Die Kräfte des Guten


Unsere Gesellschaft ist teilweise toxisch geworden.

Man verachtet Andersdenkende, ja spricht ihnen mit Worten wie "verrecke" die Lebensberechtigung ab.

Man ordnet sich Minderheiten zu und bezieht seine Identität daraus "anders" oder noch schlimmer "besser" als die Mehrheit zu sein - ein zivilisatorischer Rückfall in das gedankliche Stammeswesen.

Man unterstellt sich reihenweise unlautere Motive und "framed" den Mitbürger mit Worten, deren einziger Zweck in der sprachliche Gewaltausübung und der Ausgrenzung aus dem Diskurs besteht.

Man urteilt nach Äußerlichkeiten und hasst das Andere, die sprachlich vorgeschobene Toleranz endet schnell an den Brettern des eigenen Gedankenkäfigs.

Man zwingt Kinder zum funktionieren, steckt sie in ein enges, verrottetes Korsett voller "muss" und impft ihnen schon früh Versagensängste ein, statt Freude und Neugier an der Welt zu fördern.

Man lebt im Gefühl von beständiger Bedrohung, die von den Menschen ausgeht, die man früher mal als Mitbürger bezeichnet hat. Und auf Angst folgt dann irgendwann auch Hass.

Man selbstermächtigt sich selber zu Nötigung und Gewalt und rechtfertigt das mit dem guten Zweck, nicht sehend, dass man damit schon längst selber zum Bösen geworden ist.

Man ist von Zukunfts-Angst erfüllt, die Büßerbewegungen in neuem Gewande Popularität verschafft und sucht sein Heil in romantisch-naiven Idealen einer statischen, vorzivilisatorischen Welt, die es so nie gegeben hat.

Ich könnte weitermachen. All das ist eine unerfreuliche Entwicklung der Gesellschaft, die ihre Gründe hat und an der gesellschaftliche und technologische Entwicklungen, ebenso wie einzelne namhafte Personen aktiv mitgewirkt haben.

Ich kann dazu immer wieder nur "Yoda" zitieren, der dazu alles sagt, was man wissen muss:

Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.

Aber das soll alles hier nicht Thema sein, denn es verkennt die Kräfte des Guten, die sich alleine deshalb immer wieder durchsetzen, weil nur sie die Welt wirklich weiter bringen.

Und gerade Krisen - auch eine Krise wie jetzt rund um das Virus - schaffen durchaus Chancen, dass die Menschen sich wieder auf das Wesentliche besinnen, Orchideen-Themen wieder als das erkennen was sie sind und die Kraft des Guten wieder erlebbar wird.

Mal ernsthaft:

Glauben Sie nicht, dass Ihr Kind viel engagierter und motivierter zur Sache geht, wenn es Lob und Zuspruch erfährt und zweifelsfrei notwendiger Tadel immer mit dem Vorschlag verbunden ist, wie man den Fehler wieder ausmerzen könnte?

Glauben Sie nicht, dass ein Schiff im Sinne Antoine de Saint-Exupéry schneller und besser gebaut wird, wenn die Männer die positive Sehnsucht nach dem großen weiten Meer in sich tragen?

Glauben Sie nicht, dass Sie beruflich erfolgreicher werden, wenn Sie ihre Kollegen und Mitarbeiter anspornen, bestätigen und unterstützen, statt diese misanthropisch anzugranteln?

Glauben Sie nicht, dass Sie viel mehr Freunde und bessere Beziehungen haben werden, wenn Sie ihren Mitmenschen zugewandt, interessiert und freundlich begegnen?

Glauben Sie nicht, dass Ihr Mitmensch mit der völlig anderen politischen Überzeugung, nicht auch vielleicht einfach nur ein Mensch ist, der im Rahmen seiner Sozialisierung nach einer besseren Zukunft für sich und seine Lieben strebt?

Wenn Sie das alles glauben und wenn Sie so denken und handeln, dann haben Sie die Kräfte des Guten verinnerlicht. Man könnte auch sagen, es ist die Kunde von Lob, Freundlichkeit und der Schaffenskraft des Optimismus, der die Welt wirklich voran bringt und besser macht.

Nicht verwechseln darf man das mit Naivität und Blindheit, nicht alles ist gut und nicht alles kann man weglächeln, es gibt 20-30% im Leben, da muss man klare Grenzen ziehen, muss sich wehren und auch mal autoritär werden, damit Dinge nicht ausufern.

Es geht aber um die Frage, was unsere Grundhaltung ist. Ob wir in den 70-80% des Lebens, in denen es wirklich Grund zu Optimismus, Freundlichkeit und Lob gibt, auch so denken oder uns lieber in unserer misanthropischen Wolke einnebeln wollen.

Man könnte es auch einfacher sagen: Es ist die Frage ob für uns das Glas halbvoll oder halbleer ist und ob wir unseren Mitmenschen ehrenwerte Absichten zubilligen, bis wir vom Gegenteil überzeugt werden oder gleich vom negativen Gegenteil ausgehen.

Sie glauben vielleicht, ich würde hier eine Predigt halten, die auch von der Kanzel kommen könnte?

Nein bestimmt nicht und es ist auch nicht immer die beste Lösung für die Welt, auch noch die andere Wange hinzuhalten. Das richtig Böse wird dadurch nur ermutigt sich noch mehr zu nehmen, es wittert Schwäche und wer glaubt pure Aggression alleine mit Luftballons besiegen zu können, ist höchst naiv.

Aber es geht um die Grundhaltung, mit der wir der Welt und unseren Mitmenschen begegnen, ob wir in der Lage sind, die Macht des Lobes zu erkennen und des Optimismus.

Und an der Stelle kommt auch der Übergang zur Börse, denn ich behaupte dass nur Menschen die des Optimismus fähig sind, ernsthaft am Aktienmarkt erfolgreich sein können.

Wer dagegen überwiegend pessimistisch denkt, wer nur das Negative sieht und jeden Tag etwas Neues fürchtet, wird von den Crash-Propheten viel mehr angezogen, die Ängste instrumentalisieren.

Es braucht Mut, um immer wieder optimistisch zu sein.

Denn natürlich endet alles mit unserem Tod, das wissen auch Optimisten, die Frage ist nur, was man vorher aus dem Leben gemacht hat und wie glücklich man war.

Lebensmut ist nicht jedem gegeben. Aber er ist die Essenz des Erfolges, die Essenz der Tatkraft und auch die Essenz der Fähigkeit, an der Börse schon heute die Amazons und Apples von morgen ins Depot zu legen und optimistisch zu sein, nicht blind, nicht euphorisch und nicht naiv, einfach optimistisch und chancenorientiert.

In diesem Sinne lassen Sie uns doch in unserem Umfeld die Kräfte des Guten wieder mehr pflegen, die Zuwendung, das Lob, die Ermunterung und die liebevolle Mahnung, die nicht belehren oder vernichten, sondern helfen will.

Ein kleines Bisschen werden wir damit auch die Gesellschaft verbessern, aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Der Punkt ist, dass das in der Regel positiv zu uns zurück kommt und unser Leben verbessert.

Und lassen Sie uns auch an der Börse Optimismus wagen, die steigt einfach statistisch 2/3 der Zeit und ich muss Ihnen jetzt nicht jedes Mal so ein Chart zeigen, oder?

Und ja ich weiss, man müsste das um die Geldentwertung normalisieren, gleichzeitig sind aber ausgeschüttete Dividenden hier nicht enthalten, womit sich das Pi-mal-Daumen wieder ausgleicht.

Wie kann man angesichts so eines Bildes von mehr als 100 Jahren Börse seine Zeit permanent mit Pessimismus verbringen? Ist das nicht idiotisch?

Oder nehmen Sie doch die Entwicklung der Welt, es ist erdgeschichtlich nur einen Wimpernschlag her, da hatten wir noch nicht einmal das Feuer entdeckt und waren einfach nur Tiere, allerdings mit dem von der Leistungsfähigkeit her größten Denkorgan gesegnet, dass dieser Planet bisher zu vergeben hatte.

Wir waren nicht die Schnellsten, nicht die Größten und nicht die Stärksten, aber mit diesem Denkorgan haben wir Werkzeuge erfunden, den Widrigkeiten der Natur getrotzt und uns letztlich den Planeten untertan gemacht. Noch immer kann uns die Natur mit einem Fingerschnippen vernichten, aber dafür braucht es jetzt schon ganz große "Geschütze", wie einen riesigen Asteroiden oder eben eine Seuche, die ebenso tödlich wie Ebola und ebenso ansteckend wie das aktuelle Corona-Virus ist. Aber gegen viele der kleineren Gefahren sind wir zunehmend immun geworden.

Noch vor wenigen tausend Jahren, haben wir an Naturgötter geglaubt und noch vor wenigen hundert Jahren, war von all der Technologie die uns nun umgibt, nichts zu sehen. Würden diese Menschen uns heute sehen, wie wir durch die Luft fliegen, Worte und Bilder über große Entfernungen "teleportieren" und Krankheiten heilen, die ein sicheres Todesurteil waren, hätten diese Menschen damals nur ein Wort für uns gehabt: Götter.

Der bekannte Science Fiction Autor Arthur C. Clarke, vom dem auch Odyssee 2001 stammt, hat den treffenden Satz geprägt:

„Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

Wie kann man angesichts dieser Entwicklung der Menschheit, die letztlich auch nicht anders als das Chart oben aussieht, denn pessimistisch sein? Ist das nicht idiotisch? Die Welt wird besser, nicht gleichmässig, mit Rückschlägen, aber sie wird besser, nicht schlechter!

Und genau so wie ein freundlicher Mensch auch manchmal anderen deutliche Grenzen aufzeigen muss, muss auch ein optimistischer Anleger manchmal bärisch werden und sein Augenmerk alleine auf die Defensive legen. Sonst wäre er nur ein naiver Idiot.

Die entscheidende Frage ist aber, was der Normalzustand ist, in den wir sofort nach Ende der Krise zurückkehren. Und da gibt es nur eine Antwort, schon alleine weil unser Leben endlich ist und jeder Moment endgültig vorbei.

Und diese Antwort sind die Kräfte des Guten, denn Pessimisten leben in unserer modernen Welt, in der die Lebensgefahren doch deutlich reduziert wurden, keineswegs länger als Optimisten - im Gegenteil. In der Savanne war das noch anders und Pessimismus zum Überleben sinnvoller.

Man könnte auch etwas spitz für die modernen Zeiten sagen:

Die Pessimisten haben Recht, den Optimisten gehört die Welt. In die Kiste steigen sie beide gleichzeitig.

Und nun frage ich Sie: Welches Leben wählen Sie lieber? Meine persönliche Antwort kennen Sie.

Ihr Hari

PS:

Dieser Artikel ist sozusagen "mein Wort zu Ostern". Ich trete nun bis Ostermontag im Blog kürzer und mache Ferien, nach Ostern bin ich aber für die Mitglieder wieder da. Der nächste Artikel im freien Bereich kommt in ca. 2 Wochen.

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