Hari Live Stream 22.11.19



15:40 MEZ - ZH2

Es ist so absurd, dass man manchmal den Eindruck hat, in einem Monty Python Film zu sein - er hat Jehova gesagt!

Aber das ist die Realität des Jahres 2019. Trump sagt, man sei einem Deal "very close" und die Algos kaufen, so wie sie das in den letzten 12 Monaten wahrscheinlich hundertmal gemacht haben.

So hatten wir nun 2-3 Tage, an denen der Markt etwas konsolidiert hat und das Sentiment ist auf verhalten-positive Werte zurück gekommen, wie ich Ihnen schon gestern gezeigt habe.

Und damit springt einen bei Betrachtung der Stundenkerzen des SPX Futures doch so eine Vermutung an, oder?

15:50 MEZ - ZH3- ZH4

Wenn eine Aktie nach starker Rally, eine enge Seitwärtskonsolidierung hinlegt, ohne grundlegend abzugeben, dann ist das in der Regel das Zeichen großer Stärke und weist eher nach oben.

Man nennt das je nach Ausprägung auch eine "Flagge" oder einen "Wimpel" (Flag or Pennant) und bei Wells Fargo (WFC) haben wir nun genau das, eher einen Wimpel:

16:00 MEZ - ZH3 - ZH5

Der Spezialist für elegante Datenanalyse Splunk (SPLK) , hat trotz hoher Erwartungen -> Zahlen geliefert, die diese übertreffen <-.

Die erste Marktreaktion ist mit 9% Plus schon deutlich, man muss mittelfristig aber davon ausgehen, dass das hier zu neuen Allzeithochs führt:

16:15 MEZ - ZH4

Beim reinrassigen deutschen Raumfahrtwert OHB Systems, ist richtig was los. Schon am -> 11.11. um 15:48 MEZ <- habe ich das wie folgt kommentiert:

Bei einem Wert mit nur 30% Free-Float, der voll von der Inhaber-Familie kontrolliert wird, ist das (Anm: die starke Bewegung) aber ungewöhnlich. Die großen Adressen sind bei so Werten normalerweise nicht drin, wenn sie sowieso nicht mitbestimmen können. Außer es sind so hartgesottene Kandidaten wie Wyser-Pratte, der ja bei OHB drin war oder noch ist, so genau erfährt man das ja immer erst hinter.

Diese Kursbewegung deutet also stark darauf hin, dass da jemand schon etwas weiss oder etwas beabsichtigt. Morgen sind wir vielleicht klüger.

Ich bin aber immer noch nicht klüger, das Chart ist aber noch eindrucksvoller geworden:

Bemerkenswert ist aber auch, wer von den jüngeren Mitgliedern unter Ihnen davon träumt mal "Rocket Scientist" zu werden und wem der Wechsel in die US zu Space-X dann doch zu weit ist, der hat nun auch in Deutschland die Chance, bei der kleinen -> OHB Tochter Rocket Factory Augsburg <- mitzumachen.

Diesen kleinen Raketen wird eine große Zukunft vorhergesagt, alles was noch fehlt ist ein zentraler Raumhafen in Deutschland, denn bei den geringen Umlaufbahnen, muss es keine dem Äquator nahe Startanlage sein. Ich hatte dazu zuletzt -> einen Artikel von Peter Heller <- verlinkt.

Irgend jemand akkumuliert hier bei OHB strategisch, das erscheint bei dem Chart wahrscheinlich. Und wie gesagt, -> hier ist das Augsburger Tochterunternehmen <- und Jobs gibt es auch. Wenn einer von Ihnen da landet, treffen wir uns mal auf einen Kaffee, ich wohne nicht weit von Oberpfaffenhofen, da hat OHB auch einen Standort.

16:40 MEZ - ZH4

Zun Netflix (NFLX) habe ich wie Sie wissen einen Bias, ich bin bärisch. Aber lassen wir den Markt entscheiden und die Frage stellt sich, ob das hier nun zu einer Short-Gelegenheit wird?

Die Marktmechanik ist nicht eindeutig, lässt diese Interpretation aber zweifelsfrei zu:

17:00 MEZ - ZH3 - ZH5

Für Investoren machen die gute alte Johnson & Johnson (JNJ) eine klare Ansage, die auch eindeutig in der Markttechnik zu sehen ist.

Wir hatten da ja diverse Einschläge mit schlechten Nachrichten, Stichworte Babypuder und Asbest. Und trotzdem wurde im Daily so eine Struktur geformt, die sich nun nach oben auflöst:

Es zeichnet starke Aktien aus, solche Nachrichten einfach so verdauen zu können.

Im langfristigen Bild bedeutet das mit guter Wahrscheinlichkeit wieder eine große Seitwärtskonsolidierung, die sich vermutlich eher nach oben auflösen wird:

17:20 MEZ

Selten so gelacht, wie jetzt wieder beim CDU Parteitag, als AKK laut Medien -> die Machtfrage <- stellt.

Was AKK gemacht hat, war einfach bester Machiavelli, gute Schule bei Angela Merkel. Denn wenn man als bestehende Vorsitzende, am Ende einer Rede, so eine rhetorische Frage stellt - wohl wissend dass es gar keine Abstimmung gibt und wohl wissend und gut im Vorfeld organisiert, dass 40% der Delegierten fest hinter ihr stehen und sich von den Sitzen erheben werden - dann ist das lächerlicher Gratismut und keine Machtfrage.

Oder in anderen Worten, das war so einfach, dass es schmerzt und so zuverlässig funktionierend, dass es keinen Mut braucht. Denn wenn 40% aufstehen, sorgen soziale Mechanismen zuverlässig dafür, dass andere nachziehen und das Ding ist gegessen. Und natürlich springt die Presse gleich auf diese angebotene Wurst und verbreitet die gewünschte Nachricht. AKK hat die Machtfrage gestellt, wie mutig! 😛

Die Frau hat eine gute Lehrerin, das ist alles. 😉 Die Machtfrage würde dann gestellt werden, wenn AKK als Vorsitzende mit ihrem Vorschlagsrecht eine verdeckte Abstimmung über Sie als Vorsitzende ansetzen würde. Das unterlässt sie aber tunlichst, weil das wäre wirklich gefährlich, im Gegensatz zu dieser Farce.

Und Merz, diese an diesem Tag erneut traurige Gestalt? Wie erwartet keine Strategie, keine sinnvolle Taktik, der ewige Möchtegern. Ich vermute stark, dass man den vergessen kann, der wirds nicht mehr. Auf einen Spahn würde ich da viel eher setzen, der macht seit Jahren fast jeden seiner taktischen Aufstiegszüge sehr intelligent und fast ohne Fehler. Der hat sich aus dem Nichts fast an die Spitze gearbeitet und wird zum natürlichen Jungstar, an dem nichts mehr vorbei geht.

Wenn man mal persönliche Sympathie/Antipathie und politische Positionierung ganz beiseite lässt und nur die taktischen Befähigungen der Personen wertet, sich in so politischen Schlangengruben zu bewegen, ist mein Bild ganz klar. Merz hat den Kanzler nicht in sich drin, da fehlt ein Gen. Spahn hat das Gen, dessen Zeit kommt noch. Und AKK darf man nicht unterschätzen, die hat Merkel voll hinter sich, alles andere ist Klamauk für die Galerie.

17:45 MEZ - ZH2

So liebe Mitglieder, ich mag nicht mehr, der Worte sind diese Woche genug gewechselt.

Ein Blick auf das Chart vom Start zeigt, dass dieser orangene Verlauf immer noch drin ist, die Schwäche hat genau da gedreht, wo sie dafür sollte:

Im grösseren Bild spricht weiter vieles dafür, dass wir in einer kaufbaren Konsolidierung sind, bevor es zum Jahresende weiter hoch geht.

Wie immer gibt es gefühlt tausend Indikatoren, die zur Vorsicht gemahnen. Die Frage ist wie immer, wann diese zu "mattern" beginnen, im bekannten Sinne "it doesn´t matter until it matters". Ich bezweifele, dass das noch vor dem Jahresende ist, danach aber sehr wohl.

Kommende Woche ist in den US am Donnerstag Thanksgiving und Freitag "Black Friday". Die Woche ist traditionell und statistisch sehr stark an den Börsen.

Mittwoch und Freitag hat die Wallstreet verkürzten Handel und am Donnerstag ist sie ganz zu. Für diesen Blog bedeutet das nur, dass es am Donnerstag mangels Wallstreet keinen Stream geben wird, ansonsten läuft alles ganz normal.

In der darauf folgenden, ersten Dezember-Woche, beginnen wir dann mit der Arbeit an den Mitgliederdepots für 2020.

Nun wüsche ich Ihnen ein schönes Wochenende! Wir lesen uns am Montag in alter Frische.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wallstreet Stream 12.03.18



15:20 MEZ

So, die Wallstreet läuft schon seit 14:30 Uhr MEZ. Denken Sie bitte daran, dass wegen Sommerzeit die nächsten 2 Wochen die Wallstreet immer von 14:30 Uhr bis 21:00 Uhr MEZ ist, bis wir dann in Sachen Sommerzeit nachgezogen haben.

Vielleicht wird uns ja irgendwann die EU von diesem Schwachsinn erlösen, eine Abstimmung gegen dieses Hin- und Her im Parlament gab es schon.

15:28 MEZ

Dass bei General Electric (GE) nun Lebenszeichen sichtbar werden und zum ersten Mal seit dem Beginn des Absturzes die Chance auf eine echte Stabilisierung besteht, habe ich zuletzt mehrfach erwähnt.

Nun beginnen auch die Charts diese Antizipation zu stützen. Aber Vorsicht, der Beginn einer Bodenbildung ist nicht deren Ende, Blütenträume sind verfrüht, aber ein Anfang ist vielleicht gemacht:

15:48 MEZ

Höchst beeindruckend ist weiter das Feuerwerk bei den Chipaktien. Schauen Sie hier Micron (MU):

Aber auch Western Digital (WDC) zieht weiter ihre Bahn, die übrigens - das ist wichtig zu verstehen - mittlerweile mehr Chipaktie als Festplattenhersteller ist.

Das liegt an der Übernahme von Sandisk und der SSD Strategie die WDC fährt, während Seagate (STX) immer noch viel stärker als WDC von Festplatten abhängt und daher nicht mehr richtig zu vergleichen ist.

16:15 MEZ

Der ETF XBI der kleineren Biotech-Werte nähert sich den Hochs von Januar. Eine kleine Pause wäre hier nur normal, im großen Bild ist diese Struktur aber bullisch und nicht bärisch zu werten, der Sektor hat weiter Potential:

16:22 MEZ

Zu Ionis Pharamceuticals (IONS) hatte ich im Stream von -> letzten Mittwoch 07.03. <- geschrieben, dass das Kursverhalten wie das Klopfen gegen einen Deckel aussieht.

Dieser Eindruck verfestigt sich, der Deckel wackelt schon:

16:40 MEZ

Cara Therapeutics (CARA) wurde hier schon mehrfach besprochen, auch im Forum. Zahlen sind nun am 15.03. also am Donnerstag diese Woche und die Struktur sieht weiter sehr konstruktiv aus. Wer mal Lust auf Lotterie hat, kann ja hier mal ein kleines Los ziehen. 😉

17:10 MEZ

Das EURUSD Währungspaar weiss auch nach der EZB nicht, was es will, das zu wissen wäre aber wichtig für den DAX.

Trotzdem, wenn ich mir das Ding anschaue und mich entscheiden müsste, würde ich eher nach unten tendieren, was dem DAX Feuerunterstützung geben würde. 12.600 zum Ende der Woche kann ich mir also durchaus gut vorstellen.

Der DAX leidet schon länger darunter, dass die US Investoren eher Abstand halten. Wenn die sich zur Rückkehr entscheiden, kann es auch sehr schnell hoch gehen, für so etwas ist der DAX ja bekannt.

So sieht der deutsche Markt nun in Dollar aus US Sicht aus:

Die feine waagerechte Linie stammt von den 2014er Hochs. Ich würde mal sagen, das sieht noch indifferent, aber nicht hoffnungslos aus. 😉

17:48 MEZ

Wer vom "Zollwüterich" Trump auch profitieren will, kann ja mal wieder auf First Solar (FSLR) schauen, um die es zuletzt etwas ruhig geworden ist. Rein vom Chart her, sieht das nicht so schlecht aus:

Trotzdem, ich bin nicht überzeugt, dass der Kurs so einfach durch den Zone um 75USD durchziehen kann und möchte das erst einmal sehen. Ich bin hier also nicht so bullisch, wie ich lange in 2017 war, als ich diesen Anstieg genossen habe. Hier hat die Aktie erst einmal ihre Kraft zu beweisen.

18:05 MEZ

Wer mal das optimale Monitorsetup für die Börse sucht, kommt mit -> dem hier <- wie im obigen Bild, der Sache schon sehr nahe. Dabei stehen zwei dieser Monitore übereinander und generieren so 4xWQHD Auflösung mit je 2560x1440.

Die Krümmung macht bei der Breite Sinn und ist sehr augenfreundlich. Ich war da auch erst skeptisch, habe mit dem -> Dell3818 <- nun auch so ein gekrümmtes Teil und bin damit sehr glücklich.

Damit lasse ich es für heute gut sein, ich schnupfe, rotze und habe Kopfschmerzen, klassischer Infekt halt. Für Morgen habe ich schon ein Video aufgenommen, dann können Sie mich darin die Nase hoch ziehen hören, von Bildern habe ich lieber Abstand genommen. 😉

Der US Markt verhält sich weiter konstruktiv, nach dem Schub von Freitag ist das hier positiv und völlig normal und sieht für den weiteren Verlauf gar nicht mal so schlecht aus:

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Der neue, tägliche Wallstreet Stream



Im Artikel -> Mr-Market 2018 <- habe ich Ihnen Anfang November meine Absichten für das neue Jahr beschrieben. Hier ist noch einmal der wesentliche Teil:

Alte Hasen werden sich daran erinnern, dass ich früher viel mehr kleinere Häppchen im Laufe des Tages geschrieben habe, Hari Live eben, gesehen-gedacht-geschrieben sozusagen. Das hat aber dazu geführt, dass ich gar keine freie Minute mehr fand und das Überhand nahm, weswegen ich die schreiberischen Aktivitäten Morgens und Nachmittags gebündelt habe, plus manchmal einem zusätzlichen Artikel, den ich aber meistens am Abend vorher vorbereite.

Das hat auch ganz gut funktioniert, ich hatte Mittags wenigstens mal Zeit etwas Sport zu machen, denn Abends hocke ich sowieso oft am Schirm. Und Sie haben recht feste Zeiten an denen Sie wissen dass vom Hari was kommt. Ausserdem, wenn ich gesundheitlich umkippe, weil ich nur noch in den Schirm starre, haben Sie am Ende auch nichts davon.

Aber auch das Bündelungsprinzip überlebt sich nun langsam, auch weil der Markt dieses Jahr gar nicht genügend Futter für zwei Aktualitätsberichte am Tag bietet. Und auch für mich ist es immer mehr zum Korsett, zur Pflicht geworden, worunter die kreative Seite leidet, die mir aber eigentlich am meisten Spass macht. So wurde die Berichte immer länger und der Mittag schob sich wieder zusammen. Ich denke dass es nun einen halben Schritt zurück braucht, etwas weniger fixen Rhythmus, etwas mehr Freiraum.

Ich habe daher vor, in 2018 nur noch einen grossen Aktualitätsbericht zum Markt pro Tag zu schreiben, von dem Sie fest zu einer bestimmten Uhrzeit ausgehen können. Zur Wahl stehen dabei die alten Termine, also vormittags so gegen 10 Uhr oder Nachmittags zwischen 17 und 18 Uhr. Ihre Meinung was Ihnen lieber ist, wird diese meinen Wahl beeinflussen, meine eigene Tendenz geht derzeit zum Nachmittag, weil ich vermute dass viele von Ihnen wg Job sowieso erst Abends reinschauen.

Die frei gewordene Zeit werde ich dann für mehr Kreativität in weiteren Artikeln nutzen, die aber ohne festen zeitlichen Rhythmus erscheinen, so wie das früher schon war. Also wieder mehr Texte abseits der reinen Dokumentation des aktuellen Geschehens und vor allem der Aufbau neuer Medien. Über Videos und Interviews habe ich ja schon gesprochen, ebenso wie einen Mitglieder-Market-Call, in den Sie sich einwählen können und in dem ich Live einen Marktüberblick gebe. Es wird also nicht weniger Content geben, sondern etwas von der täglichen Aktualität wird gegen mehr Kreativität und Neues getauscht.

Parallel dazu will ich das alte "Gesehen-Gedacht-Geschrieben" Prinzip aus Hari Live wieder aufleben lassen, in dem ich so etwas wie Twitter rein intern installiere. Also einen "Stream", in den ich im Laufe des Tages kurze Links, Charts und Hinweise zeitnah einstelle, ohne diese mit vielen Worten zu erklären. Gerade bei den langen Nachmittagsberichten habe ich zunehmend das Problem, dass ich Ihnen etwas Aktuelles zeigen will, bis ich fertig bin aber schon wieder 2 Stunden vergangen sind.

Für all diese Dinge brauche ich aber auch Zeit um diese zu finden, anzupassen, installieren, Ihnen erklären und so weiter und so fort. In dem ich etwas weniger "Pflicht" am Tag habe, will ich also wieder mehr Veränderung und Kreativität in die Inhalte bringen. Und auch ich kann Zeit mal gebrauchen, um Research nach Neuem zu machen, Ihr Schade ist es am Ende dann nicht, wenn ich es später mit Ihnen teile.

So das wars schon, eine evolutionäre Weiterentwicklung des Blogs also, die 2018 unter dem Motto neuer Inhalte steht, verbunden mit dem Wunsch und der berechtigten Hoffnung, dass wir Ende 2018 schon bei 10 Kolumnisten sind.

In Summe wird es von meiner Seite ähnlich viel Content sein wie aktuell, allerdings mit etwas weniger Aktualitätsberichten und mehr "neuen" und "grundsätzlichen" Themen, die Aspekte frisch beleuchten oder auf neue Ideen bringen.

In die Richtung wird 2018 auch gehen, heute will ich dabei konkreter werden.

Erstens, das neue Format für die 2018er Wochenbetrachtung, das die Lageampel 2017 ersetzt, werde ich Ihnen Anfang kommender Woche vorstellen.

Zweitens, für den einen grossen Tagesartikel im alten Stil, hat sich die Mehrheit der Mitglieder für den Vormittag entschieden und das deckt sich nach genauerem Nachdenken auch mit meiner eigenen Überzeugung.

In der Regel zwischen 10:00 und 11:00 Uhr MEZ, wird also börsentäglich ein grosser Artikel erscheinen, der wie Sie das gewohnt sind, einen grossen Bogen spannt. Er wird die Ereignisse im späten Handel der Wallstreet aufgreifen, wird manchmal wie gewohnt auch eigene Gedanken zu Politik und Gesellschaft enthalten, wird sich der Marktlage in den Indizes widmen und an einzelnen Aktien Prinzipien des Handels verdeutlichen. Alles "wie gewohnt" sozusagen, der Schwerpunkt dieses Artikels ist weniger die Aktualität, sondern das grosse Ganze, der Zusammenhang und das Grundsätzliche bzw Langfristige.

Drittens, wird es weiter zusätzlichen Content ala "Lehrer Bömmel" geben, nicht jeden Tag aber doch immer wieder. Nur wird dieser nicht wie bisher ausschliesslich "Text" sein, sondern hier habe ich vor mehr mit Medien zu experimentieren, Videos einzusetzen und auch mal "Kreatives" auf Sie los zu lassen. Wenn Sie so wollen, interpretiere ich diesen zusätzlichen Content also breiter und vielfältiger als bisher.

Viertens, bleibt die Frage des bisher zweiten Tagesberichts, der bisher so zwischen 17:00 und 18:00 Uhr erschien. Oben im Text habe ich das Problem beschrieben, das ich damit hatte.

Die Wallstreet bewegt sich um diese Zeit zu schnell und das Format ist zu starr. Während ich unten noch schreibe, hat sich die Lage bei den Indizes schon wieder verändert, diese Parallelität zwischen Marktbewegung und meinen Texten macht Druck, ist für mich nervig und nicht immer wirklich produktiv. Das wird sich in Richtung eines "Streams" ändern, so wie beschrieben.

Aber, ein genereller Stream hat auch Nachteile. Sie wissen nie wann was kommt und nicht jeder will alle 5-Minuten mal auf Aktualisieren klicken, das wäre auch nur für Daytrader sinnvoll.

Ausserdem erzeugt ein Stream auch beidseitig Erwartungen und Verpflichtungen. Sie rechen dann mit Inhalt wo ich vielleicht gerade mal Sport mache und auch ich brauche weiter unbedingt diese Freiräume über Mittag, an denen ich nicht vor dem Schirm hocke, sonst klappe ich wirklich irgendwann zusammen. Genau genommen muss ich mich ja selber immer dazu zwingen, mir die Zeit für Sport, Bewegung und Durchschnaufen zu nehmen, ich bin ein gnadenloser Selbstausbeuter was meinen Körper angeht, das geht aber schlicht nicht, sonst gebe ich irgendwann zu früh den Löffel ab.

Auch was das technische Format angeht, würde ein neues Tool ala Twitter nur Probleme schaffen. Man könnte dann meine Nachmittagstexte nicht mehr in "Hari Live" einbetten und bräuchte eine weitere Suche. Ein weiterer Medienbruch wäre auch nicht sinnvoll, ich will ja weiter intern auf die Inhalte des Streams verlinken können. Und man soll weiter Hari Live "wie eine Zeitung" lesen können, das jeweils Aktuelle immer vorne.

Summa Summarum, braucht es also zwingend eine Loslösung von den langen Artikeln am Nachmittag, kürzere Hinweise in Abfolge sind viel sinnvoller und effektiver, die kann ich dann auch noch am Abend anfügen, wenn mal ein Termin wie die FED ist. Es braucht aber weiter einen halbwegs festen Zeitrahmen, an dem Sie und ich uns orientieren können und der auch ermöglicht, dass Leser die nur 2x am Tag auf Mr-Market schauen wollen dann wissen, wann Sie mal nach dem "Nachmittagscontent" schauen sollten.

Wenn man beide Anforderungen zusammen nimmt und einen Medienbruch vermeiden will, ist die Lösung ebenso trivial wie logisch. Es geht nämlich weiter wie bisher, nur in geänderter Logik. Und zwar wie folgt:

(1) Es gibt weiter jeden Börsentag (ausser im Ferienmodus) einen Nachmittagsartikel. Während der Vormittagsartikel im Schwerpunkt auf den Zusammenhang, auf das Grundsätzliche geht, steht am Nachmittag das Aktuelle im Vordergrund.
(2) Dieser hat keinen kreativen Titel mehr, sondern heisst einfach "Wallstreet Stream" mit Datum.
(3) Der Stream ist ein normaler WordPress-Artikel. Er wird irgendwann zwischen 14:30 und 16:00 eröffnet und dann auch in Twitter verlinkt. Von da an können Sie lesen - wenn Sie wissen wollen, ob etwas dazu gekommen ist, müssen Sie halt aktualisieren.
(4) Der Inhalt füllt sich aber Stück für Stück häppchenweise, jeweils mit kurzem Uhrzeit-Stempel. So stelle ich zeitnah Charts, Links und Kurzkommentare mit Fokus auf Akualität ein. In Summe wird es ähnlich wie bisher, aber eben zeitnah in Häppchen und interaktiver als bisher. So kann ich weiter unten auch mal aufgreifen, was ich 2 Stunden vorher oben gezeigt habe.
(5) Lange Grundsatztexte sind nie Teil dieses "Streams", das ist Thema der Vormittagsartikels oder des Zusatz-Contents. Der Stream ist kurz, klar, zeitnah, aktuell, auf den Punkt und das jeden Börsentag.
(6) Der Forenlink zum Artikel ist parallel aktiv, wer einzelne Inhalte des Streams kommentieren will, kann das dann also "Live" tun und ich kann vielleicht sogar "Live" antworten.
(7) An normalen Tagen ist das Ende des Streams wie bisher gegen 18:00 MEZ, wenn ich auch mal Ruhe vom Schreiben brauche. An besonderen Tagen wie FED Tagen kann er aber bis 22:00 Uhr laufen.
(8) Das Ende wird mit *** END OF STREAM *** markiert, danach ist der Artikel geschlossen, gelocht und abgeheftet sozusagen. Solange dieses *** END OF STREAM *** noch nicht da ist, kann jederzeit noch was kommen.

Im Saldo ändert sich also für Mitglieder, die sowieso erst am Abend schauen was ich geschrieben habe, an normalen Tagen gar nichts. Sie finden dann einen Artikel zur Wallstreet am Nachmittag vor, ganz normal als Teil von Hari Live. Der Inhalt wird auch ähnlich wie bisher sein, vielleicht etwas knapper, mit weniger Text, mehr auf Charts und Links konzentriert, so wie man auch in Twitter schreiben würde.

Mitglieder aber, die am Nachmittag/frühen Abend selber vor dem Schirm sitzen, können immer mal nachschauen, was ich gerade schreibe - ganz Live, ein "Stream" eben. Ereignisse wie EZB und FED können durch Ausdehnung der Zeitspanne ganz logisch in den Stream eingebettet werden.

Gleichzeitig gewinne ich mehr Flexibilität und löse mich aus dem Korsett der Riesenartikel, ohne aber auf die Vorteile eines fest definierten Schreibrhythmus zu verzichten.

Mit dieser Lösung hoffe ich, das Beste beider Welten zusammen zu bringen und Vorteile für alle zu schaffen, ohne Wichtiges und Bewährtes aufzugeben.

Sie sehen, an der zeitlichen Strukturierung des Contents ändert sich ebenso wie an der Menge des Contents wenig. Der Unterschied ist, der Nachmittag wird interaktiver aber textuell auch knapper, mehr "Live", mehr "Twitter-Style" als lange Texte. Und die Zusatzthemen neben den beiden Blöcken von Vormittag und Nachmittag, werden medial vielfältiger, sind aber wie bisher an keinen festen Erscheinungstermin gebunden und kommen auch wie bisher nicht jeden Tag.

Im Saldo also eine evolutionäre Weiterentwicklung wie angekündigt, nicht mehr.

Ihr Hari

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Direktbanken und die Brokerwahl der deutschen Anleger



Der folgende Artikel behandelt absolute Basics zum Handel und zur Geldanlage an den Aktienmärkten, aus der Sicht eines deutschen Anlegers.

Naturgemäss wird der Inhalt für die Mehrzahl der erfahreneren Mitglieder völlig uninteressant sein, weil er schon lange bekannt ist und so Eulen nach Athen getragen werden.

Trotzdem mache ich mir die Mühe, das Thema hier auch via Artikel zu adressieren. Denn ich beobachte, dass es immer die gleichen Fragen sind, die Neueinsteiger haben und es sind auch immer die gleichen Verwirrungen, die dabei auftreten.

Ich versuche das Thema in Form einer Fragen und Antwort-Liste (FAQ) zu strukturieren, um sozusagen die bekanntesten und wiederkehrenden Fragen, damit ein für alle Mal für alle Neueinsteiger zu adressieren.

Ich lade die erfahrenen Mitglieder aber herzlich ein, im dazu gehörenden Forenthread, ihre eigenen Fragen und Antworten hinzu zu fügen, an die ich vielleicht nicht gedacht habe.

Meine Hoffnung ist, dass wir damit in Zukunft eine zentrale Stelle haben, in der sich Neumitglieder in die Thematik einlesen können.

Los gehts:

Wo ist die WKN für eine Aktie oder einen ETF, die/den Hari hier besprochen hat?

Kurz: Vergessen Sie die WKN!

Die WKN ist eine rein deutsche Variante der Kennung von Wertpapieren: -> Wertpapierkennnummer <-. Schon in der Schweiz (da sind es die Valoren) oder in Österreich, spielt die WKN keine Rolle mehr. In der weiten Welt schon gar nicht.

Eine WKN haben auch nur Aktien und andere Assets, die an deutschen Börsen gehandelt werden. Ein US Nebenwert, für den es an keiner deutschen Börse einen Marketmaker gibt, hat potentiell keine WKN.

Wenn Sie sich auf das Anlage-Universum begrenzen, das eine WKN hat, begrenzen Sie sich damit indirekt auf das, was an deutschen Börsen gehandelt wird. Das ist eine sehr beschränkte Untermenge des Börsengeschehens der Welt!

Wenn nicht die WKN, was ist denn dann eine universelle Identifikation für Aktien in der Welt?

Kurz: Es gibt keine. Zumindest keine, die allgemeine Akzeptanz findet.

Mit der -> ISIN <- wurde zwar so ein universeller Ansatz gewählt, dieser hat daher sicher auch höhere Relevanz, als die rein deutsche WKN.

Die ISIN krankt aber an ihren kryptischen, unmerkbaren Zahlenreihen, die sie im täglichen Gebrauch sehr unpraktikabel machen. Gerade an den US Märkten, an denen sich gut merkbare 3-5 stellige Kürzel wie AAPL für Apple, MSFT für Microsoft oder JNJ für Johnson&Johnson durchgesetzt haben, hat die ISIN in der Praxis keine Bedeutung.

Hinzu kommt, dass einzelne Broker mit weltweitem Angebot, manchmal ihre eigenen Bezeichnungs-Systeme pflegen, oft im Zusammenspiel mit dem Börsenplatz. So wird dann aus Apple an der NYSE zum Beispiel AAPL:US.

Auch der bekannte Börsendienst Bloomberg, hat eine Übersicht der Kürzel, man kann diese -> hier <- aufrufen.

Am Ende gibt es also keine einfache und zentrale Identifikation. Die WKN ist es auf jeden Fall am Allerwenigsten!

In der Praxis hat sich das US Kürzel-System bewährt, weswegen wir hier im Blog bei allem, was wir mir Kürzeln identifizieren können, diese auch nutzen. Für rein deutsche oder europäische Aktien, nutzen wir gezwungenermassen ISIN und WKN nach Lage.

Es wird immer über internationale Broker geredet, ich kann doch über meine Direktbank alles kaufen!

Falsch. Grundlegend falsch!

Wie oben zur WKN gesagt, können Sie über eine klassische, deutsche Direktbank nur kaufen, was eine WKN hat, weil jemand in Deutschland zumindest Kurse stellt. Für grosse Teile der Börsenwelt gilt das nicht!

Das gilt übrigens auch nicht für den Grossteil der weltweiten ETFs, die vor allem in den US aufgelegt werden.

Aber es ist schon richtig, dass die grossen bekannten Bluechips, wie die oben genannten Johnson&Johnson oder Apple eine WKN haben und in Deutschland kaufbar sind.

Das ist aber mangels Börsennotierung dieser Werte in Deutschland in der Regel (von den wenigen US Bluechips im Xetra Handel abgesehen) nur deshalb möglich, weil es hier sogenannte "Market Maker" gibt. Dazu in der nächsten Frage mehr.

Mit dem Kauf über diese "Market Maker", sind aber grundlegende Nachteile gegenüber einem Kauf direkt an der Heimatbörse verbunden.

Weltweiter Börsenzugang bedeutet, dass Sie direkt an der Wallstreet oder in London oder in Zürich oder in Hongkong Aktien kaufen können. Und zwar über die dortigen Börsen.

Diese Möglichkeit bieten Ihnen internationale Broker, wie die hier oft genutzte -> Interactive Brokers <- und das zu weit niedrigeren Konditionen, als Sie von Direktbanken gewohnt sind.

Wer oder was ist ein "Market Maker" und welche Nachteile hat der Kauf über diese?

Ein "Market Maker" ist, wie der Name schon sagt jemand, der einen Markt "macht", wo keiner ist. Die klassischen, bekannten Vertreter in Deutschland, sind zum Beispiel Tradegate, Baader oder Lang&Schwarz.

Nehmen wir eine US Aktie wie "Newmont Mining (NEM)", die in Deutschland keine Notierung hat. Hier ist also kein "Markt" für die Aktie. Tradegate zum Beispiel geht nun her und bietet die Aktie zum Kauf/Verkauf auf eigene Rechnung an und "stellt" dafür Kurse. Wenn man NEM via WKN in Deutschland über Tradegate kauft, kauft mal also nicht an einer echten Börse, sondern von einem Zwischenhändler, dem "Market Maker" eben.

Fragt sich, wie der seine Kurse stellt? Ganz einfach. Wenn die US Börsen laufen, stellt er automatisch die Kauf und Ankaufkurse anhand der US Börsenkurse, weil er sich so sofort refinanzieren kann. Diese Kurse, sind aber etwas schlechter als an den US Börsen, denn mit der Differenz generiert der Market Maker seinen Gewinn und deckt seine Kosten.

Sie wollen also Apple via Tradegate während der US Börsenöffnung kaufen? Sie stellen eine Order ein. In der selben Millisekunde, kauft der Market Maker AAPL an der NYSE und verkauft Ihnen diese Aktie zum Kurs. Die Differenz ist der Gewinn des Market Makers. Den parallelen Kauf an der NYSE nennt man "refinanzieren", denn so hat der Market Maker nie Risiken in den Büchern, er lebt von der Differenz des Zwischenhändlers.

Wenn die US Börsen als Referenz aber nicht offen sind, wird das Risiko über einen erheblich erhöhten "Spread" abgebildet, der den Trade für den Market Maker immer noch lohnend macht. Dieser Spread kann dann auch mal 2% betragen, was einen Kauf über den Market Maker höchst unlohnend macht.

Gegen den Kauf über einen Market Maker, ist also erst einmal nichts einzuwenden. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass das einfach ein weiter "Mitesser" in der Kette ist und damit ein Kauf auf diesem Wege immer teurer sein muss, als direkt an der Heimatbörse. Und extrem vorsichtig muss man sein, echte Nebenwerte auf diesem Wege zu kaufen. Denn man hat keinen Rechtsanspruch darauf, dass dafür Kurse gestellt werden.

Stellen Sie sich als Kunde einer normalen Direktbank vor, Sie kaufen einen US Nebenwert oder einen US ETF für den gerade nur L&S (schlechte) Kurse stellt. Wochen später wollen Sie verkaufen, aber L&S hat keine Kurse mehr für den Wert und andere Market Maker auch nicht. Was nun?

Dann müssen Sie wohl intensiv mit Ihrer Bank reden, ob die den Wert für Sie nicht direkt in New York verkaufen können. Für Sie dürften damit erhebliche Kosten und Mühen verbunden sein.

Käufe über Market Maker sind also nicht zu verteufeln und können sinnvoll sein, wenn man weiss was man tut. Wenn man aber direkten Zugang zu den Weltbörsen hat, gibt es wenig Grund, diesen Weg zu beschreiten.

Braucht man für US Käufe ein Dollarkonto?

Zwingend Nein, praktisch Ja.

Denn wenn Sie eine US Aktie direkt an US Börsen von Ihrem deutschen Eurokonto kaufen, haben Sie auch immer eine Währungskonversion dabei. Und zwar jedes Mal, wenn Sie kaufen oder verkaufen.

Denn die US Aktie wird ja an der NYSE in USD gekauft und dann in EUR in Ihr Depot eingebucht. Die typischen Gebühren für so Konversionen betragen bei deutschen Direktbanken ungefähr 0,3% pro Trade und zwar für jede Richtung!

Wenn Sie also eine US Aktie kaufen und verkaufen, haben Sie alleine daraus 0,6% Gebühren nur aus der Währungskonversion, ohne weitere Gebühren. Und nun stellen Sie sich vor, Sie wollten die Aktie "handeln" und kaufen/verkaufen diese 10x im Jahr. Dann muss Ihr Gewinn schon 6% übersteigen, um nur die Währungskonversionen auszugleichen. Das ist Wahnsinn, profitabler Handel ist so praktisch unmöglich!

Nun werden Sie vielleicht denken, wenn Sie über einen Market Maker kaufen, hätten Sie diese Konversionen nicht, weil der Kurse in Euro stellt.

Leider falsch, die Konversionen sind da im Spread abgebildet. Achten Sie mal darauf, der Spread beträgt dann gerne 0,5% und mehr. Nur bei ganz grossen Bluechips wie AAPL ist das anders, das liegt aber daran, dass es bei denen einen echten Xetra Handel im Rahmen der "Xetra Stars" gibt und insofern sich die Market Maker in Frankfurt refinanzieren können und nicht nach New York müssen. Das sind aber die ganz grossen Ausnahmen im Meer der vielen Aktien, für die Obiges gilt!

Aber die Konditionen der Direktbanken sind doch in Ordnung, oder? Die allermeisten haben 0,2 oder 0,25% pro Trade und viel billiger geht es in Deutschland ja kaum.

Leider Nein. Überhaupt nicht. Diese Preise von 0,2% oder 0,25% pro Trade sind für mich persönlich *unverschämte Apothekerpreise*, die nur deshalb existieren, weil es keinen echten Wettbewerb am deutschen Markt zu geben scheint.

Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass die Leistungen der Direktbanken wie oben beschrieben weit davon entfernt sind, echten weltweiten Börsenzugang zu gewähren, werden die Preistabellen um so absurder.

Machen Sie sich bitte klar was es bedeutet, wenn Sie eine US Aktie auf diesem Wege kaufen und später verkaufen. Sie haben dann 2x 0,25% plus die 2x 0,3% aus der Währungskonversion plus je nach Tarif manchmal eine Sockelgebühr.

So kommen für einen einzigen "Trade" bei einer sogenannten "Direktbank" Gebühren von 1-2% im Saldo zusammen. Nun stellen Sie sich vor, Sie wollen diese Aktie mit dieser Gebührenstruktur hin und her handeln. Das ist absurd, lassen Sie es besser sein!

Auf dieser Grundlage ist es also faktisch unmöglich, hin- und her zu handeln und am Markt Opportunitäten zu nutzen. 1-2% wäre aktuell eine Jahresperformance, über die sich Anleihen-Anleger die Finger lecken würden!

Wie es anders geht, zeigt beispielsweise Interactive Brokers. Ich bin mit denen weder verbunden, noch bekomme ich Geld für Empfehlungen, noch behaupte ich, dass diese die "Einzigen" oder "Besten" wären. Aber ich handele aktuell vor allem bei IB und kenne daher die Preisstrukturen.

Lassen Sie sich einfach mal auf der Zunge zergehen, dass der Kauf einer Position im kleinen Tausenderbereich, also zB 2000-4000, bei US Aktien dort genau 1 USD Gebühr (in Worten "ein") kostet und bei deutschen Aktien an Xetra 4 EUR. Und nun rechnen Sie mal einen Vergleich. 😉

Aber dafür ist man bei deutschen Direktbanken doch "sicherer"?

Naja, wenn Sie das meinen, ist das vielleicht auch so. Aber nur vielleicht.

Denn erstens gibt es Direktbanken in Deutschland wie Consors, die keine deutschen Banken sind und wie im Fall Consors nur eine Niederlassung der französischen BNP sind. Heisst konkret, im Falle des Falles, ist die französische Bürokratie und Aufsicht für die Abwicklung Ihres Anspruchs zuständig - ob die Formulare in deutscher Sprache haben? Ich habe meine Zweifel.

Zweitens aber, wieso halten Sie die deutsche Börsenaufsicht eigentlich für besser, als die amerikanische SEC, die Londoner FSA oder die Züricher SIX Exchange Regulation?

Ich persönlich tue das nicht. Wenn Sie zum Beispiel europäischer Kunde bei Interactive Brokers sind, hängen Sie an der britischen Regulierung, sind also London und der FSA zugeordnet. Ich persönliche habe höheres Vertrauen in die dortige Regulierung, als in die Deutsche - nicht aus Misstrauen gegenüber der deutschen Bafin, sondern weil bei der FSA viel mehr Erfahrung und Kompetenz versammelt ist. London ist eben ein ganz alter, "erfahrener" Finanzplatz.

Aber das darf jeder sehen, wie er mag. Ich will nur festhalten, dass es für mich keinen objektiven Grund gibt, eine an den alten Finanzplätzen London oder Zürich regulierte Finanzinstitution für "unsicherer", als eine aus Frankfurt zu halten. Und die Staatsgarantie von 100.000€ auf Sichteinlagen in der EU? Nun ja, die haben Sie in Frankfurt, das stimmt. Dafür sind die Sicherungsmethoden in London und Zürich anders. Aber schlechter? Würde ich nicht so sehen.

Aber einen Vorteil müssen deutsche Direktbanken doch haben?

Ja haben sie. Die Leistungsfähigkeit ist es nicht, die Gebühren auch nicht.

Aber wenigstens, bekommen Sie die Steuerabrechnung halbautomatisch, für alle 08/15 Fälle muss man sich darum keine weiteren Gedanken mehr machen. Völlig die Steuer ignorieren, kann man damit zwar auch nicht, denn auch die automatisierten Abrechnungen sind gerne mal fehlerhaft und haben in Sonderfällen wie thesaurierenden Auslandsfonds ihre Tücken, die in der Regel immer erst zu Ungunsten des Anlegers ausgelegt werden.

Aber zumindest die 08/15 Trades werden automatisch abgerechnet. Bei allen ausländischen Brokern, müssen Sie das in der Regel selber organisieren. Das ist zwar auch kein Hexenwerk und wenn man es mal gemacht hat, jedes Jahr nur eine Wiederholung von schon Gewohnten. Aber das erste Mal ist ohne Frage mit einigem Lernaufwand verbunden.

Wie wichtig das Thema für Sie ist und ob Sie das höher werten, als Leistungsfähigkeit und Gebühren, können nur Sie wissen.

Und noch einen Vorteil haben die deutschen Direktbanken. Man braucht nicht mehr als die deutsche Sprache. Bei internationalen Brokern dagegen, ist Englisch die Sprache der Finanzwelt. Sicher haben einige auch deutschen Support, aber sobald es schwierig wird und man an die richtigen Fachleute heran will oder Hintergrundinfos braucht, geht ohne Englisch nichts mehr. Das sollten Sie auch bedenken.

Am Ende fragt man sich, warum so viele noch Kunden bei diesen Banken mit ihren "Apothekergebühren" sind, wenn eigentlich nur die Steuerabrechnung ein eindeutiger Pluspunkt im Sinne Arbeitserleichterung ist.

Die Antwort ist klar. Ein Wechsel aus dem WKN-Umfeld heraus, erfordert Aufwand und eigene Kenntnisse und eigene Entscheidungen. Man muss sich in eine neue, internationale und angelsächsisch geprägte, Anlagewelt hinein denken.

Insofern werden die internationalen Broker immer nur die Ausnahme für aktive und erfahrene Anleger bleiben, die genau wissen, was sie tun. Und die deutschen Direktbanken werden weiter ihr ruhiges Geschäft machen, ohne sich gegenseitig ernsthaft Konkurrenz zu machen.

So weit im Überblick ein paar klassische Fragestellungen zum Thema. Ich bitte im Forum weitere Infos zu ergänzen.

Ihr Hari

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Endlich!



Als letzte Meldung vor Ostern, will ich mit Ihnen noch ein paar kurze Beobachtungen teilen.

Der DAX hat die Schwäche durch die Geschehnisse in Brüssel ausgezeichnet verdaut, hier gilt das bekannte Motto: "was nicht fallen kann, muss steigen" und diesen Eindruck macht der Index selbst heute im Vergleich zur Wallstreet.

Ich sagte ja schon, hier hat sich einiges an Nachholpotential in den letzten Wochen kumuliert und auch die kommende Woche nach Ostern hat durchaus gute Chancen für einen latent starken Markt zum Quartalsende hin, was im DAX ein Quartalsende im Bereich 10.300 - 10.400 vorstellbar macht:

DAX 23.03.16

Im April sehen wir dann weiter, dass die Risiken dann wieder steigen, habe ich mehrfach thematisiert.

Die Überschrift "Endlich!" rufe ich aber nicht wegen des DAX aus, sondern - Sie ahnen es - wegen Gold.

Seit Wochen rechnen wir hier mit einer Korrektur, seit dem Hoch und Reversal am 11.03. habe ich diese Wahrscheinlichkeit ziemlich klar benannt. Im Artikel -> Was macht nun Gold <- an genau diesem 11.03. vor knapp 2 Wochen, habe ich einen weiteren Verlauf insbesondere bei den Minen skizziert, dem ich auch heute hohe Relevanz beimesse.

Und trotzdem hat sich der Sektor Tag um Tag geweigert, ernsthaft zu korrigieren. Bis - endlich! - heute!

Nun sieht das Chart so aus:

Gold 23.03.16

Wichtig und positiv für den Sektor wäre es nun, wenn das Edelmetall den Verlauf in Blau näme, der sich mit dem Szenario in obigem Artikel vom 11.03. deckt.

Schlecht und weit kritischer, weil eine formidable SKS Topbildung, wäre ein Verlauf wie in Schwarz.

Heisst konkret, alle Goldbullen sollten sich nun wünschen, dass das Edelmetall nun schnell unter 1.200 USD taucht und dort schon im April unter Volumen wieder dreht. Das wäre klar bullisch. Und das Szenario ist nach wie vor mein Favorit.

Nun aber herum zu "eiern" und eine Art rechte Schulter zu formen, würde das Risiko einer längeren Schwächephase deutlich erhöhen.

Wer also das Edelmetall mittelfristig steigen sehen will, sollte ihm nun eine schnelle und klare Korrektur wünschen, die die Lage bereinigt.

Was die besprochenen Maschinenbauer angeht, hat Dürr die Wendeformation seit dem Artikel -> Zwei kraftvolle Maschinenbauer <- vom 15.03. absolut perfekt gezündet:

Dürr 23.03.16

Der Measured Move liegt bei gut 80€, einen "Schluckauf" um die 200-Tage-Linie herum, sollte man aber einplanen.

Auch GEA verhält sich wie erwartet, das im Artikel skizzierte Korrekturpotential besteht weiterhin.

Biotech ist gestern gut gelaufen und korrigiert heute mit dem schwachen Markt wieder. Die kurzfristige Kernfrage ist hier, ob der Doppelboden bestätigt wird, die Chancen dafür erscheinen mir aber weiter nicht schlecht.

So weit so kurz an diesem Tag vor Ostern, an dem ebenso wie Öl und Gold, endlich auch mal die Wallstreet korrigiert, was sowieso überfällig war.

Vom morgigen Gründonnerstag, würde ich an den Märkten nicht mehr zu viel erwarten, der Anleihenhandel der Wallstreet ist sowieso verkürzt.

Am Wochenende, bekommen auch wir die blödsinnige Sommerzeit, die wohl nie mehr abgeschafft wird. Ein Grund mehr, an alle Gesetze ein automatisches Verfallsdatum zu hängen, zu denen sie explizit verlängert werden müssen. Aber auch das ein "Traum" rationaler Politik, der wohl nie in Erfüllung gehen wird. So werden wir weiter von unzähligen Gesetzen geplagt, die ihren Sinn verloren haben oder nie einen hatten und trotzdem wie Zombies immer fortdauern, weil es eben Energie kosten würde, diese abzuschaffen.

Aber durch unsere Sommerzeit, eröffnet die Wallstreet dann kommende Woche wenigstens wieder um 15:30 Uhr und schliesst um 22:00 Uhr, wie es sich gehört. Die Wallstreet handelt übrigens auch am Ostermontag, im Gegensatz zu fast allen anderen Börsen.

Die kommende Woche und letzte Woche des Quartals, hat aus sich heraus Chancen noch eine Gute zu werden - wie es im April weiter geht, betrachte ich dann, wie Sie wissen, mit einer gewissen Skepsis.

Ich werde mich am morgigen Donnerstag voraussichtlich nicht melden, wir lesen uns dann spätestens am kommenden Dienstag nach Ostern mit einem Wetterbericht. Vielleicht mache ich den auch schon am Montag, das weiss ich aber noch nicht.

Nun wünsche ich Ihnen schöne Osterfeiertage. Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Präsidentschaftswahl in den USA: Gibt es Auswirkungen auf den Aktienmarkt ?

Im kommenden November wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Als Anleger fragt man sich, ob das Auswirkungen auf die Entwicklung des Aktienmarktes haben könnte. Ich habe daher einige Erkenntnisse zusammengetragen, die vielleicht zur Beantwortung dieser Frage beitragen. Es gibt ja einige verbreitete Regeln über den Zusammenhang zwischen US-Präsidentschaftswahl und Börse. Was taugen diese Regeln ?

Regel 1: Wahljahre sind gut für den Aktienmarkt

Das stimmt, der Median des Ertrags aus dem S&P 500 lag in Wahljahren bei 11,8 Prozent, verglichen mit dem kumulierten Jahresertrag des S&P 500 in den Jahren 1896 bis 2012 von 5,2 Prozent. Medianertrag bedeutet, in der einen Hälfte der Fälle war der Ertrag höher, in der anderen Hälfte war er geringer.

Der obige Fall gilt aber nur, wenn ein Republikaner oder ein amtierender Präsident gewählt wurde. In diesen Fällen gab es mehrheitlich in der Tat zweistellige Jahreszuwächse im S&P 500. Gewann ein demokratischer Amtsneuling, gab es keine Zuwächse; der mediane Rückgang lag bei 0,4 Prozent. Warum das so ist, wird weiter unten erklärt.

Ideal für Wahljahre sind republikanische Amtsinhaber, der mediane Aktienertrag liegt dann bei 15,6 Prozent jährlich. In 2016 jedoch wird ein ein neuer Präsident gewählt. Und der scheidende ist ein Demokrat.

Regel 2: Republikanische Präsidenten sind gut für den Aktienmarkt

Tatsächlich läuft die US-Börse im Wahljahr signifikant besser, wenn ein Republikaner zum Präsidenten gewählt wird. Sie wächst dann meistens mit zweistelliger Rate; der mediane Ertrag 1900-2012 lag bei 12,4 Prozent. Über die gesamte Amtsperiode eines Präsidenten hinweg gesehen schneiden demokratische Präsidenten dagegen besser ab. Der Aktienertrag liegt dann bei 6,0 Prozent jährlich, bei Republikanern sind es nur 3,8 Prozent.

Republikanischen Präsidenten wird eine größere Nähe zu „Big Business“ nachgesagt. Typisch für Republikaner ist eine wirtschaftsliberale Politik im Innern, aber eine protektionistische Politik nach Außen. Dies liegt im Interesse der republikanischen Wählerklientel - „Main Street“ wählt republikanisch. Entsprechend sind die Erwartungen im Wahljahr freundlich.

Die Probleme treten dann auf, wenn der Wirtschaftsmotor und damit der Aktienmarkt nicht mehr rund läuft. Die laissez-faire-Politik republikanischer Präsidenten verkehrt sich dann ins Gegenteil. Immer, wenn es zu einem überhitzten Bullenmarkt kam, war ein Republikaner im Amt. Immer, wenn der darauffolgende Bärenmarkt sein Tief erreichte, war ein Demokrat im Amt. Offenbar ist in solchen Zeiten das Verlangen nach einer aktiveren Rolle des Staates größer, was von den Demokraten in der Regel nachdrücklicher vertreten wird als von den Republikanern. Das führt dazu, daß in der Vierjahresbetrachtung die Demokraten besser abschneiden als die Republikaner.

Regel 3: Neugewählte Präsidenten sind nicht so gut für den Aktienmarkt

Im Wahljahr stimmt das in den allermeisten Fällen. Bei Amtsinhabern lag der Medianertrag im Wahljahr bei 13,4 Prozent jährlich, bei Amtsneulingen aber nur bei 6,1 Prozent.

Ist der gewählte Präsident Republikaner, spielt es für seine Bilanz vier Jahre später keine Rolle, ob er schon im Amt war oder nicht. Bei den republikanischen Amtsinhabern gab es einen Medianertrag von 3,8 Prozent jährlich, bei republikanischen Amtsneulingen waren es plus 4,3 Prozent pro Jahr.

Dagegen ist ein demokratischer Amtsneuling über die gesamte Amtszeit gesehen klar positiv für den Aktienmarkt; seit 1900 gab es in solchen Fällen mehrheitlich zweistellige Zuwächse pro Jahr (Medianertrag 11,6 Prozent), so zuletzt bei Bill Clinton während seiner ersten Amtszeit 1993 bis 1996 und bei Barack Obama 2009 bis 2012. In den Wahlperioden demokratischer Amtsinhaber gab es Zuwächse von 5,2 Prozent pro Jahr, was genau dem langjährigen Ertrag entspricht.

Die Politik des Amtsinhabers ist den Marktteilnehmern vertraut, sie haben gelernt, ihn und seine Politik einzuschätzen. Dieser genießt einen Vertrauensvorschuß, den er indes nicht immer einlösen kann. Über den Amtsneuling sind die Erwartungen dagegen unsicher, man weiß noch nicht so genau, was er vorhat. Doch wird ein neuer Präsident meist deswegen gewählt, weil die Wirtschaft sich unter der alten Regierung zuletzt abwärts entwickelt hat ("It's the economy,stupid", Wahlslogan von Bill Clinton). Dem neuen Präsidenten, zumal von der anderen Partei, wird zugetraut, daß er einen Politikwechsel einleitet, welcher der Wirtschaft auf die Sprünge hilft. War der neue Präsident ein Demokrat, war diese Einschätzung in der Vergangenheit meistens zutreffend, denn vier Jahre später stand der S&P 500 deutlich höher.

Regel 4: Die Amerikaner werden nicht gerne immer von derselben Partei regiert

Das stimmt, nach acht, allerspätestens nach zwölf Jahren ging das Weiße Haus bisher an die jeweilige Gegenpartei über. Die großen Ausnahmen waren Franklin Delano Roosevelt und Harry S. Truman. Roosevelt wurde dreimal wiedergewählt, davon zweimal während des Zweiten Weltkrieges.

Regel 5: Läuft die Börse gut, wird die Regierungspartei bestätigt; wenn nicht, wird sie abgewählt

In sieben Fällen seit 1900 stand der S&P 500 vier Jahre nach der Wahl tiefer als zum Zeitpunkt der Wahl. In fünf Fällen wurde die Regierungspartei abgewählt. In zwei Fällen wurde der Amtsinhaber trotz schwacher Börse wiedergewählt. Der eine Fall war Franklin D. Roosevelt 1940 kurz vor dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg. Der zweite Fall war George W. Bush 2004, als die Börse sich gerade vom Absturz der Jahre 2000 bis 2002 erholte.

In der nachfolgenden Tabelle haben wir eine Übersicht über alle diese Zahlen. Die Namen republikanischer Präsidenten sind rot unterlegt, die Namen der demokratischen Präsidenten sind blau unterlegt.

US-Präsidentenwahl und Börse

Was bedeutet das alles nun für die Präsidentenwahl 2016 ?

Barack Obama scheidet aus dem Amt. Er kann nicht wieder gewählt werden. Nach heutigem Stand sind Hillary Clinton und Donald Trump die Kandidaten. Sollte sich ein Sieg durch Donald Trump herauskristallisieren, dürfte dies den S&P 500 in 2016 beflügeln. Ein absehbarer Erfolg Hillary Clintons würde wahrscheinlich den Verlauf des S&P 500 in 2016 dagegen beeinträchtigen.

Allerdings würde der US-Aktienmarkt über die darauffolgenden vier Jahre gesehen wohl besser abschneiden, wenn Hillary Clinton gewinnen würde. Eine Trump-Präsidentschaft könnte dagegen unter Umständen mit einem Rückgang bei den Aktien einhergehen. Ausschlaggebend für den Aktienmarkt ist, welche Positionen die Kandidaten vertreten und welche Erwartungen die Marktteilnehmer damit verbinden.

Ich vermute, daß Donald Trump, sollte er sich durchsetzen, seiner populistischen Rhetorik zum Trotz klassisch republikanische Positionen vertreten wird. Das heisst, er würde als Präsident Regulierungen für Unternehmen lockern und diese steuerlich entlasten. Außerdem hat er eine restriktive Handelspolitik angekündigt. Für deutsche Unternehmen wäre das nicht unbedingt positiv. Aber die Amerikaner, auch Trump, dürften generell an guten Beziehungen zu Europa und zu Deutschland interessiert sein, so daß man das vielleicht nicht zum Nennwert nehmen sollte. Seine allgemeinpolitischen Forderungen sind natürlich geeignet, die Spannungslage in der Welt zu vergrößern.

Hillary Clinton wird wohl eher, nicht ganz glaubwürdig, eine Politik vertreten, die sich an den Interessen der von ihr vertretenen Wählerkoalition orientiert. Man sagt Hillary Clinton Nähe zur Wall Street nach, so daß man dort mit einer Präsidentin Clinton gut würde leben können. Es wäre wohl Kontinuität zur jetzigen Politik zu erwarten, sicherlich kein Neuanfang. In einer krisengeschüttelten Welt wie der heutigen wäre das nicht die schlechteste Aussicht.

Doch gibt es in Amerika wie bei uns eine größer werdende Anzahl wütender Wähler, die glauben, daß die Dinge in die falsche Richtung laufen. Diese Wähler könnten am Ende den Ausschlag geben. Hierin läge die Chance von Trump, sollte er nominiert werden, denn er könnte glaubhaft einen Neuanfang vertreten. Doch ist Amerikas Lage wirklich so verfahren, daß es einen solchen Neuanfang benötigte ? Kein geringerer als Warren Buffett sagte zuletzt, es sei in den vergangenen zweihundertvierzig Jahren ein schrecklicher Fehler gewesen, gegen Amerika zu wetten. Und jetzt sei kein guter Zeitpunkt, damit zu beginnen. Wir werden es erleben, wenn am 8. November 2016 die amerikanischen Wähler ihr Urteil sprechen.

SKS Manie



Guten Morgen!

Die zweite Handelswoche des Jahres 2016 geht an den Start, nach dem die erste Woche der Wallstreet den schlechtesten Jahresstart der Geschichte beschert hat.

Zu meiner allgemeinen Sicht auf die Lage, habe ich mich schon am gestrigen Sonntag in -> Hari´s Börsenwetter <- geäussert. Fast egal wo man hinschaut, überall starren einen grosse SKS Topformationen in den Charts an, das Bild des S&P500 habe ich gestern gezeigt.

Kein Wunder ist es deshalb, dass sich auch beim Yen zum Dollar, also im JPYUSD Währungspaar, diese markante iSKS zeigt, die sich das ganze Jahr 2015 aufgebaut hat:

JPYUSD 11.01.16

Wir wissen ja, dass dieses Bild besondere Bedeutung hat, denn dahinter steht der "Carry Trade", mit dem sich Anleger in niedrig verzinsten Währungen mit Abwertungsdruck Geld leihen, um damit aggressive Wetten an den Märkten zu fahren.

Dieser Carry-Trade, hat den Bullenmarkt der letzten Jahre massgeblich mit befeuert und wenn der durch einen steigenden Yen nun aufgelöst werden sollte, hat wohl das letzte Stündchen des Bullenmarktes geschlagen.

Dabei ist es müssig zu fragen, ob der Aktienmarkt fällt, weil der Yen steigt oder der Yen steigt, weil der Aktienmarkt fällt. Solche simplen Causal-Beziehungen hätten wir zwar gerne, sind aber im komplexen System des Marktes nicht die Realität.

Realität ist, dass sich Yen und Aktienmarkt gegenseitig bedingen und beeinflussen, zusammen mit x anderen wichtigen Faktoren, die auch einwirken. Und insofern ist ein Blick auf das obige Chart wie ein Fieberthermometer für die Finanzmärkte - wenn diese iSKS triggert, könnte es übel werden.

Sie sehen aber im Chart oben auch, was ich schon gestern im Börsenwetter geschrieben habe. Der Markt ist nach dieser ersten Woche nun so überdehnt und steht nun in so vielen Teilmärkten an wichtigen Unterstützungen, dass wir fest von einem Rebound-Versuch ausgehen können, der diese Woche einsetzen wird.

Ob der schon heute startet oder erst Morgen, nachdem es heute noch einmal weiter runter geht, vermag ich Ihnen nicht zu sagen. Vielleicht kommt er ja auch erst in der zweiten Wochenhälfte. *Dass* bald ein Rebound kommt definiert nicht präzise *wann* er kommt.

Dass er kommt, ist aber sehr wahrscheinlich, die Kernfrage ist wie immer, wie hoch geht er. Wie immer wird uns dieser Rebound als Retracement im neuen Abwärtstrend, wichtige Signale geben, wie ernst es danach wird.

Wie auch schon gestern dargestellt, weisst nach meiner aktuellen Marktanalyse der wahrscheinliche mittelfristige Pfad des Marktes - nach diesem Rebound - erst einmal weiter nach unten und damit in JPYUSD nach oben. Vorbehaltlich neuer Einflüsse - insbesondere durch die Notenbanken - die wir heute noch nicht kennen.

Für einen nahen Rebound, spricht auch die traditionell starke Woche vor der OpEx am Freitag. Viele Positionen dürften massiv vom Markt überrollt worden sein und es wird Anstrengungen geben, wenigstens das Nötigste noch zu retten. Auch das Sentiment ist nun sehr sauer geworden und das Jahr 2008 ist nun wieder in aller Munde.

Das sind genau die Voraussetzungen, zu denen der Markt gerne mal in die Gegenrichtung läuft, nur um danach, wenn alle wieder durchatmen, zum echten Einbruch anzusetzen - der Weg des maximalen Schmerzes also.

Mein persönlicher Gameplan für diese Woche ist also, taktisch auf der Trading-Seite etwas vom potentiellen Rebound mitzunehmen, die Stärke dann aber zum weiteren Positionsabbau zu nutzen und vielleicht sogar mal ein paar Shorts bereit zu legen.

Was steht diese Woche an? Einiges.

Erstens haben wir eine interessante Übernahme zwischen zwei Aktien, die wir hier mehrfach im Tenor positiv besprochen haben:

Affymetrix (AFFX) wird von meinem Favoriten Thermo Fisher Scientific (TMO) übernommen und AFFX dürfte heute 50% höher eröffnen. TMO schreitet damit auf dem erfolgreichen Pfad sinnvoller Akquisitionen fort, der Deal macht in meinen Augen Sinn.

AFFX 11.01.16

TMO 11.01.16

Zweitens beginnt heute Abend nach Börsenschluss mit Alcoa (AA) die Berichtssaison. In der ersten Woche passiert aber noch nicht so furchtbar viel, erst nächste Woche geht es los.

Ich gehe in der Berichtssaison, trotz herab gesetzter Erwartungen, von einigen Enttäuschungen aus. Wenn eine derartige Marktlage auf Aktien trifft, die hoch bewertet sind und noch keine echte Korrektur hatten und dann werden enttäuschende Zahlen geliefert, dann bekommt man massive, zweistellige Verluste noch am gleichen Tag. Ich befürchte, das werden wir diese Berichtssaison ein paar Mal erleben. Weniger bei Alcoa, da sind miese Erwartungen im Preis, aber bei anderen Aktien.

Drittens und ansonsten, haben wir diese Woche vor allem jede Menge FED Mitglieder mit Reden, heute und morgen aber wenig an Daten. Interessanter wird es dann am Mittwoch Morgen, wenn wichtige Daten aus China eintreffen und Mittwoch Abend, wenn das "Beige Book" der FED veröffentlicht wird.

Am Donnerstag veröffentlicht die EZB dann das Protokoll der Sitzung von Dezember, das wird hoch interessant, denn wir haben ja schon damals geahnt, dass das hoch kontrovers abgelaufen ist und Draghi Grenzen gezeigt wurden, die er nur wiederwillig akzeptieren musste. Und am Freitag kommen dann aus den US die wichtigen Erzeugerpreise und Einzelhandelsdaten.

In Summe ist also jede Menge geboten. Trotzdem wird diese Woche unter dem Zeichen der Kernfrage stehen:

Kommt der Rebound und wenn ja wie hoch und wie überzeugend fällt er aus?

Bleiben wir dabei gedanklich offen und geben dem Markt die Gelegenheit, uns positiv zu überraschen. Rechnen wir aber realistisch damit, dass dieser Rebound zu verkaufen ist und sich weitere Schwäche anschliesst.

Man könnte also auch als Motto dieser Woche sagen: Hoffen wir auf das Beste und bereiten uns auf das Schlimmste vor!

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche!

Ihr Hari

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Börsen im Zeichen des Terrors

Guten Morgen!

Die Reaktion des Marktes auf den perfiden Terroranschlag in Paris, scheint sich so zu entwickeln, wie von mir am Wochenende im Forum indiziert.

Der Dollar steigt zum Euro und Gold profitiert, das Minus in den Futures der Indizes, ist aber vor Handelsstart sehr verhalten.

Das liegt daran, dass der Markt systemische Risiken und Entwicklungen einpreist, aber keine Einzelereignisse, denn die sind in dem Moment in dem sie passieren, schon Vergangenheit.

Nun kann man fragen, warum es dann bei überraschenden Ereignissen immer erst einen Schreckeinbruch gibt. Die Antwort ist leicht, es liegt daran, dass im Moment des Schrecks, niemand die Folgen über den Moment hinaus einschätzen kann, also bringt man sich erst einmal in Sicherheit und verkauft.

Die entscheidende Frage ist also immer: Was kommt danach?!

Und das ist auch die Frage hier. Insofern sind Spekulationen darüber sinnlos, weil diese Zukunft ist noch nicht geschrieben. Die Reaktion der Politik macht nun ebenso einen Unterschied wie die Frage, ob wir nun eine Phase der Ruhe vor uns haben oder ob in Kürze in anderen Hauptstädten ähnliches passiert und wir uns einer Serie solcher Ereignisse gegenüber sehen, die dann am Ende den freien Waren- und Personenverkehr auch empfindlich treffen werden.

Stellen Sie sich nur mal vor, der Plan wäre aufgegangen und zwei Attentäter wären mit ihren Bombengürteln ins Stadion gekommen und hätten vor den Augen der Welt die Bomben gezündet und eine Massenpanik ausgelöst, die dann wahrscheinlich mehr Tote verursacht hätte, als die Bomben selber.

Das wäre ein völlig anderes Szenario, auch für die Börsen. Nicht weil die Marktteilnehmer die Anzahl der Toten zählen, nein so zynisch sind die Menschen nicht, auch keine Börsianer. Sondern schlicht, weil die "was kommt danach" Frage dann wahrscheinlich ganz anders und viel radikaler beantwortet worden wäre.

Erinnern wir uns an 9/11. Da brachen die Türme nicht nur direkt neben der Wallstreet zusammen und der Staub zog auf die Tastaturen der Händler. Nein, viele Menschen der Wallstreet hatten direkt Freunde und Bekannte verloren und dann kam die Handelsaussetzung und jeder fragte sich: was kommt danach?

Denn unmittelbar danach, noch Wochen lang, stand durchaus ein Atomschlag Amerikas im Raum, wenn sich heraus gestellt hätte, das hier klar ein Staat hinter dem Terrorakt gewesen wäre. Diese Unsicherheit des "was kommt danach", hat die Börsen damals nach der Handelsaussetzung massiv reagieren lassen, bevor sich dann nach Wochen wieder gespannte Normalität einstellte.

So scheint der Markt im Moment "nur" von einem schlimmen, tragischen Terrorakt auszugehen, wie wir ihn leider auch schon in anderen Ländern gesehen haben. Einem Terrorakt, der aber erst einmal keine systemischen Auswirkungen hat. Und insofern gibt es nur eine milde Kurs-Reaktion.

Wenn sich diese Interpretation aber durch irgend welchen neuen Ereignisse oder Handlungen der Politik ändert, wird auch der Markt sein Verhalten ändern. Diese Zukunft ist noch nicht geschrieben.

Der Markt reagiert also nicht auf das Geschehen der Vergangenheit, selbst wenn es so schmerzhaft ist, wie das aktuelle Geschehen. Er reagiert auf die Frage, was danach kommt, was das für die Geschäfte der Unternehmen bedeutet, die am Markt gehandelt werden.

Dieses Muster ist universell, der Markt handelt die Erwartungen an die Zukunft. Die Kernfrage ist, ob dieser Terrorakt, diese Erwartungen verändert.

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Turnaround Tuesday – das neue Muster für den S&P500?

Seit über einem Jahr nun, ist der Dienstag der statistisch erfolgreichste Börsentag der Woche an den US Märkten. Und viele aufmerksame Marktbeobachter, sind schon auf dieses markante Muster aufmerksam geworden und haben dem Tag den treffenden Titel "Turnaround Tuesday" verpasst.

Wer die -> Reflexivität <- der Märkte wirklich begriffen hat, dem ist klar, dass solche Muster erst einmal stärker, stabiler und profitabler werden, bis sie dann irgend wann unter dem eigenen Erfolg und Gewicht krachend scheitern müssen und Geschichte sind.

Das liegt eben an dem Herdenverhalten der anderen Marktteilnehmer. Am Anfang werden immer mehr Marktteilnehmer auf das Muster aufmerksam und spielen es. Und es wird dadurch durch das Handeln der Marktteilnehmer im Sinne einer "selbsterfüllenden Prophezeihung" immer zuverlässiger und profitabler. Was wiederum noch mehr auf das Muster aufmerksam macht. Diese Phasen, haben wir im Premium-Bereich beim Turnaround Tuesday alle durchlebt und er hat uns in den letzten Monaten gute Dienste geleistet, so auch letzten Dienstag, mit einem perfekten, profitablen Ablauf.

Und heute ist wieder Dienstag und der US Markt hat sich diesen Trade wieder mit Macht zurecht gelegt. Wir hatten gestern wieder diese so typische Stärke der letzten halben Stunde am Ende des schwachen Handelstages:

S&P500 04.08.15

Und wir hatten gestern im "Moneyflow" deutliche Signale, dass das grosse Geld gestern in den letzten Minuten massiv akkumuliert hat.

Der typische Ablauf wäre nun, dass es am Anfang nach Handelsstart der US Börsen ab 15:30 Uhr noch leichte Schwäche gibt, denn in der ersten Handelsstunde agieren in DAX wie S&P500 typischerweise die von Emotionen getriebenen Anleger, die am Vortag zu spät gekommen sind und daher noch die Bewegung des Vortages nachvollziehen.

Diese Anlegerkreis wird im amerikanischen leicht bösartig "Dumb Money" gennant, während die Bewegung der letzten 30 Minuten eher vom "Smart Money" kommt, das sich schon für die absehbare Entwicklung des Folgetages zu positionieren versucht. Und wenn das "Dumb Money" seine Käufe oder Verkäufe erledigt hat, kann ca. 1 Stunde nach Handelsstart, an der Wallstreet also ab ca. 16:30 Uhr MEZ, das grosse Geld zur wahren Richtung des Tages antreten.

So war es ganz oft in den letzten Monaten, nicht immer, aber sehr oft. Letztes Dienstag sah das so aus:

S&P500 04.08. nachtr

Und heute haben wir wieder das analoge Setup zum letzten Dienstag. Die Chancen sind gut, dass der US Markt auch heute einen starken Tag hinlegt. Es lohnt sich bei so Mustern oft, einfach auf die Wiederholung zu setzen, auch das ist eine Form von Trendfolge.

Aber nur so lange, bis das Muster irgend wann zu bekannt ist und dann wegen der Reflexivität zwangsläufig scheitern muss. Denn wenn alle das Gleiche erwarten, kann genau das zwangsläufig am Markt nicht mehr eintreten, weil die Gegenpartei fehlt.

Insofern ist die Tatsache, dass ich dieses Muster des "Turnaround Tuesdays" hier nun im freien Bereich thematisiere eher Indiz, dass es langsam zu offensichtlich wird und ein Scheitern nicht mehr so lange auf sich warten lassen dürfte. Gut verdienen konnte man an dem Muster in den vergangenen Monaten aber allemal, das war aber dem Premium-Bereich vorbehalten.

Ich bin gespannt, wie das heute ausgeht. Der Trade, den sich der US Markt heute zurecht gelegt hat, ist auf jeden Fall offensichtlich für alle, die Augen für den Markt haben: Turnaround Tuesday!

Und es lohnt sich wahrscheinlich immer noch, auf eine erneute Wiederholung zu setzen - bis es sich irgendwann auf katastrophale Art und Weise nicht mehr lohnt. So ist er nun einmal, der fiese, reflexive Mr. Market. 😉

Ihr Hari

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