Dies & Das 29.05.20


Ferienmodus

Heute Nachmittag machen ich noch einen verkürzten Stream, der zum Teil eine Art kleiner Wochenausblick auf die KW23 sein wird.

Dann beginnt ein zweiwöchiger Feriemodus für mich, denn ich jetzt wo sich die Lage an den Märkten beruhigt hat, auch im Gegensatz zu Faschings- und Osterferien konsequent durchführen werde.

Der Blog läuft normal weiter, das Forum läuft weiter, ich habe auch immer ein Auge auf das Forum, Artikel gibt es von mir aber keine, ich bleibe *stumm*. Zumindest verspreche und plane ich keine Artikel, wenn ich doch einen schreibe, dann weil ich mich dazu kurzfristig entschliesse.

Hier ist noch einmal die Übersicht des Jahres, die durch die diversen Phasen des "Erholungsmodus" dieses Frühjahrs - mit denen ich den Anforderungen der Krise begegnet bin und dauerhafte Präsenz sichergestellt habe - nun etwas bunter als sonst geworden ist:

Also, in den kommenden 2 Wochen bin ich mal *nicht* präsent, nur auf das Forum habe ich immer ein Auge. Sie schaffen das. 😛

Marktlage

Das scharfe Intraday-Reversal gestern hat die Bären schon wieder "sabbern" lassen und ja, es sind solche Wenden die man nach Lehrbuch sehen will, um ein temporäres Top hinzulegen.

Auch wenn das eine realistische Möglichkeit ist, gebe ich aber zu bedenken, dass wir dergleichen Wenden seit dem Tief im März schon öfter hatten und immer sind sie dann schnell ausgelaufen.

Deswegen muss es heute nicht genauso laufen, aber zu verfrühter Freude der Bären gibt es keinen Anlaß, Abwarten ist angesagt.

Sollte Trump tatsächlich in seiner Pressekonferenz die Beziehung zu China substantiell eskalieren, dann hat das tatsächlich das Potential dem Markt einen Schlag zu versetzen. Das muss aber erst einmal passieren, denn bei aller Rhetorik will Trump vor allem Eines: Die Wahl gewinnen. Und dem wird alles untergeordnet.

Letztlich ist die Schnelligkeit mit der die Argumente eines temporären Tops kommen, nur weil es auch mal wieder einen schwachen Tag gibt, eher Ausweis der "Wall of Worry" und der großen Skepsis die im Markt herrscht.

Und das ist strukturell bullisch so lange, bis wir durch echte Price-Action vom Gegenteil überzeugt werden. Ein Retest der 200-Tage-Linie wäre auf jeden Fall völlig normal und kein Grund zur Hektik.

Synthese reloaded und der falsche Drang zur Überperfektion

Ich habe ihnen am Mittwoch einen Artikel geschrieben, der sehr grundlegend ist und den alle lesen sollten, die verstehen wollen wie ich denke und wie ich zu meinen Markteinschätzungen komme:
-> Synthese <-

Wie auch im Artikel gesagt, beachte ich dabei auch sehr stark die 80/20 Regel, die man auch KISS-Regel nennen kann - in einem sich dynamisch und selbstreferentiell verändernden Marktgeschehen bleibt einem auch gar nichts Anderes übrig, man muss diese Unsicherheit und Bewegung des Marktes "umarmen", statt sie "ergründen" zu wollen.

Diese Prinzipien gehen aber weit über den Markt hinaus, sie betreffen grundsätzlich den Umgang mit dynamischen Systemen und dazu habe ich einen weiteren sehr passenden Artikel in Englisch gefunden, den ich ihnen nun empfehlen will:

-> The Perils of Overoptimization <- oder auch: Perfection traps kill your productivity

Ich denke sich das klar zu machen, wird vielen von ihnen sehr helfen. Dahinter ist auch das "gut genug Prinzip", das ich immer wieder thematisiere. Wenn ein Situation "gut genug" ist, muss man handeln und nicht die Dinge noch verfeinern wollen, während der Markt sich schon weiterbewegt.

Man muss also lernen mit dem Scheitern zu leben und eine misslungene Aktion nicht zu betrauern, sondern wie ich immer sage sich dann "den Mund abwischen und weitermachen".

Es gibt bestimmte Psychologien, die sich damit unendlich schwer tun. Wer also diese Logik instinktiv am stärksten ablehnt, hat den dringendsten Bedarf sich darauf mehr einzulassen oder sollte sich besser vom dynamischen Geschehen des Marktes fernhalten.

Als Ergänzung zur Thematik habe ich noch einen Artikel für sie, der klar macht, dass nicht Fehlervermeidung und Perfektion um jeden Preis, sondern der richtige Umgang damit in vielen kleinen Schritten zum Erfolg führt.

Und dass es immer einen praktischen Sinn für das Relative, das Temporäre, das Unvollkommene braucht um voran zu kommen. An der Börse, aber auch darüber hinaus:

-> Acceptable Flaws <-

Long-term thinking looks easy in a spreadsheet. You can look at a long stretch of history and say, “If you just put up with a few lousy years you went on to capture excellent returns.”

That’s good thinking. It’s right thinking.

But the real world doesn’t play out in spreadsheets.

Sicherheit des Handelns gewinnt man nicht, in dem man jedes klitzekleine Detail im Blick behalten will, das erzeugt nur Paralyse. Sicherheit kommt aus Erfahrung und der Fähigkeit das Wesentliche schnell herauszufiltern.

Felix Krull und wie uns unser Ego am Börsenerfolg hindert

Nein, ich lasse sie noch nicht in Frieden, dieses heutige "Dies & Das" ist für sie vor allem Stoff zum Nachdenken für die Zeit, wenn ich jetzt zwei Wochen in den Ferienmodus verschwunden bin. 😛

Denn ich habe noch diesen sehr lesenswerten Artikel mit dem Titel: -> Anatomy of A Stock Market Loss <- für sie.

Er thematisiert unseren Umgang mit "Fehlern", also mit Dingen die am Markt für uns "schief" gehen.

Und er legt den Finger in die tiefe Wunde des Egos, das für viele der wahre Hindernisgrund ist, der zwischen ihnen und Erfolg steht.

Hier im Blog flackern diese "Egobomben" höchst selten auf, weil ich sie schon früh herausfiltere und dem keine Chance gebe. Ich rieche das 100 Meilen gegen den Wind und kann mit meinem Wissen zu Anlagethemen einen Aufschneider schnell identifizieren und deswegen ist die Typologie hier chancenlos.

Alle erfolgreichen Trader oder Investoren die ich kenne, alle denen ich ihren Erfolg abnehme oder bei denen ich ihn wirklich verifiziert habe, eint diese Demut vor dem Markt, dieses Wissen dass man nur eine Nussschale ist. Ausnahmslos. Und diese Demut ist nicht mit dem dominanten Bemühen kompatibel, in Foren oder sozialen Netzen "gut dazustehen", weil alleine der Wunsch nach innerer Bereicherung, nach Erkenntnis und nach neuen Ideen bei den Erfolgreichen die treibende Kraft ist, nicht der soziale Status.

Ich sage es in aller Deutlichkeit, wem es im Kampf mit dem Markt vor allem um den Eindruck geht, wer "gut dastehen" will, der hat keine Chance, denn der Markt ist gnadenlos und deckt das alles auf.

Weswegen ich auch immer so intensiv Abstand von allen da draußen halte, die mit großer Bugwelle ganz genau zu wissen behaupten, was die Zukunft bringen wird. Oder noch schlimmer, mir mit "Geheiminformationen" erklären wollen, wie die Welt wirklich funktioniert. 😉

Womit wir eben auch bei dem Artikel sind, ich habe hier mal ein paar Zitate:

Success can be built upon repeated failures when the failures aren’t taken personally; likewise, failure can be built upon repeated successes when the successes are taken personally…

Now, the thing about our ego is that it NEEDS to be right, so in order to be right, there MUST be a wrong. Therefore, it spends the day making comparisons. It compares possessions, it compares kids, it compares spouses, it compares wealth, it compares stock portfolios, it compares wins and losses, it compares everything.

Participating in markets is not about being right or wrong, nor is it about defeat; it’s about making decisions.

Amen!

Wer so denkt, den erkannt man. Wer nicht so denkt, den erkennt man auch. Dem ist es wichtig "recht" zu haben und "Bella Figura" zu machen. Der Schein ist dann wichtiger als das Sein.

Im sozialen Leben sind diese Aufschneider erstaunlich erfolgreich, weil ein schöner Schein leicht aufrecht zu erhalten ist und es schwer ist, das zu enttarnen. Weswegen wir auch viele dieser Typologien als erfolgreiche Politiker erleben, aber auch das Management von großen Konzernen kennt diese Typologien.

Der Markt als Gegner ist da aber gnadenlos, gnadenloser als jeder andere Gegner, der schreibt uns unseren Fehler ohne Mitgefühl am Folgetag zuverlässig ins Depot. Weswegen vor dem Markt die Felix Krulls keine Chance haben, nur in sozialen Netzen können sie den Schein wahren.

Der Punkt ist: Wenn wir am Markt erfolgreich sein wollen, dann müssen wir uns unseren Fehlern stellen, unserem Ego und unseren Motivationen. Wenn wir den Drang in uns spüren unsere Fehler zu kaschieren, um gegenüber Dritten besonders gut dastehen zu wollen, dann haben wir schon eine falsche Abzweigung genommen, denn unser Depot ist der einzige, objektive Richter unseres Wirkens als Anleger.

Dieser Blog soll ein sicherer Ort sein, das zu ermöglichen, Hilfe zu erfahren und zu wachsen.

Geliebte Angst

Ich habe noch was zum Lesen. Ich habe es ihnen ja angedroht. 😀

Der Artikel heisst -> Rethinking Fear <- und ist ein wichtiges Thema, das ich ihnen schon in zwei Artikeln versucht habe nahe zu bringen. Und zwar:

-> Angst <- und kurz danach dann den folgenden Artikel -> Angstzähmung <-

und unser Vincent - der übrigens aus zeitlicher Belastung gerade etwas ruhig ist - hat uns auch noch mit -> Angstlähmung <- zum Thema bereichert.

Und nun haben wir da diesen Artikel oben und der sagt Ähnliches, denn unser Umgang mit unserer Angst ist ein zentraler Erfolgsfaktor an der Börse, denn wir haben als Anleger andauernd Angst, Angst zu verlieren, Angst zu verpassen und viele andere Ängste auch.

Der Artikel, der genau genommen der Review eines Buches ist, betont auch wie wichtig es für uns ist, unsere Angst als unseren Verbündeten zu begreifen, der uns im richtigen Moment wichtige Signale gibt.

Nur dürfen wir unser Handeln nicht davon bestimmen lassen, weil das an der Börse in der Regel das Falsche wäre. Wir müssen die Angst umarmen und einatmen und sie als Signal nutzen, um dann rational das Richtige zu tun!

Und das können wir aber nur dann, wenn wir nicht überrumpelt werden, sondern die Unsicherheit vor uns schon im Vorfeld verarbeitet haben, auf die wir dann ruhig, stoisch und voller Akzeptanz reagieren, weil sie einfach zum Leben dazugehört.

We learn that we’ll be in a better position if we can face possible threats with a calm mind, alert to our internal signals but not anticipating every possible bad thing that could happen.

We don’t need to live in fear to stay safe. A better approach is to be aware of the risks we face, accept that some are unknown or unpredictable, and do all we can to be prepared for any serious or imminent dangers. Then we can focus our energy on maintaining a calm mind and trusting that our intuition will protect us.

Ich habe schon oft erwähnt, dass ich bei einem aggressiven Trade zum Einstieg mir nicht den theoretischen tollen Gewinn ausmale, sondern das, was monetär maximal schief gehen könnte. Und das im vollen Wissen, das mich der Auslöser dafür überraschen wird und nicht im Vorfeld zu erkennen ist.

Und darauf bereite ich mich innerlich vor und stelle mein Risikomanagement darauf ein. Und dann bin ich innerlich bereit und wenig kann mir dann noch emotional etwas anhaben, denn die "Trauerarbeit" wurde schon im Vorfeld vollzogen.

Ihr Hari

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Hari Live Stream 12.03.19



15:20 MEZ - ZH2

Das englische Drama nähert sich der Zielgeraden, so oder so muss da jetzt etwas passieren. Heute Abend wird eine weitere Abstimmung sein, die falls Mays Vorschlag gewinnen sollte, Klarheit schaffen würde - nur sieht es danach nicht so recht aus.

Ich werde voraussichtlich morgen dazu etwas schreiben, nicht zur politischen Lage, die ist verworren und wird von "Libertin" kommentiert, sondern zu den Implikationen für Anleger.

Hier und heute schauen wir aber primär auf die Wallstreet und die eröffnet indifferent. Die Frage steht im Raum, ob die gestrige Stärke das Ende des Retracements markierte oder nur eine Bullenfalle war. Das Raten bringt nicht viel, es gibt keine klare Indikation für eine der beiden Richtungen und insofern sollten wir ergeben abwarten, was der Markt für uns heute in petto hat:

15:30 MEZ - ZH3

Canopy Growth (CGC) hat uns ja im Januar viel Freude gemacht und -> vor dem Ferienmodus im Stream vom 28.02. <- hatte ich schon auf die neue, sich wieder aufbauende Chance hingewiesen.

Nun kann ich heute nur festhalten, dass das sehr "lecker" aussieht, ein Ausbruch könnte unmittelbar bevor stehen:

15:35 MEZ

Die britische Abstimmung zum Brexit ist auf 7PM festgesetzt, ich vermute es ist GMT, also bei uns dann 20:00 Uhr MEZ.

Wer Live der Diskussion des britischen Unterhauses beiwohnen will, kann das -> hier bei Bloomberg <- tun.

15:45 MEZ - ZH3

Barrick (GOLD) hat seinen feindlichen Übernahmeversuch von Newmont Mining (NEM) abgeblasen, der Vorgang hat aber zu einem -> Joint Venture bei einem Riesenprojekt in Nevada <- geführt, das nun von Barrick kontrolliert wird.

Man kann sich fragen, ob das nicht von vorneherein das Ziel der Operation war, aber wie auch immer, am Ende profitieren beide, denn geteilte Risiken sind geringere Risiken und diese Riesenprojekte sind immer gefährlich, wie Barrick ja bei -> Pascua Lama an der Grenzen zwischen Chile und Argentinien <- schmerzhaft erfahren hat.

Der Markt mag es insbesondere bei Newmont, das Chart impliziert taktische Chancen in den kommenden Wochen voraus:

16:02 MEZ - ZH4

Vom Investmentgedanken her, finde ich die Deutsche Post derzeit ganz interessant. Eine massive Korrektur liegt hinter ihr, Preiserhöhungen sind genehmigt, das Volumen aus dem Tief heraus stimmt.

Und im Chart haben wir eine potentielle Parallelität zu 2016, die ich Ihnen hier mal mit einer Nummerierung nahe bringe:

16:10 MEZ - ZH4

Ich hatte Continental (CON) in den letzten Wochen als Chance mehrfach erwähnt. Heute will ich nur darauf hinweisen, dass sich diese Struktur immer mehr ausformt.

Es ist noch etwas Geduld erforderlich, noch ist das Startsignal nicht gegeben, aber aus dem Auge sollten wir das nun nicht mehr verlieren:

16:30 MEZ

Die Fragezeichen rund um Huawei haben nun auch Deutschland erreicht, die -> die unverhohlene Drohung der US <- macht Schlagzeilen.

Was den Stil angeht, das in offenen Briefen zu machen, kann ich auch nur die Augen verdrehen. Das ist der Stil von Mafia-Paten und passt gut zu Trumps sonstigem Umgang mit "Partnern", solange das keine Despoten sind, für die er eine besondere Zuneigung entwickelt zu haben scheint.

Eigentlich müsste Deutschland gegenüber so einer unpartnerschaftlichen US schon längst den Spieß umdrehen und im direkten Gespräch sagen: "Dann geht doch und baut Eure Basen hier ab, wie werden dann halt selber Atommacht". Das würde schnell klar machen, wo die wahren Interessen liegen und die Sicht der US grundlegend ändern.

Wobei mit der Atommacht dann unbedingt die Forcierung einer gemeinsamen kerneuropäischen Abschreckung verbunden sein müsste, in keinem Fall ein deutscher Alleingang. Eine Frage, die sowieso vor Europa steht, wenn die US so weiter machen. Die NATO scheint langsam zum Auslaufmodell zu werden und wenn gerade die Deutschen nicht schnell aus ihrer Naivität erwachen und statt Gendersternchen wieder Weltpolitik verstehen, wird es ein echtes Problem geben.

Wer eine geeinte EU will, hat sowieso realistischer Weise nur den Weg, diese Einheit als Erstes in der Außen- und Sicherheitspolitik herzustellen, da gibt es wirklich gleichgerichtete Interessen, nicht in der Finanz- und Sozialpolitik. Insofern gebe ich hier AKK -> in weiten Teilen Recht <-, die da in meinen Augen eine erstaunlich kluge Antwort gegeben hat.

Nur leider ist so eine offensive Machtpolitik, die um den eigenen geostrategischen Wert Europas weiss, mit diesem Verein der Traumtänzer in Berlin völlig unvorstellbar. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Von der Form abgesehen, kann ich in der Sache den US aber nur Recht geben.

Mit 5G gehen die Netze über schon für sich wichtige Telekommunikations-Netze hinaus, im Sinne "Internet of Things" wird früher oder später das ganze Leben davon abhängig sein und ein Ausfall oder eine Manipulation katastrophale Folgen haben.

Wie kann man sich da von einem faktischen Staatskonzern aus China abhängig machen, was gleichgerichtet am Ende auch für US Konzerne gelten muss?

Gerade für mich als Informatiker ist unerklärlich, was dieses BlaBla von Telekom und Behörden soll, man hätte die Chips und Software von Huawei untersucht und hätte keine Hinweise für Backdoors gefunden? Dümmer geht es wirklich kaum mehr!

Wir reden hier über Millionen von Zeilen an Code und Chips im Nanometerbereich. Wer da behauptet, er könnte von außen eine Backdoor erkennen, lügt in meinen Augen oder ist ein Trottel, der dringend einen anderen Job braucht, aber bitte nicht im Sicherheitsbereich!

Natürlich kann man so Chips heute überwachen, ob sie irgendwelche auffälligen Verhaltensweisen zeigen und potentielle Signale senden. Natürlich kann man das, nur was sagt uns das?

Was an solchen Untersuchungen verhindert dormante Codes, die erst dann aktiviert werden, wenn es von außen gewünscht wird? Ich sage es Ihnen: Nichts. Und nichts kann solche Codes heute einfach finden. Nichts!

Die ganze Infrastruktur, Kraftwerke, autonomes Fahren, Haushalte, am Ende in die Hände von Lieferanten anderer Mächte mit Eigeninteressen zu geben, ist so unfassbar blöd, dass ich überhaupt nicht verstehe, worüber man hier diskutiert.

Denn da gibt es mit Nokia und Ericsson doch zwei europäische Hersteller, denen man vertrauen kann und die Huawei ersetzen könnten.

Ja sicher hängen die technologisch nun hinterher, aber warum tun sie das denn wohl? Auch weil eben große, alte Staatskonzerne wie die Deutsche Telekom, lieber Huawei fettgefüttert haben.

Wenn man wirklich aktive Industriepolitik machen will, ist die bei solchen sicherheitsrelevanten Fragen viel wichtiger, als beim Diesel. Hier könnte Herr Altmaier mal zeigen was er kann.

Also, die Form der Trump Administration ist mal wieder unter aller Sau, in der Sache haben sie aber recht und mir ist schleierhaft, warum Berlin meint an diesem Huawei Kram festhalten zu müssen.

Von Europa Sonntagsreden halten, aber da wo eine europäische Fokussierung mal richtig strategischen Sinn machen würde, dann diese zu verweigern, das soll mir mal jemand erklären.

Ich wiederhole es noch einmal, wenn 5G da ist und das IoT weitgehend implementiert und Realität, wird von der Stabilität dieser Netze das gesamte öffentliche Leben und Staatswesen abhängen. Ohne wird nichts mehr gehen und wenn es je eine Stelle gab, an der man nur 100% vertrauenswürdige Lieferanten einsetzen darf, dann da!

17:00 MEZ - ZH3 - ZH4

Zu Boeing (BA) kommen nun Schlag auf Schlag die Stilllegungen und Sperren herein, nun -> auch in Deutschland <-.

Für Boeing ist das ein Desaster, wir reden hier über das Volumenmodell mit mehr als tausend offenen Bestellungen - das ist so, als ob Airbus die A320 nicht mehr verkaufen könnte.

Gestern hat der Markt wohl deshalb hoffnungsvoll reagiert, weil er hoffte die versprochenen Software-Updates könnten das Problem schnell lösen und weil das Vertrauen in Boeing noch hoch ist.

Ich habe heute vormittag allerdings allerlei Hintergrund zum Problem gelesen und mein Eindruck ist nun, dass die Maschine durch einen Triebwerkswechsel eine inhärent zur Instabilität der Fluglage neigende Fehlkonstruktion ist, die nur durch Software in eine sichere Lage gebracht wird. Das verbunden mit nur einem Sensor an der entscheidenden Stelle, generiert ein echtes Problem, das wohl nicht so einfach mit einem Software-Update weggehen wird.

Auch dieses Problem kann man ingenieursmäßig sicher lösen, es erfordert aber wohl Nachrüstungen und der Imageschaden ist enorm.

Die Schlußfolgerung ist, bei Boeing von noch tieferen Kursen auszugehen und erst wenn dieser Rauch verzogen ist, ist die Aktie wohl wieder ein Kauf. Das kann nun aber Monate dauern.

17:22 MEZ - ZH3

Ein weiteres mittelfristiges Setup aus Deutschland, auch RWE sieht wieder aussichtsreich aus:

17:50 MEZ

Scholz sieht -> den Weg frei für die Börsensteuer <-.

Mein Held, ich bin begeistert von dem Mann. So viel Kompetenz so geballt und dann diese beeindruckende Eloquenz ....

Man kann sich fragen, wie der früher "Scholz-o-Mat" geschmähte es überhaupt in diese Stellung gebracht hat und die Antwort besteht in meinen Augen aus zwei Teilen. Erstens wurde er am Rockschoß des echten "Rockers" Schröder mit nach oben gespült, denn eigentlich ist er der typische Technokrat und nicht Politiker. Ohne Schröder würde es einen Scholz in dieser Position nie geben. Zweitens hat er zu wenig ernst zu nehmenden Wettbewerb in der Rest-SPD.

Tief durchatmen Hari. Mach Ommmm - alles wird gut ....

18:10 MEZ - ZH3 - ZH4 - ZH5

Der Pharmariese AbbVie (ABBV), mit 116 Milliarden USD keine kleine Nummer und mit 5,5% Dividende durchaus stark im Cashflow, ist ein wunderbares Beispiel, wie man je nach Brille ein und dieselbe Situation ganz unterschiedlich interpretieren kann.

Zieht man sich die langfristige Brille der Wochenkerzen an, haben wir hier einen fallenden Trend und eine bessere Auffangzone im ganz langfristigen Bild mit Monatskerzen erst um die 70 USD:

Mit anderen Worten, aus der Perspektive gibt es keinen Handlungsbedarf.

Schaut man aber auf der mittleren Zeitebene auf Tageskerzen, haben wir hier eine ganz interessante Ausgangslage für einen ersten Zeh im Wasser, weil diese bei ca. 77 ganz nahe und daher risikoarm abgesichert werden kann:

Welche Sicht ist "richtig"? Keine und alle gleichzeitig. Es gibt hier kein "richtig", es gibt nur unterschiedliche Strategien und damit verbundene Zeithorizonte und erst eine konkrete Strategie, macht eine der Vorgehensweisen dann im Kontext "richtig".

Das genau ist das Thema des Zeithorizonts, über den man immer Klarheit haben sollte!

18:20 MEZ - ZH1 - ZH3

Der Markt generiert in den ersten Handelsstunden ein verhaltenes "Follow-Through" und lässt sich von Boeing nicht anstecken. Das ist ein Positivum, allerdings ist noch unklar, ob das hält:

Wichtig ist heute etwas anderes und das sieht man leicht im Daily des SPY:

Der SPY hat nämlich das Retracement der letzten Woche fast völlig aufgeholt und steht damit an der Wegscheide.

Die Bären haben nun die ideale Chance, das Ding mit einem niedrigeren Hoch nach unten zu drehen und dann dürfte es auch neue Verlaufstiefs geben und das Retracement sich Richtung 2.600 ausdehnen. Wenn der Markt nun aber nach oben herauszieht, ist auch das eine klare Richtungsaussage.

Ihr Bären: Steht nun also auf, oder schweigt für immer. 😀

Ich wünsche einen schönen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Jetzt oder Nie!

Eine Frage liegt natürlich an den Märkten in der Luft, die Frage nach der Jahresendrally bzw als Alternative der großen Topbildung.

Wer mir hier schon länger seit 2012 folgt weiss, dass ich vorschnellen Crash-Propheten immer eine klare Absage erteilt habe, selbst hier im freien Bereich war das überdeutlich. Als wir Anfang 2016 korrigierten, habe ich eine grössere Baisse nicht ernsthaft in Erwägung gezogen und das als kaufbare Korrektur betrachtet. Als Trump vor 2 Jahren gewählt wurde, habe ich schnell die Rallychance darin gesehen. Und als diesen Februar die Märkte einknickten, habe ich auch das als kaufbare Korrektur betrachtet und die Chance im Rebound gesucht.

Eigentlich habe ich diesem Markt und den dahinter stehenden Treibern seit 2011 getraut. 2011 im Zuge der Eurokrise war das letzte Jahr, in dem ich ernsthafte Sorgen um den Markt hatte und etwaige Schwäche nicht als normale Korrektur betrachtet habe. Danach begann ja auch die Geld-Expansion der Notenbanken, es war also gar nicht so schwer diese bullische Haltung einzunehmen. Dass unzählige Crash-Propheten in all den Jahren trotzdem die Depots ihrer Jünger zerstört haben, beweist ja nur wie sinnlos und nur auf Klicks ausgerichtet, diese permanente Angstmache ist.

Als der US-Markt Anfang Oktober diesen Jahres erste Risse in der ruhigen Oberfläche zeigte, habe ich auch das gesehen und wir haben uns in der Community darauf vorbereitet. Es war schon Anfang September völlig klar, dass -> entweder das Eine fallen oder das Andere steigen muss <-. Und da die anderen Märkte eben nicht stiegen, mussten die US Märkte auch früher oder später fallen.

Dass die Oktober-Korrektur kam, war also erwartbar, genau genommen seit dem Sommer überfällig und hat sich sogar konkret in den Tagen Ende September / Anfang Oktober angekündigt. Zu dem Zeitpunkt war aber auch mein Modell das einer weiter kaufbaren, gesunden Korrektur, die dann zum Jahresende von Stärke abgelöst wird.

So bliebt das auch lange und das Marktverhalten passte. Wir hatten am 29.10. ein schönes Tief auf den Niveaus des Frühjahres und haben unter Volumen gedreht. Am 07.11. haben wir im Zuge der US-Zwischenwahl die Zwischenhochs von Mitte Oktober wieder erreicht und haben begonnen eine schöne Wendeformation zu bilden, die ich in Lila skizziert habe.

Bis dahin war eigentlich noch alles in Butter und das Modell der kaufbaren Korrektur dominant. Wenn die Bullen jetzt in den Ring steigen und kaufen würden, hätte man zum Jahresende weiter optimistisch sein können.

Haben Sie aber nicht. Definitiv nicht! Stattdessen gab es diverse sehr negative Tage, die nun zu einem vollen Retest der Tiefs vom 29.10. geführt haben. Gerade die letzte Woche war bezeichnend, die Thanksgiving-Woche hat eigentlich historisch einen hervorragenden Trackrecord für Stärke, was wir bekamen, war aber ein jämmerliches Abwärtsgebrösel, wie ich es in dieser Woche schon lange nicht mehr erlebt habe,

Das Ganze ging einher mit einer dramatischen Verschlechterung der Marktmechanik, die letzten 2 Wochen zeigten mehrere Tage mit echtem Bärenmarktverhalten, in denen jedweder Rallyversuch gnadenlos abgeschnitten wurde.

Gleichzeitig verschlechterten sich auch andere Indikatoren und einige Warnzeichen traten an die Oberfläche, nicht irgendwelche dubiosen "Omens", sondern ernst zu nehmende Indikatoren wie beispielsweise ein merkbarer Anstieg der Yields bei wackeligen Hochzinsanleihen.

Das waren alles Dinge, die man auf der "rechten Schulter" einer Wendeformation nicht sehen wollte und schon gar nicht in einer traditionell starken Marktphase kurz vor Weihnachten. Und es waren alles Dinge, denen keine großen Neuigkeiten gegenüber standen, vielmehr war durch die US-Wahlen gerade ein Unsicherheitsfaktor abgeräumt worden und selbst die FED hat vor ca. 10 Tagen leicht zu blinzeln begonnen.

Trotzdem konnte der Markt keine Stärke entwickeln. Das war bemerkenswert und völlig anders als in allen Korrekturen der letzten Jahre zuvor. Egal ob Flash Crash am 24.08.15, die Korrektur zum 2016er Jahresanfang oder der Brexit; Schwäche wurde gekauft, wenn der Markt irgendwann technisch überverkauft war. Die bullischen Kräfte waren immer dominant, in diesem November 2018 sind sie es nicht mehr und das darf man nicht übersehen!

Und wenn ein Markt nach langer Korrektur keinen Rebound zusammen bekommen kann - auch nicht an den Stellen, wo der Rebound normalerweise zuverlässig kommen würde - dann ist das ein sehr gefährlicher Markt geworden!

Das alles und viele Details, die ich in meinen vielen täglichen Artikeln bespreche, haben meine Sicht in den letzten 2 Wochen erheblich verdüstert. Auch das Sentiment ist immer noch viel zu gelassen, so richtig rechnet weiter niemand mit fortgesetzten Schmerzen.

Und so stehen wir nun am Anfang dieser Woche vor einem "Jetzt oder Nie" Moment. Entweder die Bullen steigen jetzt hier in den Ring und erzwingen den Doppelboden, oder weit grösseres Ungemach liegt vor uns!

Der Unterschied zwischen einer normalen 10% "Feld-Wald-und-Wiesen-Korrektur" und einem echten, mittelfristigen Bärenmarkt, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden, optisch sichtbar gemacht, an der Frage eines Doppelbodens im S&P500 oder nicht.

Spätestens das nervös erwartete Treffen Trump-Xi beim G20 Gipfel am nächsten Wochenende, dürfte hier die Entscheidung herbeiführen. Wenn das ohne Konsens und im Streit zu Ende geht, werden die Ängste um den Handelskrieg und eine weltweite Rezession noch einmal erheblich nach oben schnellen und den S&P500 wohl von hier einbrechen lassen. Über das Risiko Italiens müssen wir dabei dann gar nicht reden.

Zum ersten Mal seit 2011 - nicht 2016 und nicht dieses Frühjahr, aber diesen Spätherbst 2018 - halte ich das Risiko, dass der Markt über eine normale Korrektur hinaus ernsthaft einbricht und wir auch aus langfristiger Investmentsicht in einen Bärenmarkt eintreten, für so signifikant, dass wir uns damit auseinandersetzen und davor schützen müssen. Es ist Zeit für die Bullen, jetzt oder nie!

Aber noch schlimmer als nur weitere Abgaben, der Markt wirkt so angeschlagen, dass wenn er markant durch die Tiefs von Oktober durchfallen würde, sogar eine abstrakte Crash-Gefahr existieren würde. Denn Crashs kommen nicht aus dem Nichts, wenn ein Markt gerade neue Hochs erklimmt, ist das Risiko praktisch Null. Crashs treten dann auf, wenn ein schwacher Markt schon fällt und in den freien Fall übergeht, weil unten die Sicherungen heraus fallen.

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Wochenausblick KW28


Thema der Woche

Letzten Freitag hat der Markt nach den guten US Arbeitsmarktdaten die Kurve nach oben genommen:

50-Tage-Linie zurück erobert, 20-Tage-Linie zurück erobert, 2740 zurück erobert. Das sieht recht gut aus und man kann für den Aktienmarkt wirklich sagen, dass die Stimmung derzeit skeptischer und sorgenvoller als die Lage ist.

Schauen wir auf den Fear & Greed Index von Freitag nach der starken Rally. Optimismus sieht anders aus, oder?

Dabei sind die Wirtschaftsdaten in den US überwiegend weiter gut, siehe weiter unten der Hinweis der Woche.

Dass trotzdem nun wieder in epischer Breite in jedem Medium über die sich langsam invertierende Zinskurve diskutiert wird, als ob das nicht jeder Profi sowieso sehen würde, ist das typische Geraune der Bären, das seit Jahren alle 1-2 Monate das Thema wechselt und mit dem man sich nur den Weg verstellt im Hier und Jetzt das Richtige zu tun. Vor einem echten Handelskrieg müssen wir da aktuell viel mehr Sorge haben, vor China ebenso.

Ich habe das Thema -> hier im Post 30 im Forum <- adressiert. Das Thema der inversen Zinsstrukturkurve ist wichtig, ist legitim und durchaus als ernst zu nehmendes Warnsignal zu interpretieren, für unsere Entscheidungen diesen Sommer, hilft es aber trotzdem herzlich wenig.

Ganz grundsätzlich hat dazu James DePorre am Wochenende einen schönen Post gechrieben: -> Should you worry about a bear market? <-

Zitat:

There is absolutely no doubt that we will see a nasty bear market at some point. It is the nature of the stock market and anyone that doesn't embrace that fact is in for a very painful experience.

The important issue isn't whether or not there will be a bear market but what we should do about it. Should we start preparing for that disaster in 2020 that Barron's tells us is coming? Should we start preparing right now for a market meltdown created by the simmering trade wars?

The issue that is at the heart of these questions is to what degree should market players try to predict and anticipate what will occur down the road.

For many pundits the holy grail of their profession is predicting turning points. In fact it is such a sought after goal that there have been thousands of incorrect predictions of a market crash for each one that turned out correctly.
The big problem here is one of timing. I can predict with absolutely certainty that there will be a bear market but, unlike Barron's, I have no idea when it will happen. Simply predicting disaster down the road is totally useless for those of us trying to navigate the market today.

All you really need to know about market timing predictions is that there is no one. There's not a single person that has consistently called the twists and turns in the market with any great level of precision. Some get lucky and make big calls but it is a product of luck and not skill.

The key to market timing isn't prediction and anticipation. The key to being a good market timer is awareness and reaction. The traders that make great timing calls are simply reacting to conditions as they change. They don't try to pretend that they know what is going to happen. They just acknowledge the current reality and act upon it.

Sic! Verwenden wir also unsere wertvolle Energie besser darauf, sofort zu erkennen, wenn der Markt wirklich zu fallen beginnen. Da ist die Energie besser und profitabler aufgehoben als bei den Diskussionen, wann denn die nächste Rezession in den US kommt, die fraglos in den nächsten Jahren mal kommen wird.

Bei den medialen Perma-Bären ist es seit 2009 ganz einfach. Die die ehrlich nach dem Prinzip "I put my money where my mouth is" verfahren, sind heute Pleite oder haben zumindest massive Verluste. Die anderen, die nur reden aber nicht danach im Depot handeln, sind sowieso nicht ernst zu nehmen. Warum lassen sich so viele dann davon beeinflussen?

Ich sage es Ihnen, es ist unser Affenhirn, das darauf (zu Recht) gedrillt ist, den Löwen hinter dem nächsten Mangrovenbaum zu antizipieren. Und das ist eine immens wichtige Fähigkeit, die unser Überleben sichert. In der Savanne ist es aber auch so, dass 10x einem Mangrovenbaum zu Unrecht aus dem Weg gegangen zu sein, keinen Nachteil schafft. Das gleiche Prinzip aber auf die Börse angewandt, verschafft zielsicher Verluste.

Ich kann nur immer wiederholen, dass es am Markt ein riesiger Unterschied ist, Recht zu behalten und dieses vom Timing auch profitabel umsetzen zu können. Zu früh ist eben auch nur ein anderes Wort für Falsch!

Was also spricht derzeit dagegen, dass der SPX nun erst einmal zur oberen Begrenzung dieser Rang läuft?

Die Antwort ist recht wenig. Mein Blick auf den Markt ist also weiter:

Mit Blick auf die nächsten 2 Wochen besteht die Chance auf fortgesetzte Stärke.

Mit Blick in den Frühherbst sollten wir davon ausgehen, dass wir in der Seitwärtsrange verbleiben und wir am Ende (August oder September) noch einmal einen angstmachenden Einbruch bekommen, nur um alle Furchtsamen abzuschütteln.

Mit Blick zum Jahresende, sind die Chancen weiter gut, den SPX bei 3.000+ zu erleben.

All das sage ich mit minimalen Änderungen im Kern schon seit Monaten, kein Grund diese Sicht nun zu ändern.

Chart/Grafik der Woche

Passend zum oben Gesagten liefert -> Doug Short auf Advisory Persepctives <- jede Woche hervorragende ökonomische Sichten auf den Markt.

Hier sind die "Big Four", die großen Vier der ökonomischen Daten im Überblick über die Zeit:

Und dann empfehle ich noch, einen Blick auf die vorlaufenden Wirtschaftsindikatoren (Leading Indikators") zu werfen:

-> Leading Indikators Overview <-

In Summe bleibt da nur eine Frage: Wo ist das Problem?

Sicher gibt es Risiken, eine echte Eskalation eines Handelskrieges ist so ein Risiko, die Eurozone und China sind andere. Aber in Summe bleiben die ökonomischen Ampeln auch Grün. Und wann gab es je Börsenzeiten ohne Risiko?

Ereignis der Woche

Diese Woche geht die neue Quartalssaison los, noch verhalten, aber doch mit einigen bekannten Namen. Wir haben:

Montag: Intercept (ICPT)

Dienstag: Pepsico (PEP)

Mittwoch: FACC AG (FACC), Kvaerner, Yum! Brands (YUM)

Donnerstag: Aerorjet Rocketdyne (ARJD), Bang&Olufsen, Delta Airline (DAL), Gerresheimer, Südzucker

Freitag: Citigroup (C), Infosys, JP Morgan (JPM), Wells Fargo (WFC)

Chance und Risiko der Woche

Den größten Hebel bei den Indizes, hat in dieser Woche wohl mal wieder der DAX, weil er auch sehr stark auf konjunkturelle Probleme regiert.

Der steht vor der hier markierten Frage, die sehr bedeutsam ist:

Sehr bedeutsam, weil das den Weg für die SKS freimachen würde, oder eben nicht:

Was erwartet meine nicht vorhandene Glaskugel hier? Eher dass der "logische" Pfad in die SKS nicht so leicht beschritten wird, weil das "zu einfach" wäre und der DAX macht es selten einfach. Hier könnte also diese Woche eine Überraschung nach oben kommen. Vielleicht drehen wir schon in die SKS, aber erst bei 12.800 - nur um maximale Verwirrung zu erzeugen. 😉

Hinweis der Woche

Bei EURUSD sieht es immer mehr danach aus, als ob nun eine kurze Stärkephase im Euro folgt, die dann die rechte Schulter bildet.

Hier ist der Ablauf so wie es meine nicht vorhandene Glaskugel vermutet:

Index der Woche

Wie sinnlos es dieses Jahr war, sich ängstlich hin und herwerfen zu lassen, zeigt uns eindrucksvoll der TecDAX.

Wir sehen dieses Megaphone, das ich hier besprochen habe und das auch prompt zu einer großen Bewegung geführt hat. Wir sehen den Fakeout nach oben, dann den nach unten und nun waren wir am Freitag genau da, wo wir Mitte Januar schon waren und heute geht es wieder hoch:

Gelassenheit und Ruhe ist 2018 das Geheimnis derer, die in diesem Markt noch ganz gute Ergebnisse erzielen. Den Swings hinterher zu laufen, hat dagegen ebenso zuverlässig zu Verlusten geführt, wie auch sich von den diversen Säuen beeinflussen zu lassen, die die Bären alle paar Wochen neu durchs Anlagedorf treiben.

Und wissen Sie was? Auch wenn diese Woche ganz gut aussieht und wir vielleicht erst einmal weiter hoch gehen, sehe ich keinen Grund, warum das nicht bis in den Herbst so volatil seitwärts weitergehen soll.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

Wochenausblick KW18


Thema der Woche

Thema der Woche ist weiterhin die Quartalssaison, die sich in der zweiten Woche des Höhepunkts befindet. Während dieses die letzte Woche der Mehrzahl der US Bluechips ist, kommt nun die Masse der US Unternehmen der zweiten und dritten Reihe langsam auf uns zu. In Europa dagegen, legen die Bluechips gerade erst so richtig mit den Zahlen los und werden auch kommende Woche noch Hochsaison haben. Nach Ablauf der kommenden Woche, ist der Höhepunkt dann überschritten und es wird wieder deutlich weniger.

Bisher waren die Zahlen ausgezeichnet, der Markt hat diese aber fast durchweg abverkauft. So wie letztes Jahr jede schlechte Nachricht gekauft wurde, werden nun gute Zahlen abverkauft. Da die Indizes in Summe aber kaum gefallen sind ist fraglich, ob man dem grundlegenden Bedeutung beimessen muss. Es wirkt eher so, als ob das nun mal gerade die erfolgsträchtige Methode ist, die solange von den Algos verfolgt wird, bis sie nicht mehr funktioniert.

Sell The Fucking Rally 2018 (STFR) statt Buy The Fucking Dip 2017 (BTFD) halt.

Kommende Woche stehen voraussichtlich folgende hier im Blog besprochenen Unternehmen an: (Termine ändern sich manchmal noch kurzfristig)

Montag vor US Handelsstart: AK Steel (AKS), Allergan (AGN), Arconic (ARNC), Cognex (CGNX), Diamond Offshore (DO), Halyard Health (HYH), Loews (L), Mc Donalds (MCD), York Water (YORW)

Montag Abend: Akamai (AKAM), Oclaro (OCLR), Transocean, Whiting Petroleum (WLL)

Dienstag vor US Handelsstart: Agco (AGCO), American Tower (AMT), Archer Daniels Midland (ADM), BP, Carlsberg, Eaton (ETN), Ecolab (ECL), Emerson (EMR), Incyte (INCY), IPG Photonics (IPGP), Imax (IMAX), Johnson Controls (JCI), L3 Tech (LLL), Marathon Petroleum (MPC), Merck&Co (MRK), Mondelez (MDLZ), Noble Energy (NBL), Pfizer (PFE), Seagate (STX), Transdigm (TDG), Unter Armor (UA), Xylem (XYL)

Dienstag Abend: Acadia Healthcare (ACHC), Allstate (ALL), Anadarko Petroleum (APC), Apple (AAPL), Bluebird (BLUE), Brooks Automation (BRKS), Coherent (COHR), Devon Energy (DVN), Fiserv (FISV), Gilead (GILD), Itron (ITRI), Juniper (JNPR), NCR (NCR), NXP (NXPI), NuVasive (NUVA), Snap (SNAP), Suncor Energy (SU), Unisys (UIS)

Mittwoch vor US Handelsstart: 3D Systems (DDD), Ambev (ABEV), American Water Works (AWK), Aptiv (APTV), Bunge (BG), CVS Health (CVS), Chesapeake Energy (CHK), Clorox (CLK), Esperion Therapeutics (ESPR), Estee Lauder (EL), Express Scripts (ESRX), FMC (FMC), Garmin (GRMN), Harris (HRS), Hugo Boss, Humana (HUM), Infineon, Intercept (ICPT), LafargeHolcim (LHN), Mastercard (MA), MorphoSys, OC Oerlikon, Qiagen, Sage Group (SGE), Spirit Aerosystems (SPR), Stratasys (SSYS), Swisscom, Ubiquinti (UBNT), Virtu Financial (VIRT), WashTEc, Yamana Gold (AUY), Yum! Brands (YUM)

Mittwoch Abend: AIG (AIG), Alleghany (Y), Apache (APA), CF Industries (CF), Cerner (CERN), Cirrus (CRUS), CryoLife (CRTY), Curtiss-Wright (CW), Exelixis (EXEL), FireEQye (FEYE), FitBit (FIT), Kraft Heinz (KHC), Marathon Oil (MRO), Murphy Oil (MUR), Rayonier (RYN), Square (SQ), Tesla (TSLA)

Donnerstag vor US Handelsstart: Abiomed (ABMD), Adidas, Adient (ADNT), Andritz, Bayer, Berkshire Hathaway (BRKb), Cigna (CI), DuPont (DWDP), Fresenius, Fresenius Medical Care, Geberit, Huntington Ingalls (HII), Kellogg (K), Logitech, MTU Aero Engines, New York Times (NYT), OMV, Orbital ATK (OA), Osram, Pfeiffer, Quanta Services (PWR), Regeneron (REGN), Royal Gold (RGLD), Siemens Healthineers, Stada, Veolia Environment, Vonovia, Xing

Donnerstag Abend: Acacia (ACIA), Activision Blizzard (ATVI), Alnylam (ALNY), Alstria, Arista Networks (ANET), CBS (CBS), Century Aluminium (CENX), Cyberark Software (CYBR), EOG Resources (EOG), Fortinet (FTNT), GoPro (GPRO), Herbalife (HL), Motorola (ML), Sage Therapeutics (SAGE), Skyworks (SWKS), Stericycle (SRCL), Tesaro (TSRO), Teradata (TDC), Universal Display (OLED), Weight Watchers (WTW)

Freitag vor US Handelsstart: Air France KLM, Alibaba (BABA), BASF, BMW, BNP Paribas, Celgene (CELG), Erste Group Bank, Freenet, GEA, HSBC, Jungheinrich, Lanxess, Lonza, Rheinmetall, Rhön Klinikum SocGen, SwissRe

Hinweis der Woche

Urban Carmel liefert in seiner letzten -> Weekly Summary <-, wie immer lesenswert mit vielen Daten unterlegt eine Summary zur großen Marktlage, deren Tenor Sie von mir schon länger kennen:

US equities have been in a consolidation phase for most of 2018. In the past, these consolidation periods have lasted a half year or longer - so this might continue into summer - although some measures of sentiment are already near a washout. New highs are very likely to still lie ahead in 2018.

Genau das ist mein seit Anfang des Jahres bestehende Bild der volatilen Seitwärtsbewegung im ersten Halbjahr, die erst nach dem Sommer Raum für neue Hochs und S&P500 3.000 schafft. Bisher war dieses Bild völlig zutreffend.

Eine weitere interessante Zeile zum Sentiment findet sich in Jeff Millers -> Weighung the week ahead <-:

Meanwhile, my meetings and travels involved conversations with many intelligent investors. Many of them are frightened by the increase in volatility, instead of embracing the opportunities presented. This fear is not grounded in any data, but the perception is quite real and affecting behavior.

Das passt gut zu meinem Eindruck, dass wir derzeit weniger massive, instituionelle Verkäufe, als einen Käuferstreik erleben. Alles wartet ab und wer klug ist, hat schon verkauft, nur zum Kaufen ist es zu früh.

Und auch zu dem ganzen Bohai das derzeit - vor allem von den Bären - um die Zinskurve gemacht wird, hat Jeff Miller einen schönen Satz den ich teile; ich bin da eher gelassen:

The yield curve reflects the Fed on the short end and inflation expectations on the long end. The two are related of course. Ten-year rates rising above 3% do not represent a problem for stocks.

Ereignis der Woche

Das Ereignis der Woche ist die FED am Mittwoch. Es erwartet zwar kaum jemand eine weitere Zinserhöhung direkt nach der im März, aber die Unsicherheit ist im Markt ja mit Händen zu greifen und insofern können wir von erheblicher Volatilität rund um das Meeting ausgehen.

Auch an Wirtschaftsdaten ist die Woche knackevoll, es ist eine der geschäftigsten Wochen des Jahres. Wir haben nicht nur die FED, Verbraucherpreise, Einkaufsmanager und diverses aus China, wir haben zu allem Überfluß auch noch die Arbeitsmarktdaten am Freitag!

Chance und Risiko der Woche

Chance und Risiko der Woche liegen im S&P500 begründet.

Die Bären denken, dass wir gerade eine schwachen Rebound sehen, der nun vom Ausbruch nach unten abgelöst wird.
Die Bullen denken, dass ein Markt der trotz aller Sorgen immer noch steht ein starker ist und dass die FED einen Schub nach oben auslösen wird.

Ich habe keine Ahnung wer Recht hat und werde auch nicht direktional raten. Außerdem gibt es ja noch die - keineswegs geringe - Möglichkeit, dass wir einfach weiter eiern. Ich gehe mit dem Markt, *nachdem* er direktionale Signale gesendet hat.

Index der Woche

Index der Woche ist dieses Mal für mich der DAX.

Der ist Donnerstag und Freitag wieder zur Nackenlinie hochgerobbt und hat hier nun einen bullischen *Elfmeter* liegen! Wenn diese markante Formation triggern sollte, haben wir einen "Measured Move" im Bereich der Hochs bei grob 13.500.

Abschiessen kann das vor allem die FED mit einem wieder fallenden Dollar und damit steigendem EURUSD.

Chart der Woche

Das Chart der Woche entnehme ich Urban Carmels schon oben verlinkter -> Weekly Market Summary <- zusammen mit den folgenden Worten:

Occam's razor says that the simplest explanation is usually the correct one: in this case, after a rapid, largely uncorrected rise, equities are now probably just consolidating within their uptrend. Extremes in momentum (top panel), volatility and sentiment are being reset before equities continue higher.

Sektor der Woche

Sektor der Woche ist für mich der Dauerläufer Aerospace & Defense, hier dargestellt im Branchen-ETF ITA.

Die Abverkäufe guter Zahlen von LMT, GD, NOC und RTN, die Chartstruktur mit einer potentiellen Topbildung, sichtbare Distribution im Volumen, eine angeknackste Trendlinie - all das signalisiert Gefahr und ein bedeutendes Top voraus.

Gleichzeitig gibt es fundamental keinen, wirklich gar keinen Grund, nicht von weiter steigenden Umsätzen, Aufträgen und einem sich noch steigernden Boom des Sektors auszugehen.

Wer wird recht behalten? Bedenken wir auch, dass die Signale der Markttechnik noch reine Warnsignale sind, ein echter Trendbruch ist noch *nicht* Realität, nur die Gefahr ist vorhanden und das was ich da (in schwarz) als potentielles Top zeichne, kann man auch als zulaufendes Dreieck zeichnen - hier leicht in blau sichtbar!

Ehrlich gesagt traue ich dem Sektor immer noch und sehe hier eher das bullische, zulaufende Dreieck. Aber ich wollte Ihnen auch mal die Gegensicht zeigen.

Aktie der Woche

Aktie der Woche ist für mich dieses Mal die "Ketchup-Company" Kraft Heinz (KHC), die am Mittwoch Abend Zahlen liefert und in Problemen steckt, die von einer allgemeinen Sektor-Schwäche noch verschärft werden.

Was eigentlich den Ruf eines "Witwen und Waisen-Bluechips" hatte, entpuppt sich nun immer mehr zu einem "tiefer geht immer" Fall ala General Electric (GE), in den man besser nicht hereingreift, bevor nicht eine echte Wende in Gang kommt.

Insofern sollten wir davon ausgehen, dass auch nach den Zahlen KHC weiter uninteressant ist. Wir sollten aber genau auf die Zahlen schauen, denn *wenn* da etwas in den Zahlen und insbesondere im Ausblick sein sollte, das dem Markt doch Hoffnung gibt, *dann* hat die Aktie massives Überraschungspotential und das dann wohl über Wochen! KHC ist also ein spannender Beobachtungsfall, in dem man erst *nach* einer potentiellen Überraschung tätig wird.

Ihr Hari

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Bestätigung



Stand 19:15 Uhr MEZ noch eine einordnende Meldung, letztlich sehen Sie es selber anhand der Kurse was passiert.

Gestern Abend schrieb ich:

Ganz wichtig ist jetzt, dass die massiven Abwärtstage aufhören. Das ist wirklich ganz wichtig, um Vertrauen zu schaffen, dass das heute nicht nur ein volatiles Hin- und Her war. Wenn es Morgen wieder massiv runter geht, wird das viele Bullen extrem frusten, die dann aufgeben. Darin liegt auch ein Risiko und eine Chance für die Bären, wenn die Morgen sofort pressen.

Das Beste was nun passieren kann ist ein ruhiger Seitwärtstag am morgigen Donnerstag und dann ein positiver Wochenausklang nach den Arbeitsmarktdaten am Freitag. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit auf den Boden weiter.

Die Gefahr ist also keineswegs vorbei, aber die Chance dass der Boden drin ist, ist plötzlich ganz real geworden. Das ist doch mal ein großer Schritt, hoffentlich nicht auf den Abgrund zu. 😉

Nun was wir heute an bullischem "Follow-Through" gesehen haben, ist besser als "das Beste", es ist eine klare Bestätigung: Der Boden ist erst einmal drin.

Das heisst nicht, dass wir nicht auch wieder wegbröseln werden und schwache Tage erleben werden, es wäre sensationell wenn wir jetzt wie ein Messer durch Butter durch diese markante Widerstandszone ab 2.700 im SP500 ziehen würden. Ich rechne nicht damit.

Und es wäre völlig normal, wenn es Morgen im Zuge der US Arbeitsmarktdaten auch wieder zu so einem Swing kommen würde, wie in Lila eingezeichnet:

Auch der DAX ist nun an einem Punkt, wo eine kleine Pause kein Wunder wäre:

Und klar, auch jetzt kann das noch eine Bullenfalle sein, solange der SP500 nicht durch diese Widerstandszone zíeht, steht das als Risiko weiter eindeutig im Raum.

Trotzdem, mit dem heutigen, bestätigenden Tag, ist die Wahrscheinlichkeit noch höher geworden, dass der Boden in den US Indizes drin ist - gehen wir also von nun an als Arbeitshypothese mal davon aus.

Übrigens, ich möchte Ihnen an dieser Stelle auch mal wieder einen Einblick in die (für mich) jämmerlichen Gedankenstrukturen so einiger Bären geben. Schauen Sie mal -> hier herein und in den Tweet, der da referenziert wird <-.

Der Tenor steht hier:

If anyone still believes the govt doesn’t manipulate markets this week was exhibit one.

Tape was rolling over Tues when the WH ‘defended’ $AMZN and Kudlow walked back tariffs yesterday near the 200-day.

Ah OK, wenn die Dinge nicht so laufen wie man möchte, ist "Manipulation" schuld. Die Worte von Kudlow waren nun also "Government Intervention" - also Manipulation - was für ein Schwachfug!

Wenn Trump den Markt runtertweetet, ist das natürlich keine Manipulation, das ist ja die Richtung die man möchte. Lachhaft ist das und klassisches Verschwörungsdenken, um das eigene Ego zu schützen. Weil man selber kann ja den Markt nicht falsch gesehen haben, das muss dann "Manipulation" sein.

Schauen Sie genau hin und schauen Sie auch, wer so etwas "liked". Man kann diesen Leuten folgen um zu schauen wie Sie ticken, ich tue das zum Beispiel bei einigen, denn es ist wichtig diese Gedankenstrukturen zu verstehen, denn sie sind Teil des Marktes. Aber auf keinen Fall - *auf gar keinen Fall* - dürfen Sie ernst nehmen, was solche Leute mit "starker Meinung" schreiben, wenn Ihnen Ihr Depot lieb ist.

Und das hat rein gar nichts mit Bullen oder Bären zu tun, mal haben die einen Recht und mal die anderen - das hat nur mit Menschen zu tun, die sich die Wirklichkeit schön rednen, statt dem zu folgen, was auf dem Platz passiert.

Denn nein, der Markt ("the tape") war nicht "rolling over", weder gestern noch Dienstag. Wir hatten gestern massive Schwäche in den Futures, die aber sofort zur US Eröffnung gekauft wurde, das war die Realität auf dem Platz, alles andere ist Wunschdenken.

Und nein, der Markt war nicht übermässig schwach, er hat auch am Dienstag letztlich die 200-Tage-Linie verteidigt. Der Markt war angeschlagen, er "hätte" KO gehen können, das stimmt. Er hat sich aber seit Anfang der Woche geweigert KO zu gehen und ist wie ein Boxer nun gestern wieder zurück gekommen.

Deal with it! Das ist alles was mir als Rat für so Leute einfällt. So lange die sich die Wirklichkeit aber schön rednen, wird das nichts mit dem Erfolg.

Und erneut, das hat nichts mit Bären perse zu tun, bei Bullen gibt es solche Leute auch, nur ist es hier so schön sichtbar. Es gibt kluge Bären und dumme Bären und es gibt kluge Bullen und dumme Bullen. Vor allem gibt es aber nur eine Sorte Trader, die ernst zu nehmen sind. Und das sind die, die dem Markt folgen und nicht die, die dem Markt ihre Meinung aufzwingen wollen.

Also nehmen Sie solche Theorien nicht ernst. Jeden Tag werden auf den Markt unzählige sprachliche Schneebälle geworfen, mal tweetet jemand den Markt runter und mal interviewt ein Notenbanker den Markt wieder hoch. Das ist alles ganz normal und gehört dazu, wenn man das "Manipulation" nennen will, ist der ganze Markt manipuliert, denn er besteht natürlich aus Worten, die Erwartungen vermitteln, auch Analysten haben eine Meinung zu Amazon, nicht nur der Pubertist im Weißen Haus.

Wie der Markt auf diese Katalysatoren reagiert, hat mit dem Zustand des Marktes zu tun. Gestern war er, wie schon seit Ende letzter Woche, für einen Rebound reif. Also löste Kudlows Schneeball eine Lawine aus, an einem anderen Tag wäre er im Schnee vielleicht einfach versackt. So einfach ist das.

Tja, aber genau wegen solcher Leute, hat so ein Rebound dann Beine wie heute. Da gibt es nämlich die Bären die den Markt bekämpfen und damit die Stimmung weiter skeptisch halten. Und da gibt es aktuell jede Menge unterinvestierte Bullen, die nun jeden Dip nutzen wollen, um ihren Cashbestand abzubauen. Und weil das so ist, schiebt der Markt erst einmal weiter hoch.

Schauen wir doch mal auf uns selber. Viele von uns haben doch jetzt auch freien Cash, warum soll es bei anderen im Markt anders sein? Mit jedem Tag, an dem der Markt nun nicht sofort wieder zusammenbricht, steigt der Druck den Cash an die Arbeit zu bringen. Und das befeuert die Rally. Und die Permanbären helfen mit, in dem sie mit ihrem Gebrabbel die Stimmung unten halten und so steigt der Markt die Wall of Worry.

Wenn die Bären das jetzt abwürgen wollen, brauchen sie Morgen wieder unbedingt einen üblen Tag. Undenkbar ist das nicht, vielleicht hilft Trump mit einigen Tweets ja mit - das ist dann natürlich keine "Manipulation". 😉

In meinen Augen liegt der Druck jetzt auf den Bären, die müssen den Markt morgen wieder kippen, damit sich kein Vertrauen aufbaut. Denn wenn sich das Vertrauen aufbaut, rollt nächste Woche dann das institutionelle Geld rein und wir gehen durch die 2.700er Zone durch.

Also ....

Die Chancen für den Boden sind weiter gestiegen. Jetzt, wo der erste Schub langsam ausläuft, haben die Bären noch eine Chance, vor allem zu den US Arbeitsmarktdaten morgen. Werden sie diese nutzen?

Kann sein, nicht ausgeschlossen, ich weiss nicht, was für Überraschungen morgen kommen und was Trump wieder tweetet. Aber wenn man ähnliche, vergangene Situationen der letzten Jahre zum Maßstab macht, dann eher nicht. Meine "Lehrbücher zur Markttechnik" musste ich heute ja auch nicht aus dem Fenster werfen, die Grundtendenz war richtig. 😉

Ich werde jetzt endlich mal Ferien machen.

Wenn der Markt jetzt also nicht sofort wieder einbricht und wir nicht doch gerade eine ganz üble Bullenfalle vor uns haben - wie gesagt möglich, aber in meinen Augen nicht mehr sehr wahrscheinlich - dann war das mein letzter Beitrag diese Woche im "Ferienmodus". Es ist sowieso schon wieder zu viel geworden für "Ferien", dem Markt sei Dank.

Auf jeden Fall lesen wir uns am Sonntag zum Wochenausblick. Ansonsten hören Sie von mir hier als Artikel nur noch, wenn es "Katzen hagelt". Im Forum werde ich aber immer mal wieder reinschauen.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

PS: Übersehen Sie mir die Einladung zur Mr-Market Bergwanderung nicht. Hier ist sie: -> Mr-Market Bergwanderung <-

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Die neue Sau durchs Dorf



Wie versprochen, eine kurze, einordnende Meldung meinerseits aus dem Ferienmodus.

Gestern hatten wir einen sogenannten -> Inside Day <- im SP500, also einen Tag, der in den Begrenzungen des Vortages bleibt. Ein "Inside Day" stellt eine zögerliche, unsichere Beruhigung dar, bietet keinen klaren direktionalen Edge, darf aber nach dem Absturz als Zeichen der Beruhigung und daher als latent positiv gewertet werden.

Damit hat sich an der Ausgangslage von gestern nichts geändert, nur dass die Entscheidung über den folgenden Pfad nun heute wohl um 14:30 Uhr ansteht.

Um 14:30 Uhr kommen heute in den US Einzelhandelsumsätze, aber vor allem auch die Verbraucherpreise, sprich ein wichtiger Inflationsindikator. Das Inflationsthema hat den Markt in den letzten Monaten herzlich wenig interessiert, jetzt wird es plötzlich virulent, ebenso wie der Anstieg der Anleihenrenditen, die bei den 10-jährigen nun bald 3% erreichen:

In meinen Augen wird das Thema aktuell hochgespielt, es ist die neue Sau, die die Bären durchs Dorf der Ängste zu treiben versuchen, nachdem alle anderen Säue keinen Erfolg brachten. Vor irgend etwas muss sich der Markt ja auch fürchten, nachdem nun auch eine Korrektur durchgelaufen ist und das Argument der Überhitzung damit zerschlagen wurde.

Ich sehe das Thema eher gelassen. Denn:

Erstens, sind steigende Zinsen - zumal noch weiter unter 4% - historisch für die Aktienmärkte kein Anlass zum Crash. Sie wirken dämpfend, das stimmt, weil halt die Renditen bei Zinsanlagen im Wettbewerb mit Dividenden-Aktien als Anleihen-Ersatz stehen. Diesen Effekt kann man in den letzten Wochen auch bei den reinen Dividenden-Aktien beoabachten, die relative Schwäche zum Markt zeigen, während Aktien mit Growth-Potential teilweise schon wieder fast auf die alten Kurse hochgeschnappt sind. Aber das ist nur ein inkrementeller, dämpfender Effekt, nicht mehr.

Zweitens, stelle ich die Theorie in Abrede, dass die Korrektur im Wesentlichen mit Zinsangst zu tun hatte, ich halte nach wie vor technische Gründe im Markt selber für den Auslöser wie beschrieben. Und wenn wir hier doch noch in eine 20% Korrektur wegkippen, was nach wie vor sein kann, wird nicht die Angst vor dem großen, bösen Zinsanstieg das auslösen, sondern interne Marktverwerfungen.

Drittens, bezweifele ich sowieso, dass wir wieder Renditen von 4% oder mehr bei den US-T-Bonds sehen. Die FED ist weiter die Alte, weil Powell in der Politik Yellen sehr nahe ist. Der Konjunkturzyklus wird schon bald wieder eine Delle produzieren, worauf die FED ihren gewonnenen Spielraum wieder nach unten nutzen wird. Und die massiven, die Schulden erhöhenden Ausgaben-Programme der US Administration, wirken zwar kurzfristig Renditen-Steigernd, weil mehr Angebot am Anleihenmarkt geschaffen wird, das um abgenommen zu werden, zinstechnisch etwas bieten muss. Mittelfristig wirkt das aber gegenläufig, der US Staat kann dann immer weniger hohe Zinsen ertragen und das wird Druck auf die FED machen die Zinsen unten zu halten, die bei aller Unabhängigkeit am Ende eben doch eine halbstaatliche Institution ist.

Alles in allem mache ich mir also keine großen strategischen Sorgen um den US Zinsanstieg- im Gegenteil ich beneide die Amerikaner, bei denen die FED einen akzeptablen Job gemacht hat und den aktuellen Konjunkturboom tatsächlich nutzt, um sich wieder zinspolitischen Spielraum für die nächste Abwärtswelle zu verschaffen.

Ganz anders und um so jämmerlicher Europa und die EZB. Was macht die EZB denn eigentlich, wenn der leichte Konjunkturschub in den Südländern bald schon wieder versandet? Bekommen wird dann 3% Minuszinsen als "Lösung"? Kommt eigentlich niemand auf die Idee, dass gerade die Niedrigzinsen einen Boom verhindern, weil sie die in der Marktwirtschaft notwendige Bereinigung verhindern und Zombie-Firmen am Leben lassen, die schon längst von einem freien Markt aussortiert worden wären? Selbst ein Gärtner weiss doch, dass man um jungen Trieben Licht und Raum zu schaffen, das alte kranke Gehölz mal ausrupfen und schneiden muss.

Aber wie auch immer, strategisch macht mir das Thema aktuell keine Sorgen, trotzdem hat der Markt beschlossen, die Inflationsdaten und die damit verbundenen Implikationen auf die Anleihen-Renditen zum großen Thema zu machen.

Und da nun sowieso diese Entscheidung über die drei Pfade ansteht, dürften die Daten um 14:30 Uhr dafür als Katalysator dienen. Die Logik dabei dürfte sein: Schwache Inflationsdaten = Markt steigt. Zu starke Inflationsdaten = Markt fällt. Hier stehen wir nun im am Sonntag gezeichneten Szenario:

Ich kann Ihnen nicht sagen wie das ausgeht, ich sehe hier keinerlei Edge, den ich anbieten könnte.

Nach alten Logiken, bevor die Algos die Macht übernahmen, würde ich hier nun eher auf einen Retest der Tiefs, also auf Szenario 2 setzen. Denn das ist das typische, emotionale Muster, dass wichtige Tiefs noch einmal getestet werden. In der neuen Welt aber, sind "V"-Reversals normal geworden und auch die Korrektur war in Schnelligkeit und Härte nicht "normal", sondern Teil der "neuen Anlagewelt".

Insofern habe ich hier keinen Edge zum Ablauf zu bieten und kann nur raten, ab 14:30 Uhr genau hinzuschauen und die Reaktion des Marktes entsprechend einzuordnen. Bedenken Sie dabei auch, dass der Markt nach wie vor in der ersten Handelsstunde gerne eine Pirouette zeigt und sich die wahre Richtung erst danach offenbart.

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Die Bringschuld der Teddybären und was das mit Smaug zu tun hat



Guten Morgen!

Der gestrige Tag hat an der Wallstreet dann doch wieder den bekannten und beliebten BTFD Rebound gebracht, die Bären sind nach wie vor einfach nicht in der Lage, aus einer guten Chance etwas zu machen.

Im Intraday Chart des SP500 sehen wir wunderbar den gestrigen Ablauf, der zu einer Wendeformation geführt hat:

Grosse Panik des Marktes sieht erst einmal anders aus. Wenn wir dieses Bild auf Stundenkerzen expandieren, erkennen wir unschwer das BTFD-Muster, das der Markt da zeigt:

Gap-Down bzw Einbruch, Reversal noch am selben Tag, dann neue Hochs. So sieht das Muster aus, wird es dieses Mal anders sein?

Natürlich "kann" es anders sein, niemand weiss das, aber wir tun einfach gut daran, vom Muster auszugehen, bis uns das Gegenteil bewiesen wurde.

An dieser Stelle wirkt auch ein psychologisches Problem auf uns, dem wir nur durch Reflektion begegnen können. Wenn Sie mich jetzt fragen, was ich mit meinen 30 Jahren Markterfahrung dazu sagen würde, würde ich Ihnen wie aus der Pistole sagen: "das wars noch nicht", das ist der Beginn einer willkommenen 3-5% Korrektur. Da haben Sie mein Urteil. 🙂

Denn zu viele Parameter deuten darauf hin. Nur - und hier kommt die Reflexion ins Spiel - in diesem Jahr habe ich das schon mehrfach gedacht und der Markt hat trotzdem wieder nach oben gezogen. "This time is different" war bei diesem Thema in 2017 tatsächliche eine wahre Aussage, so gefährlich dieser Satz auch ist.

Wenn ich also reflektiere muss ich erkennen, dass meine sehr bestimmte Wahrnehmung im Sinne "das wars noch nicht" einfach auf den in 30 Jahren eingefahrenen Mustern und Erfahrungen beruht. Gleichzeitig funktioniert das Börsenjahr 2017 aber anders. Und wenn ich mir das bewusst mache, dann schiesse ich schon nicht mehr so schnell mit der 3-5% Korrektur, akzeptiere dass das Muster von gestern immer wieder zu neuen Hochs geführt hat und sage eher im bayrischen Sinne "schaun mer mal".

Ich spreche oft über Demut dem Markt über, genau diese Haltung ist sie. Ich will dem Markt nichts beweisen und ihm auch nicht meine Meinung aufzwingen. Ich erkenne ganz trocken, dass das aktuelle Muster anders funktioniert und berücksichtige das bei meiner Einschätzung.

Und aus rechthaberischen Grabenkämpfen, ob das nun dauerhaft so sein wird oder nur eine temporäre Verzerrung des Marktes ist, halte ich mich völlig heraus, damit sollen andere ihre Zeit vergeuden. Womit wir wieder bei denen sind, die über den Markt schreiben gegenüber denen, die in ihm handeln. 😉

Mir genügt es zu wissen, dass der Markt im Hier und Jetzt so funktioniert und daran orientiere ich mich im Sinne der Trendfolge. Und weil das so ist, müssen mir erst mal die Bären etwas beweisen. Ich wäre ja glücklich sie könnten es, eine 5% Korrektur wäre genau jetzt wunderbar und perfekt. Alleine darauf wetten werde ich nicht, ihr Bären zeigt erstmal ob ihr mehr als Teddybären seid, ihr habt nun eine Bringschuld.

So .... nach dieser Einordnung im Sinne schaun mer mal, will ich jetzt doch aber ein paar Dinge zeigen, die zumindest zu denken geben sollten und auch die Risiken ein wenig aufzeigen, die wir haben.

Denn wenn wir uns mal fragen, wo hier der Auslöser war, dann hat Japan und eine Enttäuschung über die Bank of Japan daran sicher mitgewirkt. Es gab auch andere Faktoren wie die Diskussion um die US Steuerreform, aber mitgewirkt hat Japan. Nun schauen wir mal auf den Nikkei:

Diese Kerze von gestern sollte einem schon ein nachdenkliches "Hmmm" heraus quetschen, das sieht sehr fragwürdig aus. Im Chart mit Wochenkerzen wird es klarer:

Das riecht danach, als ob die 21.000 noch einmal kommen, das wären 10% Minus. Ein dickes "Hmmm". Und ich habe noch etwas Nachdenkliches.

Sie erinnern sich vielleicht an den -> Junk Indikator <-, bei dem es um die hochverzinsten Anleihen wackeliger Unternehmen geht - "Müll" eben.

Dieser hat seine eigenen Defizite, denn die Kurse werden natürlich auch durch die Notenbanken verzerrt, insofern kann man die Kurse nicht so recht mit denen vor 2008 vergleichen. Aber trotzdem, dieses Chart mit seinem hohen Abwärtsvolumen löst zumindest ein deutliches "Hmmm" bei mir aus:

Tja und dann kommt die langfristige Sicht und da denke ich nur noch "Hmmm, Hmmm":

Am Ende des letzten grossen "Rounded Tops" stand die 2016er Korrektur zum Jahresanfang. Hmmm, Hmmm.

Was will ich Ihnen damit sagen?

Etwas Wichtiges. Und etwas schwer Umzusetzendes. Wir müssen beides tun. Wir müssen den Bullen und diesem Markt weiter das Vertrauen schenken. Die Bären haben dieses Vertrauen derzeit nicht verdient, die müssen erst einmal liefern.

Wir müssen aber gleichzeitig ein waches Aufgabe auf die Entwicklungen haben und dürfen uns nicht zu sehr und zu wohlgefällig in Sicherheit wiegen. Denn einige Dinge in diesem Markt, sehen ziemlich wackelig und merkwürdig aus.

Der Eindruck eines schlafenden Drachen drängst sich auf, ich hatte Smaugs Auge Anfang 2017 schon einmal, da hat es sich dann doch nicht realisiert und dieses verrückte, korrekturlose Börsenjahr begann.

Hier ist es aber wieder, machen Sie bitte den Ton laut an, damit Sie wissen was dieser Markt wirklich ist und warum wir wachsam sein müssen. Denn Drachen können lange, lange schlafen. Dann aber geht das Auge auf:

Mehr will ich heute früh gar nicht zeigen und auch nichts zu Einzelaktien sagen. Wir müssen diesen Markt erfassen, ein Goldschatz der uns zum Jahresende noch schöne Gewinne generieren kann. Darunter liegt aber ein Drache und atmet rasselnd, bleiben wir also demütig und schauen ob diese Korrektur sich nun doch fortsetzt.

Es wäre zu wünschen, es braucht ein frisches Unwetter mit Regen, um die drückende Schwüle eines heissen Sommertags zu vertreiben. Der nächste Morgen nach so einem Sommergewitter ist oft wunderschön. Und das ist die Chance, die wir nun idealerweise haben.

Ihr Hari

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BTFD Reloaded



Guten Morgen!

James DePorre hat das Börsen-Geschehen gestern -> hier <- auf den Punkt gebracht:

Days like today are why the bears have suffered so much derision for so long. Conditions were very good for some downside in the indices. The indices were in precarious position, there are few positive catalysts, seasonality is poor and we had the crazy man in North Korea launching missiles. What more do you need for the indices to crack?

Apparently, the answer is that if you want downside, you better have the computer programs working for you. Rather than embrace the downside, there was rip-roaring "buy the dip" action. The indices trended straight up all day with the lows coming right at the open. There was a little pause at the close, but breadth was positive and there was no indication at all that the market was worried about the long list of negatives.

Ich habe es auch schon gestern via Tweet gesagt, da war er wieder der BTFD-Trade in seiner ganzen Pracht.

Und mit ihm kommen nun Reversal-Chancen in EURUSD und im DAX wie folgt:

Ganz grundsätzlich gilt auch, dass ein Markt der nahe der Höchststände all diese Sorgen mit nur minimalen Verlust verdaut - vom Atomkrieg bis zum Government Shutdown in den US - ganz grundsätzlich ein starker Markt ist.

Die Bären hatten vor 24 Stunden mal wieder das ideale Setup und was konnten sie erneut daraus machen? Nichts. Diese Botschaft des Marktes dürfen wir nicht vergessen.

Fazit:

Wir haben in den restlichen Tagen der Woche nun Chancen auf Long Dollar, Long DAX und damit verbunden einen Rückfall von Gold & Co. Auch die US Indizes sehen so schlecht nicht aus.

Darüber hinaus sind aber aus dem gestrigen Geschehen keine Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Lage des Marktes ist unverändert und immer noch rechne ich eher mit einer finalen Korrektur die im September/Oktober noch vor uns liegt, als dass es nun einfach hoch geht.

Aber das muss uns nun nicht interessieren, wir nehmen den Markt Schritt für Schritt, Tag für Tag. Jetzt schauen wir einfach mal nach oben und dann sehen wir schon!

Ihr Hari

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To V or not to V



Guten Morgen!

Sie sehen, selbst aus dem Urlaub konnte ich am Sonntag erkennen, dass wir am Anfang der Woche eine gute Chance für einen Rebound haben. Ich habe es mit einem Tweet am Sonntag indiziert und in der Lageampel von Sonntag Nacht steht es auch.

Nun ist der Rebound mit voller Macht da, gestern war die Marktbreite einfach ausgezeichnet, die Finviz-Market-Map legt davon Kunde ab:

Der ganze Charakter der Bewegung spricht recht klar für eine Wiederholung des V-Rebounds, den wir schon so oft gesehen haben und der sich im SP500 gerne an der 50-Tage-Linie in Bewegung setzt:

Wir sehen die klare Parallelität zum massiven Rebound Mitte Mai, als der Markt nach einem scharfen Einbruch gestiegen ist, als ob es kein Morgen mehr geben würde.

Wir sehen aber auch (in Rot) die Kerze vom Dienstag letzter Woche, die mir nicht gefällt - ein markantes Intraday-Reversal an den Hochs.

Und wir sehen (im Schwarz) die Trendlinie, die ich mal die "To V or not to V"-Trendlinie genannt habe. Denn wenn diese Korrektur weiter geht, müsste der Markt ..

.. genau hier und heute am "Turnaround Tuesday" wieder nach unten drehen!

Ein Blick auf NASDAQ, DAX und MDAX offenbart wenig überraschend eine ähnliche Situation. Der Rebound ist markant, er hat aber die Gefahr einer grösseren Korrektur noch *nicht* gebannt, diese Frage wird eher heute beantwortet:

Ziemliche klare Charts sind das. Und nun wollen Sie natürlich wissen, wie ich das trotz getrübtem Ferienauge einschätze?

Nun am Sonntag war ich für den Anfang der Woche recht klar und so ist es ja auch gekommen. Heute kann ich Ihnen nur sagen, dass der heutige, potentielle "Turnaround Tuesday" grosse Bedeutung hat.

Ziehe ich meine ganze Erfahrung zu Rate, ruft die laut: "Das wars noch nicht!". ich sehe im SP500 Strukturen, die sich eine grössere Korrektur geradezu zurecht legen.

Schon oft habe ich gesagt, dass ein Markt nach neuen Hochs nicht sofort zusammenbricht, es kommt immer mindestens ein Versuch die Hochs wieder zu erreichen. Es kann gut sein, dass wir genau in diesem Versuch sind, heute Abend sind wir vielleicht klüger.

Schaue ich aber ganz hart auf die Price-Action und vergleiche mit dem Geschehen der letzten Monate muss ich sagen: "Hier sind wieder alle Ingredienzien eines Algo-getriebenen "V"-Rebounds" - wie so viele Male zuletzt.

Zwischen diesen beiden Polen müssen wir navigieren. Die Erfahrung flüstert ein "das wars noch nicht" ein. Die Price-Action sieht bisher nach sauberem "V" aus.

Deshalb ist heute so wichtig. Wenn die Bären diesen Markt mal nach unten zwingen wollen, müssen sie *jetzt* einschreiten. *Jetzt*.

Werden Sie das tun? Wenn man sich an ihren Fähigkeiten seit November 2016 orientiert, muss man klar sagen: Nein. Das sind nur noch "Teddybären", aber wir werden sehen. 😉

Wenn Sie nun noch wissen wollen was ich tue, kann ich klar sagen, gar nichts - ich habe Ferien und das ist gut so! Ich bin weiter in meiner "hedged" Sommeraufstellung. Und ich traue dem Braten noch nicht.

Ihr Hari

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