18. Die schönste aller Welten


Was sich aktuell an den Märkten darstellt, ist die schönste aller Welten, zumindest für den geneigten, diversifizierenden Aktienanleger. Es gibt übergeordnet nur eine Richtung, und zwar die nach oben.
So könnte es weitergehen und dem im Alter zur Verfügung stehenden Großvermögen dürfte nun nichts mehr im Wege stehen. Wer erst seit fünf Jahren am Markt mitspielt, könnte zu dieser Auffassung neigen.

Jetzt nun mahnend den Finger zu heben, sehe ich nicht als meinen vornehmlichen Beitrag zum Erhalt der Gesellschaft. Man katapultiert sich dabei auch leicht ins Abseits, da man als Schwarzmaler nicht der willkommenste Gast auf einer Party ist.
Aber ein wenig bedenklich ist die aktuelle Marktsituation schon, insbesondere weil wir uns in einer Phase der expansiven Notenbankpolitik befinden, die es in dieser Form noch nie gab. Behalten wir dies für uns, denn hören will das eh keiner.
Da kommt man sich manchmal wie der eigene Großvater vor, der da stets vorm großen Ungemach sprach, welches sich nicht einstellen wollte. Bis es sich dann einstellte.

Was mich nur wundert, ist das Phänomen, das gar nicht so viele Gäste auf der besagten Party sind. Von den grundsätzlich Desinteressierten mal abgesehen, steht eine Vielzahl der Schwarzmaler verdutzt im Abseits oder widmet seine Zeit lieber gleich der teuer erstandenen Immobilie in peripherer Lage einer Großstadt. Die muss jetzt auch richtig genutzt werden, um den Einsatz zumindest emotional wieder reinzuholen. 😉
Ich denke, das dies gerade hierzulande zu beobachten ist. Wer in Ihrem Umfeld, egal ob im beruflichen oder privaten, spricht denn von Aktienanlagen? Ich kann diesen Personenkreis an einer Hand abzählen. Wer dagegen redet ständig von dem eigenen Heim oder Immobilienanlagen im Allgemeinen? Die Antwort werden Sie sich selber geben können.
Dass es sich dabei um ein Klumpenrisiko handelt, ist vielen vermutlich nicht bewusst. Das Kapital ist auf eine Anlageklasse, hier Immobilien, konzentriert. Da bleibt dann wahrscheinlich gar nicht mehr so viel über, um an den Märkten mitzuspielen. Die Masse der risikobereiten Altersgruppe hat schlicht und ergreifend kein Geld mehr. Sie würden vermutlich gern investieren, können es aber nicht in ausreichendem Maße.

Eine Erfahrung aus der Vergangenheit ist, dass die Masse stets auf der falschen Seite steht. Dass die Masse noch nicht dem Aktienmarkt wohlgesonnen ist, kann dann doch als Indiz für weiter steigende Märkte gewertet werden. Oder ist das nur ein deutsches Phänomen? Dann wäre es von untergeordneter Bedeutung.
Die Märkte werden ja von den Zahlungsströmen zumeist weltweit agierender Adressen geleitet. Goldbergs Sentimentanalyse ist hier ja auch ein guter Beleg, für die geringe Bedeutung deutscher Privatanleger. Manchmal frage ich mich, wen er da überhaupt befragt? Ich selbst tue mich schwer, beim Auffinden dieser Spezies. Natürlich fehlt mir die entsprechende Infrastruktur, aber einige Möglichkeiten erschließen sich auch mir.

Gut, dass sich hier im Blog ein paar Gleichgesinnte zusammengetan haben, um sich mit der Thematik Geldanlage an den Kapitalmärkten mit eigenen Ideen und Beobachtungen aktiv auseinander zu setzen. Ganz ohne die Informationen und Tipps "wohlgesinnter" Dritter.
Es darf aber angenommen werden, dass wir eine gesellschaftliche Minderheit darstellen, so dass unsere Euphorie, die sich bei Betrachtung der Kurse und Depots manchmal einstellt, kein Massenphänomen darstellt, sondern vielmehr als Einzelschicksal betrachtet werden darf.

Wie auch immer. Trotz aller Bedenken, Sorgen und Einwände von dritter Seite: Wir leben aktuell in der schönsten aller Welten. Genießen wir sie mit Demut, aber genießen wir sie!

Let's Pix it!

Ihr StockPix



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