Hari Live Stream 27.07.21

Erwartete Pause ZH2

Gestern schriebe ich:

Wenn wir typische Muster nutzen, dann ist kurzfristig *jetzt* - also zum Beispiel Morgen und Übermorgen vor der FED - eine Zwischenpause nötig. Danach kann dieser Schub aber noch ein paar Tage weitergehen, ein Ziel 2-3% höher bei 4.5xx ist nicht unrealistisch.

Ich denke dass wir genau das nun auf Indexebene erleben, heute schon zu erahnen als Seitwärtsgeschaukel. Nach mehrere Tagen des klaren Anstiegs ist ein Seitwärtsgeschaukel auch das Beste, was dem Markt passieren kann:

Zu China ZH5

Manchmal gibt es im Forum Fragen und ich fange an zu schreiben und es wird mehr und mehr und wäre besser ein Eintrag im Stream gewesen. Auch gestern ist das in zwei Fällen zu China und Intel passiert und da das viele nicht sehen dürften, hebe ich es nun hier in den Stream hoch.

Meine Antwort zu China und der aktuellen Kursentwicklung:

Hier ist ein sehr guter Kommentar dazu, der meiner Sicht entspricht: -> Chinas Stahlkapitalismus <-

China macht immer mehr Druck auf die relativ machtvollen Internet-Unternehmen und schränkt deren Unabhängigkeit ein. Was mit Alibaba als persönliche Fehde begann, weiter sich auf immer mehr börsennotierte Unternehmen aus.

Man kann sich fragen, ob dieser Staatskapitalismus dann noch ein Kapitalismus ist, wenn es hier weitergeht mit der Kontrollsucht XIs und seiner Vertreter.

Ich kann das nicht beantworten, weil ich nicht weiss wie die KP-Oberen denken. Aber ich habe schon den Eindruck, dass man  sich schon auf dem abschüssigen Ast der Repression befindet und noch nicht sieht wie viel man damit verlieren wird.

Aber wie auch immer, das  Langfristchart des ASHR kündet von einer Topformation und viel Luft nach unten:

Bei den großen Hongkong-Aktien sieht es auch nicht rosig aus, für mich derzeit ein "Finger-Weg" Markt, bis man versteht wohin die KP eigentlich will.

Zu Intel ZH5

Klare Ansage, Intel hat unter Gelsinger große Pläne. Die kosten wie von mir schon erwartet auf Sicht von 2-3 Jahren erst einmal Geld, werden aber wenn sie funktionieren, erheblichen Ertrag abwerfen - gerade für die Aktionäre.

Hier wird endlich mal investiert, statt mit Financial Engineering den letzten Dollar heraus zu quetschen. Auf Sicht von 1-2 Jahren ist vom Kurs von Intel nicht unbedingt viel zu erwarten, dann wird es aber spannend:
-> Chip-Fertigung: Intel ist Erstkunde für High-NA-EUV-Systeme von ASML <-

Und noch etwas, das man als Intel Aktionär perspektivisch gerne hört:
-> Qualcomm und Amazon Web Services nutzen künftig Intels Foundry-Dienste <-

Wir sehen was ein Mann an der Spitze ausmachen kann. Schauen Sie auf die Nachrichten die jetzt kommen und was vorher von Intel kam. Natürlich ist der Beweis dass der Schwenk zurück zur Kernkompetenz funktioniert noch zu führen, Gelsinger kann auch scheitern, er spielt das große Spiel um die Führung und kein MeToo wie seine Vorgänger. Aber zumindest Hoffnung darf man wieder haben, die bei den Finanzjongleuren an der Spitze geschwunden ist und viele Topleute sind da auch gegangen, die jetzt teilweise wiederkommen.

Hier das Langfristchart um meinen Punkt erneut zu machen. Ich rechne damit, dass uns diese Seitwärtsbox noch mindestens ein Jahr begleiten wird und weiter schaut der Markt sowieso nicht.

Sollte Gelsingers Strategie aber Früchte tragen - und ich gehe eher davon aus - wird diese Box frühestens 2022, eher 2023, mit Karacho nach oben verlassen.

Die westliche Welt braucht einen Chipproduzenten auf Augenhöhe mit TSMC und Samsung. Und weil das so ist, wird Intel jede Unterstützung bekommen und Gelsinger stösst genau in ein "Wespennest" an vorhandenem Bedarf.

Aktien des Tages ZH3

Tesla (TSLA)

TSLA gestern mit überraschend hohem Gewinn, zum ersten Mal ein signifikanter Gewinn auch ohne Emissionsrechte!

Initial war das nachbörslich für 4% Plus gut, das Dreieck wäre wohl nach oben aufgelöst worden.

Aber .... Elon Musk musste aufgrund des Chipmangels im Ausblick vor Problemen warnen, Probleme die nun die ganze Autoindustrie hat. Die Lösung ist mal wieder innovativ und durch die hohe Softwarekompetenz im Unternehmen möglich:

-> Tesla is surviving global chip shortage by rewriting vehicle software, says Elon Musk <-

Das Fragezeichen beim Ausblick bleibt aber und deshalb ist TSLA heute doch im Minus und das Dreieck bleibt unaufgelöst:

UPS (UPS)

UPS heute nach Zahlen mit -> einer bösen Überraschung <- und wie immer ist es der Ausblick der verschreckt.

Das sieht nicht nur auf Ebene ZH3 unschön aus:

sondern erst recht auf Ebene ZH4 Weekly:

Raytheon (RTX)

RTX bestätigt die positive Ausgangslage am Ende einer Konsolidierung mit einem schönen Ausbruch -> nach Zahlen <-:

F5 Networks (FFIV)

Nach -> Zahlen <-

Boston Scientific (BSX)

Nach -> Zahlen <-

Es war einmal Reckitt Benckiser (RKT) ZH5

Es war einmal eine sichere Anlagebank mit dem Namen Reckitt Benckiser. Jedes Jahr wurde Qualität abgeliefert, das Management hatte die Sache im Griff und man konnte mit der Aktie nichts falsch machen.

So war das von 2.000 bis 2.017 in Orange, dann ist scheinbar etwas passiert:

Es gab Probleme, aber die Delle konnte man immer noch als notwendige Konsolidierung im großen Trend betrachten. Mit Covid hatte RKT (Desinfektionsmittel) auch eine Chance, kam gut hoch und es sah danach aus, als ob sich hier (mit Deckel in Schwarz) eine große Tasse formen würde, die weiter nach oben weist.

Aber was ab letzten Spätsommer passiert, passt nicht mehr in das Bild. Die -> heutigen, miesen Zahlen <- sind dabei nur Bestätigung von etwas, was uns das Chart schon signalisiert hat, das nicht mehr machte was es sollte.

Nein, erneute Strukturprobleme nach Jahren der Reorganisation, kann man nun nicht mehr als eine "Delle im Trend" betrachten.

Manchmal werde ich ja gefragt, wann ich denn Investmentaktien "verstosse". Die Antwort sieht man hier seit letztem Spätsommer, wenn so etwas passiert, wenn das Management eine Strukturkrise nicht zügig in den Griff bekommt.

RKT hat sein Leuchten verloren, das ist bis auf Weiteres kein Investment mehr für mich.

Crash in the making ZH3 ZH5

In Ergänzung zum obigen Kommentar sehen wir, wie China heute erneut abschmiert. Hier der FXI der großen Hongkong-Aktien, das hat nun den Charakter eines *Crash*:

Die Bewegung hat nun so viel Fahrt aufgenommen, dass ich "Spillover" Effekte auf den US Markt nicht mehr ausschliessen kann. Wir sehen heute tiefrote Kurse bei den US Techaktien, ein Zusammenhang ist nicht undenkbar.

Die Bewegung ist eindeutig Folge der Unsicherheit, -> was die regulatorischen Eingriffe bedeuten <-, denn -> Kapital ist ein scheues Reh <-.

Und der aggressive Ton beim Besuch der US Vize-Aussenministerin mit der Mission Gesprächskanäle offenzuhalten zeugt auch von einer sich radikalisierenden Führung, die scheinbar glaubt stark genug zu sein, um sich das leisten zu können.

Wie heisst es so schön: Gib jemandem Macht und Du wirst seinen Charakter kennenlernen. Das ist übrigens ein Aphorismus, der lustigerweise aus China stammen soll.

Alles in allem ist das für Investoren *toxisch* und der ASHR sieht nun immer mehr nach einem bedeutenden Top auf Ebene ZH5 aus. Das könnte ein "Crash in the Making" sein:

Wie erwartet, so geliefert ZH2

Eine Schwächephase habe ich für heute und morgen vor der FED erwartet und sie wird pünktlich geliefert:

Wir sehen in der MarketMap, dass vor allem die Techaktien herabgezerrt werden, ich kann einen "Spillover"-Effekt aus der China-Unsicherheit nicht völlig ausschliessen:

Ich rechne nicht damit, dass sich bis zu FED etwas grundlegend ändert, danach kann diese aber immer als Katalysator wirken, in welche Richtung auch immer und unabhängig davon, ob es wirklich relevante Änderungen gab, die ich für morgen nicht erwarte.

Das ist auf jeden Fall weiter kein Markt, in dem man sich unbedingt verausgaben muss, gehen sie besser "Fischen", ich mache das ab Freitag ja auch. 😉

Wir lesen uns morgen Nachmittag an dieser Stelle wieder. Machen sie es gut!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 10.06.21

Never short a dull market ZH2

Inflationsdaten und EZB sind die heute bestimmenden Themen, zu beiden schreibe ich gleich ein paar Zeilen.

Hier aber zunächst das Ergebnis, denn es gibt die alte Traderweisheit "Never short a dull market" - gehe niemals in einem langweiligen Markt Short - und die scheint sich wieder zu bewahrheiten.

"Dull", also langweilig, war der Markt auf Indexebene zuletzt wirklich, über das "Schaukeltier" habe ich ja gerade gestern geschrieben und auch die folgenden Worte gefunden:

Aber der Blick auf das Daily mit seiner langsamen Starre, man könnte auch sagen mit dem *Sprungbrett* kurz vor den Notenbanken, sieht schon nicht ungefährlich aus. So ein Sprungbrett hatten wir vor Kurzem schon einmal und zwar Ende April:

Damit sage ich keine Richtung voraus, eigentlich ist das eher ein Ausbruchssetup nach oben, aber hier kann nun jederzeit Volatilität einsetzen, die dann nicht überraschend wäre. Es braucht nur den Katalysator.

Um 14:30 Uhr hat der Markt kurz nach unten angetäuscht und ist dann nach oben in Bewegung geraten. Dieses Antäuschen vorher gibt es sehr oft, es lohnt sich oft in so Momenten *gegen* die initiale Bewegung zu wetten, da diese oft falsch ist.

Man könnte sagen die erste Bewegung ist "Eindimensionales Denken", einfach die Reaktion auf die Höhe von Zahlen, dann setzt aber erst das Nachdenken und "mehrdimensionale Denken" ein und es sieht dann oft schon anders aus:

Transitory

Ich habe schon oft gepredigt, dass es die Erwartungen sind die die Kurse machen und so war es rund um die Inflationsdaten (CPI-Daten) auch heute wieder.

Die Daten waren objektiv hoch, -> die hohen Erwartungen wurden sogar übertroffen <- und rund 5% Teuerung sind eindeutig eine Hausnummer.

Das so zu sehen ist aber nur "Eindimensionales Denken", denn die entscheidende Frage sind die Erwartungen, die Frage also was das bedeutet und wie man das einordnet.

Würde der Markt das als den Beginn einer unbestimmt steigenden Inflations-Phase einordnen, wäre das *klar marktnegativ* und wir hätten heute starke Abgaben gesehen, auch die Reaktion im Bond-Markt wäre dann scharf gewesen.

Warum auch immer, die Wege des Marktes sind unergründlich, hat sich aber die Interpretation durchgesetzt, dass das Inflations-Geschehen "transitory" sei - also temporär - und dieser Effekt von alleine wieder weggehen wird. Das ist auch die Haltung der FED bisher und auch ich habe diese Grundhaltung, wie schon mehrfach geschrieben.

Wenn es aber nur vorübergehend ist, dann könnten diese Zahlen vielleicht sogar "Peak Inflation" markieren und das ist dann klar marktpositiv - so zu denken ist "mehrdimensionales Denken" und das setzt sich halt nach dem ersten Schreck durch.

Es gab natürlich auch objektive Gründe warum diese Interpretation Oberwasser bekam und das war die Tatsache, dass die Kerninflation weiter unter 4% geblieben ist und sich nicht einmal besonders bewegt hat.

Das Mantra des Marktes - die Erwartung die in Kurse gegossen wird - ist heute also, dass dieser Inflationsschub von alleine wieder verschwindet und kein Grund für die FED sein wird, ihre Policy zu ändern und *deshalb* hat sich dann eine positive Marktreaktion durchgesetzt.

Zumindest bisher, der immer grübelnde Markt kann seine Meinung auch ändern, wenn weitere Indikatoren sichtbar werden und dem Gesamtbild einen anderen Twist geben.

EZB - War da was? ZH3

Die EZB lässt die Geldschleusen wie erwartet offen, die FuW schreibt dazu -> hier <- treffend:

Kritischer äusserte sich dagegen Friedrich Heinemann vom Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW. «Bei einer Mehrheit im EZB-Rat herrscht offenbar die Sicht vor, dass sich die Euro-Zone nur dann erholen kann, wenn die langfristigen Zinsen auf ihrem historisch niedrigen Niveau verbleiben», merkte er an. Diese Sichtweise überzeuge in einem Umfeld der kräftigen Konjunkturerholung immer weniger.

Wobei ich bin schon der Ansicht, dass die Sichtweise aus dem Blickwinkel der EZB überzeugt, Italien und Co. *können* nicht mehr anders als mit den superniedrigen Zinsen überleben, alles andere lässt die Eurozone zerbrechen.

Das genau ist die Sackgasse in die die EZB die Währungsunion manövriert hat und ich sehe keinen Ausweg mehr. Alles was man jetzt macht und noch lange machen wird ist "Weiße Salbe" darauf schmieren und "kicking the can down the road" und das wird noch lange so gehen.

-> Hier <- ist die Zusammenfassung der Pressekonferenz, keine großen Überraschungen.

Und der Euro, der immer ein Seismograph für Grundlegendes ist, gähnt heute nur laut und vernehmlich:

Der Zins kommt in diesem Euroraum so nicht mehr wieder, richten wir uns darauf ein. Erst in der nächsten Strukturkrise werden dann die Kräfte in Bewegung gesetzt, die alles verändern können und werden.

In wie vielen Jahren diese Krise kommt und wie die dann abläuft und welche Konsequenzen sie hat, steht aber völlig in den Sternen und -> Gekröse-Interpretierer wie Krall <- und Friedrich und wie sie alle heissen wissen es auch nicht, machen aber Quote mit den Anschein etwas zu wissen.

Natürlich war jetzt Corona "schuld", dass es 2020 mit dem Crash nichts wurde, schon klar. Und 2019 war was Anderes schuld und 2021 wird wieder etwas gefunden werden, das dann schuld sein wird - ich bin da recht sicher und auch sicher, dass die Gläubigen das weiter kaufen werden, irgendjemandem wollen sie halt folgen. 😛

Machen sie sich klar, dass die Problembeschreibung dieser Leute gar nicht mal völlig falsch ist, auch der größte Unsinn kann einen wahren Kern haben, um den herum dann klick- und verkaufsfördernde Prognosen-Gebilde aufgebaut werden. Aber an den Ablauf Jahreszahlen zu kleben und konkrete Prognosen abzugeben ist schlicht dummes Zeug und klebriger Honig, mit dem man unbedarfte Geister fängt, die sich als Teil einer "eingeweihten Minderheit" fühlen wollen - geht ja auch dem Ego runter wie nichts. 😛

Ich mache auch eine "Prognose":

Wann immer dieser Ungleichgewichte nicht mehr tragbar sind und zusammenkrachen, wann immer die Eurozone den Preis für die ganze weiße Salbe zahlen muss, es wird völlig anders ablaufen als wir alle erwarten, es werden Dinge getan werden die wir uns jetzt nicht vorstellen können und es wird Profiteure geben, auf die wir heute nicht kommen können. Und alles was jetzt an Gesetzen und Regeln existiert, wird dann keinerlei Rolle mehr spielen, die normative Kraft des Faktischen spült es weg wie eine Flutwelle.

Solche Krisen sind dynamisch und das Besondere daran ist gerade, dass sie voller Überraschungen sind, weil der Markt sich ja reflexiv schon auf das vorbereitet hat, was er vorher erwarten konnte.

Das Beste was wir dafür tun können, habe ich in der Armageddon-Reihe beschrieben: flexibel zu sein, verschiedene Techniken zu beherrschen, das Kapital diversifziert anzulegen und in den Jahren zuvor monetären "Winterspeck" aufgebaut zu haben. Und dann zum Beginn der Krise, gilt es im Lichte der sich dann zeigenden Entwicklung früh die richtigen Schlußfolgerungen zu ziehen - was immer die dann sind.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das gemeinsam schaffen werden, wann immer das sein wird. Heute und jetzt gibt es dazu aber nichts zu sagen und auch nichts zu prognostizieren und auch Krall und Co haben keinen blassen Schimmer, den aber medienwirksam.

Aktien des Tages ZH3

Sunpower (SPWR)

Wieder so ein Chart, wie ich schon gestern einige gezeigt habe. Passiert da am 200er SMA nun was nach oben oder nicht?

Noch ist nichts passiert, keine Handlung nötig, aber im Blick behalte ich solche Fälle, weil es drängt sich doch der Eindruck auf, dass da bald etwas passieren könnte - Konjunktiv:

Signet Jewellers (SIG)

Pop -> nach Zahlen <-. Der Ausbruch wird heute gleich getestet, Ausgang unklar:

Biogen (BIIB) und Eli Lilly (LLY)

Nach intensivem Nachdenken scheint der Markt in Sachen Alzheimer-Präparat eine Entscheidung getroffen zu haben. Auch wenn die Wirksamkeit fragwürdig ist, die "Falsifizierung" kann nach den Vorgaben der FDA frühestens in ein paar Jahren kommen und bis dahin kann mit der Hoffnung eine riesige Menge Geld verdient werden.

Ob es ethisch ist, mit einem Medikament dessen Wirksamkeit fragwürdig ist so viel Geld zu verdienen, ist wie alle ethischen Fragen nicht so einfach zu beantworten, wie es bei eindimensionalen Denkern scheint. Denn was wäre denn, wenn man es wegen der Zweifel nicht zulassen würde, haben die Patienten und ihre Angehörigen diese Chance nicht verdient, auch wenn es nur eine Chance ist? Eine wirklich schwierige Frage auf die ich keine klare Antwort habe.

Es dürfte diese Frage sein, die auch die FDA zur Entscheidung getrieben haben, die in anderen Fällen bei so dünner Faktenlage wohl eher negativ gewesen wäre.

Und wenn das so ist, ist der Pop auch nachhaltig, LLY wird dabei gleich mitgezogen, weil dort auch an einem Alzheimer-Medikament gearbeitet wird und wenn die FDA so locker in Sachen Zulassung ist, erhöht das auch bei LLY die Chancen:

Thermo Fisher Scientific (TMO) ZH4

Ich zeige mal das Weekly. Machen wir mal eine Umfrage, was wird als Nächstes durchbrochen, die Unterstützung oder die Abwärtstrendlinie?

Align Technology (ALGN) ZH4

Zeigt im Weekly technisch eher weiter nach oben:

First Majestic Silver (AG)

Was nicht fallen kann, muss steigen?

Es gab seit Februar viele gute Gelegenheiten zu fallen, sie wurden nicht genutzt:

Biotech IBB ZH4

-> Hier im Marktübersichts-Video von Sonntag <- hatte ich ab ca. 09:10 die gute Chance auf eine Bodenbildung im IBB schon thematisiert.

Da wusste ich natürlich nicht, dass sie durch die Alzheimer-Nachricht bei BIIB so schnell kommen würde, aber die hat sicher zu dieser Struktur beigetragen, da BIIB recht hoch gewichtet war.

Aber auch unabhängig davon ist der Ton wieder positiv geworden, ich habe ja zuletzt auch die MRNA-Aktien wieder thematisiert, ebenso wie die CRISPR-Aktien mit ihren immensen Chancen, die alle laufen.

Für den Sektor und den IBB sieht das auf jeden Fall sehr gut aus:

Peak Inflation - Bottom Bonds - ZH3

Wenn der Markt wirklich "Peak Inflation" spielt, dann müssten die Renditen wieder fallen und die Anleihen wieder steigen und den Abwärtstrend beenden.

Und genau das scheint nun heute zu passieren, was sehr bemerkenswert ist. Denn es nimmt weiteren Druck von der FED und macht es noch wahrscheinlicher, dass Powell nächste Woche das Wort "Tapering" nicht in den Mund nehmen wird. Und das impliziert wieder Rückenwind für den Aktienmarkt.

Größere Amplitude ZH2

Nun ja, ich hätte ihnen ja gerne geschrieben, dass die Inflationsdaten dem Markt eine klare Richtung gegeben haben, das ist uns aber bisher nicht vergönnt.

Dass sie wichtig waren, sehen wir aber leicht an der deutlich erhöhten Amplitude in den Kursen, der Markt überlegt halt angestrengt, ob er eher der "Peak Inflation" Theory anhängen sollte oder nicht:

"Peak Inflation" wäre für die Kurse der kommenden Tage eindeutig eher Positivum, ob sich das dauerhaft durchsetzt, kann ich ihnen aber nicht sagen.

Klar sagen kann ich ihnen aber, dass der grundlegende Ton des Marktes immer noch eher positiv ist, ja bei den kleineren Zukunfts-Aktien zuletzt deutlich besser wurde - ich habe dazu einige Charts gezeigt.

So können wir mit einem vorsichtigen Optimismus in die kommenden Tage schauen, vorsichtig deshalb, weil die FED und die historisch schwierigen letzten 2 Wochen des 2. Quartals bevorstehen.

Im mittelfristigen Gesamtbild hat sich nicht viel geändert, nach unten will der Gesamt-Markt wohl nicht, nach oben kann er scheinbar nicht mehr so richtig und so geht das "Schaukeltier" einfach weiter, mit leicht positivem Grundton schaukeln wir uns nach oben.

Ich schliesse damit die Schreibwoche, ich widme mich heute Abend noch allerlei Administrativem. Morgen ist dann mein freier Tag und am Sonntag kommt dann wie immer der Wochenausblick.

Machen sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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(Zehn) Jahre zurück und die Lehren daraus

Vor genau 10 Jahren am 09.03.2009 wurde *das* Tief der Lehman-Krise markiert und von da an ging es nur noch markant hoch. Es ist immer wichtig sich zu erinnern, wie Dinge sich angefühlt haben und diese Erinnerung hat mir Josh Brown in diesem sehr lesenswerten Artikel abgenommen: -> Its the end of the world as we know it <-.

Seitdem ist der S&P500 um 312% gestiegen, trotzdem haben nur die Wenigsten diesen Tiefpunkt damals wahrgenommen, weil der "Recency Bias" unserer "Affenhirne" uns eine objektive Betrachtung einer Situation deutlich erschwert. Nicht in dem Umfang, aber vom Charakter her, war auch letzte Weihnachten so ein Tag, an dem sich kaum jemand vorstellen konnte, dass genau dort der Tiefpunkt der Korrektur markiert werden würde.

Wichtig an Josh Browns Artikel ist auch, dass er uns daran erinnert, dass dieser Bullenmarkt bestenfalls 2013 begonnen hat, als sich der Markt aus dem von 2000 bis 2013 andauernden Bärenmarkt über die Hochs von 2000 und 2007 erhoben hat. Ich habe Ihnen das hier übrigens damals genau so dargestellt, als ich im November 2013 gefragt habe:

-> Steht ein neuer, säkularer Bullenmarkt bevor? <-

Schauen Sie da noch einmal herein, es lohnt sich wirklich im Nachgang immer mal wieder alte Situationen zu betrachten, sich zu erinnern, wie man sich da gefühlt, wie andere argumentiert haben und was dann am Ende daraus geworden ist. Es war der folgende Punkt auf dem Zeitstrahl:

Diese Reflektion ist ein guter Schutz gegen Aufgeregtheiten in der Gegenwart und insbesondere gegen die klickorientierten Weltuntergangs-Propheten, die nach 2009 die Anleger mit ihren Weisssagen jahrelang davon abgehalten haben, das einzig Richtige zu tun und ein wahrscheinlich "Generational Low" im März 2009 zu kaufen.

Und weil es sich lohnt, möchte ich nun, dass Sie mit dem heutigen Blick und dem heutigen Wissen was dann kam, einen Artikel noch einmal lesen, den ich den Mitgliedern exakt im gleichen Zeitraum am 19.11.2013 geschrieben habe - ja 2013, mitten in der Rally aus der Eurokrise heraus, genau der Rally, die das Ende des seit 2000 andauernden Bärenmarktes begründete.

Klar, wer alles was einen Monat alt ist, schon für "überholt" hält und als moderner "Aktualitäts-Suchtie" nur vermeintlichen "Neuigkeiten" hinterher jagt, den wird das nicht interessieren. Das ist aber kein Problem, dieser Typus ist sowieso kein Mr-Market Leser. Die Aufmerksamkeitsspanne reicht heutzutage oft leider nicht über drei Absätze hinaus, dafür gibt es aber genügend Klicki-Bunti-Angebot auch ohne mich.

Denn auch heute werden wir doch wieder von den diversen Crash-Propheten penetriert, die ihr Geld mit dem wohligen Grusel vor dem Weltuntergang verdienen - Crash sells. Und auch heute erzählt uns eine Finanzindustrie, dass wir am Besten immer voll investiert in "gemanagten" Produkten sind - schon klar warum. Die Wahrheit und der optimale Weg für Ihr Depot, liegt wie immer zwischen diesen Extremen.

Wenn Sie die Wahrheit die in diesem Blick zurück steckt in sich aufnehmen und daraus Lehren ziehen, wird Ihr Depot davon mehr profitieren, als vom Studium von 10 Weissagungen der Jünger Nostradamus. Sie müssen es nur tun. Und nun zurück ins Jahr 2013.

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Derzeit erleben wir im Marktsentiment der Aktienmärkte so etwas wie eine "Kapitulation" der verbliebenen Bären und Skeptiker. Viele Marktteilnehmer haben seit 2009 nicht an diesen Markt geglaubt, standen mit ihrem Depot im Abseits und haben die Anstiege emotional bekämpft. Wir erleben einen der meist gehassten Bullenmärkte der Geschichte.

Und nun nähert sich das Jahresende, die Indizes sind auf historischen Höchstständen und es geht trotzdem einfach immer weiter aufwärts und aufwärts. Diverse Auswertungen der Sentimentdaten zeigen, dass das Bullenlager zuletzt drastisch gewachsen ist, die erwähnte Kapitulation der Bären scheint also nun im Gange.

Nun wissen erfahrene Leser, dass genau dieser Moment der Kapitulation der letzten Bären, mit erhöhten Risiken verbunden ist, denn er steht gerne am Ende einer Aufwärtsbewegung und nicht am Anfang. Und nach 5 Jahren des Anstiegs, wäre dafür ja auch mal langsam Zeit. Aber das ist so offensichtlich, dass es fast schon wieder unwahrscheinlich wird und darüber will ich heute auch gar nicht schreiben.

Ich will heute über die vergangenen 5 Jahre schreiben, in denen so viele, so immens viel von dieser sensationellen Aufwärtsbewegung verpasst haben. Und ich will aufzeigen, woran das liegt. Denn zu viele haben zu oft emotional gegen den Markt gekämpft.

Wenn Sie des Englischen mächtig sind, lesen Sie bitte mal zur Einstimmung die ehrlichen Gedanken und Gefühle vom jemandem, der nun seit mehr oder weniger 5 Jahren emotional gegen den Markt und die Notenbanken kämpft: -> The new abnormal <-

Das gibt Ihnen einen guten Eindruck davon, was in so Menschen aktuell vorgeht. Und ich habe es meinen Lesern schon oft gesagt und kann es nur wiederholen: vermeiden Sie unbedingt solche psychologischen Fallen! Trennen Sie unbedingt Ihre Sicht auf die Welt und Ihre Überzeugungen, von den Handlungen, mit denen Sie versuchen Ihr Depot zu füllen.

Sie wissen, wie kritisch ich vieles sehe, was da im Bereich der Notenbanken in der Gegenwart abgeht und das ich am Ende auch an ein „dickes Ende“ der Geschichte glaube. Vielleicht kommt ein Zeitpunkt, an dem wieder ein wütender Mob vor den Regierungs-Gebäuden und Notenbank-Kathedralen stehen wird und die Verantwortlichen lynchen will. Alles schon mal dagewesen und es gibt keine Sicherheit, dass es nicht wiederkommt. Und wenn dieser Moment kommt, werden Leute wie unser Autor oben dann völlig zu Recht "siehste" sagen. Nur wird sich auch dann die Masse nicht an die Warner der Gegenwart erinnern – bestenfalls in akademischen Zirkeln. Die Anführer des Mobs werden aber andere sein, Populisten die den neuen „Trend“ rechtzeitig erkannt haben und sich als Protagonisten an die Spitze setzen konnten. Populisten, die heute vielleicht eine ganz andere Sau durchs Dorf treiben.

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Der Salami-Crash



Guten Morgen!

Der letzte Tag vor den Weihnachtsferien, Hexensabbat zumal und der Markt hat uns keinerlei Erleichterung gewährt, auch gestern ging es gnadenlos nach unten.

Heute Nachmittag kommt kein Stream mehr, den liest sowieso niemand kurz vor Weihnachten ;), statt dessen noch ein Artikel zum Abschluss vor den Ferien.

Ich will diesen Morgen nutzen, um das große Geschehen noch einmal für Sie einzuordnen.

Wichtig ist zunächst einmal zu sehen, dass die Märkte schon das ganze Jahr 2018 im Korrekturmodus sind. Es ist *nicht* so, dass die Korrektur im Oktober begann, richtig ist dagegen, dass ab Oktober der "last man standing", die US Märkte, als letzte *auch* begonnen haben in die Korrektur einzutreten.

Sie sehen das Jahr 2018 im jeweils gelben Kasten, das ganze Jahr Korrektur!

Wichtig ist auch sich klar zu machen, dass mit Beginn der Oktober-Korrektur in den US Märkten, diese noch einen ganz anderen Charakter hatte, nämlich die gesunde Korrektur eines zu weit gelaufenen Marktes vor dem starken Jahresende.

Bis zum Wochenende des G20 war dieses Bild immer noch klar. Erst am 04.12. hat etwas ganz anderes begonnen, das man für einen Dezember durchaus als *Salami-Crash* bezeichnen darf:

Das ist brutal, das ist der schlimmste Dezember seit ewigen Zeiten. Vor allem aber ist das eine Charakteränderung!

Das echte Problem hat nicht im Oktober begonnen, das echte Problem hat am 04.12. begonnen, an dem Tag als der Markt nicht machte was er sollte und offensichtlich große Adressen den Hebel nach unten umgelegt haben.

Und so etwas kommt nicht aus dem Nichts, der Markt riecht hier etwas Bedeutendes und auch wenn der Markt manchmal zu früh hyperventiliert und eben 9 der letzten 5 Rezessionen vorher gesagt hat, tut man gut daran, das ernst zu nehmen.

Genau deshalb ist die ignorante Haltung die Powell an den Tag legt so verheerend und Misstrauen stiftend, denn ihre komischen "Daten" - wie alle ökonomischen Daten nachlaufend - haben die FED noch nie dazu befähigt eine Krise im Vorfeld wahrzunehmen. Auch 2008 ist die FED völlig blind herein gelaufen, noch im Sommer 2008 sah für die FED nichts krisenhaft aus, Lehman hat die FED völlig auf dem falschen Fuss erwischt.

Das Problem ist gar nicht mal das Abwarten, es ist die Ignoranz. Hätte Powell gesagt, ich sehe die Probleme die der Markt signalisiert, zB bei den Unternehmenskrediten und wir haben das im engen Blick und werden darauf reagieren, wenn wir Genaueres wissen, wäre die Reaktion weit weniger harsch gewesen.

So haben wir nun einen wochenlangen Ausverkauf, den wir in dieser Brutalität seit 2011 nicht mehr gesehen haben. Und Sie haben erlebt, wie sich ein Bärenmarkt anfühlt und das "überverkauft" immer noch "überverkaufter" werden kann. Wie heisst es noch mal so schön: "Tiefer geht immer!"

Sie haben daran auch erlebt, warum wir Brüche von Unterstützungen respektieren sollten und da unser Risikomanagement greifen sollte. Selbst wenn Sie die Range gespielt haben und am 04.12. noch nicht sofort reagiert haben, als wir nach unten heraus gefallen sind, *musste* man tätig werden, ich habe das im Vorfeld immer wieder und immer wieder gesagt, wie eine Gebetsmühle. Und ich habe da ja mehrfach und deutlichst von einer abstrakten Crash-Gefahr gesprochen und so falsch war das nicht, wie wir jetzt sehen.

Was bedeutet das jetzt?

Nun kurzfristig sind wir so brutal überverkauft und nach unten überdehnt, dass ein Snapper nach oben nicht mehr lange dauern kann. Was die Einschätzung problematisch macht, ist dass jetzt die Feiertage los gehen, das Volumen minimal ist und die großen Adressen nichs mehr machen. Insofern hat das wenig Bedeutung was jetzt kommt, auch wenn es ein Rebound ist.

Im neuen Jahr aber ist die Chance gut, dass wir nach kurzem Schmerz einen ausgeprägteren Rebound bekommen.

Womit sich die Frage stellt, ob damit der Schmerz vorbei und ruhiges Fahrwasser voraus ist?

Das kann nun niemand sagen, ich habe da aber eine problematische Nachricht, die man im Hinterkopf behalten muss. Denn durch den Salami-Crash im Dezember, haben wir nun auch im Monthly einen Bruch der Support-Strukturen.

Diesen Bruch hatten wir auch 2008, wir hatten ihn 2016 aber nicht, da ist der Markt gerade noch rechtzeitig dem Tod von der Schippe gesprungen. Nun haben wir durch die letzte Woche nach der FED den Bruch wieder.

Die FED hätte das verhindern können, hat sie aber nicht:

Das muss nicht zwingend zu einer goßen Topbildung führen, Faktum ist aber und das muss man mal deutlich sagen:

Wir haben nun eine notwendige Vorbedingung für eine große Topbildung geschaffen!

Das war vor einer Woche noch nicht so, nun ist es Realität.

Das bedeutet, dass selbst wenn der SPX nun Anfang 2019 hoch Richtung 2.700-2.800 steigt, also an den oberen Rand dessen was mal die Range war, das Risiko der großen Topbildung deutlich im Raum stehen wird - so wie oben in lila markiert.

Keine unbedingt guten Nachrichten, ich rate aber dazu, dass noch von sich wegzuschieben, weil es noch zu unbestimmt und nur ein abstraktes Risiko ist.

Konkret haben wir nun die Frage vor uns, wie das Jahr 2019 startet und ob und wie hoch ein Rebound geht. Es sind ja auch politisch so viele Variablen in der Luft, dass jedwede Prognose sowieso Unsinn ist.

Wenn sich Trump und Xi 2019 einigen und der permanente Druck vom Handelskonflikt endet, wenn parallel Powell doch merkt, dass er eine weniger technokratische Weltsicht braucht, dann kann es sein, dass wir von diesen Tiefs hochschnappen und zu neuen Hochs laufen.

Aber trotzdem ist es wichtig uns klar zu machen, dass wir nun - nach diesem Salami-Crash im Dezember - zum ersten Mal seit 2008 wieder die notwendigen Ingredienzien für eine ganz große Topbildung im Markt haben. Das sollte man nicht unterschlagen!

Bisher habe ich über Jahre immer gesagt, dass vom großen Top zu Brabbeln, reine Angstmacherei ist. Jetzt nicht mehr, jetzt sind die Voraussetzungen da.

Deshalb ist es nun um so wichtiger, dass wir alle eine Strategie und ein Risikomanagement haben. Hopium ist keine Strategie, denn in solche Salami-Crashs zu geraten, alleine mit der Hoffnung dass es irgendwann dreht, kann ins Desaster führen. Wenn dieses Erleben nun bei vielen von Ihnen angekommen ist, hat dieser Dezember etwas Gutes gehabt.

Alle Hoffnung fahren lassen müssen wir auch nicht, weil selbst wenn das eine große Topbildung ist, gehen wir vielleicht bis zum Niveau von Trumps Wahl herunter und das dürfte es dann gewesen sein:

Wir werden also schon bald gemeinsam einen strahlenden neuen Morgen erleben, an dem die Anlage-Sonne wieder aufgeht und wir bei Aktien richtig zupacken können. Nur ob das schon Anfang 2019 sein wird, oder wir bis ins zweite Halbjahr 2019 darauf warten müssen, das liegt noch im Nebel.

Und klar, dann gibt es immer noch -> Armageddon <- als Risiko, das Risiko dass das überdehnte Fiat-Money System der Gegenwart an sein Ende kommt. Der Moment also, den all die Crash-Propheten seit 10 Jahren herbei reden.

Irgendwann wird der kommen, der ist aber durch die aktuelle Korrektur nicht wahrscheinlicher geworden und den sollten wir so wie das Risiko betrachten, dass wir morgen einen Herzinfarkt bekommen. Wir sind uns dessen bewusst, lassen uns davon aber nicht blockieren.

Denn dieser Tag ist nicht heute, der ist noch fern.

Ich wünsche einen schönen Vorweihnachts-Freitag!

Ihr Hari

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180 Grad 2017



Guten Morgen!

Auch nach so einem Vortag, geht wieder die Sonne auf und bei uns hier so richtig strahlend zum ersten Mal seit Wochen. Das werde ich nutzen, um über Mittag mal länger aus meiner Höhle zu kommen und die Nase in den Wind zu halten.

Was den gestrigen Tag angeht, muss ich gestehen, dass ich mit dieser Gnadenlosigkeit des Abverkaufs nicht gerechnet habe. Auch nicht damit, dass es keinerlei Versuch der Kavallerie geben würde, das Durchrutschen zu unterbinden.

Dabei hatte der Tag gut begonnen, das Down-Gap wurde schnell, zügig und überzeugend geschlossen und dann war die Chance da, nach oben durchzubrechen.

Ich bin nach wie vor sicher, dass wenn genau da, bei der Nulllinie ein großes Kaufprogramm gekommen wäre, wir den identischen Kursverlauf, nur nach oben bekommen hätten.

Genau das Kaufprogramm kam aber nicht, ein Doppeltop bildete sich Intraday und von da an ging es nur noch abwärts, von einem durch Short-Covering ausgelösten kurzen Hupfer am Ende abgesehen.

Sie sehen an dieser Darstellung, dass ich davon ausgehe, dass wir hier einfach eine Replik des Jahres 2017 erleben, nur mit 180 Grad verdrehter Logik.

In 2017 wurde jedwede negative Nachricht und jedwedes Risiko ignoriert, der Markt stieg in jedem Fall und jeder Dip wurde gekauft - BTFD!

Jetzt wird jedwede positive Nachricht und jedwede Chance ignoriert, der Markt fällt in jedem Fall und jeder Rip wird verkauft - STFR!

Wenn man aber nicht so einen technischen Mechanismus als dominant annimmt, dann bleibt nur eine fundamentale Erklärung, die eher die Nackenhaare aufstellt. Denn gestern wurde alles verkauft, auch die "Safe-Havens" wie die Utilities:

Und das stinkt doch sehr danach, als ob unter der Decke Unerfreuliches passiert und es Schieflagen bei großen Adressen gibt - bei dieser Marktentwicklung keineswegs unwahrscheinlich. Der Sensenmann in Form des Margin-Calls geht vielleicht um.

Aber wie auch immer, letztlich macht es keinen großen Unterschied auf das, was wir tun müssen.

Als Investoren haben wir in voller Deckung zu sein, was immer das aus Sicht Ihrer Strategie bedeutet. Und diese Deckung ist auch nicht aufzugeben, nur weil es mal zwischendrin einen starken Tag gibt. So ein Einbruch braucht Zeit um zu heilen, halten wir die Köpfe unten und die Füsse still.

Als Trader aber, liegen hier immense Chancen im Intraday-Handel, auch der Handel gestern war ja wieder von technischen Marken begrenzt, die Nulllinie als Obergrenze und unten die Tiefs von Februar, die im SPX nun touchiert wurden:

Als Trader ist die große FED-Chance damit also keineswegs vom Tisch, sie ist durch den gestrigen Tag nur noch größer geworden. Ich werde diese Chance auch suchen, die Tiefs von gestern bieten nun wieder eine hervorragende Begrenzung nach unten.

Bedenken Sie dabei bitte auch, dass wir zusätzlich am Freitag auch noch einen großen Hexensabbat haben, viel steigerungsfähiger ist die Nervosität also wohl nicht mehr.

Was die FED angeht, wird das Marktgeschehen sicher Eindruck machen und wenn Powell nicht zur massiven Taube wird, wartet Trump wohl nur darauf, ihm die Schuld an dem Kursdesaster zuzuschieben. Denn es sei daran erinnert, dass in den US die Bürger durch Anlageformen wie 401(K) viel enger mit der Marktperformance verbunden sind und Trump kann nun keine große Baisse brauchen, die gefährdet seine Wiederwahl-Kampagne, die schon in 2019 einsetzen wird.

Wovor ich wirklich Sorge habe, ist eine erneute böse Überraschung. Dass nämlich Powell morgen dem Druck nachgibt und die Zinserhöhung im Dezember doch aufgibt. Und in Folge der Markt nur kurz steigt, dann genau das aber als Eingeständnis eines ernsten Problems auffasst und *trotz* oder *gerade wegen* der abgesagten Zinserhöhung nach einem Fakeout nach oben einbricht. Dann haben wir wohl "Land unter", auch *Crash* genannt.

Ich hoffe alle Beteiligten sind klug genug zu erkennen, dass man dem nervösen Affen nun nicht noch mehr Zucker geben darf, sondern eine ruhige Hand nötig ist, die Stabilität aussstrahlt. Das heisst, es braucht nun die angekündigte Erhöhung, auch als Unabhängigkeitssignal in Richtung Trump und dann braucht es eine Sprache, die die Risiken würdigt und für 2019 keinen fixen Straffungspfad mehr hat.

Mit so einer Haltung sind in meinen Augen die Chancen am Besten, etwas Ruhe herein zu bekommen. Mit hektischen Änderungen der bisherigen Linie, wird man vielleicht genau das Gegenteil erreichen.

Fazit:

Ich hoffe Sie betrachten das Geschehen so entspannt und fasziniert in Deckung wie ich. Wenn Sie sich dieser Deckung bisher verweigert haben, weil es ja lange immer gut gegangen ist, haben Sie nun schmerzhaft etwas gelernt. Die richtige Antwort ist dann nicht sich abzuwenden und den Kopf in den Sand zu stecken, sondern in den Spiegel zu schauen und es für die Zukunft besser zu machen.

Ich betone erneut, dass der 04.12. der Wendepunkt war, an dem das bullische Modell einer zum Jahresende kaufbaren Korrektur in etwas anders, weit Problematischeres wechselte. Dieser Tag hatte mich auch angefasst und Sie haben da ein paar Schimpfworte im Stream in Richtung Trump gehört. Seitdem bin ich in voller Deckung aus Investmentsicht. Dieser Tag war auch eine eindrucksvolle Bestätigung der Regel, dass wenn Märkte nicht mehr machen was sie sollen, es richtig gefährlich wird.

Jetzt um die FED herum, wird die Nervosität extrem hoch sein und es ist diesem Markt wirklich alles zuzutrauen. Ich warne auch davor, direkt nach der FED schon eine Richtung antizipieren zu wollen, es wird vor allem wichtig sein, was Powell sagt und das kommt eben erst in der Pressekonferenz danach.

Wer also mit mittel- oder langfristigem Horizont in Deckung ist, sollte diese am FED-Tag behalten egal was passiert und sollte lieber im schlimmsten Fall eine wenig "verpassen", als in einen wilden Fakeout zu geraten.

Für Trader gilt aber "Feuer frei", die Chancen sind beidseitig immens und wer gelernt hat seine schlechten Trades zu begrenzen, kann hier opportunistisch erheblichen Ertrag generieren.

Übrigens, seit Tagen haben die schon mehr ausgebombten, anderen Märkte der Welt nun eine Überperformance zum S&P500, selbst der DAX. Wer auf der Long-Seite handeln will, tut das derzeit also vielleicht besser in anderen Indizes als dem SPX.

Der heutige Tag ist dagegen ein Wartetag, an dem es nicht viel zu tun geben wird. In einem normalen Markt wäre heute die Chance auf Stärke und einen positiven "Buy the Rumor" Trade immens hoch. Aber so richtig normal war das gestern ja nicht mehr. 😉

Ich wünsche einen schönen Tag. Ich melde mich zum Stream heute Nachmittag, der voraussichtlich auch kurz und knapp sein wird.

An die Mitglieder die ein Depot eingereicht haben der Hinweis: Bitte denken Sie an die -> Abstimmung bis Mittwoch <-!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Die Wahrheit über 2008


Ein paar haben es im Forum geschrieben, aber ich denke dass im Herbst 2018 doch eine vergleichsweise große Zahl an Mitgliedern mit sich hadert, weil die Korrektur doch tiefer und schmerzhafter war, als man erwartet hat.

Dieses Hadern ist verständlich, gleichzeitig aber sinnlos und vor allem sachlich nicht gerechtfertigt, denn selbst falls wir jetzt weiter durchfallen und uns bald mit 20% Minus wiederfinden, muss man immer noch festhalten, dass niemand einen Fehler gemacht hat, der bis zur KW49, bis zum 04.12.18, von dem Modell einer begrenzten Korrektur mit anschließender Jahresendrally ausgegangen ist.

Und den Anfang der Korrektur im Oktober habe ich ja auf den Punkt erkannt, wenn Sie sich erinnern. Nur wusste man da natürlich nicht, wie tief sie wird, das weiss man aber nie.

Ich habe dieses Chart schon gezeigt, hier sieht man noch einmal, dass bis nach dem G20 Gipfel, vieles im Verlauf nach einem sauberen Doppelboden aussah. Erst dann kam der unerwartete Einbruch, den man so vorher nicht voraussehen konnte und das ist nun gerade mal 2 Wochen her:

"Falsch" hat man also nichts gemacht, nur weil man das vorher nicht erwartet hat, falsch hätte man nur dann etwas gemacht, wenn man auf diese deutliche Verschlechterung der Marktmechanik nicht konsequent reagiert hätte.

Ich habe das und war in -> Lügen treffen auf automatisierte Umschichtungen <- sowie in Folgeartikeln dazu sehr deutlich.

Überrascht hat mich dieser Einbruch am 04.12. aber wie die große Mehrheit der Profis und ein Grund sich zu grämen, ist das nicht, weil Überraschungen gehören dazu. Eigenkritik wäre aber dann berechtigt, wenn ich nicht in der Lage gewesen wäre, darauf schnell und konsequent zu reagieren.

Um das Reagieren geht es also, denn es wird immer wieder so Momente geben, die völlig überraschend sind - damit muss leben, wer im Markt unterwegs ist. Die Kunst ist das konsequente Reagieren und nicht das Raten vorher.

Diese abstrakte Aussage will ich mit einem Rückblick auf 2008 untermauern, im Nachhinein wird nämlich oft so getan, als ob das ein einziger großer Einbruch gewesen wäre, den man vorhersehen und dem man aus dem Weg gehen konnte.

Das ist aber *völliger Quatsch* und wenn ich so etwas lese, frage ich mich immer, ob die Schreiber wirklich dabei gewesen sind oder wie ein Eunuch vom Akt schreiben, ohne ihn je vollzogen zu haben. Denn ich war dabei und das war damals ganz anders.

Denn bis zu Lehman, bis die US Regierung sich im September 2008 entschieden hat Lehman abzuwickeln, sah das alles noch nach einer normalen 20-30% Korrektur aus und das will ich Ihnen nun zeigen. Das Chart ist klickbar:

Ja selbst nach der Insolvenz am 15.09., sah es noch ein paar Tage nach einem geordneten Ablauf aus, am 17.09. gab Barclays bekannt, dass das US Geschäft von Lehman übernommen wird und am 22.09. kaufte Nomura das Asiengeschäft. So schlecht war das doch nicht und ein katastrophaler Zusammenbruch keineswegs sicher.

Sie sehen oben, am 19.09. gab es sogar noch höhere Kurse als bei der Insolvenz und das sogar mit einem schönen Hammer unter Volumen, eine fiese Falle. Und bis zum 26.09. war ein Crash noch nicht sicher, erst am 26.09. geriet alles in Rutschen, was vorher nur "Brösel, Brösel" war.

Im größeren Bild sieht man auch den Verlauf, ein schwaches 2007, dann die Bear Stearns Krise im Frühjahr 2008, die aber scheinbar im Griff behalten wurde.

Im September 2008, war der Markt gegenüber den Hochs von 2007 genau ein Jahr gefallen und hatte dabei 27% abgegeben, was für eine saubere Korrektur absolut ausreichend gewesen wäre.

Und er befand sich einem fallenden Trendkanal, der sehr wohl auch nach oben hätte brechen können, ein Jahr und 27% sind dafür mehr als ausreichend:

Schauen Sie sich das Chart genau an, wer da den grünen Pfad für möglich gehalten hat, hat erst einmal keinen prinzipiellen Fehler gemacht. Das war damals sogar gut möglich und es war nicht zwingend absehbar, dass die US Regierung Lehman fallen lassen würde und schon gar nicht, dass es dann diese brutalen Konsequenzen haben würde.

Sicher, wer damals im Markt war und ein Gespür hatte - und ich hatte das - merkte die ganz miese Marktmechanik und das machte sehr vorsichtig und bärisch, so wie ich auch in der letzten Woche eine sehr miese Marktmechanik wahrgenommen habe. Und ohne dass der Markt wirklich zur Wende antritt, sollte man nicht blind auf die Wende wetten, auch heute übrigens nicht!

Mit wachem Geist war einem aber seit Bear Stearns im Frühjahr 2008 klar gewesen, dass sich da unter der Decke bei den Hauskrediten etwas zusammen braute. Es gab also auch am Tag vor Lehman, am 14.09., gute Gründe sehr vorsichtig zu sein, so wie es heute gute Gründe gibt sehr vorsichtig zu sein. Aber ein Crash war deswegen noch lange nicht zwingend und ich bin auch heute noch überzeugt, dass es ohne die Entscheidung der US Regierung, Lehman fallen zu lassen und ein Exempel zu statuieren, zu diesem Zusammenbruch nicht gekommen wäre und die Korrektur irgendwo bei 30%+ ausgelaufen wäre.

Der entscheidende Punkt ist, bis Lehman und mehr als eine Woche darüber hinaus, war es selbst für jemanden der die Risiken erkannte keineswegs klar, dass ein Crash kommt und daher keinesfalls perse falsch, von einem baldigen Ende einer ausgedehnten 30% Korrektur auszugehen.

Und wen dann der folgende Crash überrascht hat, wie uns diesen Spätherbst der 04.12. überrascht hat, brauchte sich daher auch nicht zu grämen, das ist vielen so gegangen!

Ein Grund mit sich zu schimpfen wäre aber, diesen sich entwickelnden Crash dann damals nicht zu sehen. Wer also ab dem 26.09.08 nicht begriffen hat was los war, wer da nicht in Deckung gegangen ist, der hat einen massiven Fehler gemacht!

Und damit sind wir bei der Analogie zu diesem Herbst. Es gehört einfach dazu, dass der Markt einen überrascht. Und wer 2008 im Nachhinein so darstellt, als wäre das absehbar gewesen und alles nur ein einziger großer Crash, ist ein Scharlatan und damals gar nicht dabei gewesen.

Als Lehman begann, war die Korrektur schon ein Jahr alt und es war bis zuletzt keineswegs absehbar, dass am Ende noch ein Crash kommt. Das ist die schlichte Wahrheit. Und ein Crash muss per Definitionem immer für die Mehrheit überraschend sein, sonst kann es wohl keiner werden.

Und weil das die Wahrheit ist, sollten wir uns auch in 2018 nur über das ärgern, was wir wirklich falsch gemacht haben. Wer nicht reagiert hat, der muss etwas ändern und hat Fehler gemacht. Wer aber vom 04.12. und den letzten 2 Wochen überrascht wurde, gehört zur Herde und sollte sich klarmachen, dass der 04.12. und die folgenden Tage eben *nicht* vorher klar und nicht einmal mit Wahrscheinlichkeit absehbar waren.

Kritisieren wir uns also für das, was wir wirklich falsch gemacht haben und akzeptieren wir, dass Überraschungen zum Markt dazu gehören. Die gibt es übrigens auch nach oben und das sogar öfter als nach unten.

*Konsequent Reagieren* ist das Zauberwort des erfolgreichen Anlegers, nicht das Voraussehen mit Glaskugel.

Übrigens, wer sich fragt, was denn der Unterschied von 2008 zu heute war, der sei daran erinnert, dass die Verwerfungen unter der Decke, damals sehr wohl wahrzunehmen waren. Diverse Parameter an den Kreditmärkten sendeten im Herbst 2008 Warnsignale.

Genau das haben wir heute nicht, die Wirtschaftsdaten erscheinen besser als die Stimmung. Nun kann sich das bis Herbst 2019 problemlos alles noch entwickeln, um hier die 2007/2008er Analogie zu benutzen, das gilt aber für jeden Moment der Geschichte, es kann sich immer etwas entwickeln.

Heute sind solche sichtbaren Verwerfungen aber (bis jetzt) nicht da und das ist ein markanter Unterschied, den man ernst nehmen sollte.

Ich gehe also weiter davon aus, dass wir hier eine normale 10-20% Korrektur vor uns haben, bis mich der Markt eines Besseren belehrt. Und dann heisst es konsequent zu *reagieren*, das ist die Kunst!

Ihr Hari

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Wochenausblick KW51


Hinweis der Woche

Vor uns liegt die KW51, das Jahr 2018 ist fast herum und die KW51 ist auch die letzte aktive Woche hier im Blog vor den Feiertagen. Daher ein paar Hinweise in eigener Sache:

Von Samstag 22.12.18 bis Sonntag 06.01.19 befindet sich der Blog wie jedes Jahr im Ferienmodus.

Regelmässige Artikel gibt es dann nicht und nur ab und zu mal ein Lebenszeichen meinerseits nach Lust und Laune. Rechnen Sie mit einem Lebenszeichen am 27. oder 28.12. vor dem Jahreswechsel und einem am 02. oder 03.01. zum Beginn des neuen Jahres, mehr wird an Artikeln eher nicht stattfinden.

Ins Forum schaue ich aber immer mal wieder, die Zeit um den Jahreswechsel ist auch die Zeit für das Grundsätzliche und schon in der Vergangenheit hatten wir da manchmal interessante und tiefgehende Diskussionen.

Ich habe in den zwei Wochen aber auch allerlei Administratives zu erledigen, so stehen zwei grundlegende und potentiell disruptive Updates bei WordPress (auf Version 5.0) und beim Forum (auf Version 6.0) im Raum, die beide grundlegende Änderungen vornehmen und ich daher bisher vor mir hergeschoben habe.

In den 2 Wochen werde ich diese angehen und das kann durchaus mit Auszeiten des Blogs oder Fehlern einhergehen. Seien Sie sich dessen bewusst, Sie müssen also in den 2 Wochen keine Schnappatmung bekommen, wenn der Blog mal nicht erreichbar ist oder es im Forum kleinere Fehler gibt. Ich arbeite an den Umstellung und der ideale Zeitpunkt mir Fehler zu melden ist dann, wenn ich hier "Vollzug melde" und wir auf den neuen Versionen sind. Dann erst geht es an das Finetuning.

Ganz grundsätzlich werde ich diesen Jahreswechsel am Format nichts ändern, Wochenausblick wie Video der Woche haben sich in meinen Augen bewährt und werden in 2019 weitergeführt, wenn Sie das anders sehen, lassen Sie mich das wissen.

An den Gebühren ändert sich auch nichts, wie versprochen werden die Verlängerungsgebühren nun voraussichtlich wieder für mehrere Jahre gleichbleiben, auch für 2019/2020 habe ich das aus heutiger Sicht fest vor. Bei den Gebühren für die Erstanmeldung werde ich eher mal eine Änderung machen, ich habe das zum Thema Bärenmarkt beschrieben. Auch das ist aber nur eine theoretische Option und kein Plan und abgesehen davon, betrifft es Sie ja nicht.

In dieser letzten Woche vor Weihnachten gibt es übrigens kein Video mehr, das Hauptthema abseits der Aktualität sind die Mitglieder-Depots, zu denen im Nachgang zu diesem Wochausblick am Montag dann auch die Anleitungen zur Abstimmung kommen.

Davon abgesehen läuft die kommende Woche noch ganz normal, am Mittwoch, dem Abend der FED, werde ich den Stream wohl bis 22 Uhr ausdehnen und am Freitag vor Weihnachten wird es dagegen nur noch ein gemütliches Ausklingen in die Feiertage sein. Da viele am Freitag von Vorbereitungen auf die Feiertage betroffen sein werden, werde ich da sowieso nur wenige Leser haben. 😉

Ereignis der Woche

Das Ereignis der Woche ist die FED-Sitzung am Mittwoch.

Eigentlich ist das formale Ergebnis schon klar, die FED wird die Zinsen zum 4. Mal in 2018 erhöhen, weil sie nach all den Ankündigungen nun *muss*. Ein plötzlicher Verzicht darauf, würde im Markt nur mehr Sorgen erzeugen, weil man dann vermutet, dass die FED bisher unbekannte Daten kennt, die konjunkturell massiv nach unten zeigen. Keine Erhöhung, wäre also eher ein Alarmsignal und die FED dürfte klug genug sein, das zu unterlassen.

Gleichzeitig wird die FED aber einen taubenhaften Ton für 2019 finden, mit viel "data dependent" und Würdigung der Risiken und genau das braucht der Markt, um nicht die Angst zu entwickeln dass die FED überzieht.

Das wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit so kommen und trotzdem wird es spannend, denn die Frage ist, was der Markt davor und danach daraus macht. Der Markt liebt es die FED zu lieben und darin liegt auch eine Chance, dazu aber weiter unten bei den Chancen und Risiken der Woche mehr.

Ansonsten ist die Woche dick gepackt mit ökonomischen Daten, mit Inflationsdaten aus Europa am Montag, dem Ifo aus Deutschland und US Baugenehmigungen am Dienstag, Verbraucherpreisen aus UK und Kanada sowie US Häuserdaten am Mittwoch, der Bank of Japan (BoJ) und der Bank of England (BoE) sowies dem Philly Fed Index am Donnerstag und US Auftragseingängen und dem BIP am Freitag.

Chance und Risiko der Woche

Chart/Grafik der Woche

Index der Woche

Letzte Woche habe ich die Marktlage mit ihren Risiken ausführlich gewürdigt und ich müsste vieles nur wiederholen. Sie sollten sich den -> Wochenausblick KW50 <- vielleicht noch einmal anschauen, denn da sind einige sehr grundsätzliche Themen darin, die ich nun wiederholen könnte und vielleicht sogar sollte.

Statt das zu tun, bitte ich aber alle, die letzte Woche nicht gelesen haben, da noch einmal herein zu schauen.

Denn objektiv ist in der letzten Woche nicht viel passiert, was uns die Übersicht in -> Advisoryperspectives <- schnell zeigt:

Der SPY hat sich vom Montags-Tief gelöst und ist dann wieder zurück gefallen, ohne völlig unten heraus zu fallen - so einfach war das letzte Woche, eine Woche die man hätte abhaken können, was ich auch weitgehend getan habe. Bis auf ein paar Trades war ich völlig passiv in Deckung.

Auch das große Bild der Drawdowns ist unverändert und vermittelt nach wie vor eine gute Perspektive.

Da fragt man sich doch, ob es in der kommenden Woche etwas Besonderes zu antizipieren gibt?

Ich denke erstaunlicherweise ja. Denn der Markt balanciert nun auf der Rasierkante zwischen Absturz und Rally:

Ich habe wirklich keine Meinung dazu wie das ausgeht. Die Markttechnik ist absolut gruselig, das kann nun jeder sehen und sieht auch jeder. Die Menge der Warnungen um uns herum schwillt an und das ist sehr gerechtfertigt. Die Schwäche der letzten Woche impliziert weiteres Downside, die Risiken nach unten sind erheblich!

Wie schon letzte Woche, rate ich allen mit mittelfristigem Horizont hier weiter höchste Vorsicht walten zu lassen und am Besten schon in voller Deckung zu sein! Nur weil viele warnen, muss das nicht perse falsch sein.

Ich sehe die massiven Risiken auch, dass wir schnell noch einmal um 10% im S&P500 abstürzen und das dann zur schärfsten und härtesten Korrektur seit dem Lehman-Desaster machen!

Aber ... die Stimmung ist nun richtig mies, die Jahresendrally auf die viele lange gewartet haben, düften nun langsam allgemein abgeschrieben werden. Und gleichzeitig haben wir nicht nur einen in Form der FED wahrscheinlich positiven Katalysator vor uns, sondern wir dürften auch große Adressen im Markt haben, die ein weiteres Absacken bis Ende 2018 verhindern wollen, um den Jahresabschluss einigermassen zu retten.

Das alles zusammen, schafft die abstrakte Chance für eine massive Rally aus dem Nichts, die nun jederzeit ganz plötzlich einsetzen kann. Gerade jetzt, wo sich das niemand mehr vorstellen kann und keiner mehr damit rechnet, ist die Chance real. Jeff Miller stellt das in seinem "Weighing the week ahead" gut dar, in dem er fragt: -> What might go right? <-. Schauen Sie sich da mal die diversen Grafiken an.

Ich betone, dass diese Chance derzeit *nur* ein Thema für Trader ist, alle andere warten erst einmal ab, ob diese Rally überhaupt kommt. Und es ist völlig klar, dass das Risiko nach unten nicht kleiner ist, sondern nun größer als diese Chance. Und selbst wenn die FED-Rally kommt, spricht immer noch viel dafür, dass wir die Range dieses Jahr dann nicht mehr nach oben verlassen.

Wir haben aktuell einfach mal wieder so ein Gummiband-Szenario vor uns und wissen nicht ob es schnappt oder reisst. Diese Szenarien können für Trader hoch attraktiv sein und lassen sich gut absichern. Für alle anderen gibt es nichts zu tun, die sollten in Deckung bleiben und die Bullen erst mal etwas beweisen lassen, zumal selbst wenn die Rally kommt, es potentiell nur ein weihnachtliches Strohfeuer ist.

Thema der Woche

Zum Thema der Woche habe ich letzte Woche die Psychologie in schweren Marktphasen gemacht, heute will ich mich der Frage nähern, wie 2019 beginnt.

Denn da verschiebt sich meine Wahrnehmung unter bestimmten Voraussetzungen nun etwas mehr ins Positive.

Und das hat damit zu tun, dass der Markt schwächer ist, als ich noch Anfang November zum Jahresende erwartet habe. Erst der massive Absturz in der KW49, als der Markt trotz FED und trotz "Waffenstillstand" im Handel am Dienstag vor 2 Wochen massiv nach unten rollte, hat die objektive Lage schwer verdüstert und den bis dahin gut denkbaren Doppelboden samt Jahresendrally, wohl endgültig aus dem Spiel genommen. Ich habe im letzten Wochenausblick ausführlich darüber geschrieben.

Nun trägt der Markt aber Elemente einer negativen Feedback-Schleife in sich, denn die konjunkturelle Realität ist trotz ein paar Warnzeichen objektiv lange nicht so negativ, wie dieser Markt sich nun anfühlt. So wie der Markt 2017 jedes Risiko ignoriert hat, ignoriert er nun alle positiven Signale und suhlt sich nur im Negativen.

Was ich nun sage, schliesst auch nicht aus, dass wir jetzt durchfallen und einfach noch einmal 10% auf dann 20% Korrekturhöhe abgeben, einfach weil der Markt es jetzt so will. Eine negative Wahrnehmung der Wirklichkeit reicht dafür völlig aus und letztlich wird damit ja nur die Übertreibung nach oben aus 2017 korrigiert. In Anbetracht der eklatanten Schwäche, ist ein "Durchfallen" nun sogar realistisch und kein exotisches Szenario mehr.

Trotzdem würde gerade in dem sofortigen Durchfallen vielleicht eine positive Nachricht liegen und darüber will ich nun reflektieren. Denn alles was potentiell in 2019 passiert, hat ja nun auch damit zu tun, was vorher in 2018 passiert ist und ich habe Ihnen ja mehrfach diese Analogien wie 2007/2008 oder hier 2015/2016 gezeigt:

Die Logik dahinter war, dass der Markt in 2018 noch zusammengehalten wird und erst nach dem Jahreswechsel sich dann die Schwäche Bahn bricht.

Diese Logik ist auch mehr als reines Raten, dahinter stehen Anlagemechanismen zum Jahresende und Jahresanfang und gerade dieses Jahr wissen wir ja, dass es im Herbst sehr viele Hedgefonds zerlegt hat, die dann nach dem Jahresende aufgegeben werden dürften. All das dürfte für die Kurse zum Jahresanfang ein Problem sein und generiert da obiges Risiko.

Der Grund warum ich dieses Bild nun um eine Chance erweitere ist nicht, dass das Bild falsch ist, sondern dass es sein könnte, dass 2018 die Voraussetzungen nicht schafft. Denn die Stimmung ist jetzt schon richtig mies und wenn wir uns vorstellen, dass der Markt nun diese Woche sofort durchfallen sollte, könnte das Problem zum Jahresanfang nur zeitlich begrenzt sein und sich dann bald schon wieder Hoffnung Bahn brechen. Denn falls wir nun noch einmal 10% fallen, ist der Markt klar nach unten überdehnt und übertreibt Risiken, die sich überhaupt erst einmal realisieren müssen.

Falls wir also kommende Woche nach unten durchfallen, ist auch so ein Verlauf sehr naheliegend:

Was ich Ihnen also vermitteln will ist, dass wir 2019 im Kontext von 2018 betrachten sollten. Denn ich kann nach wie vor keine belastbaren Daten sehen, nach denen wir vor einer neuen 2008er Krise stehen, auch wenn das immer eine abstrakt-thoeretische Möglichkeit ist.

Sollte also diese Woche Stärke einsetzen und wir eine verspätete, aber dafür vielleicht umso radikalere Weihnachtsrally bekommen, ist diese zum Jahreswechsel tendentiell zu "faden", weil die beschriebenen Risiken im neuen Jahr objektiv da sind und die Bereinigung diverser gescheiterter Hedge-Fonds-Modelle erst einmal stattfinden muss.

Sollten wir diese Woche aber doch deutlich durchfallen, gehe ich in 2019 aus heutiger Sicht nur noch von einer kurzen Schwächephase im Januar aus, nach der eine potentiell attraktive Long-Chance vor uns liegen könnte.

Ich selber lasse mich von diesem Markt auf jeden Fall nichts ins Negative treiben. Ich sehe die miese Marktmechanik und ich sehe die Risiken und bin daher schon längst in Deckung. Und ich nehme mir Auszeiten, wenn der Markt weiter so unattraktiv ist und lasse mich von ihm nicht zerreiben.

Gerade weil das so ist, bin ich aber nicht defätistisch sondern absolut bereit, sofort Chancen zu ergreifen und diese wie diese Woche schon im Vorfeld zu erschnuppern. Ich halte eben mein emotionales Kapital trocken und lasse mich nicht von Doom & Gloom anstecken. Und das sollten auch Sie!

Die Wahrheit ist nach wie vor, dass erstens Märkte 70% der Zeit steigen, dass zweitens der Markt zwar mal einen Schritt zurück, aber dann wieder zwei Schritte vor macht und drittens, dass diese Korrektur des Jahres 2018 nach wie vor überfällig war und selbst bei einer 20% Korrektur bis 2.400 im SPX, der langfristige Bullenmarkt voll intakt ist.

Womit wir zu Viertens und zum Entscheidenden kommen. Die großen Gewinne, werden nicht durch viel Mühe in einem miesen Marktumfeld gemacht, nicht durch "Grind", wenn der Markt nicht viel zu bieten hat. Das ist vielmehr die Zeit, wo kluge Anleger sich in ihre Bärenhöhle zurück ziehen und den Markt mal einfach vor sich hin schwingen lassen.

Die großen Gewinne, die dann über Jahre tragen und ein sonniges Grinsen ins Gesicht zaubern, wie weiland bei mir 2009, werden aus üblen Korrekturen geboren, ja ohne diese, würde es sie nicht geben, weswegen wir Korrekturen als etwas Gesundes und Positives begrüssen müssen, das zur Börse, wie zum Leben einfach dazu gehört.

Unsere Aufgabe ist deshalb unser monetäres *und* emotionales Kapital zusammen zu halten und uns nicht zu verausgaben, wenn nichts zu holen ist. Damit wir dann ausgeruht und beherzt zupacken können, wenn dieser Markt die Korrekturphase verlässt und das wird er, die Frage ist nur wann.

Mein guter Rat der Woche

Ich wünsche eine möglichst stressfreie Woche vor den Feiertagen. Mein ganz persönlicher Rat:

Überfrachten Sie die Feiertage nicht, machen Sie nicht zu viele Pläne und wehren Sie sich gegen Sozialdruck.

Verwenden Sie Ihre Energie lieber darauf, sich diese Woche den Freiraum zu erarbeiten, der Ihnen dann echte Erholung im engen Kreis Ihrer Lieben erlaubt.

Wir alle brauchen Phasen der inneren Erholung und des Abstands und nichts kann dafür besser sein, als die Tage des Jahreswechsels - wenn man sie dafür zu nutzen weiss und nicht nahtlos Berufsstress durch Sozialstress tauscht.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Wochenausblick KW50


Predigt der Woche

Das mit der "Predigt" ist ein kleiner Spaß und der Punkt hier ein Einmalthema. 😉

Aber der Markt fordert einen. Das tut er immer, seit Oktober aber extrem.

Man hat eigentlich genug mit sich selber und seinem Depot zu tun, dann aber noch permanent für andere zu schreiben und das nicht nur einfach abstrakt zu tun, sondern sich in diese herein zu versetzen und so proaktiv zu helfen zu versuchen, wie ich das tue, ist sehr fordernd.

Meine Frau sagt immer, dass ich Sie als Mitglieder zu sehr verwöhne. Es ist in den letzten Wochen schon wieder fast zur Selbstverständlichkeit geworden, dass ich auch Abends noch zum Handelsschluss im Forum schreibe, das ist aber nicht dauerhaft durchzuhalten, ich bin auch nur ein Mensch und mit 290€ im Jahr hat niemand mein ganzes Leben gekauft.

Einerseits will ich Sie ja selbstständig machen, andererseits erzeuge ich mit meiner Präsenz aber auch eine Abhängigkeit, weil man kann sich ja darauf verlassen, dass "der Hari" was dazu sagt und das fördert Passivität bei denen, die eben doch lieber anderen folgen wollen, als sich durch die Mühen einer eigenen Strategie zu quälen. Und dass das durchaus Mühen sein können, macht Ihnen unser Calvin ja in seiner spannenden Kolumne immer wieder klar.

Auch jetzt schreibe ich schon wieder am Sonntag Morgen, weil es eben wichtig ist und der Markt in einer kritischen Phase.

Machen Sie sich aber bitte klar, dass ich irgendwann nicht mehr da sein werde. Das ist keine Ankündigung, ich habe derzeit vor noch lange da zu sein, aber es ist das Wissen um das Schicksal. Denn wenn ich Pech habe und das gesundheitlich durch so etwas wie einen Schlaganfall erzwungen wird, kann es auch mit einem Schlag und überraschend passieren. Ich habe dafür keine Anzeichen und lasse mich checken, aber mit 56 kommt man in Bereiche, wo man sich bewusst machen muss, dass dieser Schlag einfach kommen kann.

Wie Sie sich dann bitte verhalten, habe ich schon vor Jahren hier beschrieben: -> Im Falle meines Todes <-

Und falls Sie jetzt nicht sowieso schon so weit sind, müssen Sie dann selber auf eigenen Anleger-Beinen stehen oder sich jemanden anderen suchen, dem Sie folgen können. Ich sage aber ganz selbstbewusst, dass Sie es im deutschen Sprachraum schwer haben werden, da jemanden vergleichbar zu mir zu finden. Besser wäre also, ganz selbstständig mit eigener Strategie zu werden und mich dann noch als Bereicherung, Abgleich, Ergänzung, Anregung und Benchmark zu lesen, aber nicht mehr als "Führung" durch den Markt.

Das nur als Einleitung, bevor ich für Sie wieder an einem Sonntag einen besonders ausführlichen und intensiven Wochenausblick schreibe, einfach weil es mir nötig erscheint.

Ereignis der Woche

Das Ereignis der Woche ist für uns die EZB-Sitzung am Donnerstag. Die ist eigentlich dieses Mal eher sekundär, weil die großen Fragen des Marktes zu den Themen Zinsen und Handel vor allem in Washington und Peking gewälzt werden, aber sie ist trotzdem besonders spannend.

Denn der gute Mario Draghi hat ja nun mit der Straffung des Zinszyklus noch nicht einmal begonnen, weil er statt eine Bereinigung zu fördern, lieber jede Menge Zombiebanken und Unternehmen am Leben gehalten hat. Was macht er denn dann, wenn nun die Konjunktur im Euroraum abraucht, was die Börsen ja zu indizieren scheinen, den Europas Aktien sind schon fast ganz 2018 in einem Bärenmarkt?

Er kann dann die Zinsen auf Minus 2% senken und damit massive Negativzinsen auf Konten der Bürger erzwingen und Lebensversicherungen und Krankenversicherungen endgültig zerstören. Dann könnte es aber sein, dass selbst der träge deutsche Michel zur gelben Weste greift und es ziemlich ungemütlich wird, auch für Draghi.

Um so wichtiger werden in der kommenden Woche die Wirtschaftsdaten, von denen es einige sehr Wichtige gibt.

So am Montag das japanische und britische BIP. Am Dienstag hier der ZEW und Inflationsdaten aus den US. Am Mittwoch weitere US Inflationsdaten, eine Rede Powells und die Öldaten. Am Donnerstag einen Zinsentscheid der SNB und am Freitag den japanischen Tankan-Wirtschaftsindex, Industrieproduktion aus China, sowie Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und Einzelhandelsumsätze aus den US.

Chance und Risiko der Woche

Chart/Grafik der Woche

Index der Woche

Diese drei Punkte fasse ich wieder zusammen, denn die Lage ist recht einfach und klar. Es lohnt sich auch nicht, hier viel zu spekulieren, es ist ein Moment in dem wir wach und klar im Kopf sein müssen.

Ich versuche daher bewusst prägnant und klar zu sein und Ihnen statt Analysen und Szenarien einfach nur eindrücklich klar zu machen, wo wir stehen.

Schauen Sie noch einmal auf dieses Chart des Leitindex S&P500:

Sie sehen die Botschaft schon, da ist letzte Woche ab Dienstag etwas passiert, was nicht hätte passieren sollen.

Denn wir hatten eine FED die auf Taube geschaltet hat und zumindest einen Waffenstillstand beim Handelsthema - zumindest schien es so. Und am Montag hat der Markt auch gemacht, was zu erwarten war.

Der logische Pfad wäre dann der lila Pfad gewesen, ein Retracement maximal bis zum Gapfill vom Montag und dann ein starkes Jahresende.

Im letzten Wochenausblick habe ich geschrieben:

Die zwei wichtigstens Sorgen des Marktes, wurden in den letzten 7 Tagen zumindest teilweise beiseite geräumt. Jerome Powell hat am Mittwoch deutlich geblinzelt und die FOMC Minutes haben das bestätigt. Sorgen dass die FED beim Zinszyklus in 2019 überziehen würde, sind ungerechtfertigt. Und nun haben auch Trump und Xi einen Weg gefunden, der sich kooperativ anfühlt und das Risiko eines echten Handelskrieges zumindest verschiebt und die Hoffnung weiterleben lässt.

Es ist völlig klar, dass diese beiden Entwicklungen der letzten Woche, verbunden mit einer sowieso überverkauften Markttechnik, den Markt haben am Abgrund drehen lassen und den Beginn eines mittelfristigen Bärenmarktes erst einmal wieder verhindert haben.

Wenn ich hier Wahrscheinlichkeiten zu vergeben hätte würde ich sagen, ein versöhnlicher Jahresabschluss ist wahrscheinlich und ein Boden zu 80-90% temporär drin, also sehr wahrscheinlich temporär drin.

Ich betone das "temporär", weil auch wenn ein versöhnlicher Jahresabschluss nun wahrscheinlich ist, damit nicht die Frage beantwortet ist, ob wir gerade in einer großen Topbildung sind oder wir nur einen erfrischenden Dip hinter uns haben und der Bullenmarkt in 2019 weitergeht.

Und ich würde das in ähnlicher Lage wieder schreiben, es war auch im Nachhinein für mich die richtige Sicht der Dinge. Passiert ist aber etwas ganz anderes. Ich habe das Geschehen in Artikeln wie -> Lügen treffen auf automatisierte Umschichtungen <- ausführlich analysiert und will das hier nicht wiederholen.

Wirklich verstörend war aber gar nicht einmal der Einbruch am Dienstag, den konnte man noch mit Trumps Chaos und folgender Markttechnik gut erklären. Aber der Freitag nach dem starken Reversal, der erinnerte doch stark an einen vollwertigen Bärenmarkt!

Und so sind wir nun zum dritten Mal an der Begrenzung unten bei ca. 2.600 im SPX.

Wenn Sie sich erinnern, war ich beim ersten Mal im Oktober noch recht optimistisch, auf den ersten Einbruch folgt immer noch ein Rebound und ein 10% Einbruch im Oktober und dann freie Fahrt ins Jahresende wäre doch perfekt gewesen!

Beim zweiten Einbruch Mitte November war ich - wenn Sie sich erinnern - schon skeptischer. Ich habe Artikel zu Bärenmärkten geschrieben und Sie eindringlich vor dem gewarnt was passieren kann, wenn wir durchfallen.

Dann generierte der Markt aber die Chance auf einen Doppelboden und auf ein "W" und die FED spielte mit und Trump scheinbar auch und alles schien gut zu werden......

Der Markt hat aber ab Dienstag etwas ganz anderes gemacht und ich habe schon oft gepredigt, wie gefährlich Märkte dann sind. Achten Sie auch auf den Cross zwischen 50- und 200-Tage-Linie, den wir *jetzt* haben, nicht beim ersten Test und nicht beim zweiten Test, wir haben ihn *jetzt*. Ich thematisiere das weiter unten beim "Thema der Woche" noch.

Ich bin auch sicher, nicht mal die Bären haben letzte Woche so viel Schwäche erwartet! Und wo so viel Schwäche ist, müssen große Adressen sein die abstossen und das ist ein Problem in sich, denn die machen den Markt und nicht wir! Joe Fahmy - ich thematisiere das weiter unten - führt das auch auf Hedge-Fonds Auflösungen zurück, eine weitere Theorie. Am Ende ist es sekundär wer da verkauft, wichtig ist zu sehen, dass hier große Adressen aus Aktien-Exposure heraus gehen.

Und deshalb bin ich nun noch bärischer geworden und der Blick nach unten überwiegt hier bei mir. Höchststände dieses Jahr sind sowieso ausser bei einem Wunder vom Tisch und selbst im besten Fall, steht dann ein niedrigeres Hoch im Raum, wie ich das oft geschrieben und in Charts als Projektion gezeigt habe.

Auch ist völlig klar, dass diese Schaukelbewegung zwischen den beiden Polen bei ca. 2.820 und 2.600 eine Unmenge an Energie aufgebaut hat. Wohin auch immer dieses Biest ausbricht, es könnte eine extrem brutale, gandenlose Bewegung werden, nach unten nennt man das dann einen "Crash".

So und jetzt werden mich viele an die Sentimentdaten erinnern, auch daran dass wir nun eine derart miese Stimmung im Markt haben - ich bin ja auch skeptisch - dass das schon ein Kontraindikator ist. Außerdem gibt es auch durchaus bullische Divergenzen, wenn man danach sucht.

All das stelle ich nicht in Abrede, im Gegenteil, ich wäre nicht mal überrascht, wenn dieser Markt nun am Montag ansatzlos zur Rally ansetzt und erst am 10. Januar bei SPX 3.000 aufhört. Ich traue diesem Bastard im Moment alles zu, nachdem er letzte Woche nun gegen alle Erwartungen verstossen hat

Aber ... ein dickes aber ... die Risiken sind mindestens ebenso groß, vielleicht aktuell sogar größer. Welche Gefahr besteht, wenn alle bei einem Bruch nach unten zum Ausgang rennen, habe ich oft genug beschrieben.

Auch habe ich zuletzt mehrfach, selbst im freien Bereich, Sätze wie diesen geschrieben:

Zum ersten Mal seit 2011 - nicht 2016 und nicht dieses Frühjahr, aber diesen Spätherbst 2018 - halte ich das Risiko, dass der Markt über eine normale Korrektur hinaus ernsthaft einbricht und wir auch aus langfristiger Investmentsicht in einen Bärenmarkt eintreten, für so signifikant, dass wir uns damit auseinandersetzen und davor schützen müssen.

Was ich Ihnen also mitgeben will, ist das folgende Fazit zur Lage :

Ich habe keine Ahnung, was der Markt kommende Woche machen wird. Vielleicht läuft er wieder zur oberen Begrenzung, vielleicht fällt er durch. Ich habe keine Ahnung!

Ich respektiere aber Risiko und kann Risiko einschätzen und das ist aktuell immens!

Was das für Sie bedeutet, müssen Sie auf Ihre Strategie übersetzen.

Für mich heisst das in meiner bewährten und beschriebenen Logik, dass ich in voller Deckung bin und diese erst verlasse, wenn der Markt sich diese Woche glaubhaft vom unteren Rand entfernt. Und ein ernst zu nehmendes Signal bekomme ich nun sowieso erst dann, wenn der Markt diese Range verlässt - ich befürchte mit Karacho!

Die Angst zu Verpassen ist für mich in diesem Moment kein guter Ratgeber. Ja mei, vielleicht verpasse ich ein wenig nach oben, bis ich mich wieder mehr exponiere, falls der Markt nun doch zur Rally ansetzt. Aber diese paar Prozent sind kein Problem im Vergleich zum Risiko, theoretisch in eine Klospülung zu geraten, auch "Crash" genannt.

Ausserdem, falls ein Rebound gleich am Montag kommt, hindert mich nichts und niemand daran, diesen aggressiv zu spielen, Sie wissen schon "Gummibandtrade" und so. Das ist dann aber ein Trade, den ich am Tag eng mitführe und "babysitte" und hat mit meiner Deckung meines trägeren Investmentdepots nichts zu tun.

Das ist die Art, wie *ich* den Markt im Rahmen meiner Strategie sehe. Das muss nicht Ihre Sicht sein, selbst wenn Sie zur gleichen Analyse wie ich kommen.

Also, die wichtigste Zeile dieser Woche:

Wir achten das Risiko und begrenzen es. Alles andere kommt danach, das ist die erste Anlegerpflicht!

Amen 🙂

Strategie der Woche

Damit schliesst sich ein einmaliger Punkt an, in dem ich noch einmal betonen will, wie entscheidend die Übersetzung meiner obigen Worte auf *ihre* Strategie ist! Und Ihre Strategie ist *Ihre* und nicht meine und ich kann in so Situationen hier nur den Markt beschreiben, dabei aber nicht Empfehlungen für völlig widerstreitende Strategien geben.

Schauen wir auf die bekannte Danaher (DHR) als Proxy für besonders starke Aktien:

Wo ist hier die Gefahr? Ja, in Form der gesteigerten Volatilität ist schon das Risiko zu sehen, dass auch Danaher plötzlich mal eine Überraschung nach unten produziert. Auf Monatssicht "bockt" die Aktie jetzt wie ein störrischer Bronko und das passiert gerne vor Richtungswechseln.

Aber davon abgesehen zeigt dieses Chart keinerlei Grund hier jetzt zu verkaufen und von einer Investitionsstrategie mit ruhiger Hand abzuweichen, im Gegenteil! Wer hier also langfristig dabei ist, kann und sollte das weiter tun und für den ist aus Sicht von Danaher die Diskussion um die 2.600 im SPX irrelevant!

Sehen Sie was ich damit meine, dass Sie meine Worte oben auf Ihre Strategie umsetzen müssen? Das hohe Risiko dass die Indizes noch einmal in einem Schwall 10% abgegeben ist da! Gleichzeitig kann es trotzdem richtig sein, mit den richtigen Aktien ruhig Kurs zu halten und sogar langfristig im Akkumulationsmodus zu bleiben. Und ob das richtig ist, hat für einen jetzt 30-jährigen natürlich eine andere Antwort, als für einen jetzt 70-jährigen, der da einen weit kürzeren Zeithorizont hat.

Ich kann Sie nur eindringlich auffordern sich klar zu machen, dass Sie meine Marktsicht als Input auf Ihre Belange *übersetzen* müssen. Wenn Sie das nicht können, weil Sie gar keine Basis haben auf die Sie etwas übersetzen, haben Sie auch keine eigene Strategie, kein Konzept wie Sie mit dem Markt umgehen und das führt in so kritischen Marktphasen fast sicher zu Schmerz, Frust und Problemen!

Widerspruch der Woche

Auch das ist ein einmaliger Punkt. Sie wissen es gibt einige Quellen die ich ernst nehme und dazu gehören Jeff Miller und Joe Fahmy. Und diese beiden mit ihrem ganz unterschiedlichen Ansatz entwickeln dieses Wochenende eine gänzlich unterschiedliche Tonlage zum Markt. Das ist für sich selten und wert genauer betrachtet zu werden.

In Jeff Millers -> Weighing the week ahead <- betrachtet er wieder sehr ausführlich die fundamentale Lage in den US, zieht dafür viele Quellen heran und kommt zu einem klaren Ergebnis:

Die fundamentale Lage ist deutlich positiver, als die Stimmung des Marktes, der Markt ist in einer negativen Feedback-Schleife, genauso wie er im letzten Jahr in einer positiven Feedback-Schleife war. Und für langfristige Anleger gilt es nicht in Panik zu verfallen, sondern Kurs zu halten und Schwäche tendentiell für Zukäufe zu nutzen.

Und wissen Sie was? Ich glaube er hat Recht!

Dann haben wir Joe Fahmy mit seinem sehr sehenswerten Video von letzter Nacht: -> More downside ahead? <-.

Sehenswert ist dabei nicht der Video-Teil, in dem sieht man auch nur die Indizes die Sie kennen, sehenswert ist was er sagt und das könnte fast von mir sein. Er weist auf die Schwäche hin und das immense Risiko, dass es noch weiter herunter geht. Er weist auf die ungewöhnlichen, starken Abgaben hin und ordnet diese Hedge-Fonds Auflösungen zu. Und er befürchtet, dass der Markt vielleicht noch bis Jahresende einigermassen zusammen gehalten wird, Anfang 2019 aber noch ein Schwall nach unten in der Größenordnung von noch einmal 10% kommen könnte. Er sagt aber auch, dass danach die Luft völlig bereinigt ist und wir hier kein 2008 vor uns haben.

Und wissen Sie was? Ich glaube er hat Recht!

Beide Sichten decken sich mit meiner Sicht. Ich glaube eher nicht, dass hier der Bullenmarkt endet und wir *die* große Topbildung vor uns haben. Im Gegenteil, vor dem Hintergrund was derzeit alles an berechtigten Sorgen auf den Markt geworfen wird, während gleichzeitig die FED im Straffungsprozess ist, hält dieser sich ziemlich gut.

Ich glaube vielmehr, dass wir hier das Gegenstück zum gnadenlosen 2017 erleben, da hat der Markt jedes Risiko einfach ignoriert, jetzt überhöht und übertreibt er jedes Risiko gleich.

Ich sehe aber auch die Schwäche, sehe die Marktmechanik und betrachte das Risiko als sehr hoch, dass wir entweder sofort oder im 1. Quartal 2019 noch einmal 10% abgegeben und das zu einer lange fälligen 20% Korrektur machen.

Für mich ist da also kein Widerspruch, im Gegenteil. Auch wenn diese Aussage bei denen nicht auf Gefallen stossen wird, die jetzt schon emotional ausgelaugt sind, aber nach diesem langen Anstieg sind 2 Monate Korrektur auch zeitlich eher zu wenig, da können gut noch einmal 2-3 Monate nachkommen, bevor sich die Korrektur erschöpft hat.

Womit wir gleich beim nächsten Thema wären, dem Schutz unseres emotionalen Kapitals ....

Thema der Woche

Das Thema der Woche ist Psychologie, die Psychologie in schweren Marktphasen und wir haben eine schwere Marktphase!

Da kommt schnell Frust auf, wenn Gewinne eines Jahres wieder zerstört werden oder man sich mit einer emotionalen "Hüftbewegung" wieder einreisst, was man vorher mühsam aufgebaut hat.

Dieser Frust ist menschlich, verständlich, aber falsch und fehlgeleitet, er ist genau die Ursache die dazu führt, dass Anleger in großen Bärenmärkten an den Tiefs dann nicht mehr zugreifen können, weil sie vorher schon emotional ausgepowered sind. Ich habe in -> Wie man in einem Bärenmarkt überlebt <- ausdrücklich betont, dass wir auch unser emotionales Kapital schützen müssen. Bitte lesen Sie noch einmal -> diesen Artikel über die geheimnisvolle Glaskugel der Assyrer <-, in dem ich den Ablauf der Gefühle genau beschreibe, wir sind gerade mal 2 Monate in diesem Prozeß, der - wenn das eine Topbildung sein sollte - über ein Jahr andauern kann und dann wohl wird.

Denn gerade dann, wenn alle frustriert aufgeben, wenn sie sich fragen wozu sie das machen, wenn doch nur Frust und Minus dabei heraus kommt, genau in diesem Moment ist der Markt im März 2009 und es liegen 2 Jahre mit locker erspielten 50% Plus vor Ihnen!

Ergreifen können das aber nur die, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht emotional und finanziell ausgepowered sind. Man könnte auch böse sagen: Der Markt trennt die Spreu vom Weizen. 😉

Es gibt zwei Wege, wie man damit umgehen kann und einen den man nicht beschreiten sollte.

Man kann erstens auch im Bärenmarkt diskretionär agieren wollen, also eigene Entscheidungen zu treffen um den Markt zu timen. So wie ich das mache. Dann setzt man sich diesen Gefühlen aus und wird Momente der Verzweiflung und der Euphorie erleben, wenn man dabei bleibt, wird man aber in Summe daran wachsen, auch charakterlich.

Das ist aber ein verdammt harter Weg, nicht jeder wird den beschreiten können, nicht jeder ist emotional dafür gebaut. Denn wenn man das tut, sollte man sicher wissen, dass man stark genug ist dran zu bleiben und auch Niederlagen zu verdauen.

Man kann aber zweitens sich selber emotional auch völlig heraus nehmen und seine Handlungen einer festen Strategie mit einem festen System überantworten, das nach festen Triggern operiert. Mit dem Beispiel des Kreuzens der 50- und 200-Tage-Linie im Artikel -> Die Hari-Methodik in der Light-Version <- habe ich eine ganz triviale Variante so eines Systems beschrieben.

Das ist ein einfacherer Weg, man muss es nur tun, man muss seine Handlungen nur einem System überantworten. Und "einfach" heisst auch nicht perse "schlecht", sondern eben nur einfacher. Auch das erfordert Disziplin, aber nicht die psychische Stabilität, die der diskretionäre Weg in den kritischen Momenten erfordert, in dem man aus freier Entscheidung sein Vermögen navigiert. Man hat dann jemanden der einem sagt was zu machen ist: das System.

Beide Wege sind sinnvoll, welcher für Sie richtig ist, können nur Sie beantworten.

Was aber falsch ist, ist blauäugig in so einen Bärenmarkt zu rennen - lesen Sie wie gesagt unbedingt noch einmal meinen Artikel zu den Assyrern, da ist diese Typologie beschrieben - und dann mittendrin "aufzugeben". Dieses "mittendrin" ist garantiert der falsche Moment, es ist der Moment an dem ich schon wieder feuchte Lippen bekomme und zappelig werde.

Bitte machen Sie sich das klar, machen Sie sich klar welcher Schmerz potentiell vor Ihnen liegt, wenn das hier theoretisch noch bis weit ins nächste Jahr weiter geht und der SPX 30 oder 40% von den Hochs fällt und beantworten Sie dann die Frage, wer Sie sind und was Sie wollen.

Eine einfache Methodik wie beispielsweise diese 50/200er Kreuzungstechnik, ist keine Schande und bringt Sie zuverlässig durch unruhige Zeiten, auch wenn Sie davon keine große Überperformance erwarten können. Sie sind dann in den ganz tiefen Löchern aber wenigstens draussen und können halbwegs entspannt das Drama beobachten.

Und übrigens, ich habe dazu wichtige Nachrichten, wir haben durch den überraschenden, erneuten Absturz letzte Woche, gerade so ein Ausstiegssignal nach dieser Technik bekommen! Das erste seit Januar 2016, das sollte man sich schon mal deutlich machen!

Vielleicht ist es ein Fehlsignal, dann müssen Sie schon bald wieder kaufen. Das gibt es, es ist nicht einmal untypisch, weil die Kreuzungsphasen gerne mit Hin- und Her-Gezappel einher gehen. Vielleicht ist es aber auch kein Fehlsignal!

Wenn Sie also emotional nicht sicher sind, warum überlassen Sie die Entscheidung nicht solchen Signalen?

Hinweis der Woche

Ich erinnere an meinen Artikel -> Die 2019er Mitglieder Depots <-. Sie haben noch bis kommendes Wochenende die Möglichkeit selber Depots einzumelden.

Erfreulicherweise ist es dieses Wochenende losgegangen und wir haben nun schon zu den Themen Wachstum und Dividenden mehrere Vorschläge, sehen Sie -> hier <- was bisher eingegangen ist.

Nur zum Thema Mean Reversion ist es noch dünn, dabei bietet doch gerade da 2019 gute Chancen, denn im Gegensatz zu 2016 und 2017 haben wir dieses Jahr zum Jahresende ja eine deutliche Korrektur, die viele Aktien schwer verprügelt hat, gerade in Europa oder bestimmten Branchen, denken Sie nur an die Tabakbranche als Beispiel.

Aber wie auch immer, wir werden in der Woche vor Weihnachten eine Abstimmung machen und je ein Depot pro Thema wählen. Ich möchte Sie einladen, schon jetzt in das Nachdenken einzusteigen und mit den Autoren der Depots in den Dialog zu treten, warum sie genau die und keine andere Aktie gewählt haben. So dass Sie am nächsten Wochenende schon wissen, welches Depot sie jeweils wählen werden.

Ich wünsche einen guten Start in die Woche!

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Tag der Bestätigung?



Guten Morgen!

Was wir gestern gesehen haben, war nach 2 Wochen des völligen Missvergnügens, mal wieder ein erfreulicher Tag an der Wallstreet. Der Tag eröffnete mit Stärke und ein Schwächeanfall im mittleren Handel wurde gekauft und der Markt schloss auf Tageshoch.

Wie heisst es so schön, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein so ein Tag keine Wende, aber es könnte ein Anfang sein wenn - ja wenn - da nun was nachkommt!

Und das ist die Fragestellung, die uns heute den ganzen Tag begleiten wird. Kann dieser Markt auf die gestrige Stärke aufbauen und wenn ja, kann man das langsam als Chance ernst nehmen?

Besonders wichtig und aufschlussreich wird das, weil Donald Trump gestern Abend nach Handelsschluss wieder per Tweet auf den Markt geschlagen hat. Aussagen dass es "höchst unwahrscheinlich" sei, dass er die Erhöhung der Zölle auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden US-Dollar auf 25 Prozent zurückhalten werde, sind zwar taktisches Geklimper, aber trotzdem "nicht hilfreich" für den Markt. Aussagen dass in China produzierte iPhones unter Import-Zölle fallen könnten, auch nicht. Das ist übrigens ein reales Risiko bei Apple und ernster zu nehmen, als die üblichen Gerüchte um Absatzprobleme. Dieses Risiko ist sicher Teil der aktuellen Abgaben.

Man hat den Effekt gestern sofort in den Futures gesehen und die große Frage wird sein, ob der Markt das heute abschütteln kann:

Sollte der Markt das abschütteln können und heute auf die gestrige Stärke aufbauen - die Eröffnung in Europa ist da wie immer nicht verlässlich - dann springt der Doppelboden in den Wahrscheinlichkeiten erheblich nach oben. Zumindest Asien konnte das in der Nacht abschütteln, das ist positiv zu sehen.

Der Vorteil der aktuellen Situation ist, dass die positiven Erwartungen an den G20 Gipfel und Konsens in Handelsfragen praktisch bei Null sind. Deswegen gibt es am kommenden Wochenende aber auch fast nichts, was enttäuscht werden könnte. Nur ein Auseinandergehen in lautem Streit wäre ein Negativum, das gibt es bei so Gipfeln aber fast nie.

Eine positive Überraschung aber, plötzliche Zeichen einer beginnenden Annäherung, würden dagegen auf einen zu diesem Thema "wundgescheuerten" Markt treffen und wohl zu einer starken Aufwärtsreaktion führen.

Sollte der Markt heute aber gleich wieder ins Negative kippen und die gestrige Stärke abgeben, kann man den Rest der Woche wohl gleich abhaken. Heute ist also der Tag der Bestätigung und dieses Signal wird über den Tag hinaus Bedeutung haben.

Ich will aber auch nachdrücklich an die Gefahr erinnern. Dabei geht es nicht um ein paar Prozentpunkte, sondern es geht um die Gefahr eines großen Ausverkaufs, ja möglicherweise sogar eines Crash.

Und diese Gefahr steigt rapide, wenn sich der Doppelboden nun nicht realisiert und wir unter steigendem Volumen so durchfallen:

Dann werden alle gleichzeitig zum Ausgang streben und dann ist alles möglich! Man kann Crashs nicht vorhersagen, es sind wíe in den Alpen Lawinen, die sich aus einer eskalierenden Situation in Gang setzen. Aber man kann Situationen beschreiben, in denen das Risiko eines Crash real vorhanden ist und wenn der Markt hier durchfällt und einen Doppelboden negiert, haben wir so eine Situation! Vergessen wir das nicht.

Bemerkenswert ist heute noch, dass sich der US Industriekonzern United Technologies (UTX) -> aufspalten will <-.

UTX gehört zu meinen Investmentpositionen und zunächst einmal wird das dem Kurs gut tun, die Einzelteile sind wohl tatsächlich mehr wert als die Summe. Danach muss ich meine Position dann aber leider temporär schliessen, denn ich halte äussert ungern durch solche Aufspaltungsphasen, weil damit immer auch steuerliche Risiken und Fragezeichen verbunden sind und ich in meinem Depot auch kein Chaos von Einzelfirmen mag, die ich am Ende gar nicht haben will.

Denn was ich am Ende dann haben will, ist den Luft- und Raumfahrtkonzern aber nicht unbedingt OTIS oder Klimaanlagen. Hier ist das bisherige Chart von UTX:

In eigener Sache sei erwähnt, dass ich von heute Mittag bis morgen (Mittwoch) spät Abends auf Reisen bin.

Der Wallstreet Stream heute kommt aus dem Zug und startet erst gegen 16 Uhr. Der Morgenbericht am Mittwoch kommt später und wird zum Mittagbericht zwischen 11 und 12 Uhr. Der Wallstreet Stream am Mittwoch startet erst um 19 Uhr und dauert dann bis Handelsschluss. Es fällt also nichts aus und ändert sich nichts, nur die Zeiten sind verschoben.

Und natürlich unterliege ich wie immer den Begrenzungen der dürfigen Mobilfunkverbindungen an den ICE-Strecken. Wie gruselig Deutschlands Mobilfunk-Flickenteppich ist, haben wir nun ja hoch offiziell auch vom Wirtschaftsminister gehört und ich kann nur zustimmen. Ich würde mir aber etwas mehr Reflektion wünschen, woran das liegt, denn daran hat die Politik mit einer verfehlten Regulierungspolitik maßgeblich mitgewirkt.

Die Datenverbindungen sind die neuen Autobahnen des 21. Jahrhunderts und das ist keine Neuigkeit. Aus gutem Grund hat damals der Staat den Bau der Strassen und Autobahnen übernommen, denn nur so konnte jeder Hof und jeder Weiler mit Asphalt angeschlossen werden. Für privatwirtschaftliche Unternehmen hätte sich dieses Strassennetz nie im Leben gelohnt, es würde heute schlicht nicht existieren!

Genau so müsste es auch bei den Datenverbindungen laufen, die Privatisierung der Telekom war in dieser Hinsicht eine Dummheit, es hätte nur eine Teilprivatisierung geben dürfen. Es braucht eine zentrale Infrastrukturgesellschaft auf staatlicher Seite, die mit Steuergeld dafür sorgt, dass das Land und jeder Weiler mit Dateninfrastruktur verknüpft wird. Von dieser Infrastrukturgesellschaft können dann freie, im Wettbewerb stehenden Unternehmen, Kapazitäten für ihre Dienste mieten.

Die Privatisierung und der Wettbewerb sind also richtig, aber nur für die Produkte, die auf der Infragstruktur aufsetzen. Eine derartig investitionslastige Grundinfrastruktur, die zentral für den Erfolg der ganzen Wirtschaft ist, in private Hände zu geben, ist in meinen Augen eine ordnungspolitische Dummheit.

Es gibt viele Themen, in die sich der deutsche Staat gängelnd einmischt, in denen er nichts verloren hat und das die Bürger selber besser organisieren können. Da wo er aber wirklich gebraucht wird, wo seine Kernkompentenz liegt, bei Sicherheit und Infrastruktur und der Erzeugung eines "level playing field", da versagt er. Nach der richtigen Zustandsbeschreibung, hätte ich mir da vom Wirtschaftsminister mehr Reflektion über eigenes Versagen gewünscht, aber da kann ich lange warten.

Bis heute Nachmittag im Zug!

Ihr Hari

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Jetzt oder Nie!

Eine Frage liegt natürlich an den Märkten in der Luft, die Frage nach der Jahresendrally bzw als Alternative der großen Topbildung.

Wer mir hier schon länger seit 2012 folgt weiss, dass ich vorschnellen Crash-Propheten immer eine klare Absage erteilt habe, selbst hier im freien Bereich war das überdeutlich. Als wir Anfang 2016 korrigierten, habe ich eine grössere Baisse nicht ernsthaft in Erwägung gezogen und das als kaufbare Korrektur betrachtet. Als Trump vor 2 Jahren gewählt wurde, habe ich schnell die Rallychance darin gesehen. Und als diesen Februar die Märkte einknickten, habe ich auch das als kaufbare Korrektur betrachtet und die Chance im Rebound gesucht.

Eigentlich habe ich diesem Markt und den dahinter stehenden Treibern seit 2011 getraut. 2011 im Zuge der Eurokrise war das letzte Jahr, in dem ich ernsthafte Sorgen um den Markt hatte und etwaige Schwäche nicht als normale Korrektur betrachtet habe. Danach begann ja auch die Geld-Expansion der Notenbanken, es war also gar nicht so schwer diese bullische Haltung einzunehmen. Dass unzählige Crash-Propheten in all den Jahren trotzdem die Depots ihrer Jünger zerstört haben, beweist ja nur wie sinnlos und nur auf Klicks ausgerichtet, diese permanente Angstmache ist.

Als der US-Markt Anfang Oktober diesen Jahres erste Risse in der ruhigen Oberfläche zeigte, habe ich auch das gesehen und wir haben uns in der Community darauf vorbereitet. Es war schon Anfang September völlig klar, dass -> entweder das Eine fallen oder das Andere steigen muss <-. Und da die anderen Märkte eben nicht stiegen, mussten die US Märkte auch früher oder später fallen.

Dass die Oktober-Korrektur kam, war also erwartbar, genau genommen seit dem Sommer überfällig und hat sich sogar konkret in den Tagen Ende September / Anfang Oktober angekündigt. Zu dem Zeitpunkt war aber auch mein Modell das einer weiter kaufbaren, gesunden Korrektur, die dann zum Jahresende von Stärke abgelöst wird.

So bliebt das auch lange und das Marktverhalten passte. Wir hatten am 29.10. ein schönes Tief auf den Niveaus des Frühjahres und haben unter Volumen gedreht. Am 07.11. haben wir im Zuge der US-Zwischenwahl die Zwischenhochs von Mitte Oktober wieder erreicht und haben begonnen eine schöne Wendeformation zu bilden, die ich in Lila skizziert habe.

Bis dahin war eigentlich noch alles in Butter und das Modell der kaufbaren Korrektur dominant. Wenn die Bullen jetzt in den Ring steigen und kaufen würden, hätte man zum Jahresende weiter optimistisch sein können.

Haben Sie aber nicht. Definitiv nicht! Stattdessen gab es diverse sehr negative Tage, die nun zu einem vollen Retest der Tiefs vom 29.10. geführt haben. Gerade die letzte Woche war bezeichnend, die Thanksgiving-Woche hat eigentlich historisch einen hervorragenden Trackrecord für Stärke, was wir bekamen, war aber ein jämmerliches Abwärtsgebrösel, wie ich es in dieser Woche schon lange nicht mehr erlebt habe,

Das Ganze ging einher mit einer dramatischen Verschlechterung der Marktmechanik, die letzten 2 Wochen zeigten mehrere Tage mit echtem Bärenmarktverhalten, in denen jedweder Rallyversuch gnadenlos abgeschnitten wurde.

Gleichzeitig verschlechterten sich auch andere Indikatoren und einige Warnzeichen traten an die Oberfläche, nicht irgendwelche dubiosen "Omens", sondern ernst zu nehmende Indikatoren wie beispielsweise ein merkbarer Anstieg der Yields bei wackeligen Hochzinsanleihen.

Das waren alles Dinge, die man auf der "rechten Schulter" einer Wendeformation nicht sehen wollte und schon gar nicht in einer traditionell starken Marktphase kurz vor Weihnachten. Und es waren alles Dinge, denen keine großen Neuigkeiten gegenüber standen, vielmehr war durch die US-Wahlen gerade ein Unsicherheitsfaktor abgeräumt worden und selbst die FED hat vor ca. 10 Tagen leicht zu blinzeln begonnen.

Trotzdem konnte der Markt keine Stärke entwickeln. Das war bemerkenswert und völlig anders als in allen Korrekturen der letzten Jahre zuvor. Egal ob Flash Crash am 24.08.15, die Korrektur zum 2016er Jahresanfang oder der Brexit; Schwäche wurde gekauft, wenn der Markt irgendwann technisch überverkauft war. Die bullischen Kräfte waren immer dominant, in diesem November 2018 sind sie es nicht mehr und das darf man nicht übersehen!

Und wenn ein Markt nach langer Korrektur keinen Rebound zusammen bekommen kann - auch nicht an den Stellen, wo der Rebound normalerweise zuverlässig kommen würde - dann ist das ein sehr gefährlicher Markt geworden!

Das alles und viele Details, die ich in meinen vielen täglichen Artikeln bespreche, haben meine Sicht in den letzten 2 Wochen erheblich verdüstert. Auch das Sentiment ist immer noch viel zu gelassen, so richtig rechnet weiter niemand mit fortgesetzten Schmerzen.

Und so stehen wir nun am Anfang dieser Woche vor einem "Jetzt oder Nie" Moment. Entweder die Bullen steigen jetzt hier in den Ring und erzwingen den Doppelboden, oder weit grösseres Ungemach liegt vor uns!

Der Unterschied zwischen einer normalen 10% "Feld-Wald-und-Wiesen-Korrektur" und einem echten, mittelfristigen Bärenmarkt, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden, optisch sichtbar gemacht, an der Frage eines Doppelbodens im S&P500 oder nicht.

Spätestens das nervös erwartete Treffen Trump-Xi beim G20 Gipfel am nächsten Wochenende, dürfte hier die Entscheidung herbeiführen. Wenn das ohne Konsens und im Streit zu Ende geht, werden die Ängste um den Handelskrieg und eine weltweite Rezession noch einmal erheblich nach oben schnellen und den S&P500 wohl von hier einbrechen lassen. Über das Risiko Italiens müssen wir dabei dann gar nicht reden.

Zum ersten Mal seit 2011 - nicht 2016 und nicht dieses Frühjahr, aber diesen Spätherbst 2018 - halte ich das Risiko, dass der Markt über eine normale Korrektur hinaus ernsthaft einbricht und wir auch aus langfristiger Investmentsicht in einen Bärenmarkt eintreten, für so signifikant, dass wir uns damit auseinandersetzen und davor schützen müssen. Es ist Zeit für die Bullen, jetzt oder nie!

Aber noch schlimmer als nur weitere Abgaben, der Markt wirkt so angeschlagen, dass wenn er markant durch die Tiefs von Oktober durchfallen würde, sogar eine abstrakte Crash-Gefahr existieren würde. Denn Crashs kommen nicht aus dem Nichts, wenn ein Markt gerade neue Hochs erklimmt, ist das Risiko praktisch Null. Crashs treten dann auf, wenn ein schwacher Markt schon fällt und in den freien Fall übergeht, weil unten die Sicherungen heraus fallen.

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