Marktupdate 13.07.12 – Der Blick nach oben

09:10 Uhr

Nur ein paar kurze, schnelle Zeilen zu meiner Markteinschätzung für den Tag. Heute ist Freitag der 13. - das sollte Glück bringen. 😉

Heute hat der Markt eine Chance nach oben.

1. Wir haben im DAX nun mehrfach in einer Zone 6350-6400 nach oben gedreht. Selbst wenn wir "Range-Bound" bleiben und kein Ausbruch bevorsteht, könnten wir nun wieder in den oberen Bereich der Range, die Zone um 6550, vorstossen.

2. Wir sind im S&P500 nun 6 Tage hintereinander im Minus gewesen. Ganz egal wie es mittelfristig weitergeht, das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Gegenbewegung ganz erheblich.

3. Zum ersten Mal seit 1993, sind wir im Sentiment der -> AAII <- nun seit 15 Wochen im bärischen Bereich. Schlechte Erwartungen gibt es also mehr als genug im Markt.

4. Wir haben in den letzten Tagen im S&P500 immer wieder Kaufdruck in der letzten Handelsstunde gesehen. Normalerweise das Zeichen, dass "Big Money" in den Markt geht.

5. Wir hatten in den letzten Tagen immer wieder "Buying on Weekness" in den grossen Namen wie Apple, Cisco etc und auch dem SPY und Russel.

6. Ich sehe in der kurzfristigen Markttechnik Kaufdruck auf einigen Aktien, ein gutes Zeichen für den Markt.

7. Die Charttechnik sagt, dass der mittelfristige Aufwärtstrend im DAX seit dem Tief Anfang Juni intakt ist. Auch die 200 Tage Linie steigt wieder und wurde vom Markt nicht mehr in Frage gestellt.

Alles in allem würde ich heute also eher auf der LONG Seite wetten wollen. Schauen wir mal, was die Wallstreet ab 15.30 Uhr daraus macht. Und vor allem wie lange diese positive Stimmung anhält.

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13 Gedanken zu “Marktupdate 13.07.12 – Der Blick nach oben”

  1. Hallo, fast alle meiner Beteiligungen steigen marktadäquat. K+S steigt erwartungsgemäß langsamer, da die positive Entwicklung der Aktie nun ein weinig die Luft nach oben blickt. Mit Sorge betrachte ich aber Leoni, welche nicht mal mit dem Markt mithalten kann. Ist das ein übliche Vorsichtsmassnahme nach so einem Absturz gestern?

  2. @ Dan, mein Rat: beachte einfach den Stop und verwende die Energie, mit der Du nun auf Leoni schaust für andere, profitable Dinge. Du kannst es sowieso nicht ändern. Richtig ist, dass die Unfähigkeit von Leoni heute nach oben zu gehen kein gutes Zeichen ist. Auf der anderen Seite ist der Titel so volatil, das kann sich schnell ändern. Und wenn du genau hinschaust, könnte es auch sein, dass wir gerade einen Doppelboden ausbilden, eine positive Divergenz im RSI auf 10 Minuten Ebene haben wir aktuell.

    Also Stop beachten und dann Thema vergessen. Oder alternativ sofort verkaufen. In keinem Fall aber darüber grübeln und grämen ohne zu handeln, das bringt Dich nicht weiter und kostet nur Energie, die woanders besser verwendet ist.

  3. Ich schließe mich Hans‘ Tipp an – wenn das Volk merkt, dass sie damit ihre Weihnachtsmänner selber drucken bzw. „klonen“ können, mag der ein oder andere Fan für die Aktie gewonnen werden. Lindt fordert nämlich gepfefferte Preise 😉

    Mein Favorit für die Umfrage allerdings ist u.a. Boeing. Boeing hat einen enormen Auftragseingang und eine Verdopplung der Bestellungen für die nächsten 20 (!!!) Jahre verkündet, alle Achtung!

  4. Um die Umfragediskussion „nebenan“ nicht zu stören, poste ich hier heute mal ein Trading-Beispiel so wie ich es vorhatte.

    -> Ramsi Trade < -

    Das war am Freitag Mittag ab 11:00 Uhr mein Volkswagen Vz. Trade. Nachdem ich für mich einen Trend ausfindig und eine entsprechende Unterstützung definiert hatte, stieg ich an der unteren Begrenzung bei 132,60 € ein. Der Stopp wurde mit Berücksichtigung eines knappen Puffers darunter gelegt. Als Ziel hatte ich die Widerstandszone bei 134,40 € festgelegt und mein Verkaufs-Limit ursprünglich bei 134,30 € gesetzt. Im Laufe des Tages kämpfte sich der Dax dann bis 6.500 Punkte vor und ich beschloß, meine Position vorzeitig aufzulösen, um einen Rücksetzer von 20 – 30 Punkten im Dax zu nutzen, um nochmal etwas niedriger einzusteigen. Dass ich damit eine mir selbst gesetzte Regel, nämlich im Allgemeinen den ursprünglichen Plan beizubehalten, verletzt hatte, hielt mich leider nicht von diesem Vorhaben ab. Denn VW juckte der kleine Rücksetzer nicht die Bohne, wie man am weiteren Verlauf sehen konnte ;-). Soweit bin ich nun mit meiner eigenen Fehleranalyse. Dass der Trade letztlich profitabel war, interessiert mich nicht, solange ich mir nicht sicher sein kann, dass das nicht bloß Glück war.
    Deswegen meine Frage: Wäre dieser Trade in euren Augen einen Versuch wert gewesen oder hättet ihr euch bei so einem Bild nicht mit dem Zeh ins Wasser getraut? Abgesehen von meinem vorzeitigen Verkauf, erkennt ihr sonst noch irgendwelche Leichtsinnigkeiten oder Dummheiten oder etwas, was ich mir für einen mehrstündigen Zeitraum unbedingt noch vorher zu Gemüte führen sollte?
    Letztlich sei noch erwähnt, dass ich diesen Trade nur eingegangen bin, weil ich im Börsenkalender keine weltbewegenden Termine erkennen konnte und damit auf „ruhiges Fahrwasser“, in dem meine Zielzone erreicht werden würde, spekuliert habe. Was haltet ihr also von dem Trade? Ich wäre für jeden Kommentar sehr dankbar 🙂

  5. @ Ramsi,

    um jetzt eine wirkliche Antwort geben zu können, müsste ich mir das „Drumherum“ zu diesem Zeitpunkt genau anschauen. Und da ich VW nicht trade, kenne ich es nicht auswendig und will mir die Arbeit jetzt nicht machen.

    Rein von dem Chartbild her, müsste ich jetzt erst einmal das bärische Decision Candle zu dem Du eingestiegen bist auf einer niederen Zeitebene auflösen um mehr über die Sinnhaftigkeit zu sagen. Denn wenn ich nur das nehme, was Du uns im Chart zeigst, hast Du nur die Trendlinie als einziges Einstiegssignal und mit etwas Phantasie ein zulaufendes Dreieck als „Continuation Pattern“. Das ist in Ordnung, wäre mir aber als alleiniges Signal zu wenig.

    Als alleiniger Play einer Trendlinie, ist das von dem Marken herfür mich aber erst einmal in Ordnung was Du gemacht hast und Deinen Fehler hast Du richtig erkannt. Wenn Du aber wirklich keine weiteren Indikatoren hattest als diese Trendlinie, hat Glück in meinen Augen einen grossen Anteil an diesem Trade. Das war dann sozusagen eine 55% Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie weiter steigt. Weitere Indikatoren könnten die Wahrscheinlichkeit aber erhöhen, möglicherweise hast Du sie nur nicht in Bild.

    PS: Einen Hinweis vielleicht noch. Ich sehe Du arbeitest mit eher ungewöhnlichen 15 Minuten. Dagegen ist nichts einzuwenden, Du solltest aber bedenken, dass Du wenn Du nach Marken, Trendlinie etc suchst, idealerweise die Zeitebene nutzt, die die anderen auch nutzen. Erinnere Dich daran, dass viele der Chartformationen mit selbsterfüllender Prophezeihung zu tun haben. Die kann aber nur da perfekt funktionieren, wo die Mehrzahl auch drauf schaut. Der Klassiker sind die Stunden und Tagescharts, auf den niederen Zeitebenen würde ich persönlich 10 Min und 1 Min den Vorzug geben. Und man sollte sich einen Trade unbedingt IMMER auf unterschiedlichen Zeitebenen anschauen, da erlebt man manchmal Überraschungen.

  6. Alles klar. Das werde ich in Zukunft tun. Was genau meinst du mit Drumherum? Kannst du das in einem Satz kurz anschneiden, weil ich gerade gar keine Ahnung habe, was genau du damit meinst. Hast du bestimmte „Lieblingsindikatoren“, die du für solche Zeitfenster nutzt? Was die Decision Candle angeht, scheinen ja einzelne Candles in diesem Fenster schon eine Bedeutung für dich zu haben.

  7. @Ramsi, sorry da drehen wir uns im Kreis, es ist leider gar nicht alles klar ;-).

    Es geht nicht um die Parameter die ICH einsetze, wie ich schon mehrfach sagte, wäre das eher ein Buch als eine Antwort in einem Kommentar.

    Es geht um die Parameter die DU einsetzt und die Grundlage Deiner Entscheidung sind. Und wenn es die noch nicht gibt, weil Du zu wenig weisst und wenn Du die Entscheidung alleine aufgrund dieser Trendlinie im 15 Min. Chart getroffen hast und ansonsten keinen Parameter zur Entscheidung hattest – dann ist das auch in Ordnung. Nur dann gilt was ich geschrieben habe, es war überwiegend Glück. Wenn Du aber andere Parameter zur Entscheidung hattest, musst Du die kommunizieren wenn Du Feedback willst, wir können ja nicht Gedanken lesen.

    Wenn Du jetzt aber – und so lese ich Deine Antwort – gar nicht weisst wo Du in Sachen „Parameter“ hinsollst, dann musst Du Dir erst einmal dringend Grundlageninformationen zu den folgenden 3 Bereichen aneignen, als da sind :

    (1) Charttechnik, mit alle den Chartmuster, Trendlinien, Candlestick-Bewertungen usw usw
    (2) Markttechnik mit Themen wie A/D Ratio, MoneyFlow, Oszillatoren etc
    (3) Sentimenttechnik mit den entscheidenden Quellen für Sentimentinformation

    Also mit „Drumherum“ meine ich genau das, die Parameter aus allen Bereichen mit denen ich persönlich in meinem Stil arbeite um einen guten Einstiegspunkt abseits von reinen Trendlinien zu identifizieren. Und dieser Stil ist das Ergebnis von Jahren an Erfahrung und Wissen und hat viel mit meiner persönlichen Psychologie zu tun. Einzelteile sind diskutierbar, das Gesamte bestenfalls als Buch.

    Und um wenigsten ein wenig konkret hilfreich zu sein:
    Einen der vielen Parameter kennst Du, weil ich ihn immer in Charts habe, den RSI. Also fang doch damit im Zweifel an, was ist er, was er bedeutet, welche Aussagekraft er bei einer RSI-Divergenz hat usw.
    Oder Alternativ lies Dich in die verschiedenen Candlestick Muster und ihre Wahrscheinlichkeiten ein. Die Seite von Bulkowski ist in meinen „Hilfreichen Links“. Auch wenn die Website auf den ersten Blick krude aussieht, ist er „der“ Candlestick Papst ! Wenn Du alleine verstehst, mit welcher statistischer Wahrscheinlichkeit sich ein bestimmtes Muster auflöst, dann kannst Du anfangen nach diesen Mustern zu schauen.

  8. @Hari, bitte nimm’s mir nicht übel, aber mit den ganzen Candelsticks kann ich gar nix anfangen. Ok, das mögen Vorurteile sein, jedoch ich halte mich an meine paar Oszillatoren und Trendlinien und fertig ist das Mondgesicht.. :-). Ich denke, zu kompliziert darf man sich die Sache auch wieder nicht machen. Denn man läuft Gefahr, Dinge in Kurse hineinzuinterpretieren, die in der Realität keine Entsprechung haben. Ein Parameter ist immer ein gewisser kleiner Ausschnitte der Realität, aber nicht die Realität selbst. Wichtig ist doch das, was in der Realität tatsächlich ist, und nicht das, was man sich wünscht, dass in der Realität sein sollte. Denn ansonsten läuft man Gefahr, sich selbst reinzulegen. Und das ist so mit das Gefährlichste.

    Übrigens, so mit der beste „Chartist“, den es jemals gab, finde ich, das war Mr. Dow himself. Und das lustige dabei ist, Dow war an Aktienmarktprognose eigentlich gar nicht interessiert. Er wollte in erster Linie wissen, ob Aktienkurse ein guter Indikator für die Entwicklung der Wirtschaft als solcher sind.

  9. @ Tokay, es gibt viele Wege nach Rom, die Candlesticks können Teil eines Weges sein. Es gibt ganz einfach bestimmte statistische Wahrscheinlichkeiten bei bestimmten Mustern. Thats it. Als Beispiel kannst Du zb -> hier < - schauen. Alleine macht das die berühmten 1,2 oder 3% Prozent Plus an Wahrscheinlichkeit aus. Alleine also nicht weiter bedeutend, aber das gilt für die meisten Indikatoren. Die Summe macht es, zumindest nach meiner Methode. Aber jeder nach seiner Facon, was zählt ist unterm Strich im Depot.

  10. @Tokay,

    durch die „Aufklärung“ hier von Hari und vielen Kommentaren hat sich meine Blickweise auf Mr. Market in den letzten Wochen ziemlich verändert. Und ich habe zusätzlich „Fachliteratur“ gelesen. Wie Hari schon gesagt hat „viele Wege führen nach Rom“… Aber die Aussagefähigkeit von Candle-Mustern beeindruckt mich schon (in Kombination mit anderen Signalen). Ich habe diese an meinem Beständen und meinen Trades angewendet und da ging mir so „mancher Stern auf“. Ich kann eigentlich nur jedem empfehlen, dass es sich mal dafür interessiert, was ein Evening oder Morning Star, ein Gravestone Doji oder ein Hammer bedeuten kann. Und wenn sich ein Hammer und eine Bullische Divergenz im MACD oder RSI bedeuten, sollte man gut auf den Kurs sehen und evtl. etwas Geld übrig haben 😉 So manchen Aktie – musste ich im nachhinein feststellen – habe ich in einem bearischen Muster der Candles gekauft… und habe sie mit Verlust ausgestoppt. Von Candles wusste ich damals aber nichts. Und wenn die Trendindikatoren auf der Stelle treten, zeigen die Candles immer noch, was im Markt passiert. Und man sollte sich mal genauer anschauen, wie Candles mit FiboRT korrelieren – bei vielen Aktien gibt es „erschreckende Übereinstimmungen“.

  11. Hmm…ich glaube man lernt nie aus. …An den Candles ist sicher was dran, es ist sicher auch eine Frage des persönlichen Geschmacks, welche Deutungsmuster man bevorzugt. Als jemand, der in den 80er/90er Jahren erstmals Erfahrungen mit der Börse machte, bin ich eher gewohnt mit den „klassischen“ Indikatoren zu operieren. Aber vielleicht lese ich mal etwas bewußter den einen oder anderen Artikel, der sich mit Candles beschäftigt. Die klassischen Indikatoren haben für mich den Vorteil, wenn man weiß, wie sie berechnet werden, dann kann man auch einordnen, wie man sie zu interpretieren hat.

  12. @Tokay,

    mir schein fast, wir könnten mit Hari „den Club der alten Herren“ eröffnen ;-). Meine erste Aktie kaufte ich Anfang 1987 von meinem ersten Studentenjob. Die „gute alte Hoesch“. Der Crash dann im September 87 hat an einem Tag den Wert gedrittelt. Zu der Zeit lief ich noch Abends zur Bank, um im Fenster den Ausgang der Kassakurse zu verfolgen und Mittags zum Radio, um auf Bayern 2 die Kurznachrichten zum Börsengeschehen zu verfolgen … „Die Jungen hier an Bord“ wissen vielleicht gar nicht, welche Anstrengungen man damals machen musste, um Geld an der Börse zu verlieren 😉 Rückblickend muss ich gestehen, dass eigentlich alles bei mir nur aus Zufall erfolgte. Erst hier bei Hari hab ich gelernt, mir eigene Gedanken zu machen! Und: die letzten Trades waren gar nicht so übel…

  13. @Johann, Dann kannst Du Dich sicher auch an Friedhelm Busch und die n-tv Telebörse erinnern. Den hab ich damals immer mit Begeisterung gesehen. Das war wie WDR-Bundesliga-Schlußkonferenz….

    1987 hab ich zum ersten Mal bei einem Börsenspiel von Capital mitgemacht, und ja, das war pünktlich zum Crash. War wenigstens nur auf’m Papier. Aber ansonsten musste man sich schon in diesen Jahren ziemlich dumm anstellen, um an der Börse NICHT zuzulegen,auf lange Sicht zumindest. Bauer und Kartoffeln.

    Die Börsenwelt heute ist verglichen damit schon sehr volatil geworden. Die goldenen Zeiten waren in 2000 definitiv vorbei, dies hatte sich – im Nachhinein gesehen – schon 1997/98 angekündigt. Solche zeiten werden irgendwann bestimmt einmal wieder anbrechen, nur wann, das steht in den Sternen.

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