Renditen und Dividenden im Wettbewerb

Mitte Februar habe ich mit den Mitglieder im Premium-Bereich im Artikel -> Temporäre Zeitenwende <- besprochen, wie sich die Zinswende in den US deutlich spürbar auf Aktien auswirkt.

Denn über viele Jahre wurden die Indizes von den gross kapitalisierten, dividendenstarken Werten nach oben katapultiert, während die SmallCaps eher hinterher gehangen haben. Bekannte Namen dieses Kalibers sind McDonalds (MCD) und Johnson&Johnson (JNJ) und viele andere.

Nun haben im Zuge der Zinspolitik der FED aber die Renditen der US Staatsanleihen zu steigen begonnen und nähern sich bei den 10-jährigen nun der 3% Marke an. Das macht aber Wettbewerbsdruck auf Aktien, die primär als Zinsersatz gekauft wurden, gerade also auf die klassischen Dividenden-Werte, die in den letzten Wochen fast durchweg relativ gesehen schwach gelaufen sind.

Im ETF IEF, der die 10-jährigen US Anleihen vereint, sehen wir eine potentielle, veritable Topbildung. Und steigende Renditen bedeuten bei Anleihen eben fallende Kurse:

Damit trennt sich nun die Spreu vom Weizen. Technologie-Titel mit zweifelsfreiem Wachstumspotential werden weiter gekauft, auch andere Bluechips mit zweifelsfreien Aussichten wie im Aerospace & Defense-Sektor sehen weiter gut aus und notieren schon auf Jahreshochs.

Aber ganz viele dieser weniger wachstumsstarken, "soliden" Bluechips gerade im Retail-Bereich - also die klassischen "Witwen und Waisenpapiere" nach dem Motto "gegessen wird immer" - tun sich nun sehr schwer und das hat eben auch mit den steigenden Anleihenrenditen zu tun. Auch, natürlich spielen auch individuelle Probleme herein, aber diese werden vom Druck steigender Renditen überlagert bzw verstärkt.

Ich will Ihnen hier daher nur zwei Charts langfristiger, potentieller Topbildungen bei solchen "Witwen- und Waisenpapieren" zeigen und zwar Henkel und den Tabakkonzern Altria (MO):

In beiden Fällen spielt der Druck der steigenden Renditen *auch* eine Rolle, neben jeweils individuellen, operativen Problemen. Die Charts sehen aber langfristig nun fragwürdig aus.

Noch ist aber Polen nicht verloren, bei Altria ist die Topbildung noch nicht einmal vollendet und selbst Henkel hat noch Chancen das wieder gerade zu biegen. Es sollen auch nur Beispiele sein, dass Anleger dieser Dividenden-Papiere nun die Zinsentwicklung im Auge behalten sollten.

Denn die exorbitant gute Entwicklung dieser Aktien im letzten Jahrzehnt hat eben *auch* mit dem durch die Notenbanken nach unten verzerrten Zinsniveau zu tun - da sollte sich keiner einer Illusion hingeben.

*Auch*, weil es sind immer noch gute Aktien, die immer noch in ein langfristiges Depot gehören. Sollte sich aber dieser Bonus der Nullzinsen nun wieder abbauen, werden auch langfristig gute Aktien nun mittelfristig temporäre Schwäche zeigen und das sollte dann niemanden überraschen.

Wer dem aus dem Wege gehen will, muss seinen Fokus auf Wachstum legen, Wachstumsaktien sind weit weniger von steigenden Renditen betroffen als Werte, die wenig bieten ausser einer hohen Dividende als Anleihenersatz.

Und glücklicherweise gibt es ja auch Aktien, die beides miteinander verbinden, Wachstum *und* beständig steigenden Ausschüttungen.

Wir hier bei Mr-Market fokussieren uns auf solche Werte und in Artikeln wie -> Langfristige Investments in der kommenden technologischen Revolution <- habe ich Ihnen solche Aktien auch schon im freien Bereich in Beispielen nahegebracht.

Solche Aktien werden von einer Zinswende weniger betroffen sein, bei reinen Dividendwerten ohne relevantes Wachstum, sollte man in einer Phase steigender Zinsen aber vorsichtiger agieren.

Im Saldo muss die Anfangsphase steigender Zinsen für Aktienmärkte nicht negativ sein, weil diese in der Regel mit einer boomenden Konjunktur einher geht. Aber einzelne Sektoren sind eben doch betroffen.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Das 2. Quartal – Sechs klare Thesen



Das 2. Quartal liegt vor uns und damit auch wie immer die Frage, wie es an der Börse weiter gehen wird.

Nun habe ich, wie Sie wissen, im Gegensatz zu den "Crash-Propheten" und anderen Grossmeistern der Zukunftsvorhersage, immer noch keine Glaskugel. Insofern lassen wir konkrete Zukunftsprognosen hier weiter mal sein. Wenn Sie Derartiges suchen, finden Sie vielfältige Angebote im Web und sind hier eher falsch.

Warum jemand der die Zukunft kennt, nicht schon längst an der Börse zum Milliardär geworden ist, verstehe ich zwar immer noch nicht, aber wahrscheinlich sind das einfach alles ganz herzensgute, altruistische Menschen, die für ihre Mitmenschen völlig selbstlos nur das Beste wollen. 😉

Aber lassen wir mal den Sarkasmus, hier sind für Sie sechs klare Statements bzw Thesen zum Nachdenken, die ich zum 2. Quartal mal in den Raum stelle - dann können Sie damit machen, was immer Sie wollen:

(1) Trump oder Konjunktur? Beides!

Seit dem Wahlsieg Trumps befindet sich der Markt in einer eindrucksvollen Aufwärtsbewegung. Da lag und liegt es doch nahe, diese Bewegung mit Erwartungen an Trumps Politik in Verbindung zu setzen, insbesondere zum Thema Steuerreform, Infrastrukturprogramm und Deregulierung des Finanzsektors.

Da ist auch was dran und insbesondere der erste Schub im November/Dezember letzten Jahres, dürfte stark damit korreliert sein. Auch heute ist dieser Faktor sicher noch im Spiel.

Aber - ein dickes Aber - an der aktuellen, fortdauernden Stärke dürfte in zunehmendem Masse auch die konjunkturelle Entwicklung beteiligt sein. Denn die Konjunktur-Signale sehen zunehmend positiv aus, selbst im bisher anämischen Europa.

Diese Rally als reine Hoffnungsrally abzutun und ihr einen Zusammenbruch zu prophezeihen, sobald die Hoffnung der Realität weicht, ist also viel zu kurz gedacht. Diese Rally hat eine fundamentale Unterlegung, auch wenn sie schon von recht hohen Kursniveaus aus erfolgt.

(2) Sell in May?

Im letzten Jahr habe ich mich in -> Sommerstarre statt Sell in May <- klar gegen den Sell in May Effekt ausgesprochen und so ist es dann auch gekommen.

Dieses Jahr dürften diese Art Prognosen daher spärlicher werden, gleichzeitig hat der Markt aber nach dem starken Anstieg bis in den April hinein durchaus Raum für eine Pause. Insofern sind die Chancen eines "Sell in May" Events dieses Jahr ungleich höher als letztes Jahr.

(3) Überschätztes politisches Risiko Europa?

Für die Kurse ist nicht nur wichtig, was wird. Wichtig ist vor allem die Differenz zwischen der in den Kursen enthaltenen Erwartung und dem was wird.

Und was die Erwartung angeht, ist der Markt in Europa mit diversen Katastrophenszenarien ins neue Jahr gegangen, die von einem Zerfall der EU bis zum Auseinanderbrechen des Euros reichen. All das war also schon in den Kursen und hat Europas Aktienmärkte gegenüber den US Indizes zurück fallen lassen.

Und nun bricht sich langsam eine realistischere Sicht Bahn, die man mit "not yet!" umschreiben könnte. Was bedeutet, dass die Sorgen zwar berechtigt sind und die strukturellen Mängel von EU und Euro ja objektiv da sind, diese aber wohl noch nicht in 2017 zur Eskalation führen werden.

Das politische Risiko in Europa wird also eher überschätzt und diese Anpassung der Erwartung treibt aktuell die Kurse und könnte sie weiter treiben.

(4) Überschätztes Risiko einer Zinswende?

Auch die in den US durch die FED laufende Zinswende, wird gerne als Grund für eine Wende an den Aktienmärkten argumentativ missbraucht. Und selbst die EZB beginnt ja ganz leicht zu zucken und der Markt beginnt ein Ende der Negativzinsphase in Europa zu antizipieren.

Auf den ersten Blick hört es sich ja auch logisch an, wenn Bonds höhere Renditen abwerfen, erzeugt das Druck auf die um das Anlagegeld konkurrierenden Aktienmärkte. Diese Logik dürfe aber überschätzt und übertrieben sein.

Denn erstens gibt es keinen historischen Automatismus, nachdem die Zinswenden schlecht für die Kurse waren. Erst viel später im Prozess, wenn die Zinsen sich wieder attraktiven Niveaus wie 3 oder 4% annähern, wird das zunehmend zum Problem, davon sind wir aber noch Jahre entfernt, wenn es dazu überhaupt je wieder kommt.

Und zweitens haben wir durch die von den Notenbanken induzierte Blase bei den Bonds sowieso eine historisch völlig einmalige Situation, in der Bonds auch bei marginal erhöhten Renditen weiter skeptisch gesehen werden dürften. An Aktien als Produktivvermögen führt weiter kein Weg vorbei und deshalb ist die Zinswende kein guter Grund für Sorgen.

Weiterlesen ...

Procter & Gamble und Johnson & Johnson – Das Ende der Dividende als Anleihen-Ersatz?

Ich weiss nicht, ob Ihnen aufgefallen ist, dass im Rahmen der Sektor-Umschichtungen nach der Wahl Trumps, kleine Nebenwerte, die im Russell 2000 Index zusammen gefasst sind, massiv haussiert haben - wie hier zum Beispiel im ETF IWM zu sehen, der den Russell 2000 abbildet:
(All Charts from -> Finviz.com <-)

iwm-21-11-16

Gleichzeitig haben aber einige klassische Dividendentitel und grosse Bluechips, teilweise deutlich korrigiert - ausser sie gehörten zu Sektoren wie dem Industrie-Sektor, die von Trumps absehbarem Infrastruktur-Programm profitieren werden.

Diese Bewegung, hat übrigens schon vor Trumps Wahl begonnen, sie wurde durch seine Wahl nur beschleunigt bzw wieder neu in Gang gesetzt. Hier sind zwei Beispiele solcher Korrekturen von gross kapitalisierten Dividenden-Bluechips:

Procter & Gamble (PG):

pg-21-11-16

Johnson & Johnson (JNJ):

jnj-21-11-16

Damit stellt sich die Frage, was sich hinter dieser Schwäche verbirgt und die Antwort ist recht einfach:

Weiterlesen ...

Scheinrealität



So liebe Mitglieder, das Wochenende der "Woche nach der Wahl" naht, die - das kann man jetzt am Nachmittag schon sagen - im grossen und Ganzen die Seitwärtsbewegung gebracht hat, die ich nach dem initialen Trump-Schub erwartet hatte.

Vor uns liegt die Woche mit dem Thanksgiving-Feiertag und dem Black Friday in den US, die traditionell eher freundliche Börsen generiert. Sie sehen selber, dass der Markt diese Woche alle echten Korrekturversuche abgeschüttelt hat und das obwohl es im Sinne "Chaos bei Trump" ja den Versuch gab, die Stimmung zu Fall zu bringen.

Wie ich nun schon oft geschrieben habe denke ich, dass der Markt - vorbehaltlich massiver, völlig neuer Entwicklungen - diese Stimmung auch gerne behalten möchte und deshalb die Chancen für eine Jahresendrally dann gut sind.

Auch ein direkter Einbruch zum Jahreswechsel scheint - aus jetziger, noch etwas verfrühter Sicht - eher unwahrscheinlich, zweimal direkt hintereinander, passiert das eher nicht.

Eher gibt es den typischen Verlauf eines neuen Jahres, in dem der Markt bis Mitte Januar recht stark ist und es dann aber in den März hinein, zu einer scharfen Korrektur kommt. Mit Trumps Amtseinführung und den ersten echten Schwierigkeiten zwischen Theorie und Praxis, würde das hervorragend zusammen passen. Mit aufsteigenden Ängsten zur Wahl in Frankreich am 07.05., würde das auch zusammen passen.

Ich würde also gerne nun noch etwas Party feiern und dann langsam im neuen Jahr, alle Risiken heraus nehmen und den Markt erst einmal sich selber überlassen. Wir werden sehen, ob der Markt beliebt, sich genau an diesen meinen Gameplan zu halten, es passiert eher selten so gut wie zum letzten Jahreswechsel, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. 😉

Die kommende Woche, ist durch die US Feiertage an Wirtschaftsdaten eher arm, Notenbanken stehen meines Wissens auch nicht auf der Agenda. In der Woche darauf, wird sich der Blick dann zunehmend auf Italien am 04.12., die EZB am 08.12. und die FED dann am 14.12. richten. Und dann ist schon Weihnachten und 2016 bald herum, absolut irre, wie die Zeit vergeht.

Heute leiste ich mir mit Ihnen noch einen lockeren Ritt durch allerlei Themen und Charts, die ich nur kurz anschneide:

Die grosse Zinswende ist wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden, die FuW beschreibt -> das Ende der Negativzinsen <-. Rein aus Sicht des Marktes könnte das wirklich die "grosse Wende" sein. Ein fundamentaler Blick erinnert aber daran, dass die Staaten mit ihren immensen Schulden, sich eine echte Zinswende gar nicht leisten können und die Notenbanken, bei all ihrer viel beschworenen Unabhängigkeit, das am Ende auch nicht wollen können.

Das ist auch das grosse Fragezeichen und Dilemma um Trumps potentielle Politik und damit auch um den Dollar herum. Eigentlich stärkt ein massives Konjunkturprogramm die Wirtschaft und den Dollar, zumal dann auch die Inflation ans Laufen kommen sollte. Das ist das Szenario, das der Markt aktuell exklusiv spielt.

Wenn aber das Geld für das Programm, aus einer massiven Erhöhung des sowieso schon zu hohen Staatsdefizites kommt, dann läuft der Staat bei steigenden Zinsen noch schneller und härter gegen die Wand.

Eine Seite wird also "nachgeben" müssen und ich befürchte, es werden am Ende wieder die von den Notenbanken gesteuerten Zinsen sein, weil das System - dessen intergraler Teil die Notenbanken sind - einen massiven Selbesterhaltungstrieb hat. Ob wir hier mit den steigenden Renditen, also vielleicht nur ein kurzes Intermezzo einer Scheinrealität erleben, oder doch die nachhaltige Zinswende im Gange ist, das ist die grosse 100 Milliarden Frage, die ich gerne beantwortet hätte.

Tom McClellan erwartet übrigens, dass Kupfer wieder nach unten dreht, was sich übrigens mit eher verhaltenen Aussagen deckt, die zuletzt vom Freeport McMorran (FCX) Management kamen:
-> Copper Spike <-

Das mittelfristige Chart sage aber eher "kaufen", wobei das langfristige Chart schon zeigt, an welch wichtiger Stelle wir nun sind und dass der Kurs hier eigentlich ein grosses Risiko hat, wieder zurück zu kommen:

fcx-18-11-16

fcx-18-11-16-2

Erinnern möchte ich an Lafarge Holcim, die "World of Donald" Idee aus Europa, die ich vor einer guten Woche in -> Ruhe kehrt ein <- hier eingeführt habe.

Dort konsolidiert der initiale Schub in einer geordneten Art und Weise und heute war Investorentag, der eher verhalten aufgenommen wurde. Lesen Sie über -> Dividenden Phantasie <- und die Tatsache, dass der Konzern in den US mit einem Marktanteil von 20% die Nummer 1 ist.

Richtig gut sieht weiter Murphy Oil (MUR) aus, mit zwei anderen auch nach wie vor interessanten Werten in -> Ölaktien <- eingeführt.

mur-18-11-16

mur-18-11-16-2

Öl selber riecht nun zunehmend nach Seitwärtsbewegung, die grosse iSKS ist langsam keine mehr. Nun muss die OPEC liefern, wobei unklar ist, ob das reicht, selbst wenn sie liefert. Obama hätte die Fracking-Industrie wohl im Zweifel Pleite gehen lassen und dabei bei der Marktbereinigung geholfen, Trump wird das wohl eindeutig nicht tun.

Aber mit einem KBV von 1, mässiger Verschuldung und einer Dividendenrendite von über 3%, ist MUR wohl auch für den aktuellen Ölpreis kein schlechter Kauf.

Gold dagegen, kommt nun an die letzte Verteidigungslinie. 50% des Anstieges des letzten Jahres wieder verloren und direkt auf einer sehr wichtigen Unterstützung. Wenn Gold von hier weiter fällt, sind wohl "All Bets off" und der übergeordnete Abwärtstrend hat Bestand:

gold-18-11-16

Klar ist, dass steigende Zinsen und ein weiter steigender Dollar, absolut Gift für das Edelmetall sind. In Euro sieht die Rechnung dann gar nicht so gruselig aus, aber positiv ist sie auch nicht.

Das Edelmetall braucht entweder einen fallenden Dollar oder anziehende Inflation, dann kann es sich stabiliseren. Systemische Krisen, wäre auch nicht schädlich für Gold. An dieser Argumentation sehen Sie aber schon, dass echtes Eigenleben fehlt, wirklicher Kaufdruck ist nur bei den deutschen Münz- und Barrenhändlern, nicht aber an der Comex zu spüren. Und bei dem berechtigt gruseligen Ruf, den deutsche Anleger in Sachen Timing an den Märkten haben, stellt sich die logische Frage, warum sie dann gerade hier bei Gold richtig liegen sollen?

Trotzdem, Gold zum Hauptthema des Depots zu machen, war hier ja auch nie Thema und wäre irrational. Aber seine Funktion als "Hedge" gegen Unsicherheit, systemische Krisen und Inflation hat es weiter und insofern ist es weiter eine gute Beimischung zum diversifizierten Depot.

Taktisch gesehen, sind die Chancen auf eine Gegenbewegung nun nicht so schlecht, aber das haben wir ja beim Dollar auch ganz berechtigt gedacht und dann hat Yellen gestern wieder mit dem Zinshammer auf dieses Pflänzchen drauf gehauen.

Orbital ATK (OA) hat übrigens meinem vor 10 Tagen in -> Vorbereitungen <- gegebenem Vertrauensvorschuss alle Ehre gemacht. Schauen Sie auf das Chart vom Wahltag 08.10., das gerade mal aus der Seitwärtsrange heraus lugt, nun ist das grosse Accounting-Gap geschlossen:

oa-18-11-16

Von hier würde ich aber erst mal nicht so viel erwarten, bis das Accounting-Problem überzeugend gelöst ist. Falls das gelingt, ist OA aber im Vergleich zu den Peers immer noch vergleichsweise attraktiv bewertet und eben integraler Bestandteil des Sektors, der ziemlich sicher keinerlei Probleme mit Trump haben wird: Aerospace & Defense.

Hier noch einmal der überzeugende Sektor-ETF ITA:

ita-18-11-16

Was wir da mit fallendem Volumen sehen, ist eher eine bullische Konsolidierung. Wenn das Volumen abwärts anschwellen würde, das wäre negativ. Nicht aber das Austrocknen, das wir hier beobachten. Noch hat die Konsolidierung aber wohl etwas zu laufen, bevor wieder genügend Kraft nach oben vorhanden ist.

So weit für heute und damit schliesse ich diese Woche ab.

Ich wünsche Ihnen gute Erholung und ein schönes Wochenende, wir lesen uns hier am Montag und ansonsten im Forum.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Das grosse Warten auf die FED

Der Markt kaut an seinen Nägeln. Wird die FED heute um 20 Uhr die "grosse" Zinswende einläuten?

Selbst in den Massenmedien finden sich Artikel wie -> Die wichtigsten 0,25% der Börsengeschichte <-.

Übrigens ein Artikel, der bei allen medial typischen Verallgemeinerungen, inhaltlich gar nicht so schlecht ist. Es ist verdienstvoll, dass überhaupt solche Themen mal Online als Leitartikel positioniert werden. Im deutschen Land der "Börsenautisten", ist jede Vermittlung von Finanzwissen, schon ein grosses Lob wert.

Wir hier in der Mr-Market Community, haben uns auf diesen Tag natürlich intensiv vorbereitet und ich habe im Laufe der letzten Tage und Wochen bestimmt 10 Artikel zu verschiedenen Aspekten der Positionierung geschrieben. Denn ja, der Termin ist bedeutend, aber weniger wegen der reinen Zinsfrage. Dazu aber später mehr.

Und heute Abend werde ich in "Hari Live" ab 20 Uhr die Geschehnisse und Zuckungen der Börse "Live" begleiten, Janet Yellens Pressekonferenz verfolgen und ich werde wie immer an so wichtigen Wegscheiden, mehrere Posts einstellen. Der erste typischerweise schon Minuten nach 20 Uhr, wenn viele normale Medien noch auf die Reuters Meldung warten, damit etwas überspitzt gesagt, ein Praktikant die dann nach 20 Minuten mit "Cut and Paste" Online stellen kann. 😉

Mit Ihnen hier im freien Bereich, habe ich schon vor 8 Tagen im Artikel -> FED fixiert <- ein paar Gedanken zum Thema geteilt und ein mögliches Szenario entworfen, wie das ablaufen könnte. Die damals gezeigte Seitwärtsbewegung bis zur FED, ist auf jeden Fall eingetreten, allerdings weniger volatil als befürchtet, statt dessen mit latent positiver Tendenz nach oben.

Tiefer will ich hier im freien Bereich in konkrete Szenarien und Opportunitäten nicht gehen, heute will ich mit Ihnen hier aber noch ein paar grundsätzliche Punkte zur Vorbereitung teilen, die sie in dieser Form wahrscheinlich nicht überall lesen können:

(1)

Der Aktienmarkt hat sich in Form des S&P500 beständig an die obere Begrenzung der Range geschoben und hat gestern Abend sogar ganz "frech" mal versucht, oben heraus zu schauen.

S&P500 16.09.15

Der Markt erwartet also, dass sich die geldpolitischen "Tauben" durchsetzen und er keine bösen Überraschungen zu fürchten hat. Das ist sicher rational, birgt aber die Gefahr einer bösen Überraschung und damit sehr negativen Initialreaktion in sich, falls die FED trotzdem einen Zinsschritt vollziehen sollte.

(2)

Auf der mittelfristigen Zeitebene, ist das Sentiment der US Anleger aber überdurchschnittlich schlecht. Das kann man in unzähligen Indikatoren und Umfragen sehen, wir haben die alle im Premium-Bereich besprochen. Bezeichnend dafür ist auch die -> Fund Managers Current Asset Allocation <-, also die konkrete Aufstellung der grossen Fonds-Manager. Ich kann nur empfehlen, sich diese ausgezeichnete Übersicht mal anzusehen.

Diese Daten sagen nichts darüber aus, wie der Markt kurzfristig auf die FED reagieren wird und stehen einem erneuten Absturz direkt nach der FED nicht im Weg. Mittelfristig zum Jahresende, deutet das aber auf Potential hin und ist eher bullisch zu werten.

(3)

Ein wichtiger Umstand, den alle die heute handeln wollen nicht übersehen dürfen, ist der Zeitverzug zwischen dem FOMC Statement um 20 Uhr MEZ und dem Beginn der Pressekonferenz mit Janet Yellen um 20.30 Uhr MEZ.

Wir können relativ sicher davon ausgehen, dass die FED so oder so eine abgewogene Position einnehmen wird.

Wenn also ein kleiner erster Zinsschritt vollzogen wird - was siehe (1) den Markt eher negativ überraschen dürfte - wird Janet Yellen mit hoher Wahrscheinlichkeit danach "weisse Salbe" darauf schmieren und den Schmerz eindämmen, in dem sie heraus stellt, dass auf diesen Schritt keine unmittelbare Kaskade von Folgeschritten kommt.

Umgedreht, wenn der Zinsschritt erneut verschoben wird, wird Yellen wohl präzisieren, wann er dann doch kommen wird.

In beiden Fällen sollten wir also davon ausgehen, dass eine starke Reaktion direkt um 20 Uhr, ab 20.30 Uhr zumindest teilweise wieder aufgehoben werden könnte. Rechnen wir also mit wilder Volatilität und Reversals und keiner simplen Linie in eine Richtung am heutigen Tag.

(4)

Das Geschehen wird schon alleine deshalb volatil sein, weil direkt danach am Freitag auch noch Options Expiration (der Hexensabbat) bevor steht. Wir müssen also davon ausgehen, dass der Markt seine endgültige Richtung und Einschätzung erst Anfang kommender Woche findet, wenn sich auch die grossen, langfristig agierenden institutionellen Anleger dann klar positioniert haben, nachdem dort die Investment-Komitees tagen konnten.

(5)

Auch wenn alle nun auf die Frage "Zinsschritt oder nicht" starren. Darum geht es eigentlich gar nicht. Denn 0,25% mehr oder weniger sind für sich eher unwichtig und wenn es dabei bleibt und nichts nachkommt, ist das immer noch ein extrem stimulierendes Zinsumfeld.

Worum es vor allem heute geht, ist Unsicherheit versus Sicherheit.

Es geht für den Markt um die Frage, ob das eine grosse Zins-Wende ist und uns nun eine Phase der beständigen Zinsschritte bevor steht. Das wäre für den Markt negativ.

Oder ob die FED vielleicht ratlos ist und unsicher wirkt und die Kontrolle über die Situation zu verlieren scheint, das wäre extrem negativ für den Markt.

Oder ob die FED nun einen "one and done" Minischritt macht und damit das Thema aber erst einmal beendet. Das wäre wohl sehr positiv für den Markt. Dann würde der Markt wohl gerade wegen der einmaligen Erhöhung in den Rallymodus wechseln.

Es geht also wie immer um die Erwartungen der Marktteilnehmer. Um die grossen Trends in die Zukunft hinein. Und um Unsicherheit versus Sicherheit. Ob der Leitzins für sich alleine 0,25% höher ist, ist eher nebensächlich.

Alles aber - auch ein kleiner Zinsschritt - das dem Markt Sicherheit vermittelt und beweist, dass das stimulierende geldpolitische Environment andauert - wird der Markt voraussichtlich mögen und wird ihn positiv reagieren lassen.

Alles aber, was den Eindruck einer echten Zinswende erzeugt oder dem Markt weitere Unsicherheit und Unklarheit vermittelt, wird voraussichtlich negativ sein. Selbst wenn kein Zinsschritt kommt. Wenn die FED ratlos und unsicher wirkt, wird es der Markt hassen.

Deshalb ist das im Artikel "FED fixiert" beschriebene Szenario gut denkbar, falls die FED einen kleinen Zinsschritt vollzieht. Erst wird der Markt dann mit einem Schrecken reagieren. Sollte Yellen dann aber in der Pressekonferenz jede Menge Taubenfutter und Zuckerbrot verteilen, kann das am Abend auch schnell drehen.

Vergessen wir aber nicht, das ist nur ein Szenario unter vielen. Behalten wir einfach die 5 Punkte oben im Hinterkopf, um das Geschehen einzuordnen.

Kurzfristig ist heute und morgen also eine Menge drin, von erneutem Test der Tiefs vom 24.08. bis zu einer Rally mit "Hurrah". Sicher ist eigentlich nur erhebliche Volatilität.

Mittelfristig ist die Anlage-Stimmung in den US aber so skeptisch und negativ geworden, dass ein positiver Jahresabschluss gar nicht so schlechte Chancen hat.

Topbildungen die jeder erwartet, haben es auch schwer, genau so einzutreffen. Meistens legen diese dann noch einmal eine Pirouette nach oben ein und erst dann, wenn es keiner mehr erwartet, dreht der Markt doch nach unten.

Im S&P500 entspräche das als Szenario der Bildung einer Art "rechter Schulter" wie folgt:

S&P500 16.09.15 2

Und man muss sich ja auch mal fragen, wer ernsthaft damit rechnet, dass die FED nun eine Zinserhöhung nach der anderen durchzieht. Das halte ich für völlig irreal, dafür ist Yellen viel zu vorsichtig. Selbst wenn ein Zinsschritt kommt, wird er also heute wohl klein und vorsichtig kommuniziert werden.

Soviel von mir an dieser Stelle.

Und nun machen Sie was daraus zum Vorteil Ihres Depots! Wenn Sie es genau wissen wollen, konkrete Unterstützung suchen und vor allem nach der FED die diversen daraus resultierenden Konsequenzen und Chancen kennen wollen, stossen Sie doch einfach zu uns in der Mr-Market Community dazu. Ansonsten wünsche ich Ihnen einfach ein gutes Händchen!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

FED Fixiert

Der Markt ist derzeit auf die Frage fixiert, ob die FED in ihrer Sitzung vom 16./17. September die Zinswende einleitet oder nicht.

Bis dahin, kann man von einer Seitwärtsrange im Markt ausgehen und danach dürfte sich der Zug in Bewegung setzen, mit höheren Chancen nach oben zum Jahresende, als nach unten.

Ich habe vor Tagen den Mitgliedern im Premium-Bereich das folgende Chart gezeigt, wobei die blauen "Zuckungen" keine Richtungsangabe sind, sondern eben nur "richtungslose Zuckungen" darstellen sollen. Diese Sicht ist immer noch gültig und passt im Übrigen gut zu den -> 2011er und 1998er Analogien <-:

S&P500 04.09.15

Ich persönlich finde die Fixierung auf die FED übertrieben und auch nervtötend, denn am Ende sind die Rahmenbedingungen doch schon heute weitgehend klar:

(1)

Auch wenn die FED den ersten Zinsschritt vollzieht, wird dieser bestenfalls marginal sein und nicht viel nachkommen. Insofern ist das mehr psychologischer Placebo mit Gesichtswahrungseffekt, als echte Zinswende.

(2)

Eine echte Zinswende "geht schlicht nicht" in einem Umfeld, in dem die anderen Notenbanken den "Race to the Bottom" betreiben und reihenweise die Währungen abwerten. Dann würde der Dollar endgültig durch die Decke gehen und da das -> Dual Mandate <- der FED auch die Konjunktur beinhaltet, kann diese im aktuellen Notenbankumfeld gar nicht die Zinsen beliebig erhöhen, da das die Wettbewerbsfähigkeit der US nachhaltig beeinträchtigen würde. Abgesehen davon, können die überschuldeten Staaten der westlichen Welt sowieso nicht lange mit hohen Zinsen leben.

(3)

Wie unsicher sich die FED Mitglieder selber sind, sehen wir an dem aktuellen Artikel: -> FED Williams sieht Zinserhöhung nur bei Risikoabschwächung <-, für den der "FED-Kontakt" des WSJ Jon Hilsenrath verantwortlich zeichnet und der hatte bisher ein gutes Händchen dabei zu beschreiben, wie die FED im Inneren denkt. Sie müssen nicht Englisch können, um den Tenor zu begreifen, denn der lautet: Die FED Mitglieder wissen es auch nicht und legen sich nicht fest.

(4)

Der FED dürfte bewusst sein, dass wenn man jetzt, nach Jahren der Antizipation, erneut vor dem ersten Schritt zurück schreckt, dieses negative Effekte auf die eigene Glaubwürdigkeit haben würde und Fragen im Sinne "wenn nicht jetzt, wann dann?" aufwerfen würde.

(5)

Im Zweifel wird sich die FED vorsichtig und abgewogen bewegen. Das war unter Yellen bisher immer so und wird sich wohl nicht ändern.

Fasst man das alles zusammen und zieht die grosse Unsicherheit in Betracht, der sich die FED nicht verschliessen wird, gibt es einen potentiellen Königsweg für Yellen, eine Art "Doppelstrategie" sozusagen. Und Yellen hat diese Doppelstrategie von ein wenig Peitsche und viel Zuckerbrot, in der Vergangenheit schon angewandt.

In dieser Doppelstrategie vollzieht man pro Forma den ersten, marginalen Zinsschritt. Damit wahrt man das Gesicht, wird nicht unglaubwürdig und demonstriert Zuversicht in die konjunkturellen Entwicklung der US. Gleichzeitig aber, macht man sehr deutlich, dass diesem ersten Schritt keineswegs schnelle weitere Schritte folgen werden und findet vielleicht noch ein anderes geldpolitisches Zuckerstückchen, mit dem man den Markt glücklich machen kann.

Ein wenig Peitsche und ganz viel Zuckerbrot also. Ich weiss nicht, ob das so kommen wird, gut denkbar ist es aber. Ich weiss aber, dass *wenn* diese Doppelstrategie so kommen würde, das für den Markt wohl wie ein Befreiungsschlag wäre.

Denn wir dürfen nicht vergessen, dass der Markt vor allem Eines hasst: Unsicherheit. Weit negativer wäre es für die Märkte daher zu sehen, wenn die FED nun aus Angst erneut zurück zuckt. Das würde nach kurzer Freude grundsätzliche Fragen im Sinne "wann, wenn nicht jetzt" aufwerfen.

Wir sollten uns also weniger auf das fixieren, was die FED machen wird. Das bewegt sich in einem relativ engen Rahmen und wird so oder so keinen Schock für die Märkte darstellen.

Wir sollten uns mehr darauf fokussieren, wovor der Markt Angst hat und ob er Unsicherheit verspürt, denn das bewegt die Kurse. Und die FED Sitzung kommende Woche ist eher eine Chance, diese Unsicherheit zu bestätigen oder zu nehmen.

Das Sentiment der US Anleger ist auf jeden Fall nun recht depressiv und spricht eher dafür, dass sich viele nach unten abgesichert haben, was Überraschungen nach oben wahrscheinlicher macht. Denn den Pfad den alle erwarten, kann der Markt wg der Reflexivität nur schwerlich beschreiten.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Hari Live – Archiv 18.08.13 – 24.08.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 18.08.13 - 24.08.13

Samstag - 24.08.13 15:00 - Frau und Macht

Mal ein heikles Thema, mit dem "Mann" sich leicht ins Fettnäpfchen setzen kann. Aber ich habe keine Scheu vor Fettnäpfen.

Ausserdem hat meine Diva zu Hause den Inhalt ausdrücklich freigegeben. Insofern muss ich keine Züchtigung fürchten. 😉

Es ist das Thema Frau und Macht und wie SIE diese Macht ausdrücken darf.

Marissa Mayer von Yahoo hat da - in meinen Augen - etwas Mutiges und auch Kluges getan. Sie setzt sich über die Konventionen hinweg und lässt sich in der Vogue ablichten. Durchaus züchtig, aber eben doch als schöne Frau.

Mayer ist sehr intelligent und das ist selbstverständlich ein ganz bewusst gesetzter Stilbruch. Sie lädt damit das Image Ihres Unternehmens Yahoo auf, zu dem das Image von Modernität, Schönheit und Lebensfreude sehr gut passt. Bzw. es hilft dem Unternehmen, wenn die Kunden das mit Yahoo verbinden.

Denn Yahoo ist ja kein Beerdigungsinstitut und nebenbei bekommt das Unternehmen so Aufmerksamkeit. Und mit Sicherheit sind diesem Schritt ausführliche Analysen zur Zielgruppe und ihrer Reaktion darauf voraus gegangen. Die "Zahlenfetischistin" Mayer ist garantiert niemand, die so etwas aus dem Bauch heraus macht, Mayer tut nichts "einfach so".

Lustig und vielsagend sind jetzt die berechenbaren Reaktionen zu beobachten. Ich habe bewusst zwei Frauen dabei ausgesucht, täte ich es nicht, würde ich mich gleich wieder diverser Unterstellungen aussetzen. 😉

Weiterlesen ...