Ein Gastartikel von Tokay

Börsenregeln reloaded III – Never Catch A Falling Knife !

Seit dem Frühjahr gibt es Befürchtungen bei den Börsenbeobachtern über bevorstehende Kurskorrekturen. Diese Mutmaßungen sind weitgehend eingetroffen. Auch wenn der Satz „Sell in May“ der längerfristigen Betrachtung nicht standhält, in diesem Jahr hat er sich leider bewahrheitet. Der DAX ist im Frühjahr über die 7.000er Marke geklettert und befindet sich seither im Sinkflug. Wird dieser Rückgang weiter gehen und gar in einem Crash enden? Oder handelt es sich nur um eine vorübergehende Konsolidierung? Können einem hier die alten Börsenregeln weiterhelfen?

Eine sehr alte Börsenstrategie ist die sogenannte Dow-Theory, die von Charles Dow, dem Begründer des „Dow Jones Index“ wie auch des „Wall Street Journals“ erdacht wurde. Demnach kauft man, sehr grob gesprochen, den Markt, wenn der Dow Jones Index seinen 200-Tage-Durchschnitt nach oben kreuzt und man verkauft ihn, wenn der Dow Jones unter diese Linie fällt.

Im folgenden Diagramm sehen wir die entsprechenden Entwicklungen im DAX seit 1991. Wir handhaben diese Regel von Dow ein wenig restriktiver und bauen noch einen Sicherheitspuffer ein, um die Anzahl der Fehlsignale zu verkleinern.Wir verkaufen also erst dann wenn der DAX den 200-Tage Durchschnitt abzüglich 2 Prozent dieses Durchschnittes unterschreitet(dargestellt durch die gelbe Linie). Umgekehrt würde erst dann gekauft werden, wenn der DAX höher steigt als der 200-Tage-Durchschnitt plus 2 Prozent vom gleitenden Durchschnitt(Überschreiten der grünen Linie). Innerhalb des Korridors entstünde keine Aktivität.

Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich:

  • In den 90er Jahren, aber auch während der Hausse 2003-2007 gab es sehr oft Fehlsignale. Verkaufte man den DAX, dann begann er kurz danach zu steigen und man musste zu höheren Kursen wieder einsteigen um die danach einsetzende Hausse nicht zu verpassen. Somit hieß es: The trend is your friend.
  • In trendlosen Zeiten(sie sind häufiger, als man glaubt), auch und gerade in den 90er Jahren, z.B. 1994 oder 1998, führte diese Regel dazu, dass man verkauft hätte und die Kurse weder nennenswert gestiegen oder gefallen wären. Die passende Börsenregel dazu: Hin und her macht Taschen leer.
  • Ein durchgreifender Wechsel passierte in den 200ern, denn dreimal, nämlich in 2000, 2008 und in 2011 hätte das Befolgen dieser Regel dazu geführt, dass einem schwere Verluste erspart geblieben wären. Somit also: Greife nicht ins fallende Messer!

Es ist offensichtlich, dass diese unterschiedlichen Entwicklungen mit den jeweiligen Bedingungen im Börsenumfeld zusammenhängen. So waren z.B. die Einbrüche 1998 nach der Asien-Krise nur von kurzer Dauer, da das Makroumfeld in den westlichen Ländern nach wie vor eindeutig positiv geprägt war. Eine Verkaufsentscheidung, die anhand der Dow Theory getroffen wurde, wäre demnach eine Fehlentscheidung gewesen.Die 2000er Jahre hingegen waren gekennzeichnet von der Korrektur der ins unermessliche gestiegenen Erwartungen der Investoren gegen Ende der 90er Jahre. Und in 2011wurden die Märkte von der Eurokrise dominiert, welche die Risikoabschläge insbesondere für den Finanzsektor dramatisch ansteigen ließ.

Betrachten wir anhand der besonders einprägsamen Jahre 2000 und 2011, wie sich damals das „fallende Messer“ abgespielt hat:

Hier sehen wir den DAX-Verlauf von Mitte März 2000 bis Mitte September 2000, als die Untergrenze des 200-Tage-Durchschnitts unterschritten und somit das Verkaufssignal ausgelöst wurde. Der DAX korrigierte damals bereits seit einem halben Jahr(Strecke AB). Der gleitende Durchschnitt, also die orangefarbene Linie plus dem Pufferbereich stieg jedoch bis dahin noch an. Bei Punkt C, also am 13. September 2000, unterschritt der DAX die gelbe Linie, somit also die Untergrenze des 200-Tage-Durchschnitts. Die Baisse, die danach entstand, kam erst im Frühjahr 2002 zum Stillstand. Was auffällt, ist die stark divergierende Entwicklung der Kurse kurz vor diesem Einbruch. Der kurzfristige Trend war bis dahin negativ, der langfristige Trend des DAX aber positiv, welch letzterer damit gebrochen wurde.

Recht ähnlich war die Entwicklung im August 2011, als sich die Eurokrise zuspitzte:

Die Entwicklung verlief hier zunächst gleichförmig,wurde dann durch die Reaktor-katastrophe von Fukushima jäh unterbrochen. Jedoch nicht abgebrochen, wie sich zeigte: Zwar wurde die 200-Tage-Linie knapp unterschritten, nicht jedoch die Signallinie! Man wäre also trotz der Katastrophe im Markt geblieben. Hätte man dennoch verkauft, so wäre kurz darauf ein Kaufsignal geliefert worden, als der DAX die grüne Linie überschritt. Man kann dies so interpretieren, daß aus Marktsicht die fundamentalen Bedingungen nach wie vor intakt waren.

Und nun kam es im August 2011 zum Aufeinandertreffen(Punkt B) zwischen der Halbjahres-Trendlinie(Strecke AB) und dem 200-Tage-Durchschnitt. Das Unterschreiten von Punkt B mochte noch nicht zum Auslösen eines Verkaufssignals führen, dies war aber spätestens am 02. August 2011 der Fall, als die gelbe Linie unterschritten wurde. Auch hier hatten wir eine auffällige Divergenz zwischen kurzfristig rückläufiger Trendlinie und der längerfristig wirkenden 200-Tage-Linie, aus der sich eine negative Dynamik entwickelte.

Der Nachteil dieser einfachen Methode liegt darin, dass man einen Teil des Rückgangs hinnehmen muss, da man nur schwer abschätzen kann, ob er von Dauer ist. Ihr Vorteil liegt darin, dass bei Abwärtsbewegungen mit großer Dynamik das Kapital weitgehend gesichert werden kann. Dies gilt, wenn die Kurse weiter fallen, aber auch dann, wenn sie wieder ansteigen, denn dann kann man nach der gleichen Methode wieder in den Markt einsteigen, hat aber die vorhergehenden Verluste vermieden.

Und nun werden sich die Leser sicher fragen, ob man mit dieser Analyse die Entwicklung der kommenden Wochen und Monate abschätzen kann? Hier ist sie:

Hier haben wir nun eine umgekehrte Gemengelage: Denn wir hatten im vergangene Jahr eine deutlich positive Entwicklung(Strecke AB), im wesentlichen bedingt durch verringerte Risikoabschläge und durch positive Gewinnüberraschungen. Aufgrund der Eurokrise des Sommers 2011, welche nun wieder erneut aufgeflackert ist, haben wir einen längerfristig negativen Trend. An Punkt B, den wir noch nicht erreicht haben, begänne die Entwicklung kritisch zu werden. Sollte auch noch die gelbe Toleranzlinie nach unten durchschritten werden, dann wäre dies höchste Alarmstufe. Somit ist die Entscheidung über die kommende Entwicklung zwar noch nicht gefallen, aber sie steht wohl in Kürze bevor. Daraus folgt, dass die kommenden Handelstage und -wochen mit größter Aufmerksamkeit beobachtet werden müssen. Dies gilt insbesondere auch für Nachrichten bezüglich der Eurokrise, bei der möglicherweise grundlegende Weichenstellungen kurz bevor stehen.

Tokay

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22 Uhr Handelsschluss

Heute möchte ich einen etwas grösseren Bogen schlagen um die aktuelle Lage zu würdigen. Aber keine Sorge, zu den Schlussfolgerungen für das aktuelle Geschehen komme ich noch.

Drehen wir die Uhr ein gutes Jahr zurück. In den letzten 12 Monaten gab es genau drei wesentliche Trends, die man hätte gut treffen müssen um theoretisch schnell “reich” werden zu können.

Trend 1 - Der Absturz der Anfang letzten August begann und den DAX von Niveaus um 7500 bis knapp unter 5000 brachte.

Trend 2 – Die massive Aufwärtsbewegung des ersten Quartals, die schon im alten Jahr begann und den DAX von 5000 bis 7200 brachte.

Trend 3 – Der aktuelle, erneute Absturz durch die erneute Verschärfung der Euro-Krise, die sich in bestimmten Segmenten seit Ende Februar ankündigte, aber erst seit April Fahrt aufnahm.

Hätte man diese drei Trends erwischt, würde sich Reichtum wohl nicht vermeiden lassen – oder ?

Sie sehen schon an der Art der Frage, dass es offensichtlich nicht so einfach ist. Schauen wir uns doch mal die wesentlichen “Macro-Calls” an, die ein gewisser “Hari” in dieser Zeit gemacht hat.

Trend 1 habe ich den Lesern von Investors Inside im August letzten Jahres mehrfach unter die Nägel gerieben, eine Botschaft die lange nicht von allen gerne gehört wurde, wer mag schon schlechte Nachrichten ?

Das kulminierte dann in einem Grundsatzartikel am 27.08.11 -> To Sell or not to Sell <- der das grössere Bild beleuchtete und mit dem Satz “to Sell !” endete. Der Artikel ist übrigens auch heute noch erschreckend aktuell.

Trend 2, die Möglichkeit eines überraschenden Anstiegs in 2012, hatte ich in den letzten Wochen des Jahres 2011 mehrfach thematisiert. Und Anfang 2012 bin ich hier auf Mr-Market.de dann mehrfach sehr deutlich geworden, inklusive sehr kritischer Worte über “Chartisten” die Anfang Februar vom Einbruch faselten.

Trend 3 habe ich am 27.03.12 mit den im Nachhinein prophetischen Worten -> Vom Aufhören wenn es am Schönsten ist <- eingeläutet, wobei wir nun deutlich tiefer und negativer sind, als ich damals dachte – was aber an dem Wahldesaster in Griechenland liegt, das niemand so vorhersehen konnte.

In Summe habe ich also alle drei Trends früher als viele erkannt und auch wenn sich Details dann anders entwickelten, hat die Richtung in allen drei Fällen gestimmt. Und jedes mal, wenn ich diese Sichten artikuliert habe, bin ich bei Teilen der Leser auf Skepsis gestossen, die noch unter dem psychologischen Eindruck der jeweils aktuellen Bewegung standen.

Jetzt werden Sie sich fragen, warum ich Ihnen das erkläre und ob ich mich selbst beweihräuchern will und Ihnen nur erzählen möchte, was ich doch vermeintlich für ein “toller Hecht” sei ? Weit gefehlt, lesen Sie einfach weiter ;-) . Denn eigentlich müsste ich bei dieser Trefferliste zur Makro-Sicht nun ja in Gewinnen schwimmen. Tue ich aber nicht ! Wie das ?

Ganz einfach: Eine Situation zu erkennen, heisst noch lange nicht sie ausreichend ausnutzen zu können. In allen drei Trends war ich in Richtung des Trends positioniert und insofern habe ich keinen Grund zu klagen. Nur hätte es viel, viel besser laufen können, wenn ich konsequenter gewesen wäre. Und wenn es schon bei mir hätte besser sein können, wie ist es dann den zahllosen Anlegern gegangen, die viel zu spät bereit waren zu akzeptieren, dass sich der Wurm gedreht hatte ? Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken,

Denn in allen drei Trends habe ich erlebt, was nun auch aktuell wieder viele von uns erleben werden. Ich war nicht konsequent genug, weil ich zu früh Sorge bekam, dass der Trend doch drehen könnte. Deswegen war ich im 1. Quartal zu vorsichtig und hätte aggressiver Long wetten können. Und im 2. Quartal habe ich nicht aggressiv genug abgebaut. Ich sitze nun zwar seit Wochen auf jeder Menge Cash, aktuell 60% und bin darüber hinaus teilweise Short, so dass ich aktuell defacto nur zu 20% sehr selektiv Long im Markt bin. Warum aber habe ich nicht 80% oder 100% Cash und bin ich nicht Net-Short ?

Was mir passiert ist, passiert vielen von Ihnen bestimmt gerade auch. Man denkt halt, nach dem 10. oder 11. Abwärtstag “muss” es doch mal drehen und so versucht der eigene Kopf jeden positiven Tag im Sinne eines -> “Confirmation Bias” <- als Wendepunkt zu interpretieren und tendiert dazu schon wieder aufzuspringen. In 9 von 10 Fällen aber zu früh. Denn nur weil es 10 Tage Abwärts ging, ist keine Wende garantiert und kann es immer noch 10 Tage so weitergehen ! Und obwohl ich zu der Minderheit gehöre, die diese psychologischen Mechanismen versteht und sich ihrer bewusst ist, ist es trotzdem sehr schwierig sich dagegen zu wehren. Wie soll man sich denn auch gegen den Gegner im eigenen Kopf sinnvoll wehren ?

Das sind die Fallen, die uns unser Gehirn beim Trading permanent stellt, wenn wir jeden Tag auf die Kurse schauen. Gerade wenn man wie vielleicht ein paar von Ihnen jetzt noch zu stark investiert ist, artet so jeder Tag zu einem Hoffen auf die Wende aus, bei dem der “Confirmation Bias” grossen Schaden im Depot anrichtet.

Deshalb, genau deshalb, ist es so schwierig den Markt zu schlagen ! Und wer diese Wahrheit nicht erkennt oder für sich nicht akzeptieren will, der ist nach meiner Erfahrung defacto chancenlos dauerhaft den Markt zu schlagen ! Glückstreffer gibt es immer und ein einzelnes gutes Jahr kann auch mal ein Schimpanse mit Dartpfeil haben, dauerhaft ist das aber eine ganz andere Herausforderung.

Dabei gibt es ja ein paar ganz klare, unbestechliche Signale, an die man sich in jedem Trend halten könnte. Genau wie man im ersten Quartal eine Trendlinie unter den Anstieg hätte legen können und besser zu 100% investiert gewesen wäre, solange die Trendlinie nicht gebrochen war – genau so kann man nun eine absteigende Trendlinie zeichen und wäre wohl besser ganz aus dem Markt oder Net-Short solange der Trend besteht. Schauen Sie auf den DAX Chart aus Stunden-Sicht :

Seit letzten Montag haben wie eine ganz eindeutige Trendlinie, an der wir die ganze Woche zuverlässig gedreht sind. Erst wenn diese Trendlinie nachhaltig gebrochen ist und der Bruch am Folgetag bestätigt wurde, erst dann wird sich mein Blick wieder nach oben richten !

Aber auch im DAX Chart aus Tages-Sicht, sieht es nicht wirklich besser aus. Hier kann man obige Trendlinie noch deutlicher zeichnen und man sieht auch die ausgebildete Topformation, die je nachdem wie man die Nackenlinie zeichnet rechnerische Ziele der Abwärtsbewegung von 5800-6000 im DAX ergibt. Und schauen Sie bitte mal auf die Dauer des Aufwärtstrendes im 1. Quartal. Dann wissen Sie, das nirgendwo geschrieben steht, dass es nun morgen schon wieder aufwärts gehen muss !

Es gibt also eine Lösung, um den “Confirmation Bias” unter Kontrolle zu behalten, man muss sich stur an die bewährten Indikatoren und die eigene Strategie halten ! Und die Indikatoren sagen aktuell: Der Trend ist abwärts ! Und zwar solange bis er dreht, was schon kommenden Montag aber eben auch erst in einem Monat der Fall sein kann. Den Zeitpunkt kennen wir alle nicht und lange darüber nachzugrübeln kostet nur Zeit und schafft keine besseren Ergebnisse beim “Raten”.

Sinn macht dagegen, sein Kapital und Risiko zu managen und darauf zu achten, dass aus kleinen Verlusten keine grossen werden. Sinn macht, nur solche Trades einzugehen, die mit dem Trend laufen. Und Sinn macht auch, sein emotionales Kapital dadurch zu schützen, dass man keine übergrossen Risiken eingeht. Denn nur wenn man am Tiefpunkt, an diesem besonderen einen Tag aus zehn, noch psychisch gelassen und voller Zuversicht ist – nur dann wird man mutig zugreifen können, wenn der Trend dreht ! Und er wird drehen, fragt sich nur wann ! ;-)

Am Wochenende kann nun jede Menge passieren und vom G8 Gipfel in Camp David dürften sicher warme Worte kommen, mit dem Ziel den Markt zu stabilisieren. Insofern, vielleicht wird nächste Woche ja theoretisch ganz toll und wir rennen in einem Lauf zurück bis 6600 im DAX. Aber lassen wir uns doch die Antwort von Mr. Market selber geben statt zu raten. Ein Trend ist dann gebrochen, wenn er gebrochen ist. Punkt. So einfach ist das und so schwierig für uns Menschen zu akzeptieren, der wir alles immer im Vorfeld antizipieren wollen.

Ich hoffe ich war ein wenig hilfreich und konnte Ihnen einen – vielleicht schmerzhaften, dafür aber lehrreichen – Blick in den eigenen Spiegel ermöglichen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

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17 Uhr

Nach der gestrigen Wende hat Gold in USD (XAUUSD) nun ein “Swing Low” geformt und damit den gestrigen Tag bestätigt. Damit kann sich der Blick nun wieder vorsichtig nach oben richten.

Der Tageschart von Gold, der das ganze letzte Jahr abbildet, unterstreicht diese Sicht, dort könnte sich eine eindrucksvolle Umkehrformation bilden. Beachten Sie aber den Konjunktiv “könnte”, es ist noch nicht passiert ! Beachten Sie auch den RSI an den 4 Tiefpunkten und schauen Sie genau hin, was jeweils danach passiert ist.

Schaut man auf den Stundenchart seit März des grossen Goldminen ETFs GDX, sieht man, dass wir noch über 44 USD steigen sollten, um eine Wende ernsthaft ausrufen zu können. Aber auch im GDX sieht es nun schon recht gut aus. Denn positiv sind die Volumenspitzen zu sehen, mit denen die Anstiege eingeläutet werden.

Wenn Sie mal in einem interessanten Artikel lesen wollen, wie echte “Gold Bugs” darüber denken, dann schauen Sie mal -> hier <- bei Gary Savage vorbei.

Ich muss dazu sagen, dass ich seine mehrjährigen Vorraussagen mit grösster Skepsis betrachte, nicht weil ich seine Sicht perse ablehne, sondern weil ich prinzipiell wenig von solchen Voraussagen halte. Die Zukunft ist dafür zu unbestimmt und keiner kennt sie, auch nicht Gary Savage. Trotzdem finde ich den Artikel interessant und lehrreich, weil er auf einigen eindrucksvollen Charts das Potential zeigt, dass im Sektor nun steckt und er auch aufzeigt, wie brutal überverkauft die Goldminen nun sind.

Zur Erklärung seiner Terminologie im Artikel vielleicht noch: Gary Savage ist ein grosser Fan der Zyklentheorie. Ich finde diese sehr interessant, mit einigen guten Gedanken und durchaus wertvoll bei einer Analyse der Bewegungen im Edelmetallsektor. Die alleinige Verwendung als “ultimatives” Tool empfinde ich aber als ebenso übertrieben, wie daraus jahrelange Voraussagen abzuleiten. Aber solange man damit gute Signale bekommt, ist sie ganz pragmatisch gesehen auch für mich ein wertvolles Tool.

Man darf halt nur nicht den Fehler machen, solche Charts als zuverlässige Voraussagen zu betrachten. Diese Charts zeigen Potentiale auf, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ich persönlich sehe zum Beispiel durchaus die Möglichkeit, dass wir nun nach ein paar Tagen Anstieg wieder abwärts rollen und analog zum letzten Dezember noch einmal die 1520 USD in Gold testen und vielleicht sogar marginal ein neues Tief produzieren. Auch die Goldminen sollten dann noch einmal die Tiefs testen, zumal sich die Minen von einem schwachen Aktienmarkt nie völlig entkoppeln können.

Trotz dieser Möglichkeit spricht aber nun einiges dafür, dass wir den Boden im Sektor gesehen haben oder ihm sehr nahe sind. Trotzdem ist Vorsicht notwendig, weswegen ich bei Gold noch einen Stop bei 1490 USD einlegt habe. Damit habe ich ein definiertes Verlustrisiko von 100 USD, nach oben aber ein vielfaches an Chancen.

Abgesehen von der oben diskutierten Markttechnik, dürfte es wohl nicht nötig sein, die fundamentalen Argumente für Gold zu wiederholen. Dafür sollte der Blick in die Zeitung genügen.

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Hari´s Märkte am Abend – 17.05.12 – Kurzbericht

17 Mai 2012

19 Uhr – Mitten im Handel Ich habe heute wenig Zeit, deshalb nur ein paar kurze Zeilen um das Wesentliche in Erinnerung zu rufen. (1) Der Trend ist abwärts ! Das sollte nun jedem klar sein. Und der Trend ist unser Freund, nicht die Hoffnung auf ein Ende der Abwärtsfahrt. (2) Die am Freitag im [...]

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Hari´s Märkte am Abend – 16.05.12 – Schwache Gegenbewegung

16 Mai 2012

22 Uhr – Handelsschluss Es gibt Tage, an denen gibt es nicht viel zu sagen, weil nichts wirklich Neues passiert ist. Und heute ist so ein Tag. Die leichte Stärke die wir heute im DAX gesehen haben, war nicht mehr als eine ganz typische technische Reaktion. Leider war sie auch wenig überzeugend, nach dem tagelangen [...]

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Hari´s Märkte am Abend – 15.05.12 – Paul Krugman und die nackte Angst

15 Mai 2012

22 Uhr – Handelsschluss Ein bitterer Tag an den Märkten geht zu Ende. Nachdem endlich klar war, dass in Griechenland Neuwahlen kommen, hatten wir eine erneute kleine Chance auf eine Rally, die der Markt aber erneut verpasst hat. Denn der Markt hatte die Nachricht ganz gut verdaut und die 1340 im S&P500 und 6400 im [...]

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Hari´s Märkte am Abend – 14.05.12 – In griechischer Geiselhaft

14 Mai 2012

22 Uhr – Handelsschluss Heute habe ich in Anbetracht eines politischen Marktes nur einen sehr persönlichen, durchaus emotionalen und nicht immer politisch korrekten Kommentar zu bieten. Einen Kommentar zu dem, was in Europa gerade passiert. Denn ich muss Ihnen gestehen, das Wort “Griechenland” beginnt mich so richtig zu nerven. Und das ist nicht gut, weil [...]

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Hari´s Märkte am Abend – 11.05.12 – Wochenabschluss – Marktlage aus Chartsicht

11 Mai 2012

22.00 Uhr – Handelsschluss Heute habe ich mich zum Wochenabschluss für ein “Chart-Fest” zur Marktlage entschieden, da es bei einzelnen Titeln wenig Aufregendes zu berichten gibt. Wie so oft war der Handel im DAX am Vormittag zunächst zäh wie Kaugummi und bewegte sich ohne Richtung in einer engen Zone um 6500 herum. Mit der Eröffnung [...]

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Hari´s Märkte am Abend – 10.05.12 – Ein richtungsloser, ängstlicher Markt

10 Mai 2012

22 Uhr – Handelsschluss Ich mache es heute sehr kurz. Erstens weil ich in Kommentaren einiges zu CFDs erklärt habe, was Zeit gefressen hat, die nun hier fehlt. Vor allem aber, weil der Markt unentschieden und richtungslos ist und es nicht viel zu sagen gibt. In Anbetracht der überverkauften Lage ist das sehr dürftig, was [...]

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Hari´s Märkte am Abend – 09.05.12 – Bedeutende Wende bei den Goldminen ?

9 Mai 2012

22 Uhr – Handelsschluss Was für ein Tag Es gibt Tage die in Erinnerung bleiben, der 04. Oktober 2011 war so einer, als der S&P500 unter 1100 abkippte und bei 1078 in der letzen Handelsstunde dann ohne Vorwarnung brutal die Kaufprogramme von Big Money einstiegen und damit seitdem das absolute Tief markierten. Ich war damals [...]

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