Zur Sicherheit im Armageddon


Im Forum habe ich -> hier nach neuen Themen für Lehrer Bömmel gefragt <-. Eine Frage war wie folgt:

Hari, auf Deinen aktuellen Artikel bei Tichy gab es einen Leserkommentar mit einer Fragestellung, die mich auch sehr interessieren würde. Es ging dort um "Qualitätsaktien im Krisenfall", mich würde aber auch im Normalfall interessieren:

Wo sind eigentlich meine Aktien? Wer hat die in welcher Form? Wie komme ich an meine Aktien? Wo ist mein Anspruch verbrieft? Zitat: "Was passiert mit unseren Forderungen in einer Krise? Leider sind es doch nur Forderungen, denn fast niemand von uns hat doch seine Aktien in realer Papierform, im Original, als Urkunde im Safe zuhause liegen, ja nicht einmal die Bank hat die Aktien in physischer Form in ihrem Safe"

Was nützen mir gute Aktien ("Qualität, Qualität, Qualität"), wenn diese nur eine Zahl und ein Textbaustein in meiner DiBa-App sind?

Wichtiger Punkt und ja, ich habe diesen Kommentar zu -> meinem Artikel <- auch gesehen und halte ihn für im Kern richtig, aber trotzdem für wenig hilfreich und die Anleger auf die falsche Fährte lockend. Und das will ich heute erklären. Hier ist er:

Zitat von Hari: „Und da sind wir auch gleich bei der Qualität, denn in der Krise wird sowieso alles massiv fallen – wirklich alles – , darauf müssen wir uns einrichten. Die Frage ist also nicht, was wie stark fällt, sondern was nach der Krise noch die Chance hat, zu stehen und wieder an Wert zu gewinnen. “

Kommentar: Was ist aber nach der Krise mit den „Qualitäts-Aktien“? Wo sind die überhaupt? Wer hat sie? Wo liegen sie? In welcher Form? Wer hier im Forum hat seine Aktien zuhause? Also ich habe keine daheim. Hari, haben Sie Aktien daheim? Die Wahrheit ist doch, nicht einmal die Bank hat unsere Aktien. Die Aktien stehen lediglich als Stückzahl in irgendeinem Verwahrbuch. Das Ganze nennt sich Buchverwahrung.
Glaubt irgendwer, eine Forderung gegen die Depotbank hätte nach der Krise noch irgendeinen Wert? Gibt es die Depotbank noch? Und wenn ja, wer beschafft uns die Aktien? Dieser Punkt wird überhaupt nicht thematisiert. Was passiert mit unseren Forderungen in solch einer Krise? Leider sind es doch nur Forderungen, denn fast niemand von uns hat doch seine Aktien in realer Papierform, im Original, als Urkunde im Safe zuhause liegen, ja nicht einmal die Bank hat die Aktien in physischer Form in ihrem Safe. In den Krisen zuvor, in den 20er Jahren hatten Aktionäre ihre Aktien als Urkunden daheim im Safe. Die haben mitunter ihren Wert bis nach der Krise behalten. Aber doch nicht anno 2018. Wir spielen in einem Casino mit virtuellen Werten, die wir nie real gesehen haben. Leider ist das so. Ich will Antworten von Euch!

Zunächst einmal, der Autor hat von Details abgesehen in der Kernaussage Recht. Er hat aber nicht nur Recht für Aktien und das ist sehr wichtig zu verstehen, er hat Recht für unser ganzes Leben und deshalb hat er wieder Unrecht mit seiner Argumentation gegen Aktien.

Denn wir müssen immer zwei Arten von Krisen unterscheiden. Eine Systemkrise wie Lehman, in der das System wackelt aber nicht kippt. Und ein "Armageddon", also eine Krise, in der unsere Gesellschaftsordnung zerfällt.

Wenn Letzteres passiert und im schlimmsten Fall auch noch der Strom weg ist, steht alles in Frage, da unser ganzes Leben weitgehend digitalisiert und von Datenbanken abhängig ist.

Da wird von ETF Anlegern argumentiert, dass diese ja "sicher" seien, weil die ja "Sondervermögen" seien. Im Falle Armageddon Quatsch. Um an Sondervermögen in Irland zu kommen, braucht man ein funktionierendes Rechtssystem über Ländergrenzen hinweg. Es braucht noch nicht einmal ein "Armageddon" um das in Frage zu stellen, schon der Zerfall der EU dürfte genügen, dass man an Sondervermögen in Irland nicht mehr so einfach kommt.

Da wird von Immobilien-Besitzern argumentiert, dass diese ja "sicher" seien, weil es ein Grundbuch gäbe in dem der Besitz dokumentiert ist. Stimmt, noch sind die Grundbücher auf Papier, aber auch das ändert sich. Und wenn die Grundbücher mal digital sind, gilt das Gleiche wie zu Aktionärsverzeichnissen.

Im Falle "Armageddon" aber, wenn die gesellschaftliche Ordnung nicht mehr funktioniert, funktionieren aber auch bei einer Immobilie Gerichte nicht mehr, die dann nach 3 Jahren Recht sprechen. Dann gilt das Faustrecht, dem man nur mit Schrotflinte und scharfem Schäferhund begegnen kann. Und solches Faustrecht in Sachen Immobilien gibt es doch heute schon, was sind denn Hausbesetzungen der linken Szene anderes? Und bekommt man diese Hausbesetzer mit heutigem Rechtssystem schnell raus? So viel zur Sicherheit von Immobilienbesitz im Falle "Armageddon". 😉

Da wird von Rentenbesitzern argumentiert, dass die Rente ja sicher sei. Ja stimmt, solange wir eine staatliche Ordnung und Demokratie haben. Danach nicht mehr.

Und Ansprüche aus Lebensversicherungen? Ich bitte Sie, die sind auch nur elektronisch in Computern und im Falle von Armageddon zusammen mit den Versicherungs-Unternehmen schlicht weg.

Da wird von Gold-Besitzern gerne argumentiert, dass das ja "sicher" sei, weil man das physikalisch habe. Naja, wenn das Faustrecht gilt, ist es vor allem die Frage wie lange man es hat. Ein Revolver am Kopf verändert da schnell die Vermögensverhältnisse, schneller als bei Konten bei Banken.

Und es ist extrem fraglich, ob in so einer Situation wirklich jemand Gold haben will. Denn wenn es darum geht genügend Essen zu finden und seine Familie zu schützen, hat Gold nur dann Wert, wenn man daran glaubt, dass die Situation temporär ist - wie 1945-1947 nach dem Krieg. Wenn dieser Glaube aber nicht da ist, ist Gold nur totes, nutzloses Metall und die "Währung" sind dann eher Steckrüben, Zigaretten und alles was man Essen und im kalten Winter verheizen kann.

Ich könnte weiter machen, ich denke Sie wissen worauf ich hinaus will. Der Kommentator hat also Recht und leitet die Anleger trotzdem in die Irre. Denn wenn der Zustand eingetreten ist, dass elektronische Aktionärsverzeichnisse nichts mehr wert sind und auch juristisch nicht mehr durchgesetzt werden können, haben wir noch schlimmere Probleme und unser Aktienbesitz wird uns eher peripher berühren, weil wir Hunger und Angst um unser Leben haben.

Das ist der Fall Armageddon. Es gibt keine Sicherheit im Falle Armageddon, schon gar nicht bei Geldanlagen. Und das ist kein Spezialproblem von Aktien wie der Kommentar impliziert. Am Besten geht es in so einer Phase einem Bauern mit viel Land zum Anbau von Nahrung und vielen scharfen Hunden zur Bewachung des Landes.

Lassen wir den Fall des grossen Armageddon also mal beiseite, den singulär aus Aktiensicht zu betrachten, führt nicht weiter. Es gibt keinen Nachteil von Aktien im grossen Armageddon, sie werden vielmehr ebenso wertlos, wie praktisch alle anderen Anlageformen.

Betrachten wir mal die neue Systemkrise ala Lehmann, in der das System wankt aber erhalten bleibt. Ein kleines Armageddon eben. Dann kann es immer noch schwierig werden, juristische Ansprüche über Ländergrenzen hinweg durchzusetzen.

Genau dieses Thema habe ich hier schon 2016 adressiert und zwar in -> Armageddon <-. Wobei damit eben nicht das grosse Armageddon wie oben gemeint ist, sondern eine kleinere Variante, ein neues, schlimmeres Lehman, nach dem die Welt Jahre braucht um wieder zur Normalität zu finden. Bitte lesen Sie das mal!

Und wenn Sie das gelesen haben, kennen Sie auch meine Antwort: Namensaktien die im -> Aktienbuch <- von der Aktiengesellschaft geführt werden. Was konkret heisst, erklärt -> dieser Artikel ganz gut <-. Im angelsächsischen Raum sind Namensaktien Standard.

Fazit:

Der Autor des Kommentars hat generell Recht, mit seinem negativen Fokus auf Aktien aber gerade Unrecht. Das Problem der digitalen Speicherung von Besitz existiert generell, wenn man darauf achtet Namensaktien von Weltkonzernen zu besitzen, ist man relativ gesehen noch am Besten dran.

Klar, wenn der Dienstleister Clearstream nicht mehr existiert und die Allianz vergessen hat, dass wir Aktionär waren, bleiben nur gedruckte Kontoauszüge vor einem Gericht, falls es das dann irgendwann mal wieder gibt.

Aber immerhin, die Gesellschaft Allianz weiss in allen sonstigen Fällen direkt, dass wir Aktionär sind - im Gegensatz zu Inhaberaktien.

Und nun sagen Sie mir mal was hätten Sie lieber im Falle eines kleinen Armageddon, im dem das Finanzsystem und der Euro zerbricht, die lokale staatliche Ordnung mit Strom und Polizei aber erhalten bleibt.

Hätten Sie dann lieber einen ETF, dessen Anteil an einem in Irland liegenden Sondervermögen Sie dann in Irland "irgendwo" geltend machen müssen, insbesondere wenn der ETF-Anbieter selber nicht mehr operabel ist.

Oder hätten Sie dann nicht doch lieber die Namensaktie von Allianz oder Apple, bei der die Unternehmen Sie als Aktionär direkt mit Anschrift kennen und selbst wenn Clearstream abnibbelt, vielleicht ja doch eine ältere Kopie des Aktionärsbuches haben?

Ich weiss schnell, was da meine Präferenz wäre und deshalb ist der Kommentar im Ergebnis falsch. Er macht an der falschen Stelle Angst, denn alle anderen Anlageformen sind nicht besser, Und er erzeugt eine unberechtigte "Sicherheit" bei physikalischem Besitz, die leicht mit einem Revolver ausser Kraft zu setzen ist und in einem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung auch wird.

Das ist übrigens der absolut zentrale Gedankenfehler, den alle Goldbugs machen, die den Gedanken an die physische Verfügbarkeit zur alleinigen Monstranz erheben. Denn genau dann, wenn der Fall eintritt, gegen den sich diese Menschen schützen wollen, wird niemand mehr da sein, der sie gegen Raub und Diebstahl schützen kann - ausser die eigene Knarre immer am Mann und auch das nützt nur begrenzt gegen gut organisierte Banden.

Wer früher mal Western gesehen hat, weiss was ich meine. Das war eine Zeit in der die Sicherheit nicht staatlich garantiert wurde. Nun stelle man sich mal eine einsam gelegene Farm vor, deren Farmer dann mitten in einer Hungersnot in die Kleinstadt mit Goldpulver kommt und damit Nahrung bezahlt. Was glauben Sie wohl, was innerhalb des nächsten Monats auf der Farm passiert wäre, wenn durch den Kauf mit Gold jeder weiss, dass da was zu holen ist? Wie viel hat dann also phyischer Besitz genützt?

In der schlimmen Krise, vor der die Angst haben, die in Massen Gold horten, ist physischer Besitz gerade nicht sicher, sondern ein Risiko, das man permanent mit Gewalt verteidigen muss. Hinterlegte Besitzansprüche an Konzernen, die es nur dann nicht mehr geben wird, wenn die Steinzeit dauerhaft zurück kommt, erscheinen mir da relativ gesehen noch "am Sichersten", auch wenn es absolute Sicherheit natürlich auch da nicht gibt.

Ihr Hari

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Vom Dabeibleiben und der Angst in uns

Im Juli 2013 habe ich -> von Untergangspropheten und Erfolg an den Finanzmärkten <- geschrieben und Sie haben es vielleicht nicht ernst genommen.

Im November 2013 habe ich dieses logarithmische Chart der letzten 100 Jahre gezeigt und gefragt, -> ob ein säkularer Bullenmarkt bevor steht <- und Sie haben es vielleicht ignoriert.

Dow Historisch

Im gleichen November 2013 habe ich -> vom Hier und Jetzt und dem sinnlosen Kampf gegen den Markt <- geschrieben und Sie wollten es vielleicht nicht hören, weil Ihnen die Warnungen der Crash-Propheten die Gedanken vernebelt haben.

Im Juli 2014 habe ich -> vom irgendwann kommenden Crash und der Mutter aller Trendkanäle <- gesprochen und Sie haben es vielleicht erneut nicht ernst genommen.

Im September 2014 habe ich über die Ursache dieser Realitätsverweigung geschrieben und bin in -> unsere Verlustangst und wie man dem Affen Zucker gibt <- zum Kern des Problems vorgestossen, das nämlich hinter unserer Stirnplatte hockt.

Ja und so ging es weiter, ich erspare Ihnen weitere Zitate. Im April 2016 habe ich dann in -> Aktien sind Teufelszeug und die Börse ist eine Zockerbude <- Ihre Ängste und Argumente direkt adressiert und zerlegt. Und Sie haben vielleicht weggeschaut, weil was nicht wahr sein darf, nicht wahr sein kann.

Ich habe Ihnen im August 2016 in -> Katastrophenhausse - Crack-up-Boom <- den möglichen weiteren, sehr bullischen Verlauf gezeigt, der vom Chart her nun so eingetroffen ist und ich habe Sie im November 2016 als -> der typische Unterinvestierte <- direkt angesprochen.

Vielleicht hat das alles nichts genützt und wenn das der Fall war, halte ich Ihnen hier und heute noch einmal den Spiegel vor. Ich weiss dass das für das Ego schmerzhaft ist, Sie müssen sich schon entscheiden, ob Sie an der Börse Geld verdienen oder nur Ihr Ego pflegen wollen.

Schauen Sie mal auf den Leitindex S&P500 seit 2013:

Autsch! Der ist um 100% gestiegen! Heisst er müsste sich jetzt halbieren, um überhaupt wieder das 2013er Niveau zu erreichen. Was hat Ihnen die permanente Angst um eine 10% Korrektur also eingebracht? Geben Sie sich selber die Antwort.

Und Nein, das hat nichts damit zu tun, dass man hinterher klüger ist. Schauen Sie auf das ganz langfristige Chart oben des Dow Jones. Aktienmärkte steigen halt langfristig und das liegt an dem "Wunder" der Innovation und des freien Unternehmertums. Stagnation gibt es nur in Planwirtschaften. Sicher, wenn man nun noch Inflationsraten berücksichtigt, ist die Steigung nicht mehr so steil, vorhanden ist sie aber immer noch!

Und klar ist der Markt jetzt weit gelaufen und kann und wird in 2018 wohl mal wieder in eine schmerzhaftere Korrektur hinein rennen. vielleicht schon ab Morgen, vielleicht auch erst im Sommer. Aber das ändert nichts am langfristigen Trend und beantwortet auch nicht die Frage, ob wir nicht vielleicht erst noch einmal 10% steigen, bevor wir dann um 10% korrigieren.

Habe ich Sie jetzt endlich erwischt? Ignorieren Sie jetzt nicht mehr und schalten Sie nun mal endlich die Dauerbeschallung mit den ganzen Weltuntergangspropheten ab, denen es sowieso primär um Klicks geht?

Fein, dann sind Sie einen Schritt weiter. Stehen aber vor dem nächsten Abgrund, denn jetzt kommen die zu Ihnen, die Ihnen erklären, dass Sie ja einfach nur "Buy and Hold" machen müssten. Theoretisch ist das auch richtig, das Chart ganz oben beweist es. Und da wir gerade einen Jahresanfang haben, haben Sie einen "guten Vorsatz", nun werden Sie "langfristig investieren". Jaja. 😉

Sie sehen meinen Sarkasmus, denn es wird zu 99% *nicht* funktionieren. Weil das was Sie sich nun als guten Vorsatz zum Jahresstart vornehmen, werden Sie *garantiert nicht durchhalten*, wenn die Kurse in der nächsten Krise mal wieder um 50% fallen. Und das werden sie - irgendwann, vielleicht Morgen, vielleicht erst in 5 Jahren.

Dann wird Sie wieder die Angst packen, im wahrsten Sinne am Schlafittchen und die gleichen Mechanismen die Ihnen nun über Jahre Angst vor der Korrektur eingeflüstert haben, werden Sie dann mitten in der Krise innerlich zerreissen und Sie dazu zwingen, am Tiefpunkt zu verkaufen. Genau am Tiefpunkt, kurz bevor die Kurse wieder steigen!

Ich garantiere Ihnen das, weil unsere Psychologie eben ist, wie sie ist. Gute Vorsätze sind nette Theorie, in der Krise übernehmen archaische Reflexe unser Verhalten.

Dabei ist das "Dabeibleiben" die zentrale Fähigkeit, die jeder wirklich langfristige Investor braucht, das obige langfristige Chart beweist es erneut. Selbst der berühmte Trader Jesse Livermore hat mal gesagt:

„Es waren nie meine Gedanken, die mir viel Geld einbrachten. Es war immer mein Sitzenbleiben. Klar? Mein konsequentes Sitzenbleiben!“

Nur was nützt die Theorie, wenn man es dann unter Druck nicht kann? Wenig.

Weswegen Sie, nachdem Sie den ersten Schritt getan haben und nicht mehr gegen den Markt kämpfen, auch den zweiten Schritt tun müssen und sich eine bewusste Strategie für den Umgang mit der nächsten großen Krise im Vorfeld! überlegen müssen.

Eine sinnvolle Strategie ist zum Beispiel der kontrollierte Ausstieg und Wiedereinsteig nach festen Regel, wie zum Beispiel gleitenden Durchschnitten. Ich habe das Thema erst im September 2017 in -> Doch, Du wirst Angst haben! <-, ausführlich thematisiert. Man steigt dabei nicht dauerhaft aus, man steigt nur temporär aus, damit man langfrstig dabei bleiben kann und sich den massiven emotionalen Druck der großen Krisen erspart.

Aber was auch immer Ihre Strategie ist, setzen Sie *nicht* auf die Stärke ihrer guten Absichten, die werden in der Krise beiseite gewischt. Setzen Sie auf feste Regeln und Mechanismen, die Sie in der Krise einfach stur durchhalten.

Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten, von einer oben genannten Strategie mit gleitenden Durchschnitten, bis zum sogenannten DGI (Dividend Growth Investing) Ansatz, der auch an der psychologischen Nahtstelle ansetzt und unsere Erfolgschancen in einer Krise verbessert. Bei all diesen Möglichkeiten, kann Ihnen dieser Blog und diese Community ein Guide sein.

Aber gut, wenn Sie das wieder ignorieren wollen, dann hören Sie weiter auf die, die Ihnen entweder den Weltuntergang weisssagen oder Ihnen erklären wollen, dass das alles ganz einfach sei mit dem "Dabeibleiben".

Nein, es ist verdammt schwer!. Irgendwann kommt eine neue Krise und dann werden unzählige gute Vorsätze fallen. Erfolgreich kann nur sein, wer bis dahin Gewinne gestapelt hat und dann eine Strategie besitzt, mit dem Druck der Krise umzugehen. Ich lade Sie ein, das mit uns gemeinsam zu durchleben.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Jahresendrally oder davon, die Wirklichkeit anzunehmen

Wenn Sie sich erinnern, letztes Jahr im November und Dezember 2015, ist die Jahresendrally faktisch ausgefallen. Die Kurse wurden durch das "Window Dressing" zum Jahresende zwar zusammen gehalten, aber es war schon eine innere Schwäche sichtbar, die uns hier zur grossen Vorsicht gemahnte und es uns daher ermöglich hat, dem scharfen Einbruch direkt zum Jahresbeginn, profitabel aus dem Weg zu gehen.

Dieses Jahr erscheinen die Chancen weit besser. Sicher ist am Markt gar nichts, zumal nicht mit einem neuen US Präsidenten, der sein Programm überhaupt erst finden muss und erst einmal grosse Fragezeichen aufwirft.

Aber trotzdem, sich in Angst, Ablehnung und dem eigenen Bias zu suhlen, ist etwas für Verlierer. Wer am Markt zu den Gewinnern gehören will, muss immer wieder die Wirklichkeit so annehmen, wie sie ist. Was wir denken, wollen oder wünschen, ist dem Markt völlig egal. Im Gegenteil, es weist eher in die falsche Richtung, denn da auch wir Teil der "Herde" sind, ist es recht wahrscheinlich, dass andere die gleichen Ängste und Zweifel haben und das schon längst in den Kursen steckt.

Gewinner am Markt haben eine kalten, klaren Blick auf diese Wirklichkeit und richten ihr Handeln an dem aus, was ist und nicht an dem, was sie gerne hätten oder befürchten.

Stellt sich die Frage, wie denn nun aus meiner Sicht die aktuelle Wirklichkeit des Marktes zum Jahresende aussieht:

(1)

Erste Statements von Trump geben zur Annahme Anlass, dass er seine Wahlversprechungen tatsächlich angehen will, aber in einer "verträglichen", deutlich weniger radikalen Form, als es im zugespitzten Wahlkampf hinaus posaunt wurde. Das sind keine schlechten Voraussetzungen für die Börse.

(2)

Das grosse Konjunktur/Infrastrukturprogramm wird kommen, weil absolut zentraler Teil von Trumps Versprechungen und Grundlage der Loyalität seiner Wähler, gerade aus den alten Industriebereichen. Dieses Programm, wird massive Kursphantasie generieren und das vor allem in der US Binnenkonjunktur und in den klassischen Industrie- und Bausektoren. Schauen Sie einfach mal, was der Baumaschinen-Bluechip Caterpillar (CAT) die letzten Tage nach Trumps Sieg gemacht hat, dann wissen Sie, was ich meine. Das Programm wird das BIP anheben und die Inflationserwartungen nach oben bewegen, das erscheint recht wahrscheinlich.

(3)

Wir haben in der abgelaufenen Quartalssaison gesehen, dass die Gewinnerwartungen der Unternehmen wieder zu steigen beginnen und diese Lage trifft auf ein Sentiment im Markt, das bis zu Trumps Wahl eher negativ und skeptisch war. Das ist eine sehr positive Mischung für die Märkte.

(4)

Und es gibt dieses Jahr besonders massiven Performance Druck auf die institutionellen Anleger. Denn viele Fondsmanager und Hedgefonds hängen in diesem schwierigen Jahr den Indizes hinterher. Da dürften nun einige Angst um ihre Jobs haben und müssen nun um jeden Preis eine potentielle Jahresendrally mitnehmen. Und gerade weil das so ist, hat die Rally besonders gute Chancen zu kommen, ganz typisch im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeihung im selbstreferentiellen Markt.

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Nostradamus lebt – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit über den Markt

Ich habe so einen ähnlichen Artikel schon einmal geschrieben, aber doppelt genäht hält besser. 😉

Betrachten wir doch mal "fundamental" und "objektiv" die Welt- und Marktlage:

  • Die Flüchtlingskrise wird wieder anschwellen und zu einer veritablen Staatskrise mit Unruhen führen. Check!
  • Früher oder später werden Atomwaffen in den Händen von Selbstmordattentätern sein. Check!
  • Wenn man der Hydra des Terrorismus einen Kopf abschlägt, wachsen sofort drei Neue nach. Check!
  • Der Westen hat seinen inneren Kompass verloren und verliert sich und die Werte der Freiheit, in kulturellem Relativismus. Check!
  • Der Euro ist eine Fehlkonstruktion und wird zwangsläufig scheitern. Check!
  • Das Brüsseler Europa der Beliebigkeit und des Konsens um jeden Preis, hat sich überdehnt und scheitert gerade. Check!
  • Der Brexit wird andere Länder dazu animieren auszutreten, wenn man sieht, dass die Briten vom Austritt profitieren. Check!
  • Der "Club Med" wird die EU zunehmend dominieren und sie zu einer Transferunion machen. Check!
  • Deutschland wird durch die weiche Währung langsam seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Check!
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