ist hier die Lage aufgrund der Funktion von Silber als Industriemetall komplizierter, weswegen ich bei Silber zwar grosse Chancen aber auch grössere Unsicherheit ob der weiteren Entwicklung sehe.

(2) US Industrieaktien profitieren von einer anlaufenden neuen Industrialisierung der USA, die unter anderem von billigem Erdgas befeuert wird. Aber auch der starke Dollar hilft, die Einfuhren in die US zu verbilligen. Die ideale Aktie erzielt also ihre Umsätz primär in Dollar (ist also von der Konjunktur in Europa wenig abhängig) und bezieht gleichzeitig viele Vorprodukte aus Übersee, die nun durch den aufwertenden Dollar billiger werden und/oder profitiert von den niedrigen Energiekosten.

(3) Internationale Bluechips für Grundbedürfnisse , also beispielsweise Titel wie Nestle (WKN A0Q4DC), Unilever (WKN A0JMZB), Johnson&Johnson (WKN 853260) oder Roche (WKN 851311) , profitieren davon, dass bei sich weiter verschärfender Krise, genau diese Titel die idealen "Wertaufbewahrungs-Container" sind, mit denen man Kapital vor Totalverlust und Bankrun schützen kann. Schon jetzt halten sich diese Aktien ausgezeichnet, bei Verschärfung der Krise dürfte der Vorteil dieser Aktien weiter wachsen. Nur wer daran glaubt, dass sich die Krise bald in Luft auflöst, kann in meinen Augen auf derartige Depotpositionen verzichten.

Mit Titeln aus diesen drei Segmenten, fühle ich mich persönlich auch mitten im aktuellen Absturz sehr wohl. Verbunden mit genügend Cash, kann ich die aktuelle Lage so vergleichsweise entspannt betrachten. Sobald Anzeichen für eine Intervention der Politik und Notenbanken auftauchen, wird der freie Cash dann in die "üblichen Verdächtigen" im konjunktursensiblen Bereich der Autos, Rohstoffe etc investiert, die in den vergangenen Wochen ja genügend verprügelt wurden.

So weit mein grobe Strategie zur aktuellen Lage. Ich hoffe, ich war ein wenig hilfreich. Sollte sich heute noch etwas bedeutendes ereignen, kommt noch ein Marktupdate um 22 Uhr. Ansonsten wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Tag !

Ihr Hari

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Marktupdate – 01.06.12 – Gold und Goldminen haussieren !

18 Uhr

Der heutige, denkwürdige Tag erfordert ein weiteres kurzes Marktupdate - Urlaub hin oder her. 😉 Denn Gold und Goldminen legen heute eine gewaltige Rally hin.

Gold (XAUUSD) ist aktuell (18 Uhr) 3,4% im Plus, die Goldminen (ETF GDX) sogar 6,5% im Plus !

Sie wissen aus diversen Artikeln der letzten Wochen, wie oft ich diese Wende bei den Goldminen hier zum Thema gemacht habe und Sie wissen auch, dass ich signifikant Long im Goldminen-Sektor bin. Dieser Tag zaubert mit daher ein Lächeln auf das Gesicht, welches um so breiter wird, wenn man sich beim GDX die perfekte Umkehrformation auf dem Stundenchart anschaut, die in jeder Hinsicht klassisch und voller Symmetrie ist.

Schauen Sie auch auf das Volumen bei den Ausbrüchen des GDX nach oben, auch darüber hatte ich schon geschrieben und auch dieses Volumen impliziert, dass hier "Big Money" seinen Fuss nun massiv in den Sektor stellt. Ich habe den Stop meiner Position heute auf 41 USD nachgezogen.

Auslöser dieser brutalen Bewegung des heutigen Tages waren die US Arbeitsmarktdaten. In der Sekunde, in der die grottenschlechten Daten um 14.30 Uhr über den Ticker gingen, sprang Gold an. Neben markttechnischen Argumenten, gibt es dafür in meinen Augen nur eine Erklärung: Der Goldmarkt preist nun weitere geldpolitische Lockerungsmassnahmen ala QE3 der FED ein !

In der Vergangenheit hat der Goldmarkt schon öfters derartige FED Massnahmen ein paar Tage vor dem breiten Aktienmarkt "gerochen". Insofern wäre ich nun nicht überrascht, wenn wir auch am Aktienmarkt in den nächsten Tagen/Wochen einen dramatischen Short-Squeeze erleben, der durch Gerüchte um Notenbank-Massnahmen ausgelöst wird.

Ob und wann der aber kommt ist unvorhersehbar, das kann bis nach der Griechenland-Wahl dauern und es ist bis dahin durchaus denkbar, dass wir im S&P500 noch die 1250 testen, was uns im DAX bis 5800 treiben sollte. Da mir das Risiko eines solchen Short-Squeeze nun aber langsam zu heiss wird, habe ich meine Short-Positionen in den breiten Indizes heute glatt gestellt. Auch bei Shorts gilt halt die Regel "Vom Aufhören wenn es am Schönsten ist". 😉

Insofern bleibt es bei dem, was ich hier seit Wochen gebetsmühlenartig schreibe: Kapitalerhalt ist das Gebot der Stunde. Und wenn ich mich in solchen Phasen auf der Long-Seite exponiere, dann nur in Segmenten des Marktes, die eindeutig in einem bullischen Trend sind.

Ihr Hari

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Marktupdate – 01.06.12 – DAX durchbricht 200 Tage Linie

11 Uhr

Auch im "Urlaub" will ich meine Leser an solchen Wegscheiden nicht ganz alleine lassen. Deshalb ein kurzes Marktupdate Stand 11 Uhr am späten Vormittag des 01. Juni.

Meine tendentiell skeptische Sicht zum Markt hat sich nun bewahrheitet, heute haben wir auch im Tageschart des DAX die 200 Tage Linie nach unten geschnitten. Und die "Box" die ich vor einer Woche -> hier <- skizzierte, wurde nach unten aufgelöst.

Ein Bruch der 200 Tage Linie im Tageschart ist ein bedeutendes Signal, allerdings ist es keinesfalls so, dass man daraus zwingend weitere Abstürze ableiten könnte. Auch dieser Bruch muss erst (am Montag) bestätigt werden. Schon oft ist es vorgekommen, dass Big Money derartige Brüche von Trends nutzte, um dann Stops abzugreifen, nur um den Markt dann kurz danach in die Gegenrichtung zu drücken.

Sollte aber dieser Bruch der 200 Tage Linie bestätigt werden, ist das ein bedeutendes Signal, das unseren Blick weiter nach unten richten könnte.

Insofern wäre es nun gut für die Bullen, wenn wir schnell wieder über die 200 Tage Linie drehen. Dafür haben wir heute zwei erhebliche Katalysatoren, die US Arbeitsmarktdaten um 14.30 Uhr und den US ISM Herstellungsindex um 16 Uhr. Historisch war es so, dass sehr schlechte Arbeitsmarktdaten nach einem kurzen Gap nach unten oft noch am gleichen Tag zu einer Rally geführt haben. Auch heute ist das möglich, da damit aus Sicht des Marktes ein QE3 in der Juni Sitzung der FED wahrscheinlicher würde.

Sollten aber weder die Daten heute, noch der Montag zu einem Rebound über die 200 Tage Linie führen, sollte man bis zur Wahl in Griechenland am 17.06.12 wohl von noch tieferen Kursen ausgehen. Mit der Wahl und den politischen Reaktionen darauf, dürften die Karten dann wohl ganz neu gemischt werden.

Ihr Hari

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