Erschöpfungs-Hoch im Biotech Sektor

by Hari on 26. März 2015

Der folgende Beitrag erschien schon Montag 23.03.15 16:20 in Hari Live

Wer mal anschaulich sehen will, wie ein (zumindest temporäres) Erschöpfungs-Hoch (Exhaustion-Top) aussieht, braucht nur auf den Biotech Sektor und den ETF IBB zu schauen.

IBB 23.03.15

Wir sehen am Freitag 20.03. ein Eröffnungsgap, das unter Volumen dann über den ganzen Tag massiv abverkauft wird und so diese rote Kerze generiert.

Nun bedeutet diese Wende nicht, dass der IBB nun deswegen zwingend und grundlegend einbrechen muss, obwohl es denkbar ist. Aber zumindest ein temporäres Hoch wurde nun mit hoher Wahrscheinlichkeit generiert und ein Rückgang zumindest zur 50-Tage-Linie wie im Chart eingezeichnet, hat hohe Wahrscheinlichkeit.

Im kurzfristigen 10-Minuten-Chart sieht das dann so aus:

IBB 23.03.15 2

Hier kann man dann schön sehen, wie das Eröffnungsgap sofort zu massiven Abgaben genutzt wurde. So ein Signal bleibt höchst selten ein singuläres Ereignis und insofern war das heutige Down-Gap nur folgerichtig.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

{ 1 comment }

Der folgende Artikel erschien zum Wochenstart am Montag 23.03.15 09:05 in Hari Live

Wir treten nun in eine gefährliche Marktphase ein, die von auslaufenden Katalysatoren und der Frage "was kommt danach" geprägt sein wird. Bitte übersetzen Sie "gefährlich" aber nicht in "muss fallen", denn so ist das nicht zu verstehen.

Es ist vielmehr eine Phase, in der die Treiber, die uns nun das ganze 1. Quartal begleitet haben, langsam mal für eine Pause gut sind. Und sich der Markt daher fragen muss, wie er die "Zukunft danach" bewertet, denn wir wissen, der Markt ist nichts weiter als die Summe der Erwartungen der Marktteilnehmer.

Der anstehende Quartalswechsel wird dazu beitragen, dass der Markt eine veränderte Sicht auf die Zukunft entwickeln könnte. Eigentlich ist das wie der Jahreswechsel nur ein ganz normaler Tag, aber in unseren Köpfen schliessen wir mit so Tagen die Vergangenheit ab und schauen aufs Neue gespannt nach vorne in die Zukunft.

Wesentlicher Treiber des ersten Quartals waren natürlich die Notenbanken, die von den drei grossen Währungen Dollar, Euro und Yen durchweg alle massiv stimulierend für die Asset-Preise agieren. Und dass insbesondere der sensationelle Anstieg des DAX in hohem Masse mit den Notenbanken und deren Effekt auf die Währungen zu tun hat, ist ja offensichtlich.

Schauen wir ins 2. Quartal, ist aber schwer vorstellbar, wo von Seiten der Notenbanken nun noch additive, positive Katalyasatoren herkommen sollen. Die EZB ist maximal stimulierend, die BoJ sowieso und die FED weicht ihren Zinserhöhungspfad weiter auf und bleibt auch unterstützend. Mehr geht eigentlich nicht bzw ist schwer vorstellbar. Und das Wissen um die Stimulierung der Notenbanken, ist nun in den Kursen eingearbeitet.

Einen so positiven Impakt, wie es ab Mitte Januar das EZB QE ausgelöst hat, wird es im 2. Quartal also von den Notenbanken wohl kaum geben können. Das heisst nicht, dass deswegen die Welt zusammen bricht, das QE der EZB läuft und wird stützen. Aber niemand sollte erwarten, dass wieder so leichtes Geld auf der Long-Seite zu verdienen ist, wie nach der QE Ankündigung der EZB, wo alle Signale in die Richtung nach oben wiesen.

Gleichzeitig beginnt Mitte April die Quartalssaison in den US und der Markt wird sehr kritisch und vorsichtig sein, was den Effekt des starken Dollars angeht, der im 1. Quartal für die US Unternehmen sehr deutlich spürbar sein sollte. Schwäche Anfang April in Erwartung unbefriedigender Zahlen in den US, wäre also kein bisschen überraschend. Und dass der DAX mal eine Verschnaufpause braucht, ist ja wohl selbsterklärend.

Mein grundsätzliches Bild für die kommenden 4 Wochen sieht daher vom Grundsatz her so aus, dass in dieser Woche noch nicht so furchtbar viel passieren wird und der S&P500 die Hochs um die 2120 testen könnte. Auch der DAX könnte die Hochs erneut testen und vielleicht übersteigen.

Die ersten zwei April Wochen scheinen mir aber anfällig zu sein und die Hochs könnten also zu einem temporären Doppeltop werden. Und weiter als bis Mitte April hinein, fühle ich mich im Moment nicht in der Lage, irgend etwas zu antizipieren.

Schauen wir uns das mal im Leitindex S&P500 an, zunächst im langfristigen Chart mit Wochenkerzen:

S&P500 23.03.15

Wir sehen einen etablierten und bestehenden Trend und kein Signal, das diesen in Frage stellt. Wir sehen aber auch, dass die Steigung langsam nachlässt und können die 50-Wochen-Linie (die fast mit der 200-Tage-Linie korreliert) als wichtige Wetterscheide identifizieren, die den Trend trägt.

Was wiederum bedeutet, dass die Zone um die runde 2000er Marke nun in den kommenden Wochen sehr, sehr wichtig wird, die ich mit einem roten, flachen Kreis markiert habe. Wenn die fällt, haben wir wohl einen Trendbruch und das sollte daher auch die Zone sein, in der unser Risikomanagement greifen muss!

Im kurzfristigeren Blick auf die Stundenkerzen, sehen wir die schöne Wendestruktur mit Measured Move 2120 und es spricht viel dafür, dass diese Marke erreicht wird - möglicherweise gegen Ende der Woche, nachdem Anfang der Woche leichte Schwäche ansteht:

S&P500 23.03.15 2

Wenn der Measured Move erreicht ist, stellt sich die wichtige "Doppeltop oder Trendfortsetzung" Frage und wie oben angedeutet, kann ich mir in den April hinein eine Doppeltopstruktur gut vorstellen, deren wichtiger Test dann - siehe oben - um die 2000 im S&P500 ansteht.

Fazit:

Anfang dieser Woche wäre leichte Schwäche kein Wunder. Typisch wäre aber auch, dass zum Quartalsende hin noch einmal ein Anlauf zu den Hochs folgt.

In den April hinein, ist insbesondere Anfang April Vorsicht ratsam, die Quartalssaison in den US wird sehr kritisch beäugt werden und die Notenbanken werden als Taktgeber etwas in den Hintergrund treten.

Über den April hinaus, bin ich nicht in der Lage sinnvolle Dinge zu antizipieren, zu viele Bälle sind in der Luft und das Thema Griechenland ist ja immer noch in der Schwebe und kann nicht ewig so weitergehen. Dass das Land aus dem Euro raus muss, ist offensichtlich, auch wenn es die Politik gegen jede wirtschaftliche Vernunft nicht wahr haben will. Was nun läuft, ist das "Schwarze Peter" Spiel, denn wenn Syriza einen Euro-Exit als Partei überleben will, brauchen sie Schuldige, auf die sie innenpolitisch zeigen können.

Ich bin zwar überzeugt, dass ein Grexit dem Markt letztlich nicht schaden wird und den Euro sogar stärken, aber in der wilden Phase des Austritts, wird es so viele Schuldzuweisungen und Chaos geben, dass der Unsicherheit hassende Markt selbstverständlich davon nicht völlig unbeeindruckt bleiben wird.

Was uns als sinnvolle Strategie bleibt, ist also weiter die "alte Leier" der Trendfolge, jeweils auf den zum eigenen Anlagehorizont passenden Zeitebenen. Beim DAX sollte man sicher nach unten härter begrenzen als im S&P500, einfach weil die Überdehnung nach oben viel grösser ist. Denn wir wissen ja, dass die Bewegung eines Pendels immer damit zu tun hat, wie stark es vorher in die Gegenrichtung ging.

Was Wirtschaftsdaten angeht, haben wir diese Woche allerlei und auch jede Menge Reden von Notenbank-Mitglieder. Insbesondere die FED Mitglieder sind ja nach einer Sitzung medial sehr aktiv, wenn die Schweigephase endlich vorbei ist und man sich wieder medial produzieren kann. ;)

Es gibt die kommende Woche aber keinen dominanten und massiv antizipierten Termin, wie letzte Woche mit der FED. Insofern wird es besonders spannend aber auch unsicher, denn der Markt hat weniger Leitplanken zur Orientierung.

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

{ 0 comments }

K+S und die Signale des Marktes

by Hari on 19. März 2015

Der folgenden Beitrag erschien Montag 16.03.15 17:10 in Hari Live

Erinnert sich noch jemand an das Uralkali Desaster des Sommers 2013, das bei einem Kurs von 25€ bei K+S zu einem schlimmen Einbruch führte?

Und erinnern Sie sich, wie ich K+S dann für Monate auf der "Igitt-Liste" hatte und mich immer wieder über die gierigen Anleger mokiert habe, die ohne Hintergrundinformationen permanent auf den sofortigen Rebound wetten wollten, weil "Fallen Angels" leider auf unsere Hirne so eine klebrige und ungesunde Anziehungskraft entfalten?

Nein, egal ob bei K+S, oder Öl, oder oder, nach solchen massiven und fundamental begründeten Einbrüchen, braucht der Markt fast immer Zeit sich einzuschwingen und wer zu früh zugreifen will, liegt von kurzen Gegenbewegungen abgesehen, meistens falsch. Eine grundlegende Wende aus solchen Einbrüchen braucht Zeit.

Ende 2013 habe ich dann K+S von der "Igitt-Liste" runter genommen und wieder neutral betrachtet, aber einen Grund sich damit als Aktie zu beschäftigen, gab es in ganz 2014 trotzdem weiterhin nicht. Und ich bin auch heute nicht drin und habe es auch nicht vor, einfach weil meine Augen woanders hin gerichtet sind und ich der Wettbewerbsfähigkeit von K+S weiter nicht traue.

Denn die aktuelle Stärke ist zu einem guten Teil ummittelbare Folge des Eurokurses. Denn so wird der Nachteil von K+S, dass die Produktionsstätten in einem Hochlohnland mit höheren Kosten liegen, auf dem Weltmarkt zu einem Vorteil und die Wettbewerbsfähigkeit verbessert sich gegenüber den Mitbewerbern. Dann hat sich der Kalipreis in Dollar noch etwas erholt und die Kosteneinsparungen im operativen Geschäft haben ihre Wirkung, so dass in Summe nun eine Menge positiver Faktoren zusammen kommen.

Trotzdem ist K+S als Aktie derzeit für mich primär eine Wette auf einen schwachen Euro und den Euro kann ich direkt auch anders handeln. Und unklar ist mir, wie sich der Euro-Absturz auf das Legacy Projekt in Kanada auswirkt, denn hier sollte der eigentlich alles teurer machen.

Aber alle diese Überlegungen sind letztlich irrelevant und tragen nichts zum Markterfolg bei. Denn am Beispiel K+S kann man in Perfektion vorführen, dass das Chart die entscheidenden Informationen hatte und man nur den Mustern des Charts hätte folgen müssen:

K+S 16.03.15

Wir sehen nämlich, wie sich Mitte Januar, mit dem abzeichnenden QE der EZB, ein sehr wichtiges Signal ergab.

Erstens hatten wir bei K+S eine deutliche iSKS mit Nackenlinie fast genau bei der ominösen 25€ Linie. Und zweitens kam da auch noch die langfristige Abwärtstrendlinie runter.

Es war also im Chart ganz eindeutig zu sehen, dass ein Ausbruch darüber hohe Bedeutung haben würde. Ich habe das damals auch gesehen und die Mitglieder im Post von Donnerstag 22.01.15 16:25 in Hari Live auf die sich entwickelnde Situation hingewiesen.

Aber ich habe mein Augenmerk in den folgenden Tagen dann auf andere Aktien und Sektoren gelegt, denn ganz viele Titel sahen ja identisch aus und sind seit dem hervorragend gelaufen. Denn wie gesagt, der Euro und das QE der EZB ist hier die dominante Kraft, das kann man im Chart klar sehen. Mit den positiven Erwartungen an die EZB kam der Schub. Andere Erwägungen, wie eine Preisstabilisierung im ganzen Sektor, waren für diesen massiven Schub wohl eher zweitrangig.

Fazit:

Wie der DAX, hat K+S den Measured Move der iSKS schon lange überschritten und ist überreif für eine Korrektur. Trotzdem ist das ein klar bullisches Chart und wer sich für die Aktie interessiert, kann den nächsten Dip wohl kaufen. Im Klaren sollte man sich aber darüber sein, dass das in hohem Masse eine Wette auf einen weiter schwachen Euro ist und dass die grundsätzliche Problematik, der hohen Abhängigkeit von einem zentralen Marktpreis, nach wie vor bei K+S gegeben ist.

Was aber das Chart von K+S auf jeden Fall ist, ist eindrucksvoller Ausdruck der Stärke des "Folge dem Markt" Prinzips. Das Chart hat uns alle relevanten Informationen schneller geliefert, als jede Analyse der fundamentalen Lage.

Und das Chart sagte bis Ende 2014, dass K+S als Aktie nicht interessant war. Mitte Januar kam dann aber das deutliche Signal, dass man nicht übersehen durfte, wenn man sich für diese Aktie interessierte.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

{ 1 comment }

Der psychologische Ankereffekt oder: Es ist eben nur eine Zahl!

17 März 2015

Der folgende Artikel erschien schon Donnerstag 12.03.15 09:30 in Hari Live Heute mal etwas Grundsätzliches zur Entwicklung im DAX. Denn die Fixierung der Menschen auf diese Zahl – heute 11.800 – führt zu psychologischen Fehlbewertungen der Situation. Und die Folge davon sind dann Schlagzeilen wie “Wahnsinn” oder “Übertreibung” oder “DAX ohne Hemmungen”. Das liegt daran, […]

Den ganzen Artikel lesen

Das Marktsentiment in Deutschland und die Höhenangst

12 März 2015

Jeden Mittwoch Abend kommentiere ich in Hari Live den von Joachim Goldberg heraus gegebenen Stimmungsindikator für die Frankfurter Börse. Meinen Kommentar von gestern Mittwoch 11.03.15 16:50, will ich heute auch im freien Bereich mit Ihnen teilen. Das war klar: -> In bärischen Positionen gefangen

Den ganzen Artikel lesen

US Staatsanleihen – Wie man vom fallenden Euro profitiert

10 März 2015

Der folgende Artikel erschien schon Montag 09.03.15 10:15 in Hari Live Manchmal muss man einfach in Erinnerung rufen, was hervorragend funktioniert hat. Schon alleine, damit man bei der nächsten Chance dann beherzter zupackt, denn der Mantel des Schicksals kommt ja nicht jeden Tag an einem vorbei. Zu Anleihen schreibe ich hier im Blog ja derzeit […]

Den ganzen Artikel lesen

Hari Live – Archiv 01.03.15 – 07.03.15

8 März 2015

Hari Live – Archiv 01.03.15 – 07.03.15

Den ganzen Artikel lesen