Brokerwahl: Welche Kriterien sollten CFD Trader berücksichtigen?

by Bezahlter Gastbeitrag on 10. Mai 2013

Ein “Sponsored Article” von Milena Kannen, IG Markets

Der Handel mit Differenzkontrakten (CFDs) erfreut sich in Deutschland, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, immer größerer Beliebtheit. War das schnelle Handeln mit Devisen, Aktien, Rohstoffen et cetera bis vor etwa zwei Jahrzehnten noch nahezu ausschließlich professionellen Marktteilnehmern vorbehalten, dringen seit einiger Zeit auch hierzulande verstärkt Privatanleger an die Märkte. Vor zehn Jahren beschäftigten sich ein kleiner Zirkel von etwa 1500 Anlegern mit kurzfristigen Spekulationen; inzwischen werden in Deutschland etwa 43 000 aktive Trader gezählt. Das Geschäft mit den Hobbytradern boomt, und da man mit Speck bekanntlich Mäuse fängt, dauerte es nicht lange, bis auch hierzulande die Online-Broker begannen, wie Pilze aus dem Boden zu schießen.

Wie in jedem Boom-Markt haben auch hier die dynamischen Wachstumsraten und das hohe Gewinnpotenzial zu einem scharfen Wettbewerb geführt. Regelmäßig tauchen neue Firmen auf der Bildfläche auf, entweder als Zweigniederlassungen internationaler Anbieter, Ableger von Großbanken, White Labels bereits existierender Marken oder komplette Neugründungen. Die Werbestrategien dieser Broker sind oft aggressiv, oft wird mit Einsteigerboni geködert. Etablierte Anbieter bemühen sich, sich von dieser Art des Kundenfangs abzugrenzen, indem sie auf weniger laute, langfristige Strategien zur Kundenaquise und –bindung wie zum Beispiel Schulungsangebote setzen.

Wer ernsthaft überlegt, in den CFD-Handel einzusteigen, sollte jedoch die auf jeder Anbieterwebseite schwer übersehbaren Werbebotschaften nicht überbewerten. Im Grunde genommen sind es nicht mehr als vier Kriterien, die ein angehender Brokerkunde als nicht verhandelbar ansehen sollte; alles weitere ist allenfalls schmückendes Beiwerk.

Da wäre zunächst der Sitz des Unternehmens, wobei generell gilt: Anbietern mit Firmensitz außerhalb der EU oder gar in exotischen Steueroasen wie beispielsweise den Cayman-Inseln sollte man mit Vorsicht begegnen, da sie von keiner EU-Behörde reguliert sind und daher keine Vorgaben zur Einlagensicherung zu erfüllen haben. Um als -> CFD Broker <- in Deutschland zum Geschäftsbetrieb zugelassen zu werden, ist die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Entschädigungseinrichtung (EdW) Pflicht; ähnliches gilt in Großbritannien. Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin sieht vor, dass geschädigte Brokerkunden im Insolvenzfall ihre Einlagen aus den Mitteln der EdW zurückerhalten, in Deutschland bis zu 20 000 Euro. Wer plant, höhere Summen auf seinem CFD Konto zu lagern, sollte sich über segregierte Konten für Kundengelder informieren, um zu verhindern, dass Einlagen als erzielbare Vermögenswerte an Gläubiger fließen, oder Broker aus Großbritannien wählen: Die britische Finanzaufsichtsbehörde macht eine Einlagensicherung bis 50 000 Pfund Sterling zur Pflicht.

Obwohl viele Broker mit einer großen Bandbreite handelbarer Märkte werben, sieht die Realität größtenteils so aus, dass Trader bestimmte Instrumente bevorzugen und immer wieder zu diesen zurückkehren – in den meisten Fällen ein Mix aus Blue Chips, Major Forex und Spot Gold. Zwar kann es natürlich immer vorkommen, dass exotischere Werte durch ein plötzliches Großereignis ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, wie zum Beispiel das -> Grubenunglück von San José in Chile <- von 2010, als ein unerwarteter Steinschlag 33 Bergleute für 69 Tage einschloss. Die hohe Aufmerksamkeit, die der Rettungsaktion international zuteil wurde, wirkte sich nicht nur auf den Kupferpreis aus, sondern sorgte auch für erhöhtes Interesse der Forex Trader an dem exotischen Währungspaar USD/CLP (chilenischer Peso). Dennoch ist es bei der Brokerwahl wichtiger, auf niedrige Spreads in den meistgehandelten Märkten zu achten, um die laufenden Kosten für Ihre Trades möglichst gering zu halten.

Natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel Vorhandensein und Höhe einer Mindesteinzahlung (je geringer desto besser, damit Sie nicht in Versuchung kommen, sofort zu große Summen zu handeln), Erreichbarkeit und Support (idealerweise sollte der Kundenservice deutschsprachig sein), Ein- und Auszahlungswege und natürlich die Handelssoftware, die, egal ob browserbasiert oder installierbar, immer stabil und schnell laufen sollte. Letztere sollten Sie, bevor Sie ein Live-Konto eröffnen, unbedingt mit einem Demokonto testen. Diese Faktoren sind jedoch zweitrangig, beziehungsweise hängen von den Präferenzen des individuellen Traders ab. Wer sich jedoch ernsthaft mit dem Gedanken trägt, in den CFD Handel einzusteigen, sollte in den Punkten Firmensitz, Regulierung, Einlagensicherung und Handelsspreads keine Kompromisse eingehen.

Der Handel mit CFDs beinhaltet ein hohes Risiko und kann daher nicht für jeden Anlegertyp geeignet sein. Verluste können u.U. Ihre Einlagen übersteigen. Bitte stellen Sie darum sicher, dass Sie alle mit dem CFD Trading verbundenen Risiken verstanden haben und einschätzen können.

Milena Kannen ist Financial Writer und Researcher bei IG Markets, Deutschlands führendem CFD-Anbieter. Nach abgeschlossenem Journalistikstudium in Leipzig schreibt sie nun aus London über CFD-Handel, Charttechnik und Handelsstrategien sowie aktuelles Börsengeschehen. Mehr Infos erhalten Sie unter www.igmarkets.de

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1 John Doo Mai 25, 2013 um 20:22

@Hari: hast Du eine Meinung bzw. Erfahrung zu folgendem: wenn ich mit einem cfd long auf einen indice (zb Dax) setze und es gibt einen crash, löst dann überhaupt noch mein stop bzw. kommt es darauf an inwieweit dieser dann nah am Kurs liegt oder nicht, um überhaupt noch gezogen zu werden…?
Beste Grüße
John Doo

2 CDO Mai 27, 2013 um 11:37

es gibt verschiedene Varianten John,

du kannst einen Stop haben, der “bestens” ausgeführt wird, sobald deine Marke erreicht (unterschritten) ist und der wird dann eben zu dem Kurs ausgeführt, zu dem ein anderer kaufen will – das mag dann etwas unter deiner Intention sein… bei einem bösen flash crash auch mal weit darunter … aber der Stop wird ausgeführt

es gibt aber auch die Möglichkeit, dass dein Broker eine Stop-Limit (oder ähnlich – ich hab das Gefühl, dass die Bezeichnungen nicht standadisiert sind und jeder das anders nennt / vlt. verwirrt mich aber auch nur der Unterschied zw. Long und Short ;)) anbietet. Dabei ist Vorsicht geboten, da sagst du dann Quasi “zu diesem Kurs verkaufen, aber nicht darunter”, das wäre zwar gut im Falle eines kurzen Crashes, der sofort wieder gekauft wird, weil du dann nicht von einem Kurszucker, der vlt. nur Minuten gedauert hat ausgestoppt wirst…

aber (großes ABER eigentlich ;)) wenn in einer längeren Abwärtsbewegung diese Art des Stops zufällig in einem Gap liegt – welches nie geschlossen wird – dann wird der nie ausgelöst und der Trade läuft bis zum Margin Call (wenn du nicht manuell schließt)

und dann gibts noch n paar varianten von Orderausführungen, da mussst du bei deinem Broker durchlesen wie der das handhabt und was welche Orderkürzel bedeuten…

3 Hari Mai 27, 2013 um 11:59

@John Doo, zu den Varianten hat CDO ja schon was gesagt.

Zum Ablauf ist es ebenso einfach, wie im Detail dann doch tückisch. Nachdem Dein Stop ausgelöst hat, bekommst Du den nächsten Kurs, den Dein CFD-Broker stellt. Hört sich einfach an.

Nur daran sieht man, wie wichtig es ist einen zuverlässigen Broker zu haben, der eins-zu-eins zum Underlying (meistens den Futures) stellt. Aber selbst wenn Du so einen hast, hast Du ein Restrisiko. Denn hier geht es um Millisekunden. In der Zeit zwischen dem Auslösen des Stop und dem “scharf schalten” Deiner “Bestens” Verkaufs-Order, haben die HFT Programme schon Millionen Transaktionen durch den Markt gejagt. In einem Flash-Crash Szenario – denke an das Gerücht um die Bombe im Weissen Haus vor Kurzem – kann es Dir also passieren, dass in diesen Millisekunden der “nächste” Kurs einige Prozent tiefer ist.

Bei diesen dramatischen Bewegungen kommen dann auch Zeitverzögerungen auf der Leitung zwischen Deinem Broker und dem Börsenplatz des Underlying zum Tragen. Die können Dich schnell ein paar Prozent kosten.

Fazit: Ja, der Stop wird ausgeführt. Kann aber in Extremfällen tiefer sein als Du ahnst und muss dann gar nicht mal “böse Absicht” Deines Brokers sein, sondern Folge der Teilsekunden die die verschiedenen Schritte kosten. Ein weiterer Grund für professionelle Broker mit guter EDV. Und die sind NICHT die billigsten im Markt – wie denn auch, wenn man permanent genügend Server und Bandbreiten-Reserve vorhält, die man in 99% der Fälle nicht braucht.

Ich mag daher die auch von CDO erwähnten Stop-Limit Orders, wobei ich das Limit sehr weit weg (2-4% vom Stop) setze. Der Sinn des Limits ist nur, nicht ganz unten mit 20% Minus in einem Flash-Crash ausgestoppt zu werden, nur um den Circuit-Braker zu erleben und später zu sehen, wie der Markt einen 19% Rebound macht. Und das Overnight-Gap Problem das CDO beschreibt ist richtig, für jemanden wie mich der seine Positionen aktiv jeden Tag verfolgt aber nicht bedeutend, denn ich bekomme das mit und handele dann halt explizit manuell.

4 John Doo Mai 27, 2013 um 12:18

@Hari, danke für Deine ausführliche Antwort, das hilft mir! Gerade dieser Tage muss man zumindest auf der Rechnung haben, das es auch mal schnell sehr stark runtergehen kann. Da ich cfds nur mit Saxo handel, gehe ich davon aus, das dort im Rahmen der (gut ausgebauten) elektronischen Möglichkeiten es zumindest fair zugeht…
Beste Grüße
John Doo

5 Hari Mai 27, 2013 um 12:27

@John Doo, aber auch Saxo hat mal Ausfälle. Insofern denk mal über die Vor- und Nachteile der Stop-Limit Order nach.

6 John Doo Mai 27, 2013 um 13:12

@Hari: das hört sich so an, wie wenn man beides machen könnte, sprich eine “normale” Stop-Order und eine stoplimit-Order…werde ich mir mal anschauen. Danke nochmals Hari!

7 Hari Mai 27, 2013 um 13:29

@John Doo,

ich vermute aufgrund Deiner Antwort, dass da ein Missverständnis vorliegt. Auch eine normale Stop-Order ist BEIDES.

Ich weiss, instinktiv glaubt man, bei einer Stop-Order würde zum Stop verkauft. FALSCH.

Auch eine Stop-Order besteht aus zwei Teilen: 1) Dem Trigger und 2) Der Ausführungsorder

Der Trigger ist der Stop. Sobald dieser das erste Mal erreicht wird, wird die Order scharfgeschaltet.

Bei der “normalen” Stoploss Variante ist die Ausführungsorder nachdem der Stop triggerte die BESTENS Verkaufsorder. Was immer also der nächste Kurs ist, den bekommt man.
Bei der “Stopploss Limit” Variante ist die Ausführungsorder nicht “bestens”, sondern eine Verkaufsorder mit Limit.

In beiden Fällen besteht die Order aber aus 2 Teilen ! Erst muss mal der Trigger ausgelöst werden und dann – mit Zeitverzug (und der kann schon kritisch sein) – wird die Ausführungsorder in den Markt gelegt.

Es ist ein weit verbreitetes Missverständniss, eine Stoploss Order würde beim Stop ausgeführt. Nein, der Stop triggert nur das, was danach kommt. Alleine diese Zeitdifferenz kann massive Probleme machen.

8 John Doo Mai 27, 2013 um 13:52

@Hari: Okay, danke Dir! Hat beides Vor- und Nachteile, bei einem richtigen crash ohne starken rebound schaut man bei der stoplimit-order in die Röhre bzw. man muss manuell nachjustieren wenn nicht alles zum eingestellten stop-Kurs verkauft werden konnte weil es zu schnell runtergesaust ist…

9 carpintero Mai 30, 2013 um 10:13

Ich handele CFD`s bei IG Markets, dort besteht die Möglichkeit eines ” garantierten Stops ”
Der Stop kostet einen geringen Aufschlag beim Spread, beim Dax z.b. 3 Punkte, Gold 0,3 punkte und der Verkauf ist garantiert zu dem eingegebenen Kurs.
Funktioniert tadellos

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