Hari Live Stream 27.09.21

Das umfallende Lastenfahrrad ZH2

Die Aufwärtsbewegung im "V" ist weiter aktiv, die vorbörsliche Stärke wurde wieder abverkauft, ich sehe aber Stand Handelsbeginn noch nicht, was man da groß hineininterpretieren müsste. Wie ich im Wochenausblick schrieb, wäre eine Seitwärts-Abwärts-Konsolidierung in den ersten Tagen der Woche keine Überraschung, bevor es dann am Ende der Woche mit dem Quartalswechsel wieder bullischer wird.

Zu Evergrande gibt es -> Hoffnungen auf geordnete Abwicklung <-, aber wie ich im Video deutlich erklärt habe, würde es nur vom Wesentlichen ablenken uns zu stark damit zu beschäftigen.

Falls Evergrande eskaliert, werden wir das in Kursen und Indikatoren nicht übersehen können, die fundamentale Lage ist im chinesischen, regulativen Dickicht sowieso von außen nicht kompetent einzuschätzen, warum also Energie auf Gegrübel verwenden, das letztlich doch unproduktiv bleiben muss?

Bis auf weiteres ist Evergrande einfach einer dieser unzähligen Ängste die es im Markt immer gibt und die typischerweise eine "Wall of Worry" treiben. Daneben haben wir weiter das Debt-Limit der US als wichtige Frage oder die Zinsentwicklung und Inflation, die auch Aufmerksamkeit ziehen.

Was dagegen im (aus Sicht der Wallstreet) fernen Berlin gerade passiert und nicht einmal bei DAX und Co. für große Bewegungen gut ist, bedeutet für die Wallstreet heute nur den berühmten, umfallenden Sack Reis. Wobei das Bild ja nicht passt, bei uns wird kein Reis angebaut, sagen wir also lieber das umfallende Lastenfahrrad. 😛

Det is eben Demokratie

Drei eher erheiternde, aber irgendwie doch auch bezeichnende Beobachtungen zur Bundestagswahl will ich noch loswerden.

Da haben wir -> hier am Ende des Artikels <- den Polit"wissenschaftler" Marc Debus, der uns "auf der Grundlage eines Datensatzes, der alle Koalitionsbildungsprozesse in Bund und Ländern seit 1990 umfasst" nun medial erklärt, dass "sich derzeit im Bund eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent für eine Ampel-Koalition und von 29 Prozent für eine Jamaika-Koalition“ ergibt. Und - hoho - in die Berechnung fließen unter anderem programmatische Differenzen und die parteispezifische Bedeutung dieser Politikfelder ein.

Muss ich jetzt wirklich auseinander dividieren, wie absurd das Ganze ist, wie schon die Annahmen dazu grundfalsch sind und warum ich dazu "Wissenschaft" in Anführungszeichen setze? Da halte ich es doch lieber mit Hari Seldon, dem war wenigstens klar, dass das Auftreten einer mächtigen Einzelperson alles auf den Kopf stellen kann und er hat dafür Vorkehrungen getroffen. 😉 (Siehe "The Mule / Der Fuchs")

Auf jeden Fall bestätigen mir solche Statistik-Spielereien im Deckmantel der Wissenschaft immer wieder, warum es dem Land gut täte mehr Professuren im Bereich MINT zu haben und weniger in Soziologie und Politikwissenschaft. Die Entwicklung ist aber andersherum, auch weil die Abschlüsse in Letzteren viel einfacher zu erlangen sind.

Ein weiterer Fall für Erheiterung oder auch Tränen über die Demokratie entstand heute, als ich in Foren gesehen habe, wie viele FDP- oder Grünen-Wähler sich schon im Vorfeld der Koalitionsgespräche bitter darüber beklagen, dass sie ja das Eine gewählt hätten und nun das Andere bekommen würden. Wenn das keine bewusste Desinformation im Lagerkampf darstellt und das echte Wähler der Parteien sind muss man fragen: Hallo, auf welchem Planeten wohnt ihr eigentlich?

Es war immer völlig klar, dass bei fast allen realistischen Szenarien Grüne und FDP werden zusammengehen müssen. Schwarz-Gelb war immer ebenso unrealistisch wie Rot-Grün. Was haben diese Wähler also erwartet und wo liegt das Problem? Repräsentative Demokratie bedeutet eben Kompromisse, wenn es den Parteien gelingt einen klaren Fußabdruck in einer Koalition zu hinterlassen, haben sie genau das geleistet was möglich ist.

Und zu guter Letzt kann einen wirklich zur Demokratie frustrieren, wenn man wieder erlebt, wie ahnungslos die Wähler selbst bei den Grundlagen in Mehrheit sind. Gefühlt locker 50%, wenn nicht mehr, gehen zum Beispiel davon aus, dass hier tatsächlich ein Bundeskanzler gewählt wurde, natürlich befeuert von den Pseudo-Titeln ohne jede Substanz wie "Vize-Kanzler" oder "Kanzlerkandidat".

Gewählt wurden aber nur Abgeordnete und wenn jetzt bei der Union Söder die Verhandlungsführung übernehmen würde und Jamaika schmieden kann oder Kühnert bei der SPD die Führung übernimmt und ihm eine Ampel gelingt, werden halt die jeweils zum Bundeskanzler gewählt. Auch Friedrich Merz kann noch Bundeskanzler werden, wenn ihm jetzt gelingt was er 2x vergeigt hat und die Macht in der CDU übernehmen könnte. Wenn ihn danach auch die Grünen zu lieben beginnen und es zu Jamaika kommt, wird er halt Bundeskanzler. Das ist extrem unwahrscheinlich, aber das Wahlergebnis gibt auch das her. Man sollte eigentlich meinen, dass die Wähler zumindest verstanden haben was sie wählen, aber bei einer gefühlten Mehrheit ist auch das dermassen "Pustekuchen", dass man schon immer wieder heulen könnte.

Demokratie ist halt einfach die beste aller schlechten Staatsformen und unser Mitglied "TomJoel" hat -> hier <- dazu treffend Karl Popper zitiert:

Wir hatten doch hier letztens von Karl Popper das Werk "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde". Da führt er aus, dass es letztlich keine Lösung für die optimale Regierungsform gibt, aber die Demokratie den entscheidenden Vorteil hat, Fehlentscheidungen ohne eine Revolution oder Blutvergießen zu korrigieren. Kann aber halt mal ein paar Jahre dauern.

So ist es und trotz all dieser Unzulänglichkeiten und der Unwissenheit der Einzelnen, hat diese Menge an Menschen doch wieder ein ganz sinnvolles Ergebnis produziert - det is es eben Demokratie! 😀

Fortgesetzter Renditenanstieg ZH3

In den US steigen die Renditen der Staatsanleihen weiter. Dahinter steht die Konkretisierung des Taperings durch Powell letzte Woche, nun rechnet der Markt mit einem Beginn vielleicht diesen November und der ersten Zinserhöhung Ende 2022.

Man sieht daran aber auch, wie locker man das nehmen kann, das wird jetzt halt eingepreist und dann ist es auch gut.

Denn falls das jemandem noch nicht klar ist, ein "Tapering" bedeutet nur, dass die Ankaufsrate der Anleihen - also die zusätzliche Liquidität - heruntergefahren wird. Eine echte Dämpfung wäre dann erst die Zinserhöhung, bis dahin haben wir aber vielleicht schon die nächste Krise, die dann wieder Stimulus erfordert. 😛

Ich persönlich rechne nicht damit, dass die Notenbanken aus dieser selbstverursachten Falle noch einmal herauskommen. Und wenn dann nur unter erheblichen Schmerzen, die das System schnell ins Wackeln bringen würden, das mittlerweile auf diesem Mechanismus fusst. Das wird niemand freiwillig wollen, also gilt "kicking the can down the road".

Charts des Tages ZH3

Rolls Royce (RR.)

Bei Rolls Royce läuft es plötzlich und eine gute Nachricht kommt zur Nächsten. Mit meinen ausführlichen Kommentaren zum -> Atomgewinner <- und -> Klein-AKWs <- haben wir den Ausbruch schön antizipiert.

Wenn es mal läuft dann läuft es halt und nun kommt auch noch ein -> Milliardenauftrag der US AirForce <- dazu und Daily und Weekly sehen nach weiteren 10% Plus heute wie folgt aus:

Öl&Gas ETF XLE

Der fossile Energiesektor nutzt sein Momentum, es gab in den letzten Wochen auch große Zuflüsse in die Fonds. Hier der ETF XLE mit den üblichen Verdächtigen wie Exxon (XOM).

Man beachte auch die poetisch-symmetrische iSKS Struktur, deren Measured Move im Bereich der Juni-Hochs liegt:

Affirm Holding (AFRM)

Was für eine riesige Schale! 😀 Übrigens, ein Volumenschub-Szenario:

Carnival Corp (CCL)

Die Touristiker allgemein und CCL speziell hatte ich ja schon auf dem Radar, so -> letzten Donnerstag <- mit der schlichten Frage: Kickoff?

Zwei Handelstage und rund 10% Plus später kann man nur grinsend sagen: Ja, Kickoff! 😀

FuelCell (FCEL)

Bei FCEL habe ich hier vor knapp zwei Wochen ausführlich einen -> ersten Volumenschub <- und damit ein Wendeszenario beschrieben.

Da war aber noch nicht ganz klar, ob das wirklich der Anfang einer großen Bewegung sein würde. Und die Kurse kamen auch erst einmal ein gutes Stück wieder zurück.

Heute mit erneut 10% Plus kann man das aber bejahen und wir sehen wieder, welche Chancen und welche rohe Gewalt in solchen "ersten Volumenschüben" steckt.

Das ist ein Muster das ich sehr mag, jetzt muss ich mir nun noch eine Abkürzung ausdenken (EVS?), die Parameter zum Durchhaken beschreiben und es dann als Trademark (tm) vermarkten. 😛

Zweites Schlachtfest ZH3 ZH4

Und wieder gibt es heute ein zweites Schlachtfest bei den Medizin-Aktien, insbesondere im Bereich Diagnostics und Tests. Die MarketMap zeigt das auch sehr deutlich;

Ein Zusammenhang zur Corona-Politik in den US ist wahrscheinlich, aber ich kann es nicht genau fassen. Wir sehen in den US einen scharfen Fall an Covid-Fällen, die letzte Welle baut sich also auch da ab, ob das alleine der Katalysator ist, wage ich aber zu bezweifeln.

Wir sehen das zweite Schlachtfest sehr schön im ETF IHI:

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man auch immer eine andere Dimension betrachten. Und das Weekly zeigt uns schnell die einfachste und profanste Erklärung: Technische Abgaben des großen Geldes nach langer Rally - eine notwendige Korrektur. Ob es das wirklich ist weiss ich nicht, aber solange das Weekly so aussieht kann man ganz gelassen bleiben:

Extreme Smallcap Überperformance ZH3 ZH4

Während die großen Aktien leicht korrigieren, zeigen die kleinen Aktien im Russell2000 eine extreme Überperformance. 2% Differenz zwischen RUT und SPX sind eine Hausnummer und eher selten.

Ich beobachte das auch in meinem Trading-Depot bzw den Watchlisten dazu, das von eher kleineren Aktien geprägt ist und heute auch eine Reihe guter Gewinne ausweist.

Mich macht das für das 4. Quartal sehr optimistisch und es zeigt, wo die Musik spielt. Ich habe nach dem Februar viel Zeit darauf verwendet ihnen klarzumachen, dass es eine Zeit gibt aggressiv zu sein und ab da eine Zeit angebrochen war, in der in den alten Momentum-Werten nicht mehr so viel zu holen war. Ich habe immer wieder motiviert lieber ala Livermore "Fischen zu gehen".

Nun drängt sich mir wieder der Eindruck auf, dass es Zeit ist die Angel beiseite zu legen, den Stuhl am Weiher zusammenzuklappen, das "Fischen gehen" zu beenden und wieder konzentriert auf die Chancen auf dem Schirm zu schauen. Da tut sich vielleicht was. 😀

Und zwar ganz konkret mit etwas Glück im 4. Quartal das:

Quartalsenden-Interregnum ZH2

Im SPX nichts Neues, wie schon im Wochenausblick gesagt erwarte ich für morgen und übermorgen zunächst genau diese Konsolidierung, die der Index nun zeigt:

Wo die Musik spielt habe ich ihnen oben gezeigt und gehe davon aus, dass mit dem neuen Quartal dann auch der SPX wieder anspringen wird, das ist das bullische Modell mit dem ich nun operiere, bis mich der Markt eines anderen belehrt.

Damit schließe ich bis Morgen Nachmittag zum nächsten Stream, seit Sonntag ganz früh habe ich sehr viel geschrieben. Nun kümmere ich mich mal um eigene Sachen und morgen Nachmittag kommt zuverlässig der Stream, allerdings vielleicht minimal später also sonst, da ich um 14 Uhr noch einen auswärtigen Arzttermin wg meiner Venen habe und da weiss man ja nie, wie termintreu die sind.

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live Stream 08.09.21

Wieder mal erhöhtes Risiko ZH2

Ein wirklich überzeugender Rebound war auf Index-Ebene gestern nicht zu sehen und so sind wir vor US Handelsstart wieder mal an einem Punkt des leicht erhöhten Risikos. Eine Ausgangslage, die wir in den letzten Monaten alle paar Wochen schon mal hatten und die aber bisher zuverlässig immer mit BTF beantwortet wurde, die Bullen haben das Risiko überrollt.

Wird es dieses Mal auch so sein? Ich weiss das nicht, es ist fast zu offensichtlich im Moment, weswegen ich skeptisch bin, dass es "so einfach" wird.

Denn wir haben eben September, haben fallende Marktbreite und einen sowieso korrekturreifen Markt, da sprint einen die Replik des September 2020 nachgerade an. Weil das aber so ist, werden einige Marktteilnehmer genau darauf vorbereitet sein, was das nicht mehr zum Weg des geringsten Widerstands macht.

Das Chart im Future lässt eine hier beginnende Korrektur durchaus zu, wir werden sehen was im Handel daraus wird:

Cryptos als Riskoff-Indikator? ZH3

Man könnte meinen, dass sich die Cryptos zu einem generellen Riskoff-Indikator entwickeln. Auffällig der Einbruch gestern, der mit der Schwäche des Marktes korrelierte. In wie weit da die -> Schwierigkeiten in El Salvador <- eine Rolle spielen, ist "everybodies guess", ich habe dazu keine Meinung.

Ein Blick auf das Daily zeigt aber, wie entscheidend die 30.000 als Unterstützung Ende Juli verteidigt wurden. Damit ist das eine sehr wichtige Unterstützung, die nun nicht mehr fallen sollte und wenn doch, ein glasklares Exit-Signal geben würde.

Der aktuelle Einbruch ist auffällig in der Schärfe, trotzdem impliziert das Daily weiter tendentiell eher den Weg nach oben:

Und wenn ich mir das Geschehen im Monthly ZH5 anschaue, um das große Muster erkennen zu können, sieht das im Zweifel eher nach weiteren Gewinnen und einem Measured Move oberhalb 100.000 aus. Ich stelle das einfach mal so in den Raum. 😛

Die Bundestagswahl und die Börse

Eine Frage die sich nun auch aufdrängt ist, inwieweit der Ausgang der Bundestagswahl kurzfristig Auswirkungen auf die Börsen haben wird. Es sind ja nur noch 2,5 Wochen und so klar wie die Trends aktuell noch sind, wird es immer unwahrscheinlicher dass sich das grundlegend ändert.

Zunächst einmal gilt ganz generell, dass Deutschland zu unwichtig ist, um mit einem Regierungswechsel weltweite Auswirkungen zu erzeugen. Bei Einzelunternehmen die vielleicht irgendwelche Abhängigkeiten haben mag das sein, für S&P500 und Co. ist der Ausgang hier aber eher eine Randnote.

Aber selbst für DAX und Co., sehe ich abgesehen von Einzelunternehmen mit politischem Exposure wie Rüstung, Windkraft, Versorger etc. wenige Szenarien, in denen wir von einem großen Effekt ausgehen müssten.

Das liegt daran, dass Merkel faktisch eine Grüne im Herzen ist, die nur deshalb in die CDU eingetreten ist, weil da mehr Einfluss zu holen war. Merkel hat 16 Jahre wie eine Realo-Grüne regiert und an vielen Stellen so auch die Leitlinien vorgegeben. Und in der Koalition konnte die SPD um des lieben Frieden willens viel mehr durchsetzen, als ihr eigentlich zugestanden hätte. Der Preis davon war die völlige, inhaltliche Entkernung der Union, aber das ist nun nicht Merkels Problem.

Das Land kennt also schon längst eine faktische Schwarz-Rot-Grüne Koalitionsregierung und was soll sich da nun groß ändern? Das einzige Element was zuletzt gefehlt hat, war ein wenig Unternehmertum und marktwirtschaftliches Denken, wenn das nun durch die FDP wieder in die Regierung kommen würde, hätten die großen Firmen sicher nichts dagegen, die sich doch aber mit der Staatsdenke schon wunderbar arangiert haben und gelernt haben, mit einer politisch-korrekten Fassade zu agieren, "greenwashing" oder wegen mir auch "genderwashing" genannt.

Nur der Mittelstand sieht das kritischer, da sind auch oft echte Unternehmer an der Spitze die mit eigenem Vermögen haften, bei den Großkonzernen sind es angestellte Manager, die ala Käser die große Rede schwingen und sich der Politik sowieso andienen, egal was die macht.

Ich denke also, für die Börse ist relativ egal, ob es nach der Wahl Scholz oder Laschet wird und in welcher Art und Weise die Farben Schwarz, Rot, Grün und Gelb zusammengepusselt werden. Am Ende ist es via Bundesrat wieder eine "große Koalition" die sich nur marginal in der Stoßrichtung ändert.

Ein wirklicher Schreck würde wohl nur bei RRG in die Börse fahren und bei Einzelunternehmen muss man immer schauen, ob sie eben ein besonderes, politisches Exposure haben, das zB an den Grünen hängt.

Im Saldo ist die Wahl für die Börse aber vermutlich kein großes Ding, was auch zeigt wie unpolitisch und oberflächlich-platt dieser Wahlkampf und seine Protagonisten sind.

Soweit meine Gedanken zu den kurzfristigen Auswirkungen der Wahl auf die Börse, was sind ihre?

Aktien des Tages ZH3

Kraft Heinz (KHC)

Wenn aufrechte Aktien in Deckung gehen, ist es Zeit für die "Zombies" aus ihren Gräbern zu steigen. 😛

Irgendwann zuckt eben selbst eine KHC, die ansonsten seit Jahren ein einziges Trauerspiel ist:

General Mills (GIS)

GIS ist kein Zombie, sondern ein starkes Unternehmen im Nahrungsmittel-Verpackungsgeschäft, das einen -> überzeugenden Ausblick <- gegeben hat und daher heute poppt.

Ob das mehr bedeutet als ein "One-Day-Wonder" ist noch offen:

NextEra Energy (NEE)

NEE mit einer starken Bewegung, die auch im Weekly aussichtsreich aussieht:

Exelon (EXC)

Die Versorger sind heute ganz generell stark, auch EXC mit seinen Atomkraftwerken. Die Aktie attackiert im Monthly nun einen "Deckel" und sollte hier eigentlich für eine kleine Korrektur reif sein, bevor der Deckel gesprengt werden kann:

American Water Works (AWK)

Auch ein Versorger, aber ein Wasserversorger ist hier zu reinen Dokumenationszwecken dabei. Denn da ist kein Deckel der mehr gesprengt werden muss, die sind alle schon längst weggeflogen und das Unternehmen zieht weiter seine Bahn. so wie man das als Investor sehen und geniessen will:

Rein zwecks fiesem "Bätschi" hier das Monthly, denn was Neueinsteiger vielleicht nicht wissen, AWK ist hier im Blog ein Investment-Dauerbrenner, erstmalig hier 2014 von "Johann" eingeführt und seitdem oft Thema, wobei es selten anderes zu berichten gab, als dass die Aktie halt weiter hochschiebt, wie hier im Monthly zu sehen:

Trapped Buyer

Neueinsteiger werden beim Kommentar oben zu Exelon vielleicht gedacht haben, warum ich da einen "Henkel", also eine kleine Korrektur für gut denkbar halte und was das mit einem "Deckel" zu tun hat. Hier ist noch einmal das Chart:

Nein, das ist kein "Vodoo" mit schönen Linien, sondern das hat ganz grundsätzliche, fundierte Grundlagen im Bereich von Angebot und Nachfrage. Letztlich ist es der Effekt, der überhaupt Widerstände und Unterstützungen entstehen lässt und der hat mit der immer gleichen menschlichen Psychologie zu tun.

Denn 2019 sind da Käufer in die Aktie eingestiegen, die dann schnell unter Wasser ins Minus geraten sind, die also "trapped" - gefangen - wurden. Trapped Buyer - Käufer in der Falle.

Nun ist die menschliche Psychologie aber berechenbar, Anleger neigen dann dazu solche Positionen zu langfristigen Investments umzudeuten und dann zu warten, bis sie wieder Plus/Minus Null herauskommen. Der Grund ist unser Unwille, uns einen "Fehler" einzugestehen, ein psychologischer Reflex der maßgeblich an hohen Verlusten beteiligt ist und dazu führt, dass viele Anleger Probleme haben, Verluste schnell und hart abzuschneiden, so wie es sein soll.

Sie sehen im neuen Chart oben auch zwei blaue Pfeile, an denen die Kurse nachdem sie diese Zone erreicht haben, markant wieder gedreht sind. Daran waren mit Sicherheit genau solche "Trapped Buyer" beteiligt, die da abgeladen haben, nachdem die Kurse in ihren Depots endlich wieder aus dem Minus heraus kamen.

Damit ist aber auch der untere Teil der 2019er Zone im Sinne Widerstand schon bereinigt, wer das verkaufen wollte, hat es getan.

Was bleibt ist die oberste Zone von Anfang 2019, die dann verkaufen dürfte, wenn die Kurse die Nase über den Deckel strecken und das kann dann genau da zu einem Rücksetzer, einem "Henkel" führen.

Natürlich ist das nicht sicher, das ist nur ein Faktor im Spiel, aber ein Wichtiger. Sollte nun eine so überzeugende Nachricht kommen, die auch die "Trapped Buyer" überzeugt dabei zu bleiben und neue Nachfrage erzeugt, kann das auch wie ein Messer durch Butter nach oben gehen.

Aber wir tun trotzdem gut daran uns dieses Mechnismus bewusst zu sein, der überall im Markt seine Spuren hinterlässt und Grundlage der Markttechnik ist: Angebot, Nachfrage und menschliche Psychologie.

Small Cap Unterperformance

-> Solche Charts <- sind kein Timingtool, glauben sie bitte nicht dass die deswegen jetzt wieder steigen müssen, das kann auch Jahre so weiter gehen.

Das Chart zeigt aber, wie sehr "BlueChips" übergewichtet und relativ gesehen auch überbewertet sind und man braucht kein Raketenwissenschaftler zu sein um 2 und 2 zusammenzuzählen und zu erkennen, dass daran *auch* die Notenbank-Politik mitwirkt.

Denn in dem Aktien völlig alternativlos sind und immer alternativloser werden, drängt das Geld im Anlagenotstand in den Markt und da natürlich in die bekannten und vermeintlich "sicheren" Werte wie Apple und Co. Der Erfolg der ETFs, der auch diese Bluechips fördert, die überall enthalten sind, trägt dann noch sein Übriges bei.

Gesund ist das nicht, wann es aber Folgen hat ist so unklar wie die Frage, wann Deutschland mal eine zukunftsorientierte Regierung bekommt, die mit klarem Blick und Sachverstand die echten Strukturprobleme des Landes angeht.

Insofern kann man auch da nur die Schultern zucken, es gibt auch bei der Überperformance der Bluechips keinen Grund, warum das nicht noch 4 Jahre so weitergehen sollte:

Korrekturgeschehen ZH2 ZH3

Nun gut, aus einem Risiko ist vollwertiges Korrekturgeschehen geworden, der Future zeigt es im Hourly:

Sie haben es schon gestern erlebt, das war sehr wohl zu erahnen, die Märchen von "überraschenden Korrekturen" sind Märchen von Leuten, die keine Ahnung vom Markt haben. Auch zu Lehman und Covid wird so Quatsch ja weiter verbreitet, da war der erahnbare Vorlauf Monate (Lehman) und Wochen (Covid).

Nicht jedes Korrektur-Risiko realisiert sich, aber ein sich aufbauendes Risiko ist fast immer im Vorfeld zu sehen, wenn man aufmerksam ist. Man wird also die berühmten 9von5 der letzten Korrekturen antizipieren, eine Korrektur wirklich verpassen muss man aber mit Aufmerksamkeit und Erfahrung nicht.

Aber auch im Daily des SPY sehen wir, dass ein erneuter Test der 50-Tage-Linie schon rein rhythmisch seine Berechtigung hat - Zwei Schritte vor, Einer zurück!

Das heisst keineswegs, dass es nun wirklich eine Korrektur wird, ich rechne weiter damit dass wir hier eher "verarscht" werden, aber das Chart sagt klar dass das Risiko nun real ist.

Für uns ist wichtig nun zu schauen ob es sich überhaupt ausweitet und wie tief es im Falle des Falles geht, ob sich ein September 2020 also wiederholt. Sollte hier nun wirklich eine etwas deutlichere Korrektur einsetzen, die auch mal wieder unter die 50-Tage-Linie schaut - ich bin noch nicht überzeugt - generiert diese dann gute Chancen ins Jahresende hinein.

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Unsicherheit für Europa



Guten Morgen!

Der letzte Handelstag vor der Bundestagswahl ist da. Ich werde voraussichtlich am Wahlabend, am Sonntag gegen 19 Uhr, in Tichys Wahlstream, live für ca. 10 Minuten das voraussichtliche Ergebnis aus Sicht der Märkte kommentieren. Wer Lust hat zuzusehen, wählt sich ein, den Link und die genau Uhrzeit teile ich noch im Thread im Forum zur Bundestagswahl.

Was ich dort sagen werde, wissen Sie hier aber schon jetzt, zumindest wenn das Wahlergebnis wirklich so ist, wie es sich im Moment andeutet. Ich habe das in -> Unverändert Unüberraschend Weitermerkelnd <- schon dargestellt, will heute aber noch einmal daran erinnern bzw das präzisieren.

In dem Artikel habe ich gesagt, dass die Bundestagswahl für den DAX am Montag ein negatives Überraschungspotential hat, wenn klar wird, dass keine Regierung möglich ist und Deutschland zum Wackelkandidaten wird.

"Am Montag" muss ich präzisieren, denn ich hätte besser "ab Montag" geschrieben. Denn erst wenn das klar wird, kann sich auch diese Sorge Bahn brechen und das hängt stark davon ab, wie sich die Parteien nach der Wahl positionieren. Wenn zum Beispiel aus einer am Boden liegenden SPD schnell Signale kommen, dass eine Fortsetzung der "Groko" keine Chance mehr hat, geht es schnell, wenn nicht nicht.

Fakt ist aber, dass der deutsche Markt in Mehrheit von ausländischen Anlegern dominiert wird. Fakt ist, dass diese ausserhalb Deutschlands dieses Unsicherheitsszenario kaum auf dem Radar haben. Ich lese ja viel auf US Seiten, diese Sorge dass Merkel keine Mehrheit weil keinen Regierungspartner hat, ist kaum Thema.

Gleichzeitig ist der deutsche Markt sowieso überkauft und korrekturreif und wir haben in der Asset Manager Allocation gesehen, dass die institutionellen Ströme dort schon sehr gut investiert sind.

Das schafft eindeutig negatives Überraschungspotential, nicht notwendigerweise am Montag aber in Folge, je nachdem wie sich das entwickelt.

Hinfällig wird das Szenario sofort, wenn die SPD ein halbwegs respektables Ergebnis einfährt, das sie erhobenen Hauptes wieder in eine Groko gehen lässt - dann bleibt alles wie es ist und der Markt wird nur gähnen. In Anbetracht der grossen Ängste die nun offensichtlich in der SPD herrschen, denke ich dass schon mit 25+ Prozent das grosse Durchatmen einsetzt.

Man kann also auch sagen, dass das Ergebnis der SPD den DAX bewegen wird. Ist es gut genug, bleibt alles ruhig, ist es sehr schlecht, gibt es Abwärtspotential im DAX, weil die Stabilität der Regierung in Frage kommt.

Die Auswirkungen werden sich übrigens nicht auf den DAX beschränken - daher der heutige Titel - und das hat mit der EZB und ihrer Politik zu tun. Auch wenn Draghi von konservativen Politikern der zweiten Reihe für das Schaufenster gerne attackiert wird, ist es Merkels Regierung die Draghi massiv stützt. Sagen wir es ganz klar, wenn die Regierung der grössten Volkswirtschaft der Eurozone wollte, hätte sie die Macht die Geldpolitik zu verschieben, sie tut es aber nicht, weil Draghis Politik letztlich dem Junckerschen Mantra des "alles zusammenhalten" dient, das von der EU-Elite unisono gepflegt wird.

Sobald aber die Regierung hier fragwürdig wird, sobald also diese eindeutige Unterstützung der EZB nicht mehr ganz sicher ist, wird der Markt extrem scharf reagieren. Wir werden dann einen Absturz der Märkte in Südeuropa sehen, ein Hochschiessen der Renditen und Ausfallwahrscheinlichkeiten, also eine Widerkehr der Eurokrise. Und das alles, weil Deutschland keine EZB-freundliche Regierung bilden kann.

Im Vorfeld ist dieses Szenario für schwarz-gelb an die Wand gemalt worden, weil die FDP nicht ganz so "Draghi-besoffen" ist, wie alle anderen derzeit im Bundestag vertretenen Parteien. Ein bischen Sorge wird in dem Fall auch im Markt sein, das stimmt schon. Aber da sehe ich kein echtes Problem, denn eine schwarz-gelbe Regierung wird schnell eine klare Linie finden und damit werden die Märkte auch leben können, denn die Märkte hassen Unsicherheit, sie hassen aber *nicht* die FDP!

Wenn aber keine Regierungsbildung möglich ist, dann rappelt es. Das ist Unsicherheit. Das ist vor allem Unsicherheit für Italien, Griechenland und Co. Dann fällt der Euro und die europäischen Märkte. Vom Ergebnis der SPD hängt also viel ab, fällt die SPD unter 20%, sind wir in meinen Augen in dem Szenario und so werde ich das auch am Sonntag dann kommentieren.

Und wissen Sie was? Nehmen wir mal an es käme so. Die SPD unter 20 und muss sich ins Schneckenhaus zurück ziehen und die Wunden lecken. Jamaika aber ohne realistische Chance. Dann gibt es plötzlich ein realistisches Szenario von Neuwahlen im nächsten Frühjahr ohne Merkel. Denn Merkel wird und muss dann abtreten, wenn niemand mit ihr regieren will. Tut sie es nicht, wird das den "Merkel muss weg" Effekt erst recht verstärken und die nächste Wahl dann desaströs für die CDU ausgehen. Diese Wahl wäre dann die Chance der SPD, falls die sich erneuern kann und einen Kandidaten mit mehr Niveau als den aus Würselen als echte Alternative anbieten kann.

Fazit:

Alle im Ausland denken, diese Wahl sei langweilig und Merkel würde sowieso weitermerkeln und insofern muss man sich keine Sorgen machen. Ich halte das für eine Fehleinschätzung, denn viel wird vom Ergebnis der SPD abhängen. Und das Risiko dass Merkel am Ende ohne Regierungspartner dasteht ist verdammt hoch, ich würde sagen so 30% und das ist viel mehr, als die US Anleger derzeit auf dem Radar haben.

Trotzdem, mit 70% merkelt alles unverändert weiter und Macron und Merkel werden dann die Eurozone "vertiefen", was heisst dem deutschen Steuerzahler zugunsten Südeuropas in die Tasche zu greifen und den Börsen gefallen würde. Darüber wird nun aber nicht vor der Wahl geredet, denn "ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern" - De Maiziere 😉

Und was macht der Markt daraus?

Im Moment noch nicht viel, wie gesagt ist dieses Risiko in meinen Augen noch nicht ausreichend erkannt - man kann auch sagen der Markt ist ineffizient, was an der Dominanz der US Anleger liegt, die unser Wahlsystem noch weniger verstehen, als wir das der US.

Trotzdem ist so eine Wahl ein abstrakter Risikofaktor für die Marktteilnehmer und in Anbetracht eines gut gelaufenen Marktes, wäre es gar kein Überraschung, wenn heute vor der Wahl ein paar Chips vom Spieltisch genommen werden.

Ob das aber reicht, dass das obere der beiden Gaps geschlossen und der grobe Trendkanal nach unten verlassen wird? Ich habe meine Zweifel, ich gehe eher davon aus, dass wir heute nur leicht bröseln und so ins Wochenende gehen.

Wenn wir auf EURUSD schauen, arbeitet das Währungspaar hart daran, die potentielle SKS zu negieren. Auch das ein Indiz dafür, dass der Markt eine wackelige Regierungsbildung in Deutschland derzeit *nicht* ausreichend als Möglichkeit auf dem Radar hat. Denn eine unsichere Regierungsbildung der grössten Volkswirtschaft ist immer auch belastend für die Währung und hier damit den Euro.

Lassen wir es damit heute früh mal gut sein, der Blick richtet sich nun auf die Wahl. Weil ich oben dieses negative Szenario so ausführlich dargestellt habe und das schnell zu einer Wahrnehmungsverrung führt, will ich erneut daran erinnern, dass ich das Risiko mit gefühlt 30% zwar für grösser halte, als es der Markt nun wahrnimmt, aber auch in meiner Sicht mit 70% Wahrscheinlichkeit es einfach so weiter geht wie bisher und die Wahl nur ein Gähnen auslösen wird!

Haben wir das Risiko also im Hinterkopf, setzen wir aber nicht alles darauf, dieser Markt ist weiter ein Bullenmarkt!

Bis heute Nachmittag!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

DAX-Betrachtung: Die Entscheidungen sind gefallen – neue stehen bevor

Ein Gastkommentar von Tokay

Ereignisreiche und mit Momentum geladene Tage liegen hinter uns. Da war zunächst die Entscheidung der FED in Washington, nun doch noch nicht mit dem allmählichen Zurückfahren ihrer Operationen auf dem Kapitalmarkt zu beginnen. Da war der Ausgang der deutschen Bundestagswahl, welche die CDU/CSU von Frau Merkel zwar zur mit Abstand stärksten politischen Kraft machte, aber auch dazu führte, das ihr der bisherige Koalitionspartner abhanden kam. Uns interessiert hier im Mr. Market-Blog natürlich, welche Auswirkungen dies auf den Aktienmarkt haben mag. Denn was in Deutschland entschieden wird, hat für die europäische Entwicklung, für das Eurosystem größte Bedeutung.

Kommen wir also zur Bundestagswahl, und hier können wir es kurz machen. Der Wahlausgang hat die Märkte nicht sonderlich überrascht, die Wahl war schon beinahe ein „Non-Event“. Auch wenn bürgerliche Regierungen eine Politik betreiben, welche von der Tendenz her bei den Entscheidungsträgern in der Wirtschaft auf günstigere Resonanz stoßen mag, so ist der Verlust der schwarz-gelben Regierung nichts, weshalb man die Perspektiven für die deutsche Wirtschaft grundlegend überdenken müsste. Es sei denn, es käme zur Bildung einer rot-rot-grünen Regierung – was allerdings seitens der SPD und den Grünen zurückgewiesen wird. Zudem waren die FDP-Minister nicht eben Personen, die prägende wirtschaftspolitische Akzente gesetzt hätten. Das Bedauern über die Abwahl der FDP hält sich somit eher in Grenzen. Auch sollte die kommende Bundesregierung unter Frau Merkel weiterhin einen europafreundlichen Kurs verfolgen, was von den DAX-Unternehmenschefs mehrheitlich gerne gesehen werden dürfte. Indes dürften die meisten Akteure eine große Koalition gegenüber einer schwarz-grünen Koalition oder einer Minderheitsregierung der Union bevorzugen.

Und damit zu unserem Langfristchart:

DAX 9000 - September 2013

Wir befinden uns nach wie vor auf dem Pfad CDE, der unaufhaltsam Richtung 9000 Punkte strebt. Diese Marke dürfte bald erreicht werden. Danach aber, voraussichtlich im Frühjahr 2014, fällt die Entscheidung darüber, ob der DAX auf die Obergrenze des langfristigen Wachstumspfades, markiert durch die Linie A1E, einschwenkt, was mehr oder weniger einer Seitwärtspendelbewegung entspräche, oder die seit Herbst 2011 andauernde Hausse weiter anhält. Immerhin hat der DAX seither deutlich über 50 Prozent zugelegt. Sollte das letztere eintreten, dann dürfte die vielbeschworene Marke von 10000 Punkten ebenfalls nicht mehr fern sein, und wir würden, was die Indexziffern angeht, in ein neues Zeitalter eintreten. Es wird aber wohl noch etwas dauern, bis es endgültig so weit ist.

Ich möchte heute die Aufmerksamkeit der Leser des Mr. Market-Blogs auf einen grundlegenden Zusammenhang lenken, der sehr eng mit der Politik der FED zusammenhängt. Seit dem Beginn der monetären Expansion Ende 2008 während der Subprime-Krise hat der DAX begonnen, sich von der Leitzinsentwicklung abzukoppeln. Wie wir in der nachfolgenden Grafik sehen, ist der EZB-Leitzins konstant geblieben. In einer klassischen Hausse wären die Leitzinsen dem Aktienmarkt Richtung Norden nachgefolgt. Der DAX hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt und ein Ende ist nicht absehbar – vorerst jedenfalls nicht.

DAX Leitzins Kapitalmarktzins September 2013

In der Baisse nach der Jahrtausendwende folgte der Leitzins dem DAX nach unten, wie er das auch in der Vergangenheit eigentlich immer getan hatte. Erst ca. 2 ½ Jahre später, der DAX war mittlerweile kräftig nach oben gelaufen, wurde der Leitzins sukzessive angehoben. Seit der ersten Leitzinssenkung gegen Ende der großen Baisse von 2008 hat keine weitere Zinssenkung mehr stattgefunden. Ganz im Gegenteil wurden, bedingt allerdings durch die Eurokrise die Leitzinsen weiter gesenkt; wir erinnern uns an die mittlerweile berühmt gewordene Rede von Mario Draghi in London, und ein Ende ist, wenn man Draghi Glauben schenken darf, nicht absehbar. Dies umso weniger, als die FED den US-Konjunkturaufschwung offenbar noch nicht als hinreichend nachhaltig einstuft.

Es könnte einem nun natürlich angst und bange werden vor dem mutmaßlichen Inflationsschub, der möglicherweise demnächst ins Haus stehe, doch sind Zweifel daran erlaubt, ob ein solcher Schub sich tatsächlich ereignen wird. Ein Indikator hierfür ist die Entwicklung bei den länger laufenden Anleihen sowie der Abstand zwischen den Langläufern und dem Geldmarktzins, welcher sich wiederum an den Leitzins anlehnt.

Wir erkennen hier, dass immer dann eine Baisse bevorstand, wenn sich der Abstand zwischen langfristigem und kurzfristigem Zins extrem reduzierte. Immer dann, wenn dieser Abstand größer wurde, kam es auch zu einem Anstieg am Aktienmarkt. Und hier haben wir nun in den vergangenen Monaten eine Vergrößerung des Zinsabstandes beobachten können, was eher auf eine Normalisierung der Situation auf dem Kapitalmarkt hindeutet. Sicherlich misst die Höhe des Kapitalmarktzinses die Inflationserwartungen, letztlich aber ist der Zins einfach das Regulativ zwischen Kapitalangebot und Kapitalnachfrage. Und in einer insgesamt freundlichen konjunkturellen Landschaft ist ein Anziehen des Kapitalmarktzinses von einem tiefem Niveau aus ein eher gutes Zeichen. Der Zinssatz für zehnjährige Bundesanleihen lag zuletzt bei etwa 1,8 Prozent. Die DAX-Unternehmen hingegen bieten eine Dividendenrendite von über 3 Prozent, dazu kamen in den letzten Jahren Kursanstiege der DAX-Werte. Damit ist der Anleihemarkt noch weit von einer Situation entfernt, in der der man die Zinsentwicklung als lukrativ bezeichnen könnte, und diejenigen, die am Aktienmarkt investiert haben, konnten in der jüngsten Vergangenheit eindeutig stärker profitieren. Der Realzins liegt praktisch bei Null, und zwar vor Steuern. Begriffe wie „kalte Enteignung der Sparer“ oder „finanzielle Repression“ kommen einem da schon in den Sinn.

Ausblick also: Bis Frühjahr werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit weiterhin einen freundlichen Aktienmarkt haben, sprich es wird auf DAX 9000 gehen und eventuell darüber hinaus – wohl auch mangels Alternativen. Dann jedoch könnte es spannend werden, und die nächsten Weichenstellungen am deutschen Aktienmarkt stehen sicherlich bevor. Übrigens: Am 25. Mai 2014 ist Europawahl...

Tokay

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Eine dramatische Börsenwoche – Teil 1: Bernankes Nachfolge und die Bundestagswahl

Eine der wichtigsten Börsenwochen des Jahres hat begonnen.

Eröffnet wurde sie standesgemäß. Und zwar mit dem Paukenschlag, dass der Favorit auf die Bernanke Nachfolge Larry Summer zurück gezogen hat und das offensichtlich unter massivem öffentlichen Druck. Die Wallstreet liebt es, denn deren Favoritin ist Janet Yellen, von der man erwartet noch aggressiver auf Stimulus zu setzen, als das Bernanke schon tat. Und so finden wir logischerweise den DAX heute früh auf historischen Höchstständen oberhalb 8600 wieder.

Allerdings wird die Freude wohl nur dann andauern, wenn es Yellen dann auch wird. Wie vom Wall Street Journal kolportiert, soll Obama nach einem "dritten" Kandidaten suchen und das würde die Unsicherheit eher erhöhen, der Markt mag Unsicherheit einfach nicht.

Am Ende der Woche dräut dann auch noch die Bundestagswahl und auch diese hat es in sich, denn bedingt durch unsere Wahlrecht mit der 5-Prozent-Hürde, wird die Regierung der grössten Volkswirtschaft der Eurozone möglicherweise nur von sehr wenigen Stimmen abhängen und damit eher "ausgewürfelt", als nach dem exakten Volkswillen festgelegt werden.

Denn es gibt 3 Parteien in Form der FDP, den Piraten und der AfD, bei denen völlig unklar ist, ob sie die 5-Prozent Hürde überspringen werden. Und so lassen sich, abhängig vielleicht von nur ganz wenigen realen Stimmen, unterschiedlichste Regierungsszenarien kreieren. Gewiss ist nur eines: Sie sollten unbedingt zur Wahl gehen, denn selten war das Ergebnis so unbestimmt wie dieses mal.

Die 5 Prozent Hürde macht das möglich, die damals von den Verfassungsvätern gewählt wurde, um "Weimarer Verhältnisse" zu verhindern. Das ist auch gelungen, hat aber umgedreht die Politverdrossenheit gefördert, denn es hat die Macht der schon im Bundestag vertretenen Parteien zementiert und dauerhaft ist es nur der Öko-Bewegung durch die "Grünen" in der Geschichte der Republik gelungen, dieses Kartell der Etablierten ein einziges Mal aus eigener Kraft aufzubrechen. Die Linke kann man da nicht zählen, die hat ja ihre Wähler durch die Wiedervereinigung mitgebracht und war quasi sofort oberhalb der Schranke.

Ich persönlich würde eine Absenkung auf zum Beispiel 2-3% für demokratisch geboten halten, um im Bundestag wirklich den Volkswillen abzubilden und für ein lebendigeres Parlament zu sorgen. Mit einer Hürde von 2-3% kann man immer noch eine zu grosse Zersplitterung verhindern. Aber das ist nur meine Meinung, um unsere Demokratie lebendiger zu gestalten. Es wird kaum passieren, denn welches Interesse sollen die etablierten Parteien daran haben, die das Wahlrecht ändern müssten ?

Aber wie auch immer, die meisten der Szenarien der Bundestagswahl, werden die Märkte völlig unbeeindruckt lassen, da die aktuell im Bundestag vertretenen Parteien in ihrer Ausrichtung Richtung Europa und Aussenpolitik kaum zu unterscheiden sind. Und ob die aktuelle Koalition erhalten bleibt oder es eine grosse Koalition gibt, wird den Märkten bestenfalls ein Gähnen abringen.

Aber es gibt zwei Szenarien, über deren Folgen Sie sich im klaren sein sollten:

(1)

Falls Rot-Grün eine Mehrheit bekommt, zum Beispiel weil FDP und AfD gleichermassen an der 5-Prozent-Hürde scheitern - oder noch stärker, wenn es eine Rot-Grün-Linke Regierung gibt - sollten Sie nicht in deutschen Nebenwerten sein. Die internationalen Börsen wird das nicht weiter interessieren, im Gegenteil, den Südländern und ihren Renditen und damit dem Eurostoxx wird so ein Wahlergebnis eher gut tun, weil diese Parteien die Euro-Rettungspolitik der aktuellen Regierung monetär noch toppen wollen. Perse ist eine Rot-Grüne Regierung für die internationalen Märkte also auch eher "Schulterzucken" bzw. für Südeuropas Märkte positiv.

Aber bei der deutschen mittelständischen Exportindustrie, die man typischerweise in MDAX und SDAX wieder findet, dürfte das zu bösen Verkäufen führen. Und zwar neben der erwarteten Schwächung der Wettbewerbskraft, primär aus der von den Parteien verfolgten Vermögenssteuer heraus. Denn hier gibt es viele Familienunternehmen mit Ankeraktionären, die im Falle so einer Steuer Aktien verkaufen müssten, um die Steuer bedienen zu können und das wird der Markt sofort antizipieren. Das Musterbeispiel dieser Problematik unter den DAX Konzernen ist BMW, die Familie Quandt hält hier die Fäden in der Hand und die Börse würde die BMW Aktie in so einem Fall deshalb wohl erst einmal verkaufen und erst dann nachdenken.

(2)

Falls die AfD einen Überraschungserfolg gegen die Demoskopen Richtung 8-10% landet und - zum Beispiel weil FDP und Piraten draussen bleiben - defacto zum Zünglein an der Waage wird, könnte der einzige Fall eintreten, in dem die Bundestagswahl über den rein deutschen Aktienmarkt hinaus zu Verwerfungen führt. In diesem Fall darf man keine Aktien aus den europäischen Südländern haben und Bonds dieser Länder schon gar nicht. Die Märkte werden schnell die Frage stellen, ob sich durch die Existenz dieser Proteststimme im Parlament nicht sofort die Merkelsche "Rettungspolitik" ändert. Sich geänderten Strömungen anzupassen, darin hat die Bundeskanzlerin ja Meisterschaft entwickelt. 😉

Vordergründig würde es dann natürlich auf eine grosse Koalition hinaus laufen. Aber mit einer starken AfD im Nacken, wird entweder diese Koalition ihre Europa-Politik anpassen und schärfer deutsche Interessen vertreten. Oder es wird gar nicht zur grossen Koalition kommen, weil Merkel bewusst ist, dass die grossen Parteien dabei nur verlieren können. Wie man einen vermeintlichen Partner so umarmt, dass man ihn dann erdrückt, verdaut und ausspuckt - hat Merkel ja nicht nur mit der SPD vorgeführt, sondern eindrücklich auch an der FDP vorexerziert. Insofern werden sich die Märkte in dem Fall noch in der Wahlnacht die Frage stellen, ob wir hier eine erneute Wende der Regierungschefin ala "Energiewende" erleben, mit der sie sich der öffentlichen Stimmung anpasst. Und dieses Risiko würden die Aktienmärkte sofort in die Kurse der Aktien und Anleihen Südeuropas einpreisen. Ob es dann ein paar Wochen später tatsächlich eintritt, ist eine ganz andere Frage.

So weit meine Sicht auf die Bundestagswahl aus der Warte der Märkte. Das wahrscheinliche Szenario ist also ein grosses Gähnen und nur in den beiden obigen Szenarien sehe ich direkte Auswirkungen, die uns im Vorfeld bewusst sein sollten.

Das wichtigste Thema der Woche ist aber die FED Sitzung am Mittwoch mit der Frage des "Tapering". Dazu folgt heute noch ein zweiter Teil der Vorschau.

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Herbststürme im DAX – Der DAX am Scheideweg

Herbststürme im DAX – Der DAX am Scheideweg

Ein Gastkommentar von Tokay

Der Sommer neigt sich so langsam dem Ende, bald werden auch die letzten wieder vom Strand oder aus den Bergen zurückkehren, sich hinter ihre Notebooks klemmen und sich fragen, wie es denn so weitergeht an den Börsen. Wer Zeitung gelesen oder sich im Internet etwas um getan hat, ahnt, dass die Rahmenbedingungen turbulent werden könnten: Da ist die ungewisse Lage in Syrien, da ist der ungewisse Ausgang der deutschen Bundestagswahl, da ist die bevorstehende Sitzung der Fed Mitte September, auf der eine Kehrtwendung der amerikanischen Geldpolitik beschlossen werden könnte. Die Eurokrise, das sei „nebenbei“ bemerkt, ist auch noch nicht so restlos ausgestanden. Jedes dieser Ereignisse hat Potential genug, für Nervosität an den Börsen zu sorgen, und die vergangene Woche hat dafür einen Vorgeschmack geliefert. Anlass genug also, sich die Situation einmal näher anzuschauen.

Betrachten wir dazu das folgende Langfrist-Chart. Die Erholung nach der kurzen, aber scharfen Baisse im Spätherbst 2011, markiert durch Linie C, ist nach wie vor intakt. Diese Linie ist am vergangenen Freitag im durch D markierten Bereich touchiert worden und insofern sind wir erneut an einem Scheideweg angelangt. Denn sollten ungünstige Nachrichten aus den Risikobereichen eintreffen, so wäre leicht eine Panikreaktion an den Börsen vorstellbar. Sollten diese jedoch positiv ausfallen, so markierte unser Bereich D wieder einmal nur ein Zwischentief auf dem Weg nach oben und es würde jene belohnt werden, die den Mut zum Einstieg gefunden hätten.

Herbststürme im DAX

Überlegen wir uns einmal kurz, wie die allgemeine Situation ohne diese Risikofaktoren wäre: Eigentlich gar nicht mal so ungünstig. Die amerikanische Wirtschaft erholt sich zäh, aber sie erholt sich. Das deutsche Wirtschaftsklima stellt sich günstig dar, ablesbar am zuletzt veröffentlichten Ifo-Index. Die Inflationsrate ist weiter rückläufig und für eine Erhöhung des Euro-Leitzinses besteht weiterhin kein Anlass. Dies sind also im Grunde sehr gute Rahmenbedingungen. Allenfalls ließe sich sagen, dass der September noch nie ein guter Monat zum Einsteigen gewesen ist.

Eine Eskalation in Syrien würde aber zweifellos zu Verwerfungen an den Weltbörsen führen, also auch und gerade im DAX. Eine unklare Mehrheitssituation im Bundestag bzw. eine prononciert linksorientierte Bundesregierung(Rot-Grün unter Tolerierung der Linkspartei etwa) würde den DAX ebenfalls beeinträchtigen, zumindest kurzfristig. Und sollte die Fed das Ende der monetären Expansion einläuten, dann stünden die Zeichen vollends auf stürmische Zeiten im Herbst.

Doch kann man der Ansicht sein, dass, gerade weil das so ist, sich die Börsen, sich der DAX in den vergangenen Tagen eingetrübt haben. Weil die Sorgen um Syrien, weil die Ungewissheit um den deutschen Wahlausgang, weil ein Ende der monetären Expansion mutmaßlich bevorsteht, sind diese Sachverhalte bereits zu einem guten Teil eingepreist und könnte sich der DAX entlang unserer Linie C – der Linie des Zweifels sozusagen – nach oben hangeln. Es spricht aus heutiger Sicht also nichts dagegen, dass wir im Laufe von 2014, wenn nicht schon vorher, im DAX bei 9000 Punkten ankommen werden. Der DAX sollte sich damit weiterhin entlang seines langfristigen Wachstumspfades bewegen – wenn auch eher im oberen Bereich. Die Möglichkeit, aufgrund einer stürmischen Großwetterlage ein vorübergehendes, jedoch markantes Zwischentief zu erleben, muss dabei stets in Betracht gezogen werden.

Tokay

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Charts zum Wochenende: Basic Resources, 3D Systems, Intel

Das Wochenende naht, welches in den USA ein langes Wochenende ist, weil am Montag Labor Day gefeiert wird. Nächte Woche beginnt dann der berüchtigte Börsenmonat September, in dem wir die FED Entscheidung zum Tapering, eine neue Eskalation um das Debt Limit der USA, aber auch die Bundestagswahl erleben werden.

Auch bedingt durch die Ängste um Syrien, waren die Märkte weltweit in den letzten Tagen recht schwach, während die klassischen "Safe Haven" Assets wie Öl, Gold oder der Yen nach oben liefen.

Eigentlich also ein guter Zeitpunkt, um sich mal ohne weitere Worte ein paar Charts von Aktien und ETFs anzuschauen, in denen potentielle Chancen liegen, falls die Korrektur nächste Woche vielleicht auslaufen sollte.

Details, Hintergründe und aktuelle Entwicklungen dieser Aktien und ETFs, besprechen wir regelmässig im Premium Bereich.

Basic Resources 30.08.13

3D Systems 30.08.13

Intel 30.08.13

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

DAX-Betrachtung – Update vom 06.06.2013

DAX-Betrachtung – Update vom 06.06.2013

Ein Gastkommentar von Tokay

Passiert ist in der Zwischenzeit nicht viel: Der DAX hat in der zweiten Maihälfte den langfristig gültigen Wachstumspfad (orangefarbene Linie) touchiert und ist von diesem wieder abgeprallt. Der DAX ist nun wieder in der Rückwärtsbewegung, zunächst in Richtung auf die Untergrenze des seit Spätherbst 2011 bestehenden Wachstumspfades C. Dieser schneidet sich demnächst mit der seit Frühjahr 2009 gültigen exponentiellen Wachstumsfunktion.

Dies ist als normale Konsolidierung zu sehen, die allerdings nicht zu dynamisch erfolgen sollte, andernfalls diese Abwärtsbewegung in sehr viel tiefer gelegenen Regionen zum Stillstand kommen könnte. Schon Clausewitz schrieb, daß die schwierigste militärische Operation der geordnete Rückzug sei. Es scheint, als wäre das auch hier der Fall.

Solange die Marke von 8.050 Punkten nicht nennenswert unterschritten wird, ist gar nichts passiert. Etwa von diesem Punkt aus könnte dann die Aufwärtsbewegung ihre Fortsetzung nehmen. Begleitend dazu müssten sich allerdings die allgemeinen Wirtschaftsklimaindikatoren wieder aufhellen.

Die Aufwärtsbewegung wird bis zur Bundestagswahl bestehen bleiben, dafür werden die Notenbanken wahrscheinlich sorgen. Ein Anziehen der Zinsschraube ist sehr unwahrscheinlich, eher stehen Strafzinsen auf Notenbankenguthaben im Raum, um das große Geld regelrecht in den Markt zu treiben. Nach Turbulenzen sieht es derzeit nicht aus.

Grund zur Sorge wäre eher dann gegeben, wenn die wirtschaftliche Belebung in den USA überraschend stark ausfiele. Dann würde eventuell ein Zurückfahren der monetären Expansion von den Märkten vorweggenommen werden, und eine solche Reaktion könnte womöglich nach Europa überschwappen. Aber noch ist es nicht soweit.

DAX Update 06.06.2013

Tokay

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***