Ohne Strategie, Methodik und Disziplin ist alles nichts

Die wichtigsten Dinge kann man manchmal in wenigen Absätzen beschreiben und das will ich auch heute wieder tun.

Gerade Sie, ja Sie, der Sie im freien Bereich mitlesen, werden mit überdurchschnittlicher Wahrscheinlichkeit keine klare Strategie und Methodik im Umgang mit dem Markt haben. Das weiss ich deshalb, weil die Ergüsse der Medien zur Marktsituation sich ja gezielt an normale Anleger wenden, die Orientierung suchen. Genau diese Orientierung wird aber nicht geboten, denn die Autoren wissen es doch genau so wenig.

Sie kennen das doch auch, da lesen Sie die eine Quelle und es wird Ihnen der Crash geweissagt, dann lesen Sie die andere Quelle und es wird Ihnen der Mund mit schnellen Gewinnen wässrig gemacht und dann lesen Sie eine dritte Quelle und es wird der Konjunktiv gepflegt, es könnte und sollte und möglicherweise und vielleicht.

Und hilft Ihnen das?

Wollen Sie vielleicht nach diesen Zeilen schnell weiter klicken und noch weitere 10 Ergüsse und Prognosen zum Markt lesen? Glauben Sie wirklich, dass Ihnen das hilft?

Ich sage Ihnen etwas: Kein echter Profi liest diesen Kram gezielt, den die grossen Medien da tagtäglich verzapfen. Das fällt unter Belustigung oder genauer gesagt "weisses Rauschen". Manchmal begegnet einem ein besonders prägnanter Artikel oder wird einem via soziale Netze empfohlen, dann schaut man mal interessiert rein und manchmal ist ja auch etwas Interessantes dabei, oft schmunzelt man aber danach. Aber niemand der am Markt Erfolg hat, bezieht seine Marktsicht primär aus diesen Weissagungen. Niemand!

Es gibt auch keinen Grund dafür, denn wer am Markt erfolgreich ist, hat eine präzise beschreibbare Strategie und Methodik. Denn es gilt:

Ohne Strategie, Methodik und Disziplin ist alles nichts!

Das ist so ohne Abstriche, machen Sie sich nichts vor. Diese Methodik beginnt gerade schon bei der Selektion der Medien und Informationsquellen die man konsumiert, denn diese Informationen sollten die Strategie unterstützen und sie bereichern. Unser Tag hat nur 24 Stunden, von denen wir ein Drittel verschlafen. Es ist daher eminent wichtig die "richtigen" Dinge zu lesen, die einen weiterbringen und nicht wie eine Biene ziellos von Blüte zu Blüte zu summen.

Aber Strategie und Methodik definieren natürlich vor allem, was man wann und wie kauft bzw verkauft. Wie man also am Markt erfolgreich sein will. Wer mir nun seine Strategie nicht in 5 Minuten präzise beschreiben kann, hat schlicht keine und das ist fatal. Denn erneut: Ohne Strategie, Methodik und Disziplin ist alles nichts!

Lassen Sie sich aber nicht verschrecken, sinnvolle Strategien müssen keine Raketenwissenschaft sein und für jeden gibt es eine, die gut zu den eigenen Rahmenbedingungen passt, man muss sich nur daran halten und das ist schwieriger als es scheint. Disziplin ist daher ein integraler Bestandteil jedes wiederholbaren Markterfolges.

Ich habe es schon oft kommuniziert und in vielen Artikeln im freien Bereich thematisiert, es sei aber hier noch einmal klar gesagt:

Wenn Sie keine klare Strategie haben, wenn Sie keine Methodik haben und wenn Sie nicht die Disziplin haben, dieser zu folgen, werden Sie keinen dauerhaften Erfolg am Markt haben. Punkt!

Da heisst nicht umgedreht, dass jedwede Strategie immer zu Erfolg führt, aber ohne hat man gleich gar keine Chance.

Und was bieten wir Ihnen hier bei Mr-Market? Keine fertigen Strategien zum gedankenlosen Nachbilden, denn das ist Unfug. Eine Anlagestrategie ist immer individuell und hat mit Ihren Rahmenbedingungen, Absichten, Fähigkeiten und Begrenzungen zu tun. Mit Ihnen also und nicht mit mir.

Aber wir bieten Ihnen jede Menge Ideen und Beispiele, wie man an den Markt heran gehen kann. Und tägliche Anleitung zum Marktgeschehen. Und tägliche Anlageideen und eingeordnete Zusammenhänge. Und eine Community kluger Menschen, die vor dem gleichen Problem stehen wie Sie.

Sie finden hier also einen vertrauenswürdigen Rahmen, ein Environment, das Ihren Erfolg fördert und diesen möglich machen kann. Ihren eigenen Weg finden, müssen Sie aber immer noch selber. Schnelle Abkürzungen gibt es dabei nicht und werden nur von denen propagiert, die Ihnen etwas verkaufen wollen.

Ihr Hari

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Die Pralinenschachtel und warum Sie sich fokussieren sollten!

Der folgende Beitrag erschien schon Freitag 30.10.15 16:40 in Hari Live und wurde für die Verständlichkeit im freien Bereich leicht überarbeitet

"Stockbee", einer der Links in meinem "Interessanten Blogs", macht hier einen sehr wichtigen Punkt: -> Narrow your focus! <-

Für jeden der aktiv am Markt unterwegs ist, egal ob Trader oder doch eher normaler Anleger, gilt:

Konzentrieren Sie sich auf wenige Dinge, die Sie sehr gut beherrschen lernen. Und verzetteln Sie sich nicht!

Machen Sie sich bitte klar, dass ein Blog wie Mr-Market, bewusst die ganze Bandbreite an Themen abdeckt. Das liegt erstens daran, dass ich Börse für Sie erlebbar machen will. Zweitens aber auch, dass Sie als Leser ja die ganze Bandbreite darstellen. Vom Anfänger bis zum Profi, vom Feierabend-Anleger bis zum Fondsmanager, vom langfristigem Investor bis zum Daytrader, haben wir alle Typologien hier in der Community versammelt.

Für Sie alle, mit all Ihren völlig unterschiedlichen Voraussetzungen und Zielen, liefern die Kolumnisten und ich Ihnen hier auf Mr-Market ein breites Angebot an Wissen und Ideen, aus dem Sie für Ihr konkretes Handeln am Markt, aber das für sich heraus picken und umsetzen müssen, das wirklich zu Ihnen passt! Diese Aufgabe kann ich Ihnen nicht abnehmen.

Das heisst nicht, dass Sie nicht alles lesen und aufnehmen sollten. Doch das sollen Sie hier, das macht Sinn, um den Markt in der ganzen Breite zu erleben und Wissen aufzubauen. Zwischen Wahrnehmung und Handlung, ist aber noch ein wichtiger Unterschied!

Es ist gut, viel wahr zu nehmen und offenen Auges durch die Welt zu gehen. Neue Dinge und Techniken kann man auch nur entdecken, wenn man nicht mit Scheuklappen, Bias und massiver Wahrnehmungs-Selektion durch das Leben geht.

Die Kunst bei aller Aufnahmebereitschaft ist aber, sich beim Handeln selber zu konzentrieren, sonst bekommt man am Ende gar nichts mehr "gebacken".

Betrachten Sie die 5-10 Artikel pro Tag im Premium-Bereich also wie eine Pralinenschachtel, es macht Spass sie anzusehen. Und jede Praline für sich schmeckt ja lecker, aber würde man versuchen alle gleichzeitig zu essen, bekäme man garantiert Bauchweh. Anschauen kann man alles, wenn es ans Essen geht, liegt aber in der Selektion der Genuss!

Und bitte glauben Sie auch nicht, dass ich all das auch immer selber aktiv handele, was ich hier an Themen und Ideen liefere. Das ginge doch gar nicht. Ich lasse Sie an Vielem teilhaben, das ich im Laufe eines Börsen-Tages wahrnehme. Und würze das mit Erklärungen und Hintergrundinformationen. Und genau diese Kombination der Aktualität mit der Vermittlung von Wissen und Kontext, macht das Besondere von Mr-Market aus, das man woanders in dieser Form nicht oder höchst selten findet.

Etwas zu sehen, ist aber wie oben schon gesagt nur die erste Stufe einer sinnvollen Selektion. Um es zu handeln, sollte es eben auch zu der eigenen Strategie, den Rahmenbedingungen und den eigenen Fähigkeiten passen! Und dabei fällt dann vieles durch den Rost, was für sich alleine gesehen, sehr wohl eine schöne "Praline" sein könnte.

Konkret habe ich selber doch eine ruhige Investmentstrategie, die ich hier schon oft beschrieben habe. Die ziehe ich einfach "stur" durch.

Und dann trade ich auch bestimmte Gelegenheiten opportunistisch, wobei das bei mir - wie ich ja zuletzt ausführlich beschrieben habe - durch den Zeitaufwand für diesen Blog gegenüber früher etwas weniger geworden ist. Es macht halt einen Unterschied, ob man einen "heissen" Trade in Ruhe beobachten und "babysitten" kann, oder ob man dazwischen immer wieder längere Phasen hat, in denen man konzentriert schreibt.

Und dabei müssen Sie ja noch berücksichtigen, dass ich als extreme "Informations-Verarbeitungs-Maschine", in dieser Intensität wohl eher eine Ausnahme bin. Meinen etwas ungewöhnlichen Weg, habe ich ja ausführlich vor über 3 Jahren hier beschrieben. In einem sehr persönlichen Artikel, den eigentlich jeder mal gelesen haben sollte. Auch wenn ich heute, nach der langen Zeit und dem Aufbau des Blogs, ein paar Dinge leicht anders schreiben würde, ist das immer noch lesenswert und auf mich im Wesentlichen zutreffend:
-> Der Trader, das unbekannte Wesen <-

Selektion ist also Trumpf, auch für Sie. Und Disziplin und bewusstes Handeln ist Trumpf, auch für Sie!

Stellen Sie sich mal bewusst die Frage, was Sie am Markt besonders gut können. Bei welcher Technik, glauben Sie die notwendigen Handlungen zu beherrschen, welche Methodik liegt Ihnen und Ihrer Psychologie?

Wenn Sie diese Frage überhaupt beantworten können, sollten Sie genau in diese Techniken mehr hinein investieren. Dort liegt dann vielleicht Ihr Anlage-Glück begraben.

Und wenn Sie diese Frage noch gar nicht beantworten können, müssen Sie erst einmal für sich eine Antwort finden. Dafür biete ich Ihnen ja hier immer wieder eine komplette Auswahl an "Pralinen", heute auch wieder von langfristigen Erwägungen bis Daytrading.

Um aber heraus zu finden, was zu Ihnen passt, muss man sich damit beschäftigen und es auch ausprobieren. Die Besonderheit des Börsenhandels ist ja, dass unsere Psychologie mindestens 50% des Erfolges ausmacht.

Und so gibt es viele Techniken, die sich zwar theoretisch sehr attraktiv anhören, erst wenn man sie ausprobiert, kann man aber bemerken, dass man psychologisch damit gar nicht klar kommt.

Aus diesem Grunde, halte ich auch von „Papertrading“ wenig, es fehlt völlig der Einfluss der Emotionen, der erst dann zum Tragen kommt, wenn es um etwas geht. Es gibt eben Dinge, die kann man nur wirklich lernen, in dem man eigene Erfahrungen macht. Aktiver Handel an den Märkten, gehört für mich ganz klar dazu.

Also: Fokussieren Sie sich! Beantworten Sie die Frage nach *ihrer* Strategie. Und laufen Sie nicht jeder der Ideen hinterher, die irgendwo generiert werden. Wenn Sie das noch tun, stehen Sie noch ganz am Anfang. Generieren Sie statt dessen eigene Ideen, die zu Ihrer Strategie passen!

Und in dem Sie diese Ideen dann mit anderen hier im Forum der Community teilen, helfen Sie sich selber am meisten. Denn erst in dem man etwas für andere aufschreibt, wird man gezwungen, es so richtig zu durchdenken und abzuklopfen. Wer schreibt bleibt. 😉

Erneut, das ist hier eine Pralinenschachtel. Und ein Mentoring. Ihr Job ist, aus der Breite der Möglichkeiten und Techniken, wenige Dinge auszuwählen und in denen mit meiner Hilfe und der Hilfe der Community richtig gut zu werden! Und das nennt man Strategie. Ich habe eine. Und Sie?

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Die Bedeutung des Zeithorizonts bei Anlage und Trading

Der folgende Artikel beruht auf einem Beitrag, der schon seit Jahren in der Rubrik "Grundsätzliches für Neueinsteiger", allen neuen Mr-Market Migliedern nahe gebracht wird.

Sie werden jetzt vielleicht denken: "Dann ist das ja für mich nicht interessant, ich bin ja kein Neuling." 😉

Und Sie liegen dann mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch.

Denn beim Zeithorizont der Geldanlage inkonsequent zu handeln - oder sich darüber nicht einmal im Klaren zu sein - dürfte einer der schlimmsten und teuersten Fehler sein, der immer wieder, immer wieder und immer wieder, von Anlegern gemacht wird.

Vielleicht nehmen Sie sich ja doch mal ein paar Minuten und lassen sich auf das Thema ein:

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Kennen Sie das nicht? Da haben Sie sich eine "tolle" Aktie ausgesucht, mit der Sie auf den Spuren von Warren Buffett wandeln wollen. Die werden Sie ganz gelassen langfristig halten, das haben Sie fest vor.

Zwei Monate lang fühlen Sie sich auch als toller "Investor", dann taucht bei der Aktie ein Problem auf, mit dem Sie nie und nimmer gerechnet haben. Und das "Mistding" fällt.

Zunächst sind Sie ja noch ganz ruhig, die Aktie ist ja "Value" - diese schöne wohlklingende Worthülse, mit dem man sich beruhigt, wenn man in Wirklichkeit keine Ahnung hat, was da wirklich gerade passiert.

Aber das "Mistding" fällt weiter. Sie werden nervös, verstehen nicht was los ist und irgendwann nach 4 Monaten, verkaufen sie das "Mistding" mit hohem Verlust. Und von nun an schauen Sie nicht mehr hin, so wie jemand der den Kopf in den Sand steckt glaubt, nun könnte ihn niemand mehr sehen. 😉

Drei Jahres später erreicht die Aktie ein neues Allzeithoch und gehört zu den stärksten Werten des Kurszettels.

Was war Ihr Problem? Wo lag der Fehler? Sie hatten eine langfristige Stategie und haben diese aber durch kurzfristiges Handeln ausser Kraft gesetzt. SO. GEHT. DAS. NICHT!

Sie kennen es vielleicht aber auch anders herum.

Sie haben diese "geniale" Super-Duper-Aktie mit den tollen Chancen. Das ist nun "fast sicher", dass die nach oben dreht. Meinen Sie zumindest, weil irgend jemand diese Aktie massiv promotet.

Sie wollen ja auch nur einen kurzfristigen Trade eingehen und die "einmalige" Chance mitnehmen. Und so steigen Sie dieses Mal nicht als Warren Buffett, sondern als wiedergeborener "jesse Livermore" kurzfristig ein. Dann aber fällt das "Mistding". 😉

Und weil nur Ihre Selbstüberschätzung grösser als Ihr Unwissen ist, haben Sie leider auch keinerlei Absicherungs- oder Exitstrategie. Aber das "Mistding" fällt trotzdem weiter, oder vielleicht auch gerade deswegen. 😉

Nun wollen Sie aber nicht mehr verkaufen. Nun ist es zu spät. Weil aber der Schmerz zu gross ist, schauen Sie einfach nicht mehr hin. Das macht die Sache natürlich besser. 😛

Und so bleibt der Titel im Depot und da es ein "heisser" Reifen war, den mal wieder eine der "Postillen" durchs Dorf getrieben hat, geht die Aktie im Sinne -> tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss <- Pleite, der Kurs ist Null und wird irgendwann ausgebucht.

Wenigstens haben Sie aber nicht mehr hingeschaut, wie gesagt, dass hat das alles natürlich viel besser gemacht. Falls Sie hier Sarkasmus bemerken, haben Sie Recht! 😉

Was war Ihr Problem? Wo lag der Fehler? Auch hier die Disziplin bei der Strategie und beim Zeithorizont. Sie hatten eine kurzfristige Strategie und als diese nicht funktionierte, haben Sie statt eines kurzfristigen Exits, die Position zur langfristigen Anlage umgedeutet.

Und was ist der gemeinsame Nenner der Fehler?

In beiden obigen Fällen, wurde beim Zeithorizont schlampig und undiszipliniert agiert. DAS. KANN. NICHT. FUNKTIONIEREN!

Wenn Sie sich jetzt wiedererkennen, das Thema aber nicht mit Disziplin und Risikomanagement im Griff haben, müssen Sie sich wirklich nicht über schlechte Anlageergebnisse wundern!

Aber das Problem beginnt schon viel früher, bei der reinen Kommunikation. Denn schon wenn über den Markt geredet wird und der als "bullisch" oder "bärisch" deklariert wird, wird zu oft vergessen genau zu definieren, auf welchen Zeithorizont sich die Aussage bezieht.

Dummerweise gilt aber:

Ohne eine konkrete Definition des Zeithorizontes, in dem sich die Aussagen bewegen, sind alle Markt-Kommentare wertlos !

Warum ? Ganz einfach. Weil ein Markt sich gleichzeitig! auf der langfristigen Ebene (Monate, Jahre) in einem Abwärtstrend befinden kann. Sich auf der mittelfristigen Ebene (Wochen, Monate) in einem gegenläufigen Aufwärtstrend befinden kann. Und sich auf der kurzfristigen Ebene (Stunden, Tage) vielleicht gerade als perfekter Short darstellt. Alles gleichzeitig !

Das ist auch kein Sonderfall, sondern völlig normal, dass der Markt auf unterschiedlichen Zeitebenen sich in unterschiedlichen Situationen befindet. Was also sagt es Ihnen, wenn Ihnen jemand erzählt, er hätte gerade die XYZ Aktie gekauft oder verkauft ? Nichts ! Absolut Nichts !

Denn vielleicht war es ein Intraday Trade und vielleicht eine langfristige Investition. Ohne das zu wissen, ohne also zu wissen, was das Ziel der Transaktion ist (wo wir wieder zum Thema Setup kommen) sind Aussagen zum eigenen Handeln ohne jeden Wert und ohne jede Aussagekraft !

Wichtig ist deshalb zu wissen, in welchem Zeithorizont man sich bewegt, wenn man Aussagen liest wie: "das Chart der Aktie sieht schlecht aus" oder "das ist eine klare Wendeformation".

Hier auf Mr-Market versuchen wir in der Regel diese Information im Kontext mitzuliefern. Und wenn Sie hier ein Chart sehen, brauchen Sie nur auf die Art der Kerzen schauen. Wenn ein Chart mit Wochenkerzen benutzt wird, ist es natürlich eine langfristige Aussage über Monate und Jahre. Und wenn ein Chart mit Minutenkerzen benutzt wird, ist es natürlich eher eine Intraday-Aussage.

Und wenn beides nicht als Referenz vorhanden ist, sollten Sie wissen, dass der Standardzeitraum über den wir hier täglich schreiben, der Ausblick auf Tage und Wochen ist. Also ein kurz bis mittelfristiger Blick.

Achten Sie also bei der Interpretation von Inhalten zum Markt unbedingt auf den Zeithorizont. Und wenn Sie als normaler Anleger mit Beruf zum Beispiel Ihre Anlagen auf Basis von Tagesschlusskursen managen - was jeder Menge Sinn macht und für Sie einen mittelfristigen Anlagehorizont definiert - dann darf eine Aussage von Dritten zu Intraday Strukturen Sie nicht zu irgendwelche Handlungen veranlassen. Das eine hat mit dem anderen dann nichts zu tun.

Die Darstellungen auf der kurzfristigen Zeitebene zu lesen und zu verstehen, macht dann immer noch Sinn. Weil man so lernt, wie die Märkte "ticken" und dieses Wissen kann einem auch auf der eigenen Zeitebene nützlich sein. Aber ein Handlungszusammenhang zwischen einer kurzfristigen Strukturbetrachtung und einer eigenen mittelfristigen Strategie besteht nicht! Merken Sie sich das unbedingt.

Und wenn Ihnen Autoren begegnen, die über den Markt schreiben ohne zu definieren, auf welche Zeitebene sich ihre konkreten Aussagen beziehen, sollten Sie einen weiten Bogen darum machen, da fehlt es völlig an Grundlagen.

An dieser Nahtstelle kann man auch immer wieder gut erkennen, wer selber eine klar definierte Strategie hat - wie ich das ja immer wieder predige - und wer nicht. Denn wenn man diese Strategie hat, hat man auch keine Aufregung und auch keine Not hinter Kommentaren hinter her zu laufen, die sich auf ganz andere Zeitebenen beziehen.

Und vor allem wird man dann nicht so schnell von wilden Swings des Marktes aus der Bahn geworfen und agiert ruhiger und gelassener. Man hat dann ja seine definierte Strategie, setzt die diszipliniert um und weiss dann ja, worauf man sich eingelassen hat und welche Risiken man eingeht.

So .... ich hoffe die paar Minuten des Lesens waren es für Sie wert um zu erkennen, wie eminent wichtig es ist, sich immer über den Zeithorizont im Klaren zu sein, in dem sich die eigene Strategie bewegt. Und sich auch strikt und diszipliniert daran zu halten!

Ihr Hari

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Börsenerfolg: Worauf warten Sie noch?

Pfingsten rückt näher und die Börsen notieren nahe der Höchststände. Das ist doch ein guter Zeitpunkt für uns alle, um uns einmal zurück zu lehnen und die Frage zu stellen, ob wir mit unserem Börsenerfolg zufrieden sind?

Ich bin sicher, bei einigen von Ihnen ist das nicht der Fall. Aber wie kann das sein, Sie sind doch intelligent, gebildet und die Märkte steigen und steigen seit Jahren, als ob es kein Morgen mehr geben würde. Wie kann das also bei diesen Voraussetzungen sein?

Die harte, aber trotzdem wohl wahre Antwort ist: das liegt wohl an Ihnen. Ja, an Ihnen! Das Problem starrt sie sozusagen im Spiegel an. 😉

Es bleibt ja auch niemand anderes übrig. Ich weiss, das ist nichts, was man gerne liest und ich mache mir damit nicht notwendigerweise Freunde. Aber es ist trotzdem wahr. Denn die Märkte sind objektiv jahrelang gestiegen und auch ein Affe hätte durch den Kauf ein paar zufälliger ETFs seit 2012 mit Sicherheit ein paar sehr gute Gewinne produziert!

Aber vielleicht sind ja die "Tips" schuld, denen Sie gefolgt sind? Sagen wir es mal so, das kann insofern schon sein, als viel geschrieben wird, wenn der Tag lang ist. Und nicht alles hat wirklich Qualität und Substanz.

Aber auch diesen Schuh, müssen Sie sich irgendwie wieder selber anziehen, ich kann Ihnen das nicht ersparen. Denn Sie haben sich Ihre Quellen ja ausgesucht.

Damit sind wir schon beim ersten grossen Irrtum. Klar, das Internet ist voller vordergründig kostenloser Informationen, auch zum Finanzmarkt und man kann sich endlos verklicken und kein Ende finden. Aber von ein paar lobenswerten Altruisten abgesehen, haben diese Informationen einen Zweck. Und meistens einen Wirtschaftlichen! Und deshalb mag das Herumklicken unterhaltsam sein, profitabel ist es nicht.

So verdienen einige Seiten Geld mit den Klicks, die Sie auf die Artikel machen. Glauben Sie ernsthaft dann tief schürfende Artikel zu bekommen? Nein, dann kommt es für den Betreiber eher darauf an, die Schlagzeilen möglichst "knackig" zu machen, damit der "Klick" ausgelöst wird. Auf den Inhalt kommt es dann weniger an. Wie überall gibt es lobenswerte Ausnahmen, aber man findet es oft, dass zwischen dem reisserischen Titel und dem dünnen Inhalt, eine massive Diskrepanz existiert.

Andere verdienen Geld mit -> Auftragsartikeln <-, die aber nicht als solche gekennzeichnet sind. Früher nannte man das "Schleichwerbung". Sie glauben doch nicht ernsthaft, sich an der Börse einen Vorsprung zu erarbeiten, in dem sie so etwas lesen?

Ich könnte lange so weiter machen. Und damit sind wir bei dem ersten von zwei Themen, die Sie nun mal endlich angehen sollten, wenn Sie nicht zu der Minderheit gehören, die das schon getan hat. Weil diese beiden Themen einfach unerlässlich für den Börsenerfolg sind. Das erste ist:

Achten Sie auf die richtigen Informationsquellen, aus denen Sie Ihre Kenntnisse beziehen!

Machen Sie sich bitte unbedingt klar, dass der Finanzmarkt der wettbewerbsintensivste der ganzen Welt ist! Es gibt nach meiner Überzeugung kein Spiel, keinen Sport und keinen Wirtschaftsbereich, in dem der Wettbewerb noch intensiver und aggressiver ist, als beim Versuch, sich am Finanzmarkt einen Vorteil zu verschaffen.

Und denken Sie daran, dass Sie wenn Sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, diese ja nicht "von der Börse" kaufen, sondern von einem anderen Marktteilnehmer, der genau die Gegenposition einnimmt. Der Ihnen also verkauft, was Sie kaufen, und kauft, was Sie verkaufen.

Jede Ihrer Handlungen am Markt ist also sozusagen ein intellektueller Wettbewerb mit dem "auf der anderen Seite", der aber für Sie unsichtbar bleibt.

Und dabei treten Sie gegen einige der intelligentesten Köpfe des Planeten, gegen die schnellsten Computer und besten Algorithmen an, die man programmieren kann. Denn hier geht es um mehr als um eine Medaille oder Ruhm, hier geht es um hartes Geld im Milliardenvolumen!

Das ist der Wettbewerb, in dem Sie mitspielen wollen, machen Sie sich das klar! Und das ist der Wettbewerb, in dem wir mitspielen müssen, da es kaum mehr andere Wege gibt, für sein Kapital eine sinnvolle Rendite zu erzielen. Und das Tolle ist, wir können in diesem Wettbewerb tatsächlich mithalten, zeigen Sie mir einen Sport, in dem Sie mit den Weltbesten ihre Kräfte messen können?

Aber jetzt schauen Sie sich doch bitte mal im Spiegel an und fragen sich, ob es in Anbetracht dieser Gegner Sinn macht, in diesen Wettbewerb ohne hervorragende Informationsquellen zu gehen und Ihr Kapital zu riskieren?

Wohl kaum. Es ist eher die Bereitschaft, sich freiwillig zur Schlachtbank zu begeben und nicht ohne Grund scheitern so viele, sich selbst überschätzende Privatanleger an der Börse, die im sonstigen Leben durchaus erfolgreich sind.

Es ist also völlig illusorisch von Börsenerfolg zu träumen, wenn man ziellos und immer nur wenn man Lust und Laune hat, herum klickt. Auf der sinnlosen Suche nach dem "heissen Tip".

Selektieren Sie statt dessen wenige, aber kompetente Quellen, die Sie regelmässig verfolgen. Quellen, bei denen Sie wissen, wie die sich finanzieren und die damit auch offen umgehen. Quellen, die konsistent und über einen längeren Zeitraum wertvolle Informationen bereit stellen und bei denen Sie auch Kontextinformationen erhalten und nicht nur das irrelevante "Kauf mich jetzt" der Marktschreier.

Und klar, natürlich halte ich neben anderen, auch Mr-Market.de für so eine Quelle. Und ich will Sie natürlich mit diesem Beitrag motivieren, nun mal endlich flapsig gesagt "ihren Hintern hoch zu bekommen" und ihren Börsenerfolg strukturiert und diszipliniert anzugehen. Und dafür hier Mitglied zu werden, denn viele Angebote dieser Art, gibt es im deutschen Sprachraum nach meinem Eindruck wirklich nicht.

Ich merke ja auch, dass es viele Leser da draussen gibt, die sozusagen Hin- und Her überlegen, ob sie denn Mitglied werden sollen. Und den im Vergleich zur gebotenen Leistung wirklich sehr geringen Jahresbeitrag als Hürde empfinden, obwohl sie etwas provokant gesagt, problemlos das Zehnfache für farblich abgestimmte Lack- oder Holzintarsien im neuen Auto ausgeben würden. Beziehungsweise Jüngere schnell den gleichen Betrag für "Ingame-Schwerter und Rüstungen" in Online-Rollenspielen, also für digitale Pixel ausgeben. 😉

Was ich Ihnen hier aber eindringlich vermitteln will ist: Wenn Sie Ihre Informationsquellen nicht professionalisieren, haben sie sowieso keine Chance am Markt. Und es fragt sich, warum Sie so Ihr wertvolles Kapital riskieren.

Denn die entscheidende Ware am Finanzmarkt ist *Information*.

Erfolg beruht immer auf einem Informationsvorsprung gegenüber der "Herde" und den muss man sich hart erarbeiten, der wird einem nicht geschenkt. Zugriff auf gute Quellen, die einem dabei helfen und Informationen geeignet aufbereiten, sind die zwingend notwendige Grundlage, ohne die es nicht geht.

Warum wohl investieren Hedgefonds Millionen für kleine Informationsschnipsel, die sie minimal schneller, besser, intelligenter als anderen machen? Eben weil Information die entscheidende Ware am Finanzmarkt ist! Und Sie wollen mit Ihrem sauer verdienten Vermögen, gegen diese Gegner antreten, während Sie zögern, überhaupt mal minimal etwas in gute Information zu investieren? Da kann ich nur sarkastisch und ironisch "viel Erfolg" wünschen. 😉

Eine einzige falsche Entscheidung, ein einziger dieser sinnlosen, aber kostenlosen "heissen Tips", der Sie mal wieder "in die Grütze" reitet und schon ist mehr verloren, als der Zugang zu seriösen Informationen kostet. Seien Sie doch froh, dass Sie seriöse und werthaltige Informationen daran erkennen können, dass diese eben nicht marktschreierisch feil geboten werden! Also, wählen Sie Ihre Informationsquellen in Börsenfragen sorgfältig. Das ist sozusagen die halbe Miete beim Börsenerfolg.

Gute Informationen alleine sind aber umgedreht keine Garantie für Erfolg, das gehört noch eine Menge mehr dazu und viel davon hat mit Psychologie und Selbsterkenntnis zu tun. Aber gute Informationen verhindern wenigstens, dass Sie von vorne herein einen so massiven Nachteil gegenüber den anderen haben, dass Sie sowieso keine Chance hätten! Und das ist ja auch schon ein Fortschritt!

Die andere Hälfte die zwingend nötig ist, hat mit einem Thema zu tun, das Ihnen vielleicht auch bekannt vorkommt: Disziplin!

Denn es gibt keine einfachen und anstrengungslosen Weg, der zu Erfolg an der Börse führt - dafür ist der Wettbewerb viel zu stark. Gäbe es ihn, würden die anderen den ja auch kennen und der Kurs des Assets wäre schon viel höher und der Weg könnte deshalb nicht mehr funktionieren. Denn wir sind nicht klüger als der Markt - kein bisschen. Und wenn wir unsere Informationen per Zufall von irgendwelchen Seiten beziehen, deren wirtschaftliche Absichten im Dunkel liegen, müssen wir uns über gar nichts wundern.

Was einfach nötig ist, ist Disziplin, Fleiss und Standfestigkeit. Sie müssen das Thema Börsenerfolg wie ein Projekt angehen: überlegt, mit Strategie, konsequent und jeden Tag diszipliniert.

Viele sagen jetzt, ihnen fehlt dafür die Zeit neben der Arbeit. Das mag sein und ist auch in Ordnung. Dann sollten Sie aber auch nicht in Selbstüberschätzung glauben, mit eigenen, unkoordinierten und zufälligen Anlageentscheidungen, etwas Positives für Ihr Depot zu erreichen! Dann sollten Sie Ihr Geld besser in -> kompetente Hände <- geben.

Ich sage hier ganz eindeutig: Erfolg am Finanzmarkt ist möglich, auch für uns. Eine ebenso gute und kluge Entscheidung ist aber zu erkennen, dass man diesen Weg selber nicht gehen kann und will und sein Kapital daher in kompetente Hände zu geben. Was dagegen irrational ist, ist sich mit untauglichen Mitteln und ohne Strategie in die wettbewerbintensivste Löwengrube dieses Planeten zu begeben!

Abgesehen davon, stimmt das mit der fehlenden Zeit für die meisten Menschen ja nicht, es ist vielmehr in der Regel einfach eine Frage von Prioritäten. Auch wenn man viel arbeitet, kann man oft eine knappe Stunde am späten Abend oder wenigstens eine Stunde jedes Wochenende für die Börse reservieren. Es kommt dann eben entscheidend darauf an, dass man die Informationsquellen und die eigene Strategie auch an den zeitlichen Möglichkeiten ausrichtet.

Wer nur eine Stunde am Tag am späten Abend hat, muss halt zum Beispiel eine Technik wählen, wie ich sie im Artikel -> Tradingsystem für Berufstätige <- beispielhaft skizziert habe. Und sollte die Finger von allen Anlagen lassen, die mit dem Zeitaufwand nicht sinnvoll zu handeln sind - womit wir wieder beim Thema "Disziplin" sind.

Und dann brauchen Sie unbedingt auch noch die Möglichkeit, sich in einem vertrauenswürdigen Umfeld mit kompetenten Gleichgesinnten auszutauschen und sich gegenseitig zu helfen und auf Ideen zu bringen. Denn alleine bekommt man das nicht hin, man beginnt sich dann im Kopf im Kreis zu drehen. Wir sind soziale Wesen und brauchen Input von aussen. Wichtig ist halt darauf zu achten, dass der Input von Menschen kommt, die kompetent sind und etwas zu sagen haben. Womit wir wieder bei der bewussten Auswahl unserer Börsenmedien sind.

All das bietet Ihnen Mr-Market.de. Und dieser Blog ist nicht die einzige derartige Quelle, aber es sind nach meinem eigenen Eindruck nicht viele im deutschsprachigen Raum, die alle Kriterien erfüllen, in den US ist die Börsenkultur eine andere.

Also frage ich Sie erneut: Worauf warten Sie noch?

Dass der Reichtum durch Ihr "goldenes Händchen", anstrengungslos in Ihr Depot hinein rollt? Ernsthaft? Hat es denn bisher geklappt? 😉

Was Sie als Grundlage brauchen, sind die richtigen Informationsquellen und dann Fleiss, Disziplin und die Bereitschaft an sich zu arbeiten!

Das ist keine Garantie für Erfolg, aber es eröffnet eine echte Chance. Und selbst wenn nicht alle Träume in Erfüllung gehen, ermöglicht es sich weiter zu entwickeln und es macht ja auch schlicht Spass, sich diesem intellektuellen Wettbewerb der Marktteilnehmer zu stellen, der jeden Tag immer wieder am Finanzmarkt ausgetragen wird.

Klar ist auf jeden Fall, hier bei Mr-Market ist ein Ort, der Ihnen eine kompetente und verlässliche Informationsgrundlage geben will. Hier gibt es keine Werbung, keine Rabatte, keinen Abschlussdruck und keine Vertriebsaktionen. Denn wenn Sie sich von solchen Methoden treiben lassen würden, würde ihnen sowieso die Grundlage fehlen, um gegen Mr. Market bestehen zu können.

Denn der zieht psychologisch alle Register und nur wer sich der eigenen Psyche und den eigenen, fehlgeleiteten Reflexen stellt, hat dauerhaft eine Chance. Das ist ohne Frage schwierig, aber es lohnt sich. Und genau auf diesem Weg soll Ihnen hier geholfen werden.

Also: Worauf warten Sie noch?

Wenn Sie nicht zu Mr-Market.de wollen, ist das doch in Ordnung. Dann suchen Sie sich andere, seriöse Quellen. Die gibt es.

Aber vor allem: Tun Sie es endlich! Strukturieren und professionalisieren Sie Ihre Informationsquellen! Zu Ihrem eigenen Wohl!

Ihr Hari

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Unsere Verlustangst oder wie man dem Affen Zucker gibt

Der folgende Beitrag erschien am Donnerstag 16.01.14 11:00 in Hari Live und wurde für die heutige Veröffentlichung im freien Bereich leicht angepasst

Ein Mitglied der Community hat im Forum den folgenden Satz geschrieben:

“Ich habe zum Anfang des Jahres eine kleine Position Barrick bei 12 knapp irgendwas gekauft und sie kürzlich zu 13,11 aufgestockt. Wenn ich schon länger hier dabei wäre, hätte ich das – mit den vernünftigsten Begründungen – vermutlich nicht getan. Trotzdem schlafe ich jetzt besser, weil ich das Gefühl habe, einen Fuß in der Tür zu haben. Psychologischer Hintergrund: ich glaube, ich leide mehr, irgendwo nicht mit dabei zu sein, wo eine Chance lauert, als dabei zu sein, wenn’s bergab geht. Ist das normal? ”

Diese kleine Frage hat wichtigen, grundsätzlichen Charakter und ist unbedingt einen Artikel wert.

Zunächst: ja das ist normal ! Allerdings leiden Anleger nicht bei jeder theoretisch verpassten Chance an Verlust- bzw Verpassens-Angst, sondern nur bei einer, die vorher emotional aufgeladen wurde.

Denn es ist eine in der „Behavioral Finance“ bekannte Tatsache, dass wir Menschen im Durchschnitt Verluste intensiver empfinden als Gewinne. Was wir aber in unserem verfehlten Glauben an unsere „Ratio“ dabei gerne übersehen ist, dass der Massstab von „Verlust“ und „Gewinn“ nicht der objektive Verlust/Gewinn ist, der in Zahlen auf dem Depotauszug zu sehen ist.

Es ist vielmehr die subjektive Wahrnehmung von Bedeutung. Und die ist extrem selektiv und irrational und von massivem Bias geprägt. Wir sehen die Welt mehr durch den Filter der Augen, die etwas sehen wollen, als mit einem objektiven Blick. Sind aber immer zutiefst überzeugt, genau “die Wahrheit” gesehen zu haben. Ich verstehe bis heute nicht, warum in Strafprozessen Menschen mit ihren kognitiven Defiziten als “Zeugen” zugelassen sind und damit das Schicksal anderer bestimmen, aber das ist eine andere Geschichte.

Übrigens, falls Sie das Thema interessiert, empfehle ich den Klassiker von Watzlawick -> Wie wirklich ist die Wirklichkeit <-. Darin geht es vor allem um den kommunikativen Aspekt dieser Wahrnehmung von “Wirklichkeit”, das Problem dehnt sich in Realität sogar auf alle unsere Sinne aus. Denn wir sehen nicht die Wirklichkeit der Welt, sondern lauschen den Mustern unseres Gehirns, die dieses aufgrund des Inputs generiert – ein erheblicher Unterschied, da die Muster durch Kultur und Sozialisierung geprägt werden und nicht objektiv sind! Das Buch ist sehr lesenswert.

Warum also haben viele die an Gold interessiert sind, derzeit grosse Angst, den vermeintlich "sicher" kommenden Anstieg zu verpassen und steigen deswegen immer wieder ein ? Die Antwort ist, weil Sie Angst vor dem grossen Verlustgefühl haben, das eintritt, wenn die Kurse dann doch anziehen und man nicht dabei ist.

Warum haben aber die gleichen Anleger kein intensives Verlustgefühl dabei empfunden, wenn Sie in 2013 vielleicht Tesla und Solar und Biotech verpasst haben, all die Sektoren, an denen wir hier gut verdient haben ? Da wird dann aber die Schulter darüber gezuckt, obwohl die “Verluste” an Gelegenheit vielleicht massiv waren. Aber wie sagt das Sprichwort so schön: “Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.”

Und warum kann der gleiche Anleger, problemlos eine Anlage massiv ins Minus laufen lassen und seine Augen darüber verschliessen ohne schlecht zu schlafen, wenn er nur das Wort „Value“ auf den Titel darauf geklebt hat ? Warum ist die Sehnsucht nach „Value“ deshalb bei vielen Anlegern so unermesslich gross ?

Alle diese „Warums“ haben eine ähnliche Ursache, die mit unserem eigenen Bias, mit unseren Erwartungen und unserer Verlustangst zu tun haben.

Wir haben Angst den Anstieg bei Gold zu verpassen, weil wir einen massiven Bias haben, der uns fälschlicherweise einflüstert, Gold „muss“ ja wieder steigen. Und solange diese Bias da ist, haben wir inneren emotionalen Druck. Nur hat der Bias leider nicht recht, der Markt „muss“ gar nichts.

Wir haben keine schlechten Nächte bei Tesla etwas verpasst zu haben, wenn und weil wir den Titel nicht mit Erwartungen aufgeladen hatten. Schulterzucken.

Wir können eine Aktie ins Minus laufen lassen, wenn wir uns vorgaukeln das sei ja „Value“ und müsste deswegen sowieso wieder steigen. Erneut ein massiver Bias.

Und unsere Sehnsucht nach „Value“ ist so gross, weil uns das eine Sicherheit vorgaukelt, die unsere armen gebeutelten Seelen so dringend ersehnen, die uns aber der fiese Mr. Market sowieso nie geben wird !

Sie sehen schon, worauf ich hinaus will. „Verlust“ und „Gewinn“ empfinden wir nicht anhand objektivem Plus/Minus im Depot, sondern aufgrund höchst irrationaler Emotionen und Erwartungen. Und deshalb ist das alles kein guter Ratgeber.

Nun sind wir aber alle Menschen und haben das Problem alle, dass unsere Ratio dünner ist als wir glauben und wir weit stärker von Reflexen gesteuert werden, die sich der unmittelbaren Gehirnkontrolle entziehen - unser "geliebtes Affenhirn". 😉

Selbsterkenntnis ist zwar der erste Weg zur Besserung und zeitweise können wir diese Reflexe und Emotionen mit unserem Intellekt auch analysieren und so in die richtigen Bahnen lenken. Aber niemand kann das immer, auch ich nicht. Wir sind Menschen und das hat ja auch seine Vorteile. 😉

Es gibt zwei prinzipielle Arten, die Problematik in den Griff zu bekommen. Beide Arten bespreche ich hier immer wieder;

(1)

Wir können uns selber einer Routine bei den Abläufen unterziehen, die unserem „Affengehirn“ Disziplin aufzwingt. Wenn Sie so wollen, bauen wir uns so selber ein Korsett der Handlungen, das uns helfen soll, der Ratio einen Vorteil zu verschaffen und emotionale Adhoc-Aktionen zu erschweren. Das sind alle meine Ratschläge zum Thema Strategie/Disziplin/Methodik und Checkliste, die ich in Hari Live mit Ihnen teile.

(2)

Wir können unser Affengehirn überlisten, in dem wir dem Affen kontrolliert „Zucker geben“. Das sind Techniken, wie ich sie hier auch immer wieder propagiere, dass man zum Beispiel Positionen in Teilen auf- und abbaut, statt immer schwarz/weiss die digitale rein/raus Frage stellen zu müssen. Wir überlisten uns so selber. Auch das kann sinnvoll sein, solange wir nie vergessen, warum wir das tun und wen wir hier überlisten.

Summa Summarum kann ich nur wiederholen, dass diese Problematik absolut zentral für uns alle ist. Wir alle haben das Problem - leicht unterschiedlich, weil wir unterschiedliche Menschen sind - aber wir alle haben es ! Und deshalb müssen wir die Problematik in unser Vorderhirn auf die Bewusstseinsebene heben. Denn wenn wir es nicht tun, sind wir weiter Sklaven unseres „Affenhirns“ und der Markt deckt diese Mängel gnadenlos auf und das Ergebnis sind rote Zahlen im Depot.

Man kann also zum konkreten Fall der obigen Frage in meinen Augen die folgenden Aussagen festhalten:

1. Verlustängste beim „zwangsläufigen“ Rebound von Gold nicht dabei zu sein, sind irrational. „Zwangsläufig“ ist da objektiv gar nichts, diese Sicht gaukelt uns der Pro-Gold Bias vor. Unsere Überzeugungen erdrücken sozusagen unser rationales Handeln.

2. Die Edelmetalle sind aber aktuell zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen Blick wert und könnten tatsächlich vor einer Stärkephase stehen. Zumindest eröffnet das Marktverhalten diese Möglichkeiten. Insofern ist es rational, dem „Affen etwas Zucker“ zu geben und erste Startpositionen zu eröffnen, wenn man sowieso den Pro-Gold Bias hat.

3. Wenn man dem „Affen Zucker“ gibt, muss man sich aber auch zwingen, schon vorher klar zu definieren, unter welchen Umständen man den Zucker wieder entzieht. Denn wenn man das nicht vorher tut, wird einen der Bias dazu treiben, einfach drin zu bleiben und die Verluste aussitzen zu wollen. Genau das, was so vielen Laien bei ihren Anlagen passiert, von denen sie typischerweise immer „überzeugt“ sind.

4. Unser Seelenheil, also unser emotionales Kapital, hat mindestens ebenso grosse Bedeutung für den Börsenerfolg, wie das reale Kapital im Depot. Verschleudern Sie also Ihr emotionales Kapital nicht, in dem Sie endlos mit einer Verlustposition mitleiden. Erleben Sie mal, wie befreiend es sein kann, so einen Verlust zu realisieren und damit wieder den Blick frei zu bekommen. Haben Sie also immer eine Exit-Strategie. Das zumindest sollten Sie von Ihrem Affen fordern, bevor Sie ihm im Gegenzug ein Stück Zucker geben ! 😉

Ihr Hari

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Ist Börse für Sie Entertainment ? Oder wollen Sie doch lieber Geld verdienen ?

Ich kenne Sie. Ja, genau Sie !

Sie sind doch dieser Anleger, für den Börse furchtbar unterhaltend ist. Denn in jedem Artikel, den man in den Medien aufschnappen kann, liegt ja auch die Chance für schnelle Gewinne - die potentielle Kursrakete eben. Das ist ein bischen wie bei der Schatzsuche, oder wie Warren Buffett manchmal sagt: man fühlt sich wie ein Kind im Süsswarenladen.

Und so lesen Sie diesen schönen Artikel in dem bekannten Anlegermagazin. Da ist eine Aktie, die gefällt Ihnen einfach emotional. Zum Beispiel weil sie Produkte herstellt, die Sie mögen oder weil Sie zu den "nachhaltigen" Aktien gehört und man sich einfach als guter Mensch dabei fühlen kann, in diese Aktie zu investieren.

Und dann werden in diesem Artikel ausschliesslich allerlei Argumente für diese Aktie aufgelistet. Natürlich im Konjunktiv mit "könnte", "würde" und "sollte", aber was ist schon der Konjunktiv - den kann man doch überlesen. 🙂

Und auch ein kurzer Blick auf Bewertungsparameter, lässt die Aktie auf den ersten Blick als fair bewertet erscheinen. Besonders attraktiv scheint die Aktie zu sein, weil sie furchtbar am Boden liegt und so eine "gute", "solide" Aktie, die muss doch einfach steigen. Oder ?

Das ist alles sehr unterhaltend und vor allem lässt es in Ihnen emotional etwas anklingen. Sie mögen diese Aktie einfach und Sie mögen den Gedanken, diese im Depot zu haben. Sie sehen schon die grossen Gewinne vor sich, die Sie dann auch noch mit "nachhaltig" gutem Gewissen einstreichen können. Das Ganze ist ein richtiges "Wohlfühl-Investment".

Und deshalb muss es jetzt schnell gehen. Sie müssen nun schnell kaufen, bevor es die anderen tun. Schliesslich habe Sie ja diesen Trüffel entdeckt. Nur Sie ! Das es in einem Magazin steht, das auch hunderttausend andere Leser lesen und einige auch vorab bekommen haben - geschenkt. Das ist Ihr Schatz ! Mein Schatz !! 😉

Und siehe da, die Aktie ist heute schon 1% im Plus ! Verflixt, die Gelegenheit läuft Ihnen weg ! Nun aber schnell rein, bevor die grosse Rally losgeht .....

So werden Sie Aktionär dieser Aktie. Und fühlen sich genau einen Tag gut dabei und wurden toll unterhalten. Genau einen Tag. Was danach kommt, ist eine ganz andere Geschichte. Am Ende werden Sie aber nicht reich geworden sein und die Aktie wird Sie enttäuscht haben. Sie sehen, ich kenne Sie. 😉

Was Sie aber nicht getan haben, sind all die Dinge, die nicht unterhaltend wären, sondern bittere Fleissarbeit und Zeitaufwand bedeuten würden.

  • Sie haben nicht nach all den negativen Argumenten gesucht, die es zu jeder Aktie gibt und die im Artikel ausgelassen wurden, um eine schön unterhaltende, konsistente Story zu produzieren.
  • Sie haben sich nicht mit der Branche als Ganzes beschäftigt und auch nicht Mitbewerber ins Auge genommen.
  • Sie haben sich nicht das Chart auf verschiedenen Zeitebene betrachtet und damit die Timing-Frage gestellt, ob unabhängig von dem prinzipiellen "Mögen" der Aktie, nun der richtige Zeitpunkt zum Einstieg ist.
  • Sie haben sich nicht bemüht, die Risiken zu bewerten und sich auch nicht schon vor dem Einstieg die Frage beantwortet, ab wann Sie denn die Reissleine ziehen würden.
  • Sie haben noch nicht einmal ernsthaft die Möglichkeit erwogen, dass es ja doch anders kommen könnte, als im Artikel hoffnungsvoll dargestellt.
  • Sie haben nicht in Fleissarbeit alle in der nahen Zukunft liegenden Termine identifiziert, die unmittelbaren Einfluss auf die Kursentwicklung nehmen werden.
  • Sie haben nicht diese oberflächlichen Parameter wie KGV und KBV hinterfragt und sich darum bemüht zu verstehen, welchen Trackrecord das Management des Unternehmens eigentlich hat.
  • Sie haben auch nicht geschaut, ob das Management nun selber als Insider Aktien gekauft oder verkauft hat und vor allem wann das Management dieses getan hat.

Ich könnte noch lange weiter machen, aber jetzt ist es gut.

Nein, Sie haben sich einfach unterhalten lassen, wurden von dem Artikel emotional positiv berührt und haben dem Zwang nachgegeben, hier schnell einsteigen zu müssen - ohne dafür einen echten Plan über den Moment hinaus zu haben. Ich sagte ja, ich kenne Sie. 🙂

Nach dieser Vorrede dürfte Ihnen klar sein, dass aus so einer Geldanlage nur mit grossem Glück etwas werden kann und in der Vergangenheit ist bei Ihnen aus diesen Anlagen auch höchst selten etwas geworden. Aber diese neue Aktie, die wird es reissen, davon sind Sie überzeugt. Dieses mal wird alles anders.....

Wirklich ?

Alles anders wird erst, wenn Sie anfangen zu verstehen, dass Börsenerfolg nichts mit Entertainment zu tun hat. Es ist harte Arbeit, erfordert Intellekt, Zeit und viel Disziplin. Man muss immer wieder diszipliniert Dinge tun, die keineswegs "Fun" sind, sondern Knochenarbeit am Detail. Wäre es anders, könnten es ja alle.

Dabei sagt niemand, dass Börse nicht "auch" unterhaltend sein darf. Doch das ist sie, Börse ist auch unterhaltend - sehr sogar. Dabei liegt aber die Betonung auf dem Wörtchen "auch". Erst die Arbeit und dann das Vergnügen, lautet das Motto !

Wenn Sie weiter wie eine Biene summend und naschend von Blüte zu Blüte fliegen wollen, ohne sich mal ernsthaft zu setzen und nachzudenken, dann tun Sie das, wenn es Sie glücklich macht. Dann ist aber der Premium-Bereich von Mr-Market für Sie der falsche Ort.

Wenn Ihnen aber der Gewinn im Depot wichtger als das Entertainment ist und Sie bereit sind, dafür auch Zeit und Energie aufzuwenden, dann suchen Sie sich einen Ort, an dem die Substanz im Vordergrund steht und nicht der mediale Schein.

Sagen Sie mir aber hinterher nie, ich hätte Ihnen etwas anderes als "Blut, Schweiss und Tränen" versprochen. 😉

Denn Börsenerfolg ist das Ergebnis von viel gedanklichem Schweiss, jeder Menge Disziplin und der Beschäftigung mit der eigenen Psychologie. Alles andere ist Entertainment. Entertainment ist toll, es füllt aber nicht das Depot.

Ihr Hari

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Warum Setups oft nicht aufgehen. Und trotzdem wichtig sind. Am Beispiel Bunge.

Mit der Premium Mitgliedschaft habe ich auch die neue Funktion des "Setup-Monitors" eingeführt. Jeden Tag, in der Regel bis 10 Uhr, präsentiere ich Ihnen dort eine Auswahl von 5-10 Setups für mögliche Trades oder Anlagen. Dabei liegt der Fokus auf dem mittelfristigen Zeithorizont, Intraday Setups sind ebenso wenig Teil des Setup-Monitors, wie sehr langfristige Investitionen.

Da unsere Hirne als Anleger aber durch den permanenten Unfug der Prognosen und "heissen Tips" selbst ernannter Besitzer von Kristallkugeln leider etwas verseucht sind, erscheint es mir wichtig noch einmal zu erklären, was ein Setup ist und was es nicht ist. Welche Bedeutung es hat und warum man mit konsequentem Handeln auf Basis gut ausgewählter Setups eine positive Performance erzielen kann, selbst wenn ein grosser Prozentsatz der Setups nicht aufgeht - was völlig normal ist. Und ich will Ihnen das anhand eines der aktuellen Setups im Premium-Bereich, der Aktie des Agrarproduzenten Bunge (WKN 762269), beispielhaft darstellen.

Weiterlesen ...Warum Setups oft nicht aufgehen. Und trotzdem wichtig sind. Am Beispiel Bunge.

Die ultimative Anlagemethode – über den “Heiligen Gral” der Geldanlage !

Ich möchte Ihnen heute die ultimative Anlagemethode vermitteln, sozusagen den "Heiligen Gral" der Geldanlage. Natürlich nur exklusiv für Mitglieder der Mr-Market Community. 😉

Warum ich dann hier darüber schreibe und nicht schon im Privatjet auf die Bahamas unterwegs bin, wollen Sie wissen ? Gute Frage, immerhin stellen Sie diese Frage, die so viele nicht stellen, wenn denen "heisse Tips" angedient werden. Aber warten Sie doch einfach mal ab. 😉 Wenn Sie reich werden wollen, dürfte das doch 5 Minuten wert sein einen Artikel zu lesen, oder ?

Sie haben vielleicht von der Levermann Methode gehört, die ehemalige Fondmanagerin Susan Levermann hat da eine Methode entwickelt, bei deren systematischem Einsatz man tatsächlich sehr gute Ergebnisse produzieren kann. Dabei basiert die Methode eigentlich auf nichts Überraschendem. Da sind Parameter wie Eigenkapitalrendite enthalten, oder KGV, oder Wachstum oder Momentum. Alles nichts Besonderes. Wie kann so eine Aneinanderreihung von bekannten Parametern irgend etwas Besonderes bewirken ?

Oder Sie haben vielleicht von der Methode der Turtle Trader von Richard Dennis gehört. Ich kann Ihnen bestätigen auch diese funktioniert und produziert gute Ergebnisse. Und auch hier, ohne dass das auf grossen Geheimnissen bei der Methodik beruht.

Und Sie haben vielleicht von unzähligen anderen Methoden gehört und auch diese funktionieren sehr oft. Aber keine beruht auf Geheimnissen, die man nur hinter vorgehaltener Hand weiter geben darf.

Was also ist das Geheimnis, was ist der "Heilige Gral" der Geldanlage und des Trading ?

Nun ..... ich enthülle Ihnen das Geheimnis :

Es ist .... überhaupt eine systematische Methode zu haben ! Es ist Methodik und Disziplin !

Ohje, ich weiss, ich kann durch den Bildschirm hindurch nun Ihr Gesicht sehen. Sie sind enttäuscht und fühlen sich von mir an der Nase herum geführt. Aber Moment, warten Sie, es ist wirklich der "Heilige Gral" und Sie tun besser daran, nun genau zuzuhören.

Denn seien Sie mal zu sich ehrlich. Haben Sie eine Methodik nach der Sie anlegen und die Sie mit grosser Disziplin durchziehen ? Na ? Ehrlich ?

Ich sage Ihnen auf den Kopf zu, Sie haben mit hoher Wahrscheinlichkeit keine ! Sie haben vielleicht mal mit so etwas experimentiert, aber das war Ihnen am Anfang zu mühsam. Oder Sie haben nicht die Disziplin gehabt es durchzuhalten und überhaupt, da war doch dieser spannende Artikel über diese tolle Value-Aktie, die müssen Sie als Nachfahre von Buffet und Graham jetzt einfach kaufen, Sie sind doch smart genug, das zu überblicken ! Aber selbst wenn nicht, dann kam doch dieser Crash mit all den Weltuntergangsszenarien in der Presse und ihre Methode interessiert das nicht. Da muss man als "kluger" Anleger doch mit der Hand steuernd eingreifen und verkaufen, oder etwa nicht ?

Und wenn Sie zu den seltenen Ausnahmen gehören, die doch diszipliniert einer Methodik durch Dick und Dünn folgen, dann grinsen Sie jetzt hinter Ihrem Bildschirm und wissen wie recht ich oben habe.

Denn es ist für uns Menschen viel schöner, uns im Gefühl zu sonnen wie "smart" wir sind. Wir sind ja sowieso immer Contrarians, Abkömmlinge des grossen Warren Buffet und die Herde, das sind immer die anderen, nur nicht wir. 😉 Und selbst wenn wir so selbstkritisch sind zu wissen, dass wir auch nicht klüger sind als die anderen da draussen, dann macht der Markt so einen emotionalen Druck auf uns, dass es uns fast unmöglich wird, uns unserer Methode anzuvertrauen.

Erkennen Sie sich wieder ? Ich erkenne mich eindeutig, all das habe ich oben auch durchlitten.

Ich weiss, ich bin sehr böse, wie ich uns allen den Spiegel vorhalte. Aber Erfolg kommt nur über Selbsterkenntnis und den Schmerz der damit verbunden ist. Und ich garantiere Ihnen ganz persönlich aus 20 Jahren Erfahrung:

Methodik und Disziplin SIND der heilige Gral der Geldanlage ! Es gibt keinen schnellen und einfachen Weg zum Erfolg, ausser pures Glück ! Und jeder der eine Methodik hat und diese konsequent weiter entwickelt, wird damit bessere Ergebnisse als vorher produzieren, als er noch fröhlich nach Bauchgefühl seinem Ego folgte. Und zwar unabhängig davon, ob Sie nun KGV, KBV, Trends oder Sentiment in die Methodik einfliessen lassen. Die Methode zu haben und ihr zu folgen, das IST der so vielfach gesuchte "Heilige Gral" !

Und deshalb funktioniert auch die Levermann Methode, ebenso wie die Turtle Trader besser, als einfach fröhlich zu agieren, einfach weil es überhaupt eine Methode ist.

Ich hoffe ich konnte meinen Punkt machen und glauben Sie ja nicht, der sei trivial ! Wenn er trivial wäre, warum agieren Sie dann nicht so ? Warum kaufen Sie immer noch angeregt durch irgend einen Artikel irgendwo und bilden sich ein, nun einen Edge gegen den Rest des Marktes zu haben ? Warum ?

Ich möchte aber nicht nur den belehrenden Finger erheben, sondern möchte auch hilfreich sein. Deshalb habe ich hier für Sie den "ultimativen"

Guide, zur Anlagemethodik

Annahme dabei ist, Sie sind ein gebildetes Mitglied der arbeitenden Bevölkerung, das sich zwar intensiv für Börse interessiert, aber am Tag nicht mehr als eine, maximal zwei Stunden dafür investieren kann. Diese Annahme ist wichtig, denn natürlich hat Methodik auch mit Ihren Voraussetzungen und Lebensumständen zu tun !

Wenn Sie zu diesen Anlegern gehören, folgen Sie dem Guide unten Punkt für Punkt:

(1) Zeithorizont

Der entscheidende erste Punkt der immer unterschätzt wird, ist sich des Zeithorizonts bewusst zu werden, in dem man anlegen will. Denn die Kriterien einer Methode müssen zwingend zum Zeithorizont passen, das ist offensichtlich. Denn die Kriterien einer Daytrading-Methode sind natürlich andere, als die einer langfristigen Investment-Methode.

Jetzt werden die meisten schnell sagen, Daytrading ist mir zu kurzfristig und das ist sicher für die meisten von Ihnen richtig. Am anderen Ende ist aber das Problem. Ganz viele nehmen sich vor, langfristiges "Value-Investing" zu machen. Hört sich ja auch so toll an ... "Value" ... 😉 Dann kaufen Sie diese Aktie "für Jahre", aber schon 3 Tage später bricht die Aktie aufgrund einer Nachricht um 10% ein. Und schon schwanken und zaudern Sie. Und spätestens in der kommenden Korrektur war es dann mit Value, dann verkaufen Sie auf einem ganz anderen Zeithorizont als geplant, der Druck wurde einfach zu gross.

Deshalb ist der Gedanke der langfristigen Investition in der Regel eine Illusion. Wir können uns dem medialen Druck der Gegenwart nicht so einfach entziehen. Nach meiner Ansicht ist der ideale Zeithorizont für diesen Typus Anleger der Bereich von Monaten. Das bedeutet, dass Sie ihr Geld im Jahr 1-4 mal umschlagen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn dieser Zeithorizont passt zu den medialen Erregungszyklen und auch zu den grossen Trends. Schauen Sie auf das letzte Jahr mit seinen 3-4 grossen Phasen oder auch aktuell auf die Hausse, die nun seit November 2012 herrscht. Es sind immer 1-4 Phasen im Jahr, in denen sich der Wurm dreht.

Eine Methode, die sich an diesen Zeithorizonten orientiert, hat also die Chance im Gleichklang mit Ihrem Erleben und Ihrer Emotion zu schwingen und damit von Ihnen auch durchgehalten zu werden. Denn was nützt die tolle Langfristmethode, die Sie dann doch nicht einhalten ?

(2) Parameter

Nachdem Sie den Zeithorizont so definiert haben, wählen Sie jetzt 5-10 Parameter aus, die in diesem Zeitraum eine "gute" Aktie von einer "schlechten" unterscheiden. Und zu diesen Parametern gehören dann NICHT fundamentale wie das KBV. Denn eine Aktie, der der Markt nicht einmal den Buchwert zubilligt, hat diese Bewertung mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in Monaten. Denn der Markt hat gute Gründe, warum er das Geschäft so niedrig bewertet und das sich das in Monaten ändert, ist eher unwahrscheinlich.

Geeignet sind dagegen alle Parameter die trendorientiert sind. Also technische Trendparameter aus Chart- oder sonstiger Markttechnik. Wie zum Beispiel die diversen Moving-Averages. Oder ein positiver Newsflow. Oder steigende Gewinne in jedem Quartal. Oder Insiderkäufe. Oder. Oder

Wählen Sie 5-10 Parameter, die Sie auch wirklich tracken können und werden. Und dann ordnen Sie diesen Parametern ein Punktesystem zu, mit dem Sie die "guten" von den "schlechten" Aktien unterscheiden.

(3) Watchlist

Nun brauchen Sie noch eine Watchlist, also ein Teiluniversum der Aktien der Welt, die Sie dann auf Ihre Methodik loslassen. Hier kann es durchaus Sinn machen, langfristige Parameter wie KBV einfliessen zu lassen. Stellen Sie auf jeden Fall sicher, dass Ihre Watchlist nur aus soliden Unternehmen besteht, mit gutem Management, funktionierendem Geschäftsmodell und Gewinnwachstum. Denn diese Watchlist soll Sie ja länger begleiten und in dem Sie nur "fundamental gute" Unternehmen auswählen, stellen Sie sicher, keine zu bösen Überraschungen zu erleben. Der Ort für fundamentale Überlegungen ist also hier, in der Auswahl Ihrer Watchlist und weniger bei den Parametern des Punktesystems.

(4) Disziplin und Ausdauer

Und nun starten Sie. Und das Geheimnis ist, die Methode jetzt einfach konsequent anzuwenden und nur nach dem Punktesystem die Kauf- und Verkaufentscheidungen zu treffen. Die Grundregel dabei ist, greifen Sie NIE - wirklich NIE - direkt ein und agieren gegen Ihr System. Damit machen Sie alles kaputt. Was Sie dürfen und sogar sollen, ist das System iterativ zu adaptieren. Es wird Parameter geben, die nicht so passen oder deren Datengewinnung zu schwierig ist. Schrauben und ändern Sie am Detail des Systems, bis es passt. Das ist in Ordnung, wenn Sie es nicht zu oft machen und konsistent bleiben. Aber greifen Sie nie gegen Ihr System ein.

So das war das ganze Geheimnis. Der Rest ist Geduld und Disziplin. Und nach einem Jahr werden Sie ein erstes Fazit ziehen können.

Machen Sie es einfach mal ! Kaum ein privater Anleger macht das ! Und unter anderem deswegen, scheitern die allermeisten an der Börse.

Überhaupt ein System und eine Methodik zu haben, das IST der heilige Gral. Und das ist keineswegs so trivial, wie es sich anhört.

Glauben Sie mir !

Ihr Hari

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