Der Paradigma-Wechsel oder warum auch ein „Burggraben“ wertlos werden kann

Diesen Artikel habe ich im Premium-Bereich vor einem Jahr, im September 2019 geschrieben. Er ist aber unverändert gültig, nein noch viel mehr, die Covid-Krise hat die Wahrheit so richtig offenbar gemacht.

Damals vor einem Jahr, zum Jubiläum von Windows 1995, wurde ich daran erinnert, wie idiotisch - es gibt kein anderes Wort dafür - die IBM in den 90ern mit ihren riesigen Chancen umgegangen ist:

Erinnern wir uns, IBM beherrschte noch in den frühen 80er Jahren die Computerwelt mit seinen Großrechnern. Ich erinnere mich an Wirtschaftsmagazine mit Covern, die fragten, ob IBM bald die ganze Welt beherrschen würde.

Gleichzeitig gab ein "kleines Würstchen" namens Steve Jobs damals zum Besten, dass IBM "arrogant und kurzsichtig" sei und bald "gedemütigt" würde. Wahre, prophetische Worte, die aber 10 Jahre brauchten, bis das Ergebnis so richtig durchschlagend zu sehen war.

Wir alle kennen die Geschichte, wie IBM Anfang der 80er Jahre eben genau "arrogant und kurzsichtig" das "Bröselgeschäft" mit den kleinen Computern so unbekannten Firmen wie Intel und Microsoft überlassen hat, ja sogar denen geholfen, auf die Beine zu kommen.

Aber große, zu erfolgreiche Organisationen machen eben solche Fehler, das ist aber kein Grund für das, was dann 10 Jahre später wieder in Sachen Windows passiert ist und das soll hier Thema sein. Und auch, was das generell für uns bedeutet.

Denn zu dieser Zeit war IBM 1994 in seiner schwersten Krise und nicht weit vom Exitus entfernt, den Lou Gerstner mit einer radikalen Kehrtwendung abwenden konnte. Gleichzeitig war der Stern von Microsoft schon steigend und mit Windows 3.0 bzw 3.1 gab es eine Klick-Oberfläche für DOS, die sich zunehmender Beliebtheit erfreute, technisch gesehen aber ein ziemliches Stückwerk war.

IBM sollte seinen Fehler von Anfang der 80er also nun grundlegend verstanden haben und hatte eine gewaltige Chance vor sich. Denn DOS und damit auch Windows 3.x waren noch antiquierte 16-Bit Betriebssysteme, die mit ihrem mickerigen Adressraum zukünftig nur noch "Mickey-Maus-Computer" unterstützen konnten.

Wer sich nun also mit einem 32-Bit Betriebssystem für die neue Gattung der x86 Personal Computer durchsetzen konnte und die Marktführerschaft erringen, dem war diese Dominanz nicht mehr zu nehmen. Und IBM hatte alle Voraussetzungen und die riesige Chance, damit die Scharte von Anfang der 80er Jahre wieder auszuwetzen.

Denn innerhalb IBMs gab es viele gute 32-Bit Betriebssysteme und so viel Knowhow zur Betriebssystem-Entwicklung, wie mit Abstand in keiner anderen Firma des Planeten. Ich selber war damals als Abteilungsleiter an der Entwicklung des Großrechner-Betriebsystems MVS beteiligt und hatte einige Kontakte zur OS/2 Fraktion.

Genau, OS/2 - denn damit hatte IBM schon das perfekte 32-Bit PC-Betriebssystem, das spätestens mit OS/2 3.0 genannt "Warp" ein rundum gelungenes Produkt und technisch um Welten besser, als das erst später erscheinende, noch voller technischer Krücken steckende Windows 95 war.

Schon 1996 war es aber mit OS/2 faktisch zu Ende, Windows 1995 dominierte alles und IBM stellte seine Versuche ein, damit Marktanteile zu gewinnen. Sie können an andere Stelle die vielen Fehler nachlesen, die da gemacht wurden und die sich im Nachgang teilweise als absurd darstellen.

So konnte sich IBM zum Beispiel nie dafür entscheiden, das Betriebssystem wirklich für die Massen, also auch für Spieler und Kids anzubieten, weil die "Blauhemden-Manager" dazu schlicht keinen Zugang hatten. Die Folge war, dass wichtige Unterstützung für populäre Anwendungen der Zeit fehlte, die teilweise noch auf 16-Bit fussten.

Sie können diese vielen Details des Durcheinanders und der teilweise lächerlichen Fehlentscheidungen woanders nachlesen, die -> Wikipedia hat hier <- eine ganz brauchbare Zusammenfassung dafür:

... Eines der größten Probleme war, dass IBM nun versuchen musste, das Betriebssystem selber zu vermarkten. Als ein typisches Großunternehmen vermarktete IBM seine Produkte zu einem großen Teil an andere Unternehmen und wusste so im B2B-Bereich zu bestehen. IBM hatte jedoch keinerlei Erfahrung damit, Produkte an Endanwender zu verkaufen, und beging dadurch zahlreiche große Fehler ....

... Mit OS/2 Warp versuchte sich IBM an einer neuen Marketingkampagne. Schon zuvor nutzte das Unternehmen intern Begriffe aus dem Star-Trek-Universum als Codenamen und so wollte IBM das Betriebssystem mithilfe von Darstellern aus der Serie offiziell veröffentlichen. Jedoch vergaß das Unternehmen dabei, sich die notwendigen Rechte von Paramount Pictures zu sichern. Paramount drohte mit einer Klage und so musste IBM die geplante Werbekampagne fallen lassen....

... Als IBM bemerkte, dass erste Entwickler Spiele für das Betriebssystem entwickelten und diese eine große Resonanz entwickelten, fasste das Unternehmen den Beschluss, Warp für jugendliche Computerfreaks zu bewerben. Damit stand IBM jedoch im Konflikt zu den bisherigen Kunden des Betriebssystems, die größtenteils Unternehmen waren und ganz andere Anforderungen an das Betriebssystem stellten. Dazu kamen die vor allem in den USA ausgestrahlten und von allen Seiten stark kritisierten Werbevideos, die die Stärken des Betriebssystems überhaupt nicht darstellten, dazu zählte etwa ein Werbevideo, das Nonnen in einem tschechischen Kloster zeigt ...

Ich habe das frustrierende Chaos damals hautnah erlebt, weil ich damals Kontakt zum damaligen OS/2 Chef Richard Seibt hatte, an dem das Scheitern wirklich nicht gelegen hat, sondern an den übergeordneten Strukturen.

Warum ich Ihnen das hier aber erzähle ist, weil die ganzen Fehlentscheidungen in meinen Augen gar nicht ursächlich für das Scheitern waren. Diese Fehlentscheidungen waren nur Symptome des wahren Metaproblems und wenn es diese Fehlentscheidungen nicht gegeben hätte, wären andere gemacht worden.

Das Metaproblem war schlicht, dass IBM von seiner Organisation, seiner Kultur und seinen Menschen her, unfähig war, diese neue Welt zu verstehen, die sich da entwickelte.

Überall sassen ergraute Manager, fraglos immens fähig, wenn es darum ging, Firmen eine perfekte und "state-of-the-art" Infrastruktur hinzustellen, die aber völlig blind dafür waren, wie sie von der kleinen wuseligen Welt der PCs und ganz neuen Marketing-Methoden überrannt wurden.

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Erwartet und überraschend

Was letzten Donnerstag mit dem Einbruch der weit gelaufenen Techwerte am Markt geschehen ist und sich schon am Tag vorher mit starken Abgaben bei AAPL, TSLA und CRM ankündigte, dürfte wohl mal wieder die besterwartete Entladung seit langer Zeit gewesen sein.

Denn es war offensichtlich, dass die Techwerte bei aller berechtigten Begeisterung über deren Zukunftsaussichten, etwas zu weit vorausgelaufen waren. Eine spekulative Komponente war also vorhanden, auch wenn die Bewegungen im Kern Substanz haben.

Ich habe das letzte Woche auch hier im freien Bereich mit den Worten beschrieben:

Nur ob da nun etwas zu viel übertriebene Spekulations-Sahne oben auf den Kursen ist, das ist eine sehr berechtigte Frage, ich gehe auch eher davon aus, eine Korrektur erscheint fällig.

Es war aber auch immer klar, dass der genau Zeitpunkt der Entladung nicht im Vorfeld zu antizipieren sein würde, so eine Entladung kommt schnell, hart und plötzlich und ohne echten Auslöser - wie ein Blitz aus einem gewittrigen Himmel.

Man kann den genauen Zeitpunkt des Blitzes nicht vorhersehen, man kann ab den Marktzustand erkennen, der Blitze wahrscheinlich macht, so wie eine schwül-drückende Wetterlage im Sommer.

Und genau das war im Vorfeld zu sehen und insofern ist rein gar nichts an dieser Entladung bisher überraschend.

Ein Markt wird dann gefährlich, wenn er nicht tut, was er eigentlich sollte. Dieser Markt hat aber gerade genau das gemacht was er sollte, weswegen man diese Entladung bisher gelassen sehen kann und auf Basis der bisher vorhandenen Signale davon ausgehen, dass es nach dem Gewitter weiter im Bullenmarkt geht.

Hier sehen wir das Geschehen beispielhaft bei Apple, das schon am Mittwoch startete und am Freitag schon einen markanten "Hammer" generiert hat, die Aktie wurde wieder aggressiv gekauft:

Und im S&P500 wurde nun gerade das langfristige Ausbruchsniveau über die Februar-Hochs von oben getestet, auch das bisher ein normaler Vorgang:

Trotz dieser völlig erwartbaren, absehbaren Situation, die ich im Premium-Bereich seit 2 Wochen mehrfach und deutlich beschrieben habe, werden aber immer wieder Anleger davon auf dem falschen Fuß erwischt. So ungefähr wie jedes Jahr auch die ersten Schneeflocken immer "ganz überraschend" kommen. 😉

Das hat viel mit unserer eigenen Psyche zu tun, mit dem was wir hier im Blog liebevoll-sarkastisch "Affenhirn" nennen und die Folge davon sind dann Ärger, Reue, Unruhe etc.

Wer sich so vom Markt treiben lässt, dem nützt es dann auch nichts vorher x-mal gelesen zu haben, dass eine 10% Korrektur nun wahrscheinlich und gesund sei, wenn die geliebte Apple oder was auch immer um 10% korrigiert, schalten sich in den Hirnen die Angst & Flucht-Reflexe ein, die wenn nicht kontrolliert, garantiert zu Fehlentscheidungen führen.

Damit komme ich zu einer Erhöhung der Einstiegshürde bei Mr-Market und zu dem, was ihnen im Premium-Bereich geboten wird. Denn dort erhalten sie unter anderem eine tägliche Begleitung und Einordnung des Marktgeschehens, wenn sie so wollen, wird das "Affenhirn" von mir "an die Leine genommen" und ihm Ruhe und Gelassenheit zugesprochen. Viele profitieren sehr davon und die Community wächst zunehmend schneller.

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Die große Dissonanz

Sie wissen aus vielen Artikel hier auf Mr-Market, wie wichtig es ist, sich nicht dem Markt entgegenzustellen und diesen zu bekämpfen, sondern ihm zu folgen. Viele, viele Jahre haben wir in der Community so profitiert und das Depot vervielfacht, während die, die glaubten klüger als der Markt zu sein und Crash-Gurus hinterher gelaufen sind, dabei ihre Depots ins Minus gedrückt haben.

Trotzdem gibt es Momente, in denen auch ich eine Dissonanz spüre, ein großes Loch zwischen dem was der Markt macht und dem, was ich glaube er normalerweise tun *würde* bzw *sollte*. Das kommt selten vor, aber es kommt vor und dann ist es fast immer eine Sondersituation, die für alle schwer einzuschätzen ist.

Und so einen Moment haben wir gerade im Zuge des Corona-Virus, der außerhalb Chinas zwar bisher noch im Griff zu sein scheint, aber innerhalb Chinas noch keineswegs beherrscht wird, sondern sich weiter ausbreitet.

Wer das visualisiert dargestellt sehen will, kann das -> hier bei John Hopkins <- jederzeit tun.

Dabei muss man nun zwei Dinge auseinander halten. Unsere eigenen Ängste, dass wir wie die Mitarbeiter bei Webasto angesteckt werden, sind die eine Sache. Darum geht es hier nicht und die Börse interessiert sich auch nicht für Individuen, außer sie sind Präsidenten mit Millionen an Followern bei Twitter.

Was die Börsen aber interessiert sind leerstehende Fabriken, stillgelegte Bänder, Zwangsferien und eine Störung der Lieferketten.

Und genau das haben wir zunehmend in China, der Werkbank der Welt und werden wir bei Fortschreiten des Virus in China schon bald auch hier mit Lieferschwierigkeiten bemerken, weil Vorprodukte fehlen. Auch das Gesundheitswesen steht unter diesem Risiko, weil in China auch Fabriken für Grundstoffe stehen, die zur Medikamentenproduktion benötigt werden und nur schwer zu ersetzen sind.

Vergleiche zu SARS sind dabei schief und leiten auf einen falschen Pfad, SARS hatte nicht so hohe Fallzahlen und hat sich nicht so ausgebreitet, wie der neue Corona-Virus.

Eine Reihe von Firmen haben schon vor Problemen wegen zusammenbrechender Lieferketten und fehlender Vorprodukte gewarnt oder ihre Fabriken in die Zwangsferien geschickt, Tesla, Apple, Nintendo und viele andere sind schon dabei. Und weitere werden folgen, mit jedem Tag mehr.

Alles hängt nun von der weiteren Entwicklung der Ansteckungszahlen ab, die an einem kritischen Punkt sind, denn langsam müssten sich nun Chinas Abschotttungsmaßnahmen bemerkbar machen, wenn sie tatsächlich eine positive Wirkung haben, es sind jetzt bald 3 Wochen seit dem Beginn vergangen.

Nun sind die Börsen ja aber dafür bekannt, dass sie als Seismographen schon kleine Risiken im Vorfeld erahnen und abstrakt in die Kurse einbacken. Börsen sind die besten Frühindikatoren die wir haben, die hören sozusagen schon das Gras wachsen.

Warum passiert das dann beim Virus nicht? Warum wurde die startende Korrektur, die vom Virus getriggert wurde schon aggressiv gekauft, obwohl es keinerlei Entwarnung und auch keine sich abflachenden Fallzahlen gibt?

Zum Einen spielt sicher eine Rolle, dass die Ausbreitung bisher weitgehend auf China beschränkt werden konnte. Wenn in Europa oder China die Fallzahlen hoch gehen sollten, wird das aber zu einer anderen Börsen-Reaktion führen.

Und wenn man die neuen Erkenntnisse ernst nimmt, nach denen das Virus bis 9 Tage auf Klinken und Handgriffen überleben kann und die Infizierten auch mit nur minimalen Symptomen ansteckend sind, erscheint es unwahrscheinlich, dass das Virus wirklich auf China begrenzt bleiben kann.

Aber selbst wenn man vom positiven Fall einer Begrenzung auf China ausgeht, bleibt doch die immense Gefahr für die Lieferketten, die der Markt aktuell einfach zu ignorieren scheint. Täglich kommen nun neue Nachrichten von Unternehmen herein, die in ihren Liefer- und Produktionsketten Probleme haben oder diese befürchten. Noch ignoriert der Markt das weitgehend.

Und genau dabei dürfte zum Anderen das frische Geld der Notenbanken eine Rolle spielen. FED, PBOC (People Bank of China) und wie sie alle heissen, fluten die Märkte mit Liquidität und Liquidität treibt.

Ich habe an anderer Stelle schon erklärt, dass selbst im Armageddon, im Weltuntergang, Kurse theoretisch steigen könnten, wenn die Notenbanken nur genug "drucken" und alles an Assets aufkaufen, was bei Drei nicht auf dem Baum ist.

Es ist diese Liquidität, die die Kurse wieder treibt und die Ängste vor ausfallenden Lieferketten in einer vernetzten Weltwirtschaft überlagert.

Und genau da liegt nun meine persönliche Dissonanz.

Denn ich bin nicht sicher, ob Liquiditätsspritzen noch helfen, wenn echte Waren einfach fehlen, wenn Medikamente nicht mehr lieferbar sind. Die Notenbanken haben hohe Macht, sie sind aber nicht allmächtig, weil man Geld nicht essen kann.

Eine Notenbank kann weder eine Pandemie mit einem erneuten Quantitative Easing (QE) bekämpfen, noch kann sie kranke Arbeiter wieder gesund machen, sie kann bestenfalls die wirtschaftlichen Folgen mindern, das wars dann aber schon.

In nun 30 Jahren, in denen ich an der Börse unterwegs bin, habe ich Demut gelernt dem Markt zuzuhören und ihn nicht zu bekämpfen. Diese Haltung hat seit 2009 zu hohen Gewinnen geführt, die andere verpasst und bekämpft haben.

Deshalb stellen wir uns bei Mr-Market auch nicht gegen die aktuelle Stärke und sind dabei. Allerdings haben wir ein wenig Luft heraus genommen, Teil-Gewinne mitgenommen und stehen sozusagen "Gewehr bei Fuss", um die eigenen Positionen abzusichern.

Denn ich traue dem Geschehen nicht, ich sehe die Lieferketten nun in Gefahr, wenn der Anstieg der Fallzahlen jetzt nicht ganz schnell endet und danach sieht es nicht aus. Und ich frage mich, wann der Markt durch die herabrieselnde Liquidität anfängt hindurch zu schauen und beginnt die zumindest große Konjunktur-Delle zu sehen, die da nun aus China kommen könnte - wenn nicht mehr.

Und über die Lieferketten hinaus, stellt sich ja vielleicht bald auch die Frage nach der Stabilität des chinesischen Systems, denn Repression kann man nur so lange aufrecht erhalten, solange die Vertreter der Repression selber nicht betroffen sind. Es gibt nicht viele Szenarien, die so ein ausgefeiltes System zum Einsturz bringen können, eine landesweite Gesundheitskrise gehört aber dazu.

Manchmal hat man eben eine Dissonanz zum Markt, daran ist nicht Anormales, das gehört dazu. Es ist wichtig diese zu erkennen und dabei eine rationale Schlußfolgerung zu ziehen. Man darf sehr wohl höhere Vorsicht walten lassen, das ist rational.

Nur *gegen* den Markt stellen sollte man sich nicht, denn der hat immer Recht - bis er die Richtung wechselt und dann wieder Recht hat. 😉

Ich halte höhere Wachsamkeit - nicht Panik, Wachsamkeit - in den kommenden Wochen nun für geboten, die Risiken sind nun deutlich erhöht, während sie das im ganzen 4. Quartal 2019 nicht waren.

It doesn´t matter until it matters.

Ihr Michael Schulte (Hari)

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Das neue Phone ist die Watch

Der folgende Artikel ist von kleinen redaktionellen Änderungen abgesehen, so schon vor 2 Monaten im Premium Bereich erschienen.

Vor 2 Monaten hat ja Apple seine neuen Smartphones vorgestellt und schnell war die Presse voll mit den Berichten zum -> gesättigten Markt, der Apple in andere Geschäftsfelder zwingt <-.

Auch aktuell gehen ja mal wieder Sorgen um Apples Absatzzahlen um, weil es Berichte von schlechten Zahlen von Zulieferern beim iPhone Xr gibt.

Nun sind ja bekanntermaßen "Prognosen besonders schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen", aber diese Prognose vom gesättigten Smartphone-Markt wird ja nun so stark überall herumgereicht, dass sie einfach richtig sein muss. Millionen Lemmingen können sich doch nicht irren, oder doch? 😉

Nun, dieser etwas spitze Satz zeigt schon, dass ich da eine ganz andere Sicht habe und diese Sicht möchte mit Ihnen nun auch im freien Bereich teilen.

Ich erlaube mir also einen Blick in unsere Zukunft 5-10 Jahre von jetzt und bin gespannt, ob Sie diesen Blick teilen können. Wenn ja, wenn ich im Kern richtig liege, eröffnet das nämlich eine ganze Reihe hoch attraktiver Investitionschancen, wir müssen nur auf die richtigen Themen schauen.

Bevor ich meine Erwartung mit Ihnen teile, möchte ich Sie aber bitten den folgenden Artikel zu lesen: -> Apples Abschied vom Handy <-. Denn dieser Artikel ragte vor 2 Monaten für mich aus einem Meer des immer gleichen Geschreibsels heraus, da hatte ich mal das Gefühl, dass ein Redakteur das eigene Hirn angeschaltet hat, statt nur die immer gleichen Standardsätze von Reuters abzuschreiben.

Aber der Autor geht in meinen Augen nicht konsequent und weit genug und das will ich nun tun.

Smartphones heißen Smartphones, weil sie ursprünglich um die Funktion des Telefonierens, also den kommunikativen Kontakt, herum gebaut wurden - was Videotelefonie durchaus einschliesst. Heute schon sind "Smartphones" aber viel mehr, es sind eigentlich kleine, mobile Computer und auch leistungsfähige Spiele kommen mit der aktuellen Generation endlich in Reichweite, siehe unter anderem -> Elder Scrolls Blades <- das gezielt für IOS und Android entwickelt wurde.

Diese Entwicklung wird massiv fortschreiten und sich weiter beschleunigen und mit zwei weiteren, schon weit fortgeschrittenen Entwicklungen, vermutlich zu einer disruptiven Veränderung der Welt der "Personal Computer" führen. Einer Veränderung, die so in aller Schärfe die Mehrheit wohl noch nicht auf dem Radar hat.

Gemeint ist damit erstens die digitale Übertragung von Bildschirmsignalen über kurze Strecken per Funk. Schon heute -> geht das <-, das Thema ist aber noch nicht standardisiert und leistungsfähig genug - das wird aber kommen.

In der Zukunft braucht es also keine feste Verbindung zwischen Computer und Display mehr wie beim klassischen Notebook, sondern ein mobiler Computer - heute "Smartphone" genannt - kann über kurze Strecke auf jedem Riesendisplay seine Inhalte anzeigen - ohne Kabel.

Zweitens ist es die fortschreitende Spracheingabe, sowie die Möglichkeit Fingerbewegungen im 3D-Raum zu erkennen, die die Verwendung von mechanischen Tastaturen zunehmend zurückdrängen und bis auf Spezialanwendungen und Vielschreiber wie mich, wohl ablösen wird.

Beides zusammen führt zu folgender ersten Behauptung:

In gut 10 Jahren von jetzt, wird es kaum mehr klassische PCs mit ihren großen Gehäusen und kaum mehr klassische Notebooks geben. Das was wir heute "Computer" nennen, wird weitgehend ausgestorben sein.

An diese Stelle treten "Persönliche Smartdevices" im Formfaktor heutiger Smartphones mit eigenem Display, die sich mit jedem größeren Display oder wahlweise Datenbrillen per Kurzstrecken-Funk verbinden lassen, wenn man mehr Übersichtlichkeit bei der professionellen Arbeit erzielen will.

Die Eingabe erfolgt dabei je nach Anwendungsfall per Spracheingabe oder via eingeblendeter Tastatur, auf der man "in der Luft" tippt - die 3D-Technik die heute rudimentär für "Face-ID" verwendet wird, wird die Fingerbewegungen in Tastendrücke umwandeln.

Das was Sie heute "Smartphone" nennen, wird also ein noch viel leistungsfähigerer Computer sein, den Sie irgendwo hinlegen und mit einem optischen Darstellungsdevice Ihrer Wahl damit arbeiten. Keine Kabel, keine Mäuse, keine Tasturen. Sprache und Fingergesten "in der Luft" oder auf einer beliebigen, gescannten Oberfläche, die dann wie eine Maus funktionieren.

Nun werden einige einwenden, dass die leistungsfähigsten Grafiklösungen immer ein Kühlungsproblem haben, und daher nie im Formfaktor "Smartphone" sein werden. Das Argument zieht aber in meinen Augen nicht. Erstens ist es ja schon heute so, dass wir nur über ein paar Jahre Fortschritt reden, bis das was gestern noch aktiv mit Lüftern gekühlt in zwei Slots eines PCs thronte, in gleicher Leistung in einem Smartphone zu finden ist. Schauen Sie sich die Leistungsfähigkeit der Grafikeinheiten der iPhone Xs an, das ist beeindruckend und kann problemlos in den Wettbewerb mit großen Grafikkarten treten, die nun einige Jahre alt sind.

Hinzu kommt aber, dass die Not für mehr Grafikleistung mMn langsam abflachen wird, weil mehr als 4K für das menschliche Auge sowieso keinen Unterschied mehr macht. Sicher dann wird 3D kommen und andere Themen wie aktuell Raytracing, aber ich gehe schon davon aus, dass der Vorsprung "aktiv gekühlter" Grafikeinheiten mit immer kleineren Produktionsverfahren langsam schwindet und letztlich kein Kaufkriteríum für normale Consumer-Anwendungen mehr darstellen wird. Nur noch Spezialanwendungen werden einen aktiv gekühlten Chip benötigen.

In dieser Welt in 10 Jahren sind "Computer" also mobile Schnittstellen zur Dateneingabe und Ausgabe im Smartphone-Formfaktor, mit genügend Leistungskraft für alles, was ein normaler Anwender braucht. Unser "Notebook", unseren "PC" werden wir also immer "am Mann" in der Jackentasche haben können und damit weit flexibler sein als heute.

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Muss man als Euro-Anleger seine Dollar Positionen absichern?



Im Forum der Community sind auch immer wieder grundlegende Fragen, die es Wert sind, in einem Artikel beantwortet zu werden.

Erfahrene Anleger haben oft den positiven Wunsch, ihr diversifiziertes Depot auch in den Währungen der Welt auf mehrere Beine zu stellen. Dazu haben wir hier schon Vieles besprochen.

Was aber, wenn jemand den gegenteiligen Wunsch hat? Was wenn der Besitz ausländischer Währungen auch als Risiko betrachtet wird und nicht nur als Chance zur Diversifizierung? Es gibt ja sogar von Fonds- oder ETF-Abietern oft spezielle "währungsgehedgte" Varianten, die diesen Wunsch befriedigen. Was ist davon zu halten?

Was also, wenn der Anleger sich fragt, ob er sich vor Währungsschwankungen absichern oder diese zumindest etwas abmildern sollte? Da halten viele Anleger doch US Werte in Euro und ein starker Euro bringt dann Kursgewinne manchmal wieder auf Null.

Sollte sich so ein Anleger also mit Währungsabsicherung (Hedging) beschäftigen?

Um die Frage aufzurollen, muss ich zunächst etwas ganz Grundsätzliches wiederholen. Denn jeder ist der Meinung er wüsste was eine Währung ist, aber ist das wirklich so?

Denn wenn wir den "Wert" einer Sache betrachten, müssen wir diese in einem Maßstab betrachten. Bei den Arabern gab es mal eine Zeit, in der alles in Kamelen ausgedrückt wurde, auch der Wert von Menschen. Dieses provokante Beispiel einer Währung, der Kamel-Währung, dient jetzt nicht nur der Auflockerung, sondern hat trotzdem Sinn, denn die "Kamelwährung" war eben auch eine, in ihr wurde Wert ausgedrückt.

Und genau darin liegt das Dilemma von Währungen. Wenn wir uns als Bürger des Euros oder des Schweizer Franken, oder in Deutschland sozialisiert mit der stabilen D-Mark, über den Wert einer Sache unterhalten, drücken wir das immer implizit in unserer Währung als "objektivem Maßstab" für Wert aus. Und das ohne darüber nachzudenken und ohne uns bewusst zu machen, dass es ein höchst schwammiger Wertmaßstab ohne jede Objektivität ist.

Wenn also ein typischer Anleger sieht, dass die Kursgewinne an der Wallstreet durch einen steigenden Euro in seinem Euro-Depotausweis fast auf Null gebracht werden, schliesst er daraus, dass das nicht gut ist und er gegensteuern muss. Diese "Null" scheint also als objektiver Wertmaßstab wahrgenommen zu werden. Aber ist das wirklich so?

Wären wir dagegen Bürger eines Entwicklungslandes und hätten einen persönlichen Erfahrungshorizont darin, dass die eigene Währung permanent an Wert verliert und gleichzeitig eine Hochinflation herrscht, wie zum Beispiel in Brasilien, würden wir ganz anders reden. Wir würden dann versuchen den Wert einer Sache in einer stabileren Währung auszudrücken und diese als Wertmaßstab benutzen - dem US Dollar zum Beispiel.

Also, den Wert einer Währung kann man immer nur in einer anderen Währung ausdrücken. Deshalb gibt es Währungspaare, wie wollte man auch den Wert des Euro in Euro ausdrücken, das Ergebnis wäre immer nur 1. Gold kann man als XAUUSD also in Dollar ausdrücken, den Euro als EURUSD in Dollar und so weiter.

Was passiert also, wenn ein Asset - zum Beispiel eine Aktie - in Euro gerechnet fällt und gleichzeitig in Dollar gerechnet steigt, eben weil EURUSD stark steigt? Ist das Asset dann mehr "wert" oder "weniger" wert oder spielt das gar keine Rolle?

Die Antwort ist keineswegs so einfach wie es scheint, sie liegt vielmehr im Auge des Betrachters.

Aus Sicht einer fiktiven Weltwährung wie der -> Sonderziehungsrechte des IWF <-, also aus Sicht von jemandem der theoretisch in den wichtigen Ländern der Welt mit Lokalwährungen kauft, hat sich der objektive Wert des Assets kaum verändert, denn in der "Weltwährung" ist er gleich geblieben. Die beste Entsprechung dieser "Weltwährung" ist übrigens Gold mit seiner vieltausendjährigen Geschichte.

Aus Sicht von jemandem aber, der alle Kosten in Euro begleichen muss, hat sich die Kaufkraft des Assets (der Wert) für anderen Waren verringert, wobei das auch nur teilweise für Waren gilt, die auch im Euro hergestellt werden. Denn wenn die Ware aus dem Dollarraum eingeführt wird, hat sich der Preis bei der Einfuhr verringert, was in einer theoretisch ideal preisreagiblen Welt, den "Wertverlust" des eigenen Zahlungsmittels komplett ausgleicht.

Aber wie auch immer, wenn man im Euroraum Ausgaben hat und diese mit dem Wert des Assets begleichen will, ist der "Wertverlust" subjektiv real.

An dieser Stelle haben wir daher auch den ersten Fall, für den eine Währungsabsicherung Sinn macht und auch von Firmen genutzt wird. Eine Firma die ihre Waren ins Ausland verkauft und mit den Einnahmen die Gehälter ihrer Mitarbeiter bezahlen will, will sich vielleicht nicht von Währungsschwankungen abhängig machen und "hegded" daher ihre zukünftigen Verkäufe. Das ist übrigens das Kernthema des Futures und Optionsmarktes, aus diesem berechtigten Bedürfnis heraus, die Zukunft schon heute absichern zu können, ist er ursprünglich entstanden.

Für einen privaten Anleger wäre das aber nur ein relevantes Szenario, wenn dieser seine laufenden Ausgaben für Leben und Wohnen aus nicht in Euro notierenden Einnahmen bestreiten müsste. Dann wäre ein Gedanke an Währungshedging sinnvoll, denn für den Preis von nicht unerheblichen Gebühren schliesst man dann Währungsrisiken aber auch Chancen aus.

Für einen privaten Anleger der im Euroraum lebt und arbeitet und durch die Arbeit genug verdient, um seinen Ausgaben zu bestreiten, besteht dieser Grund und damit der Bedarf an Währungsabsicherung aber eher nicht!

Gäbe es denn einen anderen Grund Auslandswährungen abzusichern - zu "hedgen"? Ja, bei Klumpenrisiken, wenn man zu stark von den Währungsentwicklungen abhängig ist und die Risiken nicht tragen kann.

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FAAMG und das Blasengefasel

Das Gefasel über "Blasen" ist ja in den letzten Jahren zur Manie der Medien geworden. Jeder der glaubt, etwas zum Markt verzapfen zu müssen, hüllt sich in gewichtiges Raunen und identifiziert irgendwo eine neue "Blase" und natürlich den bald folgenden Crash gleich mit dazu.

Damit ist ihm das wohlgefällige Kopfnicken aller sicher, die schon immer wussten, dass Börsen nur Zockerbuden sind und Aktien viel zu riskant. Man kann sich damit auch den Habitus des erfahrenen Marktbeobachters geben, wer von 2000 reden kann, muss ja scheinbar schon einige Erfahrung haben, auch wenn man damals in Realität noch die Schulbank drückte und Amazon für einen neuen Ego-Shooter hielt.

Natürlich sind nicht alle Gedanken zu "Blasen" völliger Unfug, natürlich gibt es in einigen Bereichen bedenkliche Entwicklungen, die zu thematisieren sind. So zum Beispiel zu den -> Wachsenden Gefahren des Indexierens <-, die ich auch schon mehrfach, so auch bei Tichy in -> Algos, ETFs, Robo Adviser und ein Truthahn-Leben <- thematisiert habe.

Aber die Penetranz und Persistenz des aktuellen Blasen-Geredes, offenbart den medialen Zweck des wohligen, den Click befördernden Schauders, der auch bei Horrorfilmen das Publikum in die Kinos lockt.

Und es offenbart eine gedankliche Fixierung auf die Vergangenheit, die mal wieder den Blick auf die Möglichkeiten der Zukunft verstellt. Wer diesem Gerede folgt und sich davon anfixen lässt, hat garantiert seit 2009 keinen Erfolg im Markt.

Besonders schön sichtbar wurde das Muster die letzten Wochen, als vermehrt wieder Vergleiche des NASDAQ mit dem Jahr 2000 laut wurden und die grossen Bluechips, die man als FAAMG (Facebook, Amazon, Apple, Microsoft, Google) zusammen fassen kann, neue Kurshöhen erklommen.

Um es ganz deutlich zu sagen, diese Vergleiche der FAAMG Kurse mit der 2000er New Economy/Internet Blase sind grober Unfug. Und wer sich davon beeinflussen lässt, ist selber schuld und sollte dringend seine Medienwahl hinterfragen.

Ich will Ihnen das ganz unzweideutig beweisen. Hier ist das Chart des NASDAQ Composite über 20 Jahre, von 1997 bis 2017. Sie können das Chart anklicken und vergrössern, wenn Sie wollen:

Wir sehen die 2000er Internet-Blase. Und wir sehen, dass der NASDAQ 15 Jahre brauchte, bis er diese Niveaus wieder erreichte, dann 2 Jahre konsolidierte und zögerte und nun nach 17 Jahren nach oben über die alten Niveaus hinwegzieht.

Nun muss man wissen, dass die gross kapitalisierten FAAMG Aktien einen erklecklichen Teil der NASDAQ Kapitalisierung ausmachen. Schauen wir doch also mal, wie die sich entwickelt haben am Beispiel Apple und Google. Sie können aber auch gerne die anderen Namen nehmen und kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Wir sehen schnell, dass diese Unternehmen ihre Umsätze und Gewinne um zwei und dreistellige Faktoren erhöht haben. Waren diese Unternehmen in 2000 noch jenseits von Gut und Böse bewertet und nahmen viel zu viel Zukunft vorweg, sind sie nun sauber in die Bewertungen hinein gewachsen.

Sie können auch andere Indikatoren der Gegenwart nehmen und werden schnell erkennen, dass die FAAMG Aktien bezogen auf ihre Gewinnqualität und ihr weiteres Wachstum im Vergleich zu anderen Bluechips derzeit zwar hoch, aber noch angemessen bewertet sind.

Der ganze Markt hat eben derzeit ein erhöhtes Bewertungsniveau, nicht nur FAAMG, das hat aber in Breite mit der Niedrigzinspolitik der Notenbanken zu tun und rein gar nichts mit einer "Tech-Blase".

Und die FAAMG Aktien waren in den letzten Monaten auch etwas zu schnell zu weit gelaufen, wie ich Ihnen das ja vor 3 Wochen in -> Liebesaffäre mit Big Tech <- hier geschrieben habe. Die Korrektur der vorletzten Woche war also logisch und erwartbar und es kann auch sein, dass noch einmal 5-10% Korrektur über den Sommer drin sind. Und auch eine schärfere Korrektur ist theoretisch immer drin, dann aber aus anderen Faktoren die wir heute noch nicht kennen.

Ein grundlegende "Blase" bei den Bewertungen dieser FAAMG Aktien aber, ist schlicht dummes Zeug - man muss sich fragen was die, die davon reden, eigentlich geraucht haben.

Richtig ist etwas ganz Anderes, das wir im Premium-Bereich schon letzten Sommer unter ->Apple, Google und Co - Die neuen Nestles? <- thematisiert haben:

Diese grossen Techkonzerne sind die Wegbereiter eines grundlegenden Wandels der Art wie wir wirtschaften, es sind die neuen Dominatoren und sie haben eine Dominanz erreicht, wie sie IBM Anfang der 80er Jahre hatte.

Sicher kann man sich fragen, ob diese Dominanz lange zu halten ist, bei IBM war das damals nicht der Fall. Aber eine Blase? Ich bitte Sie, das ist als Argument derzeit nicht mal satisfaktionsfähig.

Man kann dem Markt viel vorwerfen, auch Verzerrungen, Überbewertungen und Schieflagen. Aber in einer Blase sind FAAMG nicht, die sind so gut und gewinnstark, wie es die Kurse ausdrücken.

Und wenn man der Markttechnik folgt, ist dieser Ausbruch von 2017 über die alten Hochs im NASDAQ eher der Beginn einer grösseren Bewegung, als eine Überdehnung am Ende. Zu den disruptiven Veränderungen unserer Welt, unter anderem durch die Digitalisierung, würde es passen.

Wenn man so will, war der Markt in 2000 übertrieben visionär, es wird erst jetzt das Realität, was damals in die Kurse hineingeträumt wurde.

Und Blasen werden sich an der Börse auch wieder bilden oder haben sich schon gebildet, aber genau da, wo niemand darüber fabuliert. Eine medial beackerte Blase ist, bevor diese geplatzt ist, eigentlich ein Widerspruch in sich.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Liebesaffäre mit Big-Tech

Ich will heute noch eine kurze Botschaft loswerden.

Egal ob Sie privater Anleger, Vermögensverwalter oder Fondsmanager sind, wenn Sie ein breit gestreutes, wohl selektiertes Depot besitzen, werden Sie in diesem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich hinter den US Indizes hinterher hinken.

Machen Sie sich nichts daraus, Sie haben nichts falsch gemacht.

Der Grund ist vielmehr im Markt begründet, der mal wieder einen zu starken Herdentrieb zeigt. Denn während der breite Markt schon seit Wochen eigentlich konsolidiert, werden die Indizes primär von wenigen grossen Aktien wie beispielsweise den FAANG-Aktien oben gehalten, konkret also Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google (Alphabet). Aber auch Microsoft oder NVidia steigen und steigen, man kann einfach sagen, der Markt hat eine Liebesaffäre mit diesen "Big-Tech" Aktien entwickelt.

Wie auf alle Liebesaffären, wird aber auch hier eine Phase der Ernüchterung folgen und wenn man aktuell bei Blomberg liest, wie -> massiv übergewichtet die Funds Manager bei FAANG sind <-, dann dürfte der Zeitpunkt der maximalen Begeisterung nicht mehr so weit entfernt sein. Nicht heute oder morgen, wohl aber vielleicht über den Sommer.

Und dieser Zeitpunkt der maximalen Begeisterung, wenn alle die kaufen wollten gekauft haben, ist auch der Punkt an dem die Kurse den temporären Höhepunkt erreichen und zu konsolidieren beginnen. Wie extrem die Indizes auf diesen wenigen Aktien basieren, zeigt auch dieses Chart von Bespoke eindrücklich: -> Five large stocks account for nearly half of 2017s gains <-

Machen Sie sich also nichts daraus, wenn Ihre Depots seit Wochen Wasser treten, während S&P500 und Nasdaq steigen und steigen. Sie sind in guter Gesellschaft fast aller professioneller Anleger die Aktien bewusst selektieren - ausser denen eben, die schon länger primär auf FAANG alleine setzen.

Wenn Sie wissen wollen, wie lange das noch so weiter geht, weiss ich es natürlich auch nicht. Ich weiss aber auch, dass das Window-Dressing zum Quartalsende immer ein Thema ist. Bis Ende Juni könnte dieser Trade also durchaus weiter unterstützt sein, weil alle auch noch dabei sein wollen, denn wer nicht dabei ist, hängt in der Performance hinterher und muss sich am Quartalsende Fragen stellen, warum er zu blöd war diesen offensichtlichen Trade zu sehen.

Ab Juli ist dann aber ein neues Spiel, dann gilt wieder der kluge Satz, dass wenn alle das Gleiche denken, niemand richtig denkt.

Ich bitte das aber nicht als generelle Skepsis diesen Aktien gegenüber zu verstehen. Im Gegenteil, ich habe diese Aktien schon letzten Sommer im Premium-Bereich zu den "neuen Nestles" erklärt und dazu geraten, aus langfristigen Gesichtspunkten nun auf diese umzuschichten: -> Apple, Google und Co. - Die neuen Nestles? <-. Wer das damals getan hat, hat immense Gewinne generiert.

Aber was zu schnell zu viel ist, ist zu viel. Und es scheint, als ob dieser Trade nun in die Phase der öffentlichen Wahrnehmung eintritt, ab der er noch ein paar Wochen hat und dann wird ein temporärer Höhepunkt erreicht.

Danach haben alle Stockpicker dann auch wieder die Chance die Indizes zu schlagen. 😉

Und die grossen Tech-Aktien bleiben weiter gute Investments - nach einem Rücksetzer.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Apple, Mosaic und Deere – Hier dreht sich was?!

Mit dem 01. März, scheinen die Märkte eine Charakteränderung vorgenommen zu haben, man fühlt sich wieder an die Jahre 2013 und 2014 erinnert, als es durch den "Bernanke/Yellen/Draghi-Put" nur eine Richtung gab: hoch.

Auch aktuell, haben wir es wieder mit einer "Buy the Rumor" Rally in freudiger Erwartung insbesondere der EZB-Sitzung am 10.03., aber auch der FED-Sitzung am 16.03. zu tun.

In Folge hellt sich das Bild des Marktes weiter auf, die klare "W" Formation im Leitindex S&P500, war dafür ja schon länger Hinweisgeber. Auffällig ist aber auch, wie viele in 2015 abverkaufte Aktien und Sektoren, mittlerweile markante Wendeformationen ausbilden, die noch einiges Potential in sich bergen.

Drei Bluechips dieser Kategorie, will ich Ihnen daher heute als "schnelle Ideen" zeigen.

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