Was gute, technische Analyse (immer noch) leistet

Die wirklich wichtigen Dinge wollen immer wiederholt werden und es gibt wohl kaum einen Bereich, bei dem es so viel Missverständnisse gibt und so viel mit Halbwissen operiert wird, wie bei der technischen Analyse. Auch der Ruf der technischen Analyse ist daher nicht immer der Allerbeste, "Hokuspokus" ist da noch eine der "netteren" Charakterisierungen von denen, die technische Analyse nicht wirklich verstanden haben.

Das ist auch nicht völlig grundlos so, denn tatsächlich wird mit Charts auch allerhand Unfug verbreitet, was daran liegt, dass jeder schnell mal ein paar bunte Linien zeichnen kann, ohne überhaupt begriffen zu haben, worum es bei der technischen Analyse geht und worum gerade nicht.

Die wirkliche Leistung die gute Markttechniker erbringen, sind nämlich nicht eine Vielzahl bunter Linien, sondern die Interpretation des aktuellen Marktzustandes aus den vorhandenen Daten. Interpretation der Gegenwart statt "Prognosiritis", ist also das Motto.

Aber zurück zu den Missverständnissen. Da haben wir zunächst den weit verbreiteten Irrglauben, dass technische Analyse - wie zum Beispiel ein Chart - den Verlauf des Marktes in der Zukunft indizieren würde. Wenn man so will werden Charts also als eine Form von "Glaskugel" interpretiert, mit denen man in die Zukunft schauen kann.

Was für ein Blödsinn! Und dass das allüberall nachgeplappert wird und auch Volkswirtschafts-Professoren sich dann in langen Abhandlungen daran abarbeiten, ist einfach nur lächerlich. Denn was genau sagt es über Autoren, wenn sie den Gegenbeweis zu etwas zu führen versuchen, was nie ernsthaft behauptet wurde? Eben, dass sie auch nicht begriffen haben, worum es geht.

Also zum Mitschreiben: Gute Technische Analyse bildet den Marktzustand in der Gegenwart, im "Hier und Jetzt" ab. Und sie kann typische Entwicklungen der Vergangenheit heraus arbeiten.

Gute technische Analyse kennt aber ebensowenig die Zukunft, wie jede andere Methodik auch, inklusive volkswirtschaftlicher Prognosemodelle übrigens!

Wenn man aber den Marktzustand im "Hier und Jetzt" wirklich durchdrungen hat, kann man daraus sehr wohl Annahmen und Wahrscheinlichkeiten ableiten. Denn der selbstreferentielle Markt, der aus Erwartungen von Millionen Marktteilnehmer besteht, ist keineswegs so sprunghaft, dass er seine Moden, Tendenzen und Strukturen alle 2 Stunden wie eine Unterhose wechselt. Es ist sehr wohl möglich, aus dem Verständnis des Marktzustandes des "Hier und Jetzt", Chancen und Risiken für die Zukunft abzuleiten. Das sind aber immer nur Wahrscheinlichkeiten und nie Gewissheiten - niemand kennt die Zukunft, niemand!

Das ist worum es bei guter technischer Analyse geht. Übrigens auch fundamentale Daten und Analysen verschaffen keine Glaskugel in die Zukunft, außer man erfährt wirklich Insiderwissen, dessen kursbedeutende Kenntnis eigentlich ein Straftatbestand ist und nicht hätte weitergegeben werden dürfen. Denn alles was öffentlich an fundamentalen Daten bekannt ist, ist eben öffentlich und wurde auch schon von anderen gesehen und ist daher Teil der Erwartungen und damit der Kursentwicklung geworden.

Gute technische Analyse, versucht also den Puls des Marktes im "Hier und Jetzt" zu untersuchen, um daraus Tendenzen und Szenarien für zukünftige Entwicklungen abzuleiten. Das wohl wissend, dass auch die beste technische Ausgangslage nur Wahrscheinlichkeiten produziert, denn jederzeit kann eine neue, bisher unbekannte Nachricht oder Entwicklung das Gesamtbild verändern.

Das erscheint auf den ersten Blick nicht viel zu sein, aber es ist mehr als ein normaler Anleger bei der fundamentalen Analyse als Vorsprung erzielen kann, denn diese ist so aufwändig, dass ein normaler Anleger da völlig chancenlos ist, sich einen Edge zum Markt zu erarbeiten. In -> Vom Zerrbild des Value-Investing <- habe ich das dargestellt.

Nun ist es ja leicht und wohlfeil, einfach Behauptungen aufzustellen, schwieriger ist es, diese zu verifizieren. Da passt es doch gut, dass ich die obige Argumentation in noch mehr Detail vor fast zwei Jahren am 09.06.16 im folgenden Artikel schon geführt habe:
-> Die Märkte vor dem Sprung - Was gute technische Analyse leitet <-

Und in dem Artikel habe ich den damaligen Markt betrachtet und dazu Aussagen gemacht, Aussagen die man damals über den Marktzustand machen konnte und Begründungen warum man diese Aussagen machen konnte. Bitte tun Sie sich den Gefallen und lesen Sie diesen Artikel noch einmal 2 Jahre später, er erklärt mit dem Bild eines springenden Tigers sehr schön, was technische Analyse leisten kann und was nicht.

Und jetzt schauen wir, was daraus geworden ist. Das ist das gleiche Chart von 2002 bis heute, das ich Ihnen im Artikel vor 2 Jahren gezeigt habe, der damalige Artikel ist mit blauem Pfeil markiert:

Wenn Sie nun den alten Artikel gelesen haben, werden Sie sehen was man mit technischer Analyse erkennen kann. Dass "der Tiger" kurz vor dem Sprung war, war damals deutlich zu sehen, nur die Richtung und Sprunghöhe nicht, wobei die Struktur schon eine Präferenz nach oben generierte.

Wäre es damals im Juni 2016 nicht ein erheblicher Vorteil gewesen, diesen Verlauf schon als wahrscheinliches Szenario "zu kennen"? Wissen Sie noch, wie damals alle noch in Angst und Schrecken blockiert waren, im Markt auch Chancen zu sehen?

Gute technische Analyse versorgt uns also mit einem objektiven Blick auf den Marktzustand im Hier und Jetzt und daraus lassen sich für die Zukunft Wahrscheinlichkeiten und Szenarien ableiten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Im extrem kompetitiven Markt ist das aber schon eine ganze Menge.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Algo Trading – Es ist so verflucht artifiziell!


Ich stelle nun mal eine Behauptung auf, die ich nicht beweisen kann. Der Gegenbeweis kann aber auch nicht geführt werden.

Ich behaupte es trotzdem, im Premium-Bereich habe ich das schon direkt nach dem Brexit so argumentiert:

Wir sind in einem Markt angekommen, der fast nur noch aus (verfluchten) Algos besteht.

Und die Kursentwicklungen der letzten Monate beweisen es!

Denn die Bewegungen im S&P500, zum Beispiel um die Wende nach dem Brexit herum, sind nun so artifiziell, das wirkt wie aller menschlicher Emotion entkernt. Schon im Februar diesen Jahres aus dem Tief heraus, war das so.

Menschen werden aber durch den Brexit überrascht. Menschen schwitzen, sie ängstigen sich. Sie diskutieren, was nun passiert. Sie zögern und dann rennen sie alle rein.

All das sah man früher in den Kursen, nach so emotionalen Momenten, wie dem Brexit. Noch vor 5 Jahren, war das anders. Da gab es an so Wendepunkten einen emotionalen Ausverkauf.

Ich erinnere mich an den denkwürdigen 03./04. November 2011, dem Tiefpunkt der Eurokrise. Ich habe damals über diesen Moment geschrieben.

Die Finanzkrise lag keine 3 Jahre zurück und alle hatten noch den Schreck in den Gliedern. Der S&P500 kippte weg zu neuen Tiefs und allen Bären lief der Sabber aus den Lefzen, Tim Knight von Slope-of-Hope verteilte triumphierende Posts.

So sah das damals aus:

03.04.11.11

Weiterlesen ...Algo Trading – Es ist so verflucht artifiziell!

Warum wir die Unsicherheit lieben lernen müssen

Der folgende Artikel basiert auf einem Text, der schon Mittwoch 06.05.15 09:30 in Hari Live erschienen ist. Für den freien Bereich wurde er leicht überarbeitet und gekürzt.

Der Sachverhalt selber hat aber grosse und grundsätzliche Bedeutung. Wer an den Märkten Erfolg haben will, gleichzeitig aber zu grosse Angst davor hat, Verluste zu erleiden, wird gerade deswegen scheitern.

Im amerikanischen gibt es dafür ein Sprichwort und das lautet "Fearfull Money doesn´t make Money", zu Deutsch: "Ängstliches Geld kann kein Geld machen". Und darum geht es im folgenden Artikel.

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Heute früh, will ich ein ganz grundsätzliches Thema mit Ihnen besprechen, das durch die "zappelige" Aktualität der letzten Wochen, seine erneute Bedeutung bekommt.

Es geht um die inhärente Unsicherheit, die immer im Markt steckt und mit der wir lernen müssen zu leben, oder noch besser: sie zu lieben und als Chance zu begreifen.

Eine Chance ist es nämlich schon alleine deshalb, weil nicht nur wir diese Unsicherheit verspüren, sondern alle anderen Marktteilnehmer ja auch. Und der Markt ist die Summe der Handlungen und Erwartungen aller Marktteilnehmer. Wenn wir die Unsicherheit also besser verdauen als die anderen, haben wir einen klaren Vorteil (Edge).

Als Menschen plagt uns diese Unsicherheit aber emotional sehr und wir würden uns mehr Stabilität und Verlässlichkeit in den Märkten wünschen. So eine stabile Aufwärtsbewegung wie im ersten Quartal diesen Jahres, ist aber die grosse Ausnahme, das Gezappel und die Volatilität, die wir aktuell erleben, ist dagegen die Regel.

In diesen Phasen kann ich dann immer schon die Uhr danach stellen, dass Marktteilnehmer frustriert beschliessen, nun "nur noch langfristig anzulegen", weil es ja vermeintlich nichts bringt, sich dem kurzfristigen "Gezappel" hinzugeben.

Ich reagiere darauf immer mit einem leichten Schmunzeln, denn diese Reaktionen sind auch nicht wirklich rational, sondern emotionale Ausweichreaktionen, weil man mit der permanenten Unsicherheit nicht mehr umgehen kann. Man gaukelt sich dann vor, das "langfristig" ja höhere Sicherheit verschaffen würde, was aber ein fataler Trugschluss ist. Ein Trugschluss, der fatalerweise aber erst nach langer Zeit erkannt werden kann, wenn das Kind dann schon ganz tief in den Brunnen gefallen ist.

Und nein, das hat nichts mit dem Zeithorizont der Geldanlage zu tun und ich spreche hier auch nicht gegen langfristige und passive Strategien, ich setze solche Strategien doch selber ein und habe doch selber jede Menge langfristige Positionen! Selbstverständlich funktioniert langfristige Geldanlage - wenn man sie richtig macht - ebenso wie kurzfristig taktisches Handeln. Egal ob Daytrader in Währungen, SwingTrader mit Aktien, langfristige Anlage mit ETFs oder mit Fonds - das kann alles funktionieren.

Nur um die Unsicherheit kommt man nicht herum - das ist hier der Punkt!

Der fatale Trugschluss ist also nur, dass man mit langfristiger Geldanlage der Unsicherheit aus dem Weg gehen würde, weil man glaubt, die Unsicherheit wäre nur kurzfristig da und langfristig wäre doch alles klar. Das stimmt aber nicht, der Unterschied ist nur, dass man sich bei taktischem Verhalten der Unsicherheit jeden Tag stellt und bei langfristiger Anlage je nach Horizont vielleicht nur alle paar Wochen, Monate oder vielleicht sogar nur einmal pro Jahr.

Und so ist der Friedhof der "Anleger-Leichen" gepflastert mit Anlegern, die

  1. Sich vor der unerträglichen Unsicherheit der Märkte in eine "langfristig, solide" Anlage geflüchtet haben, ohne sich um ein Risikomanagement Gedanken zu machen.
  2. Sich damit auch lange - über Monate und Jahre - gut gefühlt haben, solange die Märkte nicht einbrachen. Und überall in ihrer Umgebung die Geschichte verbreitet haben, dass das mit der Börsenhektik ja "Quatsch" wäre und man nur eine ruhige Hand und "gute" Unternehmen bräuchte.
  3. Als der Markt dann zu einem neuen 2000er oder 2008er Event ansetzte, sich nach den ersten 10% Verlust beruhigt und selbstgewiss nach hinten gelehnt haben.
  4. Nach 20% Verlust nachgekauft haben, weil ihre Anlagen ja "solide" seien.
  5. Nach 30% Verlust nervös wurden.
  6. Nach 40% Verlust nicht mehr hinschauen konnten.
  7. Nach 50% Verlust ihrer Frau nichts mehr gesagt haben und am Stammtisch dem Thema ausgewichen sind.
  8. Nach 60% Verlust verzweifelt verkauft haben und nie wieder über Börse nachdenken oder reden wollen. "Börse ist Scheisse" lautet von da an das Credo.
  9. Und deshalb auch nicht sehen, dass es nun wieder hoch geht und der Markt Jahre später neue Höchststände generiert.

Ich kenne diese "Anleger-Karrieren" aus dem EffEff und deshalb muss ich immer schmunzeln, wenn ich merke dass Anleger, die mit der Unsicherheit nicht umgehen können, in "langfristige" Anlagen flüchten, weil sie sich einbilden, dort sei die Unsicherheit geringer.

Die Unsicherheit ist einfach inhärenter Teil des Marktes. Es könnte einen Markt gar nicht geben ohne diese Unsicherheit. Versuchen Sie sich mal vorzustellen, wie Kurse entstehen sollen, wenn alle wissen was passiert! Denken Sie dabei an die -> Reflexivität <-.

Und glauben Sie ja nicht, dass in langfristiger Perspektive irgend etwas weniger unsicher wäre! Es sieht auf den langfristigen Charts nur im Nachhinein immer so klar aus, aber Hinterher lässt sich halt immer gut "schwätzen". 😉

Der Punkt ist also, der Markt ist die personifizierte Unsicherheit und es sind die am Erfolgreichsten, die diese Unsicherheit akzeptieren, in sich aufnehmen und ja sogar lieben lernen können. Wer diese Unsicherheit bekämpft, reibt sich auf.

Erneut, damit das ja niemand falsch versteht: langfristige Strategien können hervorragend funktionieren und machen jede Menge Sinn! Und es gibt viele gute Gründe, eine langfristige und eher passive Strategie zu wählen: Zeitaufwand, Nerven und Lebensumstände gehören zu den legitimen Gründen, die für eine langfristige Strategie sprechen. Nur sollten wir nicht glauben, dass wir damit der Unsicherheit ein Schnippchen schlagen, der müssen wir uns *immer* stellen. Immer!

Nein, bei langfristigen Strategien hat man nur das Privileg, diese grundlegenden Entscheidungen in Unsicherheit nicht permanent zu treffen, sondern nur in grösseren Abständen. Dafür hat man dann aber auch weniger Übung und die Entscheidungen werden gewichtiger und bedeutender.

Es ist eben eine kleinere Hürde, sich jeden Tag zu fragen, ob man sich bei einer Teilposition mit 2% Verlust ausstoppen lässt, oder sich nach Monaten und 20% Verlust zu fragen, ob man komplett aus einem Markt geht, weil man fürchtet, dass der auch 50% fallen könnte!

Wir haben also die Wahl, uns täglich in Unsicherheit zu üben und dabei viele kleine Entscheidungen zu treffen, oder uns nur nach langer Zeit der Unsicherheit zu stellen, dafür aber weit schwergewichtigere Entscheidungen treffen zu müssen.

Der Unsicherheit stellen müssen wir uns aber so oder so!

Welcher Weg individuell der Richtige ist, kann nur jeder für sich entscheiden. Klar ist, dass wer keine Zeit hat dem Markt in seinen Schwingungen zu folgen oder wem die Nerven dafür fehlen, auf jeden Fall einen längerfristigen Ansatz wählen sollte. Nur darf man sich nicht einbilden, dass man damit der Unsicherheit verschwinden würde und man die Anlagen einfach gedankenlos liegen lassen kann!

Wobei, eine Alternative gibt es schon, in der wir uns der Unsicherheit gar nicht stellen müssen. Und das ist die Methode des langfristigen Vermögensaufbaus, in dem man einfach stur jeden Monat etwas in den Aktienmarkt gibt, mit dem "Cost-Average-Effekt" ein gutes Gefühl vermittelt bekommt und sich überhaupt nicht dafür interessiert, wo der Markt steht.

Theoretisch kann man so garantiert und ohne Stress die langfristige Performance der Aktienmärkte nachbilden. Nur wer schafft das in Realität? Denn dann muss man sich alle Augen und Ohren zu halten, wenn medial die nächste Krise über einem zusammen schlägt und man bei der Bank um die Ecke die Schlangen vor den Schaltern sieht, die panisch ihr Geld abheben wollen. Wer kann das also schon? Ich behaupte: fast keiner, auch wenn es vorher fast jeder glaubt.

Und selbst wenn man es kann, kommt die Zeit näher, in der man dann im Ruhestand die Anlagen entnehmen will und natürlich fängt dieser verfluchte Markt genau ein Jahr vor dem Ruhestand an zu fallen. Was tut man nun? Übung um in Unsicherheit zu überleben, hat man dann keine.

Und auch die Unsicherheit des Marktes an einen Vermögensberater oder einen Fundmanager zu delegieren, verlagert die Unsicherheit nur. Man muss sich nicht mehr mit dem Markt auseinander setzen und das ist ja erst einmal ein Wert an sich. Die Unsicherheit des Marktes, wird aber dann durch die Unsicherheit ersetzt, ob der Vermögensberater "es kann" und auch das kann man erst dann heraus finden, wenn das Kind schon weit in den Brunnen gefallen ist. Man braucht also schon immenses Urvertrauen in den Berater, um auf diesem Weg die Unsicherheit zu begrenzen.

Fazit:

Die Unsicherheit ist inhärenter Bestandteil des Marktes, einen freien Markt ohne permanente Unsicherheit gibt es nicht, egal ob kurz- oder langfristig. Und das ist gut so!

Wir Menschen hassen diese Unsicherheit aber emotional und sind deshalb auch so empfänglich für alle Angebote und Gurus, die uns Sicherheit verkaufen wollen.

Das ist aber alles Illusion, es gibt keinen Weg die grossen Entscheidungen in Unsicherheit zu vermeiden. Wir können aber üben, mit Unsicherheit umgehen zu können und darin sogar die Chancen zu erkennen. Und das ist die grundlegende Basis des Erfolgs am Markt.

Und deshalb lesen Sie hier von mir auch nur, wie der Markt real ist und keine fabulierenden Prognosen, wie ich mir den Markt gerne wünschen würde. Wenn der Markt unsicher schwankt, dann schwankt er halt und niemand kennt dann die Richtung. Und ich bin der kalte und rationale Beobachter dieser Situation und das zu können ist eine Qualität.

Die Grundvoraussetzung für Erfolg an den Märkten ist aber, dass wir die Unsicherheit nicht bekämpfen und aufhören, ein reiner "Sicherheitssucher" zu sein, denn da gibt es keine. Sicherheit verschaffen uns nur die eingeübten Fähigkeiten, mit denen wir uns aus jeder Situation wieder heraus retten können. Das nennt man als Überbegriff "Risikomanagement" und dahinter verbergen sich verschiedenste Techniken, deren Einsatz sehr individuell ist.

Aber wenn wir es nicht schaffen, die Unsicherheit zu lieben und als Chance zu sehen, müssen wir zumindest lernen sie zu akzeptieren, ohne uns daran aufzureiben. Andernfalls haben wir keine Chance gegen Mr. Market.

Ihr Hari

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S&P500 und DAX – Korrektur oder Bärenfalle ?

Gestern war ein unschöner Tag an den Märkten. Es gab Gewinnmitnahmen quer Beet, beinahe keine Assetklasse war davon unbetroffen.

Und besonders bemerkenswert ist, dass der Leitindex S&P500 nun kurz davor steht, eine deutlich geformte Schulter-Kopf-Schulter Formation (SKS) auszulösen, die typisch für eine zumindest temporäre Topbildung ist:

S&P500 Stunden 12.12.13

Diese SKS haben wir hier im Premium-Bereich schon seit Tagen als relevante Möglichkeit verfolgt und sind insofern nicht überrascht. Die wirklich spannende Frage ist, durchschlägt diese nun die Nackenlinie nach unten und löst damit die Formation - nach dem klassischen Retest von unten - auch aus ? Die relevante Nackenlinie liegt dabei irgendwo etwas unter 1780 USD. Den exakten Verlauf der Nackenlinie kann man in der Regel erst dann endgültig festlegen, nachdem die Formation getriggert ist und Realität wurde.

Es wäre die erste deutlich bärische Formation, die im S&P500 seit langer, langer Zeit triggern würde und diese hätte insofern Bedeutung über den Tag hinaus.

Vergessen Sie aber bitte nicht, dass eine SKS nur dann einen statistischen Edge generiert, wenn sie wirklich ausgelöst wurde. Vorher ist es nur eine Möglichkeit und das ist (noch) die aktuelle Situation.

Denn wir sollten dieses Jahr nicht den gleichen Fehler immer wieder machen und nur aufgrund erster Warnzeichen sofort zu bärisch werden. Vorsicht ist gerechtfertigt, Panik und Kursschlussreaktionen aber nein !

Auf der Seite der Bullen gibt es nämlich auch gewichtige Argumente.:

Erstens die Historie, nach der die erste Dezemberhälfte ganz typisch für Schwäche und eine Konsolidierung ist, während die zweite Dezemberhälfte typischerweise sehr stark ist.

Zweitens die Tatsache, dass der Markt jetzt schon die Befürchtungen vor einem Tapering zur FED-Sitzung kommenden Mittwoch den 18.12. einpreist. Das schafft Raum für positive Überraschungen. Denn ganz ehrlich, ich persönlich wäre eher überrascht, wenn auf einer der letzten Sitzungen mit Bernanke als Chairman - Janet Yellen soll ab 01.02.14 die Führung übernehmen - und dann noch kurz vor Weihnachten, so eine weit reichende Entscheidung getroffen würde. Wohl wissend, dass der Markt seine Anpassungsbewegungen dann zum volumenarmen Jahreswechsel vollziehen müsste. Das ist mehr "Mut", als ich von der FED erwarte, die ja doch sehr vorsichtig mit dem Markt umgeht.

Drittens ist das was wir bisher gesehen haben, kein massiver Abgabedruck, sondern einfach Gewinnmitnahmen quer Beet. Und die sind als solche ganz normal. Warum sollte auch ein Investor, der nun auf 20% oder 30% Gewinn sitzt, davon nicht mal etwas mitnehmen und sich ruhige Weihnachten gönnen ?

Und letztlich und viertens zeigt auch das Tageschart des S&P500, dass hier nun Raum für eine Korrektur ist, aber der übergeordnete Aufwärtstrend sich noch nicht im Entferntesten in Gefahr befindet:

S&P500 Tag 12.12.13

Man kann Trendlinien auf vielfältige Arten und Weisen zeichen und es gibt nie "die" Trendlinie, denn sie sind keine objektiven Marken, sondern nur Visualisierungen einer Bewegung. Aber egal wie man zeichnet, eine Korrektur herab bis ca. um die 1720 im S&P500 wäre völlig normal, gesund und kein Grund zur Panik. Und natürlich wäre der DAX dann auch wieder deutlich unter 9000. Aber wäre das wirklich so schlimm ? Erinnern Sie sich noch, wie lange 8000 wie eine kaum erreichbare Marke aussah und wissen Sie noch, wann der DAX diese Marke überhaupt wieder geschafft hat ?

Was heisst das nun konkret für uns als Anleger:

Erstens ist es rational, wenn man auf Gewinnen sitzt, diese nun teilweise zu realisieren und es zum Jahresende mal gemütlicher anzugehen.

Zweitens ist es rational, nun Vorsicht walten zu lassen, sich genaue Stopmarken zu definieren, sich ein Risikomanagement zurecht zu legen und damit für den Fall gewappnet zu sein, falls der S&P500 tatsächlich herab bis 1720 zu korrigieren beliebt.

Drittens ist es rational, im Zuge dieser Vorsicht nun Positionsgrössen abzubauen und ganz generell Risiko aus dem Depot zu nehmen.

Irrational ist es aber, nun den grossen "Top" auszurufen, diesen Markt aggressiv zu shorten und generell in Panik zu verfallen. Dafür gibt es noch überhaupt keinen Anlass. Unterschätzen Sie nie die Kraft des Bullen.

Was hier gerade passiert, kann sehr wohl nur der Dip sein der erfrischt. Und genau im Januar, wo fast jeder der zwei Beine und zwei Arme hat nun von einer Korrektur ausgeht, kommt dann eine erneute Jahresanfangsrally. Genau genommen spricht die aktuelle Konsolidierung genau dafür, dass hier mal wieder einige diesen Bias der Jahresanfangkorrektur haben und ihr aus dem Weg gehen wollen. Sie wissen aber auch, dass das was alle erwarten und wo sich jeder darauf vorbereitet, am Markt eher selten passiert. Oder ?

Statt zu raten und uns von unseren Emotionen treiben zu lassen, lassen wir also lieber den Markt entscheiden. Jetzt sagt der Markt uns: etwas Vorsicht kann nicht schaden. Der Aufwärtstrend ist aber erst dann gebrochen, wenn er gebrochen ist. Und hat solange unseren Respekt verdient !

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Der Trader – Das unbekannte Wesen – Reloaded

Da ich am morgigen (heutigen ;-)) Donnerstag in Frankfurt und nicht im Blog unterwegs bin (siehe Live-Tips), habe ich mir überlegt, was ich Ihnen noch an sinnvollem Lesefutter liefern könnte.

Dabei bin ich wieder auf diesen über einen Jahr alten Artikel aus dem Februar 2012 gestossen, in dem ich nicht nur die Anforderungen an einen privaten Trader auseinander dividiere, sondern auch meinen persönlichen Lebenslauf und Stil erkläre.

Viele der neuen Leser dürften diesen Artikel damals nicht gesehen haben und das wäre schade. Zumal der Artikel gut vermittelt, bei wem Sie hier eigentlich mitlesen. 🙂 Also schiebe ich ihn erneut hoch und wünsche Ihnen erneut viel Spass beim lesen !

Übrigens, die letzten Zeilen zur "Häutung" waren scheinbar prophetisch, im Moment sieht es fast so aus, als ob ich schon ein bisschen auf dem Weg zum Autor und Verleger bin. Schaun mer mal. 😉

Und nun geht es los:

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Vor kurzem habe ich per Kommentar vom Leser und Trader "Micha" die folgende Frage erhalten:

"Hari ich habe mal eine ganz persönliche Frage an Dich: Du warst ja in Deinem vorigen Leben als Manager ziemlich eingespannt und wahrscheinlich auch viel unterwegs. Wie hast Du es geschafft, sich in die Börsenmaterie zu einzuarbeiten? Hast Du das alles am Abend nach Feierabend gemacht, oder auch zwischendurch? Meine Frage zielt dahingehend, dass ich es faszinierend finde, wie Du es geschafft hast Profi trader zu werden, ohne vorher an der Börse als Makler oder Analyst tätig gewesen zu sein. Ich finde es für mich erstrebenswert, so einen Weg ebenfalls zu gehen. Allerdings bin ich auch vollzeit berufstätig und als Vertriebler viel in der Welt unterwegs. Ich fände es sehr interessant zu erfahren, wie Du Dich über die Jahre darauf vorbereitet hast. "

Da ich neben aktuellen Börseninformationen mit diesem Blog meinen Lesern auch Hilfestellung zur Selbsthilfe an den Märkten geben möchte, will ich auf diese Frage gerne sehr persönlich antworten. Und ich möchte Sie vorab warnen: Vorsicht langer Artikel 😉

In der obigen Frage stecken drei Ebenen, die ich vorher unbedingt detailliert "aufdröseln" muss, da eine persönliche Antwort ansonsten nur zu Missverständnissen führt. Denn

(1) muss überhaupt erst einmal klar sein, was man unter dem Begriff "Trader" versteht, damit man nicht völlig aneinander vorbei redet.
(2) gibt es ein paar abstrakte Fähigkeiten und Voraussetzungen die jeder erfolgreiche, private Trader braucht und
(3) gibt es dann meinen sehr persönlichen, aber nicht notwendigerweise übertragbaren Weg - wie ich persönlich in Anbetracht meiner individuellen Stärken und Schwächen mit dem Thema umgehe.

Auch wenn Sie vielleicht nur (3) interessiert, müssen (1) und (2) vorher unbedingt erklärt werden, damit (3) verständlich ist. Wenn ich schon über mich persönlich aus dem Nähkästchen plaudere, dann will ich wenigstens, dass es auch richtig eingeordnet wird. Denn in ein und das selbe Wort können zwei Menschen sehr unterschiedliche Dinge hinein interpretieren und ein Begriff wie "Trader" ist dabei besonders gefährdet.

(1) Was bin ich, ein Trader oder Investor ?

Leider ist der Begriff "Trader" in Deutschland sehr negativ belegt, darunter stellt man sich einen "finsteren Zocker" vor, der mit dubiosen Konstruktionen die reale Welt wie ein Blutegel aussaugt. Das ist insofern besonders absurd, als von allen Bevölkerungsgruppen die erfolgreichen, pivaten Trader wahrscheinlich die letzten sind, die "zockend" ihren Fuss in ein Spielkasino setzen oder einen Lottoschein zur Annahmestelle bringen würden - dazu aber später mehr. Was manche Händler in Grossbanken machen, die mit dem Geld fremder Leute arbeiten, ist eine ganz andere Geschichte. Ich spreche hier über Trader, die mit dem eigenen Geld unterwegs sind. Und ob man mit dem eigenen oder fremden Geld operiert, macht einen Unterschied wie Tag und Nacht.

Dann gibt es als Begriff noch den "Investor", das ist in der öffentlichen Meinung der positive Antipode zum "bösen" Trader, denn der Investor ist "gut", "nachhaltig" und was auch immer und das wollen ja alle sein. Weiterhin gibt es den Begriff des "Spekulanten", für den die gleichen negativen Assoziationen wie für den Begriff "Trader" gelten. Und zu guter Letzt gibt es noch den "Anleger", dieser Begriff passt aber eher zu einem Bürger der sein Geld passiv irgendwo hin bringt damit es sich mehrt. Zu einem aktiven Handeln an der Börse wie wir es hier besprechen, ist der Begriff nicht wirklich passend, auch wenn er manchmal in diesem Zusammenhang genannt wird.

In Ermangelung anderer Alternativen bleibt zu dem was ich bin also nur "Trader" oder "Investor" übrig. Eine wie ich finde sehr klare Definition zum Unterschied lautet wie folgt:

-> Der Trader kauft Anteile an einer Wirtschaftseinheit, um diese nach einer überschaubaren Zeit wieder zu verkaufen. Dabei kann eine überschaubare Zeit sehr wohl Monate oder auch ein Jahr sein. Aber der Verkauf mit Gewinn ist schon beim Kauf das eigentliche Ziel.

-> Im Gegensatz dazu kauft der Investor Anteile an einer Wirtschaftseinheit um dauerhaft (sprich über Jahre) an dem Erfolg dieser Wirtschaftseinheit Teil zu haben. Ein Verkauf ist beim Investor zwar auch irgendwann möglich, er ist aber nicht der Zweck der Investition und beim Kauf noch nicht angelegt.

Etwas vereinfacht gesagt, Ziel des Traders ist es, etwas teurer zu verkaufen als er es eingekauft hat. Ziel des Investors ist es, dauerhafte Erträge aus dem eingesetzten Kapital zu ziehen.

Die deutsche Übersetzung des Traders ist übrigens "Händler". Und genau das macht ein Händler: billig einkaufen, teuer verkaufen. Beim einen sind es Bücher und Strümpfe, beim anderen Unternehmensanteile.

Im Sinne dieser Definition bin ich mit Teilen meines Depots ein Investor. Mit dem Schwerpunkt meiner Aktivitäten und mit dem was ich hier im Blog beschreibe aber ein Trader - wie übrigens die Mehrzahl der an den Märkten aktiv handelnden Personen, wahrscheinlich auch Sie.

Ich würde mir wünschen, es gäbe einen Begriff der in Deutschland weniger negativ verzerrt ist wie Trader. Wenn Sie einen kennen, lassen Sie es mich wissen. Es würde mir erleichtern den Menschen zu erklären was ich tue. 😉

Zur volkswirtschaftlichen Bedeutung von Märkten und Handel (Trading):

Übrigens, noch ein kleiner Abstecher zum volkswirtschaftlichen Sinn von Märkten und damit auch von Trading. Gerne wird ja aus purem Unwissen so getan, als hätte das keinen Sinn und wäre nur "Zockerei" wie ein Spielkasino. Und bei manchen abgefahrenen Finanzderivaten ist die Frage nach dem Sinn ja auch durchaus berechtigt. Kommen wir aber zum Kern dessen was wir hier tun - nämlich Aktien kaufen und verkaufen - dann besteht der Sinn aus zwei ganz wesentlichen Elementen:

1. Unternehmen holen sich an der Börse Kapital für ihre Aktivitäten. Jeder der eine Aktie hält, finanziert damit letzlich die Aktivitäten des Unternehmens. Und wenn sich ein Unternehmen eine bestimmte Summe an der Börse geholt hat, dann ist es dem Untenehmen auf der Ebene der Finanzierung prinzipiell egal, ob diese Summe von einem Aktionär das ganze Jahr gegeben wird, oder von 12 Aktionären nur einen Monat, oder von 365 Aktionären je nur einen Tag. Alle finanzieren das Unternehmen und es gibt keinen prinzipiellen "Qualitätsnachteil" der kürzeren Haltedauer. Aus Sicht des Unternehmens sind alle Aktionäre wichtige Kapitalgeber, auch die Daytrader.

2. Ohne Handel keine Märkte und ohne Märkte keine Zivilisation. Hört sich platt und übertrieben an, ist es aber nach meiner Überzeugung nicht. Schauen wir doch mal ins Mittelalter, wo die Welt noch überschaubarer und daher leichter zu verstehen war. Nicht ohne Grund war der Markt das Zentrum der Stadt, denn hier bekamen (durch den Handel) die Waren der Bauern/Handwerker überhaupt erst einen Preis. Und erst der Preis der Ware ermöglicht dem Bauern über den Transmissionsriemen "Geld", für seine Kartoffeln nebenan beim Schneider ein Kleid kaufen zu können, obwohl der Schneider vielleicht gar keine Kartoffeln braucht. Deswegen ist die Arbeitsteilung zwischen unterschiedlichen Berufen nur mit einer zentralen Stelle möglich, die den Preis der individuellen Leistung/Produkte ermittelt und damit zwischen den Berufen verrechenbar macht. Diese Stelle ist der Markt und bei Firmenbewertungen eben die Börse.

Und ohne Arbeitsteilung gäbe es keine Zivilisation. Denn erst die Arbeitsteilung hat es den Menschen ermöglicht, abseits des täglichen Kampfes ums Überleben Zeit zu finden für Dinge wie Kunst, Wissenschaft etc. Dieser elementare Zusammenhang wird immer vergessen, wenn über die "bösen" Märkte hergezogen wird. Man kann den Markt natürlich theoretisch auch durch eine zentrale "Preisfindungsstelle" ersetzen, bei der der Preis durch Menschen einfach festgelegt wird. Den Versuch hatten wir schon - der nannte sich Sozialismus.

Das sind die für mich beiden zentralen Punkte zu denen ein "Trader" von Aktien volkswirtschaftlich beiträgt. Ich kenne definitiv Berufe mit geringerer volkswirtschaftlicher Bedeutung.

So weit zu den Begrifflichkeiten, nun zu den Voraussetzungen.

(2) Was braucht man, um privater Fulltime-Trader zu werden ?

Zunächst einmal sage ich Ihnen was man nicht braucht: einen Doktor der Volkswirtschaftslehre, der ist manchmal sogar hinderlich 😉

Spass beiseite, es gibt unzählige Arten und Techniken um als Trader am Markt erfolgreich zu sein. Und deswegen gibt es auch keine einfache Antwort nach dem Motto "lern das mal". Aber es gibt schon ein paar Muster, die für die meisten gültig sind. Deshalb hier meine ganz persönliche und höchst subjektive Liste - ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit. Und Interesse an den Märkten und der Börse setze ich mal voraus bei jemandem der Trader werden will:

Kapital - genügend davon um mit ihren Trades bei kontrollierbarem Risiko ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Denn wenn Sie 10.000€ Kapital haben wird das nicht möglich sein. Sicher können Sie mal in einem Jahr den "goldenen Schuss" landen und Ihr Kapital verfünffachen. Im nächsten Jahr sorgt Mr. Market garantiert dafür, dass es anders herum läuft. Mit nur 10.000€ Kapital stehen Sie dann beim Sozialamt.

Reserven - selbst wenn Sie genügend Kapital haben um ihre Tradingstrategie umzusetzen, brauchen Sie genügend Reserven um Dürreperioden zu überstehen. Und diese Perioden werden kommen, ich garantiere es Ihnen. Sobald Sie aber anfangen um Ihr wirtschaftliches Überleben zu bangen, haben Sie als Trader schon verloren. Denn diese Emotionen werden Sie so belasten, dass Sie garantiert die emotional schweren Trades nicht mehr machen können, die Sie zwingend brauchen - denn nur da wo weh tut, liegt in der Regel der Gewinn. Eine schöne und praktikable Abart von "Reserven", wäre zum Beispiel ein ganz regulärer, sicherer Job Ihres Partners, der auch in schlechten Zeiten für einen sicheren Einnahmestrom sorgt.

Einen "Edge" (Vorteil) - wenn Sie eine Aktie kaufen, muss es dafür jemanden geben der sie Ihnen zu genau dem Preis verkauft, den Sie gerade als "günstig" empfinden. Und Sie können nur Gewinn machen, wenn der andere in dem Moment "dümmer" war als Sie. Trading ist also ein intellektueller Wettbewerb darum wer gerade "klüger" ist. Und den kann man nur gewinnen, wenn man sich einen Vorteil gegenüber den anderen Martkteilnehmern erarbeitet hat - "Trading Edge" genannt. Nur wenn Sie also wissen, was Sie besser als andere verstehen, haben Sie Chance auf Erfolg. Können Sie diese Frage (noch) nicht beantworten, wird es schwierig.

Genau aus diesem Grund haben sich viele erfolgreiche Trader auf ein sehr enges Marktsegment spezialisiert, dass Sie dafür rauf und runter beherrschen. Der "Edge" entsteht da also durch Spezialisierung. Deswegen geht der typische Trader auch nicht ins Kasino oder spielt Lotto. Weil er weiss, dass er da keinen "Edge", sondern sogar einen Nachteil hat. Denn den "Edge" hat im Kasino die Bank und beim Lotto der Staat. Kasino und Lotto, das ist für die wahren Zocker, erfolgreiches Trading hat mit Zocken rein gar nichts zu tun. Ein Treppenwitz, dass genau diese Leute auf Trader zeigen und "Zocker" rufen 😉

Eine Strategie - selbst wenn Sie Ihren "Edge" kennen, müssen Sie diesen Vorteil erst einmal umsetzen und in eine Trading-Strategie giessen. Und das ist oft schwerer als gedacht, denn da stehen Ihnen dann auch noch so profane Dinge wie "Gebühren" etc im Weg, die Ihren kleinen Vorteil gleich wieder wegknabbern. Ein weiteres typisches Problem ist, dass Sie zwar theoretisch eine Strategie haben, aber gar nicht an die aktuellen Daten kommen, die Sie dafür bräuchten. Auch Ihre zeitliche Verfügbarkeit ist ein zentrales Thema. Was nützt Ihnen Ihr schöner Edge, wenn Sie genau dann nicht auf die Märkte schauen, wenn er gerade zum Tragen kommt ?

Risiko-Management - eigentlich ein Unterpunkt der Strategie, aber so wichtig, dass ich ihn heraus heben will. Egal wie gut Ihre Strategie ist, glauben Sie mir: Mr. Market wird Sie auf dem falschen Fuss erwischen, Sie werden Verluste erleiden, Sie werden in Situationen völlig überrascht werden. Und wenn Sie nicht vorher genau wissen, wie Sie Ihre Risiken für Ihr Kapital begrenzen, werden Sie sich durch Ihre Emotionen noch tiefer in den Sumpf reiten. Sie müssen unbedingt immer wissen, wann mit einem Trade schluss ist und müssen sich unbedingt an diese Regeln halten. Und damit ein einzelner Trade nicht zu eine grossen Desaster für ihre gesamtes Depot werden kann, müssen Sie auch immer wissen, wie viel Risiko Sie für einen einzelnen Trade eingehen wollen.

Disziplin und Fleiss - für einige ja "Sekundärtugenden", aber ohne diese ist ein Erfolg unmöglich. Absurderweise ist ja die landläufige Vorstellung das genaue Gegenteil, da sitzt der "Spekulant" mit der Zigarre, drückt locker auf den Knopf und "Puff" ist er um ein paar Millionen reicher. Schön wärs. 😉 Ohne Fleiss haben Sie keine Chance sich gegenüber den anderen einen Edge zu erarbeiten und zu erhalten, denn die anderen im Markt sind ja auch nicht doof. Und ohne Disziplin werden Sie Ihre Strategie garantiert nicht durchhalten, denn genau dann wenn es weh tut, dann liegt das grosse Geld auf der Strasse.

Eine stabile Psyche - darunter verstehe ich das Wissen um die eigenen Stärken und Schwächen und die Fähigkeit zur Reflexion um sich selbst voller Ehrlichkeit der schärfste Kritiker zu sein. Denn sich etwas vorzumachen, wenn auf der anderen Seite der Markt steht, mag sich zwar kurzzeitig gut anfühlen, macht aber garantiert die Tasche leer. Und unsere eigenen Emotionen sind unser grösster Feind bei dem Versuch, die gewählte Strategie auch umzusetzen. Ohne eine gereifte, stabile Psyche wird Mr. Market mit Ihnen Rodeo fahren und Sie am Ende vernichten.

Ein unterstützendes Umfeld - Trading kann sehr einsam sein, während man gleichzeitig unter hohem emotionalem Stress steht, den die Aussenwelt aber nicht nachvollziehen kann. Wenn Sie kein Umfeld haben das Sie dabei unterstützt, bei Verlusten nicht gleich in Panik gerät und Ihnen signalisiert, dass es Ihnen vertraut, dann lassen Sie es lieber. Denn es wird garantiert Zeiten geben, in denen Mr. Market dafür sorgt, dass Sie sich wie der letzte Idiot fühlen. Und wenn Ihnen dann Ihr Partner auch noch Vorwürfe macht, dann wars das ganz schnell. Und wir wissen ja alle, genau der Tag an dem Sie hinwerfen, wird der Tag sein, an dem der Markt nach oben dreht ....

Und zum Abschluss dieses zweiten Teils noch eine oft gehörte "Weisheit" die ich für grundfalsch halte. Man hört oft, man sollte sich fürs Trading von Emotionen frei machen. Das halte ich für groben Unfug ! Denn erstens geht es gar nicht, wir sind Menschen und keine Maschinen und zweitens führt es nur zum Versuch die Emotionen zu unterdrücken, was komplett kontraproduktiv wäre und das Handeln erst recht belastet und irrational macht.

Richtig ist etwas anderes. Man muss sich der eigenen Emotionen bewusst sein. Und man darf sich beim Handeln nicht zum Sklaven dieser Gefühle machen. Denn die eigenen Emotionen sind ein guter Ratgeber insofern, als die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass auch andere Marktteilnehmer so fühlen. Unterdrücken Sie Ihre Emotionen also nicht, sondern wenn Sie zB Panik fühlen, dann seien Sie sich dieses Gefühls bewusst. Und handeln Sie rational aus der Erkenntnis heraus, dass Sie und andere gerade Panik fühlen. Wenn Sie das können, dann haben Sie einen "Edge". Dann haben Sie aber auch die "stabile Psyche" die ich oben beschrieben habe und die unerlässlich für Erfolg ist.

So weit meine Gedanken zu den wichtigen Voraussetzungen, die ein privater Fulltime-Trader braucht. Wenn Sie erst einmal "Parttime" anfangen wollen, können Sie natürlich bestimmte Punkte abschwächen. Prinzipiell sind sie aber auch für den Parttime-Trader gültig.

Nun endlich zu der Frage:

(3) Wie ich persönlich zu meinem jetzigen Leben als Fulltime-Trader (bzw zunehmend Fulltime-Blog-Schreiber ;-)) gekommen bin.

Sagen wir es einfach mal so, es hat sich so ergeben ....

Denn neben meinem Beruf war ich schon immer aus Interesse und Spass an den Börsen unterwegs und hatte daher schon viele Erfahrungen gesammelt und auch die meisten Fehler schon selber schmerzhaft gemacht. Und hatte mich auch schon lange für all das Hintergrundwissen in Form von Techniken und Tools interessiert. Letztlich bin ich also Autodidakt, wie die meisten erfolgreichen Trader übrigens, denn das wirklich kompetente und umfassende Lehrbuch "wie werde ich Trader" habe ich noch nicht gefunden. Und ich werde es auch nie finden, denn dafür ist das Thema zu individuell mit dem Charakter der handelnden Person verknüpft.

Und da ich dann später ja über viele Jahre als Unternehmer und Vorstandschef einer mittelständischen AG im Bereich Finanzsoftware tätig war, gehörte das Verständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen und aktuellen Entwicklungen selbstverständlich schon "qua Job" zwingend dazu, von Bilanz-Kosmetik ganz zu schweigen. Seit bestimmt 20 Jahren gibt es kein relevantes Finanz- oder Wirtschaftsmagazin im deutschprachigen Raum, dass ich nicht regelmässig studiere. Mit dem Internet ist dieser Informationsfluss weiter gestiegen, ich bin zu einer einzigen "Informations-Verarbeitungs-Maschine" geworden. Ich habe diesen Informationsfluss aber nie als Last empfunden und habe gerade auf Reisen jede Minute genutzt um zu lesen, reden, diskutieren, lernen.

Glücklicherweise bin ich ein sehr schneller, effizienter Leser und es bleibt vieles hängen und fügt sich in ein Gesamtbild. So kamen also über Jahrzehnte Mengen an passiver Information zusammen, die mit aktiven Erfahrungen als Anleger, als Manager und als Unternehmer verknüpft werden konnten. Und zuletzt war ich ja dann noch mehrere Jahre im M&A Geschäft aktiv und habe direkt daran mitgewirkt, andere Unternehmen - auch solche an der Börse - zu veräussern.

All das gibt mir nun ein Grundgerüst aus Wissen und Erfahrungen, mit dem ich alleine schon einen "Edge" gegenüber normalen Anlegern habe und manchmal schon Zusammenhänge und Entwicklungen erkenne, wo bei anderen noch "weisses Rauschen" vorherrscht.

Als ich dann Mitte des letzten Jahrzehnts mein Unternehmen verkauft hatte, stand ich also mit Mitte 40 vor der Wahl ob ich im Geschäftsleben weitermache oder ob ich einen harten Schnitt vollziehe und einen neuen Lebensabschnitt beginne. Da ich schon genug in der Welt rumgereist war um zu wissen, dass es zu Hause am schönsten ist - und da ich auf den ganzen Status als "CEO Mr. Wichtig" keinen gesteigerten Wert legte - und da ich gerne eine Familie und Kinder wollte, deren grösserwerden ich dann auch vor Ort erleben und als Papa begleiten kann - genau deswegen war der Gedanke mein Hobby Börse nun zum Beruf zu machen ja naheliegend. Und so konnte ich nach Jahrzehnten der Reiserei endlich mal heimisch werden.

Trotzdem ist mir bewusst, dass so ein Schritt sozusagen auf dem Höhepunkt des Erfolges eher ungewöhnlich ist. Die meisten anderen hätten wahrscheinlich als CEO beim nächste Unternehmen angeheuert, damit aber in meinen Augen letztlich nur das Gleiche noch einmal gemacht. Vielleicht liegt es daran, dass mir sehr bewusst ist, dass dieses Leben endlich ist und man sich gut überlegen sollte, was man damit anstellt.

Und warum sollte ich etwas noch einmal 10 Jahre machen, was ich nun schon erfolgreich einmal hinter mich gebracht hatte ? Der einzige Grund wäre die Notwendigkeit gewesen, meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Durch den Verkauf meines Unternehmens hatte ich mir aber glücklicherweise eine gewisse Unabhängigkeit erworben.

Und meine Voraussetzungen als Trader waren ja nicht die schlechtesten, viele Punkte der Liste aus Teil 2 waren schon vorhanden. Am schwierigsten war für mich dabei aber das Thema meines "Edge". Denn eigentlich kannte ich Ihn, es war meine Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen und Entwicklungen frühzeitig zu riechen. Es war gerade meine Breite und mein "Radar" der mir immer wieder hervorragende Dienste geleistet hatte. Diese Fähigkeit die schon immer dafür gesorgt hatte, dass ich längst schon unterwegs war, wo andere noch rätselten und überlegten was überhaupt los war.

Nur war das eine allgemeine Stärke und die meisten Trader haben gerade mit Spezialisierung Erfolg und nicht mit Breite. Genau diese Spezialisierung wollte ich aber nicht und lehnte ich instinktiv ab, mir war und ist das zu langweilig. Denn ich war und bin ein Generalist und Informationsjunkie, der an der Welt und an dem was in ihr passiert teil haben will. Monatelang an einer einzelnen Tradingsstrategie bis ins letzte Detail zu werkeln, nur um diese dann diszipliniert aber auch stupide durchzuziehen, das konnte und kann ich mir nicht vorstellen. Dabei ist mir sehr wohl klar, dass genau in dieser Spezialisierung der normale Weg zum Erfolg an den Märkten liegt.

Ich wollte aber Erfolg an den Märkten und trotzdem an der Breite der Geschehnisse in der Welt teilhaben. Und so habe ich es gewagt, meine Fähigkeiten als "Trüffelschwein" zur Strategie zu machen. Ich habe mich auf europäische und amerikanische Aktien beschränkt und versuche nun aus der Breite der Geschehnisse und Informationen für mich die "Trüffel" heraus zu suchen und per Trade zu Gewinn zu machen.

Dabei fahre ich eine Kombi-Strategie zwischen fundamentalem und technischem Ansatz. Ich trade grundsätzlich nur Unternehmen, die ich als "Trüffel" identifiziert habe und daher fundamental interessant finde. Unternehmen die ich also auch als Investor und nicht nur als Trade in Erwägung ziehen könnte. Wetten auf Pennystocks fallen da nicht darunter. Ich steige aber nur ein, wenn ich den Zeitpunkt auch technisch für günstig halte, der Trade selber läuft dann rein über Markttechnik. Die fundamentale Sicht auf den "Trüffel" ist dafür nur noch ein Sicherheitsnetz, die verhindert, dass ich eine Gurke im Depot liegen habe, die mir dann überraschend um die Ohren fliegt. Solange ich die Aktie fundamental mag, begleite ich sie aber auch und steige immer wieder ein und aus um die Wellenbewegungen des Marktes in der Aktie mitzunehmen.

Genau genommen denke ich also eher wie ein Investor, der am Markt interessante Unternehmen aufspürt, setze dann aber die Techniken eines Traders ein, um aus der Entwicklung des Unternehmens Kapital zu schlagen. Das ist mein persönlicher Stil, mit dem ich gute Ergebnisse erziele. Eine andere Person mit anderen Voraussetzungen wird wahrscheinlich einen anderen Stil pflegen und kann damit ebenso erfolgreich sein. Beim Trading gibt es unzählige Wege nach Rom, alle sind aber lang und mühsam.

Wenn ich mir meinen Erfolg in den letzten Jahren dabei anschaue, funktioniert das erstaunlich gut. Ich bin selber über meine Trefferquote erstaunt, wo man doch eigentlich meinen müsste, dass das bei der Breite in der mein Radar scannt gar nicht funktionieren kann. Denn zwangsläufig gehe ich dadurch nicht so in die Tiefe bei den einzelnen Unternehmen, dass ich jetzt zum Beispiel wirklich Bilanzen auseinander pflücken würde. Ich schaue da zwar bei kleineren Unternehmen vor einer Investition manchmal quer darüber, um zu sehen ob mir gerade etwas ins Auge springt. Aber mehr mache ich auf dieser Ebene nicht.

Aber erstaunlicherweise kostet mich dieser Mangel an Tiefe bei der Trüffelsuche kaum Performance. Es bestätigt mir, dass ich mit meinem "Edge" richtig liege: ich kann in einer komplexen Welt offensichtlich Zusammenhänge und Entwicklungen antizipieren, die andere eher noch nicht auf dem Radar haben. Und das verschafft mir einen Vorteil der sich in Gewinn ummünzen lässt.

Schaue ich mir jetzt aber meine Performance im Depot an, ist diese trotz der objektiven Erfolge aber nicht ganz so gut, wie sie in Anbetracht der Trefferquote bei der "Trüffelsuche" theoretisch sein könnte. Denn manchmal stehe ich mir dann bei der Umsetzung noch selber im Weg - auch ich bin ein Mensch. Oft traue ich meinem Riecher selber einfach nicht genug, so dass ich zu vorsichtig agiere und damit Chancen verspiele. Wie ich überhaupt recht vorsichtig agiere und nie grosse Einzelrisiken eingehe. Oder ein klassisches Problem, gerade bei den harten Trades, mit denen man sich gegen den Konsens stellt, verlässt mich dann nach dem ersten Gewinnschub der Mut und ich nehme lieber mit - zumindest teilweise - statt weiter laufen zu lassen wie es richtig wäre. Oder noch ein klassisches Problem bei mir, wenn es zu langweilig wird, laufe ich Gefahr Trades vorzuziehen, denen ich vielleicht eher noch etwas Zeit und Geduld angedeihen lassen sollte. Aber Geduld war noch nie meine Stärke.

In diesem Bereich der Umsetzung und Abwicklung des Trades habe ich also noch Verbesserungspotential. Über den Zustrom an "Trüffeln", den mir mein Radar verschafft, kann ich mich aber nicht beklagen. Neben dem leicht missionarischen Drang anderen etwas von meiner Erfahrung und meinem Wissen weiterzugeben, ist das Thema Umsetzung übrigens auch ein Argument für mein Schreiben in diesem Blog. Denn diese Gedanken öffentlich auf Papier zu bringen, hilft mir selber dabei, meiner Strategie treu zu bleiben und diese zu verfeinern. Denn mein Problem ist ja nicht zu wissen, wie ich den Trade theoretisch richtig abwickeln müsste, sondern eher es dann auch immer ohne zu zögern zu tun. Und so ist dieser Blog für mich auch ein bischen Selbst-Therapie, die mir dabei hilft aus meinen Ideen noch mehr messbaren Gewinn heraus zu holen, als ich sowieso schon habe.

Und wer weiss, vielleicht ist dieser Blog ja der Beginn einer erneuten "Häutung" in meinem Leben und ich gehe als Autor und Verleger in meinen nächsten Lebensabschnitt. Das Leben ist voller Überraschungen und Veränderungen - viele fürchten sich davor, ich freue mich eher auf Sie und sehe die Chancen die in der Veränderung stecken. Meine kindliche Neugier habe ich mir auf jeden Fall bewahrt, vielleicht ist auch das ja ein Grund, warum ich an den Märkten erfolgreich sein kann, denn beständig ist dort nur der Wandel.

In diesem Sinne hoffe ich, Ihnen in diesen 3 Teilen einen interessanten Eindruck zum Thema "Fulltime Trader" vermittelt zu haben. Und ich hoffe lieber "Micha", ich habe Deine Frage nun wirklich erschöpfend beanwortet 😉 Über ehrliche Kommentare freue ich mich sehr.

Ihr Michael Schulte aka Hari Seldon

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