Gold und die Gummibandtheorie

Eines der zentralen Konzepte beim Betrachten des selbstreferentiellen Marktgeschehens, auf das man sich auch im Zeitalter der Algos immer noch verlassen kann, ist die sogenannte -> Mean Reversion <-, die ich im Deutschen gerne die "Gummibandtheorie" nenne.

Denn das Gummiband macht bildlich sehr klar, worum es geht. Wenn ein Markt sich in eine Richtung bewegt, wird das Gummiband aus seiner entspannten Mittelstellung in eine Richtung gedehnt. Dann bewegt sich der Markt weiter, und das Gummiband dehnt sich weiter. Das geht so lange, bis das Gummiband zum Zerreissen gespannt ist. Und dann wird es spannend.

Die Markttechniker nennen diesen Zustand "stark überkauft" oder "stark überverkauft" und meinen damit genau das Gleiche, das Gummiband. Der Markt ist also in eine Richtung so stark gedehnt, dass er nun fast sicher zurückschnappen muss.

Das "fast sicher" kann man auch gut mit einem Gummiband erklären. Ein stark gedehntes Gummiband schnappt auch fast immer zurück. Aber es gibt eine Ausnahme, wenn man es trotz Überdehnung noch weiter dehnt, dann kann es auch mit einem lauten Knall reissen. Die Entsprechung am Markt ist der Crash, wenn zum Beispiel eine sowieso schon überdehnte Abwärtsbewegung in einen freien Fall über die Klippe übergeht. 2008 hatten wir zum Beispiel so einen Fall.

Aber ein Crash ist glücklicherweise die ganz seltene Ausnahme, wie auch dass ein Gummiband reisst. Die Regel, auf die man setzen sollte, ist dass das Gummiband zurück schnappt. Und dabei gibt es eine weitere Eigenschaft eines Gummibandes, es schnappt ja nicht exakt auf die entspannte Mittelposition zurück, sondern durch die Dynamik des "Schnappens" überschiesst es gerne in die Gegenrichtung, um sich erst danach dann in der entspannten Mittelposition einzuschwingen.

Nun sind so Metaphern ja nie perfekt und das Marktgeschehen ist in Realität noch etwas anders. Aber das Bild des Gummibandes verdeutlicht doch sehr eingängig, was wir zu erwarten haben, wenn eine starke Bewegung überdehnt ist und auszulaufen droht.

Der praktische Nutzen dieser Erkenntnis ist leicht zu erkennen. Dieses Wissen kann helfen, Gegenbewegungen im Trend schon frühzeitig zu erkennen. So haben wir hier im Premium Bereich die aktuelle DAX-Stärke schon Anfang letzter Woche auf dem Radar gehabt. Und gerade auch bei Gold kann man das nun wunderbar beobachten.

Denn Gold ist - heute muss man schon sagen war - Ende letzter Woche wohl nach oben überdehnt und für ein Rückschnappen des Gummibandes überfällig. Man konnte das auch wunderbar daran erkennen, dass schon wieder die Untergangs-Propheten aus ihren Löchern gekrochen sind und den bevorstehenden Crash des Aktienmarktes und Gold mit Kursen von weit über 2.000 an die Wand gemalt haben. Das machen die ja zuverlässig seit 8 Jahren immer wieder, sobald Gold mal stark ist. Seit 8 Jahren steht der Markt kurz vor dem Kollaps und Gold vor dem Abflug zum kurstechnischen Mond, Ziel 5.000 USD. Sehr hilfreich für die Depots der gläubigen Adepten war dieser Schmarrn zwar nicht, aber immerhin hat es Klicks und Abos verkauft, das ist ja auch schon was. 😉

Nein Gold war letzte Woche überdehnt, das Sentiment viel zu optimistisch, da war eine Gegenbewegung - ein Zurückschnappen des Gummibandes - zu erwarten. Und deshalb habe ich letzte Woche - nicht heute - den Mitgliedern das Chart als Szenario gezeigt:

Denn auch wenn das Gummiband zurück schnappt, muss das keineswegs das Ende der Ausbruchsbewegung bedeuten. Es kann gut sein, dass wir hier nur die notwendige Bereinigung eines zu optimistischen Sentiments erleben, bevor es dann nach oben weitergeht.

Aber was auch immer da passiert, das intuitive Verständnis der Gummibandtheorie, kann verhindern dass man als Letzter einer schon überdehnten Bewegung hinterher rennt. Entscheidend ist dann aber natürlich auch die Frage, wie man eine überdehnte Bewegung überhaupt erkennt. Dazu verweise ich aber auf die Inhalte des Premium-Bereiches. Sie wissen ja, was ich von -> "kostenlos" <- halte. 😉

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Wenn der Gnom nicht wäre

Der Ferienmodus mit geringerer Aktivität im Blog ist vorbei, nun stehen uns die 4 aktivsten Börsenmonate des Jahres bevor und dann steht schon 2018 vor der Tür.

Mein Gott, ich erinnere mich noch genau an die Zeit, als "2001 Odyssee im Weltraum" von Stanley Kubrick noch ferne Zukunft war und ich mit grossen Augen im Kino sass. Was bin ich doch ein alter Knacker geworden.

Dass eine weitere Korrekturphase im Zeitraum September/Oktober nicht unwahrscheinlich erscheint und das Jahr trotzdem ein gutes Börsenjahr werden dürfte, habe ich Ihnen schon in -> Vom Fischen gehen <- geschrieben.

Wenn wir aber die kommenden Tage dieser Woche gerade in den eurobasierten Indizes von DAX & Co. anschauen, sind die Chancen gar nicht so schlecht, dass hier nun eine Chance nach oben besteht:

Rund um die EZB am Donnerstag und Draghis Pressekonferenz, sollte sich nämlich allerlei Erwartung entfalten, dass Draghi den Anstieg des Euros deckelt und das sollte DAX & Co. helfen. Auch die Kerze letzter Woche als "Hammer" deutet in diese Richtung.

Leider wird das Bild heute durch den Gnom aus Korea etwas verzerrt, es macht aber Sinn davon auszugehen, dass diese Sorge ebenso verfliegt wie die Fälle vorher. Sicher, wenn es wirklich zum Krieg auf der koreanischen Halbinsel kommt, ist alles anders und alle normalen Szenarien hinfällig. Dass es aber dazu kommt, ist wohl weiter nur ein Restrisiko, auf das zu setzen keinen Sinn macht.

Wenn der Gnom nicht wäre, wäre es heute also einfacher und wir hätten wohl im Grünen eröffnet. Aber das kann ja noch werden. Solange die oben eingezeichnete Unterstützung hält, kann man im DAX nach oben schauen. Darunter zieht man die Reissleine - eine recht klare Ausgangslage.

Gold macht übrigens das, was ich hier schon Ende Juli in -> Erwachen der Edelmetalle <- auf den Radar genommen habe. Auch dabei hilft der Gnom aktuell mit, wie das Edelmetall aber den Ausbruch über 1.300 USD mit einem Retest bestätigt hat, ist schon eindrucksvoll:

So weit so kurz an diesem Montag im September 2017. Einem September der bekanntermassen keinen besonders guten Ruf als Börsenmonat hat. Das muss uns aber nicht schrecken, erfolgreiche Anleger nehmen ebenso wie erfolgreiche Bergsteiger oder Kletterer den Markt/Berg immer Schritt für Schritt und Zug um Zug. Das Spintisieren über den Horizont überlassen wir denen, die gerne eine Klippe herunter stürzen, weil sie als "Hans guck in die Luft" nicht auf ihre Füsse achten.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Erwachen der Edelmetalle?

Lange haben wir uns hier auf Mr-Market um die Edelmetalle nicht gekümmert und das war auch richtig so. Wenn ein Markt so bullisch ist, wie der Aktienmarkt seit Trumps Sieg letzten November, wird das Geld woanders verdient, als beim verliebten Starren auf glänzende Oberflächen.

Auch die seit der Finanzkrise wie ein Mantra herum getragene Glaubensformel der "Gold-Bugs", dass ja nur und alleine im "Gelben" das "Wahre" liege - weil alles andere ja "unsicher" sei - ist natürlich grober Unfug und dient an einigen Stellen auch schlicht kaum verhüllten Vertriebsinteressen. Um so tragischer, dass es Anleger gibt, die nun 8 Jahre stark steigende Märkte verpasst haben, weil sie dieses süsse Gift der Scheinsicherheit in ihre Adern haben träufeln lassen.

Zu den Edelmetallen im Grundsätzlichen habe ich letzten Dezember bei Tichy mal einen ausführlichen, differenzierten Artikel geschrieben. Insofern muss ich das hier nicht wiederholen. Schauen Sie doch da mal rein:

-> Das Wort für Gold ist Geld <-

Sie werden schnell sehen, dass ich keineswegs gegen die Edelmetalle als Wertspeicher bin, im Gegenteil. Ich habe aber ein differenziertes Bild auf das was Gold ist (Geld) und das was es eben nicht ist (ein Investment).

Aber auch wenn die Edelmetalle keineswegs die Lösung aller Anlageprobleme sind, gibt es Zeiten diese im Auge zu behalten und Zeiten diese zu ignorieren.

Ignoriert haben wir die Edelmetalle nun lange, nun wird es wohl spannend und das im Besonderen bei den Gold und Silberminen.

Bei Gold selber wird medial gerade das grosse Dreieck herum gereicht, das ungefähr so aussieht:

Nunja, ganz nett, ich halte aber nicht so furchbar viel von Trendlinien, die Löcher von mehreren Jahren haben. Wir dürfen halt nicht vergessen *warum* Chartstrukturen Bedeutung haben - unter anderem eben auch, weil da Menschen sind, die sich an ihren alten Aktionen orientieren. So entstehen Widerstände und Unterstützungen, genau an den Stellen wo man damals gekauft oder verkauft hat und nun ins Plus oder Minus rutscht.

Wie viele haben aber eine solche Beziehung zum Kurs, wenn da Lücken von Jahren dazwischen liegen, in denen der Kurs ganz anderes gemacht hat? Hat es wirklich einen Wert eine Linie an 2 oder 3 Punkten anzudocken, die dazwischen 6,7 oder 8 Jahre liegen haben? Und vor allem welchen Wert haben Trendlinien über viele Jahre, die völlig gedankenlos in lineare (nicht logarithmische wie oben) Charts gezeichnet werden, wie ich das zuletzt immer wieder gesehen habe?

Ich will nicht pauschal "Nein" und "Nichts" sagen, aber sicher ist, dass die Bedeutung solcher Linien eher gering ist. Ganz anders eine Unterstützung, die in den zurück liegenden Monaten x-mal getestet wurde. Diese Niveaus *haben* für die aktiven Marktteilnehmer hohe Relevanz, sie müssen dafür nur in ihr Depot schauen.

Spannender finde ich daher, was bei den Minen passiert. Denn unten sehen Sie die Struktur diesen Jahres. Der GDX hat in der traditionell schwachen Phase des ersten Halbjahres, in einem noch dazu massiven Bullenmarkt, kaum abgegeben. Das ist eher stark und nun steht die traditionell starke Phase der Edelmetalle bevor:

Ich habe diesen Sektor ja nun über Monate ignoriert und das war auch gut so. Nun erscheint Zeit zu sein, sich diesem Sektor wieder zuzuwenden.

Sicher ist nie etwas am Markt, es geht immer nur um das Verhältnis von Chancen und Risiken. Hier bei den Edelmetall-Minen, könnten nun nach einer Pause von über einem Jahr, zum Jahreswechsel hin mal wieder die Chancen überwiegen.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Bitcoin, Ethereum, die Tulpen, Panini-Bilder und Geld

Im internen Bereich war der Wunsch vorhanden, mal darzustellen warum ich mich von den Kryptowährungen noch weitgehend fern halte und diese (noch) *nicht* für ernst zu nehmendes Geld halte.

Das Interesse daran dürfte auch im freien Bereich deutlich vorhanden sein, weswegen ich Ihnen diesen Artikel nun auch hier zur Verfügung stelle, leicht angepasst, weil um interne Referenzen bereinigt und um einen Gedanken erweitert.

Viel Spass und gute Erkenntnisse wünscht Ihr Hari

---------------------------------------

Ein Thema das immer wieder angefordert wurde, war der ganze Komplex rund um Bitcoin und Ethereum. Nun, da das Interesse so gross zu sein scheint - war es bei Tulpen übrigens auch mal 😉 - will ich mich aufraffen dazu etwas zu schreiben.

Aufraffen muss ich mich dazu, weil mich das Thema Anlage- und Tradingtechnisch noch gar nicht interessiert. Null. Nada. Ich werde Ihnen also nur erklären, warum es mich (noch) nicht interessiert, für eine Diskussion um die einzelnen, aktuellen Entwicklungen brauchen Sie einen anderen Gesprächspartner.

Und nein, natürlich ist der Bitcoin Ansatz etwas anderes als die Tulpen der -> Tulpen-Manie < -, das war nur eine Spitze, weil es Ähnlichkeiten bei der Markttechnik gibt, die mit einem zu engen Markt und ganz viel Hype zu tun haben. Die Folge ist eben eine Fahnenstange.

Aber von Anfang an.

Ich bin Informatiker und Techie. Ich verstehe den Ansatz der Crypto-"Währungen" also voll und ganz, auch technisch. Nicht in dem Sinne, dass ich mich für die Details der Algorithmen interessiere, aber das Prinzip der Blockchain und die damit verbundene Begrenztheit und nicht beliebige Vermehrbarkeit, ist mir völlig klar.

Mein erster Satz wird sie vielleicht erstaunen, weil er zum klaren "Interessiert mich (noch) nicht" scheinbar nicht passt:

Das ganze Konzept ist intelligent, zukunftsträchtig und könnte tatsächlich die Grundlage eines zukünftigen Geldes sein.

Wow, der Hari ist ein Bitcoin Fan? Nein, ich bin ein Fan des Konzeptes. Aber das ist (noch) kein Geld, weil hier einige Irrtümer in den Köpfen interessieren.

Denn es geht ganz grundsätzlich um das was *Geld* auszeichnet und das ist primär Vertrauen. Dann wieder Vertrauen, erneut Vertrauen und dann lange nichts. Und dann erst die Vermehrbarkeit, Lagerbarkeit und viele andere Themen.

Alle Fiat-Währungen wie der Dollar sind auch beliebig vermehrbar und die Menschen trauen denen trotzdem, zumindest noch. Es gibt viele andere Dinge, die nicht beliebig vermehrbar und trotzdem kein stabiles Geld sind. Tulpen waren damals gerade eben auch nicht beliebig vermehrbar, sondern die Zwiebeln damals sehr selten und wertvoll.

Die Frage ist, was zeichnet Geld aus, damit es allseits akzeptiert wird und dauerhaft als Wertspeicher funktioniert? Was unterscheidet Geld von Tulpen? Und das hat in einer heterogenen Zivilisation immer auch mit Institutionen zu tun, an denen sich das Vertrauen festmacht. Oder wie bei Gold an vielen tausend Jahre zivilisatorischer Erfahrung und damit einem verdienten Grundvertrauen.

Die begrenzte Vermehrbarkeit ist also eher nebensächlich.

Der derzeitige Killer, der verhindert, dass Bitcoin und Co. "Geld" sein können, ist die fehlende Institution, die das Geld garantiert.

Denn es gibt einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen Gold und Bitcoin. Gold ist Gold. Es gibt noch ein paar andere Edelmetalle, aber es gibt keine unbegrenzten Alternativen an physischen Gütern, die endlich, begrenzt und leicht lagerbar sind. Es gibt also im Bereich der lagerbaren Metalle keine sinnvolle Alternative zu den Edelmetallen.

Bitcoin aber, ist zwar in seinem System nicht beliebig vermehrbar, man kann und wird aber jederzeit beliebige "Bitcoins" daneben setzen. Ethereum ist der erste Fall. Sobald auch Ethereum hoch gestiegen ist, werden weitere folgen. Der Erfolg erzeugt weitere Alternativen - Konkurrenz belebt eben das Geschäft, drückt aber auch die Preise. 😉

Und weil zwar nicht Bitcoin selber, aber Alternativen zu Bitcoin beliebig vermehrbar sind, hält die Technik keinerlei Vergleich zu Gold und Co. stand.

Wenn man die Crypto-"Währungen" als Ganzes nimmt, sind sie eben doch beliebig vermehrbar. Die Edelmetalle sind es nicht.

Bitcoin und Co. beinhalten also durchaus die Technik und das Konzept, um daraus echtes elektronisches Geld werden zu lassen, sie sind im Moment aber eher sehr gehypte "Rabattmarken" die irgend ein Unternehmen heraus geben kann.

Auch Rabattmarken können begrenzt sein, wenn es das Unternehmen so will. Und wenn um das Unternehmen ein Hype entsteht, können auch dessen Rabattmarken stark im Preis steigen, wie auch Panini-Bilder auf dem Schulhof. Da aber jederzeit eine andere Firma eigene Rabattmarken heraus geben kann, haben sie einen rein spekulativen Wert und können durch den Hype auf dem Nebenhof jederzeit entwertet werden. Und sind als Geld ungeeignet.

Wir müssen uns immer klar machen, was Geld ist. Geld basiert auf Vertrauen. Dieses Vertrauen in den Werterhalt und die Handelbarkeit ist bei Gold in tausenden Jahren gewachsen. Bei den Fiat-Währungen wie Dollar und Euro wird dieses Vertrauen durch eine halbstaatliche Organisation erzeugt - die Notenbank - und durch den Staat gefördert, der es zum Zahlungsmittel erklärt und darauf zum Beispiel Anleihen begibt.

Dieses Vertrauen ist bei Bitcoin und Co. nicht nur noch nicht da, es ist auch (noch) ungerechtfertigt. Auf der einen Seite wird es technische "Glitches" geben, die eine Manipulation ermöglichen. Nicht im Basiskonzept selber, das erscheint mir geschlossen, sondern an den Schnittstellen, dort wo das elektronische Konstrukt in die reale Welt eintritt, wie zum Beispiel an den Handelsplätzen.

Auf der anderen Seite fehlt die glaubwürdige Institution, ich halte es für eher irreal und eine Verkennung dessen was Geld ausmacht zu glauben, dass das eine nicht-staatliche Stelle sein könnte. Das Vertrauen das mit der "Herausgabe" von Geld verbunden ist, muss immer institutionell untermauert sein - es geht einfach um zu viel. Da ist Bitcoin und Co. noch lange nicht.

Was sind die Crypto-"Währungen" also?

Weiterlesen ...Bitcoin, Ethereum, die Tulpen, Panini-Bilder und Geld

DAX, Euro und Gold. Doch keine Verrückheiten?

Ich schaue ja immer mal wieder gerne zurück um einen Blick darauf zu werfen, was denn aus Aussagen geworden ist. Zum 4. Advent letzten Jahres, also vor weniger als einem halben Jahr, habe ich Ihnen in -> DAX 15.000 und andere Verrückheiten <- drei "verrückte" Szenarien mit Charts gezeigt.

Ganz so verrückt, war das natürlich nicht gemeint, denn sonst hätte ich diese Szenarien ja nicht bewusst gezeigt. Denn in Szenarien zu denken - nicht in Prognosen, mit denen man die Emotion des "Rechthabens" verbindet - macht jede Menge Sinn. Denn Szenarien erweitern unseren Blick und machen uns bereit für die Möglichkeiten, statt uns dogmatisch in unseren eigenen Weltbildern zu vergraben.

Damals schriebe ich:

Trotzdem müssen wir uns ja auf die Zukunft vorbereiten und da kommen Szenarien ins Spiel. Wir können und sollten durchdenken, was passiert wenn. Auch das wird dann oft anders kommen, weil ein unerkannter Faktor einwirkt und die Gleichung verändert, aber selbst dann hat das Szenario noch Wert, weil wir die Abweichung erkennen können und auch daraus einordnende Schlüsse ziehen können.

Verschiedene Szenarien für die Zukunft zu haben, macht also Sinn. Auch für Anleger an der Börse. Nur sich mit einem Szenario gedanklich verheiraten, es lieben lernen und sich darin verbeissen, das sollten wir besser nicht. Wenn die Realität anders kommt, schmeissen wir das Szenario in den Müll und wechseln auf ein anderes Modell des Geschehens, dass der Wirklichkeit näher kommt. So einfach ist das.

Da Szenarien Sinn machen, kann man auch mal für 2017 durchdenken, was in 2017 im Extremfall möglich wäre. Und zu Szenarien gehört die Bedingung. Die Bedingung ist hier, einfach als Massstab zu nehmen, was uns die ganz langfristigen Charts für Signale geben, wohin sie also auf dem heutigen Wissenstand eher hindeuten.

Und nun habe ich mir mal erlaubt, im "verrückten" Szenario des DAX von damals einzuzeichnen, wo wir nun sind:

Nicht so schlecht, oder? 😉 Nun ist das nicht so schnell passiert, wie in dem Extremszenario beschrieben, aber der halbe Weg ist nun zurück gelegt und jetzt können sich viel mehr vorstellen, dass auch die zweite Hälfte noch vor uns liegt.

Im alten Artikel schrieb ich übrigens noch etwas:

Und ganz ehrlich, das Szenario, das ich persönlich in Würdigung der Gesamtlage derzeit für am Wahrscheinlichsten halte ist, dass wir nach einer massiven Rally, die im ersten Halbjahr höher führt, als wir uns heute vorstellen können, dann in 2017 ein bedeutendes Top ausbilden und in die erste echte Korrektur seit Beginn des Bullenmarktes laufen.

Mit anderen Worten, ich präferiere derzeit eher, dass wir mitten im letzten, ganz grossen Hurrah des Bullenmarktes sind, der in 2009 begann.

Aber missverstehen Sie das nicht als Crash-Prognose. Dieses Hurrah wird uns noch viel höher führen, als wir heute ahnen und heute ist nicht der Tag, sich dagegen zu stellen. Vielleicht nicht gerade auf 15.000 im DAX, aber doch zu neuen Höchstständen. Und dann wars das irgendwann in 2017.

Heute sehe ich dieses Top in 2017 nicht mehr so deutlich und rechne eher auch mit einem guten Jahresabschluss. Eben weil die Bewegung nicht so steil und übertrieben geworden ist, wie sie da im Szenario war. Die Anstiegs-Bewegung ist gesünder und damit nachhaltiger und sie hat in Form von guten Unternehmenszahlen fundamentale Grundierung. 2018 ist dann ein anderes Spiel, wenn wir zum Jahresende im DAX vielleicht den "verrückten 15.000" noch deutlich näher gekommen sind. Aber das ist eine Frage, der wir uns heute noch nicht stellen müssen.

Schauen wir auf die anderen beiden Szenarien von damals, sehen wir dass das EURUSD Szenario immer noch im Rennen ist, wenn auch noch nicht nach unten getriggert. Und bei Gold ist es zu den 1.000 USD nicht gekommen, das nun generierte niedrigere Hoch erlaubt aber durchaus, dass das nun noch nachgeholt wird.

Alles in allem kein perfektes, aber kein schlechtes Bild für drei extreme Szenarien, die bewusst provozierend als "verrückt" bezeichnet wurden. Das ist auch nicht so verwunderlich, so verrückt waren sie nämlich gar nicht und sind sie auch aktuell nicht. Denn sie fussten ja auf klaren, langfristigen Marktstrukturen und wenn der Markt zu uns spricht, sollten wir besser zuhören.

Und darin liegt auch die Botschaft dieses Artikels. Halten wir uns nicht an das, was wir glauben wollen, sondern lieber an die grossen Marktstrukturen, die uns in Charts anschreien. Die sind auch keine Garantie, sie produzieren aber bessere Ergebnisse als zu raten, weil in ihnen die aktuelle Tendenz des Marktes spricht. Die kann sich zwar immer ändern, sie läuft aber öfter weiter als dass sie sich ändert und das ist genau der Kern eines Trends.

Und denken wir in Szenarien, denn diese öffnen uns gedanklich für die Möglichkeiten, die der Markt uns bietet. Auch wenn zum Beispiel im DAX der konkrete Verlauf ein anderer war, die reine Erkenntnis letzten Dezember, dass ein sehr bullischer Verlauf in 2017 realistische Chancen hat, hätte doch unser Anlageverhalten zum Besseren verändert. Wir wären nicht mehr so leicht in Angst zu treiben und zu beeinflussen gewesen. Und wir hätten mehr Mut gehabt, die gegebenen Chancen auch zu ergreifen.

Lassen wir mit klugen Szenarien also Luft in unser Oberstübchen herein. Diogmatische Glaubenslehren dazu, was der Markt vermeintlich "machen muss", haben am Markt nichts verloren. Der macht was er will und unsere Chance ist nicht, das zu verändern, sondern es rechtzeitig zu beobachten und erkennen!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Aktien sind unsicher und die Welt ist eine Scheibe

Ja ich weiss liebe Leser, die Überschrift ist so provokant, dass sie schon wieder platt ist. Und eigentlich bin ich hier ja nicht für kurze Plattheiten bekannt, sonderen für eher zu lange, differenzierte Texte zum Markt.

Aber heute hole ich mal testweise den Holzhammer heraus. Mir ist bewusst, dass die, die ich damit eigentlich aus ihrem gedankenlosen Phlegma aufrütten will, hier potentiell gar nicht mitlesen. Weil Aktien sind doch "Teufelszeug" und Charts sind "Hokuspokus". Und sicher ist nur Festgeld - schon klar, die Welt ist eben doch eine Scheibe. 😉

Sie werden als treue Leser nun also vielleicht grinsen, aber dieser Holzhammer muss einfach mal sein. Und damit er überhaupt bei den Jüngern des Festgeldes wahrgenommen wird, muss der Schlag kurz, hart aber eindrucksvoll sein. Zu viele Worte schaden nur.

Also liebe Jünger des Festgeldes, für Sie, die Sie Aktien "Teufelszeug" und "zu unsicher" finden, zeige ich Ihnen nun mal eine tolle Anlage, die Sie bestimmt mögen werden:

Seit 1984 (schon viel länger davor, nur dafür habe ich keine Charts mehr) geht es immer nur hoch. Manchmal seitwärts, aber im Kern immer nur hoch. Schwere Krisen wie 2000 oder 2008 fallen im grossen Bild bestenfalls als "Schlagloch" auf, ändern aber nichts am grossen Trend.

Ist so eine Geldanlage "sicher"? Wenn ich ihnen nun sage, dass man damit im Mittel zwischen 5 und 10% Rendite pro Jahr machen konnte und das in dieser Ruhe und Stabilität, dann wollen Sie doch vielleicht Ihr Festgeld mit Nullzinsen, das unter der Inflation nun fällt, doch vielleicht mal in Frage stellen?

Aber halt, das geht ja nicht. Denn das ist natürlich eine Aktie und Aktien sind ja "unsicher". Und es nicht "irgendeine" Aktie. Es ist das Chart eines der grössten Konzerne der Welt, eines der bekanntesten Dividenden-Aristokraten der Welt und eines der stabilsten Unternehmen der Welt. Es ist der Gesundheitskonzern -> Johnson & Johnson <- mit unzähligen bekannten Marken und einer Marktkapitalisierung von 336 Milliarden US Dollar.

Und wissen Sie was, ich habe noch ein Zückerchen für Sie. Dividenden sind hier gar nicht im Chart. Die kommen "oben darauf", so ca. 2-3% pro Jahr bei Johnson&Johnson. 😀

Und noch etwas muss ich nachlegen, das ist eine bewusst logarithmische Darstellung des Kursverlaufes, die damit die Dynamik des Anstiegs im Depot kaschiert. Objektiv ist Johnson&Johnson von 1,75USD in 1984 auf 124,46USD in 2017 gestiegen. Den Faktor dürfen Sie mit dem Taschenrechner selber ausrechnen, als Chart wäre er nicht mehr darstellbar. Autsch. 😉

Das ist also so ein "Teufelswerk", so eine "böse" Aktie, die so furchtbar riskant ist. 😉

Und wissen Sie noch etwas? Stellen wir uns mal vor, Ihre schlimmsten Albträume würden tatsächlich wahr und wir bekämen bald den Zusammenbruch des Euros, eine schwere Wirtschaftskrise, Bankenkrise, politische Unruhen, temporärer Zusammenbruch der staatlichen Ordnung. Was immer Ihnen an maximalen Horrorszenarien einfällt.

Was glauben Sie, was es 10 Jahre später noch geben wird, wenn sich der Nebel über dem traurigen Schlachtfeld verzogen hat? Hmmm?

Ihre Immobilie? Ja vielleicht, aber vielleicht auch schon mit einer Zwangshypothek belastet. Trotzdem im Kern Ja.
Ihr Gold? Ja vielleicht, aber nur wenn Sie es vergraben haben, denn es ist vielleicht verboten. Trotzdem im Kern Ja.
Ihr landwirtschaftlicher Grund oder Wald? Ja bestimmt.

Ihr Festgeld in Euro als Schuldverschreibung in Form einer elektronischen Zahl gegenüber einer Bank? Hahaha!
Ihre Lebensversicherung in Euro als Schuldverschreibung einer Versicherung gegenüber? Hahaha!
Ihre Rentenzusage des Staates? Muss ich nun noch einmal lachen? Aber gut kein Problem, die Riester-Rente wird Sie retten und ich sagte ja schon, die Welt ist eine Scheibe. 😉

Ich sage Ihnen, was dann in meinen Augen auch noch da ist, weil international aufgestellt und weltweit agierend und nicht von einem Land und einer Währung abhängig:

Johnson & Johnson. Die verkaufen dann immer noch Babypflege, Sonnenmilch und Tampons. In welcher Währung auch immer und immer noch weltweit.

Zwischenzeitlich in der Krise, wird auch der Kurs von Johnson & Johnson um 70% gefallen sein, sie sind aber danach noch da und erholen sich wieder, in welcher Währung auch immer. Und dass Johnson & Johnson nur ein Beispiel ist, dürfte hoffentlich klar sein, es gibt sehr viele solche Aktien!

Da haben Sie also Ihre "unsicheren" Aktien. War das nun genug Holzhammer? Wollen Sie in Zeiten der Inflation vielleicht nicht doch mal die Kraft aufbringen, sich aus der gedanklichen Sicherheitsfalle zu lösen und ihr Bargeld auf Konten in Frage stellen? Sind Sie in der Lage sich mal offen mit der Frage zu befassen, was genau "sicher" denn nun bedeutet?

Wenn ja, wissen Sie, wohin Sie sich wenden können. Wenn nein, winke ich Ihnen nach und wünsche ich Ihnen hiermit alles Gute. 😀

Und klar, der Markt ist aktuell überdehnt und kurzfristig korrekturreif. Mit dem prinzipiellen Bild oben hat das aber gar nichts zu tun, schauen Sie einfach, was solche Korrekturen im grossen Bild über Jahrzehnte sind: ein Fliegenschiss. 😉

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Der Mutmacher

Wir haben ja nun einen neuen Bundespräsidenten, der sich als "Mutmacher" versteht. Was ist immer das heisst, "Mut" ist ja eine ebenso schöne Leerformel wie "Gerechtigkeit" - entscheidend ist eher, womit man die Leerformel füllen will.

Das mit dem "Mutmachen" von jemandem wie Steinmeier, der sein ganzes Berufsleben im öffentlichen Dienst in der Politik verbracht hat und auf eine abgesicherte Staats-Pension herab schauen kann, ist aber eine interessante Haltung. Den selbstständigen Unternehmer, der gegen überbordende Staats-Bürokratie kämpft und um jeden Kunden ringt, kann er nicht meinen, dazu fehlt der Bezug. Den Arbeitnehmer mit Mini-Rente (die aber ist sicher ;)), der jeden Euro umdreht und am stärksten unter dem schwachen Euro leidet, kann er auch nicht meinen, auch dazu fehlt der Bezug.

Aber vielleicht will er ja der Politik "Mut machen", mal sinnvolle Ordnungspolitik zu betreiben und an die langfristige Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit des Landes sowieso seine staatstragenden, steuerzahlenden Bürger zu denken. Dann fände ich das mit "Mut machen" richtig gut, alleine mir fehlt der Glaube an diese Interpretation. Wir werden sehen, womit diese Worthülse gefüllt werden wird.

Weil wir es aber gerade mit dem Mutmachen haben, will ich auch Ihnen als Anleger ein wenig "Mut" machen.

Denn ich denke Sie bemerken es auch, dass eine Art Beruhigung einzutreten scheint, was die Fragezeichen rund um Steinmeiers "Hassprediger" Donald Trump angeht. Aussenpolitisch wurde in diversen Terminen zuletzt Berechenbarkeit und eine gewisse Stetigkeit bewiesen. Die all zu grossen Sorgen, dass Trump die Welt sofort total auf den Kopf stellen würde, dürften übertrieben gewesen sein. Er wird sie schon auf den Kopf stellen, das ist recht wahrscheinlich, es dauert nur länger. 😉

Für den Markt ist das positiv, denn der kann sich damit zunächst auf die wirtschaftlichen Konsequenzen der Politik Trumps konzentrieren und diese sind für die US zunächst positiv. Und mit dem Versprechen aggressiver Steuersenkungen, gibt es nun auch einen neuen "Buy the Rumor" Katalysator. Irgendwann werden auch diese Hoffnungen und Versprechungen einen Realitätscheck machen müssen und dieser wird wohl nicht uneingeschränkt positiv ausgehen und mit einer Korrektur enden, aber dieser Tag ist wohl nicht heute.

Diesem eher bullischen Aufwärtsdruck der von der Wallstreet kommt, steht dagegen die berechtigte Sorge gegenüber, dass es den Euro und Europa zerlegt, denn die systemimmanenten Spannungen werden grösser. Zwischen diesen beiden Polen muss der Markt nun navigieren, wobei die US mit ihrer Politik eindeutig der grösste Gorilla im Raum sind. Insofern kann man in den kommenden Wochen in den US von einer eher positiven Marktentwicklung ausgehen, die aber immer wieder durch Schreckmomente und sorgenvolle Aufwallungen unterbrochen wird, die eher aus Europa kommen werden und die hiesigen Märkte belasten.

Im Leitindexx S&P500, sehen wir ganz eindeutig einen bestehenden und immer wieder bestätigten Aufwärtstrend seit Trump gewählt wurde:

Dieser Trend hatte zuletzt nachgelassen, durch die Hoffnung auf Steuersenkungen aber letzte Woche wieder Fahrt aufgenommen. Aber ganz egal wie wir das interpretieren, wir stellen uns *nicht* gegen so einen Trend. So einen Trend geht man mit, bis er irgendwann bricht und dann erst steigt man aus. Alleine die Frage wie sehr man sich dabei exponiert, ist diskussionswürdig. Und in Anbetracht der erhöhten Risiken, dürfte etwas erhöhter Cash, derzeit weiter keine schlechte Idee sein.

Ich kann das hier im freien Bereich nicht oft genug wiederholen, es bringt nichts sich gegen den Markt zu stellen und klüger als dieser sein zu wollen. Die wichtige Fähigkeit für Börsenerfolg ist nicht, mit der nicht vorhandenen Glaskugel schon heute wissen zu wollen, wann dieser Markt in eine Korrektur wechselt. Die Kunst ist, wenn es passiert, dann schnell und konsequent zu handeln. So wie es auch die Kunst war, nach der Wahlnacht von Trump schnell und konsequent zu handeln, danach war noch mehr als genug Zeit den steigenden Kursen zuzuschauen. Abwärts geht es am Markt zwar immer etwas schneller als aufwärts, das Prinzip ist aber das Gleiche.

Übrigens, was Gold macht, sieht weiter sehr konstruktiv aus, ganz besonders wenn man sich vor Augen führt, dass die Wallstreet gerade "Risk ON" spielt, was für Gold eher ein Kontraindikator ist. Wer sich gegen Wirrungen und Irrungen rund um den Euro etwas absichern will, ist hier wahrscheinlich ganz gut aufgehoben:

Geben wir also den Steinmeier, haben wir Mut! 😉

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Gold und der Dollar – Die Situation ist da!

Manchmal liegt in der Kürze die Würze und so soll es heute auch sein.

In all den letzten Wochen, seit Gold so langsam wieder nach oben zu kriechen begann, habe ich darauf hingewiesen, dass Gold nicht wirklich Eigenleben hatte, sondern seine Zuckungen alleine inverses Abbild des Dollars waren.

Und solange Gold kein Eigenleben hat, gibt es auch keinen Grund von echter Stärke zu sprechen. Bis vor ca. einer Woche.

Denn seit dem steigt Gold trotz wieder steigendem Dollar. Die Situation ist da!

Und das kann fast nur Eines bedeuten, wenn Dollar und Gold gleichzeitig steigen: Risk Off!

Die Ursachen sind auch klar, die Eurokrise erhebt wieder ihr Haupt, gerade habe ich etwas retweetet, das zeigt wie die Spreads zwischen Italien und Deutschland wieder aufgehen. Die Wahlen in den Niederlanden und vor allem Frankreich werfen ihren Schatten voraus.

Und Griechenland? Das ist natürlich das gleiche Desaster wie schon vor Jahren, nur dass unser hart erarbeitetes Steuergeld dort in inkompetenten und sinnlosen Rettungsversuchen verschleudert wurde. Die "Kredite" werden wir selbstverständlich nie wiedersehen. -> Der Euro und der Grexit - Der Kern des Problems <-

Da kann man nur hoffen, dass dieser dank der Hoffnung auf Trumps Politik (noch) erstaunlich stabile Aktien-Markt, nicht das Schicksal des Truthahns vor sich hat. Peter Brandt hatte dazu vor vielen Jahren eine nette Parallele: -> The surprising correlation between a turkey and a short gamma trader <-

Suprise! 🙂

Ihr Hari

PS:

Für alle Anfänger und Angst-Getriebenen. Das heisst *nicht* jetzt alles zu verkaufen. Auch ein Truthahn kann bei Thanksgiving verschont werden und noch ein Jahr vor sich haben. Denn noch ist der Trend hoch, das sollten wir nie vergessen.

Aber es heisst nun sehr aufmerksam zu sein und dann konsequent zu agieren, falls hier die Kurse durch die wichtigen Unterstützungen schneiden. Und die sind nicht mehr so weit entfernt. Denn ein Fallbeil fällt schneller, als steigende Kurse steigen - das war schon immer so an der Börse.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***