Comdirect Finanzblog Award 2013 und Wirtschaftswoche Kolumne

Guten Morgen liebe Mr-Market Gemeinde.

Ein langer, spannender und anstrengender Tag ist gestern gegen Mitternacht zu Ende gegangen. Am Ende wurde es im Flieger dann noch einmal spannend, der kurz vor München so nahe an einer Unwetterzone vorbei flog, dass es ein paar Absacker und Luftlöcher mit den unvermeidlichen "Ahhhs" der Passagiere gab. Aber alles ist gut gegangen und auch das Aquaplaning rund um Eching konnte mich dann nicht mehr aufhalten, irgendwann müde mein Heim und Bett zu erreichen.

Das Wichtigste zuerst und Sie als meine Leser waren ja gestern via Twitter schneller als die Polizei erlaubt:
Mr-Market hat den 2. Preis beim Comdirect Finanzblog Award 2013 gewonnen !

Ich freue mich darüber und betrachte es als Auszeichnung für intensive Arbeit in den letzten knapp 1,5 Jahren. Besonders freue ich mich, weil hier eine qualifizierte Jury sich Mühe gegeben hat, die Blogs heraus zu filtern, die höheren Ansprüchen genügen. Insofern betrachte ich diesen Preis als wirkliche Auszeichnung.

Die Frage des Platzes ist dabei völlig nebensächlich und ich als Zweiter in der Reihe darf das hoffentlich sagen, ohne dass man mir dabei eine versteckte Agenda unterstellt. Denn wenn Sie sich mit den anderen preisgekrönten Blogs befassen, werden sie schnell feststellen, dass diese alle ihre ganz eigenen Schwerpunkte haben und deswegen auch schwerlich miteinander zu vergleichen sind. Es ist in meinen Augen ein bisschen wie beim Obst: Äpfel und Birnen sind beides schöne Früchte - aber die Frage ob Äpfel nun schöner als Birnen sind, ist eigentlich nicht zu beantworten.

Insofern gratuliere ich meinen vier Kollegen herzlich zu ihren verdienten Preisen, die in meinen Augen alle Ausdruck der Wertschätzung für engagierte und qualitativ hochwertige journalistische Arbeit sind.

Hier unter -> re:publica Finanzblogger 2013 <- finden Sie ein Bild und die Links zu den prämierten Blogs. Schauen Sie auch mal bei den Kollegen rein !

Danken möchte ich an dieser Stelle der Comdirect, die durch diese Auszeichnung mithilft, Finanzblogs bekannter zu machen. Dieses Engagement sollte man nicht kleinreden, denn andere Banken könnten es ja auch tun. Tun sie aber nicht - insofern Hut ab vor der Comdirect !

Die Möglichkeit in der Öffentlichkeit bekannter zu werden, ist auch für mich der eigentliche Wert dieser Veranstaltung. Sie bietet eine für Blogger ansonsten nur schwer erreichbare öffentliche Plattform und damit die Chance, noch mehr Leser für die vielen lesenswerten Finanzblogs zu begeistern. Und wie nötig das im (zum Thema Finanzmärkte) Entwicklungsland Deutschland ist, konnte man gestern auch wieder an einigen Twitter Tweets sehen, die mich im Saal irgendwo zwischen Lachen und Weinen zurück gelassen haben.

Eine eher lustige Situation will ich Ihnen auch nicht vorenthalten. Bei der Vorstellung meines Blogs verhaspelte sich die Moderation mit den Namen und rief mich als "Benjamin Graham" auf die Bühne - da der Name in der Laudatio erwähnt wurde. Das war natürlich eine Ehre und ein Ball den ich gerne aufgenommen habe. 😉 Und Sie wissen ja von mir, dass es andere Namen sogenannter "Gurus" gibt, bei denen ich bei einer Verwechslung nicht so wohlwollend reagiert hätte. 😉 Aber Benjamin Graham ist für jeden eine Zier.

Rund um die Veranstaltung konnte ich diverse interessante und spannende Gespräche führen. Ich will von diesen hier gar nicht im Detail berichten, denn wenn ich nun das eine erwähne, liegt darin die Gefahr andere Personen ungewollt zu vergessen. Einen Namen möchte ich aber herausheben, weil ich mich besonders über ein längeres Gespräch gefreut habe. Und das war Joachim Goldberg (-> Blognition <-, Cognitrend). Sie wissen ja, wie sehr ich auf der Seite der "Behavioral Finance" stehe und wie ich mich immer über ökonomische Modelle mokiere, die den entscheidenden Faktor der menschlichen Psychologie völlig unterschlagen, so als ob die Marktteilnehmer alle Roboter wären. Joachim Goldberg ist einer der namhaftesten Vertreter dieses Themas im deutsprachigen Raum und es war mir deshalb eine besondere Freude ihn kennen zu lernen.

Mit Franziska Bluhm, der Chefredakteurin von Wirtschaftswoche Online, habe ich vereinbart, dass ich in Kürze eine eigene Kolumne in -> Wirtschaftswoche Online <- beginne, für die ich dann voraussichtlich in lockerer Folge alle paar Wochen schreibe. Sie als treue Leser dieses Blogs werden dort aber zunächst nur schon Bekanntes vorfinden, denn natürlich muss man dem breiteren Publikum erst einmal erklären, worum es hier auf Mr-Market überhaupt geht.

So weit so kurz zu den Geschehnissen des gestrigen Tages. Ich muss nun heute erst einmal in den Tag finden und in meinen Systemen den gestrigen Handelstag aufarbeiten. Es ist immer wieder erstaunlich, welchen Backlog so ein Tag fern von den Börsen bei mir verursacht. Das ist halt der Preis, wenn man nicht "frei Schnauze" aus einem momentanen Gefühl heraus agiert, sondern mit wohl definierter Methodik und System.

Wobei eigentlich könnte ich öfter weg bleiben, wenn es so läuft wie gestern. Sie wissen ja, dass es hier im Blog drei spannende Hightech-Aktien gibt, über die ich immer wieder schreibe, die ich intensiv verfolge und in denen ich - mal mehr mal weniger - auch mit eigenem Geld unterwegs bin. Das sind:
- iRobot (WKN: A0F5CC) mit gestern plus 3,25%
- 3D Systems (WKN: 888346) mit gestern plus 8,25%
- Tesla Motors (WKN: A1CX3T) mit gestern plus 9,07%
jeweils bezogen auf die Schlusskurse der Wallstreet.

Es gibt wahrlich schlechtere Tage im Depot, Sie sollten mich also bald mal wieder in einen Flieger setzen. 😉

So - nun frisch ans Tagwerk - wir sprechen uns spätestens Morgen zu anderen Themen wieder.

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

DAX – Warum eine Hausse in der Euphorie und nicht in der Skepsis stirbt – 15.03.13

Vor dem Wochenende, möchte ich ein paar kurze Beobachtungen zum DAX mit Ihnen teilen.

Sie wissen ja - und wir haben das hier auf Mr-Market.de mehrfach eindrucksvoll erleben können - wie gerne der Markt genau den Weg geht, mit dem die wenigsten rechnen. Was dann gleichbedeutend mit dem Weg des maximalen Schmerzes ist, denn auf dem Weg mit dem niemand rechnet, ist zwangsläufig auch niemand positioniert. Diese Logik ist zwingend, da nur kaufen kann, wer noch nicht gekauft hat und nur verkaufen kann, wer schon gekauft hat. Einer der Gründe übrigens, warum dieser fiese Mr. Market einen unbedarften und "normal" denkenden Menschen so zuverlässig und gerne auf dem falschen Fuss erwischt. Und zwar gerade den gebildeten, logisch denkenden Menschen in Berufen, in denen es auf Ratio und Präzision ankommt. Man könnte manchmal meinen, der fiese Mr. Market steht hinter einem und liest die Gedanken, nur um dann genau das Gegenteil zu machen.

Nun, ich kann Ihnen sagen, womit die meisten im Moment rechnen: damit, dass der Markt nach Erreichen der Höchststände zur Korrektur ansetzt. Befragen Sie doch mal selber ihren Bauch und seien sie ehrlich zu sich.

Zu eingeprägt ist in der kollektiven Erinnerung, was 2000 und 2007 passierte, nach dem der DAX über 8000 sprang. Und deshalb erscheinen schon vorauseilend im Handelsblatt warnende Artikel wie -> dieser <-, in dem mal wieder der gute Roubini als Testimonial herhalten muss. Genau dieser Roubini, der heute schon verkündet, wie das zweite Halbjahr 2013 wird. Und Sie wissen ja was von Menschen zu halten ist, die so tun, als ob sie mit einer Glaskugel gesegnet wären. Mal haben sie recht und mal nicht. Ein Dartpfeil hat aber auch immer wieder Recht. Das Spiel beruht darauf, dass die Menschen die Fehleistungen schnell vergessen und die Treffer hinterher hochgejubelt werden. Die reale Peformance der "Weissagungen" des Herrn Roubini in den letzten Jahren ist äusserst dürftig. Rein statistisch darf der Dartpfeil nun auch mal wieder treffen. 😉

Die Motivation solcher Artikel wie im Handelsblatt ist, dieses Mal klüger zu sein und aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Wir sind doch alle "Contrarians" - zumindest bilden wir es uns ein. Nur so funktioniert der fiese Mr. Market halt nicht. Und wer glaubt nun klüger zu sein als 2000 und 2007, merkt nicht, dass er doch wieder nur in der Masse mitläuft und nichts weiter als den gedanklichen Mainstream vertritt. Nur das, was die Marktteilnehmer erwarten, macht Mr. Market halt höchst selten, eben weil die Markteilnehmer so schon positioniert sind. Das ist die verflixte Selbstbezüglichkeit - oder auch Reflexivität - der Märkte, auf der ich hier immer herum reite.

Und ich betone hier ja immer wie eine Gebetsmühle, dass wir dem Markt folgen sollten. Und nun frage ich Sie: zeigt der Markt objektiv irgendwelche Brüche ? Gibt es einen einzigen Indikator, der nun eine Topbildung zwingend indiziert ? Nein - gibt es nicht, zumindest ich sehe keinen. Und trotzdem haben wir - auch ich - dieses nagende Gefühl in der Magengrube, dass es doch jetzt mal bald drehen dürfte. Und dieses Gefühl verhindert, dass wir die Rally mit vollem Risiko mitnehmen.

So ... und nachdem ich Ihnen oben gesagt habe, womit die Mehrheit rechnet, will ich Ihnen nun auch mitteilen, was fast keiner auf der Rechnung hat: Das wir einfach weiter hoch laufen und schon dieses Jahr die 9000 und mehr im DAX sehen.

Im Sentiment Cycle nennt man diese Skepsis die "Wall of Worry". Märkte toppen langfristig in der Euphorie. Euphorie ist aber weit und breit nicht zu sehen. Bullenmärkte steigen aber weiter in der Skepsis. Es kann gut sein, dass wir das gerade erleben.

Jetzt hat niemand eine Glaskugel, auch ich nicht. Und klar, morgen kann einen Nachricht kommen, die den Markt zusammen brechen lässt. Aber das ist eben das weniger wahrscheinliche Szenario und mehr als Wahrscheinlichkeiten haben wir sowieso nicht. Schaue ich aber auf die Price-Action, sehe ich einen beständigen Druck nach oben, der jeden bestraft der zu früh aussteigt. Und dem zu folgen hat höhere Erfolgswahrscheinlichkeiten, als sich dem Markt entgehen zu stellen. Und wenn der Markt morgen doch nach unten wegkippen sollte, gibt es dafür Stops oder anderweitiges Risikomanagement.

Das Schlimme ist aber, die gleichen psychologischen Mechanismen, die uns nun die Angst vor einem Top einpflanzen, werden - wenn es wirklich runter gehen sollte - verhindern, dass wir konsequent die Stops exekutieren und aus dem Markt gehen. In beiden Fällen wollen wir instinktiv klüger als der Markt sein. Wir sind ja schliesslich alle Contrarians. 😉 Das traurige Ergebnis dieser automatischen Reflexe, ist in den Depots dann zu beobachten.

Übrigens, auch -> Cognitrend <- bestätigt diese Woche wieder erneut, wie weit wir noch von echter Euphorie entfernt sind.

Es gibt aber auch einen logischen Grund, die 8000 im DAX nicht über zu bewerten. Denn diese 8000 sind eben nicht mit den 8000 aus 2007 und schon gar nicht mit denen aus 2000 zu vergleichen. Das liegt daran, dass der DAX im Gegensatz zu den meisten anderen Indizes ein Performance-Index ist. Sprich hier werden die Dividenden in den Index mit eingerechnet und kumulieren sich über die Jahre im Index. Nur sind diese Dividenden nun aber schon Vergangenheit. Und wer heute den DAX kauft, bekommt diese Dividenden auch nicht mehr, die haben andere früher vereinnahmt.

Wenn man also heute wissen will, wie viel Marktkapitalisierung und Bewertung wirklich in den DAX Unternehmen im Vergleich zu 2000 und 2007 steckt, darf man dafür nicht den Performance-Index, sondern muss analog zu S&P500 und Co. den in Deutschland kaum benutzten Kursindex nehmen.

Sie wissen, ich habe dieses Thema des Kursindex hier schon vielfach thematisiert. Da aber Dirk Elsner dazu gerade einen kleinen passenden Artikel geschrieben hat, überlasse ich gerne ihm die Darstellung: -> DAX Kursindex <-

Und nun frage ich Sie erneut: wir haben keine Euphorie, die Mehrheit hat Angst vor einem Einbruch und real ist die Bewertung der Unternehmen weit von den Höchstständen 2000 und 2007 entfernt. Sind das die Inkredenzien für einen "Major-Top" wie 2000 und 2007 ? Eine Korrektur von 10% ist immer gut möglich. Aber für mehr gibt es rational keinen sichtbaren Indikator.

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

DAX Marktanalyse – Geht die Rally weiter ? – DAX 8000 bald erreicht ?

Heute Abend im späten Handel der Wallstreet und nach Handelsschluss im DAX, möchte ich mit Ihnen meine aktuelle Sicht auf das grosse Bild der Märkte teilen.

Gehen wir die wesentlichen Punkte doch einmal Punkt für Punkt durch:

(1)

Kurzfristig ist der Markt überkauft und muss konsolidieren oder korrigieren. Wie der Markt auf einen überkauften Zustand reagiert, sagt viel über dessen innere Stärke aus. Und dieses Bild ist bisher positiv. Alles was bisher diese Woche passiert ist, ist bestenfalls eine milde Konsoliderung, die bullisch zu werten ist. Wir wissen alle, das sich das jede Minute ins Negative ändern kann, aber herum zu raten hat keinen Wert und bis jetzt ist es, wie es ist.

(2)

Mittelfristig hat der DAX die Hochs von 2011 hinter sich gelassen und es fehlt nicht mehr viel, um auch die historischen Hochs von 2007 bei über 8000 zu erreichen. All zu schwierig sollte das sowieso nicht sein, da der DAX ein Performance-Index ist und also selbst auf den historischen Hochs defacto noch 10-15% weniger Wert besitzt als 2007, nämlich genau in der Höhe der seitdem geflossenen und in den DAX eingerechneten Dividenden.

Ich kann im langfristigen Wochen-Chart des DAX im Moment nichts erkennen, was zwingend eine Topbildung indiziert. Sicher haben wir eine kleine negative Divergenz im RSI, die man aber in dieser Höhe des RSI nicht überwerten muss. Auch 2011 erreichte der RSI seinen Höchststand Monate vor dem endgültigen Top des DAX.

Schauen Sie mit mir doch mal auf das langfristige Wochenchart des DAX seit 2006, um dieses Bild zu unterstreichen:

DAX 10.01.13 master

Das für mich aus dem Chart heraus wahrscheinlichste Szenario habe ich eingezeichnet. Und das ist ein erneuter Anlauf auf die 8000er Marke, nachdem diese Konsolidierung abgeschlossen ist. Dann aber sind wir möglicherweise für eine grössere Korrektur reif.

(3)

Ein weiteres Indiz dafür, dass diese Rally noch Beine hat, ist das Verhalten der Aktien der zweiten Reihe. Dort gab es in den letzten Monaten viele, die die Rally der Indizes und damit der grossen Bluechips nicht mitgemacht hatten. Nun wechseln auch diese Aktien in den Rally-Modus und das spricht dafür, dass dieser Bulle noch nicht am Ende ist. Nehmen Sie Aktien wie Wacker Chemie, SGL Carbon, Klöckner usw., alles klassische MDAX oder SDAX Werte, die nun grosse Sprünge von teilweise 5 und mehr Prozent pro Tag vollführen. Auch die konsistente Stärke des MIB40 und des IBEX35 ausserhalb Deutschlands zeigen, dass die Erholungsbewegung in der Eurozone wohl noch nicht zu Ende ist.

(4)

Zusätzliches Feuer bekommt diese Rally aus Asien, von der wieder anziehenden chinesischen Konjunktur und der aggressiven Schwächung des Yens. Auch diese Trades laufen weiter und geben keine Signale einer Trendwende.

(5)

Die grösste Gefahr dieser Rally geht im Moment ohne Frage von den USA aus. Denn die Diskussionen um das Debt Limit werden hart werden und die Verwirrung gross. Ich gehe fest von einer weit gefährlicheren Eskalation aus, als zum Thema "Fiscal Cliff", weil nun möglicherweise auch persönliche und politische Rechnungen beglichen werden, die aus den Verhandlungen um die Fiskalklippe resultieren. Und dieses Thema ist für die Weltwirtschaft auch weit gefährlicher, schon der August 2011 hat ja gezeigt was passiert, wenn die Kreditwürdigkeit der USA in Frage steht.

Aufgrund dieser absehbaren Entwicklung treten viele professionelle Marktteilnehmer nun zunehmend auf die Seitenlinie. Auch wenn ich das für eine prinzipiell richtige Annahme halte, könnte der Zeitpunkt zu früh sein. Denn Mr. Market geniesst es einfach zu sehr, so ein positives Gefühl wie im Moment haben zu können. Und die Rally zieht im Moment noch frisches Geld in den Markt hinein. Für Sorgen und für Panik ist dann ab Februar noch genug Zeit.

(6)

Auch die Notenbanken geben im Januar Gas, nicht nur das die japanische Notenbank nun massiv Geld druckt, auch die FED hat im Januar keine einzige POMO-Sell Operation auf der Agenda, was gegenüber letztem Jahr ein Novum ist. Für genügend Liquidität ist also definitiv gesorgt und Liquidität ist immer noch der entscheidende Treibsatz der Börsen.

(7)

Unterstützt wird meine kurzfristig nach wie vor optimistische Sicht erneut von der aktuellen Analyse von -> Cognitrend <-, die ich Ihnen zum Studium empfehle.

Fazit:

Ich halte es für das wahrscheinlichere Szenario, dass diese Rally nach der derzeitigen Pause noch einmal einen kräftigen Schluck aus der "Kurspulle" nimmt. Sollten danach die Rahmenbedingungen immer noch die gleichen sein wie aktuell, werde ich diesen Schub dann aber wahrscheinlich verkaufen und in die Stärke hinein langsam aussteigen. Ich möchte mir das Spektakel im März dann lieber von der Seitenlinie anschauen.

Sollte es in den kommenden Wochen dazu aber positive Nachrichten geben, die auf eine schnelle Einigung oder Lösung hindeuten, könnte diese Rally sogar weit ins Frühjahr hinein weiter laufen und ich würde meinen Ausstieg dann abblasen.

Als Stop - für den unwahrscheinlicheren aber doch möglichen Fall, dass wir uns doch gerade in einer Topbildung befinden - bieten sich mir aktuell die Tiefs der "Fiscal Cliff" Verwirrung von kurz vor Weihnachten an. Sollten wir diese demnächst unterbieten, muss man die Rally massiv in Frage stellen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Marktanalyse – 21.09.12 – Wie wird das vierte Quartal für DAX, S&P500 und Co. ?

09:30 Uhr

Heute - am "Hexensabbat" in Deutschland und nahe am Quartalsende - möchte ich mit Ihnen einen ausführlicheren Blick auf das 4. Quartal richten.

Schauen wir als erstes Mal auf das langfristige Wochenchart des Leitindex S&P500:

Wir sehen, wie der Index seit dem Tief Anfang 2009 einen klassischen Aufwärtstrend hingelegt hat, der sich durch immer höhere Tiefs und immer höhere Hochs auszeichnete. Im Nachhinein dürfte sich da mancher fragen, warum er nicht Anfang 2009 "All In" eingestiegen ist und danach all das Durcheinander rund um Fukujima, Flash Crash und Eurokrise verschlafen hat. Eine Verdoppelung des Einsatzes wäre so ohne Mühen möglich gewesen. Aber hinterher ist man halt immer klüger. 😉

Sie sehen aber auch die roten Pfeile, die eine besondere Bedeutung haben. Der von mir sehr geschätzte Service -> Sentimentrader <- misst regelmässig den "Smart Money / Dumb Money Confidence Spread". Dieser misst in Kurzform die Marktsicht der Marktprofis (Smart Money) im Verhältnis zu den privaten Anlegern (Dumb Money). Wenn dieser zu Gunsten des "Dumb Money" sehr hoch ist, bedeutet das, dass "Dumb Money" euphorisch und positiv gestimmt ist, während bei "Smart Money" schon (wieder) die Skepsis überwiegt.

Genau das ist der aktuelle Zustand des US Marktes und dieser Indikator hat nun den höchsten Wert seit März diesen Jahres erreicht. Die roten Pfeile auf dem Chart zeigen Ihnen nun die Zeitpunkte seit 2010, an denen dieser Indikator einen ebenso hohen - oder noch höheren - Wert hatte. In allen Fällen war nach oben nicht mehr viel zu holen.

Die -> AAII <- Werte zum Sentiment bestätigen die Entwicklung, liefern aber ein differenzierteres Bild. Wir haben nicht mehr die "einfache" Situation von Mitte Juli, wo der Markt fast nur noch steigen konnte, weil niemand da war, der daran glaubte. Aber wie haben auch noch keine überzogene Euphorie.

Auch wenn man auf das Chart oben schaut, sieht man auch, dass ein derartiger Wert nicht zwingend ein sofortiges Top bedeutet. Im Gegenteil, eine Topbildung die 6 Monate dauert wie in der ersten Jahreshälfte 2011, ist durchaus typisch. Insofern ist es eher unwahrscheinlich, dass der Markt heute auf dem Fuss wendet und sofort nach unten läuft.

Noch besser, es gibt eine Ausnahme in dem Bild, den grünen Pfeil. Und genau diese Ausnahme entspricht am Besten der aktuellen Situation. Denn im September 2010 - vor genau 2 Jahren - wurde das erste QE angekündigt. Auch dort erreichte der Smart Money/Dumb Money Spread einen hohen Wert, bevor eine kleine Korrektur einsetzte. Dann aber begann die Geldflut zu wirken und wir bekamen ein hervorragendes 4. Quartal.

Von allen Möglichkeiten erscheint mir daher die Wiederholung des 4. Quartals 2010 immer noch als die, mit der grössten Wahrscheinlichkeit. Insofern signalisiert das Chart oben, dass man nun mit mehr Vorsicht zu Werk gehen muss. Die Zeit des bullischen "All In" von Juli ist vorbei. Zuviel Pessimismus könnte aber auch verfrüht sein und einem schöne Gewinne im 4. Quartal verbauen. Es bricht also wieder die Zeit der Stops und des taktischen Tradens an.

Und sollten wir nun doch vor einem bedeutenden Top stehen, dürfte das von nun an ein Prozess sein, den man in Ruhe beobachten kann. Im Moment wird jeder "Dip" im Markt sofort gekauft. Typisch für langfristige Tops ist, dass sich dieses Verhalten langsam ändert, die Käufer "trocknen" sozusagen aus. Sollten wir dergleichen beobachten, sollten Dips nicht mehr sofort gekauft werden, dann und nur dann sollten wir wesentlich vorsichtiger und skeptischer werden und ein bedeutendes Top ernsthaft in Erwägung ziehen. Da sind wir im Moment aber noch nicht. Und wenn die Kurse demnächst nach oben ausbrechen, würde das Gegenteil und eher das Analog zum Herbst 2010 damit indiziert.

Schauen wir im gleichen Massstab, als Wochenchart, auf den DAX seit 2008, sehen wir ein anderes Bild:

Es ist eindeutig zu erkennen, dass der Aufwärtstrend seit 2008 durch die Eurokrise gebrochen wurde. Und der DAX hat das noch nicht vollständig aufholen können und hat im Vergleich zum S&P500 nach wie vor erhebliches Nachholpotential.

Deutlich unterstrichen wird das erneut durch die Sentimentdaten von -> Cognitrend <-, die ich erneut zum Studium empfehle. Die Skepsis sitzt in Deutschland und auch in Europa nach wie vor tief. Vor diesem Hintergrund und während gleichzeitig alle Notenbanken "All In" gehen, besteht im DAX nach wie vor erhebliches Aufwärtspotential und auch ein Short-Squeeze zum Quartalsende ist im Rahmen des Möglichen.

Diese Analyse dürfte nicht nur für den DAX, sondern für die europäischen Aktienmärkte generell gelten. Gerade in Spanien und Italien findet man schwer verprügelte Indizes vor, die nun aber durch Mario Draghi Unterstützung bekommen. Sollte es der EZB gelingen die Probleme der Eurozone temporär mit frischem Geld zuzudecken, könnten diese Aktienmärkte vor einer bedeutenden Erholung stehen.

Fazit: Die Lage ist nicht mehr so eindeutig bullisch wie Mitte Juli, zu weit sind wir - insbesondere im S&P500 - gelaufen. Trotz aller Sentimentdaten ist aber die reale "Price-Action" der bedeutendste Faktor für Entscheidungen. Und die ist nach wie vor eindeutig bullisch. Auch die Seitwärtskonsolidierung seit Anfang dieser Woche ist bullisch zu werten, insbesondere da nun das Quartalsende bevor steht. Insofern bestehen nach wie vor gute Chancen auf ein starkes 4. Quartal. Wenn es den Notenbanken gelingt, die Eurokrise nachhaltig in den Hintergrund zu drücken, dürften die höchsten Gewinne dann in den europäischen Aktienmärkten zu finden sein.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen und viel Erfolg,

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Kurzkommentar – 30.08.12 – Korrektur vor FED

16:30 Uhr

Ein extrem kurzes Statement zur Lage.

Wie erleben soeben die erste ernstzunehmende Korrektur seit Wochen. Harte, zwingende Auslöser für diese Korrektur kann ich nicht erkennen.

Es handelt sich also mit grosser Wahrscheinlichkeit um die Fortsetzung der Konsolidierung des Marktes vor der FED-Sitzung in Jackson Hole. Mittlerweile verliert der Markt die Gewissheit, dass in Kürze wirklich eine neue FED Massnahme konkret angekündigt wird.

Vergessen darf man auch nicht das lange Wochenende in den US wg Labourday. In dieser Gemengelage und in Anbetracht der aufgelaufenen Gewinne, ist es daher nur logisch, dass nun vor dem Wochenende Gewinnmitnahmen einsetzen.

Solange ich keine substantielle Änderung des Marktes erkennen kann - und das ist bisher nicht der Fall - halte ich solche Korrekturen daher für mich eher für Kaufgelegenheiten. Nervös werden und die Situation fundamental neubewerten, würde ich erst, wenn wir im DAX die 6700 nachhaltig nach unten verlassen.

Ansonsten verringert jede Schwäche vor der FED das Enttäuschungsrisiko. Und wenn alle Marktteilnehmer der Wallstreet die heute aussteigen, dann am Dienstag den Kursen wieder hinterher laufen müssen, würde das das Momentum unterstützen.

Erneut wird das durch die aktuelle Sentiment-Analyse von -> Cognitrend <- unterstützt, die ich wie jede Woche zur Lektüre empfehle.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Marktupdate – 23.08.12 – Zur Grosswetterlage rund um DAX und S&P500

09:30 Uhr

Guten Morgen, heute möchte ich einen etwass grösseren Bogen spannen und die Grosswetterlage an der Börse betrachten.

Schauen wir zunächst mal auf den Tages-Chart des Leitindex S&P 500 seit dem bedeutenden Tief Anfang Oktober 2011, als der Index am späten Abend bei ca. 1080 brutal nach oben drehte :

Wir sehen im Chart mehrere Dinge:

  1. Der momentane Anstieg verläuft entlang einer sehr steilen Trendlinie und es ist unrealistisch anzunehmen, dass diese Steigung dauerhaft gehalten werden kann.
  2. Ein Rückfall zur längerfristigen Trendlinie dürfte also früher oder später eintreten. Ich rechne schon bald damit.
  3. Der Index hat ein neues Jahreshoch bei 1426 generiert und dort gedreht, das theoretische Risiko eines Doppeltops besteht also.
  4. Allerdings dreht ein Index nach einem derartigen Anstieg nicht einfach auf dem Fuss, sondern läuft sich oben über längere Zeit "fest", wie im März zu beobachten. Es bleibt also genug Zeit um entweder die Topbildung zu erkennen oder zu sehen, wie der Index nach oben ausbricht.

Schaut man über den Chart hinaus auf die Grosswetterlage, sind alle Inkredenzien noch aktiv, die zu dieser Rally seit Anfang Juli beigetragen haben. Bitte beachten Sie:

  • Die Notenbanken treten massiv aufs Gaspedal. Ein QE der FED wird wahrscheinlicher und die EZB denkt laut über Zinsgrenzen und Anleihenkäufe nach. Das IST ein Gamechanger, niemand sollte den Fehler machen das zu unterschätzen !
  • Das Sentiment ist nach wie vor verhalten und indiziert keinen Top im Markt.
  • Die Nachrichtenlage rund um den Euro ist von Gewöhnung geprägt, der "Grexit" dürfte bestenfalls noch kurz verunsichern.
  • Frisches Geld drückt in den Markt, das aufgrund der finanziellen Repression keine andere Anlagemöglichkeit mehr sieht. Die massive Überperformance der defensiven Bluechips spricht dafür eine deutliche Sprache !

Schauen wir uns nun den S&P 500 doch auch einmal im langfristigen Wochenchart seit 2009 an:

Und da sehen wir ganz eindeutig, der Aufwärtstrend ist intakt ! Und solange ein Trend intakt ist, ist auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass er fortgeführt wird, als das er einbricht.

Zum Abschluss noch ein Blick auf die Edelmetalle. Wie im Artikel vorgestern antizipiert, haben diese Gestern einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht, nach dem das FOMC Sitzungsprotokoll ein kommendes QE nahe legte. Die Edelmetallmärkte sind gute Notenbank-Indikatoren und diese sagen ganz klar: die Geldschwemme der Notenbanken geht weiter. Das sind positive Aussichten für die breiten Aktienindizes !

Schauen Sie in dem Zusammenhang nun noch einmal auf den Chart von Silber. Wem da nicht das Wasser im Mund zusammen läuft, dem ist nicht mehr zu helfen. 😉

Aber: beachten Sie unbedingt, dass Silber nun an der 200-Tage-Linie liegt und technisch massiv überdehnt ist. Eine kurzfristige Korrektur bei den Edelmetallen ist nun also höchst wahrscheinlich. Dieser Chart sagt mir aber auch: Die wirklich grossen Gewinne kommen noch und zwar nach der Korrektur !

Fazit:

Der mittelfristige Weg des Marktes scheint weiter nach oben zu zeigen ! Nach wie vor ist das Sentiment eher verhalten, was diese Sicht unterstützt !

Lesen Sie in diesem Zusammenhang noch einmal dringend die neue Analyse von Cognitrend von gestern -> hier <- die an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig lässt !

Kurzfristig ist ohne Frage eine teilweise Überdehnung eingetreten und eine schärfere Korrektur kann nun jederzeit um die Ecke kommen. Aber man sollte in meinen Augen nicht den Fehler machen, sich als Bär gegen den Trend zu stellen, wenn die Notenbanken aus allen Rohren schiessen - sonst könnte man schmerzhafte Bekanntschaft mit einer Dampfwalze machen. 😉

Natürlich kann am Ende alles anders kommen und eine überraschende Wendung alles verändern. Das ist aber immer so ! Würde man sich nach diesem Risiko richten, dürfte man gar nicht an der Börse sein. Für dieses Risiko gibt es aber Stops und mit der unteren Begrenzung der 2-wöchigen Konsolidierung auch ganz hervorragende !

Mit dem Trend laufen, sich aber nach unten absichern, so lautet die bewährte Regel für Erfolg an den Märkten.

Insofern sind auch all die berechtigen Argumente zu den strukturellen Problemen der Eurozone momentan nebensächlich. Ein Trend ist ein Trend bis er bricht. Und ob man am Ende recht hatte, zählt an der Börse gar nicht. Es zählt alleine die Zahl die in ihrem Depot steht. Und nur wenn diese Morgen grösser ist, hatten Sie wirklich recht !

Ich persönlich setze mittelfristig auf neue Höchststände und werde nicht gegen die Notenbanken kämpfen, sondern von ihnen profitieren. Und ich reduziere meine Edelmetallpositionen nun leicht, werde aber in der Korrektur massiv nachlegen ! Und meine Stops sichern mich so gut ab, dass ich diese Trades ganz beruhigt laufen lassen kann.

In diesem Sinne viel Erfolg.

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Marktupdate – 09.08.12 – Seitwärtskonsolidierung – Embrace the Trend !

16:40 Uhr

Auch heute gibt es bisher nicht so viel Neues zu sagen. Statt einer nachhaltigen Korrektur erleben wir eine Seitwärtskonsolidierung, die typischerweise das Zeichen eines starken Marktes und eines Intermezzos vor dem nächsten Schub nach oben ist. Alles bisherigen Versuche den Markt ins Wanken zu bekommen, wurden sofort wieder massiv gekauft.

Wenn ich mich so durch die aktuelle Stimmung an den Märkten lese, ist es nach wie vor so, dass dieses eine der meistgehassten Rallys der letzten Jahre ist. Jeder hält sie für blödsinnig und übertrieben und keiner hat Vertrauen in die Bewegung. Genau das ist aber ganz typisch am Beginn einer nachhaltigen Bewusstseinsänderung an den Börsen. Ich will deshalb hier noch einmal auf den folgenden -> Link <- hinweisen, den ich schon in den Tips hatte und der meiner Marktsicht sehr nahe kommt.

In diesem Zusammenhang empfehle ich dringend, die aktuelle Cognitrend Auswertung -> hier <- zur Kenntnis zu nehmen, die meine Sicht nachhaltig unterstreicht und mit der Überschrift "Starke Wahrnehmungsverzerrung" genau den Kern trifft !

Insofern mache ich es heute wieder kurz, und werde einfach weitermachen und so viel von der Rally mitnehmen wie möglich ! Da ich aber weiss, wie viele sich nun damit quälen, dass ihnen die Kurse weglaufen - und da ich weiss, wie viele sich nun gleichzeitig nicht mehr trauen noch hinter der Rally her zu springen - erlaube ich mir hier noch einmal den folgenden, gut gemeinten Hinweis:

Hören Sie sofort auf darüber zu grübeln, wie die Kurse morgen oder übermorgen sein werden ! Sie wissen es sowieso nicht und vergeuden Ihre Zeit ! Statt dessen akzeptieren Sie den Trend, spielen ihn in Trendrichtung und sichern sich nach unten durch Stops ab.

"Embrace the Trend" heisst das im amerikanischen und so einfach kann manchmal Erfolg sein, wenn man in der Lage ist über seine emotionalen Reflexe hinaus zu gehen.

Oder in anderen Worten: Dieser Trend wird so lange weiterlaufen, bis er gebrochen ist. Hört sich nach einer Trivialität an, ist es aber nicht. Denn wenn man es schafft, genau nach dieser "Trivialität" an der Börse zu handeln, hat man einen grossen Schritt zum Erfolg getan. Viele schaffen es nicht und fallen vorher über das eigene Ego.

Und natürlich kann dieser "Trendbruch" theoretisch schon in 10 Minuten beginnen, direkt nachdem ich diese Zeilen schreibe. Die Zukunft ist und bleibt unbestimmt. Es lohnt sich trotzdem nicht, sein Handeln von solch geringen Wahrscheinlichkeiten beeinflussen zu lassen ! Genau für solche Fälle haben wir Stops !

Denken Sie immer daran, der grösste Feind und Gegner, der Ihnen auf dem Weg zum Erfolg an den Märkten im Weg steht, ist Ihre eigene Psychologie !

In diesem Sinne: Embrace the Trend - until it ends !

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Hari´s Märkte am Abend – 15.03.12 – Trendbeschleunigung – K+S, Lufthansa, Aixtron, Nokia

21 Uhr - Handelsschluss

Die Bullen sind los ! Anders kann man wohl nicht beschreiben, was wir hier erleben. Kein Rückfall Richtung DAX 7000, keine Relevanz alter Widerstände, keinerlei Schwäche im Markt. Dafür S&P500 bei 1400. Alles was sich den Bullen in den Weg stellt wird niedergetrampelt und es sieht so aus, als würden Morgen im DAX schon die 7200 aufgerufen. Faszinierend !

Sie wissen ja als regelmässige Leser dieses Blogs, dass ich das ganze Jahr 2012 schon deutlich bullish war, lange bevor die Mehrheit auf diesen Zug aufgesprungen ist. Aber diese kompromisslose Brutalität des Anstiegs lässt selbst mich Bullen staunend zurück !

Der heutige Tag spricht klar dafür, dass wir nun in die schon antizipierte Phase der Trendbeschleunigung eintreten. Das ist die Phase, in der die bisher zweifelnden Marktteilnehmer zu Gläubigen werden. Denn wie ich schon vorgestern schrieb, der Druck ist nun massiv auf den Marktteilnehmern an der Seitenlinie. Und die Not des Quartalsabschlusses sorgt dafür, dass institutionelle Fondmanager dem Markt nun zum Monatsende hinterher hechten müssen, was die Kurse weiter treibt. Trendbeschleunigung eben !

Die Sentiment-Spezialisten von Cognitrend sehen das übrigens genau so, ich empfehle sehr sich -> hier <- mal den aktuellen Report zu Gemüte zu führen !

Gestern Abend in der Nachbearbeitung des Tages bin ich mir eines weiteren Indiz bewusst geworden, das dieses Bild bestätigt. Nicht nur Gold fällt, sondern auch die US Staatsanleihen fallen seit Dienstag Abend, seit dem FED Meeting massiv ! Da findet schon fast ein "Mini-Crash" statt. Schauen Sie sich als Beispiel mal den TLT als einen der bekannten ETFs zum Thema an:


Source: Finviz.com

Das bedeutet ganz klar, es werden Milliarden aus den "Risk OFF" Anlagen heraus gezogen und in "Risk ON" investiert. Und dieses Geld geht nicht sofort innerhalb eines Tages in den Aktien-Markt, sondern die Marktteilnehmer versuchen Dips abzuwarten um einzusteigen. Genau diese Geldmengen an der Seitenlinie die auf Dips warten, führen aber dazu, dass die Dips nicht kommen und der Markt einen langsamen, aber brutalen "Melt Up" nach oben vollzieht. Es ist ganz typisch für solche Bewegungen, dass die vom Bullen abgeworfenen, keine Chance mehr bekommen zu besseren Kursen einzusteigen. Wer dann nicht sofort zu schlechteren Kursen aufspringt, sieht nur noch traurig das Hinterteil des Bullen, wie es sich springend entfernt. Genau so sieht das für mich aus, was wir hier gerade von Mr. Market vorgeführt bekommen !

Mein heutiges "Big Picture" des Aktienmarktes im Jahre 2012 sieht daher im Moment so aus:

Meltup bis Ende März, vielleicht Mitte April, der uns ohne grosse Pause im DAX bis 7400, vielleicht sogar bis über 7500 führt ! Dann Korrektur, Irankrieg, Ängste aus welchen Gründen auch immer, die uns noch einmal unter 7000 gucken lassen. Ab Hoch-Sommer ziehen die Käufe dann schon wieder an und wir bekommen ein aussergewöhnlich starkes zweites Halbjahr, das uns bis auf Höchststände führt. Sie hören richtig, Höchststände, DAX 8500 ist das was ich zum Jahresende für durchaus möglich halte !

Und damit das ganz klar ist: das oben ist keine Prognose ! Und es kommt in Realität garantiert anders ! Kommen Sie mir also bitte nicht in 3 Monaten nach dem Motto "Hari Du hast doch am 15.03. gesagt...". Das oben ist nur der grobe Handlungsrahmen, den ich im Moment im Kopf habe, denn so ein Handlungsrahmen ist wichtig um die prinzipielle Aktienquote zu steuern. Ich bin also derzeit hoch investiert und habe vor, sobald diese aktuelle Trendbeschleunigung ausläuft, massiv abzubauen. Aber dieser Handlungsrahmen kann und wird sich garantiert dynamisch verändern und sieht vielleicht schon in einem Monat ganz anders aus. Also nochmal, das ist keine Prognose, ich kenne die Zukunft nicht und das ist einzige was ich genau weiss ! Aber der Handlungsrahmen beschreibt das grosse Bild, das mir Mr. Market an diesem 15. März des Jahres 2012 mit seinen Signalen vermittelt und das alleine ist ja auch schon eine klare Aussage.

Aktie des Tages war für mich heute K+S (WKN KSAG88), die den gestern von mir beschriebenen Setup hinein in die Bekanntgabe der Zahlen perfekt bestätigt hat und mit heute 7% Plus einen schönen und schnellen Gewinn bescherte. Hoffentlich auch Ihnen ! K+S ist für mich weiterhin ein Basiswert, bei dem Kurse unter 40€ langfristig klare Kaufkurse sind. Mein Kursziel für dieses Jahr liegt bei 47€, langfristig ist in meinen Augen deutlich mehr drin.

Wie schon gestern vermutet, war der Effekt bei der Lufthansa (WKN 823212) weniger positiv, zumal auch der Ausblick des Managements sehr mau war. Aber zumindest wurde auch hier wieder bestätigt: das war alles schon im Kurs. Insofern könnte man auch bei der Lufthansa nun mal darauf setzen, dass die bisher schlecht laufenden Titel in dieser Rally auch noch anspringen werden. Allerdings würde ich, wenn man das machen will, einen engen Stop setzen, zum Beispiel unter den Tiefs vom 09.03., also bei ca. 9,6€. Und wann man aussteigen will, sollte man auch schon vorher wissen, denn die Branche steht mittel- und langfristig vor einigen Herausforderungen. Ich persönlich würde bei ca. 12,5€ schon die Reissleine ziehen.

Und dann muss man heute natürlich auch mal wieder Aixtron (WKN A0WMPJ) erwähnen, die um sensationelle 14% nach oben schossen. Auslöser war wohl scheinbar eine Studie der Deutschen Bank. Ich habe die Studie im Detail gelesen und die sieht sehr kompetent aus. Das ist mehr als das oberflächliche Gerede manch anderer Analysten, die im Büro ein paar wenig inspirierende Peergroup-Vergleiche am Computer fahren und uns damit beglücken. Die Truppe um Analyst Uwe Schupp war ganz real in China und hat mit verschiedensten Markteilnehmern Gespäche geführt und daraus den Schluss gezogen Aixtron und den Mitbewerber Veeco Instruments (WKN 896007) hochzustufen. Ich kann das was die Analysten schreiben nachvollziehen und schätze den Wert der Analyse daher hoch ein, Mr. Market sieht das scheinbar auch so.

Insofern spricht nun einiges dafür, dass wir bei Aixtron bald wesentlich höhere Kurse sehen. Und wer das will, könnte dann noch versuchen auf den abfahrenden Zug aufzuspringen. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist der heutige Tag wieder ein Lehrstück, warum ich bei Aixtron an der Seitenlinie bin. Ich kenne wenige Aktien, bei denen ich mich als Aussenstehender so chancenlos gegen die "mehr" Wissenden fühle wie bei Aixtron. Erinnern Sie sich an den Ausblick des Managements vor 2 Wochen am 01.03. und wie der Kurs da aussah ? Der Kurs fiel kurz unter 11€ und schloss irgendwo bei 11,5€ oder ca. 20% weniger als heute. Und jetzt kommt zwei Wochen später ein Analystenteam daher, das zeitnah zur Kommunikation des Managements vor Ort in China war, und der Kurs explodiert um 15% an einem Tag. Einer der beiden - Management oder Analysten - muss doch wohl scheinbar in seiner Marktkommunikation nicht ganz richtig liegen und den wirklichen Punkt nicht getroffen haben, oder wie interpretieren Sie diese massive Diskrepanz ?

Gute Investor Relations erkennt man daran, dass der Kurs des Unternehmens primär durch die Aussagen des Managements bewegt wird. Weil die Aussagen des Managements stimmig und glaubwürdig sind und den Kern der wirtschaftlichen Situation treffend darstellen. Viele gute Unternehmen schaffen das und eigentlich sollte das ja auch nicht so schwer sein, denn wer kennt das Unternehmen besser als das Management ? Wenn das Unternehmen gut kommuniziert, können Meinungen von Analysten in der Regel keinen solchen Impact haben. Denn wenn Mr. Market sich zutreffend informiert fühlt, misst er Analysten nicht solche Bedeutung bei. Bei einer Aktie aber, bei der ich immer Gefahr laufe, das andere viel mehr wissen als ich, drängt sich mir ein Kauf nicht auf. Denn wer sagt mir, dass es Morgen nicht wieder genau so überraschend in die Gegenrichtung geht ?

Zurück zum Gesamtmarkt. Was mir heute erneut auffiel und sich langsam nachhaltig bestätigt, ist eine Form von Sektorrotation, denn die zurück hängenden Aktien geraten jetzt in Bewegung, während die Favoriten der ersten Aufwärtsbewegung schwächeln. Namen wie K+S, Metro, ST Micro, Klöckner usw. - alle hier im Blog besprochen - sind heute wieder sehr stark mit teilweise massiven Anstiegen. Und die Autowerte oder zum Beispiel eine Linde schwächeln etwas, die sind ja auch in den letzten Wochen superb gelaufen.

Ach übrigens, bei Nokia (WKN 870737) muss gegen 17.30 Uhr nachbörslich etwas passiert sein, die Aktie dreht deutlich hoch und scheint Morgen die 4€ wieder knacken zu wollen. Man munkelt es sei die Meldung, das Nokia an einem eigenen Tablet arbeitet. Etwas anderes habe ich zumindest bis 21 Uhr nicht gesehen. Ich persönlich finde das als Erklärung nicht überzeugend, weil das ist ja wohl nicht überraschend und an etwas arbeiten bedeutet noch keine hohen Verkaufszahlen. Sollte das aber tatsächlich der Auslöser sein, würde es zeigen wie ausgehungert der Markt bei Nokia nach guten Nachrichten ist und welches Potential nach oben in diesem extrem negativen Sentiment steckt.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Rohstoffwerten. Nach dem gestrigen Absturz nicht unerwartet, gab es heute in einigen Bereichen einen Rebound. Allerdings neige ich noch zur Vorsicht, eine Gegenbewegung war nach diesem Absturz absehbar und die Bewegung ist stellenweise doch arg schwach. Ob es mehr ist als nur eine kurze Pause bevor ein weiterer Ruck nach unten kommt, wird erst der morgige Tag zeigen, wenn diese Gegenbewegung entweder bestätigt oder negiert wird. Das gilt besonders für Gold und Silber, was ich da heute als Rebound sehe, überzeugt mich noch nicht und es kann gut sein, das es erst noch weiter runter geht. Das gilt aber auch für unsere alten Freunde die Kohleaktien, die heute haussierten und von denen Arch Coal (WKN 908011) heute mit zeitweise über 9% Plus den Vogel abschoss. Das ist natürlich eine bemerkenswerte Bewegung, die Aufmerksamkeit einfordert. Ich würde aber trotzdem besser den morgigen Tag abwarten um zu entscheiden, ob das mehr als nur eine kurze Pause in einer andauernden Abwärtsbewegung ist.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend ! Mir geht es heute nicht ganz so gut, weil unser kleiner Sohn mal wieder mit den üblichen Infekten krank ist und wir als Eltern natürlich mit. Wir erleben gerade den ersten Kindergarten-Winter und wer selber Kinder hat oder hatte, weiss genau was das bedeutet ....

Gute Nacht, Ihr Hari