Augen auf bei E.ON ! – Beginnt der Rebound ? – 21.03.13

Sie erinnern sich vielleicht an meinen Artikel vom 30.01.13, in dem ich erklärt hatte, warum ich damals beim Energieversorger E.ON -> langfristig eingestiegen <- war. Heute früh Stand 09.45 Uhr sollten wir unbedingt noch einmal genau hinschauen.

Den Grund konnte man damals auf einen recht einfachen Nenner bringen: E.ON war einfach weit genug gefallen, genügend Substanz war vorhanden und es waren genügend negative Erwartungen eingepreist, um ein langfristiges Engagement von diesem Niveau aus zu rechtfertigen. Den perfekten Boden trifft man sowieso nie und ein Boden schien auf dem Niveau vom 30.01. nahe genug.

Meine langfristige Sicht auf die Aktie ist heute unverändert und die letzten Wochen haben diese Sicht auch bestätigt. Ich möchte hier auch nicht die ganzen fundamentalen Fakten und aktuellen Entwicklungen rund um Brasilien oder die Energiewende nacherzählen, die können Sie woanders besser lesen und das schafft keinen Mehrwert. Fakt ist aber, das in den letzten Wochen weitere diverse Mistkübel über dem Unternehmen ausgeschüttet wurden, es gibt Probleme auf allen Ebenen und das Sentiment könnte kaum schlechter sein. Der Kurs kam aber trotzdem nicht weiter als bis zur Unterstützung bei 12,5€ herunter - die mit dem Tief von 2011 korreliert - und liegt nun wieder deutlich über 13€.

Es scheint also tatsächlich so zu sein, dass die Aktie trotz schlechter Nachrichten nicht mehr weiter fallen will. Und mein langfristiges Engagement bleibt gelassen bestehen. Aber auch kurz- und mittelfristig wird E.ON nun interessant.

Um das zu erkennen, schauen Sie selbst mit mir auf das Tageschart seit Mai 2012:

EON - Augen auf - 21.03.13

Sie sehen, das die Aktie seit dem Tiefpunkt von Anfang Februar nun das dritte höhere Tief ausgebildet hat, die Definition eines beginnenden Aufwärtstrends. Sie sehen auch, dass der Kurs nun die 50-Tage-Linie durchbrochen hat, ein wichtiges Signal. Und Sie sehen, dass die Aktie kurz davor ist, auch das Hoch vom 12.02.13 bei 13,495€ hinter sich zu lassen.

Diesen Moment, den Moment wenn E.ON überzeugend durch 13,5€ hindurch geht, sollte man noch abwarten um sicher zu gehen, dass die Aktie nicht in ihre bisherige Seitwärtsbewegung zurück fällt. Sobald das gelingt, ist aber eine Erreichung des 23er Fibonacci-Retracements bei ca. 14,1€ sehr wahrscheinlich geworden, dort wo ich den grünen Stern hingezeichnet habe.

Und dann beginnt es erst richtig interessant zu werden. Denn wenn Sie als regelmässiger Leser von Mr-Market.de nun etwas Übung in Kursmustern haben, sehen Sie sofort die potentielle, riesige Cup&Handle Formation die sich da ausbilden könnte.

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Klar ist aber, dass E.ON nun nach einem Ausbruch riecht. Und wenn der in Bewegung kommt, dürfte die Aktie auch wieder deutliches institutionelles Interesse anziehen. Die Chance auf eine Wende ist also gar nicht so klein und die Nacht ist immer am dunkelsten, wenn der Morgen kurz bevor steht.

Falls sich das aber alles erneut als Bullenfalle heraus stellen sollte, ist es eine gute Idee einen Stop mit Abstand unter dem Februartief, also unter 12,4€ haben. Wenn diese Marke erneut unterschritten wird, sind bei E.ON wohl alle Hoffnungen zu begraben. Dann würde ich auch meine Langfristposition auflösen. Danach sieht es aber im Moment nicht aus.

Ihr Hari

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Wacker Chemie – Der Turnaround Kandidat, der Solarworld nicht ist ?

Es gibt einen typischen Verlauf bei sogenannten Turnaround Aktien und Wacker Chemie (WKN WCH888) ist ein klassisches Beispiel.

Zunächst einmal sind die idealen Turnaround Kandidaten Unternehmen mit grosser Substanz und einem etablierten, profitablen Geschäftsmodell. Das ist wichtig, weil das garantiert, dass der Turnaround wirklich irgendwann kommt, er also nur eine Frage der Zeit ist. Alleine darauf kompromisslos zu achten, verschafft einem schon einen erheblichen Vorteil, denn es gibt wohl nichts Schlimmeres, als auf den Turnaround einer Aktie zu setzen, die dann langsam und schmerzhaft Richtung Null fällt - so wie gerade bei Solarworld zu beobachten.

Wirklich verwunderlich ist das Geschehen bei Solarworld für mich persönlich aber nicht, denn Solarworlds temporärer Erfolg beruht nach meiner persönlichen Ansicht indirekt auf durch das EEG erzwungenen Subventionsgeldern, die bei Ihnen und mir über Jahre via Stromrechnung einkassiert wurden und letztlich die Taschen von Unternehmern wie Herrn Asbeck füllten. Laut Wirtschaftswoche übrigens -> mindestens 75 Millionen <- die Herr Asbeck verdient hat. Wenn Sie so wollen für mich also eine staatliche organisierte Umverteilung "von unten nach oben" aus den Brieftaschen Otto Normalverbrauchers in die Taschen der Solarindustrie. Mittlerweile ist ja auch in der Politik angekommen, dass das zu dramatischen Entwicklungen beim Strompreis führt und das Schwarze-Peter-Spiel hat schon begonnen.

Herr Asbeck von Solarworld dürfte diese meine persönliche Einschätzung wahrscheinlich nicht teilen, zumindest nicht wenn man seinen letzten Einlassungen folgt, nach denen am Niedergang von Solarworld & Co. ja vor allem die bösen Chinesen mit ihren Dumpingpreisen schuld sind. Jetzt ist es auch unbestreitbar, dass der Wettbewerbsdruck hoch ist und die Chinesen mit weit geringeren Kosten operieren können und sich auch nicht schämen, Wissen und Technologie auf nach westlichen Massstäben rechtlich fragwürdige Art und Weise an sich zu bringen. Insofern hat Herr Asbeck ja auch nicht völlig unrecht.

Nur würde ich gerne mal wissen, in welcher Branche das anders ist ? Überall konkurrieren deutsche Mittelständler mit China und überall haben sie mit Kostennachteilen, Industriespionage und Dumpingangeboten zu kämpfen. Und trotzdem halten diese Mittelständler die Nase oben und behaupten sich aus eigener Kraft durch Innovationskraft. Nur die Solarindustrie kann das nicht, warum wohl ?

Meine ebenso harte wie persönliche Meinung ist: weil es diese aufgeblähte Industrie ohne die Subventionen des EEG nie gegeben hätte und Unternehmer wie Herr Asbeck nun nicht Multimillionäre wären. Wir hätten heute eine andere Solarindustrie, kleiner, härter, innovativer, besser organisiert. Eine Solarindustrie die wie andere Branchen aus eigener Kraft gegen China bestehen könnnte. Denn Subventionen machen fett und lahm, sich dem harten Wettbewerb stellen zu müssen macht dagegen fit und innovativ, wie weite Teile des deutschen Mittelstands immer wieder aufs Neue beweisen.

Aber wie auch immer, zurück zum Thema Turnaround Aktien. Was ich mit dem Ausflug zu Solarworld sagen will ist, dass es sehr wichtig ist nur bei solchen Aktien auf einen Turnaround zu setzen, die ein etabliertes, eigenständiges und profitables Geschäftsmodell haben und nur temporär unter exogenen Faktoren leiden.

So ein Unternehmen ist für mich Wacker Chemie (WKN WCH888) - Ein Unternehmen der Spezialchemie, das im Bereich Polysilizium auch unter dem "Solardesaster" leidet, dadurch aber nicht in der Existenz in Frage gestellt wird.

Aber selbst wenn man so ein Unternehmen identifiziert hat, ist der typische Ablauf bei derartigen Situationen immer ähnlich. Der Kurs fängt schon zu einem Zeitpunkt an zu fallen, wo die Mehrheit die grundlegenden Probleme noch nicht sehen kann. Dann notiert der Kurs 20% unter Höchstkurs und die ersten "Schnäppchenjäger" kaufen wieder. Der Kurs fällt aber weiter. Bald notiert er 40% tiefer und jetzt ist die Aktie wirklich "saubillig" - nur der Kurs fällt trotzdem weiter. 😉

Und so geht es schmerzhaft weiter. Der Kurs fällt und fällt und immer wieder verbrennen sich Anleger die Finger, weil sie die Aktie nach den alten Massstäben für billig halten. Der Fehler den die Anleger machen, ist die Aktie immer noch aus der alten Brille zu betrachten und zu übersehen, dass es schon längst ein "New Normal" gibt. Und so geht es schmerzhaft weiter, über Monate und Jahre, bis irgendwann niemand mehr ein Pfennig darauf setzen will, dass diese Aktie je wieder dreht.

Dann, genau an diesem Tag, hat der Kurs seinen Tiefpunkt erreicht und setzt aus dem "Nichts" und ohne Nachricht zu einer Rally an. Alle Anleger, die vorher immer wieder ins fallende Messer griffen, sind nicht mehr dabei und haben die Aktie frustriert beiseite gelegt.

Nun haussiert der Kurs, ausgehend von den tiefen Niveaus im hohen zweistelligen Prozentbereich, obwohl diese Bewegung aus langfristiger Sicht nicht mehr als ein "Zacken" im langfristigen Abwärtstrend ist. Nachdem die Aktie über Tage und Wochen hochgelaufen ist, werden nun auch die ersten der alten Anleger wieder aufmerksam und trauen sich - angeregt durch die gute Stimmung in den Medien - einen ersten Fuss in die Aktie zu stellen.

Genau das ist der Tag, an dem die Aufwärtsbewegung ausläuft und die Aktie zu einer bösen Korrektur ansetzt. Eine Korrektur, die typischerweise ca. die Hälfte des ursprünglichen Anstiegs wieder auslöscht und die Anleger endgültig aus der Aktie vertreibt.

Dann erst ist die Situation so bereinigt, dass die Aktie bereit für eine dauerhafte Aufwärtsbewegung ist - der nächste mehrjährige Anstieg kann kommen. 🙂

Schauen wir auf Wacker Chemie, könnte es gut sein, dass sich die Aktie im Moment genau an diesem Punkt der auslaufenden ersten 50% Korrektur befindet. Schauen Sie selbst auf die Charts und ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse.

Erstens das 4-Stunden-Chart seit Oktober 2012 mit dem zulaufenden Dreieck, dass sich mit statistisch höherer Wahrscheinlichkeit nach oben auflöst:

Wacker Chemie Turnaround 04.02.13

Zweitens das Wochenchart seit 2007, das die Korrektur und Gegenbewegung in eine grössere Perspektive stellt. Sie sehen, die potentielle Cup&Handle Umkehrformation und Sie sehen auch, wie der Abgabedruck ausläuft und Raum für eine potentielle grosse Wendeformation bietet:

Wacker Chemie Umkehrformation 04.02.13

Wie immer kann alles ganz anders kommen und ein Stop dürfte auch hier sinnvoll sein. Aber selbst wenn Wacker Chemie doch wieder nach unten dreht und neue Tiefs generiert: ich sehe im Moment nichts, was gegen ein dauerhaftes Überleben von Wacker Chemie sprechen würde und dann dürfte aus langfristiger Perspektive der Tiefpunkt nicht mehr allzu weit entfernt sein.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Silber – 11.10.12 – Warum die Markttechnik nach einem bullischen Ausbruch riecht !

10:00 Uhr

Heute möchte ich Ihren Blick auf den Chart von Silber richten, denn der sieht für mich danach aus, als ob das Edelmetall vor einem weiteren Schub nach oben steht. Was das für die Minenwerte wie Hecla Mining bedeuten würde, dürfte wohl klar sein.

Schauen wir zunächst auf das Tageschart von XAGUSD:

Mr. Market sagt uns mit diesem Chart mehrere spannende Dinge:

  1. Silber (XAGUSD) hat den starken Anstieg seit Juli nun in einer Seitwärtskonsolidierung verarbeitet, die als Tiefpunkt 33,3 USD hatte und genau unter dem 38er Fibo Retracement des "grossen Absturzes" von 2011 stattfand.
  2. Eine derartige Seitwärtskonsolidierung ohne signifikant vom Anstieg abzugeben ist sehr bullisch zu werten. Der Markt zeigt damit seine innere Stärke, die Chartformation sieht nach einer Bullenflagge aus.
  3. Ein Bewegung nach oben zum 50er Fibo Retracement bei 37,9 USD hat damit eine höhere Wahrscheinlichkeit, als ein Absturz von diesem Niveau.
  4. Eine nachhaltige Bewegung über das 38er Fibo Retracement nach oben, sollte einiges an Dynamik entfalten, da Silber die Zone um 35 USD nun seit 2011 dreimal signifikant getestet hat. Ein Ausbruch hat also Bedeutung und wird deshalb frisches Geld anziehen. Welche Dynamik derartige Entscheidungszonen entfalten, kann man diesen Februar beobachten, als ein Ausbruch fehlschlug und folgerichtig zu einer dynamischen Bewegung in die Gegenrichtung führte, ganz konform zur "Gummibandtheorie".
  5. Ein sauberer Stop für den "Fall des Falles" ist recht einfach und zuverlässig zu ziehen, denn unter den Tiefpunkt der Konsolidierung sollte Silber nun nicht mehr fallen, wenn ein Ausbruch nach oben tatsächlich bevorsteht. 32,9 USD ist für mich also ein sinnvolles Stopniveau.

Schauen wir auf den gleichen Chart aus Stundensicht, entfaltet sich ein ebenso eindrucksvolles Bild:

Es könnte sein, dass heute ein Ausbruch bevorsteht und sich damit eine Untertassen-Umkehrformation bildet. Der "Henkel" dieser Untertasse läge dann genau auf dem obigen 38er Fibo-Retracement, passend zum obigen Chartbild. Ich denke heute Abend werden wir mehr wissen. Aber selbst wenn dieser Ausbruch noch etwas auf sich warten lässt und heute nicht kommt, illustriert der Kursverlauf der letzten Tage doch die grosse innere Stärke im Silberkurs, der scheinbar nicht mehr unter 33 USD fallen will.

Alles in allem also ein schönes Setup mit höheren Wahrscheinlichkeiten für steigende Kurse als für das Gegenteil. Aber auch wenn ich es hier schon tausend mal geschrieben habe, muss ich es für neue Leser wiederholen: Wahrscheinlichkeiten sind keine Gewissheiten ! Auch das Unwahrscheinliche kann eintreten und genau dafür gibt es den Stop, der Sie vor grösserem Schaden bewahrt. Das Schöne an der aktuellen Situation bei Silber ist, dass uns Mr. Market mit seiner klaren Konsolidierung ein ebenso zuverlässiges, wie nahe am aktuellen Kurs liegendes Stopniveau schenkt.

Ganz spannend und lehrreich ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, wenn Sie sich meinen Artikel zu einem Silber-Trade vom 31.07.12 -> hier <- noch einmal zu Gemüte führen und mal schauen, was aus den Annahmen vom 31.07.12 real geworden ist.

Ihr Hari

PS 13:00 Uhr: Ich habe vom heutigen Tag einen ganz ähnlichen Artikel gefunden, der zu einem völlig anderen Ergebnis kommt. Schauen Sie -> hier <-. Das zeigt, wie man die selbe Sache aus unterschiedlichem Blickwinkel ganz anders interpretieren kann.

Gerne wird dieser Interpretationsspielraum gegen markt- und charttechnische Analysen angeführt. Diese Sicht zeugt aber nur davon, dass das Thema vom Kritiker nicht ausreichend durchdrungen wurde. Denn auch bei der Charttechnik - wie überall in Sachen Börse - geht es nicht um Sicherheiten, sondern um Szenarien mit Wahrscheinlichkeiten. Und wenn Sie jetzt die Long-Wette spielen, hat Ihnen die obige Analyse zu einem so sauberen Stop und Setup verholfen, dass Sie nun ganz entspannt abwarten können wie das Szenario sich entwickelt. Ohne diese Analyse würden Sie im Ungefähren, ohne klare Massstäbe und Marken herum eiern, mit den bekannten Folgen, dass am Ende zu hohe Verluste dabei heraus kommen.

Sehen Sie die hier verlinkte Analyse also als ein alternatives Szenario, dass durchaus eintreten kann, auch wenn ich es für etwas weniger wahrscheinlich als den bullischen Case halte. Der gute Setup des Trades entbindet uns aber davon, darüber zu lange zu grübeln. Einfach abwarten. Und sollte der Trade gegen einen laufen, sollte man nicht lange zögern, sondern den geringen Verlust fressen und gleich zum nächsten guten Setup wechseln. Wer so handelt, dem wird am Ende die Wahrscheinlichkeit zu einem guten Ertrag seiner Aktivitäten verhelfen.

Das Geheimnis guter Trades ist nicht recht zu haben, falsch zu liegen ist völlig normal und gehört dazu. Das Geheimnis besteht darin, nur die sauber definierten "guten" Trades mit klarem Chance/Risiko Verhältnis zu machen. Und darüber hinaus Verluste hart zu begrenzen und Gewinnen Raum zum Laufen zu geben. Erfolg ist dann das logische, weil statistisch wahrscheinliche, Ergebnis.

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Marktupdate – 20.06.12 – Post FED Wrap Up

20:40 Uhr

Ben Bernanke spricht noch in der Pressekonferenz, CNBC läuft bei mir im Hintergrund und ich höre mit einem Ohr zu. 😉 Ein paar Gedanken zum Thema in looser Folge:

(1)

Die FED verlängert Operation Twist bis Ende des Jahres und trifft damit die Erwartungen des Marktes. Als unmittelbare Reaktion gab es leichte Schwäche, die den S&P500 bis 1345 herab brachte und damit nahe an die Nackenlinie der Cup&Handle Formation heran. Dann setzten Kaufprogramme ein, die den Index über 1360 bis fast zu den gestrigen Hochs brachten. Während der Pressekonferenz schwang sich der Index dann mit minimaler Schwäche wieder in der Nähe der Eröffnung um die 1350 ein. Bernanke hat damit wieder gezeigt, dass er in der Lage ist, die Erwartungen des Marktes im Vorfeld zu managen. So bleibt der heutige Tag bisher weit ruhiger als erwartet.

(2)

Die bullischen Marktstrukturen bleiben damit erhalten und technisch steht einem Lauf des S&P500 bis 1400 nach meiner Ansicht nun nichts mehr im Wege. Der DAX sollte im Zuge dieser Bewegung mindestens die 6600 testen. Damit der DAX auch einen Teil seiner Unterperformance aufholt - denn bei S&P500 1400 sollte der DAX eher bei 7000 stehen - dürften überzeugende Beschlüsse beim EU Gipfel Ende des Monats nötig sein. Bis dahin, bis zum Gipfel, stehen die Chancen nun von der Markttechnik her gut für weiter positives Börsenwetter. Wobei Europa und auch der DAX nach wie vor relativ schwach gegenüber den US Indizes bleiben dürften, solange keine grössere Sicherheit über die Zukunft der Euro-Zone herrscht. Auch das "End of Quarter Window Dressing" könnte den Markt bis Ende kommender Woche weiter stützen.

(3)

Mein Eindruck aus den politischen Nachrichten ist, dass sich die Euro-Zone tatsächlich in die Denkrichtung einer "Banken-Union", also einer Vergemeinschaftung der Banken-Risiken und Kontrolle bewegt. Auch -> solche <- aktuellen Statements bestätigen mir diese Sicht. Sollte dergleichen beim EU Gipfel beschlossen werden, könnte das die Grundlage für eine Sommerrally legen, die dann durchaus bis September laufen könnte.

(4)

Spätestens ab September dürfte sich der immer vorausschauende Markt aber verstärkt mit der US Präsidenten-Wahl beschäftigen und sich zunehmend um den "Fiscal-Cliff" im US Budget Anfang kommenden Jahres sorgen.

(5)

Trotz dieser kurzfristig eher positiven Börsenaussichten, sollten wir nie vergessen, das wir immer noch Sklaven der Pirouetten der Euro-Krise bleiben. Wenn es Griechenland wie schon so oft schafft, uns auf dem falschen Fuss zu erwischen, kann alles ganz schnell anders aussehen.

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Marktupdate – 19.06.12 – Bullische ETF Charts

18:00 Uhr

Ich mache heute mal ein kleines Experiment, ich zeige Ihnen aktuelle Charts Stand 18 Uhr mit bullischen Chartmustern, worum es sich handelt, sage ich erst hinterher. 😉

Es handelt sich durchweg um ETFs, die bullische Struktur ist also eine Aussage für ein ganzes Aktiensegment.

Weitere Kommentare meinerseits gibt es nicht, vielleicht bringt es Sie ja auf Ideen.

(1) Tageschart seit Jahresanfang in USD

Es handelt sich um den ETF XLE - Energy Select Sector SPDR - in dem die grossen US Energiewerte enthalten sind, also Chevron, Exxon & Co. Siehe -> hier <-.

(2) Tageschart seit Jahresanfang in USD

Das ist der S&P500 Future, mit seinem Kursziel 1400 ! Wenn die leichte FED Enttäuschung morgen kommen sollte, wäre das idealerweise ein Rücksetzer auf die Nackenlinie bei 1338, der das bullische Muster dann aber nicht ausser Kraft setzen würde.

(3) Wochenchart seit 2008 in EUR

Das ist der ETF "iShares MSCI Far East ex Japan" (WKN A0HGZS), der das süd-ost-asiatische Aktienuniversum der Bluechips - ohne Japan und Indien - abbildet. Grösste Einzelposition ist Samsung, siehe -> hier <-

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Marktupdate – 15.06.12 – Cup&Handle im S&P500 kurz vor Aktivierung

10:15

Sie erinnern sich sicher an meinen -> Artikel zum S&P500 von Dienstag <-, in dem ich Ihnen die sich formierende Cup&Handle Formation im S&P500 nahe brachte. Diese ist um so bedeutender, als das rechnerische Kursziel der Formation bei ca. 1400 liegt, eine Aktivierung aufgrund Bruch der Nackenlinie, wäre also mit der potentiellen Rückkehr der Indizes zu den Jahreshöchstständen verbunden.

Wie ich Ihnen in meinen "Live Tips" schon gestern Abend nahe brachte, reagiert der Markt positiv auf die Signale, dass die Notenbanken bereit sind, am Montag massiv zu intervenieren falls notwendig. Eigentlich sollte das ja niemanden überraschen, denn wer mit klarem Verstand hat mit etwas anderem gerechnet ? Das Mr. Market trotzdem erleichtert auf diese Nachricht reagiert, zeigt mir, wie nervös und ängstlich die aktuelle Stimmung ist, was im Sinne des Sentiments eher ein positives Signal ist.

Ich möchte deshalb noch einmal in Erinnerung rufen, was ich Ihnen gestern im -> Strategieupdate <- schon sagte: die Wahrscheinlichkeit, dass wir am Montag einen positiven Tag an den Börsen erleben, ist höher als das Gegenteil ! Das aktuelle Verhalten des Marktes bestätigt mir das Bild.

Sicher darf man nicht vergessen, dass heute in den US "Options Expiration" ist und man daher nicht jede Kursbewegung ernst nehmen darf. Und sicher ist davon auszugehen, dass im heutigen späten Handel wieder Gewinnmitnahmen einsetzen werden, weil sich niemand über das Wochenende exponieren will. Ich denke aber, die Griechenland-Wahl bietet nun nur noch wenig negatives Überraschungspotential, denn mit einem Sieg der radikalen Linken rechnet der Markt ja schon und auch ansonsten ist das Szenario rauf und runter durchdiskutiert. Eine Überraschung wäre eher das Gegenteil, ein überzeugender Sieg der Nea Demokratia, der den Börsen am Montag sicher helfen würde.

Bedenken Sie bitte auch, dass schon ab Montag Nachmittag die Griechenland-Wahl vom Radar des Marktes verschwunden sein dürfte und alle Augen nur noch auf die FED starren. Hier, bei der FED, besteht durchaus negatives Überraschungspotential, aber das ist ein Risiko, mit dem wir uns erst ab Dienstag Abend auseinander setzen müssen.

Vor diesem Hintergrund wird es bedeutend sein, ob es dem S&P500 heute nachhaltig gelingt die beschriebene Cup&Handle Formation in Bewegung zu setzen. Um die Nackenlinie zu brechen ist es notwendig, dass der S&P500 die 1338 nimmt, die Futures sind aktuell schon nahe dran. Allerdings reicht eine kurze Bewegung darüber nicht aus, wir müssen auch oberhalb 1338 schliessen. Sollte das gelingen und die Gewinnmitnahmen im späten Handel heute ausfallen, darf man das als ein positives Signal von Mr. Market werten, dann ist eine positive Erwartung von "Big Money" bestätigt.

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Marktupdate – 12.06.12 – Kursziel 1400 im S&P500 ?

17.30 Uhr

Heute haben wir ein klassisches Intraday-Reversal im S&P500. Während in der ersten Stunde die privaten Anleger die schlechte Stimmung von gestern durch weitere Verkaufsaufträge verarbeiteten, traten Punkt 16.30 Uhr die Kaufprogramme der "Big Boys" auf den Plan und liessen die Anleger ganz schlecht aussehen, die im frühen Handel mit Verlust verkauft hatten. Auch die POMO Operation der FED trug zur Rally bei.

Es ist erstaunlich zu sehen, wie das immer wieder nach dem gleichen Muster abläuft. Vergessen Sie also nicht die Regel: laufen Sie nie in der ersten Handelsstunde der Stimmung des Vortages hinterher !

Mit dem heutigen Tag wurde die Cup&Handle Formation, die ich Ihnen schon gestern zeigte noch deutlicher sichtbar. Ein Grund für mich, diese Ihnen mal nicht auf Basis der Futures, sondern direkt auf dem S&P500 Index basierend zu zeigen. Der Unterschied liegt darin, dass die Futures längere Handelszeiten haben, so verschwindet die "Anomalie" der Spanien-"Rettung" im Kursbild fast völlig, wenn man sich wie unten den orginalen Index zur regulären Handelszeit ab 15.30 Uhr im Stundenchart (Kerze=1 Stunde) anschaut.

Diese Formation hat eine Nackenlinie bei ca. 1338, das bedeutet erst wenn diese Nackenlinie gebrochen wurde, ist die technische Formation auch bestätigt und aktiv, nicht vorher !

Das Besondere ist aber, dass das rechnerische Kursziel dieser Formation dann bei ca. 1400 im S&P500 liegen würde, was im DAX wohl 7000 bedeuten könnte. Es handelt sich also um eine sehr bedeutende Richtungsentscheidung ! Schaut man sich eine mögliche Ausprägung der rechten Schulter an, während also ein Szenario denkbar, in dem wir noch diese Woche die Schulter formen und am kommenden Montag nach der Griechenland-Wahl in Form einer Erleichterungsrally die 1338 nehmen. Das wäre dann der Auslöser einer grossen Sommer-Rally, die uns in den breiten Indizes bin in den Bereich der Höchststände bringen würde.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal mit einem gerne gemachten Missverständnis aufräumen. Diese sich bildende Cup&Handle Formation bedeutet aktuell gar nichts, sie vergrössert die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios mit keinem einzigen Prozent, ganz egal wie hübsch das Muster aktuell schon aussieht. Und auch der Wahlausgang am Sonntag und die Reaktion des Marktes am Montag werden dadurch in ihren Wahrscheinlichkeiten nicht beeinflusst. Es bleibt also dabei, dass die Richtung des Marktes ab Montag völlig offen ist !

Man muss diese sich bildenden Muster vielmehr anders herum lesen: WENN sich das Muster durch Bruch der Nackenlinie vollendet, DANN ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass wir auch bis 1400 im S&P500 hoch laufen. WENN -> DANN, vergessen Sie das nie ! Solche sich bildenden Muster sind erst dann relevant, wenn sie vollzogen und damit aktiviert sind.

Und die Relevanz entsteht unter anderem daraus, dass die Algos derartige Muster traden. Das ist eine Art selbsterfüllende Prophezeihung, wenn alle nach Bruch der Nackenlinie auf die Bewegung bis 1400 setzen, dann kommt sie auch, weil das Geld dafür in den Markt fliesst.

Die richtige technische Strategie in Anbetracht dieser Möglichkeit ist nun also nicht, jetzt rein auf Hoffnung darauf zu setzen, dass sich diese Formation vollendet. Das wäre blindes Raten und es kann ebenso sein, dass die Formation schon morgen negiert wird.

Richtig wäre vielmehr, sobald die 1338 durchschlagen und die Formation aktiv ist, ohne zu Zögern auf die restlichen 60 Punkte (oder 5%) hoch bis 1400 zu wetten. Und das gut abgesichert mit einem Stop bei ca. 1330, falls die Formation dann doch zusammenbricht. Das ist dann ein Trade mit einem positiven Chance/Risiko Verhältnis und mehr kann man im Markt nicht erreichen, Sicherheit ist eine Illusion.

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Marktupdate – S&P500 Umkehrformation

22 Uhr - Handelsschluss

Sie haben meine Meinung zu den politischen Geschehnissen in Europa heute ja zu Genüge lesen können. Und das der heutige Abverkauf nicht gerade das Zeichen von besonderer Überzeugung des Marktes war, ist wohl offensichtlich und braucht nicht weiter erklärt zu werden.

Trotzdem sollten wir mal ganz ohne Bias auf den Chart des Leitindex S&P500 schauen. Und da sehen wir, dass die Cup&Handle Formation keineswegs invalidiert ist. Genau genommen kann man die "Spanien-Rettung" als eine Anomalie interpretieren, die heute wieder bereinigt wurde. Es könnte sein, dass sich der rechte "Henkel" gerade formt.

Insofern ist Polen noch nicht verloren und wir sind auch immer noch über der 200 Tage Linie im S&P500 ! Interpretieren Sie also meine frustrierte und wütende Sicht auf unsere Politik bitte nicht als eine grundlegend negative Marktsicht für die kommenden Tage !

Ich bin, was den Markt angeht, immer noch neutral und rechne diese Woche zwar mit Hin- und Her, aber keiner Entscheidung über die grosse weitere Richtung. Diese Entscheidung dürfte erst die kommende Woche, mit Griechenland-Wahl und FED Sitzung bringen ! Ich denke die kommende Woche wird den Trend des Sommers an den Börsen bestimmen.

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Hari´s Märkte am Abend – 07.06.12 – China stimuliert – Bernanke enttäuscht

22 Uhr - Handelsschluss

Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Wie gestern antizipiert, hatten wir schon heute den Test der 200 Tage Linie bei gut 6200 im DAX. Wir schauten kurz darüber, konnten diese aber nicht halten, was aber durchaus normal ist.

Auslöser für die starke Bewegung war die überraschende Zinssenkung in China, die natürlich vor allem den Exportwerten im DAX besonders gut tat, angeführt vom Autosektor, der heute durch die Bank mit Gewinnen aus dem Handel ging.

Ab 16 Uhr sprach dann Ben Bernanke, der aber enttäuschte den Markt, weil er einfach gar nichts Neues sagte, die Rede hätte auch ein Roboter halten können. 😉 Was im Handelsblatt -> hier <- - in meinen Augen aber sachlich verfehlt - als Hinweis auf weitere Massnahmen gewertet wurde, ist nichts weiter als eine bekannte Formulierung, die von Ben Bernanke immer wieder benutzt wird und nicht mehr als die Tür für Massnahmen aufhält - nichts Neues also.

Die Reaktion des Marktes - der das auch genau so verstanden hatte - kam sofort und als Folge wurde querbeet ein Teil der Gewinne abgegeben, besonders hart traf es natürlich den Edelmetallsektor, der in freudiger Erwartung eines neues Stimulus schon gestiegen war, dazu später mehr.

In Summe war es aber ein positiver Tag an den Börsen, der durchaus Raum für eine weitere Aufwärtsbewegung lässt, wenn auch vielleicht nicht gleich am morgigen Freitag. Auch das der DAX die 200-Tage-Linie wieder verloren hat, muss man nicht überbewerten, denn im Leitindex S&P500 war der Bruch der 200-Tage-Linie ein typisches Fehlsignal - wie so oft in der Vergangenheit und im Zweifel sind die Signale des S&P500 höher zu bewerten, als die des DAX. Sehen Sie selbst im Tages-Chart, das ca. ein Jahr Kursverlauf abdeckt :

Übrigens, durchaus positiv wäre zu werten, wenn im S&P500 jetzt in den nächsten Tagen ein langsames Bröseln einsetzen würde, dass maximal die 200 Tage Linie bei ca. 1300 noch einmal von oben testet. Damit könnte sich nämlich ein Cup&Handle heraus bilden, ganz analog zum "rechten Henkel" vom Dezember letzten Jahres, den ich mit Pfeilen markiert habe. Wichtig ist bei der Bewertung dann, dass trotz "Bröseln" der RSI nicht abkippt, auch das war im Dezember der Fall und kündigte den folgenden Anstieg an.

Summa Summarum sehe ich im DAX durchaus Chancen, vor der Griechenland-Wahl noch bin an die 6400 heran zu kommen, dann spätestens sollten vor der Wahl aber Gewinnmitnahmen einsetzen, weil dann der Markt wieder auf Sicherheit spielen dürfte. Insofern ist es wohl keine schlechte Idee, weitere Anstiege oberhalb 6200 zunächst mal abzusichern und auch mal ein paar schnelle Gewinne mitzunehmen. Was nach dem 17.06.12 an den Börsen passiert, kann sowieso niemand vorher sagen, da muss man nicht unbedingt im totalen Blindflug mitwetten, zumal der Vorteil einer völlig überverkauften Markttechnik, wie wir sie vor einer Woche noch hatten, nun verflogen ist.

Insofern hat sich mein bullischer Bias von Anfang der Woche nun wieder normalisiert und ich bin wieder völlig neutral ohne Präferenz eingestellt. Ich sehe noch gut 200 Punkte kurzfristiges Potential im DAX nach oben, aber ebenso das Risiko, dass wir nun schon wieder abkippen. Erst nach dem 17.06.12 haben wir wohl die Chance auf nachhaltigere Trends, in welche Richtung auch immer.

Schmerzlich spürte der Edelmetallsektor heute, dass Bernanke keinerlei Signale für geldpolitische Lockerungsmassnahmen gab. Rein von der Marktechnik her, standen jetzt sowieso Gewinnmitnahmen an, was ich ja gestern Abend schon angekündigt hatte. Das diese Abgaben dann so unerwartet brutal ausfielen und im GDX heute zu bis zu 4% Minus führten, lag schlicht an der Enttäuschung über Bernanke. Das ganze "Hot Money" verliess heute den Sektor, was keineswegs schlecht sein muss. Denn der Boden den wir nun in den nächsten Tagen vielleicht finden, dürfte von "starken Händen" gehalten werden und kann dann als zuverlässiges Stop-Niveau für die kommenden Wochen genutzt werden.

Schauen Sie auf den Chart des GDX, dann sehen Sie, dass wir schon nahe an der Trendlinie sind. Eine Wende ist also schon Morgen möglich. Wahrscheinlicher finde ich aber, dass wir auch das Gap vom 01.06. noch schliessen und knapp unter 44 USD schauen, dort wo ich den Stern im Chart habe. Auch das würde mir noch keine Sorgen machen. Erst wenn wir auch das Tief vom 30.05. unterschreiten, dort wo bei ca. 42,8 USD ein steiler Anstieg begann und wo ich Ihnen im Chart eine dünne, waagerechte Linie eingezeichnet habe, würde ich ernsthaft nervös werden. Mein Stop liegt deshalb weiter bei 41 USD. Wenn wir die wieder sehen, ist etwas ganz und gar nicht in Ordnung und die Wende bei den Goldminen könnte sich dann als Bullenfalle heraus stellen. Dann bin ich draussen, ich halte dieses Szenario zwar für möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich.

Bemerkenswert ist übrigens, dass der europäischen Bankensektor nun seit einer Woche, seit dem 01.06.12, permanent nach oben läuft. Wie ich hier schon mehrfach anmerkte, ist das ein wichtiges Signal der Beruhigung und wenn diese Bewegung kippen sollte, ist auch im breiten Aktienmarkt wieder allergrösste Vorsicht angesagt ! Schauen Sie also wie ich jeden Tag auf die Entwicklung des iShares Eurostoxx Banks (WKN 628930), solange der weiter steigt, ist das für den breiten Markt wie das Signal einer grünen Ampel zu werten. Das bedeutet nicht zwingend das die Kurse steigen müssen, erhöht die Wahrscheinlichkeit aber ganz erheblich, da ein guter Teil des Absturzes der letzten Wochen ja auf der Angst vor Wirren in der Euro-Zone fusste.

Ein wichtiger Hinweis noch in eigener Sache:

Ich werde die kommenden 3 Wochen, also bis Ende Juni, hier im Blog etwas mit dem Format experimentieren. Das bedeutet unter anderem, dass die "Märkte am Abend" nicht mehr regelmässig und fix um 22 Uhr erscheinen werden. Statt dessen wird es öfter mal kurze Updates über den Tag geben. Was ich heute zu den Goldminen in einem Kommentar auf Johanns Frage schrieb, wäre so eine typische Gelegenheit für ein aktuelles Update.

Hintergrund sind private Erwägungen meinerseits. Einerseits hat ein fester Veröffentlichungstermin seine Vorteile, vor allem für Sie als Leser. Andererseits bedeutet es, dass ich jeden Tag, selbst an Feiertagen wie heute, spätestens ab 21 Uhr, oft früher, am Rechner sitze um den gesamten Artikel zu schreiben. Und das geht auf Kosten von Familie, Freunden und privaten Erwägungen, für die ich ab 20-21 Uhr dann nie zur Verfügung stehe. Natürlich sitze ich da oft sowieso, wenn ich die Wallstreet im späten Handel trade, aber das mache ich halt nicht immer und schliesse meine Bücher auch manchmal früher. Diese Flexibilität nimmt mir der feste Veröffentlichungstermin.

Sie können sich sicher denken, dass ich die umfangreichen Artikel auch nicht erst Abends schreibe, sondern diese über Tag vorbereite und ab 21 Uhr zusammen stelle, vervollständige und aktualisiere. Auch das ist ein Nachteil, weil es doppelte Arbeit macht, wenn ich schon fertige Teile umschreiben muss, weil der Markt dann im späten Handel doch noch eine Wendung vollzogen hat.

Das ist nun aber auch nicht als Abkehr vom Prinzip der "Märkte am Abend" um 22 Uhr zu werten, ich will in den kommenden Wochen einfach mal ergebnisoffen experimentieren und ausprobieren, wie sich ein anderer Rhythmus für mich anfühlt. Solange ich das hier ja kostenlos mache, habe ich ja auch die Freiheit dazu. Und dann schauen wir mal, wie sich das für uns alle anfühlt.

Natürlich ist mir auch wichtig, was meine aktiven Leser darüber denken, also die Leser, die sich hier auch selber einbringen. Deshalb werde ich dann Anfang Juli eine umfangreiche Umfrage für die registrierten Leser machen, was gut gefallen hat und was nicht. Ich werde diese Umfrage dann bei meiner Entscheidung für das weitere Format berücksichtigen. Natürlich freue ich mich auch schon vorher und jederzeit über Meinungsäusserungen, Vorschläge oder Ideen zum Thema.

Morgen am Freitag erscheinen die "Märkte am Abend" noch normal um 22 Uhr, nächste Woche geht es dann mit der Experimentierphase los.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 27.04.12 – Wochenabschluss

22 Uhr - Handelsschluss

Das war heute eine überzeugende Vorstellung der Bullen. Betrachtet man alleine den Indexstand, könnte man meinen, es sei ja nicht viel passiert. Wir hatten aber eine Herabstufung Spaniens und der Markt hat es verdaut, höhere Zinsen bei einer italienischen Anleihen-Auktion und der Markt hat es verdaut und zu guter Letzt ein richtig schlechtes Quartals-BIP in den USA und der Markt hat es auch verdaut !

In Anbetracht dieses Störfeuers also eine richtig überzeugende Vorstellung der Bullen, die in den US Indizes scheinbar die Kontrolle über den Markt zurückerlangt haben. Im S&P500 sind wir mit einem Schlussstand von 1403 nun nur noch ein gutes Prozent von den Jahreshöchstständen entfernt ! Wäre es im DAX ähnlich, würden wir aktuell bei 7100 notieren.

Nächste Woche stehen uns dann eine ganze Reihe Wirtschaftsdaten bevor - unter anderem der US Einkaufsmanagerindex am 01. Mai - bevor dann die Wahlen in Frankreich und Griechenland den "krönenden" Abschluss der nächsten Woche bilden. Zum Thema Hollande, Euro und Frankreich hat der ehemalige Chefredakteur der Spiegel Wirtschaftsredaktion und des Manager Magazins übrigens einen in meinen Augen ganz treffenden Artikel verfasst, den Sie hier unter dem Titel -> Superhits der Achtziger<- nachlesen können.

Es gibt also in den nächsten Wochen genug Futter für wilde Swings im Markt, in Anbetracht der zuversichtlichen Verfassung die Mr. Market nun zeigt, darf man aber durchaus mit einem ruhigen Optimismus auf die kommende Woche schauen. Technisch gesehen wurde im DAX die gestern dargestellte Cup&Handle Formation erneut bestätigt, aus dieser Sicht spricht nun viel dafür, dass wir uns im DAX demnächst auch mal wieder an der 7000er Marke versuchen werden.

Ein gesundes Mass an Skepsis kann aber weiterhin nicht schaden, ich rechne weiter damit, dass wir dieses Quartal an den Börsen noch einige "Aprilschauer" erleben werden. Ich selber werde daher bis auf weiteres die von mir definierte Range 6400-7100 im DAX spielen. Sprich bei Kursen oberhalb 6900 werde ich zunehmen abbauen und bei Kursen unter 6600 zunehmen kaufen. Sollte ich irgendwann Signale erkennen, die für einen starken Trend aus der Range heraus nach oben sprechen, werde ich diese Strategie anpassen. Bis dahin gilt aber für mich die oben genannte grundlegende "Schaukelstrategie".

Damit zu einzelnen Aktien:

Rheinmetall (WKN 703000) und Daimler (WKN 710000) lieferten Zahlen im Rahmen der Erwartungen, Rheinmetall leicht schwächer und Daimler leicht stärker als erwartet. Beide Zahlenwerke boten aber nichts, was aus meiner Sicht eine Neubewertung der Titel notwendig machen würde. Für die heutige Schwäche von Daimler in Anbetracht guter Zahlen habe ich keine vernünftige Erklärung - so ist das manchmal und dann bleibt nur abwarten. Ich bleibe bei beiden Aktien Long.

Einer meiner Favoriten, Continental (WKN 543900), lieferte heute ganz ausgezeichnete Zahlen und wurde vom Markt dafür mit 3% Plus belohnt. Ich habe diese Zahlen nun aber zum temporären Ausstieg genutzt. Grund sind keineswegs Zweifel an der Geschäftsentwicklung, sondern die Fragezeichen wie Schaefler nun ab Sommer mit seinen Anteilen an Continental umgeht. Eine aus der Krise 2008 datierende Beschränkung von Schaeffler läuft scheinbar dieses Jahr aus.

Ich kenne den detaillierten Inhalt der Klauseln nicht, aber die Vermutung ist naheliegend, dass die Klauseln Schaeffler in der unternehmerischen Freiheit begrenzt haben. Insofern, und in Anbetracht der bei Schaeffler wohl nach wie vor vorhandenen Schulden, sind für mich allerlei gesellschaftsrechtliche Szenarien denkbar, die den Aktienkurs beeinflussen könnten - gute, ebenso wie schlechte für den Kurs. Da ich ungern in Aktien investiere, wenn diese unter dem Risiko unberechenbarer externer Einflüsse stehen, bin ich nun erst einmal auf die Seitenlinie getreten. Nachdem diese Unsicherheit verschwunden ist, wird Continental aber sicher wieder in meinen Fokus geraten, denn an der ausgezeichneten Geschäftsentwicklung und den langfristig guten Perspektiven habe ich wenig Zweifel.

Einen riesigen Satz machte heute Wacker Chemie (WKN WCH888), nachdem der Vorstandsvorsitzender Rudolf Staudigl anlässlich des Betriebstarts der Anlagen in Nünchritz davon sprach, dass die Absatzmengen im 1. Quartal 2012 um knapp 50 Prozent höher waren als vor einem Jahr. Die entsprechende Pressemitteilung können Sie -> hier <- nachlesen.

Der Markt beantwortete das mit einem Feuerwerk, das Intraday zeitweise ein Plus von 10% erreichte. Besonders positiv ist, dass der Markt nach mässigen Abgaben bis 60€ herunter, sich dann erneut Richtung 63€ und damit 10% Plus bewegte. Das bedeutet, dass Mr. Market auch nach intensivem Nachdenken den heutigen Nachrichten hohe Bedeutung bemisst.

Wacker Chemie hatte zuletzt massiv unter den ins bodenlose gefallenen Polysilicium-Preisen gelitten und sollte sich dort nun eine nachhaltige Wende andeuten, wäre der Titel ein ganz heisser Kandidat für deutlich höhere Kurse. Mit der heutigen Bewegung beginnt der Markt also nun einen besseren Quartalsbericht am 04.05.12 und vor allem einen besseren Ausblick einzupreisen. Ich habe nach dem explosionsartigen Anstieg heute den leichten Rücksetzer genutzt, um bei 60,8€ eine erste spekulative Long-Position einzugehen.

Gold (XAUUSD) und die Goldminen arbeiten nun heftig an dem vor drei Tagen -> hier <- antizipierten Ausbruch. Das Preisverhalten sieht in dem Bereich weiter sehr vielversprechend aus, es ist aber noch zu früh um Vollzug zu melden. Insofern ist weiter Geduld gefragt, bisher läuft aber alles wie erwartet.

Wenn Sie Lust haben, schauen Sie auch mal am Wochenende bei Mr-Market.de vorbei, denn mit etwas Glück und abschliessender Arbeit schafft es ein neuer Gast-Artikel von "Tokay" zum Thema "Dont fight the Fed !" vielleicht dieses Wochenende in den Blog.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari