Hari Live Stream 28.04.21

Weggedämmert ZH2

Der Markt wirkt schwierig, konnte man den gestrigen Tag aus Sicht der kleinen Aktien noch als ruhige Konsolidierung nach dem "Hallo Wach" des Montags werten, gewinnt man jetzt doch den Eindruck, als ob "Jabba" gleich schon wieder einschlafen würde.

Das Geschehen ist nicht bärisch, es ist auch nicht bullisch, es wirkt richtunglos und diffus und es ist schwer zu sagen, ob die bevorstehende FED und Bidens Rede in der Nacht dabei auch eine Rolle spielt. Es wirkt auf jeden Fall wieder wie ein Markt in dem es in den nächsten Stunden nicht viel zu holen gibt, mal schauen was nach der FED geht.

Ich selber werde die FED heute nicht gesondert betreuen, es sind die alten Themen von Inflation und Ausblick und Powell dürfte die alten Antworten geben. Der Markt erwartet auch nichts und insofern tue ich mich schwer die heutige vorbörsliche Trägheit und die diffusen Reaktionen auf die im wesentlichen guten Quartalszahlen alleine mit der kommenden FED zu begründen. Jabba dämmert scheinbar schon wieder ein ....

Crypto Micro Futures

Ich muss es immer wieder betonen, weil es bei oberflächlichem Denken sonst Gefahr läuft in einen Schwarz/Weiss-Topf geworfen zu werden.

Auch wenn ich wie in -> Reflektionen zur Gier <- immer wieder betone, dass es auch bei den Cryptos nicht anders ist und die auch nur ein typisches Spekulations-Asset sind, auch wenn ich davor warne sich hier "this time is different" einzureden zu lassen und ernsthaft zu glauben, dass die immer nur steigen können und es keine Nachricht gäbe, die das Gebäude kollabieren lassen könnte, sage ich damit doch keineswegs, dass man mit den Cryptos jetzt potentiell nicht noch auf Jahre Geld verdienen kann!

Im Gegenteil, gerade weil die Crytos praktisch keine Fundamentaldaten haben, sind sie ein wunderbares Tradingvehikel, das nach klassischen technischen Mechanismen zu betrachten ist. Das Einzige was da bisher im Wege stand, war die eingeschränkte Handelbarkeit über diverse Plattformen, die mal mehr und mal weniger vertrauenswürdig und usable sind.

Genau das ändert sich nun und auch das ist ein Argument das dafür spricht, dass das Thema noch keineswegs am Ende angekommen ist. Das Thema muss wohl erst noch einige Jahre deutlicher größer werden, so dass es die "powers that be" so richtig bedroht und dann erst greifen die gefährlichen Mechanismen, die ich in -> Mining in Moria <- dargelegt habe.

Es ändert sich auch, weil es nun - Trara! - ab 03.05. -> Micro Bitcoin Futures der CME <- geben wird. Ja genau die Art Micro Futures, die es auch für S&P500, NASDAQ und Russell2000 gibt!

Natürlich hat man dabei physikalisch kein Bitcoin, aber das ist beim reinen Trading kein Nachteil, wie ja auch bei den Edelmetallen, bei denen es auch diverse Vehikel gibt um den Preis an der Comex zu handeln. Wer die Cryptos als Dauer-Investment betrachtet, für den sind die Futures fraglos nicht optimal, wer aber einfach die technischen Strukturen handeln will, hat damit nun ein ideales und vor allem immer liquides Vehikel. Wir können fest davon ausgehen, dass das Handelsvolumen in den Cryptos damit weiter deutlich steigen wird.

Bedenken sie aber, dass es Futures sind, auch diese Crypto Micro Futures unterliegen der neuen Verlustbegrenzung, die sich unser "geliebter" deutscher Finanzminister in seinem "Weitblick" ausgedacht hat.

Ein Micro Future soll 1/10 Bitcoin sein, das sind aktuell dann ungefähr 5.400$ und damit kann man gut leben.

Also: Auf gehts die Cryptos rauf und runter zu handeln, jetzt gibt es keinen Grund mehr es nicht zu tun.

Buybacks are back

Von Bank of America sehen wir -> hier <- wie die Buybacks nach dem Corona-Loch wieder anziehen.

Das wird Aktien generell nicht schaden und nach dem Ausfall des letzten Jahres gehe ich fest davon aus, dass sich das dieses Jahr weiter massiv fortsetzen wird:

Trendanalyzer

Spannend ist der Blick auf den -> Bespoke Trend Analyser <-, in dem wir schauen können welche Sektoren in den letzten 4 Wochen schon in den überkauften Zustand geraten sind und wo noch Nachholbedarf besteht.

Nachholbedarf springt bei Solar, Biotech, Vergnügen, Unterhaltung, Medien und Öl&Gas ins Auge:

Für Powell auf den Elfmeterpunkt ZH3

Wenn es überhaupt ein zentrales Thema für die FED heute abend gibt, dann ist es natürlich wieder die Frage der Inflation und wie die FED damit umzugehen gedenkt.

Das hängt natürlich eng mit der Entwicklung bei den Staatsanleihen zusammen und auch wenn niemand von Powell Neuígkeiten erwartet, ist ganz typisch wie der Markt den Ball vor der FED auf den Elfmeterpunkt gelegt hat.

Im ETF TLT der Langläufer hatten wir diese Gegenbewegung in Form einer bärischen Flagge, die ich wie sie wissen eher skeptisch und eher als Fortsetzungsformation nach unten (= Renditen nach oben) interpretiert habe.

Nun beliebte der fiese Markt zur FED marginal nach unten zu schauen und hat damit den Ball in das Feld Powells gelegt, der je nach Wording die Chance hat ihn nach oben oder unten wegzukicken:

Aktien des Tages ZH3

Heute wieder ein umfangreicher Mix aus Quartalszahlen und sonstigen Beobachtungen, der den Schwerpunkt des heutigen Streams ausmacht.

Alphabet (GOOGL)

Nach dem Hochschmelzen der letzten Wochen noch einen draufgesetzt hat Alphabet nach -> superben Zahlen <-:

Microsoft (MSFT)

Bei MSFT das Gegenteil, die Zahlen waren -> wie erwartet gut <-, aber es fehlte die positive Überraschung, die Alphabet geliefert hat und die einen weiteren Anstieg von den hohen Erwartungen aus rechtfertigt.

So kommen folgerichtig Abgaben, die man im Kontext der sehr hohen Erwartungen sehen muss und die am Ende vielleicht nur eine Wiederholung des Geschehens von Februar bedeuten:

Texas Instruments (TXN)

Was zu hohe Erwartungen in den Kursen bedeuten, kann man auch an TXN sehen. Hier hat es trotz guter Zahlen genügt, dass durch Schwierigkeiten in der Lieferkette der -> Forecast für das Q2 "nur" Inline war <- und schon geht es abwärts.

Der Trend auf Ebene ZH3 und ZH4 ist allerdings noch intakt:

Pinterest (PINS)

Gefährlich sieht es nach -> Zahlen <- bei PINS aus.

Die Aktie war ein klarer Covid-Profiteur, die Menschen waren zu Hause und haben sich natürlich mit Bildchen und in sozialen Netzes vergnügt. Bei der Monetarisierung war PINS noch nicht voll entwickelt, was zusätzliche Phantasie bedeutete.

Nun ist das Ende der Pandemie in Sichtweite, die Menschen werden weg von Bildschirmen im Sommer ins Freie strömen und da kommt die schlechtmöglichste Nachricht mit den Zahlen, dass sich nämlich das User-Wachstum trotz Pandemie verlangsamt.

Sonst waren die Zahlen gut aber genau das abflachende Wachstum will der Markt nicht sehen und macht dann 12% Minus:

Was aber noch ein kleines Problem ist, wenn man sich dagegen das Chart im ZH4 anschaut, denn dann offenbart sich ein massives, potentielles Doppeltop und wenn hier die Nackenlinie brechen sollte ist das ein Short, kein Long!

Enphase Energy (ENPH)

Eine böse Überraschung hat ENPH mit der Nachricht geliefert, dass auch in ihrem Geschäft -> Chipmangel und Probleme in den Lieferketten <- das Geschäft bremsen.

Damit ist die schöne Basenbildung nach der Frühjahrskorrektur kaputt und auch wenn der übergeordnete Trend noch da ist, muss man nun für Wochen davon ausgehen, dass hier im positiven Sinne nicht viel gehen wird:

Boston Scientific (BSX)

Der Medical Devices Sector ist eher überhitzt, aber BSX gehörte eher noch zu den Nachzüglern. So pusht eine -> erhöhte Guidance <- heute den Kurs über die Hochs des Herbst hinweg nach oben, die Allzeithochs sind aber immer noch nicht erreicht:

Devon Energy (DVN)

Bei Öl&Gas geht heute endlich mal wieder was, DVN ist nur ein schönes Beispiel:

Deutsche Bank (DBK) ZH5

Und am heutigen Tag darf natürlich die Deutsche Bank nicht fehlen, die -> mit dem besten Quartal seit Jahren überrrascht <- und mit 10% Plus belohnt wird.

Ich hatte es schon vor ein paar Monaten gesagt, es drängt sich wirklich der Eindruck auf, dass das neue Management eine echte Trendwende herbeiführt und wir hier nicht nur ein Strohfeuer haben. Das wäre dann wirklich aller Ehren wert, Zeit würde es nach 12 Jahren langsamer Folter für die Aktionäre auf jeden Fall.

Die massive Wendestruktur im Monthly in logarithmischer Darstellung lässt das auch denkbar erscheinen:

Powell-Biden Doppelpack voraus ZH2

Damit lasse ich sie mit dem netten Herrn Powell als Katalysator alleine, auch Biden kommt um -> 21 Uhr ET also heute Nacht mit einer großen Rede vor dem Kongress <-, die wahrscheinlich für Morgen das größere Bewegungspotential als die FED besitzt.

Denn bei Biden geht es um Billionen im wahrsten Sinne des Wortes und um Details zu den Steuererhöhungen - sie wissen schon das Thema das der Markt letzte Woche erst einmal beiseite gelegt hat, ihn aber jederzeit wieder erschrecken kann.

Und falls das nicht genügt sind heute Abend noch viele Quartalszahlen inklusive AAPL, FB, QCOM, NOW, are you not entertained?

Die Price-Action wird nervöser und ist diffus, so langsam schleicht sich ein negativer Ton in das Geschehen ein, aber das muss je nachdem was Powell und Biden als Doppelpack machen noch nichts bedeuten.

Halten sie also die Ohren steif und seien sie ein wenig aufmerksam. Wir lesen uns morgen Vormittag mit einem Bericht zur Technik hinter Mr-Market und am Nachmittag ganz normal mit dem Stream.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 24.03.21

Luft raus ZH2

Die Luft ist raus aus dem Markt, der schleppt sich bis Ende März wohl nur noch ins Quartalsziel.

So geht es auch mir, da man die Faschingswoche in der ich die erste OP auskuriert habe nicht wirklich als Entspannung rechnen kann und wir als Eltern nun seit fast 3 Monaten auch mit Homeschooling belastet sind, schleppe ich mich auch nur noch ins Ziel der Osterwoche, denn seit 04. Januar hat es hier keine wirkliche Auszeit für mich mehr gegeben. Ich merke es daran, dass mir das Schreiben zunehmend schwer fällt, die Worte kommen nicht mehr einfach so im "Flow", sondern müssen mühsam erzwungen werden.

Gestern hatte der Markt ja in der 2. Handelshälfte recht starke Abgaben gezeigt, die sich vor allem auf den Russell2000 konzentrierten. Ich hatte kein richtiges Gefühl dafür, was selten vorkommt aber wenn, dann oft eher kurzfristigen, schaukelnden Charakter hat, denn die echten Wendepunkte zeigen sind in der Regel konsistenter.

Man kann nun viele Theorien wälzen woran das lag, das bringt aber wenig. Richtig ist sicher, dass die Überperformance des Russell jetzt einfach mal in eine Mean Reversion laufen musste, dass der also einfach korrekturreif war, was aber den Trend nicht ändern muss.

Richtig ist auch was James DePorre gestern spekuliert hat, dass wir jetzt Umschichtungen des institutionellen Geldes zum Quartalsende haben, nur kann man damit auch immer alles beweisen, weil wir wissen nicht genau wie die laufen.

Vielleicht ist es das Eine, oder das Andere, oder etwas Drittes, viel Honig können wir daraus nicht ziehen.

Wichtig ist für uns zu erkennen und akzeptieren, dass der Aufschlag von Montag keinen echten Follow-Through brachte und wir nun damit rechnen müssen, dass das bis Ende des Quartals so diffus weitergeht. Am 01. April ist dann typischerweise ganz neues Spiel, das habe ich schon oft so erlebt, gerade am Wechsel vom 1. in das 2. Quartal.

Der Markt versucht heute ein Reversal der gestrigen Bewegung, der IWM im Plus, der QQQ im Minus, wirklich überzeugend ist das aber nicht, also gehen wir besser wieder fischen und ich muss mir angestrengt überlegen was ich heute hier schreibe, weil so richtigen Grund mit dem Markt Zeit zu verbringen sehe ich aktuell nicht, nachdem dieser aus der Chance von Montag nichts machen konnte:

Renditen Trend ZH3

Eine der Merkwürdigkeiten des gestrigen Tages war ja, dass die Renditen der T-Bonds zurückkamen, die Aktienmärkte aber trotzdem abgegeben haben.

Man sollte aber auch nicht in einzelne Tagesbewegungen gleich Grundsätzliches hineingeheimnissen, vom Trend abweichende Tageschwingungen kann es immer geben und erst wenn sich das verstetigt wird es interessant.

Heute geht es mit den Renditen auch schon wieder hoch und wenn wir auf das Daily des IEFs schauen dann sehen wir keinen einzigen belastbaren Grund, warum dieser Trend nicht weiter nach oben gehen sollte. Vielleicht kommt der Grund heute oder morgen schon, aber Stand jetzt ist der nicht da und das ist der wirklich entscheidende Punkt!

Das ist ein Thema das ich hier schon ungefähr tausend Mal deutlich angesprochen habe und trotzdem fallen manche immer wieder in diese Fehler zurück.

Ein Trend ist ein Trend und er ist unser Freund. Ein Trend kann brechen, das wissen wir aber erst nachdem es passiert ist und diese Verzögerung ist hinzunehmen, weil dem kleinen Nachteil der weit größere Vorteil gegenüber steht, dass wir nicht 20x verfrüht schon auf eine Trendwende gesetzt haben.

Schauen sie doch nur auf das Chart oben, was macht den heutigen Punkt anders als die 10 ähnlichen Gegenbewegungen vorher? Eben!

Und ein Trend ist eine Abfolge nach dem Prinzip 2-Schritte-vor und 1-Schritt-zurück, weswegen es immer einzelne Gegenbewegungen geben kann, aber erst wenn die sich verstetigen ist das für uns Grund den Trend in Frage zu stellen.

So hatten wir am Montag ja auch eine positive Gegenbewegung im NASDAQ die ziemlich gut aussah, es ist aber das zwingende "Follow Through" nicht gekommen und deswegen war auch Montag keine Trendwende, sondern nur ein unbedeutender Blip im übergeordnenten Trend.

Ich bin am Montag ein paar Trades eingegangen, weil das aussichtsreich aussah, frei nach dem Motto "Gummiband". Diese Trades haben bis auf eine Ausnahme aber nicht funktioniert und wurden gestern minimal im Grünen - also faktisch Neutral - wieder ausgestoppt. So what? Better luck next time!

Entweder lernen sie so dem Markt zu folgen, oder sie werden nicht wirklich Fortschritt machen und weiter mit dem Markt diskutieren. Die Wahl liegt bei ihnen, ich bin nur der der die harte Botschaft bringt, dass es an der Stelle keine Kompromisse gibt.

Mal nicht zu wissen warum der Markt macht was er macht und das einfach gelassen hinzunehmen und "Fischen zu gehen" ist Stärke und Weisheit und braucht auch nicht mit Theorien befüllt werden, damit man sich dann besser fühlt. Auch diese entspannte Leere des Nichtwissens kann entspannend sein, wenn man seinen inneren Frieden damit hat, ein Marktfolger zu sein.

Markterfolg erfordert eben eine andere, eine reagierende Art zu denken, ganz anders als man das instinktiv als "ängstlicher Affe" tut und der Typus Anleger der sich für besonders klug hält und am Tag tausend mediale Meinungen liest, tut sich damit ganz besonders schwer. Seine vermeintliche "Klugheit" über die Gründe des Marktgeschehens kennen nämlich andere auch und diese kann daher auch keinen Edge mehr generieren, weil sie schon in den Kursen verarbeitet wurde.

Das genau ist die Reflexivität, die ist mehr als ein schönes, theoretisches Konstruktur, es ist die Wahrheit eines selbstreferentiellen, dynamischen, sozialen Systems.

Der Gelsinger-Effekt und ASML (ZH3)

Sie wissen wie sehr ich den Wechsel auf Pat Gelsinger als Intel CEO begrüsst habe und wie falsch ich die Diskussionen fand, dass Intel auf seine Fabriken verzichten sollte, die ich stattdessen für ein langfristiges, strategisches Asset halte - im beginnenden geopolitischen Gefecht um China und Taiwan sowieso!

Weswegen es mein Vertrauen in Gelsinger rechtfertigt - endlich mal wieder ein echter Fachmann am Ruder! - wenn er jetzt die Eigenfertigung massiv ausbauen will und damit Intel auch sozusagen als zweite TSM positionieren. Ich finde diesen Schritt strategisch genau richtig, auch wenn er erst Investitionen erfordert. Lesen sie selber:

-> Intel-Offensive: 20 Mrd. USD für neue Fabriken und Foundry-Geschäft <-

Schön ist auch zu sehen, dass der Markt es akzeptiert, der lange doch den Sermon der Hedgefunds im Ohr hatte, die auf einen schnellen Gewinn auswaren, deren Strategie des Verkaufs der Fertigung aber Intels Sonderstellung langfristig zerstört hätte.

Der Kurs schwankt heute stark, fällt aber nicht ins Minus:

Der wirklich Gewinner sind aber die Schaufelanbieter, die von Intels großer Investition profitieren und dabei besonders ASML mit seinen "Lithographie-Monstern", die können sich jetzt auf einige Großaufträge freuen und der Markt verarbeitet es sofort:

Verlierer ist dagegen relative gesehen TSM, die ihre Ausnahmestellung vielleicht nicht so behalten können, denn mit Intel betritt ein Elefant das Feld, der vor allem über sich selber stolpern kann, aber ansonsten alle Voraussetzungen zum Erfolg hat.

Und mit Gelsinger an der Spitze ist das Stolpern weniger wahrscheinlich geworden, denn Gelsinger hat unmittelbare Produktionserfahrung und kennt die vielen Fallstricke, die ein Finanzer gar nicht kennen kann.

Aktien des Tages ZH3

Applied Materials (AMAT)

Auch hier Intel als Trigger:

Sunrun (RUN)

Noch ist der Abwärtstrend intakt, noch kein Handlungsbedarf. Aber für mich auf der Watchlist für den Moment an dem sich das ändert:

II-VI Incorporated (IIVI)

Auch rein antizipativ ein Kandidat für eine Trendwende, auch noch kein Handlungsbedarf aber ein Fall für die Watchlist.

Das Weekly mit Fibo zeigt das größere Bild mit einem exakt 50% Retracement:

Lockheed Martin (LMT)

Die Wendebewegung scheint sich nach kurzem Schaukler fortzusetzen:

Deere (DE) und die Trendfolge

Deere ist auch so ein Fall für das Thema der Trendfolge.

Ja, die Aktie ist eigentlich zu schnell zu weit gelaufen und wenn hier mal eine Korrektur kommt, kann das durchaus schmerzhaft werden.

Nein, der Trend ist aber intakt und nichts gibt ein zwingendes Signal, dass dieser Trend hier enden muss.

Irgendwann wird dieser Trend drehen, vielleicht morgen. Wer aber seine Zeit nicht mit ängstlichem Raten verbraucht hat, ist immer noch dabei und wird als einzigen Preis beim echten Wendepunkt ein paar Prozent wieder abgeben. Und dieser Preis ist um Faktoren geringer, als schon x-mal vorher aus Ratelust oder Angst abgestiegen zu sein.

Don´t fight the trend! Follow it!

Übrigens, wenn sie mich fragen, ist das Risiko einer Trendwende bei DE nun leicht erhöht, achten sie auf die Volumenkerzen!

Insofern Augen auf und wenn sie eine Positionsgrößenstrategie haben besitzt diese den Charme, dass man einfach antizipativ von zB Stufe 5 auf 4 herunter geht und sich insofern dem etwas erhöhten Risiko anpasst.

Der entscheidende Punkt ist aber, dass bei aller nun berechtigten Aufmerksamkeit *der Trend intakt ist* und solange er das ist, bleiben wir dabei - bestenfalls leicht verringert! Follow the Trend!

Genau das ist Trendfolge, denn Trends gehen länger als wir uns vorstellen können!

Cardinal Health (CAH) / Eine Frage der Perspektive / ZH3 / ZH4 / ZH5

CAH ist eigentlich auch eine Aktie des Tages, da ich damit aber die Bedeutung eines Blicks auf unterschiedliche Zeitebenen verdeutlichen kann, behandele ich CAH seperat.

Im Daily sieht das ganz gut, aber nicht besonders herausragend aus:

Im Weekly steigt unser Interesse doch schon ganz erheblich, da bahnt sich ein bedeutender Ausbruch an:

Und im Monthly bleibt der Mund mit einem "Boah" offenstehen und es stellt sich dieses Gefühl ein, wenn etwas Leckeres die Geschmacksknospen trifft. 😛

Wenn sie auf einer Zeítebene agieren wollen, schauen sie sich auch immer die darum liegenden Zeitebenen an. Es rundet das Bild oft ab und es verbessert auch die Chancen wenn man sicher weiss, dass man einen kurzfristigen Trade in Richtung des mittel und langfristigen Trends vollzieht.

Walmart (WMT) weit genug? ZH3

Märkte neigen dazu, beim Antizipieren einer Entwicklung etwas zu übertreiben (buy the rumor) und dann bei Eintreten der Realität die Übertreibung wieder abzugehen (sell the news), bevor es weiter im Text geht.

Der US Handels-Riese Walmart ist eigentlich seit ein paar Jahren auf dem richtigen Weg und kann auch als einer der Wenigen Amazon im E-Commerce teilweise die Stirn bieten.

Natürlich hat WMT von den Impfungen profitiert und den damit verbundenen Ladenöffnungen, das wurde nun im Sinne "sell the news" abkorrigiert und nun finden wir eine durchaus interessante Ausgangslage im Chart vor.

Wer also immer schon mal die langweilige WMT im Depot haben wollte, hat nun einen besseren Einstiegspunkt als zum Jahresanfang, das kann man mit Bestimmtheit sagen. 😛

Die wahrscheinliche Interpretation bei Öl und Ölaktien XLE ZH3

Was sagt uns der Markt und Trend bei Öl?

Dass wir in den letzten beiden Wochen eine ebenso normale, wie fällige und gesunde Korrektur gesehen haben, die den Aufwärtstrend aber nicht in Frage stellt:

Die Aktien im ETF XLE antizipieren das schon deutlich, ich sagte ja dass die zum Ölpreis sowieso noch Nachholbedarf haben, weil hier eher die langfristige Preiserwartung zählt und weniger der kurzfristige Spotpreis:

Diffuses Getue ZH2

Das diffuse Getue des Marktes geht weiter, so richtig braucht man das nicht und "Fischen gehen" ist die bessere Idee:

Wie Eingangs gesagt befürchte ich, dass uns dieses Geschaukel bis zum Quartalsende begleitet, dafür kann ich ihnen Hoffnung machen, dass es mit Schlag 01. April - mit dem 2. Quartal - dann anders wird. Einen Schub zum Beginn des 2. Quartals habe ich schon oft erlebt, es wäre kein Wunder wenn sich das wiederholt.

Umschichtungen zum Quartalsende spielen aktuell sicher eine Rolle, es ist aber müssig zu spekulieren in welche Richtung, denn da dieses Quartal für jeden etwas parat hatte, kann man damit auch alles beweisen, je nachdem was man den Marktteilnehmern an Erwartungen an das 2. Quartal unterstellt.

Ich gehe einfach von einem fortgesetzten, diffusen Gezappel aus und lasse mich aber gerne vom Markt vom Gegenteil überzeugen.

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Der ewige Markt und seine Strukturen

Ja, auch Videos gibt es im Premium-Bereich, ca. eines pro Woche.

Heute haben sie im freien Bereich die Gelegenheit, mal in Eines hineinzuschauen, das ich im Oktober letzten Jahres erstellt habe und in dem ich sie locker durch 70 Jahre Börse und ihre Stukturen führe.

Denn das Erstaunliche ist, wie wiederholbar doch vieles ist und wie vergleichsweise leicht man das erkennen kann, wenn man sich mal mit etwas Abstand vom täglichen Geplapper und der "Börsenpornographie" löst, die täglich die Sinne der Anleger vernebelt.

Ich habe allerdings lange überlegt, ob ich das im freien Bereich überhaupt veröffentliche, weil es dafür nicht gemacht ist. Die Mitglieder der Community kennen mich, da kann ich gleich einfach losreden, für die Leser des freien Bereiches gilt das natürlich nicht und eigentlich hätte ich dafür eine Einleitung machen müssen.

So benutze ich im Video auch ein paar Begrifflichkeiten, mit denen außerhalb der Community nicht jeder etwas anfangen kann und es braucht daher wahrscheinlich Zeit, bis sie in das Thema kommen und verstehen was ich ihnen da zeige. Wenn sie sich an das Video wagen, dann geben sie dem Video also mal bitte mindestens 10 Minuten Zeit, bis es seinen Fluß entwickeln kann oder lassen es lieber gleich sein. Für Klicksüchtige mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne ist Mr-Market sowieso nichts.

Außerdem hatte ich letzten Herbst einen ziemlichen Husten und musste während des Redens permanent Bonbons lutschen um den Husten im Griff zu behalten, was man durch den offenen Mund neben dem Mikrofon natürlich zwangsläufig schmatzend hört. 😛

Also kein ideales Video, aber authentisch und in freier Rede ohne Skript. Und daher denke ich, dass es für sie Sinn macht die Zeit mal zu investieren und das Marktgeschehen von 70 Jahren auf sich im Kontext wirken zu lassen. Ich denke sie werden etwas mitnehmen und es wird ihnen vielleicht helfen in Zukunft gelassener zu werden. Denn es gilt:

Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten

Sie kennen diese Weisheit sicher und diese gilt auch für uns Anleger. Jedesmal wenn irgendetwas passiert, kommen schnelle mediale Superlative und sogenannte "Experten" bekommen Schnappatmung und penetrieren die Anleger mit Aufgeregtheiten.

Besonders beliebt sind dann auch Statements, dass das ja nun alles so völlig anders als früher sei, lächerliches Seemannsgarn für Unbedarfte. Sicher verändert sich der Markt permanent, aber es gibt eben auch viele strukturelle Prinzipien, die einfach bleiben und sich nicht ändern und das gilt insbesondere für das Marktverhalten im großen Bild.

Man kann das auch anhand der martktechnischen Lehren sehr schön sehen, denn egal ob 1900 Richard Wyckoff, 1920 Jesse Livermore, 1950 Nicolas Darvas, 1960 William O´Neill, 1990 David Ryan oder ca. 2000 zum Beispiel der immer noch aktive Mark Minervini, alle haben ähnliche Ansätze und eine ähnliche Herangehensweise an den Markt, auch wenn sie für die Strukturen dann andere Worte benutzen.

Bei allen Unterschieden im Detail, bei aller unterschiedlichen Terminologie, die sich im Laufe von 100 Jahren halt verändert hat, haben doch alle den Markt sehr ähnlich verstanden, haben auf ganz ähnliche Techniken gesetzt und waren damit erfolgreich. Wie man die Struktur dann nennt, ist eben nebensächlich, solange die Substanz identisch ist.

So sehr kann sich der Markt in 100 Jahren also gar nicht verändert haben, wenn zum Beispiel die Techniken von Wyckoff unter anderen Namen auch 100 Jahre später noch Erfolg bringen können.

Folgen sie mir also auf eine Reise durch 70 Jahre Geschichte, mit ihren Krisen und immer wiederkehrenden Marktstrukturen.

Vielleicht erkennen sie dann auch, welchen Wert Gelassenheit in Krisen hat, wie sauber man oft den Boden von Krisen erkennen kann, wenn man sich nicht verrückt machen lässt und dass der Markt immer noch wie vor 70 Jahren nach dem Motto "2 Schritte vor, 1 Schritt zurück" nach oben schwingt.

Und in dem wir diese Vergangenheit verstehen, werden wir als Anleger ruhiger und souveräner, denn so viel hat sich beim Marktverhalten zwischen 1950 und 2020 eben gar nicht geändert, egal was "Experten" so alles reden, wenn der Tag lang und der Wunsch nach medialer Aufmerksamkeit hoch ist.

Ihr Hari

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Broken Parabola



Heute will ich eine technische Thematik ansprechen, die "Broken Parabola" oder länger in Deutsch, die gebrochene, parabolische Bewegung.

Eine der zentralen Fähigkeiten, die eigentlich jeder Anleger am Markt braucht, ist die geistige Flexibilität, bei geänderten Rahmenbedingungen schnell gedanklich umzuschalten.

Um im Bild des Fussballs zu bleiben, ist das der Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung und die Fähigkeit, einen plötzlich anders aufspielenden Gegner zu spüren und seine Konsequenzen daraus zu ziehen.

Es gibt beim Handel ja viele gute Daumenregeln, so zum Beispiel die vom "Gewinne laufen lassen" oder der "Trendfolge". Die sind auch alle super und hilfreich, aber nur solange das Environment dafür passt.

Denn jeder Trend endet irgendwann und Gewinne wandeln sich in Verluste. Und genau dann - in diesem Moment - tun sich viele Anleger extrem schwer dabei, sich gedanklich umzustellen.

Gerade wenn Assets extrem gestiegen sind, man damit immense Gewinne machen konnte und die Anstiege niemanden mehr herein gelassen haben, sorgt das dafür dass:

  • Anleger im guten Gefühl dass diese Bewegung weiter trägt, viel zu lange halten, obwohl der Wind schon gedreht hat. Lange Anstiege generieren Vertrauen und machen selbstgefällig.
  • Anleger nach 20% Minus von den Hochs davon ausgehen, nun ein "Schnäppchen" vor sich zu haben, zumal die vermaledeiten Indikatoren KGV und KBV genau dann in der Regel phantastische Werte zeigen, weil die Fundamentaldaten nachlaufend sind und ins Verhältnis zu aktuellen Kursen gesetzt werden. Leider markiert eine "Broken Parabola" aber sehr oft nur den Beginn von eher 60-80% Kursrückgang, also den Beginn des Schmerzes.

Ich will Ihnen mal drei Parabolas der Vergangenheit zeigen. Ich benutze dabei bewusst absolute, also lineare Skalierung, weil wir hier ja über 60-80% Rückgang reden und sich das in den Charts optisch wiederfinden sollte.

Erstens Silber im Jahr 2011, schauen Sie selber:

Wir sprechen über einen Rückgang von 49,831 im April 2011 auf 13,653 im Dezember 2015, also 73% Minus in gut 4 Jahren.

Da stellt sich doch die Frage, ob man das erkennen konnte?

Ich behaupte ja, dazu schauen wir auf das Daily dieser Zeit:

Wir sehen eindrucksvoll eine Eigenschaft, die Parabolas von beständigen Trends unterscheidet, die Steigung wird immer steiler, bis sie nicht mehr dauerhaft tragbar ist! Das ist hier eindrucksvoll in den vier Steigungsphasen sichtbar.

Am Ende von Parabolas, in der Nähe des Tops, gibt es dann oft hochvolatiles Geschaukel, ideal unter hohem Volumen, das ich hier aber nicht zur Verfügung habe.

So ein Geschaukel kam am 25.04.11, das war eine erste Warnung. Dann ging es noch etwas hoch und am 02.05.11 ging es brachial abwärts.

Die Tiefs der Vortage wurden da durchschlagen, als ob sie aus Butter wären, eigentlich schon ein klares Signal großer Vorsicht.

Aber mit viel Glück und Überzeugung war es noch legitim, hier noch auf einen sofortigen Rebound zu hoffen, womit ein Abwärtstrend vermieden werden könnte.

Das wurde direkt am Folgetag 03.05.11 negiert, der Tag schloss mit ereuten, brachialen Abgaben und neuen Tiefs.

Und das spätestens war das Signal, dass wir eine "Broken Parabola" vor uns haben. Hier war auf Jahre nichts mehr zu holen.

Ein weiteres Beispiel.

Zweitens 3D Systems (DDD) im 2013er Hypezyklus, so sah das aus:

Von 97,28 im Januar 2014 auf 6,00 im Jnauar 2016. 94% Minus in 2 Jahren.

Wir wechseln auch auf das Daily, um den Charakter des Hochs besser zu erkennen:

Wir sehen auch hier die immer steilere Steigung, die schon im November zu einem ersten Ausverkauf führte, der dann aber sofort wieder gekauft wurde. Ich habe diese hier nur nicht eingezeichnet.

Wir lernen daraus, dass nicht der erste Ausverkaufstag den Bruch so eines steilen Trends markiert, sondern die mit niedrigerem Hoch auslaufende Gegenbewegung, die zu neuen Tiefs führt! Oder alternativ wie bei Silber die Fortsetzung des Ausverkaufs auf Tiefen, die für ein Trendtief nicht mehr geeignet sind.

Genau das, ein neues Tief, sehen wir dann im Januar 2014, mit den beiden Pfeilen markiert. Der Rebound scheitert und damit ist die Aufwärtsbewegung gebrochen!

Ich habe aber noch ein Beispiel.

Drittens Bitcoin mit seiner Parabola von 2017:

Das ging von 19.891 im Dezember 2017 auf 3.215 im Dezember 2018, also 85% Minus in einem Jahr. Schmerzhaft. Das ist kein Mond, das ist eine Raumstation! 😛

Auch hier wechseln wir ins Daily und sehen ähnliche Strukturen:

Die immer stärkere Steigung, das warnende Geschaukel vor dem Top am 08. und 09.12.17, dann der erste Einbruch am 19.12.17 und die Bestätigung mit Bruch des Trends am 20.-22.12.17.

Hier gab es dann im Januar 2018 einen letzten Versuch zu den Hochs zurück zu kommen, als der auch scheiterte, war es endgültig klar.

Womit sich die Frage stellt, ob das aktuelle Geschehen auch eine Parabola ist?

Eher nein, die Steigung ist dafür nicht ausreichend, das sieht eher nach einer scharfen, aber doch noch "normalen" Topbildung aus. Eine Topbildung, die aber noch nicht den finalen "Blattschuss" darstellt und die nach einer Korrektur von 30 oder 40% sehr wohl wieder nach oben führen kann - kann, nicht muss. 😉

Soweit die drei Beispiele. Was lernen wir daraus?

Zunächst einmal wird der berechtigte Einwand kommen, dass das ja eine positive Selektion im Nachhinein ist, wir wissen ja im Nachhinein, dass es "Broken Parabolas" waren. Das stimmt, es gibt auch Fehlsignale, wie übrigens überall in der technischen Analyse.

Der Punkt den ich hier machen will, ist aber, dass *wenn* Parabolas brechen, sie mit hoher Wahrscheinlichkeit 60,70,80% und mehr fallen. Und dass man deswegen im Zweifel sich lieber auf die sichere Seite bringt und solche "Broken Parabolas" lange nicht mehr anfasst. Wenn dann auch mal ein Fall dabei ist, der gegen alle Regeln doch wieder neue Hochs schafft, dann ist das die in Kauf zu nehmende Ausnahme, das Fehlsignal eben.

Die Totsünde der Anleger ist auf jeden Fall, schon bald nach 20 oder 30% und jedem Rebound anzunehmen, dass sich der gewohnte Aufwärtstrend doch fortsetzt - weil man so daran gewöhnt ist, dass es aufwärts geht. Eine "Broken Parabola" ist aber so etwas wie ein Blattschuss, da gibt es nur noch einen "Dead Cat Bounce" und keine schnelle Wiederbelebung.

Nun kommt aber das Problem, einerseits wollen wir doch solche Bewegungen so weit wie möglich mitnehmen, wollen dann aber beim Bruch schnell wieder draussen sein und den Unterschied erkennen. Wie geht das?

Nur mit den klassischen Methode der Trendfolge und dem Prinzip des tieferen Tiefs und tieferen Hochs, das einen Trendwechsel markiert!

So lange dieses tiefere Tief und tiefere Hoch nicht da ist, bleiben wir dabei. Wir steigen also *nicht* beim ersten Einbruch gleich aus. Außer - keine Regel ohne Ausnahme - der Einbruch dehnt sich so aus, dass es sich um kein normales Trendtief mehr handeln kann, weil das weit von der Steigung des Trends entfernt ist.

Siehe auch Silber mit dem mehrtägigen Einbruch. Das war eine klare Charakteränderung gegenüber der Bewegung vorher, das konnte kein Trendtief mehr sein, der Trend war da schlicht und einfach schon zerstört.

Wenn aber die Bedingungen einer Parabola erfüllt sind, die immer steilere Steigung also. Und wenn dann die Trendlinie bricht, sich ein neues Tief formt und sich dann im Reboundversuch ein niedrigeres Hoch formt, das wieder zu neuen Tiefs führt - so wie bei DDD gezeigt - *DANN WARS DAS UND WIR GEHEN RAUS, RAUS, RAUS* ohne zurück zu blicken!

Auch dabei kann es ein böses Fehlsignal geben, aber das muss uns die Sicherheit wert sein, so einem Einbruch aus dem Weg zu gehen.

Der coole, erfahrene Trader bleibt also drin, solange es aufwärts geht und der Trend bestätigt bleibt und schiebt seine Stops als Trailingsstops jeweils nach. Sobald der Trend bricht, ist er draussen und spielt mit der Broken Parabola nicht mehr herum!

Die Technik ist dabei gar nicht schwierig, die Kunst ist der gedankiche Wechsel und das in Gelassenheit und Konsequenz, das ist die große Leistung!

Der sich selbst überschätzende, zappelige Jüngling, zögert im Anstieg endlos und verpasst den Großteil der Bewegung. Und wenn er mal den Einstieg schafft, ist er zu schnell wieder draussen, weil bei neuen Höchstständen sofort die Angst kommt.

Im Abstieg aber, versucht er permanent den Einstieg, weil das was er schon immer haben wollte, nun doch endlich "billig" ist und verbrennt sich permanent die Finger.

Das ist eine "Broken Parabola". Und selbst wenn es am Ende doch keine ist und der Markt einen anderen Pfad wählt, lohnt es sich nach solchen Bewegungen das erst einmal von der Seite zu betrachten. Das Risiko ist einfach zu gross.

Ihr Hari

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Was der Scheibenwischer mit Gaps zu tun hat



Wichtige Grundlagen-Erklärungen müssen nicht immer lang sein, manchmal reichen auch wenige Absätze, um Legenden zu enttarnen. Und das will ich heute zum Schließen von Gaps - dem berühmten "Gapfill" - tun.

Denn da gibt es eine urbane Legende, die immer wieder nacherzählt wird, als ob es da einen geheimen Mechanimus gäbe.

Und das ist die Geschichte davon, dass Gaps etwas "Besonderes" seien und (nahezu) immer geschlossen werden.

Und wissen Sie was? Die Geschichte ist wahr und falsch zugleich, denn eigentlich sind Gaps nichts besonderes, sie sind aber ein Symptom dessen, was ich den "Scheibenwischer" nenne und ein zentraler Mechanismus des Marktes ist.

Zunächst einmal, müssen wir definieren was ein "Gap" ist, es ist eine Kurslücke, die typischerweise durch die Pausen zwischen zwei Handelstagen entsteht, manchmal bei einer unerwarteten Nachricht, aber auch mitten im Handel passieren kann.

Und wenn das passiert, sagt die Daumenregel, dass diese Gaps wieder geschlossen werden und es für Trader Sinn macht, diese Gaps daher in den Fokus zu nehmen.

Was ist da dran?

Zunächst einmal, ist ein Gap eine Marktformation wie andere auch. Unterstützungen oder Widerstände sind solche Formationen, wie auch Trendkanäle und ähnliches.

Alle diese Formationen werden von technischen Tradern als Ankerpunkte genutzt, um Positionen aufzulösen oder zu eröffnen. So auch die Grenzen eines Gaps und insbesondere wenn der Trader an die Legende glaubt, nach der Gaps ein geheimnisvolles Eigenleben haben, wird er zum Beispiel einen Short auf der unteren Begrenzung des Gaps schließen bzw. einen Long auf der oberen Begrenzung schließen.

Kurz gesagt, wer davon ausgeht, dass Gaps immer geschlossen werden, benutzt deren Grenzen als Trigger zum Traden.

Das ist also eine Art selbsterfüllende Prophezeihung, wie wir sie oft im Markt erleben, Strukturen an die geglaubt wird, bilden sich auch im Marktverhalten ab, weil der Glaube zu Handlungen führt.

Insofern ist tatsächlich etwas dran, sobald der Markt in die Nähe eines Gaps kommt, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass dieses auch geschlossen wird. Ganz analog dazu, dass wenn der Markt in die Nähe einer Unterstützung kommt, eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit existiert, dass diese auch getestet wird. Und auch analog dazu, dass in der Nähe runder Marken diese mit erhöhter Wahrscheinlichkeit angelaufen werden.

Wir sehen an diesen Beispielen, Gaps sind einfach Marktstrukturen, die von Marktteilnehmer zielgerichtet als Referenzpunkte genutzt (targeted) werden. Und deswegen werden sie besonders oft getroffen.

Wenn die Kurse aber gar nicht mehr in die Nähe des Gaps kommen, besteht dann ein Mechanismus, nachdem dieses Gap noch geschlossen wird?

Die Antwort ist nein, kein Mechanismus, aber es passiert in der Regel trotzdem. Und das liegt an der natürlichen Volatilität des Marktes, die von uns Menschen in der Regel unterschätzt wird.

Denn der Markt agiert wie ein "Scheibenwischer", er schwankt hin und her, auch wenn er einen Trend in eine Richtung besitzt. Dann gibt es ja aber auch immer wieder eingebettete 10% und 20% Korrekturen und manchmal wie bei Lehman sogar eine 60-70% Korrektur.

Und natürlich wird damit praktisch jedes Gap irgendwann mal wieder geschlossen. Nur hat das *rein gar nichts* damit zu tun, dass es ein Gap ist, denn:

Jeder Punkt auf einem Chart wird weitüberwiegend vom Markt früher oder später noch einmal angelaufen!

Das genau ist der "Scheibenwischer" des Marktes, ein Gap muss also schon sehr alt sein und 70% oder mehr unter den Kursen, dass man fast sicher davon ausgehen kann, dass es nicht mehr geschlossen wird.

Aber erneut, nicht das Gap ist relevant, *jeder Punkt" wird sehr wahrscheinlich noch einmal angelaufen, wenn man sich beliebig Zeit lässt.

Es gibt keine spezielle "Logik des Gaps", von den oben beschriebenen reflexiven Mechanismen abgesehen, in denen Trader die Grenzen gezielt ins Ziel nehmen.

Wir können also vereinfachend folgende Regeln festhalten:

  1. Wenn wir nahe an einem Kurspunkt sind und wir uns unbegrenzte Restzeit lassen, wird dieser Punkt vom Markt zu 99,9% wieder angelaufen.
  2. Wenn wir räumlich weiter von einem Kurspunkt weggehen, steigen auch bei unbegrenzter Restzeit die Fälle, in denen der Punkt nicht mehr angelaufen wird. Das sind Fälle, in denen der Trend markant weiter nach oben marschiert ist und nie mehr zurückgeschaut hat.
  3. Wenn wir die Restzeit verringern, steigen auch bei großer räumlicher Nähe die Fälle, in denen der Punkt nicht mehr angelaufen wird. Das sind Fälle einer stark direktionalen Bewegung im Zeitfenster ohne Richtungsänderung.

Etwas vereinfachend gesagt, wird ein Punkt (auch ein Gap) also fast immer noch einmal vom Markt angelaufen. Die Wahrscheinlichkeit sinkt aber mit größerem Abstand vom Punkt und sie sinkt auch mit verringerter Restzeit, um diesen Punkt wieder zu erreichen.

Aber selbst wenn man große Abstände zulässt, wird bei unbegrenzter Zeit die große Mehrheit aller Punkte wieder angelaufen. Dafür sorgen schon diese Lehman-Events mit 70% Fallhöhe.

Sie sehen, der "Scheibenwischer" des Marktes ist stark und intensiv, eine besondere Logik für Gaps gibt es aber nicht. Es ist eher anders herum, Gaps sind leicht sichtbare Punkte im Chart, deswegen wird gerne auf diese fokussiert.

Statt also eine Gapfill-Logik zu propagieren, die so eine Illusion ist, sollten wir eine viel wichtigere Erkenntnis mitnehmen:

Wir unterschätzen in der Regel den "Scheibenwischer" des Marktes, selbst wenn das ein trendender Markt ist, der tendentiell in eine Richtung läuft.

Ich habe Ihnen hier mal ein Chart der bekannten Thermo Fisher Scientific (TMO) mitgebracht, um meine Worte zu visualisieren.

TMO ist besonders geeignet für dauerhaft offene Gaps, weil die Aktie ja einen deutlichen Aufwärtstrend hat. Bei einer seitwärts schwankenden Aktie, oder einem Zykliker wie Micron (MU), hätte man dagegen fast gar keine Chance auf offen bleibende Gaps, hier ist diese Chance wenigstens vorhanden.

Aber selbst bei TMO sehen wir, wie drei Korrekturen (als lila Boxen) wie ein "Scheibenwischer" die potentiellen Gaps der Vergangenheit auslöschen und alle Kurspunkte noch einmal anlaufen.

Es bleibt nur eine Zone mit dem Potential, dass die Kurse da nicht mehr hinkommen - eine theoretische, größere Korrektur der Zukunft, würde aber auch hier den "Scheibenwischer" machen.

Fazit:

Es gibt kein spezielles Geheimnis von Gaps, Gaps sind einfach Strukturen im Markt, die gerne von Tradern als Referenz genutzt werden.

Es liegt auch nicht an Gaps, dass diese angelaufen werden, die haben außer beim obigen Punkt keine besondere "Anziehungskraft", es werden ganz grundsätzlich viel mehr Kurspunkte der Vergangenheit wieder angelaufen, als wir uns so einfach vorstellen.

Wir unterschätzen also generell den "Scheibenwischer" des Marktes.

Eine sinnvolle Schlußfolgerung daraus ist neben einer speziellen Gap-Strategie, also auch die Erkenntnis, dass zu enge Stops nur zu einem zuverlässigen Abwurf mit geringem Verlust sorgen.

Etwas vereinfach gesagt, setze man einen Stop in die Nähe des Kurses und gebe dem Kurs genügend Zeit und der Stop wird zuverlässig mit Verlust gezogen werden, selbst wenn der Markt am Ende weiter nach oben läuft.

Das ist ein wichtiger Grund, warum ich mit Stops im System nur sehr selektiv umgehe, das ist aber ein anderes Thema und wurde hier schon behandelt.

Eine weitere sinnvolles Schlußfolgerung aus obiger Erkenntnis, könnte für aggressive Trader zum Beispiel sein, im Trend mit Präferenz die Rücksetzer, die "Retests" zu kaufen und nicht die Ausbrüche.

Denn diese Rücksetzer kommen in der Regel, weil der Markt eben ein Scheibenwischer ist und fast jeder Punkt noch einmal angelaufen wird. Man muss nur die Disziplin und Geduld haben, sich nicht in FOMO treiben zu lassen und auf die Rücksetzer zu warten, die in mehr Fällen kommen werden, als dem Gegenteil.

Ein besonderes Geheimnis der Gaps gibt es also nicht. Aus dem Marktverhalten um Gaps herum, lernen wir aber etwas Wichtiges:

Unterschätze niemals die Macht der Volatilität! Respektiere den Scheibenwischer und stelle Dich immer auf Hin und Her ein, selbst wenn der Markt sich im Trend befindet!

Ihr Hari

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Der Ankereffekt



Gerade am Anfang, beim Einstieg in ein Wissensgebiet, haben die einfachsten Erkenntnisse und Regeln den größten Effekt. Auch bei uns kommen immer wieder neue Mitglieder dazu, die von einer lange Anlagegeschichte erzählen, in der sie auf keinen grünen Zweig gekommen sind.

Auch wenn diese Mitglieder sich vielleicht schon 20 oder 30 Jahre mit der Börse beschäftigen, sind sie dann faktisch Anfänger, wenn sie nie einen erfolgreichen Zugang zum Markt gefunden haben. Und die Bereitschaft sich so zu sehen und sozusagen mal einen gedanklichen Reset zu machen, erleichtert dann, einen eigenen Erfolgspfad zu finden.

Der Klassiker sind dabei Anleger, die sich seit 2009 nicht in den Markt getraut haben und jetzt nach 10 Jahren wieder langsam damit warm werden - wo doch jetzt das Chance/Risiko-Verhältnis definitiv schlechter ist, als noch 2009. Aber auch Anleger sind der Klassiker, deren Depot aus "Dauergurken" besteht, alles "Falling Angels" die in der Vergangenheit mal toll waren, dann vermeintlich mit "Rabatt" gekauft wurden, aber seitdem nie mehr auf die Beine gekommen sind.

Diese Klassiker des Verhaltens haben einen gemeinsamen Nenner und das ist der -> Ankereffekt in der Psychologie <-, eine der fiesesten Ausprägungen dessen, was wir hier unser evolutionäres Affenhirn nennen.

Ich sage Ihnen klar und deutlich: Wenn Sie das, was ich Ihnen nun sage und zeige, akzeptieren und Ihr Handeln tatsächlich ändern können, wird sich Ihr Anlageerfolg alleine deswegen, ohne großen Aufwand deutlich verbessern!

Erfolg mit einem Fingerschnippen, das wollten Sie doch schon immer, oder? Genau dabei kann Ihnen die folgende Erkenntnis helfen.

Sie werden aber sehen, dass das gar nicht so einfach ist, sich im Mindset umzustellen, denn der Affe in Ihnen tobt und tobt und da der Affe evolutionärer Teil von Ihnen ist, werden Sie ihn auch nie wirklich loswerden. Ihre Aufgabe ist, seine Fehleinschätzung zu erkennen und in Zukunft zu vermeiden.

Was sagt der Ankereffekt also theoretisch? Ich zitiere leicht umgebaut die Wikipedia:

Menschen werden bei bewusst gewählten Zahlenwerten von momentan vorhandenen Umgebungsinformationen beeinflusst, ohne dass ihnen dieser Einfluss bewusst wird. Die Umgebungsinformationen haben Einfluss selbst dann, wenn sie für die Entscheidung eigentlich irrelevant sind. Die Folge ist eine systematische Verzerrung in Richtung des Ankers.

Hört sich sehr theoretisch an? Nun dann machen wir es mal konkret. Atmen Sie tief durch und lassen Sie den Affen in sich frei. Schauen Sie auf die Charts und sagen Sie instinktiv, ob Sie da ohne Nachzudenken eher eine Chance oder ein Risiko sehen:

Das sind alles instinktiv Chancen, weil das Aufholpotentiel so hoch ist, oder? Es sind übrigens NVDA, GE und BHC.

In allen drei Fällen schreit uns das Chart geradezu an, dass das eine Chance sei. Und das liegt *nur* an dem Anker der alten Hochs. Weswegen das Chart von GE hier auch am wenigsten schreit, weil die Vergangenheit nicht ganz so glorios aussieht.

Machen Sie sich auch mal den Spaß und gucken Sie sich die drei Aktien auf kürzeren Zeitebenen an, so dass die "glorreiche Vergangenheit" nicht mehr sichtbar ist. Die Wirkung ist gleich eine ganz andere.

Die Vergangeheit ist aber kein Maßstab, wie vielen Anlegern die Telekom schmerzhaft beigebracht hat, die seit nun bald 20 Jahren im Depot dümpelt, die Hoffnung auf alte Zeiten stirbt zuletzt. 😉

Tja und dann schauen wir auf diese drei Aktien:

Und das sind alles instinktiv Risiken, weil die Fallhöhe so immens ist, oder? Es sind übrigens, BA, ABT und PYPL.

Spüren Sie, wie der Affe an Ihnen zieht und in welche Richtung? Fällt es Ihnen nicht viel leichter, einer der stark gefallenen Aktien zu kaufen, als eine der stark gestiegenen?

Wenn man viel Übung hat, erfahren ist und sich dessen bewusst ist, hat man das vielleicht im Griff. Einen Anfänger aber, überwältigt zuverlässig die Gier nach der vermeintlichen Chance, die da durch die alten Vergangenheitshochs indiziert wird. Und so eine starke Aktie wie im zweiten Teil, traut man sich nicht mehr zu kaufen.

Genau das ist der Ankereffekt und dem zu folgen ist *FALSCH*. Eindeutig *FALSCH*, keine Einschränkung, kein Aber!

Denn die Realität ist, dass sich eine bestehende Bewegung am Markt viel öfter fortsetzt, als dass sie dreht. Das nennt man auch "Trend" und das Prinzip Stärke zu kaufen, habe ich vielfach beschrieben, so auch in -> Handelsstrategie Stärke kaufen <-

Einen genauen Prozentsatz kenne ich natürlich nicht, aber es liegt Wahrheit in der folgenden Daumenregel:

Eine schwache Aktie bleibt mit 2:1 schwach und eine starke Aktie mit 2:1 stark.

Statistisch wird also eine der drei genannten schwachen Aktien positiv nach oben drehen, wenn ich raten müsste würde ich auf NVidia tippen. Die anderen beiden aber eher nicht!

Und statistisch wird eine der drei genannten starken Aktien irgendwann wegkippen, wenn ich raten müsste, dürfte bei Boeing das Risiko am Größten sein. Die anderen beiden aber eher nicht!

Heisst umgedreht, die Entscheidung oben BA, ABT oder PYPL zu kaufen, wird langfristig (auf der gleichen Zeitebene wie das Chart) mit 2zu1 zu besseren Ergebnissen führen, als NVDA, GE oder BHC zu kaufen! Punkt, erneut kein Aber!

Der Affe mit dem Ankereffekt, treibt uns aber sofort in die Gegenrichtung und damit in die statistisch falsche Entscheidung. Er verleitet uns dazu Gurken zu kaufen und die starken Gewinner links liegen zu lassen, weil die ja vermeintlich zu weit gelaufen sind.

Jetzt muss man aufpassen und darf sich nicht an Einzelfällen aufhängen. Ein Verhältnis 2zu1 heisst immer noch, dass in einem Drittel der Fälle auch eine schwache Aktie dreht. Natürlich gibt es das und eine starke Aktie kann plötzlich empfindlich einbrechen. Auch NVDA war mal stark und ist dann doch eingebrochen.

Auch muss man beim Zeithorizont aufpassen, Auch schwache Aktien wie GE, können auf niedrigeren Zeitebenen durchaus Stärke haben. Dann gilt auch hier die Stärkeregel, aber eben *nur* für den untergeordneten Zeithorizont. Es ist und bleibt absolut elementar, sich bei allen Aussagen -> den Zeithorizont klar zu machen <-.

Das hier bei GE sieht doch beispielsweise durchaus aussichtsreich für die kommenden Wochen aus, am großen Bild ändert es aber gar nichts:

Es geht hier also nur um Statistik und unsere gedankliche Grundeinstellung.

Diese Grundeinstellung ist aber fatal, denn sie verleitet uns dazu starke Aktien zu unterschätzen und schwache Aktien zu überschätzen.

Wenn es uns gelingt, das durch Reflektion zu erkennen und abzustellen, werden unsere Anlagerergebnisse mit einem Fingerschnippen besser werden.

Und übrigens, dieser Ankereffekt begegnet uns überall. Gerade bei Rabatten wird diese Schwäche gnadenlos ausgenutzt. In dem man ein Schild mit einem hohen Preis hinstellt, den durchstreicht und einen niedrigeren Preis daneben schreibt, wird im Affen in uns dieser Effekt ausgelöst und wir in objektiv zu teure Käufe getrieben. Das funktioniert perfekt, sonst würde es die Industrie nicht machen.

Aber eben auch an der Börse wirkt dieser Mechanismus, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. Wer in seinem alten Depot zu viele "Gurken" mit glorioser Vergangenheit aber trauriger Gegenwart hat bzw hatte, ist eindeutig Opfer dieses Effekts und nicht besser, als der Rabattgetriebene am Grabbeltisch, von dem man sich so gerne abhebt.

Stellen wir uns dieser Wahrheit, dann werden unsere Ergebnisse besser. Verweigern wir diese Erkenntnis und wir bleiben dazu verdammt, nie auf einen grünen Zweig am Markt zu kommen.

Amen 🙂

Ihr Hari

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Der Umgang mit Stops



Es gibt wohl kaum eine Technik, die so viele Gewinne verhindert, wie der unreflektierte, naive Umgang mit Stops. Trotzdem muss jeder Anleger - gleich ob Investor oder Trader - immer wissen, wann eine Position - weil gescheitert - zu schließen ist.

Das hört sich wie ein Widerspruch an, ist aber keiner. Wie das Eine und Andere dann doch zusammen passen, versucht das Video uns näher zu bringen, das wie immer *Live* und frisch von der Leber weg erstellt wurde.

Dabei sind mir beim nachträglichen Review aber zwei Dinge aufgefallen, die man noch ergänzen sollte, die aber wenn man sie auch noch thematisiert hätte, das Video zeitlich gesprengt hätten.

Erstens gilt die Aussage, dass man in der Regel keine Stops im System braucht, natürlich nur, wenn man bereit ist ein plötzliches Gap nach unten als Restrisiko zu akzeptieren.

Findet das Gap Overnight statt, kann es auch ein Stop im System nicht verhindern, Intraday dagegen schon. Dagegen steht dann aber das Risiko, dass wenn das Gap sich sofort wieder schließt, man dann abgeworfen und nicht wieder dabei ist.

Beide Sachverhalte muss man gegeneinander abwägen und dabei auch die Volatilität des Assets berücksichtigen. Ein Index hat sicher weniger Risiken großer Intraday-Gaps als ein Biotech-Wert. Die ideale Lösung für alle Fälle gibt es einfach nicht.

Zweitens habe ich im Video mehrfach den Terminus des "höheren Tiefs im Trend" benutzt, das aber nicht qualifiziert. Ein "höheres Tief im Trend" ist dann endgültig erreicht, wenn sich ein höheres Tief gebildet hat und *danach* die Kurse zu neuen Hochs laufen. Erst danach weiss man es sicher.

In den Beispielen bin ich an wenigen Stellen davon ein wenig abgewichen, um den Punkt besser heraus zu arbeiten, denn erst hinterher weiss man es sicher. So sind im Chart des SP500 wenige Fälle, in denen die höheren Tiefs noch gar nicht valide waren, weil kein neues Hoch da war - sprich die könnte man überspringen. Und im Beispiel SEDG ist das letzte Tief vor dem Abbruch auch gerade so eben noch nicht valide, weil auch die höheren Kurse fehlen.

Trotzdem habe ich die Fälle wie dargestellt benutzt, um didaktisch das Konzept an den Beispielen gut herausarbeiten zu können und nicht zu viele "Wenns" und "Abers" zu haben.

Wenn wir Live im "Fog of War" handeln, sollten wir aber nicht vergessen, dass das höhere Tief erst dann endgültig als valide anzusehen ist, wenn neue Hochs danach eingebucht wurden. Man kann schon vorher agieren und den Stop nachziehen, das erfordert aber Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Das hält das Risiko eines Reversal und den Verlust von Teilgewinnen länger offen, macht es aber sicherer das "richtige" Trendtief auch wirklich getroffen zu haben. Auch hier ist das wieder eine Abwägung, für die es keine perfekte, automatisierbare Antwort gibt. Ein Stück Gefühl, Instinkt und Einschätzung ist auch beim Identifizieren von Trendtiefs dabei und auch dafür braucht man Übung, Übung, Übung.

So und nun wünsche ich viel Spaß und gute Erkenntnisse:

Ihr Hari

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Die Lage Anfang Mai

Wenigstens einmal im Monat, will ich mich hier im freien Bereich auch zur Marktlage äussern.

Erinnern wir uns:

In -> Die Steigung <- hatte ich Ihnen Ende Januar die zunehmende Steigung im Leitindex S&P500 gezeigt, die dauerhaft so nicht durchzuhalten ist.

Anfang Februar, nahe am Tiefpunkt der Februar-Korrektur, habe ich Ihnen in -> Der Weltuntergang hat begonnen - Achtung Sarkasmus <- klar gemacht:

Genau genommen ist dieses Jahr sowieso eine echte Korrektur von 10-20% überfällig und vielleicht hat sie gerade begonnen. Schön wärs, denn das würde den Boden bereiten für eine neue Anstiegsphase, denn der übergeordnete Bullenmarkt ist eben noch nicht notwendigerweise zu Ende, Korrekturen gehören zum Geschäft.

Da sollte man doch meinen, dass sich die Mehrzahl nun freut und nach riesigen Gewinnen und 1,5 Jahren Anstieg ohne Pause einfach mal gelassen zur Kenntnis nimmt, dass dieser Markt erfreulicherweise wieder zur Normalität zurück kehrt.

Aber nein, es muss gleich der kommende, finanzpolitische Weltuntergang sein ......

Einen Handelstag später, genau einen Handelstag vor dem Tiefpunkt Anfang Februar, habe ich Ihnen in -> Entladung <- geschrieben:

Nehmen wir das Geschehen also ernst, rechnen wir durchaus mit noch tieferen Kursen in der nahen Zukunft, das Ende des Bullenmarktes ist es aber wahrscheinlich nicht, sondern eine ebenso notwendige wie überfällige Entladung.

Zwei Wochen später, habe ich in -> die erwartete Korrektur <- das Geschehen in ein großes Bild eingeordnet. Das Bild einer Schaukel- und Konsolidierungsphase, bei der in 2018 bei S&P500 3.000 nach oben bald Schluß ist und die nächsten Monate eher volatil seitwärts laufen.

Mitte März habe ich in -> die ruhige Hand <- noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig es ist sich nicht von den Panikmachern anstecken zu lassen, die immer dann medial aus den Löchern kommen, wenn die Kurse schon fallen:

Schon heute kann man aber wieder festhalten, dass es sich erneut gelohnt hat, sich in der Februar-Korrektur nicht verrückt machen zu lassen und eine ruhige Hand zu behalten.

Die Crash-Propheten sind nun auch wieder erst einmal verstummt, die kommen dann wieder aus den Löchern, wenn die Kurse wieder fallen, um sich an der Angst der Anleger zu laben und Klicks zu generieren. So funktioniert das Geschäftsmodell des "Fear-Mongering", im deutschen "Panikmache" genannt.

Anfang April habe ich in -> Zwischen Baum und Borke <- den Hinweis gegeben, dass die Lage gar nicht so schlecht aussieht und die Frage gestellt:

Wie wäre es in so einer Gemengelage denn, selektiv und vorsichtig mal ein wenig zu kaufen und direkt abzusichern? Heißt Sie überlegen sich im Vorfeld den "Preis", den Sie für die Chance zu zahlen bereit sind. Dieser "Preis" ist dann die Differenz zwischen Ihrem Einstieg und dem von Ihnen definierten Punkt, an dem Sie die Reißleine ziehen, weil der Markt eben doch nach unten rausfällt.

Und nun Anfang Mai?

Nun hat der S&P500 zum dritten Mal die Trendlinie und 200-Tage-Linie erfolgreich getestet und ist wieder unter Volumen nach oben abgeprallt. Das sieht gar nicht so schlecht aus:

Der DAX hat eine Wendestruktur nach oben getriggert und hat Chancen nach oben in Bewegung zu kommen:

Und im ganz großen Bild bleibt es dabei, wir sind in einer Seitwärts-Bewegung im ersten Halbjahr, die im zweiten Halbjahr dann gut S&P500 3.000 erreichen könnte. Das alles aber eingebettet in eine ganz normale, größere Konsolidierung, die die immensen Gewinne seit Anfang 2016 erst verarbeiten muss, bevor es weiter hoch gehen kann.

Das ist mehr oder weniger das Bild, das ich seit Jahresanfang vertrete. Und was hat es nun gebracht, den ganzen Säuen hinterher zu laufen, die die Bären seit Jahrenanfang durchs Anlagedorf treiben? All den "tollen", medial so wunderbar klickbaren Geschichten, warum der Markt gerade jetzt zusammen brechen "muss"?

Ich sage es erneut, der Markt muss gar nichts und ein Trend ist ein Trend. Das nennt man eine ruhige Hand.

Und klar, irgendwann wird eine der Säue den Trog umwerfen und der Markt wird wirklich fallen. Er wird definitiv irgendwann markant fallen, denn jeder bullische Zyklus endet - auch dieser.

Die ganze Energie die aber darauf verwendet wird, im Vorfeld herum zu raten, ob *gerade jetzt* die Wende ansteht, ist eher sinnlos. Denn die Kurse werden in der Regel sowieso die Ersten sein die fallen, die Fundamentaldaten kommen dann nach. Es gibt keine Frühindikatoren, die noch sensitiver als der Markt selber zukünftige Entwicklungen erahnen.

Darauf reagiert man dann sinnvollerweise, nachdem es das eine Mal aus 10 Fällen passiert ist und die Kurse wirklich durch Unterstützungen durchfallen. In den 9/10 anderen Fällen aber, in denen nichts passiert, hält man einfach Kurs.

Denn wer sich verrückt machen lässt, wird von der Volatilität zerrieben. Und wenn man schaut, warum Anleger so viel schlechter als der Markt abschneiden, liegt es oft an unnötigem Gezappel und der Verunsicherung, der von dem medialen Clickbaiting ausgeht.

Vielleicht arbeitet dieser Markt gerade an einer Topbildung, unmöglich ist gar nichts. Aber solange diese nicht wirklich da ist, tun wir gut daran beim langfristigen Trend zu bleiben. Und der zeigt weiter hoch, so einfach, auch wenn es über den Sommer sicher rumpelig bleiben könnte.

Ihr Hari

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Vom Shorten und von Powells erstem Auftritt



Guten Morgen!

Nach nervigem Gezappel mit bärischen Grundton in den letzten Tagen, liegt nun Jerome Powells erster Auftritt samt Pressekonferenz vor uns. Wie schon gestern erwähnt, werde ich den Wallstreet Stream daher bis Abends offen halten und fasse mich heute früh eher kurz, es wird im Vorfeld auch wenig ernst zu nehmende Entwicklungen geben.

Nun ist das mit FED-Sitzungen ja so eine Sache. Es gab eine Zeit so ab 2011, als die grossen QE Programme aufgelegt wurden, als der Markt an FED-Abenden teilweise massive Bewegungen gezeigt hat. Das hat sich aber seit Mitte 2016 geändert, mit dem stabil aufwärts trendenden Markt und mit Yellen kamen FED-Abende, die eher zum Gähnen waren.

Nun ist für diesen Abend eigentlich auch alles bereitet, der Markt geht fest von einem Zinsschritt aus und es geht nur noch um die Zwischentöne ob es dieses Jahr 3 oder 4 Zinsschritte werden und wie die FED die Inflationsentwicklung sieht. Eigentlich braucht man also auch heute Abend nicht viel zu erwarten.

Trotzdem ist es interesant den neuen FED Chef Jerome Powell mal zu erleben, sozusagen seinen "Zungenschlag" aufzunehmen und der Markt benutzt FED-Abend auch gerne als Katalysator, um dann zu tun, was er sowieso tun wollte.

Ich rechne aber auch heute Abend nicht damit, dass der Effekt der FED stark genug ist, die große Marktlage nachhaltig zu verändern - es bleibt wohl bei der volatilen Seitwärtsbewegung des ersten Halbjahres, die ich schon länger so zeichne:

Ob der Markt zunächst die obere oder die untere Begrenzung noch einmal anläuft, kann sich jeder von Ihnen selber zusammenraten, ich weiss es nicht. Im Zweifel sind nach den Abgaben der letzten Tage die Chancen nach oben wohl ein wenig höher. Aber viel mehr als das sehe ich nicht.

Das heisst, dass die FED heute Abend sehr wohl der Katalysator für eine Bewegung von 5% bis Ostern darstellen könnte, die dann entweder an den oberen oder unteren Rand der Struktur führt. Das prinzipielle Bild dürfte aber erhalten bleiben, soooo wichtig ist das heute dann auch nicht. Und Powell wird bei seiner ersten Sitzung wohl kaum gleich die große Überraschungskeule heraus holen, zumal Entscheidungen der FED ja Konsens-Entscheidungen des Gremiums sind.

Betrachten wir den heutigen Abend also mehr mit Interesse an Powells-Auftritt, als in Erwartung großer Bewegungen. Etwas mehr Cash und "leichteres Gepäck" macht aber trotzdem Sinn und das ja schon seit Wochen auch ohne FED - insofern haben die keinen Anpassungsbedarf zur FED, die so schon unterwegs sind.

Wie gestern schon gesagt, könnte die FED-Sitzung auch für EURUSD der Katalysator sein, der die Frage nach einem Top dann endgültig beantwortet:

So weit ganz allgemein zur FED, alles Weitere dann Live im Stream ab ca. 15:30 bis ca. 21:00 MEZ.

Das aktuelle Geschehen bei Facebook (FB) will ich heute aber nutzen, um an einen wichtigen Umstand im Zusammenhang mit Short-Trades zu erinnern, den ich heute Morgen auch noch einmal als "Perlen Reloaded" in -> Nur die Harten kommen in den Garten <- aus der Versenkung geholt habe.

Denn ja, dass bei Facebook ein wenig der Wurm drin ist und es auch im Kurs nicht mehr so richtig weiter geht, hat sich schon letzten Herbst angedeutet und sieht man auch im Chart gut, dass ich Ihnen am Sonntag zur "Aktie der Woche" gezeigt hatte. Hier ist es noch einmal:

Sichtbar war ja, dass die Nutzerzahl erstmals leicht gesunken ist. Und die Berichte dass Facebook bei den jungen Leuten an Relevanz verliert, waren ja auch schon da. Einen Link dazu habe ich Ihnen am Sonntag auch gezeigt.

Ich sage ganz offen, gerade weil ich Facebooks Geschäftsmodell so ablehne und hier nicht objektiv bin, hatte ich schon Anfang dieses Jahres mehrmals das "Jucken in den Fingern" die Aktie zu shorten.

Ich habe es nicht getan und das war gut so, denn dieses "Jucken" war nichts anderes als der Glaube klüger als der Markt zu sein. Es ist extrem verlockend sich so gegen eine Aktie zu positionieren und trotzdem höchst selten profitabel.

Denn wenn ich es getan hätte, ich hätte es nicht durchgehalten, weil Shorts eben mit zeitlichen Kosten verbunden sind. Wenn ich mir vorstelle ich wäre Short in Facebook gewesen, hätte mich die Bewegung bis zum 09.03. deshalb wohl aus dem Short gepresst.

Erst am letzten Wochenende, als die Nachricht des Skandals um Cambridge Analytica kam, hatte ich die starke Vermutung, dass das nun der entscheidende Katalysator sein könnnte um zu vollenden, was schon vorher irgendwie in der Aktie schlummerte. Deshalb habe ich Facebook am Sonntag zur "Aktie der Woche" gemacht, was ja wohl auch mehr als angemessen war.

Aber die Nachricht kam eben am Sonntag und reagieren hätte man darauf nur am Montag können, als die Aktie schon mit einem Gap-Down abgeraucht war. Und noch schlimmer, jetzt schauen Sie mal wie das jetzt aussieht:

Das riecht doch geradezu danach, dass es nun erst einmal wieder hoch geht, oder? Wir haben bei Facebook vielleicht wirklich gerade eine große Topbildung und ich bin der Erste der sich darüber freut. Aber man sollte nicht erwarten, dass es jetzt einfach wie ein Strich herunter geht. Viel wahrscheinlicher ist ein andauernder Kampf, der dann irgendwann doch die Topbildung vollendet.

Mein Punkt hier und heute ist:

Obwohl ich in Sachen Facebook so kritisch war, obwohl mir Shorts in den Finger gejuckt haben, obwohl ich den Beginn von Schwäche erkannt habe, ist es recht unwahrscheinlich, dass ich den Absturz von Montag und Dienstag hätte mitnehmen können.

Denn dazu hätte ich nun Short sein müssen, was man aber dauerhaft nicht sinnvoll kann, weil es eben Geld kostet. Dass aber genau dieses Wochenende das Thema rund um Cambridge Analytical eskaliert, ist reiner Zufall, es hätte auch noch drei Monate dauern können und die Shorts dabei immer weiter ins Rote laufen.

Mit diesen Worten will ich das im "Perlen Reloaded" Artikel gesagte unterstreichen. Unser Ego verleitet uns dazu, uns gegen Aktien zu stellen, weil wir dazu eine starke, dedizierte Meinung haben. Aber selbst wenn wir völlig richtig liegen wie ich bei Facebook, ist es immer noch immens schwer davon in Realiter zu profitieren. "Zu früh" ist am Markt eben nur ein anderes Wort für "Falsch". 😉

Shorts machen dann Sinn, wenn eine Aktie schon fällt, wenn ein Trend also etabliert ist, so wie ich das im "Perlen Reloaded" Artikel dargestellt habe. Auch der Post-Earnings Drift kann sinnvoll genutzt werden, wie ich das bei Procter & Gamble gezeigt habe, denn wenn die Zahlen schwer enttäuschen, kommt in den folgenden Wochen oft noch was nach.

Hier im blauen Kasten, war bei PG ein Short also eine akzeptable Strategie mit brauchbarem CRV:

Und hier bei GE in den beiden blauen Kästen:

Seien Sie also vorsichtig damit, sich aus Überzeugung gegen Aktien zu stellen, die noch nicht zu fallen begonnen haben. Der Fall Facebook zeigt wie schwierig das ist, selbst wenn man richtig liegt.

Und verwechseln Sie Shorten nicht mit Hedgen, das ich permanent einsetze. Beim Shorten wettet man auf eine direktionale Bewegung nach unten, die man exakt treffen muss, damit der Trade erfolgreich ist.

Beim Hedgen nutzt man zwar Shorts als Handwerkszeug, wettet aber gerade *nicht* auf eine direktionale Bewegung sondern neutralisiert sein Depot elegant für einen Zeitraum, so als ob man alles verkauft hätte.

Das Problem beim Shorten ist das Timing. Timing ist schon in Aufwärtsbewegungen nicht einfach, abwärts ist es aber wirklich nur für die ganz Harten und führt selten zum Erfolg.

Sie wissen, wie ich mich immer über die Tesla-Shorties lustig mache. Vielleicht haben die irgendwann auch mal Recht, das kann gut sein. Nur bis dahin haben die über den Zeitwert schon so viel verloren, dass sie dann wenn es wirklich runter geht, wohl gar nicht mehr dabei sind.

So weit ein grundsätzliches Thema an diesem Morgen. Nun verbringen wir den Tag mit Warten und lesen uns wieder heute Nachmittag!

Ihr Hari

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Perlen Reloaded – Trading Wahrheiten



Dieser kurze aber wichtige Artikel aus dem 2015er Archiv muss noch einmal in den Vordergrund gehoben werden, denn er beschreibt kurz und knapp 9 Kern-Wahrheiten zum Trading, die sich jeder hinter die Ohren schreiben sollte, der in dem Geschäft erfolgreich sein will!

Montag 20.04.15 15:00 - Trading Wahrheiten

Den folgenden, ganz ausgezeichneten Artikel, kann ich jedem nur wärmsten ans Herz legen, der der englischen Sprache mächtig ist und der am Markt Erfolg haben will: -> 9 Trading Truths <-

Geschrieben ist der von Brian Shannon von Alphatrends, einem sehr erfahrenen Trader mit hoher Reputation.

Sie finden darin jede Menge Wahrheiten wieder, die ich hier auch immer wieder wiederhole. Insofern ist doch auffällig, dass die wirklich erfolgreichen Trader mit leichten Nuancen am Ende immer wieder das Gleiche sagen.

Aber die wichtigen Dinge kann man gar nicht oft genug sagen. Deswegen übersetze ich die Kernaussagen des Artikels hier in Kurzform für die Mitglieder, die Englisch nicht gut genug lesen können.

Schreiben Sie sich die 9 Punkte also unbedingt "hinter die Ohren". 😉

1. Die Price Action ist das Einzige, was wirklich zählt. Mein deutsches Sprichwort dazu lautet: "Die Wahrheit liegt auf dem Platz". Das ist die wichtigste aller Regeln.

2. Keep it simple. Eine gute Analyse ist nicht überladen mit unzähligen Indikatoren, sie fokussiert sich auf das Wesentliche.

3. Volumen-Analyse ist wichtig, denn sie offenbart den Druck, mit dem Bullen und Bären unterwegs sind.

4. Der Markt ist voller "selbst-erfüllender-Prophezeihung" und das ist eine gute Sache, weil man das ausnutzen kann. Das ist meine Theorie der Reflexivität.

5. Risk Management ist die wichtigste Aufgabe eines Traders!

6. Der Trend ist wirklich unser Freund!

7. Nachrichten und Fundamentaldaten zählen. Es ist wichtig ein Modell zu haben, wie sich bestimmte Entwicklungen auswirken werden. Man darf nur diese Interpretation nie, wirklich nie, über die Price-Action stellen. Womit wir bei 1. sind.

8. Es gibt keinen leichten Weg, Erfolg am Markt ist harte Arbeit. Die Kurzform lautet: "There is no free lunch"!

9. In dem Geschäft gibt es viele Scharlatane, aber auch ehrliche Helfer. Viele Scharlatane kann man an einer einfachen Regel erkennen: jeder der behauptet, Trading sei einfach und er hätte ein perfektes System, ist ein Lügner!

Wie wahr, wie wahr! 😉

Ihr Hari

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