Hari Live Stream 20.01.21

Amtseinführung! ZH2

Wenn sie sich ein wenig zurücklehnen und auf den SPX Future im Hourly schauen, dann wir das Bild schnell klar, das da gezeichnet wird.

Es ist nicht bärisch, sondern das Bild einer kleinen Antäuschung von Freitag, die nun am Tag der Amtseinführung Bidens für den Ausbruch genutzt werden könnte - sichtbar an der Begrenzung in Lila:

Ich denke dass die Amtseinführung schon ein wenig damit zu tun hat, weil wahrscheinlich ein wenig Sorge vor neuen Unruhen im Markt war/ist. Je mehr das ausgepreist werden kann, desto eher steigen die Kurse heute und die Zahlen von Netflix haben auch ihren Beitrag geleistet, dazu aber weiter unten mehr.

Netflix (NFLX) ZH3

Ja Netflix, seit Monaten und Jahren hat man den Verdacht, dass das Unternehmen mal gegen eine Decke laufen könnte, aber immer wieder schafft man es - auch mit "kreativer Abonnentendarstellung <- einen guten Eindruck zu machen. Vor den Zahlen von gestern war es wieder so, ich habe ihnen im Video die Skepsis des Marktes gezeigt, die sich in einer Art "Topbildung" oberhalb einer potentiellen Nackenlinie zeigte. Und wieder hat es NFLX gestern geschafft, -> es sind die Subscriber-Zahlen die es retten <-, denn Umsatz und Gewinn sind bestenfalls im Rahmen.

Ich habe da ehrlich gesagt meine Zweifel, was die Subscriber-Zahlen angeht, aber egal der Markt liebt es und der hat immer Recht und so ist die "Nackenlinie" nun ein Sprungsbrett nach oben:

Aufgrund meiner Skepsis ist das für mich kein Kauf. Ich stelle mich nicht gegen den Markt, ich muss aber meine Energie nicht auf Trades richten, von denen ich nicht überzeugt bin - es gibt genügend "bessere".

Anders herum wird ein Schuh daraus, sollte dieser Pop doch schnell wieder abgegeben werden, wäre das für mich ein Signal: nach unten!

Quartalszahlen des Tages

Hier sind die Quartalszahlen des Tages, soweit ich die für erwähnenswert halte:

Procter & Gamble (PG) ZH4

PG hat eigentlich -> überzeugend geliefert <-, wie ich schon im Video sagte, ist der Kurs aber zu weit vorausgelaufen und es gibt eine kleine Topbildung, die nun im Nachgang der Zahlen zu triggern droht:

ASML (ASML) ZH4

Bei ASML hatte das Chart ja klar signalisiert, dass der Markt hoch optimistisch superbe Zahlen erwartet.

Genau das hat ASML geliefert, -> beat, beat, raise <- wie es besser eigentlich kaum sein dürfte.

Trotzdem kommt heute nur noch ein marginales Plus zustande, woran man sieht, wie viel schon in den Kursen war und was passiert wäre, wenn hier eine Enttäuschung gekommen wäre - AUA 😉

Solche Parabolas sind bei Zahlen gefährlich. Sicher liegt der Markt meistens richtig, aber wenn mal nicht, dann kann es schmerzhaft werden:

Aktien des Tages ZH3

Alphabet (GOOGL)

Alibaba (BABA)

Alibaba nachdem Jack Ma -> ein Lebenszeichen gegeben hat <-, wahrscheinlich hat er jetzt genügend "Selbstkritik" geübt und sich ausreichend vor Xi verbeugt. 😛

Teladoc (TDOC)

Die enge Konsolidierung war genau das, wonach es aussah: Ein Sprungbrett:

Dynatrace (DT)

Digital Turbine (APPS)

Varta (VAR1) ZH4

Eine deutsche Aktie, bei der man instinktiv nur an uninteressante Bleibatterien denkt, die aber doch einiges an Zukunftsphantasie zum Thema Batterien beinhaltet ist Varta.

Und da fällt mir nun dieses Bild im Weekly auf, das einen möglichen Ausbruch aus dieser Wendestruktur auf die Agenda setzt:

Biden, Stimulus und die Hausbauer ZH3

Mit Biden kommt Stimulus und ein Infrastrukturprogramm und das wird sicher nicht der Schaden der klassischen Hausbauer sein, die noch dazu gerade eine längere Konsolidierung abzuschliessen scheinen, die im Oktober begonnen hat.

Beispielhaft seien hier Lennar (LEN) und D.R.Horton (DHI) gezeigt:

FATMAANs Revival ZH1

Es fällt extrem auf, wie stark heute BigTech ist, ohne dass es dafür einen echten Grund zu geben scheint.

Ich denke der Auslöser ist NFLX mit seinen Zahlen und die Mechanismen von FATMAAN und den vielen Anlage-Vehikeln, in denen die zusammen enthalten sind. Die Anleger die so ein Vehikel wegen Netflix kaufen, kaufen eben auch die anderen Aktien.

Dazu hat das Netflix Management von einem Aktien-Rückkauf-Programm geredet, es weiss halt wie man sinkende Gewinne überdeckt. Auch diese Phantasie schwappt sicher auf BigTech mit seinen riesigen Kriegskassen über.

Außerdem hat BigTech ja nun eine zeitlang konsolidiert und war mal wieder reif für eine Stärkephase, da kommt so ein Katalysator wie gerufen.

Hier bei Microsoft (MSFT) sieht man das sehr schön, da ist seit September nicht wirklich etwas gegangen:

Insofern ist das nach meinem Eindruck eine Reaktion wie Pawlosche Hunde auf einen Trigger, aber der Markt hat immer Recht und vielleicht hat er ja auch eine innere Logik, die ich nur derzeit nicht sehe. Diese Möglichkeit steht immer im Raum.

Was es aber auf jeden Fall zeigt ist, wie viel Geld da draußen doch noch nach Anlagen sucht. Damit solche Giganten sich so bewegen können, muss einiges an den Märkten an Nachfrage sein.

Ein wichtiger Tag für den Blog und für mich

Dem Markt geht es gut und ich hoffe, dass es mir bald in Sachen Augen besser geht.

Denn morgen ist ein wichtiger Tag für den Blog und für mich.

Meine Augenprobleme werden immer größer, der schnell fortschreitende graue Star, der sich auf meine Hornhautprobleme gesetzt hat, macht es mir immer schwieriger kleine Texte zu lesen und zu schreiben. Im Sommer war der noch kaum vorhanden, nun hat er schon deutliche Auswirkungen.

Wenn das in der Geschwindigkeit weiter gehen würde, wäre ich in einem Jahr wohl faktisch arbeitsunfähig, das ist die traurige Realität und insofern ist es auch für den Blog ein wichtiges Thema.

Nun kann man das ja aber gut operieren, nur Covid mit seinen Herausforderungen und die Kombination mit der Endotheldystrophie der Hornhaut schaffen ein paar Fragezeichen.

Morgen bin ich um Mittag dann zu einer OP-Voruntersuchung in München und dann weiss ich mehr. Danach weiss ich hoffentlich, ob ich bald eine OP des grauen Stars bekommen kann oder nicht, was ein zunehmendes Problem wäre.

Es ist mir unmöglich einzuschätzen, ob und wann ich morgen noch arbeiten kann, da ich auch für den Augenhintergrund getropft werde und das lange anhält und Bildschirmarbeit unmöglich macht.

Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass es keinen regulären Stream gibt, ich mich aber am Abend vor Handelsschluss mit einem etwas kürzeren Statement melden kann, ähnlich der -> Feiertagslage <- von Montag.

Am morgigen Vormittag kommt morgen von mir noch eine schon schon vorbereite „Predigt“. ´Davon unabhängig würde ich mich aber über viele Kommentare und Gedanken zum -> heutigen Artikel über Erwartungen an 2021 <- freuen. Der ist so voll an für uns wichtigen Themen, dass eigentlich jeder dazu irgendetwas beizutragen haben sollte.

Also, drücken sie mir die Daumen, ich melde mich morgen sobald ich kann, tendenziell am Abend.

Jetzt mache ich noch etwas Buchhaltung und Administration, dann konzentriere ich mich auf meine Augen.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Der Paradigma-Wechsel oder warum auch ein „Burggraben“ wertlos werden kann

Diesen Artikel habe ich im Premium-Bereich vor einem Jahr, im September 2019 geschrieben. Er ist aber unverändert gültig, nein noch viel mehr, die Covid-Krise hat die Wahrheit so richtig offenbar gemacht.

Damals vor einem Jahr, zum Jubiläum von Windows 1995, wurde ich daran erinnert, wie idiotisch - es gibt kein anderes Wort dafür - die IBM in den 90ern mit ihren riesigen Chancen umgegangen ist:

Erinnern wir uns, IBM beherrschte noch in den frühen 80er Jahren die Computerwelt mit seinen Großrechnern. Ich erinnere mich an Wirtschaftsmagazine mit Covern, die fragten, ob IBM bald die ganze Welt beherrschen würde.

Gleichzeitig gab ein "kleines Würstchen" namens Steve Jobs damals zum Besten, dass IBM "arrogant und kurzsichtig" sei und bald "gedemütigt" würde. Wahre, prophetische Worte, die aber 10 Jahre brauchten, bis das Ergebnis so richtig durchschlagend zu sehen war.

Wir alle kennen die Geschichte, wie IBM Anfang der 80er Jahre eben genau "arrogant und kurzsichtig" das "Bröselgeschäft" mit den kleinen Computern so unbekannten Firmen wie Intel und Microsoft überlassen hat, ja sogar denen geholfen, auf die Beine zu kommen.

Aber große, zu erfolgreiche Organisationen machen eben solche Fehler, das ist aber kein Grund für das, was dann 10 Jahre später wieder in Sachen Windows passiert ist und das soll hier Thema sein. Und auch, was das generell für uns bedeutet.

Denn zu dieser Zeit war IBM 1994 in seiner schwersten Krise und nicht weit vom Exitus entfernt, den Lou Gerstner mit einer radikalen Kehrtwendung abwenden konnte. Gleichzeitig war der Stern von Microsoft schon steigend und mit Windows 3.0 bzw 3.1 gab es eine Klick-Oberfläche für DOS, die sich zunehmender Beliebtheit erfreute, technisch gesehen aber ein ziemliches Stückwerk war.

IBM sollte seinen Fehler von Anfang der 80er also nun grundlegend verstanden haben und hatte eine gewaltige Chance vor sich. Denn DOS und damit auch Windows 3.x waren noch antiquierte 16-Bit Betriebssysteme, die mit ihrem mickerigen Adressraum zukünftig nur noch "Mickey-Maus-Computer" unterstützen konnten.

Wer sich nun also mit einem 32-Bit Betriebssystem für die neue Gattung der x86 Personal Computer durchsetzen konnte und die Marktführerschaft erringen, dem war diese Dominanz nicht mehr zu nehmen. Und IBM hatte alle Voraussetzungen und die riesige Chance, damit die Scharte von Anfang der 80er Jahre wieder auszuwetzen.

Denn innerhalb IBMs gab es viele gute 32-Bit Betriebssysteme und so viel Knowhow zur Betriebssystem-Entwicklung, wie mit Abstand in keiner anderen Firma des Planeten. Ich selber war damals als Abteilungsleiter an der Entwicklung des Großrechner-Betriebsystems MVS beteiligt und hatte einige Kontakte zur OS/2 Fraktion.

Genau, OS/2 - denn damit hatte IBM schon das perfekte 32-Bit PC-Betriebssystem, das spätestens mit OS/2 3.0 genannt "Warp" ein rundum gelungenes Produkt und technisch um Welten besser, als das erst später erscheinende, noch voller technischer Krücken steckende Windows 95 war.

Schon 1996 war es aber mit OS/2 faktisch zu Ende, Windows 1995 dominierte alles und IBM stellte seine Versuche ein, damit Marktanteile zu gewinnen. Sie können an andere Stelle die vielen Fehler nachlesen, die da gemacht wurden und die sich im Nachgang teilweise als absurd darstellen.

So konnte sich IBM zum Beispiel nie dafür entscheiden, das Betriebssystem wirklich für die Massen, also auch für Spieler und Kids anzubieten, weil die "Blauhemden-Manager" dazu schlicht keinen Zugang hatten. Die Folge war, dass wichtige Unterstützung für populäre Anwendungen der Zeit fehlte, die teilweise noch auf 16-Bit fussten.

Sie können diese vielen Details des Durcheinanders und der teilweise lächerlichen Fehlentscheidungen woanders nachlesen, die -> Wikipedia hat hier <- eine ganz brauchbare Zusammenfassung dafür:

... Eines der größten Probleme war, dass IBM nun versuchen musste, das Betriebssystem selber zu vermarkten. Als ein typisches Großunternehmen vermarktete IBM seine Produkte zu einem großen Teil an andere Unternehmen und wusste so im B2B-Bereich zu bestehen. IBM hatte jedoch keinerlei Erfahrung damit, Produkte an Endanwender zu verkaufen, und beging dadurch zahlreiche große Fehler ....

... Mit OS/2 Warp versuchte sich IBM an einer neuen Marketingkampagne. Schon zuvor nutzte das Unternehmen intern Begriffe aus dem Star-Trek-Universum als Codenamen und so wollte IBM das Betriebssystem mithilfe von Darstellern aus der Serie offiziell veröffentlichen. Jedoch vergaß das Unternehmen dabei, sich die notwendigen Rechte von Paramount Pictures zu sichern. Paramount drohte mit einer Klage und so musste IBM die geplante Werbekampagne fallen lassen....

... Als IBM bemerkte, dass erste Entwickler Spiele für das Betriebssystem entwickelten und diese eine große Resonanz entwickelten, fasste das Unternehmen den Beschluss, Warp für jugendliche Computerfreaks zu bewerben. Damit stand IBM jedoch im Konflikt zu den bisherigen Kunden des Betriebssystems, die größtenteils Unternehmen waren und ganz andere Anforderungen an das Betriebssystem stellten. Dazu kamen die vor allem in den USA ausgestrahlten und von allen Seiten stark kritisierten Werbevideos, die die Stärken des Betriebssystems überhaupt nicht darstellten, dazu zählte etwa ein Werbevideo, das Nonnen in einem tschechischen Kloster zeigt ...

Ich habe das frustrierende Chaos damals hautnah erlebt, weil ich damals Kontakt zum damaligen OS/2 Chef Richard Seibt hatte, an dem das Scheitern wirklich nicht gelegen hat, sondern an den übergeordneten Strukturen.

Warum ich Ihnen das hier aber erzähle ist, weil die ganzen Fehlentscheidungen in meinen Augen gar nicht ursächlich für das Scheitern waren. Diese Fehlentscheidungen waren nur Symptome des wahren Metaproblems und wenn es diese Fehlentscheidungen nicht gegeben hätte, wären andere gemacht worden.

Das Metaproblem war schlicht, dass IBM von seiner Organisation, seiner Kultur und seinen Menschen her, unfähig war, diese neue Welt zu verstehen, die sich da entwickelte.

Überall sassen ergraute Manager, fraglos immens fähig, wenn es darum ging, Firmen eine perfekte und "state-of-the-art" Infrastruktur hinzustellen, die aber völlig blind dafür waren, wie sie von der kleinen wuseligen Welt der PCs und ganz neuen Marketing-Methoden überrannt wurden.

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Hari Live Stream 23.07.20



15:20 MEZ - ZH2

Der NASDAQ ist heute etwas unter Druck, der S&P500 zwangsläufig auch. Einer der Gründe ist, dass Goldman Sachs Analyst Rod Hall die Rally bei AAPL als -> unsustainable <- also "nicht durchhaltbar" bezeichnet hat.

Natürlich hat er bei dem Chart nicht ganz unrecht und sagt eigentlich nur, was meine Oma auch sehen könnte:

Aber beim Schwergewicht AAPL löst so eine Aussage natürlich gleich Fragezeichen aus, ob der NASDAQ jetzt nicht vielleicht generell "toppy" wäre und auch das ist bei dem Chart nicht völlig von der Hand zu weisen:

Weswegen es heute spannend und wichtig werden wird, wie der Markt damit umgeht und ob sich zum Beispiel auch bei Microsoft (MSFT) heute sofort wieder Dip-Käufer finden.

Im Future des SPX sieht das nun kurz vor Handelsstart so aus. Noch ist nichts passiert, was einer besonderen Erwähnung wert wäre:

15:30 MEZ

Ergänzend dazu, beschreibt dieses Chart von Goldman das Problem auch zutreffend. Nur betone ich erneut, dass die Feststellung einer derartigen Schere kein Timing-Tool ist, denn woher wissen wir, dass die Schere nicht noch weiter aufgeht?

Es macht aber trotzdem Sinn, sich dieses Umstands im Hinterkopf bewusst zu sein:

15:35 MEZ

Passend zum Thema Mynaric und US Space Force wird -> hier das Logo erklärt <-, das einen schon ein wenig an "Starfleet" erinnert.

US Space Force Logo

Ist das wichtig? Ja und nein, das Symbol selber eher nicht. Aber hinter der Aufmerksamkeit die es bekommt verbirgt sich etwas Wichtiges, nämlich dass sich hier etwas in Gang setzt, das tatsächlich langfristige Bedeutung hat.

Im heute früh verlinkten WiWo-Artikel heisst es dazu passend zur ESA und Europa:

In Europa hingegen gehen öffentliche Aufträge praktisch nie an Start-ups. Das Rennen machen etablierte Anbieter wie der Bremer Satellitenbauer OHB, die Airbus-Tochter Ariane oder der Technikkonzern Thales. Allein in die Trägerrakete Ariane 6 hat Europa schon fünf Milliarden Euro gesteckt, fertig ist sie noch lange nicht und gilt bereits als veraltet. Unter den Raumfahrt-Start-ups schürt das Wut auf die Konzerne und ihre Lobbyisten. „Wir könnten Deutschland binnen weniger Jahre für nur 150 Millionen Euro in einen Mond-Orbit schießen“, sagt Metzler von Isar Aerospace.

Hier müssten wir *dringend* aufwachen, sonst ist auch das Thema Raumfahrt hier ebenso schnell weg wie das Internet damals. Wir haben keinesfalls die schlechteren Ingenieure wie die Amerikaner und Visionäre haben wir durchaus auch. Aber das politisch-regulative Umfeld ist ebenso wie der Finanzmarkt eine Katastrophe und die Sicht der Bevölkerung auf so Dinge wie Risiken und Unternehmentum auch. Womit das wahre Problem eben nicht die Politiker, sondern die Wähler sind, die zu wenig Sinn für Innovation und Unternehmertum haben. Wir haben genau die Politiker, die wir verdienen.

Sie können sich vorstellen, wie "optimistisch" ich hinsichtlich des "Aufwachens" bin. Denn wenn man das einmal als gesellschaftliches Problem erkannt hat, sieht man auch, dass es nicht durch Austausch von ein paar Politikern oder Parteien zu beheben ist.

15:55 MEZ - ZH3

AT&T (T) hat im Saldo mal wieder nicht so richtig überzeugt, vor allem -> weil bei Warner die Umsätze wg Covid wegkippen <-.

Weder der Markt noch wir sind sehr überrascht und AT&T und Warner ist ein schönes Beispiel für wenig sinnvolle Riesendeals bei "alten" Unternehmen, denen das Händchen für die Zukunft abhanden gekommen ist. Auf den Wert des Deals für die Aktionäre wartet man immer noch und je mehr sich die mediale Landschaft verändert, desto mehr wird Warner unter Druck kommen.

Auch das Chart ist im Daily nicht sehr einladend:

16:00 MEZ - ZH3 - ZH5

Eine Bank bauen konnte man wie bei TMO dagegen wieder auf Danaher (DHR), die nach -> sehr guten Zahlen <- noch einmal 2% zulegen, jetzt aber schon ein wenig "toppy" aussehen:

Solche Konsolidierungen waren bei DHR aber immer Chancen und es gibt derzeit keinen Grund anzunehmen, warum ein möglicher Dip das im großen Bild nicht auch wieder sein sollte:

16:15 MEZ - ZH4

Kimberly Clark (KMB) könnte nach -> überzeugenden Zahlen <- nun das Setup auszulösen, das schon vorher zu sehen war:

16:25 MEZ - ZH3

Aktien des Tages sind neben der schon am Vormittag besprochenen Unilever heute:

Equifax (EFX), Pulte Group (PHM), Whirlpool (WHR), Twitter (TWTR) und Watsco (WSO) jeweils nach Zahlen,

16:36 MEZ - ZH1

LOL! Es sah gerade echt so aus, als ob wir nun wegkippen. Genau da hat das PPT wieder zugeschlagen, die Firma "Mnuchin Rocket Labs" machte eine Ankündigung, -> siehe hier <- 😛

16:40 MEZ

-> Earnings after the close today <-:

16:55 MEZ - ZH1

Wir haben definitiv die Schwäche bei Big Tech im Markt, die nach den Aussagen von Goldman zu erwarten war. Noch hält sie sich aber sehr im Rahmen, noch ist nichts passiert:

17:20 MEZ - ZH3

Bei Micron (MU) entwickelt sich heute plötzlich Stärke und ein potentieller Ausbruch. Den Katalysator kenne ich noch nicht, aber das Chart spricht auch so eine klare Sprache.

Die Aktie hat seit Juni entlang der 50-Tage-Linie konsolidiert, nun kommt vielleicht der Befreiungsschlag:

17:35 MEZ - ZH3

Pool (POOL) ist ein schönes Beispiel dafür, dass auch die einfachen Dinge sensationelle Charts produzieren können, wenn ihre Zeit gekommen ist.

Und Covid führt natürlich dazu, dass alle die ein Haus und einen Garten haben, eigene Pools aufbauen und weniger in Schwimmbädern oder an Stränden sind. Auch hier bei uns im Landkreis ist das Thema.

Heute kamen Zahlen und so sieht das Chart nun aus. Man braucht also keine "Rocket Science" für so Charts:

Allerdings sehe ich bei dem Geschäft dann doch das Risiko, dass wir hier eine Sonderkonjunktur haben, die hinterher zu einem Auftragsloch führt. Sicher steigern mehr Pools auch den Wartungsaufwand und damit die langfristigen, wiederkehrenden Umsätze des Unternehmens, denn POOL verdient vor allem an dem Equipment für Pools, das ja teilweise immer wieder erneuert werden muss. Ein Loch nach der aktuellen Welle erscheint aber trotzdem naheliegend.

18:10 MEZ - ZH1 - ZH3

So liebe Mitglieder, es riecht ein wenig danach, als ob der Markt im NASDAQ doch heute nach unten kippt. Da braucht es wohl einen neuen Auftritt des PPT. 😛

Hoffen wir mal, dass es nicht so etwas wie hier rechts wird. 😉

Da der Markt ja nun auch mal fällt, ist es ja ideal, dass ich nun in die Ferien gehe, sie haben das ja auch immer herbei geschrieben.

Vielleicht sollten sie ja wie Indiana Jones hier mal das Rennen üben? Und bitte nicht stolpern! 😉

Aber ernsthaft, zur Beruhigung, es ist *nicht* der breite Markt der hier wegkippt, es ist einfach Big Tech, nachdem Goldman einen Stubs gegeben hat.

Und nächste Woche stehen sowieso noch kritische Anhörungen vor dem Repräsentatenhaus für Tim Cook, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Sundar Pichai und ihre Konzerne an, über die ich morgen noch schreiben werde. Auch das dürfte das Sentiment von Big Tech nun belasten.

Es ist also kein Grund für Panik, die Charts - siehe AAPL oben - sind nun so weit gelaufen, dass eine 5-10% Korrektur nur gesund wäre und solange der Markt rotiert und andere Sektoren Stärke zeigen - und das passiert ja gerade - ist das für die Indizes auch verkraftbar.

Sie sehen, das Rot ist klar begrenzt auf Big Tech. Don´t worry be happy. 😀

So ... das war der letzte Stream vor den Sommerferien, morgen kommt noch am späten Vormittag so gegen 11 Uhr ein Ausblick auf die kommende Woche und die Ferien und dann bin ich wirklich mal weg, auch wenn es Katzen hagelt - es wird Zeit!

In diesem Sinne sage ich schon heute Abend "Machen Sie es gut", bis Morgen Vormittag!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Dies & Das 23.07.20


Quartalszahlen

Microsoft (MSFT)

Microsoft hat sehr gute, überzeugende Zahlen geliefert. -> Hier ist sind sie im Überblick <-.

Das Zahlenwerk überzeugt auf allen Ebenen, kann aber gegenüber den hohen Erwartungen nicht noch einmal nachlegen.

Ob das leichte nachbörsliche Minus heute Bestand hat, ist mit einem Fragezeichen versehen, ich gehe von diversen Hochstufungen bei MSFT aus.

Aber es wird zumindest keinen starken Schub geben, was bei diesem Chart aber auch nicht nötig ist. Das zu bestätigen ist für sich schon eine Leistung:

Tesla (TSLA)

Es hat schon etwas Unwirkliches, aber Tesla hat es geschafft, noch einen draufzusetzen. -> Hier ist die Quartals-Präsentation von Tesla <- und im Conference Call hat es auch keinen Ausreisser gegeben. Bekannt wurde dort, dass die zweite US Gigafactory nach Texas geht.

Nach der massiven Rally konnte man sich das kaum vorstellen, es zeigt aber, dass der Markt ja nicht ohne Grund Firmen auf ein bestimmtes Niveau hebt und wenn wir keinen konkreten Edge haben, die Chancen von da immer 50% nach oben und unten betragen!

Denn tiefer geht immer und höher geht auch immer. Nur ist nach unten bei Null Schluss, während nach oben nur "the sky is the limit" gilt.

Der erneute Quartalsgewinn bedeutet, dass TSLA nun in den S&P500 aufgenommen wird und dort sofort ca. 1% des Gewichts ausmacht. Mit jetzt 300 Milliarden USD Marktkapitalisierung ist TSLA nun in der Größenordnung aller europäischen Autobauer zusammen.

Und natürlich wird es wieder Marktteilnehmer geben, die rein gar nichts gelernt haben und uns wieder erzählen werden, dass das ja "überbewertet" und "übertrieben" sei, so wie schon immer bei Tesla. Stimmt, bezogen auf die Gegenwart, ist aber am Thema vorbei. Der Markt bewertet aber Zukunft und offensichtlich sieht er die Zukunft der europäischen Autobauer eher kritisch.

Hinzu kommt, dass Tesla schon gar nicht mehr als reiner Autobauer gesehen wird, sondern als Infrastruktur, auf der diverse digitale Geschäftsmodelle aufgesetzt werden können - ganz analog zu Apple. Vielleicht kommt das so, vielleicht nicht, der Gedanke hat aber Substanz.

Es ist unglaublich verlockend, bei diesem Chart hier jetzt einen bevorstehenden Abverkauf auszurufen, er springt einen geradezu an. Aber genau deswegen sollten wir diesem Drang widerstehen, was zu schön ist um wahr zu sein, ist es auch selten. Der Einbruch ist eher der Weg des Offensichtlichen und nicht der "Pain Trade". Vielleicht kommt er ja, wetten werde ich nicht darauf.

Wenn Tesla liefert wie bisher, wäre eher eine mehrjährige Seitwärtsphase wie 2014 - 2018 logisch, in der die Vorschusslorbeeren langsam konsolidiert und mit der Realität abgeglichen werden.

Swiss Re (SREN)

Die Rückversicherer leiden natürlich unter der Krise, wobei vieles noch Rückstellungen und damit schlichte Erwartungen sind. Auch für den weltweit 2.größten Swiss Re (SREN) gilt das, der -> wegen Rückstellungen einen Verlust ausweist <-.

Den Kurs betrifft es trotzdem mit 2% Minus eher mässig, weil das eben im Wesentlichen schon erwartet und in den Kursen war. Initial geht es 1,9% nach unten, am großen Bild ändert das wenig:

Roche (RO)

Enttäuschend sind -> die Zahlen von Roche <-.

Das hatte der Markt anfang der Woche noch nicht auf dem Schirm, die Ausgangslage wies eindeutig nach oben. Allerdings scheint Dienstag und Mittwoch schon etwas gesickert zu sein, es setzten Abgaben ein, die heute bestätigt werden und zu erneut ca. 2% Minus führen.

Der Schub nach oben ist damit erst einmal abgesagt, da Roche aber immer noch auf den Niveaus vor Covid notiert, kann man das als Investor mit einem Schulterzucken abtun.

Unilever (UN)

Sehr Erfreuliches -> hören wir bei Unilever <-, die unter anderem von Vorratseindeckungen profitieren.

Die Aktie schiesst um mehr als 6% nach oben und wird damit zu einer der "Aktien des Tages". Die im Video gezeigte, langfristige Treppenstruktur wird erneut bestätigt.

Sehr schön sieht man auf Monatsebene auch, dass der Panikausverkauf im März eine Anomalie und ungerechtfertigt war:

Mynaric und die US Space Force

Manchmal ergibt sich eine Überschneidung zwischen Aktien über die ich sowieso schreiben wollte, die nun aber im Rahmen des "Future Growth" Projektes vorgestellt werden.

Da ich das Ende des Projekts nun in den September verschoben habe, kann ich darauf nicht immer Rücksicht nehmen und will mich wie geplant zu einer der Aktien äussern.

Das sehr kleine Unternehmen Mynaric (M0Y) mit seiner innovativen Lasertechnologie wurde von Mitglied "Tim" -> hier im September 2018 <- in den Blog eingeführt.

Meine Erstreaktion war verhalten, einerseits weil es viele solche Ideen gibt und ich gerne erst mal abwarte, ob ein wenig Realität in die Ideen kommt. Zweitens aber, weil die Produktion kapitalintensiv ist und das in Deutschland mit der nicht vorhandenen Startup-Kultur extrem schwierig ist. Schauen Sie mal in meine Argumentation in Post 2 im Link oben, die ich jederzeit wieder so führen würde.

So falsch war das nicht, viel ist bei Mynaric seitdem nicht im Kurs passiert:

Jetzt aber wird es vielleicht doch interessant, denn mein Hauptargument - das fehlende Kapital für die Idee - könnte bald gelöst sein. Ich hatte das immer mit einem Auge im Blick, wollte später darüber schreiben.

Dann hat das Mitglied "Rapsac123" Mynaric -> hier <- gut für das "Future Growth" Projekt vorgestellt, lesen sie das mal bitte um ein Update zu bekommen.

Das Kernproblem, dass derzeit alles nur Vorgeplänkel ist, weil eine Produktion ganz andere Kapitalanforderungen hat, bleibt aber bestehen.

Und nun - und das bringt mich dazu Mynaric hier zu besprechen - thematisiert ein sehr guter und sehr trauriger Artikel in der aktuellen Wirtschaftswoche unter dem passenden Titel -> Ruf des Geldes <- wie die neue "US Space Force" die kleinen Raumfahrt-Unternehmen und Bemühungen in Europa und insbesondere in Deutschland über den Teich zieht.

Typisch Europa und typisch Deutschland, ein Trauerspiel, wie fördern lieber alte Industrien, statt Innovation und Startups den Weg frei zu räumen und der unterentwickelte Kapitalmarkt ist Teil dieses Problems. Kein Wunder dass wir im Bereich der Technologie in vielen Bereichen zurückfallen. Dafür haben wir aber die meisten Gender-Lehrstühle der Welt, alles wird gut. 😛

Zu Mynaric wird berichtet, dass die nun mit einem Bein in den US stehen. Die Space Development Agency des Pentagons (Space Force) habe laut CEO Bülent Altan Kontakt zu Mynaric aufgenommen und auch die DARPA US-Agentur für Sprunginnovationen zeige Interesse.

Damit kommen potentiell die großen Töpfe des Pentagon in Reichweite und deshalb baut Mynaric nun einen zweiten Firmensitz in Los Angeles auf. Auch eine US Börsennotierung ist dann logischerweise Thema.

Das sollte bei unserer Politik eine Lampe angehen lassen, aber da können wir lange warten, die sind mit "Wichtigerem" beschäftigt.

Das lässt bei mir aber eine Lampe angehen, denn wenn das Pentagon Mynaric unter die Fittiche nehmen sollte, ist das Kapitalproblem schnell vorbei. Und eine US Börsennotierung mit ihrer grösseren Visibilität würde die Marktkapitalisierung von 160 Millionen locker vervielfachen.

Ich sehe es wie gesagt mit Trauer, wie wir unsere Zukunft wieder verspielen, aber ich kann es nicht ändern.

Was ich aber kann ist davon ein wenig profitieren, weswegen ich nun eine kleine "Fun-Position" im Unternehmen halte. "Fun-Position" heisst wie 2012 bei Tesla, dass ich die einfach durch dick und dünn über Jahre halten will und meine normalen Mechanismen des Risikomanagements nicht anwende, einfach um zu schauen, wohin das führt. Da die Position sehr klein ist, kann ich das ausnahmsweise machen.

Ich betone ausdrücklich, dass Mynaric immer noch ein Start-Up ist und das derzeit alles nur Vorgeplänkel ist, weil der "real Deal" dann die Produktion irgendwann ab 2021ff sein wird - ähnlich wie das ja auch bei Tesla die Hürde zwischen schönen Ideen und echtem Umsatz war.

Außerdem hat "Rapsac123" richtig beschrieben, dass durch Einstieg eines anderen - wie SpaceX selber zum Beispiel - Mynaric im jetzigen "Embryo-Zustand" schnell an die Seite gedrängt würde.

Das Risiko, dass diese kleine "Fun-Position" irgendwann wertlos ausgebucht werden muss, ist also sicher 50%, machen Sie sich das bitte klar und bekommen Sie jetzt keine Schnappatmung, nur weil ich mal in ein kleines Unternehmen investiere und das hier sage. Außerdem sei gesagt, dass ich so etwas mit einer "Fun-Position" durchaus immer mal wieder mache wenn mich junge Unternehmen inhaltlich interessieren, Mynaric ist also nicht die großartige Ausnahme. Manche funktionieren, manche nicht, der Lauf der Welt. 😀

Aber falls sich Mynaric in den US etabliert und falls große Aufträge kommen sollten, unter anderem des Pentagons, dann haben wir eben auch erhebliches Upside in der Marktkapitalisierung als Chance.

Das wollte ich Ihnen heute sagen und damit nicht mehr bis in den September nach dem Projekt warten, machen sie damit was immer sie wollen. Und falls sie da auch jetzt schon ein wenig reinlegen wollen, dann bitte nur sehr gering, denn wie gesagt, das kann sich auch alles schnell als reine Luftblase auflösen und der CEO mit dem Pentagon nur den Kurs gepusht haben - Beispiele dieser Art gibt es genug.

Zum Abschluß noch etwas Wichtiges, wenn sie so wollen ein schönes Anschauungsbeispiel, warum ich über Unternehmen unter der 100-Millionen-Klasse grundsätzlich nicht schreibe.

Bei Mynaric gehen an einem normalen Tag vielleicht im Schnitt 10.000 Stück über alle Börsenplätze in Deutschland hinweg um. Das sind dann ca. 500.000€ Volumen pro Tag.

Das ist nicht extrem wenig und kein Pennystock, sonst würde ich die Aktie gar nicht besprechen, aber wenn sie nun theoretisch alle gleichzeitig da hinein rennen würden, würde man das in den Kursen doch merken. Tun sie das also bitte nicht, es schadet ihnen nur!

Es gibt auch keinen Grund dafür, die Aktie hat nun 2 Jahre gedümpelt und wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch noch weiter dümpeln. Wenn sie da rein wollen, bleiben sie gelassen und nutzen schwache Tage in den kommenden Wochen und Monaten, keine Hektik, kein Grund hier FOMO zu bekommen.

Lesestoff

Über die Kontrollillusion im Umgang mit dem Markt:
-> What i learned from losing 200 Million <-

Über den Unterschied zwischen Theorie und Praxis beim Investieren:
-> You can only learn so much from a book <-

Morgan Housel schreibt viele gute Sachen und ich habe ihn schon öfter verlinkt. In der Kombination von Psychologie und Marktwissen und der Breite seiner Themen ähnelt er in seiner Schreibe dem, was sie auch von mir hier oft zu lesen bekommen.

Nun kann ich nicht mit aktuellen Buchempfehlungen aufwarten, weil ich aus zeitlicher Not kaum noch zum Lesen von Büchern komme. Und ja, das hat mit dem Blog zu tun. Aber vielleicht schaffe ich es ja jetzt in den Ferien mal wieder.

Aber gerade weil Morgan Housel oft ähnliche Themen wie ich beackert, sind dann seine Buchempfehungen vielleicht als Ideen für den Urlaub interessant:
-> Morgan Housels Buchempfehlungen <-

Sein Eingangszitat kann ich übrigens unterschreiben, auch wenn das auf den ersten Blick widersinnig erscheint:

Read more books and fewer articles. More history and fewer forecasts. More around your field than in your field.

Man muss die Worte "book" und "article" aber als Metaphern sehen. Er meint damit, dass man in Büchern Zusammenhangswissen finden kann, während die Artikel der normalen Börsenmedien eben oft nur leeres Geplapper der immer gleichen Selbstbefriedigung sind.

Aber natürlich gibt es auch lange und ausgezeichnete Artikel bzw Essays, die auch Zusammenhangswissen vermitteln. Das ist nicht auf Bücher begrenzt, da oben sind zum Beispiel zwei und ich liefere ja auch einige. Und es gibt auch viele hohle Bücher, die man sich leicht sparen kann - natürlich.

Es geht ihm also darum, dass wir unseren Horizont erweitern und nicht um das Medium Buch vs Artikel und das kann ich nur dick unterstreichen und habe es oft getan.

Denn Zusammenhangswissen aus dem dann -> Synthese <- entsteht, ist auch für Börse immens wichtig und dafür muss man medial auch über den Tellerrand schauen und mal Themen an sich heranlassen. Der August ist ein guter Monat dafür. 😉

Ihr Hari

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Disruption am Start



Noch läuft das -> Community Project Future Growth <-, seit knapp 2 Wochen nun schon, am Sonntag fällt dann die Klappe.

Wir haben bisher -> hier einige schön ausgearbeitete Vorschläge <-, allerdings von bisher nur 7 Teilnehmern. Noch reicht das in Summe nicht, aber das kann ja bis Sonntag noch werden.

Ich danke aber auf jeden Fall den bisherigen Teilnehmern sehr. Mir ist bewusst, dass diese Ausarbeitung mit etwas Arbeit verbunden ist und für manche auch eine Hürde darstellt, das muss aber so sein.

Denn mal eben einen dreizeiligen Tipp im Sinne "schaut mal da drauf" loszulassen, können wir ja jederzeit, dieses Projekt muss sich davon unterscheiden.

Und die dafür nötige, tiefergehende Beschäftigung mit Unternehmen und Management ist auch zentral und wichtig, wenn man die neuen Teslas und Amazons schon früh ins Depot legen will. Ich behaupte sogar: es geht nicht ohne!

Wenn wir das nämlich nicht tun, haben wir zwei Arten an starke Aktien heranzugehen.

Erstens können wir uns mittelfristig einfach auf die Markttechnik verlassen, eine Aktie die stark ist, ist halt stark. Irgendwann wird aber auch diese Aktie mal in eine Krise oder Korrektur laufen, dann verkauft der Markttechniker und ergreift die nächste Chance.

Das ist auch genau richtig so, denn der reine Markttechniker weiss gar nicht genau was die Aktien machen, es ist auch egal. Wenn er seinen Stil gut macht, braucht er das auch nicht, weil irgendwo immer eine starke Momentum-Aktie ist.

Nur fehlt ihm eben das Wissen und der Hintergrund, um zu erkennen dass bestimmte Aktien eben doch "besonders" sind und man denen etwas mehr Raum zum Atmen geben muss, weil die langfristigen Aussichten ausgezeichnet sind.

Der Markttechniker wird also immer mal wieder dabei sein, die ganze Entwicklung einer Tesla mitzunehmen, wird ihm aber eher nicht gelingen.

Zweitens haben wir da die langfristig orientierten, trendfolgenden Investoren. Die schauen auf die typischen "von links unten nach oben rechts" Charts und das funktioniert auch bei Werten wie Amazon gut.

Aber es funktioniert bei den "Peter Pan Werten" wie Tesla schon nicht mehr, da muss man das Geschäft verstehen bzw richtig einordnen und selbst bei den "Terminator Werten" funktioniert es auch erst, wenn die Aktie schon über Jahre einen Trackrecord hat, der so eine Trendstruktur aufzeigt. Was am Anfang eben in der Regel nicht der Fall ist.

Egal wie man es dreht und wendet, wenn man bei einem disruptiven Titel dauerhaft vom Start bis zum Ende dabei sein will - und nur das generiert dann Millionen aus investierten 10.000€ wie bei Apple, Google und wie sie alle heissen - dann muss man ein klares und vor allem kompetentes Bild von Geschäft und Management haben, es geht nicht ohne!

Weswegen dieses Projekt bewusst so ist, wie es ist und wenn nicht genügend zusammenkommt, dann ist es eben auch so und in Ordnung.

Ich will ihren Blick aber noch einmal schärfen, in dem ich noch einmal zum "Terminator-Jeff" zurück komme. Denn am Montag hatte Amazon (AMZN) seinen 26. Gründungstag, woran mich unter anderem -> dieser Tweet <- erinnert hat.

Und nun schauen sie mal auf Amazons ersten Webauftritt 1994:

War da der spätere Terminator-Dienst schon zu sehen? Wohl kaum.

Nun schauen wir aber mal das Video mit einem jungen Bezos im Jahr 1997 an, 3 Jahre nach der Gründung: 😉

"We´re moving forward in so many different areas".

Man sieht immer noch nicht den kommenden "Terminator", aber man sieht einen jungen Gründer, der schon in die richtige Richtung läuft, der sein Geschäft exzellent versteht, der weiss wo er hin will und der weiss, dass ihm der Wind des Schicksals (Aufstieg des Internets) von hinten in die Segel bläst.

Es gab viele dieser Art damals und einige sind gescheitert, aber zumindest sah man einen jungen Unternehmen, dem man als Venture-Capitalist Geld geben würde, weil er seine Geschäftsidee mit Energie und Kompetenz verfolgt.

Womit wir bei den auf der Metaebene vier wichtigen Dingen sind, die ein junges Unternehmen braucht, um später zu einem Riesen zu werden und den Markt aufzurollen.

Erstens die richtige Geschäftsidee zur richtigen Zeit. Wie heisst es schön: "Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist". Das war damals bei Amazon schon zu erahnen, wenn man sich mit dem Web auskannte. Check!

Zweitens ein immenses Wachstumspotential, weil man gerade einen Markt neu erobert oder einen alten Markt völlig umdefiniert. Also kaum Grenzen des Wachstums, wie sie bei sehr eng gezogenen Geschäftsmodellen in Nischen oft vorhanden sind. Auch das konnte man bei Amazon damals schon ahnen. Check!

Drittens einfach Glück. Glück gehört dazu, manche Unternehmen die später die Welt dominieren, waren auch mal kurz vor der Pleite. Apple war es, SpaceX auch und viele andere auch. Glück gehört dazu und ist mit den Tüchtigen, nicht alles ist planbar.

Viertens einen energetischer Gründer der weiss war will und es mit aller Energie verfolgt. Ein "Beisser", ein "Träumer", jemand der für seine Idee über Wasser geht. Das war damals bei Bezos von aussen nicht einzuschätzen, aber der Eindruck dieses jungen Mannes geht in die richtige Richtung. Also ein halber "Check".

War also damals schon die Chance zu erkennen, die Amazon generierte? Ja!
War damals schon absehbar, dass Amazon zum weltweiten Handels-Dominator werden würde? Nein!

Übrigens noch zum Thema Gründer. Das Bild vom Management wird bei Otto Normalverbraucher von diesen "austauschbaren Anzugständern" geprägt, die sich dann gerne im Management versammeln, wenn es keinen dominierenden Gesellschafter mehr gibt, der schiebt und steuert.

Dieses Bild pflegt auch das Selbstbild der Mitarbeiter, weil man kann dann ja zurecht argumentieren, dass der Erfolg des Unternehmens die Leistung der Mitarbeiter ist und nicht der Schlipsträger ganz oben. Und bei so Konzernen stimmt das auch von der Tendenz her.

Bei einem jungen, stark wachsenden Unternehmen kann dagegen das Management in Form der Gründer gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn aus dem leitet sich alles ab, auch die Qualität der ersten Mitarbeiter und die Unternehmenskultur.

Vereinfacht gesagt kein Microsoft ohne Gates, kein Apple ohne Jobs, kein Tesla ohne Musk und kein Amazon ohne Bezos. Das ist einfach so und wertet keineswegs die Leistung der folgenden Mitarbeiter ab. Aber die "Nummer 1" zählt bei aufstrebenden Unternehmen ganz massiv.

Weswegen es für uns sehr wichtig ist einen Eindruck vom Management zu besitzen, wenn wir so richtig ein komplettes Bild eines aufstrebenden Unternehmens haben wollen.

Denn erst dieses belastbar Bild ermöglicht uns dann, auch mal eine Krise ruhig auszusitzen. Und deshalb ist dieses Projekt eben mehr, als eine schnell hingeworfene Idee und das ist genau richtig so!

Ihr Hari

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Von Vorlieben beim Investieren und warum diese Wert haben


Man sollte sich bei der Geldanlage nicht von Emotionen leiten lassen!

Dieser Satz wird gerne allgemein benickt und was das Timing von Anlage-Entscheidungen angeht, ist er auch definitiv wahr.

Und trotzdem halte ich den Satz für nur partiell wahr und beim Investieren sogar so apodiktisch für falsch. Denn ich sehe das ganz anders, seine Vorlieben beim Investieren einfliessen zu lassen ist nicht nur nicht falsch, sondern sinnvoll - solange diese die Entscheidung nicht dominieren, sondern ergänzend eingesetzt werden.

Wir müssen doch berücksichtigen, dass wir beim Investieren sowieso nur eine Auswahl eines riesigen Aktienuniversums im Depot haben. Sicher gibt es auch bei sehr strengen Kriterien eine dreistellige Zahl von Aktien weltweit, die engen Qualitätskriterien entsprechen. Aber im Depot haben wir in der Regel nur eine zweistellige Zahl und das ist richtig so.

Wenn wir also sowieso mehr Qualität zur Auswahl haben, als wir ins Depot legen können, warum soll beim Investieren dann nicht auch der subjektive Eíndruck des "Ich mag diese Firma" oder "Mir gefällt das Geschäftsmodell" einfliessen?

Solange es ergänzend eingesetzt wird und nur auf objektive Qualitätswerte angewendet wird, ist das gar kein Problem. Erst wenn man das "Mögen" zum primären Selektionskriterium macht, wird es zum Nachteil und sollte unbedingt unterlassen werden.

Aktien die wir "mögen", sind auch eher Aktien die wir "verstehen" und das kann einen Vorteil in Krisenphasen sein, weil man sich dann nicht so schnell verrückt machen lässt und zappelige Fehlentscheidungen trifft.

Dann könnte man noch das Risikomanagement von der Selektion der Aktien trennen, so wie ich das zB in der Positionsgrössenstrategie und/oder beim Hedging mache, dann kann man entspannt sein. Denn so stehe ich nie vor der Frage, mich von meinen Topaktien in der Krise völlig zu trennen, ich sichere diese halt ab, was psychologisch etwas anderes ist.

Ich will Ihnen das mal bewusst subjektiv bei den 5 großen Tech-Riesen Amazon (AMZN), Apple (AAPL), Microsoft (MSFT), Alphabet (GOOGL) und Facebook (FB) zeigen.

Alle 5 Aktien sind objektiv *investierbar*, die kann man im Investment-Depot haben, ohne damit einen grundlegenden Fehler zu machen.

Alle 5 Aktien haben objektive Vor- und Nachteile und man kann länglich darüber diskutieren, welche nun zukunftsträchtiger ist, ohne einen objektiven Konsens zu finden.

Es macht Sinn in einem guten Investmentdepot auch einzelne Namen der 5 zu haben, nicht aber zwingend alle, weil wie gesagt ja unsere Depots begrenzt sind und man dann bald auch gleich den NASDAQ100 kaufen könnte, der von diesen Werten dominiert wird.

Damit verlasse ich den Pfad des Objektiven, jetzt wende ich mich meinen subjektiven Vorlieben zu, mit denen ich Ihnen erklären werde, warum ich AMZN und AAPL dauerhaft im Depot habe, MSFT auch, aber GOOGL und FB nicht.

Denn Amazon und Apple "mag ich". Ich nutze ihre Produkte, haben einen klaren positiven Blick auf die Fähigkeiten des Managements und eine Vorstellung von deren fortgesetztem Zukunftspotential. Was will man mehr, im Sinne Charlie Munger *verstehe* ich diese Firmen und ihre Geschäftsmodelle und schätze sie.

Bei Microsoft wird es schwieriger und diffuser in mir, die kenne ich sehr gut und habe noch alte Kontakte in die Firma aus den Zeiten, in denen ich auch das Topmanagement kannte.

Was Nadella macht schätze ich, die Zahlen sind ja auch eindeutig und trotzdem bleibt da dieses Gefühl, dass sich MSFT doch nicht so verändert hat. Abseits der Cloud sehe ich weiter den gleichen opportunistischen Gemischtwarenladen, der es schon immer war, der viele "MeToo" Geschäfte macht, aber nichts davon so richtig sensationell gut.

Und ich bin nicht nahe genug am neuen Kern-Geschäft Cloud dran um einschätzen zu können, wie groß der Burggraben da gegen andere ist. Was ich als Nutzer von Windows davon erlebe ist dieses von Microsoft bekannte langsame "Hinschieben", das ich persönlich so gar nicht schätze und viel mehr Potential hätte, wenn man es offensiv angehen würde. Auch Office schläft vor sich hin und Windows selber nutzt seine Chancen nicht, die in der Plattform liegen.

Also, bei Microsoft habe ich immer wieder so leichtes Kopfkratzen und bin innerlich nicht so überzeugt, vielleicht bin ich dem Unternehmen einfach zu nahe, je mehr man weiss, desto kritischer wird man.

Das ist aber wie gesagt ausdrücklich rein subjektiv und die Zahlen und Fakten sind eindeutig und Microsoft *ist* ein gutes Unternehmen und deshalb ja, die halte ich auch, aber nicht so überzeugt wie bei Amazon und Apple.

Damit komme ich zu Alphabet und Facebook und die "mag" ich einfach nicht. Ist halt so, da kommen auch ethische Überzeugungen in mir zum Tragen.

Bei Facebook ist das bekannt, ich mag weder Zuckerberg noch das Geschäftsmodell und muss das "warum" hier nicht wiedeholen. Bei Alphabet ist es nicht so extrem, aber diese Werbekrake ist einfach nicht mein Ding und die innovativen Geschäftsfelder außerhalb Google sind mir noch nicht groß genug um das Unbehagen auszugleichen.

Wie gesagt rein subjektiv, ich kenne die Zahlen alle, aber wenn ich AAPL und AMZN schon im Depot habe und MSFT auch, muss ich dann unbedingt auch noch GOOGL und FB haben, obwohl ich die nicht leiden kann? Meine persönliche Antwort ist: Nein!

Und auch das ist neben meinem Risikomanagement ein Grund, warum ich in Krisen recht entspannt bin, ich kenne mein "Pappenheimer", ich weiss was ich im Depot habe.

Ich halte das in Krisen auch bei vielen Anlegern für einen psychologischen Vorteil gegenüber dem Halten von ETFs oder Fonds, bei letzteren ist das eine abstrakte Hülle, bei ersteren sind es reale Firmen die man mag und schätzt, das macht manche gelassener in Krisen. In -> Investieren ist so einfach Teil II <- habe ich diesen Effekt schon beschrieben.

Fazit:

Erlauben sie sich durchaus Vorlieben beim Investieren. Denn hinter Vorlieben steckt oft auch Wissen um Details.

Nur machen sie diese Vorlieben nicht zum primären Selektionskriterium und "verlieben" sie sich nicht in Aktien, jede Aktie kann mal die falsche Abzweigung nehmen und muss aus dem Depot genommen werden.

Aber wenn sie eine Auswahl von objektiven Qualitätsaktien vor sich haben und auch ein wenig auf Diversifizierung achten, dann dürfen sie durchaus höchst subjektive oder emotionale Vorlieben in die Entscheidung mit einfiessen lassen!

Das stärkt dann die Stabilität ihre Depots und schwächt sie nicht. Emotionen haben bei der Geldanlage durchaus Wert für uns, wir müssen mit ihnen aber bewusst umgehen und dürfen uns von ihnen nicht treiben lassen!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 30.04.20



14:45 MEZ - ZH2 - ZH4

Von der EZB kam nichts Überraschendes, die theoretische Möglichkeit -> die Anleihenkäufe wenn nötig auszuweiten <- ist nichts Neues.

Auch während Lagarde in der Pressekonferenz noch redet, dümpelt der Euro vor sich hin und bleibt in der bekannten Langfriststruktur - nichts Neues hier also:

Der breite Markt baut im Future die massiven Gewinne vom gestrigen späten Abend ein wenig ab, als MSFT, FB und TSLA den Markt "gerockt" haben. Nach 7 steigenden Tagen in Folge, ist so eine Konsolidierung aber sowieso überfällig und nötig:

Die massive überperformance des NASDAQ bleibt aber erhalten, der ist im Future nur marginal um 0,1% im Minus, das andere Ende in Form des Russell2000 dagegen um mehr als 2%.

Diese Überperformance ist aber keine Übertreibung des Marktes oder was manche da nun wieder herein interpretieren, die schlicht mit der Situation nicht klar kommen. Es ist vielmehr die ganz rationale Differenzierung der Probleme, die das Virus mit sich bringt.

Manche Unternehmen sind halt bis zur Existenzfrage schwer getroffen und haben daher nach wie vor massive Abschläge im Kurs. Wenn aber eine Microsoft (MSFT) zu den Quartalszahlen verkündet, dass das Virus -> "minimal Net Impact On Revenue" <- hätte, ja was soll der Markt denn dann machen? Soll er die deswegen etwa abverkaufen?

Nein umgedreht, eigentlich gibt es dann keinen Grund, warum MSFT den Einbruch nicht schon wieder komplett aufgeholt haben sollte! Wenn wir aber auf das Chart schauen sehen wir, dass das noch *nicht* der Fall ist.

Das ist er also, der rationale Risikoabschlag des Marktes, obwohl objektiv das Virus Micrsosoft beim Geschäft nicht schadet. Das ist eine höchst rationale und bei MSFT immer noch vorsichtige Bewertung des Marktes, der derzeit extrem gut differenziert - man darf halt nicht alles aus dem Blickwinkel der Indizes betrachten!

15:20 MEZ

Wichtig und lehrreich zum Thema, will ich auch noch einmal auf etwas eingehen, das ich schon gestern Abend im Forum geschrieben habe.

Es ist die Erkenntnis, wie der Markt *jeden von uns* früher oder später auf dem falschen Fuß erwischt und emotional in den Schwitzkasten nimmt.

Das kann jedem passieren und ist keine Schande sondern gehört dazu, die Kunst und Leistung ist das zu erkennen und sich wieder zu befreien!

Sie wissen, dass ich den Marktblick von James DePorre schätze, den ich hier immer mal wieder zitiere. Den hat der Markt mit der gestrigen Rally am späten Abend nun endgültig auch "erwischt", seine Frustration über einen immer weiter steigenden Markt - während die ökonomische Krise massiv ist - wurde schon zuletzt immer hörbarer und gestern kamen dann frustrierte Tweets in voller Ladung wie:

Even if you fully embrace the idea that it is the Fed that driving the market, it is still hard to process how one-sided the market action has been.

Yes, it is offensive when any and all market theories are no better than 'don't fight the Fed'.

At the risk of sounding arrogant, i feel quite frustrated.

I think what bothers most traders about the Fed is that it makes technicals and fundamentals and everything else irrelevant.

Wieviel Frust da ist, sieht man zum Beispiel am letzten Statement, das völliger Unsinn ist und gegen seine eigenen Überzeugungen läuft.

Oben habe ich Ihnen zB an MSFT gezeigt, wie rational der Markt differenziert und das ist bei anderen Aktien auch nicht anders. Was unter dem Virus leidet, ist noch tief, tief im Loch. Was nicht, hat fast alles schon aufgeholt. Die Indizes sind darüber ein Durchschnitt und genau so ist das rational richtig.

Auch sind "Technicals" überhaupt nicht irrelevant, die Gegenbewegung läuft in ihrer Folge vom Schub und Konsolidierung sehr regelgerecht. Und Fundamentaldaten waren noch nie zum Timing geeignet, denn "the market ist *not* the economy" und das waren immer auch seine berechtigten Worte.

Das ganze Problem hier ist, dass die stark steigenden Indizes nicht zur gefühlten Wirtschaftskrise zu passen scheinen. Wenn man sich aber an Einzelfällen wie MSFT klarmacht, was wirklich eingepreist wird, ist das Ganze wieder rational. Und wenn man daran denkt, dass der Radar des Marktes im Bereich weniger Monate am stärksten ist und dann wieder schwächer wird, ist die aktuelle Stärke jetzt kein Widerspruch dazu, dass uns eine zweite Abwärtswelle doch noch erreicht.

Auch der "Disconnect" zwischen Markt und Wirtschaft ist fraglos so groß wie selten, aber der Grund dafür ist offensichtlich, denn wenn wie in -> Warum steigen (und fallen) Kurse eigentlich? <- erklärt, Notenbanken und Regierungen einen historisch einmaligen Stimulus fahren, dann treibt die Liquidität eben und so was kommt dann eben von so was. Aber auch das ist mit Markttechnik zu sehen.

Dieser Disconnect war doch im Übrigen auch schon in den vergangen Jahren und zum Beispiel Anfang 2019 so, es gibt zum jetzigen Geschehen keinen qualitativen Unterschied, nur einen quantitativen - so extrem war es wirklich noch nie!

Kurz, das Marktgeschehen macht Sinn, wenn man genau hinschaut.

Nun will ich mich mit diesen Zeilen keineswegs an JDP abarbeiten, dessen Marktsicht ich weiter schätze. Ich will damit zeigen, dass der Markt *jeden* mal erwischen und aus dem Gleíchgewicht bringen kann, so dass man seine eigenen Grundsätze vergisst. Auch die Besten und Erfahrendsten sind davor nicht völlig geschützt, denn Mr. Market ist ein fieser Geselle. Und nur dafür dient mir JDP nun als Beispiel.

Den Meister zeichnet aber aus, dass er das schnell erkennt, sich wieder mit dem Markt synchronisiert und die Dissonanz nicht zu Fehlhandlungen ausarten lässt. Solche Krisen bringen eben die Wahrheit an den Tag, in vielerlei Hinsicht.

15:55 MEZ

Ich habe noch ein weiteres Grundsatzthema, heute ist der Stream mehrere Artikel gleichzeitig.
Es ist das Thema Dividenden und damit auch Strategien wie DGI.

Sie kennen meine Sicht, es erscheint mir aber nötig, das konkret noch einmal festzumachen, auch wenn es in -> diesem älteren Artikel schon steht <-.

Denn heute hat Shell -> zum ersten Mal seit dem WK2 die Dividende gekürzt <-:

Another Aristokrat bites the Dust!

Ich erinnere an meine vielfach geäusserten Worte, dass die Historie von X Jahrzehnten nichts wert ist, wenn die "richtige" Krise kommt, die es für jede Aktie und jedes Geschäftsmodell gibt.

Es gibt eben keine 100% Sicherheit und es gilt unverändert: Past performance is not indicative of future results!

Und es zeigt, dass Dividenden eben *nicht* der neue Zins sind, sie sind einfach Auswurf und Symptom von etwas ganz anderen, von hohem Cashflow und hohen Gewinnen.

Wer jetzt aber denkt, dass ich perse etwas gegen Dividenden-Strategien hätte, wirft die Dinge durcheinander, denn das habe ich nicht. Ich weise aber darauf hin, dass bei den Strategien manchmal *das Richtige aus den falschen Gründen* gemacht wird.

Nehmen wir konkret Dividend Growth Investing (DGI), unser Stefan hat heute dazu einen -> Übersichtsartikel verfasst <-

DGI hat einen richtígen Ansatz, es selektiert Unternehmen mit beständig steigenden Dividenden, vermeidet damit also Geschäftsmodelle mit hoher Dividende aber ohne Zukunft - wie viele Ölwerte.

Und DGI generiert damit gute Anlageergebnisse, ich kann die Strategie jemandem der ruhige Akkumulation betreiben will, also empfehlen!

Aber warum ist DGI erfolgreich? Eben *nicht* wegen der Dividende, die aber im Titel steht, denn wann kann ein Unternehmen überhaupt steigende Dividenden ausweisen?

Genau dann, wenn das Unternehmen beständig wächst, in Umsatz, in Gewinn in Cashflow! Eigentlich müsste DGI also CGI heissen - Continuous Growth Investing. 😉

Dauerhaftes, beständiges Wachstum ist also der wirkliche Grund, warum diese Strategie erfolgreich ist!

Dass die Unternehmen dann auch eine beständig steigende Dividende ausschütten können, ist ein netter aber logischer Folgeeffekt, sonst nichts. Nicht die Dividenden sind also der Kern, das beständige Wachstum ist es. Wenn ein Unternehmen seine Dividende beständig steigert, ist es aber ein Kandidat für beständiges Wachstum.

Und so selektiert man mit einer DGI Strategie *gute* Unternehmen und produziert daher auch gute Ergebnisse, zumal der Ansatz nur auf die Auszahlungen zu schauen statt auf den Kurs, tatsächlich vielen Menschen in Krisen psychologisch hilft.

Also ist DGI eine sinnvolle Strategie, dass der Fokus auf Dividenden aber dabei das Universum eher begrenzt sieht man schnell, wenn man sich viele Top-Investmentwerte anschaut, die wir hier besprechen, die aber keine oder nur eine Pro-Forma Dividende zahlen, weil sie ihr Kapital sofort wieder profitabel reinvestieren.

Nehmen sie Thermo Fisher Scientific (TMO) mit einer Pseudo-Dividende, damit man auch in Fonds kommt, die das als Voraussetzung haben. Oder nehmen sie eben Amazon (AMZN) ohne Dividende, aber seit 20 Jahren mit dem perfekten, pernanenten Wachstum!

Sind das etwa keine tolle Investitionskandidaten? Doch sind sie, weil sie beständig wachsen und jede Menge Zukunft haben, auch ohne Dividende!

Fazit:

Die Auswahl von Aktien nach Dividendenhöhe alleine ist Unsinn und nur die Garantie, ein Depot voller alter Gurken ohne Zukunft zu haben.

Die Auswahl von Aktien nach beständig steigender Dividende macht dagegen jede Menge Sinn. Aber nicht wegen der Dividenden, sondern weil diese ein guter Indikator für Unternehmen sind, die beständig profitabel wachsen.

Wir sollten das Wort Dividende also weder auf ein Podest heben, noch es verteufeln. Es kann richtig eingesetzt ein gutes Tool sein, um gute Unternehmen zu selektieren. Aber für sich alleine schafft eine Ausschüttung keinen Mehrwert für den Aktionär, wegen Steuereffekten sogar einen Nachteil.

Amen. 😀

16:30 MEZ - ZH3

McDonalds (MCD) ist auch ein schönes Beispiel für die sinnvolle und differenzierte Bewertung, die der Markt nun vornimmt, nachdem er sich aus dem allgemeinen und pauschalen Ausverkauf gelöst hat.

MCD ist mit seinen Restaurants natürlich mehr vom Virus und seinen Ausgangsbeschränkungen betroffen, als eine Microsoft mit ihrem Cloud-Geschäft, für das es keinen Kontakt braucht.

MCD ist aber wegen seiner weltweiten Breite und seinem "Drive-In-Geschäft" deutlich weniger betroffen, als beispielsweise Fluggesellschaften, deren Geschäft nun völlig eingefroren ist.

Also würde man einen teilweise Rebound erwarten und genau den sehen wir. Und wir haben -> Zahlen die mit einem "Miss" zeigen <-, dass der Kurs der Realität ein wenig zu weit voraus gelaufen ist.

Und daraus entsteht dieses Chart im Daily, kann ich nachvollziehen, während in China die Läden wieder offen sind und bei uns die Öffnung nun ansteht. Für mich eine rationale Bewertung mit Logik:

17:00 MEZ - ZH4

Die ganze private Luftfahrt liegt in Scherben angeführt von Boeing (BA) und Airbus (AIR) mit Gruselcharts wie diesem:

Das ruft natürlich Schnäppchenjäger auf den Plan, die von fallenden Kursen bei "Fallen Angels" angezogen werden, wie die Hummel von der Blüte. Nur ist billig leider nicht zwingend gleichbedeutend mit günstig. 😉

Die Frage die sich dabei klassischerweise außerhalb deren Horzont befindet ist, warum denn dann die Kurse noch so weit unten sind, wenn diese Firmen garantiert gerettet werden und garantiert wieder hoch kommen werden?

Denn die Kurse könnten unter der Annahme nur dann so weit unten sein, wenn der Rest der Marktteilnehmer aus Idioten bestehen würde. Es ist aber eher anders herum, diese Schnäppchenjäger sind die Blinden, die kurz davor stehen in eine Falle zu gehen.

Denn es ist keine Kunst vorauszusagen, dass Boeing und Airbus gerettet werden. Ja das werden diese, ziemlich sicher. Es wird in 3 Jahren wieder eine Boeing und eine Airbus mit brummenden Auftragsbüchern geben. Definitiv.

Völlig unklar ist aber, ob davon noch die gleichen Gesellschafter profitieren, den Schnäppchenjägern mangelt es idR an wirtschaftlichem Wissen um zu überblicken, was bei Rettungsaktionen oder Insolvenzverfahren mit den Alt-Gesellschaftern passiert.

Dieser Post soll das nun nicht aufdröseln, aber zusammenfassend kann man sagen: Das wird in der Regel sehr schmerzhaft, bis zum Totalverlust.

Airbus und Boeing wird es also weiter geben, die Altaktionäre können bei einer Rettungsaktion aber trotzdem alles verlieren - beide Aussagen sind gleichzeitig wahr! Und weil das so ist, dümpeln die Kurse noch so weit unten, der Markt ist klug genug das zu erkennen.

Vor dem Hintergrund höre ich aber mit einem langen Ohr, wenn so ein Unternehmen mit anerkannt fähigem Management verkündet, dass es glaubt ohne Staatshilfe auskommen zu können.

Und genau das -> hat der Vorstand von MTU Aero Engines nun getan <- und dabei unter anderem auf das stabilisierende Rüstungsgeschäft verwiesen.

Nun ist das Risiko damit ja nicht weg, es ist aber kleiner geworden, auch weil das Management einen guten, seriösen TrackRecord hat. Und ja, wenn man eine Rettung von aussen ausschliessen könnte, dann wären das aktuell vielleicht wirklich Kaufkurse! Bei MTU hat nun also für mich ein kleines Glöcklein geklingelt. 😉

Nun rennen Sie aber bitte nicht zur Kauf-Order, entscheidend sind immer die Kurse und die haben langfristig noch *keine* Wendeformation!

Das Glöcklein sorgt aber dafür, dass ich bei MTU nun genau auf diese etwaige Formation schauen werde. Ein Bruch der Hochs vom 26.03. nach oben und damit verbunden ein Schneiden der 50-Tage-Linie könnte so ein Signal sein. Und wenn nicht, wird halt weiter gewartet:

17:42 MEZ - ZH1 - ZH3

So liebe Mitglieder, jetzt habe ich den Stream heute mal ein wenig anders gemacht als die Tage davor. Statt einer kommentierten Darstellung der wesentlichen Quartalsberichte, habe ich mir Kontext-Themen vorgenommen und diese in Form von kleinen Artikel ausführlich aufbereitet. Im Wechsel liegt die Würze. 😉

Damit schliesse ich, die einzelnen Zahlen sehen sie selber, wenn sie durch die bekannten Listen gehen.

Wichtig ist, dass heute Abend noch Apple (AAPL) und Amazon (AMZN) kommen und wenn man sieht, wie der Markt die Aktien in der aktuellen Konsolidierung oben hält, sind damit positive Erwartungen verbunden:

Sollte es da Enttäuschungen geben, könnte das durchaus Anlass für eine stärkere Abwärtsbewegung werden, denn korrekturgefährdet ist der Markt nun auf jeden Fall!

Wichtig ist in dem Zusammenhang auch erneut den Unterschied zwischen dem herausragenden Techsektor im NASDAQ (hier ETF QQQ) und der breiten Wirtschaft im Russell2000 (hier ETF IWM) oder auch dem europöischen Eurostoxx zu sehen.

Der Unterschied ist eklatant und das nicht erst seit der Covid-Krise, die das nur verstärkt. Tech Rules:

Wer also wissen will, wie der Markt die Risiken einpreist, muss auf den IWM schauen und das sieht sehr rational und vernünftig aus.

Heute haben wir wie gesagt bisher einen Konsolidierungstag, der nach 7 Tagen Anstieg auch nötig war:

Morgen ist hier mit dem 1. Mai Feiertag und die Börsen geschlossen. Bedenken Sie das bei ihren Planungen, denn wenn die US Börsen nun morgen ganz extrem in Bewegung geraten sollten, könnten alle die nur Broker aus D-A-CH haben erst am Montag wieder reagieren.

Trotz des Feiertages werde ich morgen für sie schreiben, aber nur einmal und wenn es nicht gerade über Nacht Katzen hagelt, dann in einer Art Dies & Das am späten morgigen Vormittag. Einen Stream gibt es am 01. Mai also voraussichtlich nicht.

Nun wünsche ich einen schönen Abend, machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Frühlings-Gefühle



Frühlings-Gefühle durchströmen den Markt und das ist wichtig. Denn der Versuch war am Freitag und Montag Nacht merkbar da, den Bounce zum Abknicken zu bringen, die Bullen war aber zu stark dafür.

Das ist deshalb wichtig, weil je stärker und stabiler dieser Bounce wird, desto wahrscheinlich hat der 23.03. den Tiefpunkt markiert und ein immer noch wahrscheinlicher Retest dreht dann oberhalb dieser Tiefs mit einem höheren Tief wieder nach oben.

In einem sehr schwachen Markt, wären wir jetzt schon zuverlässig abgekippt und hätten gestern das Gapdown der Nacht vergrössert. Haben wir aber nicht, woran sicher der Stimulus mitwirkt, aber letztlich ist das "warum" egal, wichtig ist dass der Markt im Bounce nun Durchhaltevermögen zeigt und das ist ein positives Signal.

Verzerrt wird diese ganze Einschätzung aber wie ich gestern schon sagte vom heutigen Quartalsende, die derzeitige Stärke sollte auch mit Repositionierungen großer Adressen zu tun haben. James DePorre erklärt -> hier <- sehr schön, was es damit auf sich hat, das erspart mir die Erklärung:

One issue that is coming into play as we wrap up the month is pension plan allocations. Many pension plans have target allocations. For example, they may want to hold 70% equities and 30% bonds. When equities fall in price and bonds rise, those percentages will change. With the recent fall in prices, many funds will now be underweight equities and will need to add to their positions at the close tomorrow.

There is some talk that some funds may not be making their typical re-allocations because of the volatility, but there is still likely to be buy pressure into the close tomorrow.

Der erste Test dieses Bounce kommt also ab Morgen dem 01.04.20 und dem Beginn des 2. Quartals. Dann erst wissen wir was der Markt wirklich denkt, wenn er nach vorne schaut, außer er schickt uns im wahrsten Sinne des Wortes in den April.

Der zweite Test kommt dann im Laufe des April mit den ökonomischen Daten, die dann die Zeit des Crash beinhalten und mit der Quartalssaison, in der die Firmen ihre neuen Ausblicke präsentieren werden.

Es gibt aber schon objektive Gründe für diese Frühlingsgefühle, da prasseln nun zunehmend positive Nachrichten herein:

Die Welt ist auch technologisch nicht mehr die von vor 20 Jahren und schon gar nicht von vor 100 Jahren, so eröffnen zum Beispiel designte mRNA-Impfstoffe neue Chancen, diese schneller zu entwickeln und vor allem zu produzieren, alte Impfstoffe mussten noch langwierig in Eiern oder Zellen gebrütet werden. mRna-Impfstoffe sind noch nicht bewährt und noch Hoffnung, aber früher gab es diese Hoffnung eben gar nicht.

Einen guten Überblick darüber was da alles passiert und was es bedeutet finden Sie -> hier beim Verband der forschenden Pharma-Unternehmen VfA <-

Es gibt also Grund für latenten Optimismus, der nun zunehmend im Markt ankommt und im Hintergrund lauert ja immer noch dieser gigantische Stimulus, den es so in keiner der bisherigen Krise gab und der die Panik vor der großen Weltwirtschaftskrise ein wenig dämpft.

Objektiv ist diese Krise schlimmer als Lehman, das nur eine Finanzkrise war. Wir haben hier eine weltweite Krise, die sich direkt auf die Menschen auswirkt und aus der zusätzlich eine Depression und Finanzkrise erwachsen könnte. Gleichzeitig haben wir aber auch die schnellsten und massivsten fiskalischen Gegenmaßnahmen, die es je gegeben hat - die 1930er Weltwirtschaftskrise war zum Beispiel deshalb so lange und tief, weil man die Wirtschaft nicht antizyklisch gestützt hat, sondern die Krise durch Sparmaßnahmen verschärft hat.

Deswegen wiederhole ich auch das im Wochenausblick Gesagte, dass diese Situation einmalig ist und das gilt auch für den Stimulus, weswegen uns historische Vorlagen hier nur begrenzt weiterhelfen. Sie sind besser als nichts, aber letztlich auch nur anekdotisch und nicht wirklich auf diese Krise übertragbar.

Womit wir wieder bei der Frage sind, die viele umtreiben wird und das ist, ob man jetzt weiter einsteigen sollte?

Die Antwort ist unverändert, es gibt zu viele mögliche Verlaufsszenarien, um das klar und eindeutig zu beantworten und wir sollten auch nicht nach etwas suchen, was es gar nicht geben kann. Aber die Chance, dass der 23.03.20 das absolute Tief markierte ist durchaus vorhanden und wird stärker, je überzeugender dieser Bounce nun abläuft.

Und ich vermute, dass damit viele von Ihnen nun erneut ein emotionales Problem haben, Sie sind nun vielleicht Ende Februar gut herausgekommen, wie kommen Sie nun wieder herein?

Ich kann Ihnen dazu nur eine scheibchenweise Vorgehensweise in Stufen raten. 30-50% Exposure sind derzeit je nach Risiko-Appetit sicher zu verantworten. Und ich rate Ihnen gedanklich mit einem Trick nun anders herum heran zu gehen.

Statt an der Seitenlinie zu warten und zu Zögern und zu Grübeln wann man kauft - voller Angst dass es dann sofort wieder fällt - denken Sie besser anders herum.

Sie kaufen *jetzt* scheibchenweise Qualität, wie zum Beispiel den iShares Water ETF von letztem Freitag und schwören sich aber, diese Qualität abzusichern oder wieder abzustossen, falls wir wirklich durch die Tiefs vom 23.03. durch und doch noch in einen 50-60% Crash hinein fallen sollten.

Sie ändern also die Wahrnehmung, statt über den Einstieg zu grübeln, wagen Sie ihn in definiertem, begrenztem Umfang und grübeln eher über die Absicherung im Falle des Falle. Und das konnte man eigentlich seit nun 2 Wochen schon gedanklich so vorbereiten, ich erinnere zum Beispiel an -> meine nachdrückliche Predigt vom Live Stream 19.03,20 15:40 MEZ <-

Ganz wichtig ist für Sie nun aber geistige Vorbereitung auf den irgendwann kommenden, ersten Rebound. Vielleicht ja sogar schon morgen, wenn ich dann mal nicht präsent bin.

....

Sie können das gestalten wie Sie wollen, Sie könne nun auch einfach scheibchenweise Qualitätstitel akkumulieren, weil Sie sich klar darüber sind, dass Sie auch noch einmal 20% Minus und 6 Monate Baisse durchstehen werden. Auch das ist eine legitime Strategie.

Aber durchdenken Sie das in jedem Fall *JETZT*, nicht erst wieder am dritten Tag eines Rebounds, der dann mit jedem Tag immer überzeugender wird. Dann sind sie nämlich wieder unter Druck und genau da liegt das Problem.

Und? Haben Sie das getan? Dann renne ich jetzt ja schon offene Türen ein, dann tun Sie schon, was ich hier erneut sage.

Und was Sie da nun kontrolliert und scheibchenweise kaufen können und schon länger konnten sind nicht die Gurken, die vielleicht doch Pleite gehen, sondern echte Qualität. Schauen Sie mal nur als Beispiel, da oben in der Liste der Firmen waren mit Thermo Fisher Scientific (TMO), Johnson & Johnson (JNJ), Abbott Labs (ABT) und Danaher (DHR) vier Namen, die hier allen gut bekannt sein sollten, weil Sie zu meinem engeren Investment-Universum gehören.

Nun will ich damit weder diese Aktien über andere herausheben, noch will ich sagen, dass man derzeit nur Aktien im Bereich Healthcare kaufen kann, es gibt auch andere "Safe Havens", schauen Sie zum Beispiel mal was Procter & Gamble (PG) oder eine Microsoft (MSFT) gerade macht.

Ich benutze nur diese offensichtlichen Nachrichten zu Tests und Impfungen und will Ihnen damit nur zeigen, dass es derzeit gar nicht so schwer ist, sich Qualität ins Depot zu legen, auch wenn man bewusst *nicht* weiss, ob wir noch einmal zu den Tiefs gehen und *nicht* weiss, ob im April nicht doch noch die zweite Phase des Zusammenbruchs kommt.

Schauen Sie mal diese Charts, das sieht doch im Rebound überwiegend recht stark aus und bei diesen Aktien nicht danach, als ob das nur ein "Dead Cat Bounce" wäre - am schwächsten von allen ist noch TMO:

Aber selbst bei den Gurken gibt es erste Frühlings-Gefühle, schauen Sie mal Öl und Öl-Aktien wie BP. Öl generiert neue Tiefs, die es seit 2003 nicht mehr gegeben hat, Ölaktien wie BP machen das aber zuletzt nicht mehr mit und generieren hier sogar eine potentielle Wendeformation:

Letzteres ist jetzt kein Investment sondern eher ein taktischer, mittelfristiger Swing-Trade - zumindest für mich, Sie wissen wie ich über den Sektor langfristig denke - aber ich will Ihnen damit zeigen, dass hier tatsächlich erste Krokusse spriessen.

Womit wir wieder beim Thema sind, das ich hier schon oft erklärt habe, dass dieser Wiederaufbau der Positionen nach dem Crash ein Prozess ist, für den es keinen einzelnen Tag zum Einstieg geben wird.

Nichts hat sich an der Unsicherheit geändert, nichts daran dass ein Retest der Tiefs möglich ist und ein Bruch derselben auch. Und wenn Sie heute eine der Aktien oben kaufen würden, kann es Ihnen fraglos passieren, dass morgen am 01. April eine böse April-Überraschung kommt und der Markt wieder zu fallen beginnt, weswegen Sie vielleicht den Quartalsanfang noch abwarten sollten, heute der 31.03. sollte nicht repräsentativ sein.

Oder es kann Ihnen passieren, dass Mitte April neue Angst aufkommt, wenn die Fallzahlen in Asien wieder steigen sollten. Aber das ist einfach die derzeit deutlich erhöhte Unsicherheit und wer auf die endgültige Sicherheit wartet, kann bis zu den Hochs wieder warten und wird sich dann auch nicht sicher sein.

Entscheidend ist in diesem Prozeß, dass wir inkrementell agieren und uns konsequent der Marktlage anpassen. Und dieses Glas des Marktes ist derzeit weder ganz leer, noch ganz voll, es kann aber realistisch zu 30-50% gefüllt sein und das ist ja auch schon mal was.

Also, für die Investoren unter Ihnen gilt mein Rat:

  • Agieren Sie inkrementell und scheibchenweise, diszipliniert Schritt für Schritt.
  • Vermeiden Sie Käufe nach emotional-optimistischen Aufwallungen, kaufen Sie nach einem Regelwerk.
  • Kaufen Sie kompromisslos fundamentale Top-Qualität und nicht die am tiefsten gefallenen Gurken, die können Sie traden wenn Sie wollen.
  • Kaufen Sie kompromisslos starke Langfrist-Charts, denn der Markt kennt fundamentale Qualität besser als Sie, starke Aktien *haben* starke Charts, sonst sind es keine!
  • Seien Sie sich bewusst, dass das Risiko einer zweiten Crash-Phase weiter besteht und bereiten Sie sich darauf innerlich und mit einer Absicherungs-Strategie vor. Wenn es nicht eintritt - um so besser!
  • Erhöhen Sie Ihr Exposure aktuell maximal auf ein mittleres Niveau, das Ihrem Risiko-Empfinden angemessen ist und mit dem Sie sich auch bei einem Retest der Tiefs wohl fühlen würden.
  • Denken Sie mittelfristig optimistisch, ohne dabei kurzfristig naiv und blauäugig zu sein, diese Krise *wird* vorbei gehen und wir neue Hochs sehen!

Und jetzt wünsche ich heute viel Erfolg und morgen am 01.04.20 wird es richtig spannend, das 2. Quartal 2020 beginnt.

Ihr Hari

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Hari Live Stream 11.02.20



15:10 MEZ

Zum Thema Virus will ich die ganze Dissonanz vielleicht noch an zwei Aussagen von Fachleuten festmachen, die in ihrer Domäne einen ausgezeichneten Ruf geniessen und man daher nicht so einfach vom Tisch wischen sollte.

Der bekannte Investor Ray Dalio von Bridgewater -> hält die Auswirkungen des Virus auf die Märkte für übertrieben <-.

Der bekannte Mikrobiologe Professor Peter Piot, der an der Entdeckung von Ebola und bei der Aids-Forschung maßgeblich beteiligt war, -> warnt vor einer bevorstehenden Pandemie und hält den Virus im statistischen Ergebnis für gefährlicher als Ebola <-

Wenn man das Beides so liest und beide Personen sind ja keine Spinner, sondern verstehen etwas von ihrem Fach, dann kann auf den ersten Blick nur einer Recht behalten. Und genau das ist die massive Dissonanz, die so viele gerade verspüren, mich eingeschlossen.

Im WSJ lese ich auch aktuell hier den Artikel -> Beware of Wall Street’s Armchair Epidemiologists <-, der zurecht darauf hinweist:

Virus experts are far less confident about our ability to control the spread of coronavirus [than wallstreet].

Hat Ray Dalio hier also Unrecht? Nicht unbedingt, denn es gibt ein Szenario, in dem beide Experten am Ende Recht behalten und das habe ich heute versucht im Artikel -> Virostrategische Richtungsänderung <- darzustellen.

Ich werde mit diesem Modell nun zunächst einmal opieren, bis neue Fakten vorliegen, denn es erscheint plausibel und konsistent.

Aber selbst wenn Ray Dalio Recht hat und die Effekte nur mässig sein werden, ist es doch immer noch komisch, dass wir so gar keine negativen Kurs-Effekte haben, wenn -> solche Nachrichten zum Beispiel zum iPhone hereinkommen <-.

Was hat die Börse nicht in der Vergangenheit Angst gehabt um Apples Kurs, wenn es nur irgendwelche kleinen Fragezeichen zum iPhone gab. Und nun ist das alles egal? Das ist immer noch merkwürdig, selbst wenn man der Logik nur geringer Seiteneffekte folgt.

Schauen Sie hier, Apple (AAPL) zuckt nicht einmal richtig, auch heute vorbörslich nicht, das ist schon komisch:

Und auch wenn Microsoft (MSFT) nur marginal betroffen ist, sind solche Charts bei Werten mit einer Billion Marktkapitalisierung in so Momenten schon wirklich dubios:

Dafür gibt es nur eine vernünftige Erklärung und das ist die Liquidität der Notenbanken, die alles treibt und insofern die Märkte verzerrt, weil jegliches Risikoempfinden weggespült wird. Eine andere passende Antwort kenne ich nicht.

Fazit:

Meine Dissonanz ist insofern abgehakt, als ich nun wieder ein rundes Gesamtmodell habe, mit dem ich bis auf Weiteres arbeiten kann, bis neue Erkenntnisse kommen. Dieses Modell steht in obigem Artikel.

Ein komisches Gefühl bleibt aber, wenn ich aktuell Charts wie das von MSFT sehe und obwohl die Price-Action eindeutig und zweifelsfrei massiv bullisch ist, gehe ich daher nur mit leicht gebremstem Schaum mit, einfach weil ich mich damit wohler fühle. Die Differenz gleiche ich mit kurzfristigen Trades aus, aus denen ich aber schneller wieder raus bin, als irgendjemand "Corona" rufen kann! 😉

Im Sinne einer Positionsgrössen-Strategie mit 5 Stufen, rechtfertigt die aktuelle Price-Action derzeit ein 5/5 - klar bullisch also. Ich bin aber bewusst nur 4/5 aufgestellt, das ist immer noch bullisch, aber mit gebremstem Schaum, die Differenz ist meinem "komischen Gefühl" geschuldet und ich habe den Finger immer noch am Abzug der Hedges, denn ich traue dem Braten immer noch nicht uneingeschränkt und glaube nicht, dass sich das schnell ändert. Nur ein echte Korrektur könnte das nun wohl schnell ändern.

Sie kennen den Clip schon, hier ab 01:10, aber er passt wieder perfekt auf den Moment, in dem man entdeckt, dass die Dinge nicht so sind wie sie scheinen und man ein "bad feeling about this" entwickelt:

15:20 MEZ - ZH2

Der Markt kennt auch heute nur eine Richtung und das ist hoch. Die Price-Action ist unzweideutig und bullisch und das ist das Wichtigste, was wir wissen müssen.

Erst wenn sich das ändert, dürfen wir uns nach unten lehnen, alles andere wäre einen Markt bekämpfen zu wollen, der gerade wie eine Dampfwalze alles überfährt, was sich ihm in den Weg stellt:

15:35 MEZ - ZH4

Daimler (DAI) hat heute -> die erwartet miesen Zahlen geliefert <-, die von Perspektivlosigkeit nur so glänzen.

Die Reaktion ist trotzdem neutral, weil das ja schon erwartet wurde und etwaige Rest-Enttäuschung durch erhöhte Entlassungen mit einem Kosteneinsparungspotential kompensiert werden.

Nur begründen Entlassungen eben keine Zukunft, diese Anpassungen hätten schon vor Jahren unter Zetsche erfolgen müssen, um das Unternehmen fit für den Gezeitenwandel zu machen.

Das ist aber unterblieben und das Ergebnis ist ein Chart, das auch jetzt nichts Positives oder Attraktives in sich trägt, sondern nur Ausdruck grauer Tristesse ist:

15:55 MEZ

Noch ein klitzekleiner Baustein, dass die EZB vielleicht perspektivisch eine leichte Änderung der Zinspolitik in den marginal positiven Bereich vornimmt:

-> Lagarde: Risiko negativer Nebenwirkungen der Geldpolitik nimmt zu <-

16:05 MEZ - ZH3

Die beiden großen US Versorger Dominion Energy (D) und Exelon (EXC) habe beide die erwartet positiven Zahlen geliefert und beide stehen um die 2% im Plus:

Beide Aktien sehen weiter attraktiv aus, wobei EXC mit seiner schon im Video gezeigten Wendestruktur besonders interessant erscheint:

16:25 MEZ - ZH3 - ZH5

Bär des Tages ist heute die Bekleidungsfirma Under Armour (UA) mit -> Zahlen, die die Erholung in Frage stellen <-.

Was wir im Chart stehen, ist vor allem langfristig gruselig, nach so einem Absturz wie 2017 will man genau das nicht sehen, weil es eine weitere Abwärtsphase impliziert:

16:38 MEZ - ZH4

Sehr spannend sind heute auch -> die Zahlen und der Ausblick <- von TUI.

Denn der Reisekonzern ist insofern im perfekten Sturm, als er direkt von den Flugverboten der Boeing 737 MAX betroffen ist und nun auch die potentielle Dämpfung der Touristik durch das Virus als Risiko hinzu kommt.

Aber offensichtlich hat der Markt die gezeigte Prognosenkung schon erwartet und ist sogar von Schlimmerem ausgegangen, weswegen heute nun ein massiver Schub nach oben erfolgt.

Das Chart im Weekly sieht damit positiv und nach sich vollendender Bodenbildung aus:

17:15 MEZ - ZH4

T-Mobile (TMUS) - und damit indirekt die Deutsche Telekom (DTE) - -> darf endlich Sprint (S) schlucken <-.

Die Folgen sind 70% Plus bei Sprint, 10% bei T-Mobile US (TMUS) und 4% bei der Deutschen Telekom (DTE). Nicht schlecht Herr Specht!

17:30 MEZ - ZH5

-> Hier kommt noch mehr <- von der durch und durch verrotteten Sicherheitspolitik bei Boeing (BA), dieses Mal betrifft es den Starliner, also das Raumfahrzeug, das im Wettbewerb mit SpaceX steht.

Doug Loverro, Nasa-Chef für menschliche Raumfahrt, zeichnete dabei ein noch schlechteres Bild vom Stand der Entwicklung bei Boeing als bisher bekannt war.

Bei der Entwicklung und den Tests der Software für das Raumschiff habe es "mehrfach Umgehungen der Sicherheitsprozeduren" gegeben

Auf die Frage nach dem Ausmaß der Softwareprobleme und der notwendigen Korrekturen sagte Boeing-Vertreter Chilton, dass die gesamte Flugsoftware zusammen mit der Nasa überarbeitet und neu zertifiziert werden müsse. Die Software für das Raumschiff habe etwa eine Million Zeilen Code. Davon seien rund 66 Prozent während des unvollständigen Testfluges im Dezember ausgeführt worden.

Fazit: SpaceX hat gewonnen. Die ersten US Astronauten werden mit SpaceX dieses Jahr an der ISS andocken. Gratulation!

Es scheint dabei -> auf den 07. Mai hinaus zu laufen <-

Im Chart rechne ich aber nicht mehr mit einem Einbruch bei Boeing, die Unterstützung hält bockelhart und hat nun auch zuletzt wieder gehalten, weil der Markt einfach weiss, dass die US Boeing nicht fallen lassen werden:

17:45 MEZ

Jetzt steht es auch -> in der NZZ <-, was ich schon heute früh in dem Artikel erwähnt habe:

China führt nachweislich mit dem neuen Coronavirus infizierte Personen, die aber keine Symptome zeigen, nicht mehr in seiner Statistik der Ansteckungen. Das ging am Dienstag (11.2.) aus neuen Bestimmungen zur Vorbeugung und Kontrolle der nationalen Gesundheitskommission in Peking hervor, die schon am 7. Februar erlassen wurden. Erst wenn Krankheitssymptome aufträten, werde die Person als «infiziert» geführt, heisst es in neuen Bestimmungen zur Vorbeugung und Kontrolle der nationalen Gesundheitskommission in Peking. Die Bestimmungen wurden bereits am 7. Februar erlassen. Ein Grund, warum die Statistik geändert wurde, wurde nicht genannt.

Damit kann man die ganze Statistik komplett ins Klo entsorgen, sie war schon vorher fragwürdig, nun ist sie wertlos bzw nur noch ein politisches Propaganda-Mittel um eine Kontrolle der Situation vorzutäuschen, die gar nicht gegeben ist. Q.E.D.

18:15 MEZ - ZH3

Vom Markt nichts Neues. Auch ohne das Virus, müsste man hier nun eher von einem Retracement im Rahmen des Aufwärtstrends ausgehen. Aber was ist das schon wert, wenn die Notenbank alles tut um die Märkte mit Liquidität zu schwemmen?

Beim Testimonial von Powell vor dem Kongress - das mal wieder eher zum Einschlafen ist - hat er zu verstehen gegeben, dass die FED die Zinsen länger nicht mehr erhöhen wird, das ist was der Markt hören will.

Deshalb noch einmal, was ist das noch wert, wenn die frei mäandernde Liquidität wie frischer Schnee alle Probleme überdeckt? Wir werden sehen.

Damit wünsche ich Ihnen einen schönen Abend. Bis Morgen!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 29.01.20



15:25 MEZ - ZH2

Dass diese Woche anstrengend werden würde, war ja schon alleine wegen der Menge an Quartalszahlen und der FED klar. Hinzu ist jetzt der Corona-Virus und die Korrektur gekommen.

Schon bisher hat das dazu geführt, dass ich einige Artikel wie den Wochenausblick vorgezogen habe und heute stelle ich auch den Rest der Woche um.

Die FED heute ist zu wichtig um diese zu ignorieren, ich rechne zwar mit keiner Policy-Änderung, sie könnte aber zum Katalysator für Bewegungen werden. Außerdem haben wir nachbörslich viele wichtige Quartalszahlen.

Daher mache ich heute einen Dauer-Stream, der von jetzt 15:30 MEZ bis 23:00 MEZ andauern wird!

Dazwischen sind immer mal wieder Pausen, eine längere Pause von ca. 18-20:00 MEZ, aber ich bin durchweg präsent. Dafür fällt dann morgen der Morgenartikel aus, irgendwann muss ich mal was Anderes machen als Mr-Market. Am Freitag habe ich aber vor, ein reguläres Dies & Das zu schreiben, allerdings auch mit Schwerpunkt auf die Zahlen des Vorabends.

15:30 MEZ - ZH2

Die Futures sind trotz guter Zahlen von Apple gestern weiter in der Wartestellung genau dort, wo man ungefähr den Beginn einer zweiten Abwärtsphase vermuten würde.

Eigentlich spricht vieles hier für eine zweite Abwärtsphase, die hier irgendwo beginnt. Leider gibt es in den letzten Jahren einen von den Algos mitgestalteten Trackrecord, dass genau in so Momenten der Markt das Gegenteil macht und steigt.

Mehrfach haben ich in den vergangenen Jahren in so Momenten durchaus mit einer erneuten Abwärtstphase gerechnet und es wurde am Ende doch ein "V".

Hinzu kommt, dass Liquidität sowieso alles überwältigen kann, ich habe ja schon dargestellt, dass auch im echten Weltuntergang die Börsen steigen werden, wenn die Notenbank nur genügend Liquidität in den Markt presst und alles an Assets aufkauft, was bei Drei nicht auf dem Baum ist.

Und der Markt liebt es die FED zu lieben, also besteht auch heute dieses Risiko bzw diese Chance, dass der Markt gegen die naheliegende Logik zur FED hier ein "V" generiert.

Warten wir es ergeben ab was passiert. Meine Erwartung, dass uns der Corona-Virus noch einige böse Schlagzeilen bescheren wird ist unverändert und auch Tim Cook hat gestern von Problemen in den Lieferketten berichtet.

Aber "it doesnt matter until it matters" und dieser Markt ist nun auf die FED fokussiert. Wenn Powell heute klar machen würde, dass "Not-QE" dauerhaft bleibt, weil es eben "Not-QE" ist, wird der Markt wohl feiern. Wir werden sehen.

15:45 MEZ - ZH3

Apple (AAPL) hat gestern die erwartet -> superben Zahlen <- geliefert und Tim Cook hat auch die Risiken und Unsicherheiten heraus gestellt, Zitat:

Die Prognose fällt ungewöhnlich unpräzise aus, da Apple die Auswirkungen des Coronavirus derzeit nicht abschätzen könne. Apple-CEO Tim Cook zufolge habe der Virus Apples Geschäft in China bereits massiv beeinflusst, unter anderem durch neue Reisebestimmungen, reduzierte Ladenöffnungszeiten und einen temporär geschlossenen Apple Store. Bei einigen Zulieferern aus der Region Wuhan sei es bereits zu Ausfällen gekommen.

Ein Markt der sorgenvoll wäre, würde das zum Anlaß nehmen einen erheblichen Unsicherheitsabschlag einzupreisen. Nur dieser Markt ist nicht sorgenvoll, denn er hat ja die FED im Rücken, die mit "Not-QE" den Markt mit Liquidität flutet.

Das ist einfach mal wieder ein schönes Beispiel, wie die Erwartungen die Preisentwicklung dominieren und nicht die Fakten. Diese Risiken sind solange irrelevant, bis sie irgendwann "mattern", aber dann mit Karacho.

Das Chart signalisiert hier aber Unsicherheit, das Hin und Her ist unklar und der Käse ist sozusagen noch nicht gegessen - wir werden sehen, was heute passiert:

15:55 MEZ - ZH4

Ganz übel zerlegt es Xilinx (XLNX) nach -> enttäuschenden Zahlen <-, das liegt aber nicht am Corona-Virus, sondern an einem miesen Ausblick, der auch den 5G-Ramp-Up in Frage stellt.

Die Chance auf eine Wende ist damit nachhaltig zerstört und die Enttäuschung so gross, dass ich hier von weiterem Downside ausgehen würde, denn nun werden reihum die Kursziele nach unten korrigiert:

16:05 MEZ - ZH4

AMD (AMD) zeigt etwas, was auch bei Apple möglich war und theoretisch noch kommen kann. Ein -> etwas schwächerer Forecast als erhofft <-, sorgt für ein überdeutliches Reversal, das sich schon vorher angedeutet hatte:

16:10 MEZ - ZH4

Stryker (SYK) dagegen, hat gestern Abend -> stark geliefert <-, im aktuellen Umfeld reicht das aber nur für eine ruhige Kursbewegung:

16:20 MEZ - ZH3

AT&T (T) hat einen Trackrecord bei Zahlen zu enttäuschen und auch -> heute ist aufgrund fallender Zahlen im TV-Geschäft <- der Fall.

Das Chart sieht nun im Daily bedenklich aus, das könnte eine kurzfristige Topbildung werden:

16:25 MEZ - ZH3

Mastercard (MA) war ja bisher wie Visa (V) eine Bank und hat auch objektiv a´-> ausgezeichnete Zahlen <- geliefert. Nach dieser immensen Rally reicht das aber nicht mehr für eine Überraschung, wir sehen auch hier so ein Geschaukel wie bei Apple, bei dem man nicht so recht weiss, was daraus erwachsen wird:

16:30 MEZ - ZH4

Novartis (NOVN) -> liefert und erhöht die Dividende <- und rechnet mit weiterem Wachstum.

Alles auf Grün bei der Aktie, vielleicht reicht es ja jetzt, um aus dieser langfristigen Ausbruchszone nach oben wegzukommen und den Aufwärtstrend seit Sommer 2018 zu erhalten:

16:35 MEZ - ZH3

Dass der Corona-Virus keine Kleinigkeit ist und *schon jetzt* erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft vieler Unternehmen hat, sagt Starbucks (SBUX) und -> zeigt es gestern im Rahmen eines pessimistischen Ausblicks <-.

Das Chartbild ist sehr unerfreulich und wenn Sie nicht gerade erwarten, dass sich die Corona-Thematik kurzfristig in Luft auflöst, ist die Aktie nun ein Short, so wie auch andere Firmen oder Aktien, die davon leben, dass Menschen auf engem Raum zusammen kommen. Auch die Kinoketten werden es beispielsweise dort markant merken, wo der Virus ernsthaft ausgebrochen ist, das Geschäft wird dann fast zum Stillstand kommen.

16:45 MEZ - ZH3

In dem Zusammenhang ist auch McDonalds (MCD) hoch interessant, die -> ausgezeichnete Zahlen <- und einen guten Ausblick geliefert haben und nun die bisherige Bewegung nach oben bestätigen:

Da könnte man ja meinen, das sei ein Widerspruch zum oben Gesagten, aber weit gefehlt!

Denn Mc Donalds war nie besonders stark in China, hatte immense Probleme mit seinem Namen und hatte vor Jahren große Teile seines China-Geschäftes an den chinesischen Citic-Konzern und den Finanzinvestoren Carlyle verkauft.

Insofern wird der Kurs von MCD ein wunderbarer Indikator sein, wie sehr sich die Börse um eine weltweite Epidemie sorgt, denn wenn diese käme wie in Wuhan, würde das Mc Donalds in seinen Restaurants markant merken.

Der Markt sagt uns mit dem Kursbild von MCD, dass er diese Sorge noch nicht hat und davon ausgeht, dass es primär ein innerchinesischen Problem bleibt.

16:55 MEZ - ZH4

Etwas richtig Positives sehen wir heute bei General Electric (GE), die die schon thematisierte Wende nun endgültig vollziehen und nach -> starken Zahlen <- alle Sorgen um GE´s Finanzkraft verfliegen lassen:

Das ist besonders bemerkenswert, weil GE mit seiner Triebwerksparte stark von Boeing (BA) abhängig ist und man kann da nur sagen, dass Larry Culp, der alte Danaher-CEO, bei GE seinem ausgezeichneten Ruf gerecht wird. Die "Number One" macht in Unternehmen eben einen großen Unterschied, im negativen Fall kann man das ja auch an vielen Fällen nachvollziehen.

17:00 MEZ - ZH4

Tja und dann ist da natürlich noch Boeing (BA), die können machen was sie wollen, die können auch mitten in einem für Fluggesellschaften schwierigen Umfeld einen -> gigantischen Verlust <- vermelden und die Aktie fällt trotzdem nicht, sondern steigt und löst die Topformation immer noch nicht aus:

Muss man das verstehen? Ich glaube nicht, das erinnert an das PPT - das "Plunge Protection Team". Um das ranken sich ja seit Jahrzehnten Gerüchte, es gab bzw gibt es wohl, nur nicht so interventionistisch, wie das von Perma-Bären gerne dargestellt wird, frei nach dem Motto: "Ich hatte ja Recht, aber die haben es verhindert".

Bei Boeing aber, drängen sich solche Gedanken fast auf, wobei es hier eine indirekte "Plunge Protection" sein wird, weil wie ich schon vor einem Jahr geschrieben habe, Boeing halt für die US strategisch ist und vom Pentagon und der NASA immer gestützt wird. Und das weiss der Markt natürlich und deshalb ist er hier nachsichtiger, andere Flugzeugbauer wären hier schon längst in den Boden gerammt worden.

17:10 MEZ - ZH3

Zum Abschluss dieses Parforce-Ritts durch die Zahlen noch ein Blick auf Corning (GLW), die heute -> endlich mal überzeugt haben <-.

Wenn ich aber auf die Kursreaktion schaue, bin ich keineswegs überzeugt dass das ausreicht, um den Abwärtstrend hier zu brechen:

17:35 MEZ - ZH1

So, ich mache jetzt gute 2 Stunden Pause hier, behalte den Markt aber im Auge. Zur FED bin ich ab 20:00 bis 23:00 Uhr MEZ wieder da.

Der Markt schwankt, aber findet keine Richtung:

Im Daily springt die Chance auf einen Short aber geradezu ins Auge:

Auch Mark Minervini hängt sich heute -> hier <- weit aus dem Fenster:

If you haven't yet shorted the $SPY, this morning's gap gives you a chance to enter the trade very close to the "danger point" - stop at new highs (1.5% risk). I think it's a good risk/reward trade even at a 50/50 probability.

Das Ding springt einen geradezu an, aber die Algos sind darauf trainiert, die Erwartungen der Herde abzuschöpfen.

James De Porre sagt -> hier <- zu Recht:

The market is at a very challenging juncture right now as the strong momentum is overrunning worries about the coronavirus and hopes that there will be a healthy technical pullback. For many traders, the best thing the market could do right now is pull back but the price action refuses to cooperate and that is leaving them handcuffed.

Genau so geht es mir auch. Es ist mir unmöglich, hier nach oben nachzulegen, gleichzeitig weiss ich um die Gefahr, dass die Algos nach der FED doch nach oben pressen und halte mich mit massiven Shorts noch etwas zurück. Aber ich stehe sozusagen "Gewehr bei Fuß" und das eher mit Blick nach unten im Sinne einer zweiten Abwärtswelle der Korrektur.

Wenn die Algos doch das "V" wieder pressen, zucke ich die Schultern und soll es mir recht sein, denn ich bin ja immer noch zu aktuell ca. 70-80% Long investiert, die Frage ist, wie schnell und hart ich Hedges herein haue.

Bis später, bis ca. 20 Uhr!

19:52 MEZ

Wenn die Naming-Logik der Dokumente der FED auch in 2020 noch unverändert ist, finden sie hier gleich das Statement:

-> FED Statement 29.01.20 <-

Ich rechne beim Statement selber nicht mit Überraschungen, spannend wird eher Powells "Not-QE" Argumentation in der Pressekonferenz. Aber unabhängig vom Inhalt, kann ein FED-Statement immer Katysator sein.

20:10 MEZ

Das Statement ist das erwartete Nicht-Statement - keine große Änderung, bis auf eine Stelle beim Ausblick.

Erinnern wir uns daran, dass ausgewählte Pressevertreter die FED-Beschlüsse immer schon vor allen anderen bekommen, damit diese Artikel vorbereiten können. Viele kritisieren das, ich auch, weil es an wirklich kritischen Stellen einen "Moral Hazard" schafft und sicher auch ausgenutzt wird.

Das WSJ schreibt in so einem -> vorbereiteten Artikel <- von einem "mixed assessment of the economic outlook".

The statement Wednesday offered a mixed assessment of the economic outlook. It described consumer spending as moderate, a downgrade from “strong” in December, and said business investment had stayed weak.

Das ist erst einmal marktpositiv, weil es in inverser Logik heisst, dass die FED auf dem monetären Gaspedal bleibt und die Party weiter gehen kann.

Allerdings sind die ersten Minuten nach dem Statement sowieso in der Hand der Algos und ich würde nicht viel auf diesen Pop geben:

20:15 MEZ

Wer bei Powell mal mithören will, kann das ab 20:30 MEZ -> hier auf dem offiziellen Kanal der FED tun <-.

Der Vorteil ist, man hat keine reinquatschenden "Talking Heads" von CNN, CNBC und Co.

Ich werde das heute mal mit einem Ohr tun, Powell ist eigentlich kein sprachlicher Genuss und eher ermüdend, aber ich bin gespannt wie er "Not-QE" verargumentiert.

20:20 MEZ - ZH1

Auch die Bewegungen in Euro-Dollar, sind für eine FED-Sitzung nicht der Rede wert, das ist hier ein Minutenchart! Wir haben also das erwartete Non-Event beim Statement, die Pressekonferenz wird interessanter. Am Anfang müssen wir aber das Herunterleiern der Beschlüsse ertragen.

20:40 MEZ

Powell redet nun ausführlich darüber, wie die Repo-Sonder-Liquidität ab April langsam wieder herunter gefahren werden soll. Natürlich war das zu erwarten und natürlich macht er es so sanft wie es nur irgend geht.

Die Marktreaktion ist abwartend, hier passiert heute nicht viel bis nichts:

20:45 MEZ

Ich mache das Gerede in der Pressekonferenz jetzt aus, da passiert heute wohl nichts mehr. Da schaue ich lieber nach vorne, da haben wir Morgen vorbörslich zum Beispiel Xylem (XYL) mit Zahlen und schauen Sie mal, wie der Markt sich da heute in Position gebracht hat:

Wir wissen alle, dass der Corona-Virus noch zum Problem werden kann, nicht muss, aber kann. Wir wissen auch, dass die ETFs dann alles nach unten zerren werden.

Allerdings ist dieses Risiko bei Unternehmen der zweiten Reihe, die in Sektoren sind, die vom Virus nicht negativ betroffen wären und die nicht in ganz so vielen ETFs sind doch eher gering. Und so ein Unternehmen ist Xylem und so ein Sektor sind die Wasseraktien.

Morgen kann bei den Zahlen wie immer alles passieren. Wenn die Aktie aber das tut, was der Markt nun impliziert, braucht man sich wohl keine großen Sorgen machen, dass eine Eskalation beim Virus das so richtig abschiessen könnte:

PS: Gerade gesehen, Zahlen wurden auf den 06.02. verschoben, so ist das immer, ich hasse dieses Termin-Durcheinander. Aber XYl sieht so oder so nun "auf dem Sprung" aus.

21:00 MEZ

Google hat gerade gesagt, dass alle Büros in China weges des Virus temporär geschlossen werden, das löst eine negative Reaktion aus, aber verhalten.

Der Markt hatte die letzten 2 Tage den Vorteil, dass in den US nicht viele neue Fallnachrichten gekommen sind. Und in China preist der Markt immer noch ein, dass die Regierung das in den Griff bekommt.

Denn wir wissen ja, wie sehr der Markt sich um die Absatzmärkte in China sorgt. Dass trotz des Virus da noch nicht viel eingepreist wird, beruht eindeutig auf einer optimistischen Verlaufserwartung, die besser nicht enttäuscht werden sollte.

Ich hoffe wirklich, unabhängig von taktischen Erwägungen als Anleger sondern einfach nur als Mensch, dass der Markt da den richtigen Riecher hat.

21:10 MEZ - ZH3

Gleich in einer Stunde kommen auch die Earnings von Tesla (TSLA). Und was der Markt da erwartet ist *Fireworks*, sonst würde er nach dieser massiven Rally heute nicht noch einmal 3% oben darauf legen. 600 wir kommen!

Ich würde zu gerne wissen, ob Einhorn immer noch Short ist oder jetzt aufgegeben hat und wo genau. Das werden wir aber wohl erst im nächsten Quartal in Retrospektive erfahren.

Tesla hat aber auch die Fabrik in Shanghai und aus Shanghai kam die Dame, die letzte Woche bei Webasto Kollegen infiziert hat. Ich bin ja echt mal gespannt, wie das weitergeht:

21:30 MEZ

Interessant. In UK werden die eigenen Staatsbürger die aus Wuhan kommen -> 14 Tage isoliert <-, weil das Risiko für die Mehrheit bedeutender ist.

Bei uns reisen Chinesen aus Wuhan weiter frei ein, eigene Staatsbürger sowieso. In München ist gerade ISPO oder eben die Spielwarenmesse in Nürnberg mit 360 chinesischen Ausstellern, die ich schon erwähnt habe.

Im Nachhinein wird man wissen, wer besser lag, jetzt kann man das noch nicht sagen - jegliche Voraussage jetzt ist unseriös.

Das Problem ist nur, wenn die Briten falsch liegen, haben sich ein paar Menschen unnötig 2 Wochen gelangweilt und wurden marginal in ihren Freiheitsrechten eingeschränkt. Wenn die Deutschen falsch liegen, ist die Ausbreitung in die Bevölkerung so nicht aufzuhalten.

21:45 MEZ - ZH2

Kurz vor dem Handelsende, hat sich am Bild nicht viel geändert, aber: Der Markt war nicht in der Lage auf die FED mit einer Rally zu reagieren, obwohl Powell eigentlich ein "weiter so" signalisiert hat.

Wenn ich dieses Chart sehe, drängt es mich immer noch, mich hier auf die Short-Seite zu legen. Es ist nur mein Respekt vor den Algos, die so oft ein "V" erzwungen haben, was mich noch zurückhält:

Ich gehe jetze 10 Minuten Luft schnappen und dann geht es mit den Earnings los und ich versuche einigermassen Schritt zu halten. Wir haben unter anderem heute:

Microsoft, Facebook, Tesla, Paypal, Service Now, Lam Research, Illumina, Archer Daniels Midland und andere. Bis gleich.

22:10 MEZ - ZH3

Facebook (FB) liefert -> hinter den schönen Worten "Inline" <-, das reicht aber nicht mehr, Erstreaktion ist negativ Minus 3%:

22:15 MEZ - ZH3

Microsoft (MSFT) liefert dagegen -> überzeugend <-, hat weiter einen Lauf und wird noch einmal 3% nach oben gekauft.

Der Markt hatte in den letzten 3 Tagen, in denen er aggressiv gekauft hat, genau den richtigen Riecher:

22:20 MEZ - ZH3

Lam Research (LRCX) -> liefert auch überzeugend <-, der ganze Chipsektor ist weiter stark und zeigt noch keine "Corona-Forecasts".

Ein Plus von 3% und eine verdiente Fortsetzung des Aufwärtstrends ist der Dank des Marktes:

22:24 MEZ - ZH3

Auch Archer Daniels Midland (ADM) -> liefert überzeugend <- und bekommt auch einen initialen 3% Schub, der im Chart aber keine durchschlagende Wirkung verspricht:

22:26 MEZ - ZH4

So .... -> hier ist Tesla mit seinem Update <-, schauen Sie in die Präsentation mal rein, ist interessant. Ich werde das später selber durchsehen.

DIe Salden sagen einen "Beat" beim Umsatz und einen "Miss" beim Ergebnis, der Markt ist zum "Believer" geworden und sieht nur den Umsatz, denn Amazon hat ja vorgemacht, wie Wachstum geht.

Das Ergebnis sind aktuell 10% Plus und ein nachbörslicher Kurs von 620$ - in Worten *ZEHN* und das nach dieser Rally!

Da hatte der Markt Recht, der sich ja heute schon voller Vorfreude in Stellung gebracht hatte. Im Chart sind wir jetzt bei Finviz im nicht darstellbaren Bereich, irgendwo da weiter oben als der blaue Stern - unfassbar!

Ich meine, Sie wissen seit 2012, seit meinen ersten, extrem positiven Berichten, dass ich ein Tesla-Bulle bin. Eine Aktie als "Fun-Position" über Jahre zu halten, das mache ich nur ganz, ganz selten und nur wenn ich sehr viel Potential sehe und vom Top-Management überzeugt bin.

Aber das hier, das hat nun surreale Züge und muss irgendwann auch mal in ein scharfes Reversal laufen. Das hier übertrifft selbst meine kühnsten Erwartungen an diese Bewegung aus dem 2019er Loch heraus!

PS: 420 Dollar, dafür würden die Bären die Aktie jetzt gerne kaufen wollen. Remorse secured. 😛

22:40 MEZ - ZH3

Die vorletzte Aktie die ich heute Abend betrachte ist Paypal (PYPL), deren -> Forecast enttäuscht <- und langsam muss man den Gedanken an ein Doppeltop hier auch mal als Szenario in Erwägung ziehen:

Bei den Gebühren hat Paypal auf jeden Fall schon massiv überzogen, ich habe es schon oft gesagt, wenn mir zB ein Schweizer via Paypal 290€ für die Mitgliedschaft anweist, werden 5% oder fast 15€ abgezogen! Das ist schlichter Wucher und schon völlig überzogen und daher bitte ich auch dringend, die Überweisung zu nutzen und Paypal nur für Notfälle zu nutzen.

Früher oder später wird dieser Stil Paypal vor die Füsse fallen, viele Händler sind da nur noch wegen der Marktmacht, ansonsten aber mit geballter Faust und bei der ersten echten, günstigeren Alternative weg.

22:50 MEZ - ZH4

Die letzte Aktie des Abends ist Illumina (ILMN), die -> einen milden Beat abliefern <-, nachbörslich sich wenig bewegen und wohl die schaukelnde Seitwärtsbewegung fortsetzen werden.

22:55 MEZ

Uff. Habe fertig, die Wall of Text ist beendet. Morgen Vormittag lockere ich meine vom Tippen gekrümmten Finger und gehe vor allem an die frische Luft, die mich nun 2 Tage voller Arbeit nicht so richtig gesehen hat.

Wir haben heute einen Index gesehen, der sich trotz FED in der letzten Stunde anschickte, auf die bärische Seite zu wechseln:

Wir haben aber auch Zahlen von Schwergewichten wie Microsoft gesehen die solide waren - ein gemischtes Bild bei den Earnings von großem Hurrah bei Tesla bis Enttäuschung bei Facebook und Paypal.

Für den weiteren Verlauf Morgen, bedeutet das eine unveränderte Ausgangslage, mein Instinkt deutet eher nach unten auf eine zweite Abwärtsphase, ich bin aber aus den letzten Jahren ein vom "Algo-V" gebranntes Kind und daher noch teilweise abwartend und bereit mich nur teilweise zu committen.

Über Nacht bin ich trotzdem einige Shorts eingegangen - just for good measure. Im schlimmsten Fall löse ich die morgen wieder auf, ein starker Aufwärtsschub ist aber über Nacht recht unwahrscheinlich und insofern das Risiko begrenzt.

Nun wünsche ich Ihnen eine gute Nacht und wir lesen uns Morgen zum Stream hier wieder.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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