Auslaufende Katalysatoren – das 2. Quartal im Blick

Der folgende Artikel erschien zum Wochenstart am Montag 23.03.15 09:05 in Hari Live

Wir treten nun in eine gefährliche Marktphase ein, die von auslaufenden Katalysatoren und der Frage "was kommt danach" geprägt sein wird. Bitte übersetzen Sie "gefährlich" aber nicht in "muss fallen", denn so ist das nicht zu verstehen.

Es ist vielmehr eine Phase, in der die Treiber, die uns nun das ganze 1. Quartal begleitet haben, langsam mal für eine Pause gut sind. Und sich der Markt daher fragen muss, wie er die "Zukunft danach" bewertet, denn wir wissen, der Markt ist nichts weiter als die Summe der Erwartungen der Marktteilnehmer.

Der anstehende Quartalswechsel wird dazu beitragen, dass der Markt eine veränderte Sicht auf die Zukunft entwickeln könnte. Eigentlich ist das wie der Jahreswechsel nur ein ganz normaler Tag, aber in unseren Köpfen schliessen wir mit so Tagen die Vergangenheit ab und schauen aufs Neue gespannt nach vorne in die Zukunft.

Wesentlicher Treiber des ersten Quartals waren natürlich die Notenbanken, die von den drei grossen Währungen Dollar, Euro und Yen durchweg alle massiv stimulierend für die Asset-Preise agieren. Und dass insbesondere der sensationelle Anstieg des DAX in hohem Masse mit den Notenbanken und deren Effekt auf die Währungen zu tun hat, ist ja offensichtlich.

Schauen wir ins 2. Quartal, ist aber schwer vorstellbar, wo von Seiten der Notenbanken nun noch additive, positive Katalyasatoren herkommen sollen. Die EZB ist maximal stimulierend, die BoJ sowieso und die FED weicht ihren Zinserhöhungspfad weiter auf und bleibt auch unterstützend. Mehr geht eigentlich nicht bzw ist schwer vorstellbar. Und das Wissen um die Stimulierung der Notenbanken, ist nun in den Kursen eingearbeitet.

Einen so positiven Impakt, wie es ab Mitte Januar das EZB QE ausgelöst hat, wird es im 2. Quartal also von den Notenbanken wohl kaum geben können. Das heisst nicht, dass deswegen die Welt zusammen bricht, das QE der EZB läuft und wird stützen. Aber niemand sollte erwarten, dass wieder so leichtes Geld auf der Long-Seite zu verdienen ist, wie nach der QE Ankündigung der EZB, wo alle Signale in die Richtung nach oben wiesen.

Gleichzeitig beginnt Mitte April die Quartalssaison in den US und der Markt wird sehr kritisch und vorsichtig sein, was den Effekt des starken Dollars angeht, der im 1. Quartal für die US Unternehmen sehr deutlich spürbar sein sollte. Schwäche Anfang April in Erwartung unbefriedigender Zahlen in den US, wäre also kein bisschen überraschend. Und dass der DAX mal eine Verschnaufpause braucht, ist ja wohl selbsterklärend.

Mein grundsätzliches Bild für die kommenden 4 Wochen sieht daher vom Grundsatz her so aus, dass in dieser Woche noch nicht so furchtbar viel passieren wird und der S&P500 die Hochs um die 2120 testen könnte. Auch der DAX könnte die Hochs erneut testen und vielleicht übersteigen.

Die ersten zwei April Wochen scheinen mir aber anfällig zu sein und die Hochs könnten also zu einem temporären Doppeltop werden. Und weiter als bis Mitte April hinein, fühle ich mich im Moment nicht in der Lage, irgend etwas zu antizipieren.

Schauen wir uns das mal im Leitindex S&P500 an, zunächst im langfristigen Chart mit Wochenkerzen:

S&P500 23.03.15

Wir sehen einen etablierten und bestehenden Trend und kein Signal, das diesen in Frage stellt. Wir sehen aber auch, dass die Steigung langsam nachlässt und können die 50-Wochen-Linie (die fast mit der 200-Tage-Linie korreliert) als wichtige Wetterscheide identifizieren, die den Trend trägt.

Was wiederum bedeutet, dass die Zone um die runde 2000er Marke nun in den kommenden Wochen sehr, sehr wichtig wird, die ich mit einem roten, flachen Kreis markiert habe. Wenn die fällt, haben wir wohl einen Trendbruch und das sollte daher auch die Zone sein, in der unser Risikomanagement greifen muss!

Im kurzfristigeren Blick auf die Stundenkerzen, sehen wir die schöne Wendestruktur mit Measured Move 2120 und es spricht viel dafür, dass diese Marke erreicht wird - möglicherweise gegen Ende der Woche, nachdem Anfang der Woche leichte Schwäche ansteht:

S&P500 23.03.15 2

Wenn der Measured Move erreicht ist, stellt sich die wichtige "Doppeltop oder Trendfortsetzung" Frage und wie oben angedeutet, kann ich mir in den April hinein eine Doppeltopstruktur gut vorstellen, deren wichtiger Test dann - siehe oben - um die 2000 im S&P500 ansteht.

Fazit:

Anfang dieser Woche wäre leichte Schwäche kein Wunder. Typisch wäre aber auch, dass zum Quartalsende hin noch einmal ein Anlauf zu den Hochs folgt.

In den April hinein, ist insbesondere Anfang April Vorsicht ratsam, die Quartalssaison in den US wird sehr kritisch beäugt werden und die Notenbanken werden als Taktgeber etwas in den Hintergrund treten.

Über den April hinaus, bin ich nicht in der Lage sinnvolle Dinge zu antizipieren, zu viele Bälle sind in der Luft und das Thema Griechenland ist ja immer noch in der Schwebe und kann nicht ewig so weitergehen. Dass das Land aus dem Euro raus muss, ist offensichtlich, auch wenn es die Politik gegen jede wirtschaftliche Vernunft nicht wahr haben will. Was nun läuft, ist das "Schwarze Peter" Spiel, denn wenn Syriza einen Euro-Exit als Partei überleben will, brauchen sie Schuldige, auf die sie innenpolitisch zeigen können.

Ich bin zwar überzeugt, dass ein Grexit dem Markt letztlich nicht schaden wird und den Euro sogar stärken, aber in der wilden Phase des Austritts, wird es so viele Schuldzuweisungen und Chaos geben, dass der Unsicherheit hassende Markt selbstverständlich davon nicht völlig unbeeindruckt bleiben wird.

Was uns als sinnvolle Strategie bleibt, ist also weiter die "alte Leier" der Trendfolge, jeweils auf den zum eigenen Anlagehorizont passenden Zeitebenen. Beim DAX sollte man sicher nach unten härter begrenzen als im S&P500, einfach weil die Überdehnung nach oben viel grösser ist. Denn wir wissen ja, dass die Bewegung eines Pendels immer damit zu tun hat, wie stark es vorher in die Gegenrichtung ging.

Was Wirtschaftsdaten angeht, haben wir diese Woche allerlei und auch jede Menge Reden von Notenbank-Mitglieder. Insbesondere die FED Mitglieder sind ja nach einer Sitzung medial sehr aktiv, wenn die Schweigephase endlich vorbei ist und man sich wieder medial produzieren kann. 😉

Es gibt die kommende Woche aber keinen dominanten und massiv antizipierten Termin, wie letzte Woche mit der FED. Insofern wird es besonders spannend aber auch unsicher, denn der Markt hat weniger Leitplanken zur Orientierung.

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche!

Ihr Hari

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S&P500, DAX und Co. – Doppeltop oder kaufbarer Dip ?

Die -> FOMC Minutes <-, also die Sitzungsprotokolle der letzten FED Sitzung, haben den Markt gestern an einem wunden Punkt getroffen.

Denn überraschend war für den Markt zweierlei. Erstens die Differenzen im Gremien über die weitere Richtung. Und zweitens die Tatsache, dass namhafte Mitglieder sogar schon den Zinssatz ins Spiel bringen, was eine bedeutende Entwicklung wäre.

Diese Mitglieder sind zwar noch nicht in der Mehrheit, aber das Mr. Market darauf verstört reagiert und man den Einschlag auch bei Gold sofort merkt, ist gut verständlich. Die schweizer Finanz und Wirtschaft hat den Sachverhalt im Artikel -> Die FED nimmt die Zinsfrage wieder auf die Agenda <- gut auf den Punkt gebracht.

Diese Überraschung trifft auf einen Markt, der sowieso schon technisch überkauft ist und vor der Frage "Doppeltop oder Ausbruch" steht. Insofern sind das nun ganz entscheidende Tage für die mittelfristige weitere Marktrichtung.

Wir wissen aber nicht, ob der Markt noch die Kraft zu neuen Hochs hat oder ob wir nun wirklich in eine grössere Korrektur eintreten. Das müssen wir als kompetente Anleger aber auch gar nicht wissen - das Fabulieren wie es weiter geht, überlassen wir denen, die mit "Prognosiritis" ihr Geld verdienen und ihre Klickzahlen generieren.

Was wir dagegen haben müssen, ist einen Plan, wie wir mit den verschiedenen Eventualitäten umgehen. Einen Plan, den wir dann auch konsequent umsetzen. Und wie der für eine mittelfristige Anlage in den Indizes aussehen könnte, will ich Ihnen anhand des Tagescharts des Leitindex S&P500 und dreier möglicher Szenarien zeigen.

S&P500 Tag 20.02.14

Sie sehen drei mögliche Stufen für ein sinnvolles Risikomanagement auf mittelfristiger Zeitebene. Die Zone um 1810 USD (Stop 1) trennt einen bullischen Dip von "mehr". Stop 2 sollte Ihnen noch aus den langen Kämpfen des Marktes vor Weihnachten bekannt sein. Und der Exit ist nun doppelt durch das Tief vom 05.02.14 aber auch durch das Hoch vom 19.09.13 definiert. Und genau dort dürfte in ein paar Tagen dann auch die 200-Tage-Linie liegen. Eine schnelle Rückkehr zu diesem Niveau wäre also eine sehr bärische Entwicklung und würde das Doppeltop wohl zementieren.

Zusätzlich habe ich Ihnen drei mögliche Szenarien eingezeichnet. Welches Szenario sich heraus bildet, steht völlig in den Sternen. Wobei der übergeordnete Trend immer noch aufwärts ist und deswegen hat insbesondere das bullische Szenario unsere Aufmerksamkeit verdient.

Wichtig ist aber, dass wir unser Handeln an den Märkten nach einem Plan von dem tatsächlichen Geschehen ableiten und nicht jetzt aus dem Bauch heraus und getrieben durch Angst oder Gier "irgendwas" machen.

Den DAX können Sie aus diesem Bild des S&P500 natürlich ableiten. Ich selber arbeite lieber mit dem S&P500, weil dort die Signale eindeutiger sind. Und das die Wallstreet den Takt vorgibt, dem der DAX dann folgt, konnte man ja auch wieder gestern Abend versus heute früh feststellen.

Entwickeln Sie nun einen Plan und handeln Sie konsequent danach. Das ist schon die halbe Miete !

Ob wir nun wirklich ein Doppeltop bekommen und damit eine erhebliche Korrektur erst vor uns liegt - oder ob das nur wieder ein kaufbarer Dip ist - das weiss nur der Wind. Gut vorbereitet und mit durchdachten Zügen, können kluge Anleger aber selbst Stürme unbeschadet überstehen !

Und wenn Sie lernen wollen, wie man das macht und mehr Details und Aktualität zur Marktlage erleben wollen, dann stossen Sie zur beständig wachsenden Mr-Market Community dazu !

Ihr Hari

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S&P500 in Wartestellung – 16.01.13

Es gibt so Tage, an denen wartet der Markt einfach ab was als nächstes passiert. Und das heute scheint so einer zu sein, insbesondere im Leitindex S&P500, dessen Bewegungen sich aber auf die anderen Indizes auswirken werden.

Und manchmal braucht es auch keine grossen Worte und detaillierte Analysen um die Lage einzuschätzen, sondern es genügt ein kurzer Blick auf den Chart. Und auch das ist heute so ein Tag.

Schauen wir daher doch einfach mal auf den Tageschart des S&P500:

S&P500 16.01.13

Sie sehen schnell, wir hängen unter der entscheidenden Zone um 1472. Ein deutlicher Anstieg darüber, würde einen bedeutenden Ausbruch darstellen und würde Kursziele über 1500 in Reichweite bringen. Auch der DAX dürfte dann Richtung 8000 laufen. Und ein Absturz von hier kreiert ein ziemlich übles Doppeltop, dem sich auch der DAX dann nicht entziehen könnte. Leicht irritierend ist in diesem Zusammenhang, dass der RSI die überkaufte Zone über 70 nicht mehr erreichen konnte.

Der Markt scheint nun auf einen neuen Katalysator zu warten, zum Beispiel Klarheit wie die Quartalssaison jetzt wirklich anläuft. Und nach wie vor sollten die Bullen nicht vergessen, dass der Debt Ceiling Konflikt zeitlich näher rückt und sich das Zeitfenster für einen starken Schub nach oben damit möglicherweise langsam schliesst. Trotzdem rechne ich in Anbetracht des bullischen Grundtons nach wie vor eher mit einem Ausbruch nach oben, als mit einer unmittelbaren Wende.

So bleibt uns nur abzuwarten und uns in dem zu üben, was am Schwierigsten ist: Geduld ! 😉

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Marktupdate – 05.09.12 – Doppeltop oder Bullenflagge – S&P500 am Scheideweg

09:00 Uhr

Wir nähern uns mit Macht einer entscheidenden Phase in den Märkten, die den Ton für den Rest des Jahres 2012 bestimmen könnte. Ich möchte mit Ihnen daher heute mal einen Blick auf das grössere Bild werfen, perfekt sichtbar am Leitindex S&P500.

Schauen wir mal auf den Tageschart des S&P 500:

Man sieht sofort die entscheidende Weichenstellung die nun ansteht. Entweder haben wir ein Doppeltop im Bereich um 1420 ausgebildet, dann dürfte die Reise zum Jahresende massiv nach unten gehen und wir haben erhebliche Fallhöhe. Oder wie bilden gerade eine Bullenflagge aus, die das Sprungbrett für weit höhere Kurse und eine massive Herbstrally darstellt. Unmittelbares Kursziel wäre dann 1546 im S&P500, ein Wert der sich rechnerisch aus dem Ausbruch aus dem massiven Dreieck ergibt, das wir vor Tagen besprochen haben.

Zwei Monate lang konnten wir nun einen ruhigen, latent positiven Sommer geniessen. Mit diesem Artikel will ich Ihnen zurufen:
Aufwachen aus der Lethargie und höchste Aufmerksamkeit ! Es wird ernst !

Die entscheidenden Stellschrauben dürften dabei die Notenbanken in der Hand halten. Primär die EZB am Donnerstag, die den Markt auf keinen Fall enttäuschen sollte. Aber auch die FED sollte man nicht vergessen. Denn es mehren sich die Stimmen, die der Ansicht sind, dass QE3 schon längst (seit Juli) im "Stealth-Modus" läuft. Jim Rogers ist einer der Prominentesten mit dieser Meinung, lesen Sie -> hier <-.

So irreal sich dieser Gedanke auf den ersten Blick anhört, so wird er bei genauerer Überlegung doch bedenkenswert. Denn Bernanke will stimulieren, daran hat er nie einen Zweifel gelassen. Sein ganzes akademisches Leben beruht auf dem Gedanken der Stimulierung, um eine erneute Weltwirtschaftskrise wie in den 30er Jahren zu vermeiden. Kurz vor der Präsidenten-Wahl, bewegt er sich aber auch in einem politischen Minenfeld, das ihm nicht erlaubt zu aggressiv vorzugehen.

So könnte es jede Menge Sinn machen, die FED Bilanz ohne grosse Ankündigung zu dehnen und massiv Anleihen zu kaufen. Zumindest das Verhalten einer Reihe von notenbank-sensiblen Assets wie Gold seit Juli stützt diese These. Und schaut man auf die US Bonds - zb in Form des ETFs "TLT" - dann zeigen die US Bonds eine erstaunliche Stabilität im Licht der Rally am Aktienmarkt. Irgendwer muss da massiv kaufen. Glaubt man den grossen Investoren von Soros über Eichhorn bis Paulson, sind die es nicht. Wer dann ?

Aber wie auch immer, egal ob QE3 schon läuft oder noch nicht. Die Notenbanken halten den Schlüssel in der Hand. Und wenn die Notenbanken in einer konzertierten Aktion aufs monetäre Gaspedal treten, dann werden die Märkte zum Jahresende steigen, ganz egal was sonst passiert. Don´t fight the FED - vergessen Sie nie diese immer wieder bewiesene Tatsache !

Aus diesem Grund - denn in meinen Augen machen die Notenbanken gerade ernst - ebenso wie aus Sicht des nach wie vor mittelfristig skeptischen Sentiments, gebe ich der Bullenflagge eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit als der Variante des Doppeltops. Mir ist bewusst, dass beides möglich ist und ich bin bereit, sofort in "Bärenmarkt-Modus" zu wechseln, wenn mir der Markt das signalisiert. Die Chance der Herbst-Rally verliere ich aber nicht aus dem Auge.

Denn wenn man sich vor Augen führt, welches Szenario sich aktuell niemand vorstellen kann, dann ist es meinen Augen ein Szenario, in dem wir nun zu einer brutalen, mehrmonatigen Rally ansetzen, die ohne Pause läuft und uns im DAX über 8000 und im S&P500 Richtung 1600 schiebt. Das kann sich kaum jemand vorstellen, während alle möglichen Katastrophenszenarien x-fach durchdacht sind. Eine solche Rally dürfte immensen Schmerz verursachen, denn sehr viele Institutionelle hängen in der individuellen Performance des Jahres 2012 massiv den Indizes hinterher und sind aktuell erneut nur mässig investiert. Die müssten dann irgendwann verzweifelt kaufen, was die Rally weiter befeuert. Denken Sie in diesem Zusammenhang auch an die Cognitrend Analyse von letztem Mittwoch.

Ob es so kommt, wir werden sehen. Warten wir demutsvoll auf Draghis Weissagungen am Donnerstag. Aber übersehen sollte man diese Möglichkeit der massiven Rally nicht, sie ist realer als man meint.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 23.08.12 – Zur Grosswetterlage rund um DAX und S&P500

09:30 Uhr

Guten Morgen, heute möchte ich einen etwass grösseren Bogen spannen und die Grosswetterlage an der Börse betrachten.

Schauen wir zunächst mal auf den Tages-Chart des Leitindex S&P 500 seit dem bedeutenden Tief Anfang Oktober 2011, als der Index am späten Abend bei ca. 1080 brutal nach oben drehte :

Wir sehen im Chart mehrere Dinge:

  1. Der momentane Anstieg verläuft entlang einer sehr steilen Trendlinie und es ist unrealistisch anzunehmen, dass diese Steigung dauerhaft gehalten werden kann.
  2. Ein Rückfall zur längerfristigen Trendlinie dürfte also früher oder später eintreten. Ich rechne schon bald damit.
  3. Der Index hat ein neues Jahreshoch bei 1426 generiert und dort gedreht, das theoretische Risiko eines Doppeltops besteht also.
  4. Allerdings dreht ein Index nach einem derartigen Anstieg nicht einfach auf dem Fuss, sondern läuft sich oben über längere Zeit "fest", wie im März zu beobachten. Es bleibt also genug Zeit um entweder die Topbildung zu erkennen oder zu sehen, wie der Index nach oben ausbricht.

Schaut man über den Chart hinaus auf die Grosswetterlage, sind alle Inkredenzien noch aktiv, die zu dieser Rally seit Anfang Juli beigetragen haben. Bitte beachten Sie:

  • Die Notenbanken treten massiv aufs Gaspedal. Ein QE der FED wird wahrscheinlicher und die EZB denkt laut über Zinsgrenzen und Anleihenkäufe nach. Das IST ein Gamechanger, niemand sollte den Fehler machen das zu unterschätzen !
  • Das Sentiment ist nach wie vor verhalten und indiziert keinen Top im Markt.
  • Die Nachrichtenlage rund um den Euro ist von Gewöhnung geprägt, der "Grexit" dürfte bestenfalls noch kurz verunsichern.
  • Frisches Geld drückt in den Markt, das aufgrund der finanziellen Repression keine andere Anlagemöglichkeit mehr sieht. Die massive Überperformance der defensiven Bluechips spricht dafür eine deutliche Sprache !

Schauen wir uns nun den S&P 500 doch auch einmal im langfristigen Wochenchart seit 2009 an:

Und da sehen wir ganz eindeutig, der Aufwärtstrend ist intakt ! Und solange ein Trend intakt ist, ist auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass er fortgeführt wird, als das er einbricht.

Zum Abschluss noch ein Blick auf die Edelmetalle. Wie im Artikel vorgestern antizipiert, haben diese Gestern einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht, nach dem das FOMC Sitzungsprotokoll ein kommendes QE nahe legte. Die Edelmetallmärkte sind gute Notenbank-Indikatoren und diese sagen ganz klar: die Geldschwemme der Notenbanken geht weiter. Das sind positive Aussichten für die breiten Aktienindizes !

Schauen Sie in dem Zusammenhang nun noch einmal auf den Chart von Silber. Wem da nicht das Wasser im Mund zusammen läuft, dem ist nicht mehr zu helfen. 😉

Aber: beachten Sie unbedingt, dass Silber nun an der 200-Tage-Linie liegt und technisch massiv überdehnt ist. Eine kurzfristige Korrektur bei den Edelmetallen ist nun also höchst wahrscheinlich. Dieser Chart sagt mir aber auch: Die wirklich grossen Gewinne kommen noch und zwar nach der Korrektur !

Fazit:

Der mittelfristige Weg des Marktes scheint weiter nach oben zu zeigen ! Nach wie vor ist das Sentiment eher verhalten, was diese Sicht unterstützt !

Lesen Sie in diesem Zusammenhang noch einmal dringend die neue Analyse von Cognitrend von gestern -> hier <- die an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig lässt !

Kurzfristig ist ohne Frage eine teilweise Überdehnung eingetreten und eine schärfere Korrektur kann nun jederzeit um die Ecke kommen. Aber man sollte in meinen Augen nicht den Fehler machen, sich als Bär gegen den Trend zu stellen, wenn die Notenbanken aus allen Rohren schiessen - sonst könnte man schmerzhafte Bekanntschaft mit einer Dampfwalze machen. 😉

Natürlich kann am Ende alles anders kommen und eine überraschende Wendung alles verändern. Das ist aber immer so ! Würde man sich nach diesem Risiko richten, dürfte man gar nicht an der Börse sein. Für dieses Risiko gibt es aber Stops und mit der unteren Begrenzung der 2-wöchigen Konsolidierung auch ganz hervorragende !

Mit dem Trend laufen, sich aber nach unten absichern, so lautet die bewährte Regel für Erfolg an den Märkten.

Insofern sind auch all die berechtigen Argumente zu den strukturellen Problemen der Eurozone momentan nebensächlich. Ein Trend ist ein Trend bis er bricht. Und ob man am Ende recht hatte, zählt an der Börse gar nicht. Es zählt alleine die Zahl die in ihrem Depot steht. Und nur wenn diese Morgen grösser ist, hatten Sie wirklich recht !

Ich persönlich setze mittelfristig auf neue Höchststände und werde nicht gegen die Notenbanken kämpfen, sondern von ihnen profitieren. Und ich reduziere meine Edelmetallpositionen nun leicht, werde aber in der Korrektur massiv nachlegen ! Und meine Stops sichern mich so gut ab, dass ich diese Trades ganz beruhigt laufen lassen kann.

In diesem Sinne viel Erfolg.

Ihr Hari

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