Hari Live Stream 21.06.21

Nicht lange Warten ZH2

Der Markt ist ein lustiges Biest. Gestern sagte ich im Wochenausblick:

Nach den nun laufenden Abgaben wird es sicher auch einen erneuten Rebound nach oben bei den Zyklikern geben, Topbildungen sind eben ein Prozeß. Unklar ist aber ob das dann auch zu neuen Hochs führen kann, das Risiko einer beginnenden Topbildung ist in den zyklischen Sektoren nun real vorhanden und sollte nicht unterschätzt werden!

Den Gedanken hatten wohl viele und so erleben wie erneut etwas, worauf man eigentlich wetten könnte, es einen dann in der Gnadenlosigkeit dann aber doch wieder überrascht. Denn der reflexive Markt will nicht lange warten, wenn man vermutet dass etwas kommt, kann man auch gleich darauf setzen, der frühe Vogel fängt den Wurm! Und so schaffen die, die auch meine Erwartung hatten ihre eigene Wirklichkeit.

Ich bleibe aber bei der oben gemachten Aussage, für die Zykliker ist jetzt der Beweis zu führen, ob das nur ein Dip im Trend oder der Beginn einer Topbildung war. Beides ist denkbar, lassen wir uns vom Markt den Weg zeigen:

Was hier funktioniert

Schauen sie wie das was am Freitag verkauft wurde, nun massiv wieder gekauft wird:

Es ist dieses Schaukeln, das seit Wochen so nervt und kurzfristige Trades zu einem "Gehacke" macht, das mehrtägige Swingtrades verunmöglicht und die Trader zuverlässig zersägt, die es doch probieren.

In diesem Markt funktionieren derzeit zwei Ansätze:

Erstens ganz kurzfristige Intraday-Trades, weil die Tage selber haben schon klare Trends, wie heute ja auch, nur trägt es nicht über den Tag hinaus. Nach Handelsstart auf den Trend aufsatteln, vor Handelsschluss wieder raus. Das funktioniert, am Freitag wie heute.

Zweitens langfristige, ruhige Investments in Qualitätsaktien, das geht immer und sorgt für ruhige Depots. Mein Investmentdepot hat von dem ganzen Gezappel der letzten Monate nichts gemerkt und steht auf Allzeithoch. Und ich habe keine Wunderdinge darin, nur die hier vielfach besprochenen Qualitätswerte der Kategorie "Beständiges Wachstum".

Was aber nicht funktioniert sind mehrtägige Swingtrades, also Ausbruchstrades zum Beispiel. Die werden zuverlässig am Folgetag zersägt. Unser Job ist uns diesem Environment anzupassen!

Invertierung allüberall / DAX / EURUSD / ZH3

Wie sehen Invertierungen des Kursgeschehens von Freitag allüberall. Auch der DAX ist dem Einbruch heute wieder von der Schippe gesprungen:

Die Kernfrage ist aber wie oben gesagt nicht die Invertierung, dieses Schaukeln gehört seit Monaten zum Markt dazu. Es ist die Frage was stärker ist, ob also die Gegenbewegung den Einbruch wirklich wettmachen kann.

Beim DAX bin ich da recht optimistisch, der scheint weiter bullisch zu sein. Bei EURUSD habe ich dagegen Zweifel, das riecht nach einer grundlegenden Richtungsänderung zu Gunsten des Dollars:

Der Dollar, die Emerging Markets und die Wahrheit auf dem Platz ZH3

Gerade war eine Frage im Forum, die ich hier allgemein beantworten will, weil daran wieder die Grundregel "Die Wahrheit liegt auf dem Platz" zu vermitteln ist.

Die Frage war:

Man sagt ja, dass ein starker Dollar im Allgemeinen schlecht für die Emerging Markets ist, weil z.B. auf Dollar lautende Schulden aufgrund der Währungsaufwertung schwerer zu bedienen sind. Rechnen Sie (oder jemand anders, der sich dazu äußern möchte) deshalb auch in dieser Richtung mit Auswirkungen? Neulich war hier ja z.B. Brasilien ein Thema.

Dieser Zusammenhang existiert, so wie dass ein schwacher Euro kurzfristig den Export pusht und langfristig den Wohlstand mindert. Aber, das ist eben immer nur *ein* Faktor in einer multidimensionalen Beziehung, weswegen man auf die Frage so zweidimensional nur antworten kann:

Natürlich, das ist aber nicht die Frage. Die Frage ist ob der Effekt den Aufwärtstrend beendet!.

Das ist aber nicht zu beantworten, weil mehrdimensional, weswegen die beste Antwort darauf *immer* auf dem Platz liegt, man kann doch ganz schnell mal schauen, wie der Markt denn nun auf den starken Dollar im ETF EWZ (Brasilien) reagiert hat. Hier ist das Spiel auf dem Platz, was sehen wir?

Wir sehen zwar eine Reaktion auf die Dollarstärke, aber nur eine sehr verhaltene. Im Gesamtbild ist das bisher eine bullische Flagge und nichts signalisiert hier schon ein Ende des Aufwärtstrends!

Das ist die klare Botschaft, die uns das Spiel auf dem Platz sendet. Und wenn wir beim Fußball wissen wollen wie ein Spiel läuft, schauen wir auch erst einmal auf den Platz (in den Fernseher) und erst danach interessieren uns vielleicht die Meinungen Dritter.

So ist es auch am Markt richtig, es gibt viele abstrakte Zusammenhänge, die für sich Wahrheit haben, dass ein starker Dollar auf den Emerging Markets eher lastet ist eine dieser Wahrheiten. Für sich alleine lassen sich daraus aber keine Richtungsaussagen ableiten, die Wahrheit des Marktes ist immer mehrdimensional. Die Frage ist, welche Kräfte derzeit dominieren.

Aktien des Tages ZH3

Wo die Aktien des Tages heute herkommen ist leicht zu vermuten. Es sind in Mehrzahl Werte, die nach der FED verprügelt wurden.

Schauen wir doch also mal, was uns der heutige Rebound zu sagen hat:

American Express

Wenn es wie ein kaufbarer Dip aussieht, so riecht und so schmeckt, dann muss es wohl einer sein, oder?

Biotech (BNTX)

Denken sie an das hier mehrfach Gesagte. Die aktuellen Aufträge, auch für den Winter, sind in den Kursen. Was aber nicht in den Kursen ist, ist das MRNA-Potential bei anderen Krankheiten.

Je nachdem wie sie die Entwicklung von Biontech erwarten, müssen sie sich hier positionieren. Wenn sie glauben dass über Covid hinaus vom Unternehmen nichts mehr Herausragendes zu erwarten ist, sollten sie hier Gewinne mitnehmen.

Wenn sie aber erwarten, dass Biontech eine führende Stellung bei der aussichtsreichen MRNA-Zukunft einnimmt, ist die Aktie immer noch viel zu billig. Siehe auch meine Argumentation -> hier am 09.06. <-:

Hess Corp (HES)

Öl&Gas - Buy The F***ing Dip! (BTFD)

Appian (APPN)

Ein charttechnisches Kunstprojekt:

CF Industries (CF)

CF (Dünger) ist ein schönes Beispiel für die nun große Frage bei den Zyklikern und insbesondere Commodities. Was ist dieser Rebound?

Ist es ein kurzes Zwischenspiel, ein "Snapper", bevor es weiter runter geht und ist "das Top drin"? Oder schaffen die Kurse neue Hochs und setzen den Aufwärtstrend fort?

Sie sehen anhand des Charts schön, warum ich hier für die bullische Variante nicht die Hand ins Feuer lege. Eine beginnende Topbildung ist durchaus möglich:

Bitcoin / Helm auf zum Gebet / ZH3

Ich habe es schon im Wochenausblick erwähnt, der von Elon Musk induzierte Pop bei Bitcoin ist bei 40.000 auf massive Abgaben getroffen und wurde zerlegt, die alte Struktur, die eine Trendfortsetzung Richtung 20.000 impliziert hat, ist wieder voll aktiv.

Ein derartiger "False Move" führt gerne zu "Fast Moves" in die Gegenrichtung und insofern ist das Risiko nach unten nun hoch.

Was dem im Wege steht, ist die an den langen Lunten sichtbare Nachfrage bei rund 30.000, die bisher als Unterstützung gewirkt hat. In der Markttechnik werden solche Unterstützungen aber durch mehrfachen Test nicht unbedingt fester, was auch leicht verständlich ist, wenn man sich die mit Kaufinteresse bei 30.000 als eine definierte Menge von Marktteilnehmern vorstellt. Jedes Mal wenn die kaufen, werden es ein paar weniger, bis sich diese Unterstützung dann erschöpft hat und bricht.

Jetzt ist natürlich auch das zu simplizistisch, denn durch veränderte Erwartungen kann die Menge derer auch wieder steigen, für die 30.000 ein attraktiver Kurs ist. Der Markt ist immer in Bewegung und nie zweidimensional.

Ich will damit nur klarmachen, dass der mehrfache Test der 30.000er Zone die Risiken nicht verringert, klar ist aber dass wenn die Zone nachgibt, es schnell Richtung 20.000 gehen dürfte. Das sollte jedem bewusst sein, der da jetzt unterwegs ist.

Bewusst muss uns aber auch sein, dass ein erneuter Tweet wieder alles ändern kann. Das ist ein wenig wie Twitter-Roulett spielen.

Intraday stabil ZH2

Ich sagte eingangs, dass Intraday Trades im aktuellen Environment sehr wohl funktionieren, die Trends des Tages sind oft stabil, erst mit dem Tageswechsel wird dann alles wieder auf den Kopf gestellt.

Auch der heutige Tag bestätigt das wieder, schauen sie wie gnadenlos und stabil hier gekauft wird:

Wir sehen aber auch, dass jetzt bald der Test bevorsteht, was von diesem Snapper wirklich zu halten ist. Wenn er schnell die Hochs von Freitag und dann Donnerstag wieder nehmen kann, ist das ein Statement. Und wenn nicht, ist es das auch, in dem Fall nach unten.

Dass nach starken Bewegungen eine Gegenbewegung kommt ist völlig normal, wie stark und überzeugend die Gegenbewegung ist und ob sie die vorangegangene Bewegung überrollen kann oder eben nicht, das ist die markttechnisch viel wichtigere Frage, denn die sagt uns etwas über die wirklichen Kräfteverhältnisse.

Das ist wie bei Ebbe und Flut am Strand des Meeres. Wellen gibt es immer, sie rollen immer heran und ziehen sich wieder zurück, die Wasserlinie fluktuiert im Rhytmus der Wellen hin und her.

Was wirklich wichtig ist ist aber zu erkennen ob man Ebbe oder Flut hat und das hängt damit zusammen was dominiert, wo hin das Wasser im Mittel schiebt. Das kann man sehr wohl beobachten und auch am Markt funktioniert das so, auch wenn der weit komplexer ist, weil noch viele andere Parameter auf ihn einwirken und nicht nur die Gezeiten.

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 19.01.21

Finally! ZH2

Finally! Der letzte volle Tag mit Donald Trump im Präsidentenamt ist angebrochen, ab Morgen Abend ist er Geschichte, die Macht fällt dann wie ein Mantel von ihm ab und "der Knopf", auch "Nuclear Football" genannt, wird hinter jemand anderem hergetragen.

Aber trotz aller nun laufenden Sicherheitsvorkehrungen, bleibt uns das Thema erhalten und morgen bei der Amtseinführung Bidens genügt ein einziger Irrer in Polizei oder Armee, der von der -> QAnon Ideologie <- das Gehirn vernebelt bekommen hat, um das Land doch noch ins Chaos zu stürzen.

Der wird dann im festen Glauben agieren, damit Gutes zu tun und die Welt zu retten, das Böse kleidet sich eben gerne in den Mantel der guten Absicht und der moralischen Selbsterhöhung.

Wer ernsthaft daran glaubt, dass in Washingtons Politbetrieb eine satanistische Elite systematisch Kinder schändet um ihr Blut zu trinken und dann auch noch glaubt, der gute "Donald" sei sozusagen der gesegnete Erlöser der diese bekämpft, dem ist alles zuzutrauen, auch eine Wiederholung des Kennedy-Traumas mit einem Attentat.

Das ist mit einem Augenzwinkern schon deshalb Unsinn, weil es "the One" schon gibt und ganz ehrlich da hat selbst die Theorie von der Simulation, der Matrix in der wir leben, weit höhere Lögik und Wahrscheinlichkeit, als dieser grenzdebile QAnon-Quatsch frisch aus dem Mittelalter.

Aber ernsthaft, morgen beginnt eine neue Phase. Mit Biden wird keineswegs alles gut, nicht einmal die Sachpolitik wird zwingend besser als unter Trump, aber einen Unterschied gibt es schon, den ich doch beruhigend finde. Ich weiss ab jetzt wieder jemanden mit Ratio und Empathie für Mitmenschen im Oval Office. Und das ist doch ein Anfang.

Der Markt hat über das lange Wochenende meine Erwartung bestätigt, die ich am Freitag in die Schwäche hinein schon formuliert hatte. Die Schwäche war einfach die Kombination eines Sell-the-News Effektes aus Bidens Stimulus, verknüpft mit dem langen Wochenende und der daraus resultierenden geringeren Bereitschaft Risiken zu gehen.

Heute ist aber schon wieder alles anders und der Freitag bisher nur ein unbedeutender Blip in einer Seitwärtskonsolidierung.

Insofern: Alles wie gehabt, weitermachen. 😀

Fund Manager Survey Januar 2021

Der monatliche BofA Fund Manager Survey ist wieder draußen, geben sie "Fund Manager Survey" einfach bei Twitter ein und sie finden praktisch alle Charts, so auch -> hier <- die Zusammenfassung:

Auch dieser Survey bestätigt das von mir im Wochenausblick kommunizierte Bild, dass es zwar noch Wochen weitergehen kann, die Risiken für eine harte Entladung nun aber zunehmend steigen und von uns mit Planung und Durchdenken beantwortet werden müssen. Ignorieren kann man das nicht mehr!

Denn die -> Cash Level sind niedrig wie lange nicht <-

Bitcoin auf Null?!

Sie wissen was ich von "Experten" halte die medial so genannt werden, -> hier warnen "Experten" <- davor, dass Bitcoin auf Null gehen könnte. Und wenn Banken solche Aussagen machen, steht auch immer die Frage des wirtschaftlichen Interesses im Raum.

Lustig ist aber auch, dass ich sofort die Verteidigungsreaktion der Cypto-Fans kenne, die sich dann gegenseitig ihres Optimismus versichern, so wie wenn man sich im dunklen Wald an den Händen fasst, um sich sicherer zu fühlen.

Es macht aber keinen Sinn solche Warnungen absolutistisch im Sinne 100% wahr oder falsch zu lesen, sondern man muss sie als Möglichkeit betrachten und dann gibt es plötzlich keinen Grund für Verteidigung.

Denn "die Experten" der UBS oder der britischen FCA sagen:

"Es gibt aus unserer Sicht wenig, was verhindern könnte, dass der Preis einer Kryptowährung auf Null geht, wenn eine besser ausgestaltete Version auf den Markt kommt oder wenn regulatorische Veränderungen die Stimmung dämpfen"

"Netscape und Myspace sind gute Beispiele für Netzwerkanwendungen, die sich großer Beliebtheit erfreuten, aber schließlich doch von der Bildfläche verschwanden"

Und wissen sie was, ich teile diese Sicht im Kern, auch wenn ich das Beispiel mit Netscape hier für verfehlt halte, die Cryptos sind mehr als nur eine Vorliebe. Aber man darf das eben nicht Schwarz/Weiss betrachten, die Risiken sind einfach eine Möglichkeit. Es ist eine reale Möglichkeit, dass Bitcoin durch Konkurrenz oder Regulierung irgendwann weitgehend den Wert verliert. Das war schon immer meine Argumentation.

Und ich gehe sogar noch weiter, es ist klar wahrscheinlicher, dass Bitcoin in 10 Jahren wertlos ist, als dass die Aktien von Johnson & Johnson dann wertlos sind. Auch hinter diese Aussage stelle ich mich persönlich, was aber keine Ankündigung ist, sondern nur eine Wertung von geringen Wahrscheinlichkeiten. Die eine ist extrem gering, die andere weniger gering, aber immer noch gering.

Aber das werden manche Bitcoin-Fans auch wieder absolut lesen, dabei habe ich das nicht gesagt. Ich weiss nicht, ob die heutigen Cryptos irgendwann wertlos sind, ich glaube es nicht einmal, wenn ich Geld nur auf Schwarz oder Weiss setzen müsste. Ich rechne eher mit anderen Lösungen und vielleicht bereitet die kommende Regulierung sogar den Boden für eine Institutionalisierung der heutigen Cryptos und dann werde alle die nun schon drin sind, ein fettes Grinsen im Gesicht haben.

Ich weiss es einfach nicht, aber ich kann Risiken einschätzen. Und die Risiken dass bei den Cryptos noch Dinge passieren, die sich heute niemand vorstellen kann, sind weit höher als manche wahrhaben wollen.

Wenn man das weiss, wenn man sich dessen bewusst ist, dann spricht absolut *Nichts* dagegen heute auch in den Cryptos zu spekulieren. Aber man darf sich die Dinge auch nicht schönreden und der Beruhigungs-Argumentation verfallen, dass ein Wertverlust ja gar nicht möglich wäre.

Es ist vieles möglich, das wir uns heute nicht vorstellen können, die Geschichte hat das immer wieder bewiesen. Es ist deswegen aber noch lange nicht das wahrscheinlichste Szenario und zwischen 100% sicher und garantiertem Untergang gibt es eben jede Menge Grautöne, die man auch Realität nennt. 😉

Carl Zeiss Meditec (AFX) ZH4

Es funktioniert keineswegs immer, nichts ist sicher am Markt, aber dass der Blick auf aussichtsreiche Muster in der Markttechnik einen Mehrwert generiert, hat auch AFX uns wieder gezeigt.

-> Hier gestern in der Feiertagslage Thema <-, heute *Schwupps* 😀

Der entscheidende Punkt ist bei diesen Marktstrukturen ähnlich wie oben bei Bitcoin auch wieder nicht das Schwarz/Weiße, es gibt nie eine Garantie für eine Bewegung, da auch jederzeit neue Einflussfaktoren das Bild verändern können. -> Bei OHB ist zB heute das passiert <-, so ist das halt, das gehört dazu.

Es geht nur darum die Wahrscheinlichkeiten von 50/50 - vom reinen Raten - auf 55/45 oder 60/40 zu den eigenen Gunsten zu heben und wenn man das schafft, ist man im Geschäft. 😉

Aktien des Tages ZH3

Taiwan Semiconductor (TSM)

Bei TSM "steigt die Steigung". Gut ist das nicht, TSM ist weltweit gesehen nun eindeutig "systemrelevant" und damit natürlich auch das Ziel unguter Begehrlichkeiten.

Gilead Sciences (GILD)

Bei GILD ist es ein -> günstiges Urteil <- das zu diesem Pop geführt hat. Diese Aktien haben aber seit Jahren alle Schübe wieder abgegeben, da müsste viel mehr passieren als so etwas, bevor mich die Aktie ernsthaft wieder interessiert:

Maxar Technologies (MAXR), OHB und die EU

Viele Aerospace-Aktien die mit dem ARKX Schub nach oben katapultiert wurden, setzen die Bewegung nach Zwischenkonsolidierung nun fort. Als Beispiel sei MAXR gezeigt, sie fnden das aber auch bei LORL, AVAV etc.

Nur OHB nicht, was mit der schon oben erwähnten -> Galileo Vergabe <- zu tun hat, die 5% Minus sind dabei noch erstaunlich gering, ein gutes Zeichen der Stärke.

Ich erlaube mir jetzt mal ein Vorurteil, aber mit einem Franzosen als Entscheider bei der Vergabe, bzw einer von ihm eingesetzten "Jury" aus der von Frankreich beherrschten ESA, glaube ich kein Wort dass das fair zugegangen ist, zu stark ist der "Zusammenhalt" der Elite-Schüler und das Kaderdenken bei den großen französischen Konzernen.

Ja das ist ein Vorurteil, das im Einzelfall auch ungerecht sein kann, aber es hat mMn einen wahren Kern. Den gleichen wahren Kern, wie dass die Betonung der Gemeinsamkeiten der EU in Frankreich, Italien und Griechenland immer nur dann laut im Munde geführt werden, wenn es dem eigenen Vorteil dient und man damit Deutschland zum Zahlmeister machen will.

Diese Länder wollen kulturell gar keinen gemeinsamen Staat, sie nutzen die EU für eigene Interessen und würden nie ihre nationale Identität aufgeben wollen. Never ever!

Nur die "dummen Deutschen", die vor ihrer eigenen kulturellen Identität in den europäischen Superstaat flüchten wollen, wollen immer "europäischer als der Papst" und fairer Musterschüler sein.

Erneut, ich weiss Vorurteil, ich weiss im Einzelfall ungerecht. Ja, es gibt auch Franzosen die faire Vergabeprozesse fahren und tatsächlich Europa im Blick haben und nicht nur die "Grande Nation". Aber trotzdem ist ein wahrer Kern vorhanden, das ist meine Überzeugung und Erfahrung aus vielen Jahrzehnten.

Zurück zum Angebot. Im Wissen um das Auftragsgebahren von Konzernen wie Airbus und Thales und im Wissen um die kompetente und raumfahrtverrückte Familie Fuchs bei OHB, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die bei so einem bedeutenden Folgeauftrag ein substantiell schlechteres Angebot als Thales und Airbus haben, wenn da alles mit rechten Dingen zugeht und die Angebote sauber gerechnet sind.

Ich gehe fest von politischem Willen und konzerninterner Quersubvention bei Airbus und Thales aus. Und das sind die Dinge, die ich am Brüsseler Biotop und solchen Konzernen wie Airbus so "liebe", die Doppelzüngigkeit und "Pflege der Landschaft".

Etsy (ETSY)

Habe ich schon ein paar Mal erwähnt, da ist einfach Druck drauf!

Ich habe da auch schon Sachen bestellt, funktioniert gut, auch von Australien nach Europa und die schaffen es wirklich, sich neben Amazon sozusagen als "Manufactum Online" zu positionieren, also die etwas individuelleren Produkte anzubieten.

Philips 66 (PSX)

Auch Öl&Gas drückt weiter hoch, die PSX als Beispiel. Schauen sie wie der Kurs nun wie an der Schnur hochschiebt, kaum Abgaben. Und man hat eher den Eindruck, das könnte sich nun nach oben beschleunigen:

Yellen und der Dollar ZH4

Die Frage im Chart unten steht beim Dollar immer noch im Raum.

Dabei ist der neue Zungenschlag auch wichtig, der mit Yellen wieder ins Finanzministerium kommt. Trump wollte den Dollar ja immer herunterreden, für Yellen gilt:

-> Yellen to Make Clear U.S. Doesn’t Seek Weak Dollar <-

Das Ausschlagen der Gegenbewegung

Mal ganz was anderes, das Thema Emanzipation. Da gibt es ja in der Gegenwart ein paar Entwicklungen, die man durchaus zu Recht als Übertreibung und identitären Geschlechterkampf betrachten kann, das Gegenteil davon dass die Geschlechter keine große Rolle mehr spielen, so wie es eigentlich bei echter Gleichberechtigung sein sollte.

Man darf aber auch nicht vergessen wo wir herkommen und dazu leistet die NZZ -> hier den positiven Dienst <- uns daran zu erinnern, wie die Welt noch vor 100 und sogar 50 Jahren ausgesehen hat, nicht nur in der Schweiz, auch wenn es da noch etwas extremer als im damals moderneren Deutschland war, insbesondere in Appenzell und Co.

Solche widerlich demagogischen und zutiefst frauenverachtenden Plakate wurden damals noch geklebt und es gab genügend, die dafür noch gestimmt haben. Heute unfassbar und wie von einem anderen Planeten.

Das dürfen wir nicht vergessen und sollten nachsichtig sein, wenn heute manchmal etwas ins andere Extrem überschossen wird, so wie das bei Gegenbewegungen oft der Fall ist. Von solchen Plakaten über Männer sind wir aber noch weit entfernt, auch wenn die Gedankenstrukturen mancher Extremistinnen nicht weit weg sind im Sinne "Männer sind Schweine". Aber das ist ja was die Extreme immer auszeichnet, ich bin ein Fan der Hufeisentheorie, je extremer sich Links und Rechts entfernen wollen, desto ähnlicher werden sie sich wieder in ihrer Intoleranz und ihren Methoden.

Solche Plakate erinnern uns daran, dass sich unsere Gesellschaft positiv weiterentwickelt hat und manchen peinlichen Machismo hinter sich gelassen hat. Und das ist gut so und sollte auch nicht wieder freudig importiert werden, mit dem Wort "divers" wird Steinzeitdenken nicht tolerierbarer. es bleibt verachtenswert und gehört nicht in unsere Gesellschaft.

Schön wäre, wenn wir nun einen Weg der Mitte und Normalität finden, in dem Gleichberechtigung so selbstverständlich ist, dass wir uns darauf konzentrieren können immer die Besten für eine Aufgabe auszuwählen, egal welches Geschlecht oder Hautfarbe diese haben.

Aber davon sind wir leider in manchen Köpfen immer noch entfernt. Ich bin davon überzeugt, dass Quoten auf allen Ebenen das genaue Gegenteil bewirken und die Identitäten und ihre Abgrenzung nur wieder vertiefen. Das Ergebnis ist dann der "Ständestaat", oder noch besser der "Kastenstaat", in dem die Zugehörigkeit zur richtigen "Kaste" massgeblich am eigenen Fortkommen beteiligt ist. Ich will den definitiv nicht, er ist ein Rückschritt und kein Fortschritt.

Heutige Quartalszahlen / Logitech / ZH3

Was die heutigen Quartalszahlen angeht, gibt es zu BAC, GS und SCHW nicht viel zu berichten, schauen sie selber auf die Charts.

Aber Logitech (LOGN) -> hat den Vogel abgeschossen <- und die hohen Erwartungen locker übertroffen.

Man sieht daran, wie massiv Covid die Welt verändert, ohne "Stay at Home" und den Boom des Homeoffice, hätte es diesen Boom an Webcams, Mäusen und Tastaturen so wohl kaum gegeben.

Extrem spannend ist aber auch was der Markt daraus macht, er zeigt eine massive "Sell-the-News" Reaktion, die sich gewaschen hat. Die Marktteilnehmer haben offensichtlich diese Zahlen als "Peak" als "besser wirds nicht mehr" betrachtet.

Eine derartige Reaktion macht noch keine generelle Wende des Marktes, aber wenn wir das in der kommenden Quartalssaison bei vielen Momentum-Aktien so sehen sollten, wäre das wie eine Warnlampe und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende dann noch weiter:

Ruhige Oberfläche ZH1

Der SPY scheint intraday sehr ruhig, kaschiert damit aber wie eine ruhige Wasseroberfläche die massiven Bewegungen in den Tiefen des Marktes. Wenn im Ozean ein Pottwal in 500 Meter Tiefe eine Riesenkrake verspeist, kräuselt sich die Oberfläche deswegen auch nicht, ein Kampf der Titanen ist es trotzdem.

Wir haben unter der ruhigen Oberfläche weiter starke Bewegungen, es ist weiter ein Stockpicker-Markt und kein Index-Market - ich habe nichts dagegen und begrüsse das sogar. Wegen mir kann das noch lange so weitergehen, es erlaubt mir "Alpha" zu den Indizes aufzubauen.

Ich schliesse damit, morgen früh kommt ein Artikel in dem ich ein wenig in die Zukunft schaue und am Nachmittag der Stream. Dazwischen bin ich unterwegs, das sollte aber den Anfang des Streams nicht gefährden.

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 02.11.20

Wie angekündigt ist der Stream in den KW45 noch stark verkürzt und dreht sich primär nur um die Marktlage.

Antizipation ZH3

Die letzten 2 Börsentage liegen vor uns, dann findet diese Wahl endlich statt, über die alle nun seit Monaten diskutieren. Ich bin froh darüber und der Markt wahrscheinlich auch, weil dann kann er nach vorne schauen.

Ich lasse den Kurz-Steam am morgigen Dienstag ganz ausfallen, weil ich wüsste nicht, was man da sinnvoll schreiben sollte. Was immer am Dienstag passiert, kann schon am Mittwoch irrelevante Geschichte sein.

Es ist für uns viel besser unsere Kraft nicht zu früh zu verbrauchen, tief einzuatmen und uns auf den großen Sprung am Mittwoch Morgen vorzubereiten.

Weil das so ist, lasse ich nicht nur den Stream am Dienstag ausfallen, sondern wälze mich am Mittwoch früher aus dem Bett und schreibe am Morgen gegen 9-10 Uhr MEZ eine Einschätzung der Lage nach den ersten Ergebnissen. Der Stream am Mittwoch Nachmittag rundet das dann ab.

Heute sehen wir nach der desaströsen Vorwoche deutliche Stärke im Markt. Ich glaube wie gesagt nicht, dass das viel direktionale Bedeutung hat, ich habe aber eine starke Vermutung woran das liegt.

Es ist vermutlich die Reflexivität des Marktes, der ja auch sieht was wir sehen. Und was ich gesehen habe, war ja diese offensichtliche Chance für eine Erleichterungsreaktion nach der Wahl, die durch die in der letzten Woche eingebackenen Sorgen eher größer und nicht kleiner geworden ist.

Ich gehe als Vermutung davon aus, dass hier Marktteilnehmer den gleichen Gedanken haben und sich frühzeitig positionieren wollen. Die Abgaben der letzten Woche sind nach der Logik eine Chance, die man nicht verstreichen lassen darf.

Letztlich ist das aber alles Antizipation im Ungewissen und ich werde mich jetzt nicht mehr exponieren und einfach schauen was am Mittwoch passiert. Dann erst fange ich an Schlüsse zu ziehen. Allerdings habe ich meine Hedges von letztem Montag heute schon temporär geschlossen und die "Gewinne" als Ausgleich zu den Aktien des Depots mitgenommen. Ich bin aber jederzeit bereit diese wieder hochzuziehen und werde das kurz vor der Wahl wohl auch so oder so über die Nacht machen, dann sehen wir weiter.

Im Daily des SPY sieht die heutige Bewegung noch sehr schultzerzuckend aus:

Im Hourly des Futures kann man sich den Eindrucks einer beginnenden Wende nach oben aber nicht ganz entziehen:

Rätsel zum Knobeln bei Dollar und Gold ZH4

Euro, Dollar und Gold sind im Daily in die Wahl hinein weiter ohne klare Richtung, bieten uns im Weekly aber ein Rätsel zum Knobeln.

EURUSD sieht tendentiell nach einer möglichen Topbildung aus, XAUUSD für Gold aber eher nach einer Fortsetzung nach oben, also einer gesunden Konsolidierung.

Dummerweise passt ein steigender Dollar und steigendes Gold gleichzeitig nicht richtig zusammen, weswegen tendentiell eine der beiden Interpretationen falsch sein muss - das Rätsel zum Knobeln. 😉

Ich selber verwende da keine Energie darauf, nach der Wahl wissen wir wahrscheinlich mehr:

Elternbrief

Letzten Mittwoch habe ich mich ja in -> Das Land dreht durch <- mal wieder über das Schulsystem ausgelassen und wie ich es hier in Bayern erlebe.

Was aus den Kulturbehörden kommt, ist ein einziges Desaster - man könnte es auch *Arbeitsverweigerung* nennen und *dogmatisches, stures Festhalten von Betonköpfen*, denn die Zeit des Sommers wurde vergeudet, nichts wurde geändert und das kranke System wird an den Eltern und Kindern ausgelassen.

Hauptsache man kann den völlig überladenen und teilweise weltfremden Stoff abhaken und Noten drankleben, die im "Bullemie-Lernen" von den Kindern reingeschlungen und danach im Sinne Vergessen erbrochen werden. Mit Bildung hat das nichts mehr zu tun und wer als Kind keine Eltern hat, die richtig helfen können, ist in der Regel schlicht verloren.

Wenn dieses System etwas bewirkt, dann den Kindern die Lust am Lernen und Entdecken zuverlässig auszutreiben, meinen Glückwunsch an die Kultusbürokraten!

Da geht mir -> dieser heutige, offene Brandbrief des bayrischen Elternverbandes <- natürlich runter wie Honig, weil ich sehe dass ich bei Weitem nicht der Einzige bin, der das so skandalös empfindet, was hier passiert. Ich kann das in weiten Teilen unterschreiben, man muss wohl mal mit Mistgabeln ins Kultusministerium, um das faule, dogmatische Sitzfleisch in Bewegung zu setzen. Zitat:

Seit den Sommerferien wird geprüft, was die rote Tinte hergibt – als drohe der Notenschluss binnen Wochenfrist: Exen bereits in der ersten Schulwoche, fünf Stegreifaufgaben an einem Zehnstundentag in der Mittelstufe, Schularbeiten in einer Dichte wie nie gehabt, alte Vereinbarungen zur Entzerrung der Schulaufgaben werden ohne Konsultation der Schulforen über den Haufen geworfen! Die Lehrerschaft soll um das goldene Kalb der Notengebung tanzen und kann sich dadurch auf das, was wirklich wesentliche Bildung ist, nicht konzentrieren.

Sic!

ETFs zur Lage

Hier vor der Wahl ein paar interessante ETFs mit der Ausgangslage:

China (ASHR) ZH4

Chinas ASHR sieht recht gut aus und schmilzt ohne Korrektur hoch. Kein Wunder, da die Corona-Lage im Land im Griff zu sein scheint. Mit Vorbehalt natürlich, in einem Land der zentral gelenkten Medien mit Scans und Zensur überall, muss man alle Eindrücke mit einem Disclaimer versehen:

Clean Energy (ICLN) ZH3

Der "Biden-Trade" Clean Energy hat im Daily mustergültig konsolidiert und sieht technisch eher nach Fortsetzung aus. Wenn Biden gewinnt, wird das wohl auch passieren, zumindest in Form eines finalen Freudenschubes:

Öl & Gas (XLE) ZH3

Der "Trump-Trade" Öl&Gas hat zur Wahl die Chance auf eine Überraschung. Selbst ein Sieg Bidens sollte hier vermutlich nicht mehr viel Downside bedeuten, weil eingepreist. Wir haben zwar einen unveränderten Abwärtstrend und sind im Bereich der reinen Antizipation, aber ich nehme den dritten positiven Tag in Folge im XLE zur Kenntnis, etwas was wir monatelang nicht hatten:

Chipaktien (SOXX) ZH3

Die Semiconductor haben auch konsolidiert, sind aber bisher im Aufwärtstrend geblieben. Der Sektor sollte relativ unbetroffen von der Wahl sein, ein Sieg Bidens könnte sogar auch seine positiven Seiten haben, weil die Vermutung existiert, dass der Handelskrieg mit China dann nicht weiter eskaliert. Ob die Vermutung berechtigt ist wird sich zeigen, aber zumindest existiert diese Annahme.

Aerospace & Defense (ITA) ZH4

Eine Menge "Biden-Blues" sollte im ITA eingepreist sein. Natürlich leidet der Sektor auch unter der Baisse der zivilen Luftfahrt durch Covid, aber die Erwartung geringerer Budgets des Pentagons unter den Demokraten ist auch Thema.

Bei einem überraschenden Sieg Trumps ist der Sektor ein Kandidat für Freudensprünge. Bei einem Sieg Bidens passiert hier nichts, bis es im neuen Jahr einen neuen Verteidungsminister und damit verbunden eine greifbare Verteidigungs-Policy der neuen Regierung gibt:

Letzte Meldung vor dem Tunnel

So liebe Mitglieder, das ist die letzte Meldung hier vor dem dunklen Tunnel der Wahlnacht, wenn wir dann am Mittwoch Morgen wieder das Licht sehen, ist alles anders oder auch nicht. 😛

Der Markt scheint seine heutige Stärke halten zu wollen, ich messe dem Geschehen heute und morgen aber keine Bedeutung und keine besondere Aufmerksamkeit zu.

Da bleibt mir nur "Q" aus der TNG Folge zu zitieren, in der die Menschheit das erste Mal den Borg begegnet:

Con permiso, Capitan. The hall is rented, the orchestra engaged. It's now time to see if you can dance.

In diesem Sinne sehen wir uns am Mittwoch Morgen im Delta-Quadranten zum Tanz mit dem Unbekannten wieder - Engage!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 24.06.19



15:20 MEZ - ZH2

Hallo liebe Mitglieder, da sind wir wieder im Stream. 🙂

Hier die Stundensicht auf den Future der letzten 2 Wochen:

Wir sehen, wie der Markt die letzte Woche hochgelaufen ist, gerade der Dienstag und Donnerstag haben kräftig Druck gemacht. Und wir wissen, was der Markt nach so einer Woche gerne tut und das ist in die Konsolidierung wechseln.

Insofern wäre der "gelbe Verlauf" der Pfingstwoche wohl gar keine so unrealistische Annahme auch für diese Woche. Wir werden sehen.

15:35 MEZ - ZH3

Gold steigt weiter mit dem fallenden Dollar. Gold steigt aber erneut überdurchschnittlich zu EURUSD und das ist dann schon bemerkenswert und Zeichen von weiterer Stärke:

15:45 MEZ - ZH4 - ZH5

Weiter stark ist der Solar-Sektor, hier der Sektor-ETF TAN. Der Ausbruch über die 2018er Hochs ist vollzogen.

Im langfristigen Bild ist da eine Menge Potential. Die 2011er Hochs im Zuge der Rohstoff-Hausse würde ich nicht zum Maßstab nehmen, das waren andere Bedingungen, aber die 2014er und 2015er Hochs sind als Ziel nicht ausgeschlossen und wären immer noch fast eine Verdoppelung:

16:05 MEZ

Trump kennt sprachlich -> wirklich keine Grenzen <-:

Despite a Federal Reserve that doesn’t know what it is doing - raised rates far too fast (very low inflation, other parts of world slowing, lowering & easing) & did large scale tightening, $50 Billion/month, we are on course to have one of the best Months of June in US history...

...Think of what it could have been if the Fed had gotten it right. Thousands of points higher on the Dow, and GDP in the 4’s or even 5’s. Now they stick, like a stubborn child, when we need rates cuts, & easing, to make up for what other countries are doing against us. Blew it!

Nennt die FED "ahnungslos", in der Welt der Notenbanker ist das unerhört und müsste nun Abstossungsreaktionen hervorrufen, wenn da noch Reste von Rückgrat vorhanden sind.

Ich bin auch mal gespannt, wie lange die Märkte es gut finden, dass hier faktisch die Unabhängigkeit der Notenbank zu Grabe getragen wird. Und Powell scheint mir - wie heute im Video gesagt - charakterlich nicht der Typ zu sein, der bei so etwas dann in den Ring steigt und Trump die Wiederwahl versaut. 😉

Das riechen die Märkte und haben die taubenhafte FED daher nun fest verbucht. Aber langfristig ist das fatal und ich kann jeden verstehen, der bei Trump einfach nur das Bedürfnis hat, dem Großmaul "die Fresse zu polieren", um mal die Straßensprache zu benutzen. Ich bin auch nicht sicher, ob Trump unter echtem Druck nicht plötzlich ganz geschmeidig und vordergründig demütig wird, würde zur Typologie passen.

Nur solange da keiner ist, der mal testet ob er nicht nur blufft, kann das auch nicht aufgedeckt werden. Und geopolitisch möchte ich mir diesen Test auch gar nicht vorstellen.

16:45 MEZ - ZH3 - ZH4

Nicht viel los im Markt, was kein Wunder ist. Aber Augen auf nun bei Electronic Arts (EA), das sieht nun technisch sehr interessant aus:

16:50 MEZ - ZH4

Auch sehr spannend die seit Wochen enorm starke Deere (DE):

Ich habe keine rechte Meinung dazu, ob da sofort der Durchbruch gelingt und würde im Zweifel eher sagen: Nein. Ein erneuter Rücksetzer und Anlauf erscheint mir logischer.

Aber wie auch immer, irgendwann wird dieser Durchbruch wohl kommen, mittel- und langfristig weiter aussichtsreich.

17:30 MEZ - ZH1

17:30 Uhr und viel Gezappel. Auch wenn es der erste Tag ist - oder vielleicht gerade deswegen - nicht viel was mir dazu einfällt:

17:35 MEZ

Übrigens, für die Raumfahrt-Interessierten unter Ihnen, heute Abend (Nacht bei uns) eine ganz, ganz wichtige Mission für SpaceX. Außerbörslicher Marktwert von Space-X nun wohl über 30 Milliarden USD.

-> SpaceX attempts Big Bang <-

17:45 MEZ - ZH4

Übrigens, noch zu Gold, bei den Minen ist bei vielen Aktien nun etwas da, was man als Bulle sehen will: *Ansteigendes Volumen* in der Aufwärtsbewegung! So auch bei Marktführer Newmont-Goldcorp (NEM):

17:55 MEZ - ZH4

Am Beispiel Paypal (PYPL) ein grundsätzlicher Punkt. Denn solche klaren und stabilen Trends sind eine tolle Sache:

Dazu gibt es aber zwei Sätze, die man unbedingt ernst nehmen sollte:

(1) Solche Trends dauern länger als man denkt, niemand sollte das Spiel spielen, hier ein Ende vorhersehen zu wollen

(2) *Wenn* solche Trends dann brechen, dann ist das eine grundlegende Charakteränderung und sollte unbedingt ernst genommen werden.

An dieser Stelle (2), trennt sich bei der Anlage auch oft "die Spreu vom Weizen" zwischen Anfängern und Profis.

Anfänger trauen sich in solche Aktien in der Stärkephase nicht einzusteigen, obwohl sie es eigentlich gerne wollen, weil "zu weit gelaufen".

Wenn dann aber der Bruch des Trends kommt, steigen sie ein, weil das endlich "eine Gelegenheit" ist. Das ist aber genau ein gefährlicher Moment um einzusteigen, weil die Aktie vielleicht gerade eine Charakteränderung vollzieht und die Profis steigen vielleicht gerade aus.

Genau das ist der eminent wichtige Unterschied zwischen einem kaufbaren Dip (BTFD) und einer Charakteränderung. Das zu unterscheiden erfordert Erfahrung und ist auch mit Erfahrung nicht immer völlig klar. Aber man kann auf die klassischen Signale wie Distribution etc. schauen. Und auch solche Trendlinien haben eine (begrenzte) Bedeutung, denn die werden von Maschinen verfolgt.

Wenn so eine Aktie ihren mehrjährigen Trend bricht, schauen Sie also gut hin und seien Sie im Zweifel eher skeptischer, als es Ihnen die Gier eingibt, die Aktie endlich ins Depot zu legen.

Ein Trendbruch heisst übrigens niedrigere Hochs *und* Tiefs, ein Ausreisser alleine reicht nicht. Und der Bruch der Trendlinie, ist sowieso nur ein Warnzeichen und noch kein echter Trendbruch.

18:25 MEZ - ZH5

Noch ein lehrreiches Chart liefert 3D Systems (DDD). Denn nicht alles was tief fällt, muss wieder steigen, es gibt Zykliker (die steigen wieder) und echte Blasen (der 3D Hype war eine), die kommen nie wieder auf alte Kursstände.

Wobei die Technik ist keine "Blase", aber die Bewertung die Unternehmen in völlig überbordender Phantasie zugebilligt wurde, war wohl eine. Bisher ist es scheinbar nicht gelungen, aus der Technik Geschäftsmodelle zu entwickeln, die so richtig Ertrag generieren.

Ich hatte vor einiger Zeit auch mal argumentiert, dass das die Hardware-Hersteller sowieso nicht werden können, die gehen den Weg fast aller Hardware-Hersteller in den Preisdruck.

Aber wenn es jemandem gelingen würde, geschlossene Systeme wie so einen Apple-App-Shop als Marktführer für 3D Modelle zu etablieren, dann wäre das ein Geschäftsmodell, das richtig Gewinn abwerfen könnte. Das ist aber nicht 3D Systems mit seinen vielen, zusammengekauften Lösungen.

18:40 MEZ - ZH1

Nichts Neues vom Markt und ich denke, dass das heute auch so bleibt.

Das wars vom ersten Stream nach dem Ferienmodus.

Wir werden diese Woche unsere Wärmepumpe mit Erdsonden besonders wertschätzen, denn die wirkt bei so Temperaturen als Kühlschrank und kühlt über die Fussboden-"Heizung", das Haus auf ca. 24 Grad runter. Ein Traum, den Sie auch haben wollen, wenn Sie es in so Wochen mal erleben, wie sich das anfühlt.

Und das Ganze noch höchst "ökologisch, nachhaltig, CO2-frei und was es sonst noch sein darf". Wobei "CO2-frei" nur, wenn die "Energiewende" mehr als Merkel-Geschwurbel wäre und beim Strom real existeren würde. Bekomme ich jetzt ein Plakette als vorbildlicher, grüner Bürger? In der DDR gab es doch auch immer Orden für moralisch besonders aufrechte und regimetreue. Oder? 😛

Dazu fliege ich doch auch kaum, fahre im Zweifel Bahn, laufe viel zu Fuß und habe keine Arbeitsfahrten - nicht mal zu Klima-Demos - und daher nur geringe Kilometer-Zahlen mit dem Auto. Wir holen Eier vom Bauern vor Ort, haben selber was im Garten, viel Grün auf dem Grundstück und nicht mal einen Kamin haben wir CO2-Helden - her mit dem Orden!

Aber leider fahre ich so einen Wagen mit höherem Einstieg auch "SUV" oder genauer gesagt "Crossover" genannt. Und das auch noch mit mehr PS, als ein braver Bürger zwingend braucht. Verdammt, welche Sünde, dann bin ich doch ein böser Klima-Frevler und bin schuld am Untergang der Welt, mit solchen defätistischen Zeilen sowieso. Schande über mich, ich bin an der Hitze schuld - wo ist bitte das Ablaß-Säckel? 😀

Ich wünsche einen kühlen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Pfingstausblick



In diesem abschliessenden Artikel vor meinem 2-wöchigen Ferienmodus in den bayrischen Pfingstferien, will ich versuchen, Ihnen einen zusammenfassenden Lagebericht und groben Ausblick auf die kommende Woche zu geben.

Wie immer im Ferienmodus, bin ich in den kommenden beiden Wochen zwar weiter präsent, mache im Blog aber nur das Nötigste und befreie mich vor allem von der Pflicht täglich zu schreiben. Vielleicht kommt mal ein Artikel hier und da, vielleicht auch nicht, diese Freiheit von der Verpflichtung nehme ich mir aber und ist auch dringend nötig, damit es danach auch wieder Spaß macht.

Rechnen Sie also mit nicht mehr als 1-2 Lebenszeichen pro Woche von mir, ins Forum schaue ich sicher einmal am Tag, das aber auch ohne festen Rahmen. Ab 24.06. ist der Blog dann bis zum Beginn der Sommerferien am 26.07. wieder im Normalmodus.

Die Lage ist derzeit so komplex und voller verschiedener Einflussfaktoren, dass ich diese nun Schritt für Schritt mit Ihnen durchgehen möchte.

Zunächst einmal hatten wir gestern keine Einigung zum Thema Mexiko, diese ist auf heute vertagt. Die Futures am frühen Morgen weisen eher leicht nach oben, man kann also festhalten, dass der Markt von einer Einigung überzeugt ist:

Wir sehen, dass der SPY jetzt schon *oberhalb* der Niveaus notiert, die er hatte als die Zolldrohungen in Richtung Mexiko in den Markt kamen. Das schafft durchaus ein taktisches Problem.

Denn wenn es heute zu einer Einigung kommt und die Zölle am Montag nicht in Kraft treten, dürfte der positive Effekt begrenzt sein, weil schon weitgehend verfrühstückt. Einen langfristig positiven Effekt gibt es noch, weil Trump damit zeigt, dass er Handelskriege nicht nur beginnen, sondern auch beenden kann. Wie stark der sich aber auswirkt, erscheint unklar.

Wenn dagegen heute die Lage eskaliert, muss man mit einer Enttäuschungsreaktion rechnen, zumal der Bounce nun sowieso das Niveau erreicht hat, an dem er wieder zusammenfallen *könnte* - Konjunktiv.

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie noch auf ein spezielles Pfingst-Risiko aufmerksam machen, das Sie in Ihre Überlegungen einbeziehen sollten.

Denn am Pfingstmontag sind in Deutschland, Schweiz und Österreich die Börsen geschlossen. Wer also nur über "normale" Direktbanken einen Marktzugang besitzt, dürfte am Pfingstmontag handlungsunfähig sein, weil selbst Kurse von Derivaten auf die US Indizes dann nicht gestellt werden.

Fast überall sonst in der Welt, in Asien wie an der Wallstreet, wird aber gehandelt. Wenn der Markt am Montag also eine starke Bewegung zeigen sollte, sind nur die handlungsfähig, die bei internationalen Brokern wie IB ein Depot haben. Berücksichtigen Sie das unbedingt bei Ihren Planungen.

Neben dem Thema Mexiko, wird heute um 14:30 MEZ der große US Arbeitsmarktbericht die Kurse bewegen. Denn aus den Arbeitsmarktdaten wird das Verhalten der FED extrapoliert und da hat der Markt ja zumindest eine Zinssenkung in 2019 nun schon fest eingeplant, hat aber noch *keine* starke Rezession eingepreist.

Daraus folgt meine Erwartung, wie der Markt auf die Arbeitsmarktdaten reagieren wird.

Optimal wären ganz leicht schwächere Werte, die kein wirkliches Problem darstellen, die Zinssenkungsphantasie aber erhalten - das wäre sozusagen "Goldilock". Auch noch OK, wären wohl leicht stärkere Werte als erwartet.

Problematisch wären zu starke Werte, die die Zinssenkungs-Phantasie wieder aus dem Markt nehmen, ebenso wie extrem schwache Werte, die den Gedanken an eine Rezession wieder in den Vordergrund schieben.

Heute Nachmittag sollten die Bullen also auf einen moderaten Arbeitsmarktbericht ohne Überraschungen hoffen.

Womit wir bei der Frage sind, auf welche Ausgangslage in den Indizes dieser Bericht trifft? Hier ist sie:

Der SPY ist nun also genau in der Zielzone zwischen Abwärtstrendlinie und 50-Tage-Linie, in der eine Wende nach unten logisch wäre und ein Ausbruch nach oben das Modell eines reinen Bounce in Frage stellen würde.

Gleichzeitig ist das Sentiment immer noch vorsichtig und insofern eher bullisch, aber auch nicht so extrem, dass man daraus zwingend weiter steigende Kurse herleiten muss:

Es bleibt also dabei, dass uns nichts und niemand diesen unmittelbaren Ausgang bis Montag vorhersagen kann, bereiten wir uns auf beide Szenarien vor und legen uns zurecht, wie wir uns dann verhalten wollen.

Wenn ich nun den Blick weite und meine große, bekannte Projektionen zum Jahresende für die kommenden Wochen detailliere, dann fallen mir 2 grobe Szenarien ein.

Im ersten, negativen Fall, ist das was wir sehen tatsächlich nur ein Bärenmarkt-Bounce, der nun bald zusammenfallen wird.

Dann kann man sich so einen Verlauf gut vorstellen, der bis zur 2.600er Widerstandszone herunter geht und erst Ende Juni mit dem G20 Gipfel in Osaka und dem Treffen Trump-Xi ein Ende findet.

Natürlich kann es dann auch erst so richtig abkippen, wenn die beiden sich im Streit trennen, aber das erzeugt zu viele Varianten und zu viel der Spekulation, über diese Brücke gehen wir, wenn wir vor ihr stehen. Wenn wir heute davon ausgehen, dass Ende Juni eine Chance darstellt, ist so ein Verlauf im bärischen Fall logisch und deckt sich mit meiner bekannten Jahresprojektion.

Im zweiten, positiven Fall, hält dieser Bounce und die Tiefs liegen mit ca. 8% Minus schon hinter uns. Dann würde ich aber trotzdem nicht von einem sofortigen Lauf zu den Hochs ausgehen, das bräuchte wirklich gute Nachrichten zum Handel, die aber vor Ende Juni wohl unrealistisch sind.

Dann erscheint - bei angenommen positiven Signalen vom Gipfel - so ein Verlauf denkbar:

Sie sehen, selbst dann gehe ich nicht von einem "V" zu den Hochs aus, womit das wirkliche Überraschungs-Risiko im Markt präzise beschrieben ist.

Denn das Überraschungs-Risiko ist nicht ein markanter Einbruch, mit dem rechnen viele derzeit und sind skeptisch. Es ist eine plötzliche, bullische Expansion, obwohl das Handelsthema nicht gelöst ist.

Ich sage nicht dass diese kommt, genau genommen weiss ich nicht, woher sie kommen sollte - deswegen male ich die Projektion ja wie oben und habe auch im positiven Fall nur eine Seitwärtsbewegung zu bieten.

Aber da ich mich damit wohl im Konsens bewege, ist das Risiko eindeutig, dass ich hier zu pessimistisch bin.

Wie auch immer, ich hoffe die obigen Worte geben Ihnen ein Gefühl dafür, womit Sie sich potentiell in den beiden kommenden Wochen auseinander setzen müssen, die dann langsam zum G20 Ende Juni führen.

Am 19.06. ist dann übrigens auch noch eine FED-Sitzung, nur damit Ihnen nicht langweilig wird. 😉

Noch ein kurzer Blick auf den DAX offenbart uns, dass dieser in den letzten Tagen große Unsicherheit an den Tag gelegt hat. Auch heute vormittag schwankt er in Erwartung des Kommenden recht volatil um 12.000 und ist bereit für eine starke Bewegung.

Wenn wir aber berücksichtigen, dass zum Beispiel heute miese Wirtschaftszahlen herein kamen und auch -> die Bundesbank die Wachstumsprognose deutlich senkt <-, muss man das als relative Stärke betrachten.

Es scheint mal wieder so zu sein, dass der kluge Markt diese Schwäche zumindest teilweise schon in die Kurse eingepflegt hat, so schwierig war und ist es ja wahrlich auch nicht, Deutschland eine negative Fortführungsprognose auszustellen.

Im Saldo will ich nicht versuchen, den volatilen "Pudding-DAX" mit einer Projektion an die Wand zu nageln, wenn mich aber jemand mit einer Pistole an der Schläfe zwingen würde, mich hier für eine Richtung zu entscheiden, würde ich beim DAX nun eher nach oben tippen.

EURUSD kämpft übrigens immer noch mit dem fallenden Trendkanal, das ist im Auge zu behalten, weil hier tatsächliche die Chance auf eine Trendwende existiert. Trotzdem rate ich dringend dazu, diese erst Realität werden zu lassen, bevor man hier Schlüsse zieht.

FED wie EZB sind im Race-to-the-Bottom, die Frage ist nur, wer schneller und aggressiver agiert. Und da die FED mehr Potential nach unten hat, scheint der Markt nun vielleicht die Chance auf ein steigenden EURUSD Währungspaar zu sehen.

Das macht Sinn, kann sich aber schnell mit einem starken Arbeitsmarktbericht heute Nachmittag ändern, der die Zinssenkungserwartungen des Marktes an die FED wieder dämpft.

So weit zur Lage, wie ich sie am heutigen Freitag Vromittag sehe.

Damit endet dieser Pfingstausblick, ich wünsche Ihnen heute Nachmittag nach den Arbeitsmarktdaten gute Entscheidungen!

Und in den kommenden beiden Wochen wünsche ich Ihnen auch: Schöne, erholsame Ferien!

Ihr Hari

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Wallstreet Stream 20.12.18



15:20 MEZ

So liebe Mitglieder, der letzte Wallstreet-Stream des Jahres 2018 beginnt.

Morgen Nachmittag gibt es keinen Stream mehr, den liest kurz vor Weihnachten sowieso niemand, dafür aber einen Abschlußartikel vor den Feiertagen.

Heute sollten Sie hier auch nicht mit viel rechnen, der Markt wird wohl sinnlos hin und her schaukeln, morgen ist ja noch Hexensabbat.

Direktionale Trades lohnen sich daher nicht mehr gross und mittelfristige Festlegungen ins neue Jahr erst recht nicht, das sollten wir eher abwarten.

Aber vielleicht fällt mir ja noch das eine oder andere auf.

15:45 MEZ

Wir haben starke Schwankungen im EURUSD Währungspaar, alles in allem aber eine Tendenz die eher nach oben weist:

Das kann auch erklärt werden, wenn man sich die US Zins-Erwartungen anschaut, ich hatte ja gestern -> diese Grafik <- im Forum zu den Erwartungen des Marktes an zukünftige Zinserhöhungen.

Der Markt geht davon aus, dass die FED (mal wieder) zu spät merkt, dass sie überzogen hat und in 2019 kaum mehr Erhöhungen vornehmen wird. Und was den Dollar bewegt, ist das was der Markt erwartet und nicht was Powell sagt.

Dieser Disconnect kommt selten vor, meistens folgt der Markt brav der FED, hier bekämpft er sie aber und es wäre nicht das erste Mal, das er am Ende Recht behält. Denn die FED ist gross, der Markt ist grösser.

Wenn aber keine Zinserhöhungen mehr erwartet werden, schwächt das den Dollar.

15:54 MEZ

Was da gestern zwischen Markt und Powell passiert ist, hat hier auch das WSJ sehr schön dargestellt und deckt sich mit meiner Darstellung in -> Der große Wahrnehmungsgraben <-:

-> Powells Bet: The data is right, the market ist wrong <-

Die perfekte Zusammenfassung kommt am Schluß:

Mr. Powell could have positioned the Fed for the possibility the markets are right and the data are about to take a turn for the worse with a much more ambivalent statement about future rate increases.

The fact he didn’t is risky—for the economy and him, personally, since President Trump will likely hold him responsible for a recession. Markets and economic data frequently diverge; the stock market has predicted nine of the last five recessions, the old joke goes. But that is actually a pretty good record; the Fed hasn’t predicted any of them.

PS:

Larry Summers -> hackt auch auf der FED herum <-. Viel Feind viel Ehr?

Vielleicht. Was aber nervös macht ist, dass Powell gestern nicht so gewirkt hat, als ob er begriffen hätte welche Risiken er hier für die FED und auch persönlich geht. Wenn er mit seiner Wette auf die "Daten" falsch liegt, ist er als FED-Chef nicht mehr tragbar. Powell wirkte er wie der Oberbuchhalter, der glaubt dass die Zahlen die er addiert, etwas mit der Lebenswirklichkeit im Unternehmen zu tun haben.

16:58 MEZ

So sieht ein Markt aus, zu dem man sprachlos ist und nur seine Zeit vergeudet:

"Eigentlich" müsste man sagen, dass dieser Markt nun so brutal überverkauft ist, dass jeden Moment ein Snapper kommen muss. Eigentlich.

Aber einen Tag vor dem Beginn der Weihnachtsferien und mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne das große Geld im Rücken, sind das auch nur unwichtige Spielereien von Tradern, die es nicht lassen können. Zumal die OPEX die Kurse nun sowieso im Griff hat.

Also lassen wir es besser.

17:05 MEZ

Wer mal eine Grafik sehen will, die zeigt warum manche im Markt zur FED nun nur den Kopf schütteln können und Powell nun für einen bornierten Zahlenfetischisten halten, sollte auf den ETF JNK der High Yield Anleihen schauen.

Das ist das US Corporate Debt Problem in eine Grafik gegossen und das Chart zeigt, dass da schon realer Stress im System ist.

Dem Markt hätte gestern genügt, dass Powell zeigt, dass er das Problem sieht das selbst Yellen schon als Risiko identifiziert hat und auch als Risiko anerkennt. Aber selbst das ist ausgeblieben, die FED schiebt aus Sicht des Marktes fröhlich ihren Dot.Plot in einem Paralleluniversum vor sich her.

Die Wahrheit liegt wie immer dazwischen, Powell ist zu datengläubig und eben ein Technokrat, der Markt hyperventiliert aber zu stark, er sieht ein Risiko, dass sich erst realisieren muss.

Klar ist aber auch, wenn ich gestern von Zombies gesprochen habe, die Powell dann 2019 vor die Füsse fallen, dann sind die da im Chart enthalten und der Anblick ist nicht schön:

17:36 MEZ

Joe Fahmy zum Markt: -> Market moves because of 2 main factors <-

17:40 MEZ

Das haben wir über den FED-Trubel ja ganz vergessen, den -> Government Shutdown <- haben wir ja auch noch als Sorge.

Das hat den Markt zwar nicht übermässig belastet und war sekundär, aber förderlich und vertrauenstiftend ist das auch nicht.

Wie soll da in Gottes Namen jemand große Mengen Geld kurz vor dem Jahreswechsel risikieren? Die FED auf dem Kriegspfad, die Konjunktur wackelig, ein Handelskrieg möglich und ein Government-Shutdown offen.

Nein, da sollte man nicht mehr viel erwarten.

Übrigens, haben Sie gemerkt wie Trump tapfer zu Powell geschwiegen hat? Ich verspreche Ihnen, das ist nicht, weil er happy ist. Irgendwann wird das rausdrängen.

18:05 MEZ

Lassen wir es gut sein. Wir sehen einen Ausverkauf, der sich heute fortsetzt und schon die 2.400 im Visier hat:

Zu sagen der Markt "sei mit der FED nicht glücklich", wäre dabei noch ein Euphemismus. 😉

Aber in so etwas steckt auch eine Chance. Der Ausverkauf ist nun übertrieben, es dürften vor allem bald alles an Stops abgeräumt sein und das ist ein großes Positivum. Damit hat der nächste Rebound dann eine saubere Grundlage, die auf einem bereinigsten Markt beruht, der alle schwachen Hände abgeschüttelt hat.

Im -> Wochenausblick KW51 <- letzten Sonntag habe ich geschrieben:

Sollten wir diese Woche aber doch deutlich durchfallen, gehe ich in 2019 aus heutiger Sicht nur noch von einer kurzen Schwächephase im Januar aus, nach der eine potentiell attraktive Long-Chance vor uns liegen könnte.

Und ich habe Ihnen dazu letzten Sonntag dieses Chart gezeigt. Ich habe heute in dem Chart nur einen kleinen blauen Kreis hinzugefügt, wo wir nun gerade sind:

Genau dieses Szenario von letztem Sonntag könnte nun also auf den Punkt Realität werden. Danach würden wir bald um den Jahreswechsel ein paar Schnäppchenkäufer sehen, dann gibt es Anfang 2019 noch einen Abwärtsschub auf die 2.400 und das wars dann.

In Anbetracht der realen Lage heute, würde ich den Bounce um den Jahreswechsel, der nun vielleicht bald kommt, aber wohl etwas stärker zeichnen und wäre nicht mehr sicher, wie tief ich in 2019 noch herunter muss, auch ein Doppelboden ist vorstellbar. Der prinzipielle Ablauf -> Bounce -> Neue Schwäche -> Echter Rebound erscheint aber naheliegend.

Diese Chance ist nun real. Es ist nur ein Szenario, aber wenn der Markt in 2019 merken würde, dass die Welt doch nicht ganz so düster ist, wie er jetzt denkt, wird die überverkaufte Marktlage genau das auslösen.

Sie sehen, wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist der Morgen nicht mehr weit. Der Morgen muss keineswegs das Ende einer schwierigen Marktphase sein, selbst 2008 gab es nach Bear Stearns noch signifikante Rallies, bevor es dann endgültig abwärts ging. Aber zumindest ein markanter Rebound wird nun immer wahrscheinlicher und ich würde jetzt erst mal nicht mehr Short gehen wollen.

Machen Sie es gut, morgen früh melde ich mich noch einmal ganz normal.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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116. Marktlage 26.08.2018



Hallo zusammen,

heute morgen nur ein paar kurze Worte zur Lage.

Im Grunde genommen hat sich nicht viel seit meinem letzten Bericht geändert; aber dann doch einiges über das es Sinn macht kurz zu schreiben...

Wie steht es um den Markt?
Wir haben einen Markt (der S&P 500 als Sinnbild dafür), der weiter nach oben getrieben ist. Das große Doppeltop wird durch das Netz geschrien.

Daran glaube ich aktuell nicht. Die Vorsicht ist zu groß und die wirtschaftliche Lage (noch) zu gut.

Ich erinnere an Fat Pitch und seine Asset Allocation. Hier sind Aktien nicht ansatzweise überreitzt - einzig der amerikanische Markt. Vor allem sucht Cash weiter nach Anlagenmöglichkeiten.

Nur wie geht es weiter?

DIE großen Player aus meinen Augen auf dem Markt sind die lang- und kurzfristigen Zinsen in Amerika und der Dollar.

Wo stehen wir da?

Der Dollar

Wir können über die letzten >15 Jahre im Dollar eine riesige Tasse erkennen, die sich aktuell bei "ca. 4 Uhr" befindet. Die große Frage ist, ist das wirklich eine Tasse und die von mir vermutete Trendfolge-Formation eines fallenden Keils?

Die letzten 3 Monate prognostizieren eher etwas Schwäche voraus. Nur was dann?

Bei genauerer Betrachtung des Weekly-Charts sehen wir eine iSKS - Bodenformation, die Ende Juli ihren Ausbruch fand und nun auf der Nackenlinie sitzt. Sehen wir weitere Stärke und den Abpraller nach oben (spricht weitere Dollarstärke)?

Entscheidend ist der weitere Verlauf des Dollar v.a. für Gold und die Emerging Markets, die sich in den letzten Tagen an der Dollarschwäche "laben" konnten. Zu früh gefreut?

Wer *könnte* die weitere Bewegung im Dollar beeinflussen?

Am 04.09.2018 kommt der nächste ISM Manufacturing Report heraus. Wie wir wissen, ist dies DER entscheidenden Leading Indikator.

Und dieser *könnte* enttäuschen. Dies zeigen die ersten Zahlen.

Was *könnte* ein enttäuschender ISM Manufacturing Index bedeuten?
- Wenn die US Industrie schwächer wird, *könnte* der Dollar schwächer werden
- Wenn die wirtschaftliche Aussicht deutlich schlechter wird, *könnte* das "lange Zinsende"/ Inflation fallen - Bonds würden steigen.
- Gold hoch/ EEM hoch

Der TLT (20-yr-Bonds) wartet nur darauf, gegenüber dem Vergleichsindex VBINX Boden gut zu machen. Nach 2007 ist das Ratio zum VBINX wieder am Tiefpunkt angekommen.

Das Sentiment in Gold ist sowieso völlig zerstört - hier *könnte* ebenfalls eine Erholungsrally anstehen.

Was bedeutet die mögliche Entwicklung für die Aktien? Dies bedeutet nicht zwangsweise, dass wir fallende Kurse sehen. Ich würde hier erst einmal auf weniger stark steigende Kurse setzen.

Was heißt das für den DAX? Dollar runter heißt EUR hoch. EUR hoch heißt für die deutsche Exportnation nichts gutes...

Der EEM wartet ebenfalls auf einen Ausbruch aus der Bull-Flag und einen Abpraller auf der Trendlinie.

Wie immer eine sehr lesenswerte Lektüre von Fear and Greed Trader: die weekly summary

Euer

Hullahuppi

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Muss man als Euro-Anleger seine Dollar Positionen absichern?



Im Forum der Community sind auch immer wieder grundlegende Fragen, die es Wert sind, in einem Artikel beantwortet zu werden.

Erfahrene Anleger haben oft den positiven Wunsch, ihr diversifiziertes Depot auch in den Währungen der Welt auf mehrere Beine zu stellen. Dazu haben wir hier schon Vieles besprochen.

Was aber, wenn jemand den gegenteiligen Wunsch hat? Was wenn der Besitz ausländischer Währungen auch als Risiko betrachtet wird und nicht nur als Chance zur Diversifizierung? Es gibt ja sogar von Fonds- oder ETF-Abietern oft spezielle "währungsgehedgte" Varianten, die diesen Wunsch befriedigen. Was ist davon zu halten?

Was also, wenn der Anleger sich fragt, ob er sich vor Währungsschwankungen absichern oder diese zumindest etwas abmildern sollte? Da halten viele Anleger doch US Werte in Euro und ein starker Euro bringt dann Kursgewinne manchmal wieder auf Null.

Sollte sich so ein Anleger also mit Währungsabsicherung (Hedging) beschäftigen?

Um die Frage aufzurollen, muss ich zunächst etwas ganz Grundsätzliches wiederholen. Denn jeder ist der Meinung er wüsste was eine Währung ist, aber ist das wirklich so?

Denn wenn wir den "Wert" einer Sache betrachten, müssen wir diese in einem Maßstab betrachten. Bei den Arabern gab es mal eine Zeit, in der alles in Kamelen ausgedrückt wurde, auch der Wert von Menschen. Dieses provokante Beispiel einer Währung, der Kamel-Währung, dient jetzt nicht nur der Auflockerung, sondern hat trotzdem Sinn, denn die "Kamelwährung" war eben auch eine, in ihr wurde Wert ausgedrückt.

Und genau darin liegt das Dilemma von Währungen. Wenn wir uns als Bürger des Euros oder des Schweizer Franken, oder in Deutschland sozialisiert mit der stabilen D-Mark, über den Wert einer Sache unterhalten, drücken wir das immer implizit in unserer Währung als "objektivem Maßstab" für Wert aus. Und das ohne darüber nachzudenken und ohne uns bewusst zu machen, dass es ein höchst schwammiger Wertmaßstab ohne jede Objektivität ist.

Wenn also ein typischer Anleger sieht, dass die Kursgewinne an der Wallstreet durch einen steigenden Euro in seinem Euro-Depotausweis fast auf Null gebracht werden, schliesst er daraus, dass das nicht gut ist und er gegensteuern muss. Diese "Null" scheint also als objektiver Wertmaßstab wahrgenommen zu werden. Aber ist das wirklich so?

Wären wir dagegen Bürger eines Entwicklungslandes und hätten einen persönlichen Erfahrungshorizont darin, dass die eigene Währung permanent an Wert verliert und gleichzeitig eine Hochinflation herrscht, wie zum Beispiel in Brasilien, würden wir ganz anders reden. Wir würden dann versuchen den Wert einer Sache in einer stabileren Währung auszudrücken und diese als Wertmaßstab benutzen - dem US Dollar zum Beispiel.

Also, den Wert einer Währung kann man immer nur in einer anderen Währung ausdrücken. Deshalb gibt es Währungspaare, wie wollte man auch den Wert des Euro in Euro ausdrücken, das Ergebnis wäre immer nur 1. Gold kann man als XAUUSD also in Dollar ausdrücken, den Euro als EURUSD in Dollar und so weiter.

Was passiert also, wenn ein Asset - zum Beispiel eine Aktie - in Euro gerechnet fällt und gleichzeitig in Dollar gerechnet steigt, eben weil EURUSD stark steigt? Ist das Asset dann mehr "wert" oder "weniger" wert oder spielt das gar keine Rolle?

Die Antwort ist keineswegs so einfach wie es scheint, sie liegt vielmehr im Auge des Betrachters.

Aus Sicht einer fiktiven Weltwährung wie der -> Sonderziehungsrechte des IWF <-, also aus Sicht von jemandem der theoretisch in den wichtigen Ländern der Welt mit Lokalwährungen kauft, hat sich der objektive Wert des Assets kaum verändert, denn in der "Weltwährung" ist er gleich geblieben. Die beste Entsprechung dieser "Weltwährung" ist übrigens Gold mit seiner vieltausendjährigen Geschichte.

Aus Sicht von jemandem aber, der alle Kosten in Euro begleichen muss, hat sich die Kaufkraft des Assets (der Wert) für anderen Waren verringert, wobei das auch nur teilweise für Waren gilt, die auch im Euro hergestellt werden. Denn wenn die Ware aus dem Dollarraum eingeführt wird, hat sich der Preis bei der Einfuhr verringert, was in einer theoretisch ideal preisreagiblen Welt, den "Wertverlust" des eigenen Zahlungsmittels komplett ausgleicht.

Aber wie auch immer, wenn man im Euroraum Ausgaben hat und diese mit dem Wert des Assets begleichen will, ist der "Wertverlust" subjektiv real.

An dieser Stelle haben wir daher auch den ersten Fall, für den eine Währungsabsicherung Sinn macht und auch von Firmen genutzt wird. Eine Firma die ihre Waren ins Ausland verkauft und mit den Einnahmen die Gehälter ihrer Mitarbeiter bezahlen will, will sich vielleicht nicht von Währungsschwankungen abhängig machen und "hegded" daher ihre zukünftigen Verkäufe. Das ist übrigens das Kernthema des Futures und Optionsmarktes, aus diesem berechtigten Bedürfnis heraus, die Zukunft schon heute absichern zu können, ist er ursprünglich entstanden.

Für einen privaten Anleger wäre das aber nur ein relevantes Szenario, wenn dieser seine laufenden Ausgaben für Leben und Wohnen aus nicht in Euro notierenden Einnahmen bestreiten müsste. Dann wäre ein Gedanke an Währungshedging sinnvoll, denn für den Preis von nicht unerheblichen Gebühren schliesst man dann Währungsrisiken aber auch Chancen aus.

Für einen privaten Anleger der im Euroraum lebt und arbeitet und durch die Arbeit genug verdient, um seinen Ausgaben zu bestreiten, besteht dieser Grund und damit der Bedarf an Währungsabsicherung aber eher nicht!

Gäbe es denn einen anderen Grund Auslandswährungen abzusichern - zu "hedgen"? Ja, bei Klumpenrisiken, wenn man zu stark von den Währungsentwicklungen abhängig ist und die Risiken nicht tragen kann.

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Wallstreet Stream 13.06.18



19:10 MEZ

Und los gehts, zu ungewöhnlich später Stunde, dieser Stream wird bis zum US Handelsschluß um 22 Uhr und leicht darübr hinaus offen sein.

Der bisher führende Index der Nebenwerte, der Russell2000, ist vor der FED ins Minus gedreht und hat nun ein niedrigeres Hoch und niedrigeres Tief gebildet. Will und das eine Botschaft senden?

19:12 MEZ

Ein sehr schönes Statement von Chris Ciovacco, um ganz gelassen die Perspektive zu behalten: -> a big deal <-

19:15 MEZ

Die FOMC Minutes werden um exakt 20:00 MEZ plus ein paar Sekunden Serverlaufzeit über den Atlantik, genau hier auftauchen:

-> FOMC Minutes 20180613 <-

19:32 MEZ

Sie erinnern sich sicher, dass ich vor einigen Tagen im Absturz der Solars, auf die relative Stärke von Vivint Solar (VSLR) hingewiesen haben. So zB hier im -> Stream vom 05.06.18 <-.

Nun ist der große Fall der Solars erst einmal gestoppt und was passiert bei VSLR? Sehen Sie selber:

Das ist wieder ein wunderschönes Beispiel für die bekannte Tatsache, dass uns das Verhalten von Aktien in der Korrektur eine Menge darüber sagt, was die Favoriten im Rebound sind. Was in der Korrektur kaum nachgeben will, hat gute Chancen im Rebond ganz vorne dabei zu sein.

19:45 MEZ

Harley Davidson (HOG)? Sollte das nicht Zölle der EU geben? Kann sein, Faktum ist aber, dass das eine Wendeformation ist:

20:04 MEZ

Zinserhöhung wie erwartet auf 2%. Euro fällt scharf zum Dollar, aber noch nichts Dramatisches. Sieht nach dem ersten Eindruck eher nach dem erwartet ruhigen und wenig überraschenden Abend aus:

20:08 MEZ

Ein guter Liveblog, mit sehr zeitnahen Updates, findet sich -> hier bei WSJ Marketwatch <-. Ich habe da auch immer ein Auge drauf, die Pressekonferenz Powells werde ich mir heute nicht anschauen, zu langweilig. Die von Draghi morgen schon, das wird spannend.

Außerdem, einmal alle paar Wochen muss ich mir im Sinne einer Selbstgeisselung Draghis süffisantes Grinsen einfach geben, das stärkt immer meine Widerstandskräfte und lässt die Kampfhormone fließen. 😉

20:10 MEZ

Initiale Reaktion des Marktes ist abwärts. Eine "Überraschung" wg der Zinserhöhung kann das nicht sein, die hat ausser "Rataplan" niemanden überrascht. 😉 Besonders falkenhaft ist die FED auch nicht, 4 Erhöhungen für 2019 wurden verneint, der Rest ist Rabulistik um Einzelworte.

Also ist es nur der erwartete Katalysator der benutzt wird, erfahrungsgemäß kommt dann früher oder später die BTFD-Kavallerie.

20:28 MEZ

Nach wie vor nur verhaltene Bewegung, Banken ala JP Morgan (JPM) wie bei Zinserhöhungen typisch leicht im Plus, Dividenden-Proxies wie Kraft Heinz (KHC) leicht im Minus. Vielleicht bewegt Powell ja mehr:

20:48 MEZ

Ich bin wie gesagt nicht im Camp, dass dieses Statement "hawkischer" ist als erwartet, weil nach den diversen sehr guten Wirtschaftsdaten und zuletzt den Inflationsdaten klar war, dass die FED den Druck ein wenig erhöhen muss.

Mehr ist nicht passiert und der Markt nimmt das sehr gelassen, man kann das als klare Aussage verstehen, dass die Zinsen auf aktuell 3% bei den zehnjährigen, mit Ausblick auf 4%, bei dieser Konjunktur noch kein Problem sind:

Wo ein Problem ist, ist durch den starken Dollar bei den sowieso schon angeschlagenen Ländern der Emerging Markets wie Brasilien:

Oder natürlich für die türkische Lira, 1,5% Plus für den Dollar zu türkischen Lira nach der FED sind eine klare Aussage:

20:58 MEZ

Für die unter uns, die in längeren Horizonten denken, hier ein Hinweis dass Cisco (CSCO) nach der leichten Enttäuschung der Quartalszahlen nun auf der Trendlinie eine Art Wendeformation formt.

Das sollte doch auch für die interessant sein, die hier schon etwas länger nachdenken. Sie sehen, ich nehme als braves Hilfspersonal bei der Weltenrettung schon Merkels Duktus an. 😉

21:08 MEZ

Eine alte Bekannte zieht von der Chartstruktur her nun meine Aufmerksamkeit auf sich. Schauen Sie mal, Gilead Sciences (GILD): Schub, Gapfill und jetzt ganz enge Seitwärtskonsolidierung, wie ein Tiger der sich zum Sprung duckt:



21:36 MEZ

Also ich werde kurz nach 22 Uhr den Stream schließen. Ich habe wie Sie wissen ja schon damit gerechnet, dass das eher langweilig und ohne große Bewegung wird. Nur eine Chance dass es als Katalysator genutzt wird, war da.

Was wir aber sehen, ist bisher ohne jeden Drive und nur zum Gähnen, ich muss mir ja auch nichts aus den Rippen schneiden.

Ich verspreche Ihnen, morgen Draghi wird *viel* spannender, denn da gibt es einige Unwuchten und Probleme, die nicht so leicht zu lösen sind.

Und das Ende der Anleihenkäufe zu verkünden und gleichzeitig Italiens Renditen unten zu halten, ist ein spannender Drahtseilakt, selbst für die "betörenden Lippen" dieses Mannes.

22:15 MEZ

So... wir haben die letzten Minuten auch noch herum gebracht. Am Schluß kam noch einmal Schwäche, vielleicht wird es ja morgen doch noch was mit ein wenig Korrektur, wäre überfällig:

Morgen zu Draghi wird es spannender, wir lesen uns morgen früh. Morgen vormittag kommt auch der zweite Teil von Pasolinis Artikel zu Quartalskerzen.

Ihr Hari

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Sie ist wieder da!



Hallo liebe Mitglieder,

Aus dem Urlaub und damit aus der börsentechnischen Umlaufbahn, will ich kurz das aktuelle Geschehen einordnen.

Denn Sie ist wieder da! Nein, nicht *Er*, nicht der Gröfatz, sondern *Sie*, die Eurokrise.

Wobei, nichts von alledem was da in Italien passiert und was es als Konsequenzen nach sich zieht, ist wirklich überraschend. Ich habe gefühlt endlos über die Fehlkonstruktion des Euro geschrieben, habe darüber geschrieben, dass alle Aktionen der Politik und Notenbank darauf nur weiße Salbe geschmiert haben und habe immer erwartet, dass die innere Verwesung des Konstrukts früher oder später an die Oberfläche tritt.

Nun ist in Italien einfach wieder eine der größten Eiterbeulen der Fehlkonstruktion an die Oberfläche getreten. Sie ist noch nicht geplatzt, aber sie ist sichtbar und das genügt schon für Marktreaktionen.

Wie ordne ich das Geschehen nun strategisch ein?

Langfristig gehe ich davon aus, dass die Katze nun aus dem Sack ist, dass die Eurozone nun am Beginn einer unlösbaren Problementwicklung steht, die sie entweder in Frage stellen oder zumindest grundlegend verändern wird. Was wir in Italien erleben, sind also die ersten Regentropfen einer aufziehenden, fundamentalen Gewitterfront.

Der Euro reagiert ja schon massiv und hat die langfristige Aufwärtsbewegung mittendrin brutal abgewürgt:

Und es ist gerade diese Entwicklung beim Euro, die insbesondere Deutschand zwischen "a rock and a hard place", also in einen Schraubstock bringen wird.

Auf der einen Seite stehen die immer unverhohleneren Erpressungsversuche zur Finanzierung der im Süden angehäuften Defizite, die Target-Salden als Druckmittel. Auf der anderen Seite steht aber Trump mit seinem Druck auf den Handelsüberschuß und nun raten Sie mal, was den Handelsüberschuß weiter drastisch anheizen und die sowieso schon vorhandene Überhitzung der deutschen Industrie weiter steigern wird: ein fallender Euro! Sic!

Zwischen diesen beiden Polen wird Deutschland massiv unter Druck geraten, man muss kein Prophet sein, um das zu erkennen.

„Nebenschauplätze“ wie eine von der Türkei ausgehende Bankenkrise sind dabei nur Brandbeschleuniger - Brüssel und EZB haben es sträflich versäumt, das europäische Bankensystem wirklich grundlegend neu aufzustellen.

Mittel- und langfristig gesehen gilt also:

  • Nicht-Euro Währungen wie der Dollar sind im Portfolio vorzuziehen.
  • Deutsche und Europäische Aktien sind weiter insbesondere gegen US Aktien unterzugewichten, wie wir das ja schon die ganze Zeit tun. Vergessen Sie das Bewertungsgerede.
  • Gold hat zum ersten Mal seit Jahren wieder einen fundamentalen Treiber aus Sicht von Euroinhabern. Es macht nun Sinn einen angemessenen Prozentsatz der Euros in Gold zu tauschen. Nicht taktisch, dazu habe ich keine Meinung, sondern strategisch.

Auch die langfristigen Charts des Eurostoxx stützen dieses Bild, schauen Sie selber, wie das mit Wochenkerzen aussieht und achten Sie darauf, dass das letzte Hoch sehr wohl die Parallelität zum dem Hoch von 2015 sein kann, das ich mit einem Ausrufezeichen versehen habe:

Im ganz großen Bild sehen wir auch, dass eine Bewegung nach oben von hier massive Widerstände überwinden müsste, für die ich keinen Katalysator in den kommenden Monaten sehen kann:

Jetzt aber ganz wichtig:

Das oben ist eine mittel- und langfristige, sich positionierende, strategische Aussage. Ich glaube *nicht*, dass die Lage nun sofort eskaliert und auch wenn die italienischen Renditen nun im Vergleich zu Bunds deutlich gestiegen sind, ist das immer noch weit von einer Krise entfernt.

In Italien existiert faktisch eine Art Patt und die interessierten Kreise in Brüssel und EZB werden noch viele Rettungsversuche und Zugeständnisse machen, ebenso wie unsere Bundesraute wieder diversen "Rettungspaketen" zustimmen wird.

Wir werden also kurz- bis mittelfristig volatileres Hin- und Her erleben und die Aktien Europas werden weiter nicht der Ort sein, an dem die großen Gewinne gemacht werden. Wir werden den DAX schnell mal 10% sich nach unten bewegen sehen, wir werden aber deswegen alleine eher *nicht* sofort die große Krise und damit auch eher *nicht* das Ende des Bullenmarktes an der Wallstreet erleben!

In meinen Augen sollten wir also weiter das machen, was wir sowieso schon machen. Unseren Fokus auf den Dollar legen und auf die Wallstreet.

Wenn es überhaupt eine Änderung gibt, dann dass ich zum ersten Mal seit Jahren wieder einen strategischen Grund sehe, Euros in Gold zu tauschen und damit das Gesamtportfolio anders auszubalancieren.

So viel von mir aus dem Urlaub und damit aus der Umlaufbahn. Ab Sonntag geht es im Blog mit dem Wochenausblick wieder normal los. Bis dahin....

Ihr Hari

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