Hari´s Märkte am Abend – 12.04.12 – QE 3 oder der Kasper aus der Kiste

22 Uhr - Handelsschluss

Na endlich mal wieder ein erfreulicher Tag an den Börsen. Das war ja aber nun auch überfällig, die überkaufte Markttechnik hatte schon darauf hingedeutet.

Ob das aber mehr als eine kleine Gegenbewegung in einer fortdauernden Korrektur ist, ist lange nicht so klar wie es scheinbar aussieht. Den die 6743 im DAX sind nach so einem Absturz lange nicht überzeugend genug, um von einer V-förmigen Erholung auszugehen. Und auch die Banken, die ja ein Frühindikator der Abwärtsbewegung waren, konnten heute nicht so richtig überzeugen. Der S&P 500 konnte aber die alte Seitwärtsrange oberhalb 1387 wieder erreichen und hat gegenüber dem DAX nach wie vor die weit überzeugendere Markttechnik, was gegen einen generellen Absturz spricht.

Nur der gesamte Rohstoffsektor und bestimmte Industrieaktien konnten heute so richtig überzeugend haussieren, was nach dem brutalen Abverkauf seit Wochen aber nun auch mal fällig war. Der Grund dafür war aber zweifelhaft, nicht gute Konjunkturaussichten gaben den Ausschlag, sondern die schlechten Zahlen zu den Anträgen auf Arbeitslosenuntersützung verbunden mit weiterhin fehlender Inflation und FED-Aussagen, schalteten heute die Hoffnung auf QE3 an der Wallstreet wieder scharf. Diese kommt ja alle paar Woche wie der Kasper aus der Kiste, ein Drogensüchtiger wie Mr. Market kann halt nicht dauerhaft an etwas anderes denken. Auf die Perversität der Denkstrukturen Mr. Markets nach dem Motto "Schlechte Arbeitslosenzahlen = QE3 Gelddrucken = Gut für die Börse" hatte ich ja schon am Freitag hingewiesen.

Auch die Hoffnung auf brauchbare chinesische Wirtschaftdaten (unter anderem das BIP) heute nacht um 4 Uhr MEZ, sollten die Rally im Rohstoffsektor befeuert haben. Sollten die Zahlen negativ überraschen, dürften wir Morgen den ganzen Anstieg in obigen Sektoren wieder abgeben. Aber bisher hatte Mr. Market vor solchen Zahlen immer einen ganz guten Riecher, weswegen ich auch nicht zu pessimistisch bin.

In Summe sieht es für mich so aus, als ob die Ängste um die Eurozone unverändert auf dem Tisch bleiben, was den DAX weiter in einer Seitwärtsrange begrenzen würde, während die Hoffnung auf QE3 und gute chinesische Wirtschaftsdaten die Erholung des Rohstoff- und Industriesektors ermöglichte. Konsequent waren daher auch im DAX vor allem die Autobauer und Stahltitel sehr stark, während die Banken nur wenig vom Fleck kamen.

Morgen früh haben wir im DAX die Chance die 6800 wieder zurück zu erobern, wenn die chinesischen Daten brauchbar ausfallen. Wenn der Bulle im DAX noch Kraft hat, sollte der DAX am morgigen Freitag mal so richtig um 2% oder mehr nach oben schieben. Sollte das Morgen trotz guter Zahlen aus China auch nicht gelingen und wie heute wieder nur ein durchwachsener Anstieg drin sein, werde ich wohl in die Stärke hinein erneut abbauen.

So bleibe ich in Anbetracht der labilen Lage weiter tendentiell vorsichtig. Sollte sich die Entwicklung bei den Rohstoffaktien verfestigen - dazu unten mehr - werde ich mein Exposure in dem Sektor erhöhen. In Anbetracht der rein spekulativen Ursache ist das aber noch unklar - Morgen früh wissen wir mehr. Ansonsten bleibe ich vorerst in Wartestellung und habe in der Schwäche bisher nur verhalten und sehr selektiv zugekauft.

Was Nokia (WKN 870737) angeht, scheint Mr. Market ja meinen gestrigen Artikel gelesen zu haben und beginnt sich nun auch die Frage zu stellen, ob Nokia überhaupt noch überlebensfähig ist. Ein Minus von über 7% nach dem gestrigen Tag ist bemerkenswert und spricht eine deutliche Sprache. Und an einem durchweg positiven Tag wie heute ganz besonders. Denn bei einer Aktie der Mr. Market eine gute Zukunft zubilligt, wären nach dem gestrigen Tag heute wieder Käufer gekommen, um das vermeintliche "Schnäppchen" aufzusammeln. Mr. Market hält aber Nokia nicht für ein Schnäppchen, sondern scheinbar für ein Auslaufmodell, und verlässt fluchtartig das sinkende Schiff. Nur die 3€ Marke konnte den weiteren Absturz vorerst aufhalten, ich wäre nicht überrascht, wenn auch die demnächst fällt.

Richtig auffällig sind nun die US Kohlewerte. Nachdem die Werte schon in den letzten Tagen relative Stärke zeigten und im abstürzenden Markt vergleichsweise wenig abgaben, kam heute nun ein kräftiger Schub nach oben. Peabody Energy (WKN 675266) und Arch Coal (WKN 908011) beide mit fast 8% im Plus - das ist doch eine Erwähnung wert und haben wir lange nicht mehr gesehen. Dafür gab es keinen konkreten Auslöser, der QE3 Trade sollte hier aber wenig Auswirkungen haben, hier sind in meinen Augen andere Kräfte am Werk.

Denn bei den Kohletiteln sahen wir in den letzten Wochen nun schon mehrfach starke Bewegungen nach oben. Zwar wurden diese bisher immer wieder abverkauft und neue Tiefststände erreicht und es ist durchaus möglich, das sich das erneut wiederholt. Trotzdem ist das nun eine auffällige Änderung des Marktverhaltens gegenüber der gnadenlosen Wasserfolter seit letzten Herbst. Das Ganze ist nicht untypisch für eine volatile Bodenbildung, ungefähr wie ein Pferd das zwar noch angezäumt ist, sich aber schon unruhig in seinem Stall hin und her bewegt.

Ich habe heute früh - Fanfare 😉 - bei Peabody Energy wieder einen kleinen Zeh ins "Kohle-Wasser" gesteckt, um zu sehen wie sich das anfühlt - bisher war es ein gutes Gefühl. 😉 Meine kleine Basisposition bei Arch Coal halte ich ja sowieso, um den Kontakt zum Sektor nicht zu verlieren. Denn nun scheint sich frisches Geld in den ausgebombten Rohstoffsektoren zu positionieren, auch Kupfer wurde heute übrigens in Form von Freeport McMoran (WKN 896476) um 6% nach oben gekauft.

Zur Kernfrage aber, ob der Rohstoffsektor generell nun billig oder teuer ist - und damit auch zum Thema meines Artikels von heute Mittag "warum billige Zykliker teuer sind - und umgekehrt" - möchte ich Ihnen heute Abend beispielhaft den 10 Jahres Chart seit 2001 des breit aufgestellten Rohstoffriesen Anglo American (WKN A0MUKL) mitbringen. Fundamental sieht der Titel mit einem KGV von 7-8 derzeit billig aus, aber ist er es auch wirklich ? Der Langfristchart sieht dagegen furchtbar aus. Wir haben ein massives Doppeltop, eine klare Schulter-Kopf-Schulter Formation, sitzen gerade an der Nackenlinie und haben eine gewaltige Fallhöhe, wenn sich die SKS - Formation bestätigen sollte.

So furchtbar sehen übrigens viele Charts der Grundstoffaktien derzeit aus. Sind Rohstoffaktien nun also ein Kauf, oder ist das was wir heute erleben, nur ein kurze technische Gegenbewegung, bevor es weiter runter geht ?

Ehrlich, ich weiss es im Moment nicht, dieser Chart macht mich aber ebenso demütig wie vorsichtig. Ich sehe das aktuell als eine "Do-or-Die" Situation für den ganzen Sektor. Sollten wir von der Nackenlinie wieder nach oben drehen, dürfte es zumindest kurzfristig ein Kauf sein. Da sind dann schnell 10% nach oben drin, selbst wenn wir danach erneut drehen und letztlich in ein paar Wochen doch die Nackenlinie nach unten durchschlagen.

Vollenden wir aber die SKS-Formation, sollte man dann wohl schnell aus dem ganzen Sektor raus. Und der fundamentale Faktor hinter alle dem ist die politische und konjunkturelle Entwicklung in China. Wer kann da schon hinter die Fassade schauen ? Ich kann es definitiv nicht.

Ach ja und Gold (XAUUSD) machte heute erneut einen Schub in wenigen Minuten. Erinnern Sie sich an das Geschehen von Vorgestern ? Dann schauen Sie sich mal den Chart der letzten Tage an:

Das ist "Big Money", das da Positionierungen eingeht - Privatanleger erzeugen nicht solche Bewegungen. Jetzt spielt auch hier natürlich der QE3 Gedanke eine Rolle, diese Schübe kann das aber nicht völlig erklären. Ich bin nun überzeugt, dass hier etwas im Gange ist, das über den einzelnen Tag hinaus geht. Es ist noch zu früh das vollständig zu werten und bevor Gold nicht wieder über 1800 USD gestiegen ist, ist die Phase der Konsolidierung sowieso nicht abgeschlossen und bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Aber für mich spricht nun einiges dafür, dass wir den Beginn weiterer Stärke erleben. Auch die Goldminen zogen heute im Schnitt zwischen 3 und 5% kräftig an.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 02.04.12 – Von Algos und Mustern

22 Uhr - Handelsschluss

Da war er, der am Freitag antizipierte "Jumper" am ersten Tag des Monats bzw Quartals.

Sehr merkwürdig war aber, was heute Vormittag passiert ist. Nachdem der DAX sich bis 7020 hoch gerobbt hatte und der "First of Month Jumper" voll im Gange war, wurde der Index urplötzlich und ohne Nachricht um 100 Punkte nach unten gedrückt. Hinterher gab es dann allerlei hilflose Erklärungsversuche, von Spanien war zum Beispiel die Rede. Mich überzeugt das aber alles nicht, denn während des Absturzes waren Euro und Gold stabil und bei neuen Nachrichten rund um die Euro-Zone hätte man dort einen Ausschlag gesehen. Ich halte also nicht viel von der Spanien Theorie.

Ich bin eher überzeugt, dass hier grosse Adressen auf den Verkaufsknopf gedrückt haben und die Kurse über 7000 genutzt haben, um Positionen abzubauen, was dann zu sofortigen Anschlussverkäufen führte. Alles in allem ist das aber kein gutes Zeichen für den DAX, derartiges Marktverhalten mit so merkwürdigen Einschlägen hatten wir mehrfach letzten Herbst, in 2012 aber bisher noch nicht.

Was dann am Nachmittag an der Wallstreet begann, dürfte aber denen nicht gefallen haben, die am Vormittag abgegeben haben. Mir aber um so mehr. Ich möchte Ihnen daher im folgenden den aktuellen Kursverlauf des S&P500 aus 3 Perspektiven zeigen und hoffe Ihnen damit ein klareres Gefühl für die Lage zu verschaffen und nebenbei auch noch hilfreiches Wissen zum Thema Chartmuster weiter zu geben.

Der US Markt schob also hoch und zwar ganz präzise bis zum Ziel bei 1420 einer Cup&Handle Formation. Wirklich faszinierend, wie im S&P500 die Algos immer exakt auf die technischen Zielmarken laufen. Deshalb habe ich das Muster für Sie auch mal in einem Chart eingezeichnet.

Bei Cup&Handle wie bei Head&Shoulder Formationen, liegt die technische Zielmarke immer beim Doppelten der Entfernung des Hoch/Tiefs von der Nackenlinie. Das der Markt genau diese Marken abarbeitet und dann in eine Seitwärtsbewegung (Stand 21 Uhr) übergeht, liegt nicht daran, dass die Kurse geheimnisvollen Kräften unterworfen sind, sondern ist schlicht selbsterfüllende Prophezeihung. Die von Menschen auf diese Muster programmierten Algos erkennen das Muster, berechnen das Ziel und traden bis dahin. Sehen Sie selbst im 10 Minuten Chart:

Faszinierend oder ? Und das passiert im S&P500 öfter genau so berechenbar. Eigentlich ist das ein Treppenwitz der Geschichte. Diese Chartmuster wie Cup&Handle sind aus typischen, wiederholbaren, massenpsychologischen Mustern des Verhaltens von Menschen hervorgegangen. Und nun sorgen gerade die eigentlich völlig unemotionalen und rationalen Maschinen in Form der Algos dafür, dass diese Muster umso stärker und zuverlässiger werden - eben weil die Algorithmen von Menschen programmiert wurden.

Übrigens möchte ich die Gelegenheit nutzen, um an dieser Stelle mit einem Missverständnis aufräumen. Algos und HFT (High Frequency Trading) sind zwei verschiedene Dinge. Es gibt Schnittmengen und natürlich geht HFT ohne Algorithmen gar nicht, aber wir reden da von unterschiedlichen Schwerpunkten. Als Algos bezeichne ich algorithmische Programme, die letztlich auch nichts anderes machen, als ein menschlicher Trader vor dem Schirm. Sie kaufen und verkaufen nach programmierten Mustern, nur halt ohne Menschen. HFT dagegen bezeichnet automatisierte Transaktionen, bei denen in Sekunden Millionen Trades über die Leitung geschickt werden, eben nicht um gezielt etwas zu kaufen und vielleicht in 2 Stunden wieder mit Gewinn zu verkaufen, sondern weil sozusagen die Frequenz selber ihren Wert hat, zum Beispiel um millionenfach winzigste Spreads zu schliessen.

Ich weiss, dass ist eine sehr oberflächliche Charakterisierung und in Wirklichkeit gibt es noch nicht einmal zwei Kategorien, sondern es ist ein fliessender Übergang vom einen ins andere mit diversen Zwischenstufen. Ich will jetzt aber hier keinen theoretischen Exkurs in HFT machen, zumal ich da auch vieles nicht weiss und auch für mich vieles noch eine "BlackBox" ist. Ich will Ihnen nur klar machen, wenn hier von Algos die Rede ist, dann sind damit automatisierte Handels-Programme gemeint, die letztlich nichts anderes machen, was ein menschlicher Trader theoretisch auch machen könnte. HFT ist dagegen für einen Menschen unmöglich und eine ganz andere Geschichte, darüber rede ich hier nicht. HFT ist für mich eher ein Grundrauschen im Markt, dessen Effekte ich als Mensch nur dann bemerken kann, wenn der Markt mal wieder in Crash-Modus geht.

Zurück zum S&P500. Das Schöne am heutigen Geschehen und an dieser abgearbeiteten Cup&Handle Formation ist, dass damit die potentielle bärische Schulter-Kopf-Schulter Formation völlig negiert wurde und nicht mehr relevant ist. Ich habe Ihnen hier im 30 Minuten-Chart des S&P500 mitgebracht, was hätte passieren können, wenn sich heute die rechte Schulter geformt hätte.

Aber hätte, würde, könnte, das ist Schnee von gestern, oder genauer gesagt von vor ein paar Stunden 😉

Bleibt die Frage, was dieser Tag heute für den weiteren Kursverlauf im Monat April bedeutet. Für den amerikanischen Markt bedeutet das, dass der bullishe Trend (der letzten November begann) ganz eindeutig völlig intakt ist. Das folgende 8 Stunden Chart des S&P500 zeigt den Trend eindrucksvoll ! Und dieser Trend ist weiter unser "Friend".

Wie immer ist die Bestätigung der heutigen Bewegung wichtig, um zu beweisen, dass wir uns wirklich von den alten Hochs weg bewegen. Die kleine Schwäche zum Handelsschluss wirft da ja für Morgen ein kleines Fragezeichen in den Ring. Aber wenn wir Morgen weiter hochschieben, kann man im S&P wohl schon über Kursziele im Bereich 1440-1450 nachdenken. Im DAX sollte das dann auch zu Höchstständen für 2012 - oberhalb 7200 - führen. Allerdings irritieren mich solche Bewegungen wie heute Morgen im DAX schon. In Europa ist möglicherweise wieder irgend etwas Unerfreuliches im Gange und ich fühle mich im Moment mal wieder in den US Indizes wohler - zumindest agieren diese berechenbarer als aktuell der DAX.

Mein 30% Szenario letzter Woche - die Annahme, dass wir in der ersten April-Hälfte bis zur Quartalssaison in einem letzten Schub noch einmal richtig hochlaufen - hat mit dem heutigen Tag eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit bekommen. Schön wärs, wenn es so käme, dann könnte ich mal endlich guten Gewissens und mit schönen Gewinnen weitgehend aus dem Markt gehen.

Aufällig war heute auch, dass die Rohstoffaktien endlich mal anzogen. Nicht nur Gold erreichte wieder 1680 USD, sondern auch alles von Barrick Gold (WKN 870450), über Freeport McMoran (WKN 896476), bis Rio Tinto (WKN 852147), war deutlich im Plus. Hier wirkten sich sicher die brauchbaren Daten aus China aus. Und auch für Gold gab es aus Indien gute Nachrichten, wo ja eine Steuererhöhung zuletzt für Verunsicherung bei einem der grössten Absatzmärkte sorgte. Darüber hinaus könnte es sein, dass im Bereich Rohstoffe auch eine Neupositionierung zum neuen Quartal eine Rolle spielte. Sollte sich diese Stärke in den kommenden Tagen bestätigen, könnten hier also etwas deutlich in Bewegung geraten, nachzuholen hat der Sektor ja jede Menge gegenüber den Industrieaktien.

Noch ein wichtiger Hinweis für die nächsten Tage: Diese Ostern bekommen wir ein besonders spannendes Setup, das für grosse Volatilität am Mittwoch, Donnerstag und Ostermontag gut ist. Denn gerade am Karfreitag, am dem alle wichtigen Börsen geschlossen haben, erscheint mit den US Arbeitsmarktdaten der wichtigste Indikator des Monats.

Da am Mittwoch um 14.15 Uhr mit den "ADP Non-Farm Arbeitsplätzen" und am Donnerstag um 14.30 Uhr mit den "Anträgen auf Arbeitslosenhilfe" jeweils US Daten erscheinen, die einen Rückschluss auf die Arbeitsmarktdaten von Freitag erlauben, werden diese Daten sicher von Big Money zur Positionierung über das lange Oster-Wochenende genutzt - heftige Swings sind da an beiden Tagen fast garantiert !

Bitte vergessen Sie auch nicht, das am Ostermontag zwar die meisten europäischen Börsen geschlossen sind, nicht aber die asiatischen und auch nicht die Wallstreet ! Wer also keinen direkten Zugang zur Wallstreet hat, könnte bei überraschenden Arbeitsmarktdaten am Freitag dann eine grosse Bewegung Ostermontag verpassen und müsste sich dann am Dienstag Morgen - wenn hier die Börsen wieder aufmachen - mit den vollendeten Tatsachen abfinden.

Es ist also sicher eine gute Idee, sein Depot mit obigem Wissen im Hinterkopf für Ostern vorzubereiten.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 28.03.12 – Am Scheideweg – Umfrage

22 Uhr - Handelsschluss

Wie sagte ich vor knapp 2 Wochen frei nach Han Solo : "Ich habe da ein ganz mieses Gefühl". Dieses Gefühl habe ich heute wieder und da es letztes Mal wie oft bei Gefühlen eher ein Kontraindikator für den Markt war, besteht ja noch Hoffnung. 😉

Aber was der Markt heute gemacht hat, gefällt mir nicht. Jeder Anstieg Richtung DAX 7100 wurde sofort wieder abverkauft, so als ob jemand sich bei jeder Gelegenheit von Aktien trennt. Was ich im Markt derzeit sehe, kann zwar eine Konsolidierung vor einem weiteren Anstieg sein, aber ebenso gut auch eine Distribution, bei der die Aktien von den institutionellen Anlegern in die Hände der Privatanleger wechseln, typischerweise wäre das dann ein Zeichen einer Topbildung mit folgendem Absturz.

Ich glaube aber immer noch nicht daran, dass die Indizes schon vor dem Quartalsende wirklich zusammen klappen und denke, dass diese verteidigt werden. Insofern könnten Morgen und Freitag mal wieder eher starke Tage werden. Trotzdem sind bei mir nun seit heute alle Warnlampen an ! Auch das so eindeutige Setups wie der Ausbruch bei Gold keine Fortsetzung finden, sondern sofort wieder wegbröseln, ist ungewöhnlich und ein schlechtes Zeichen. Auch die Cup&Handle Formation im S&P500 von gestern, wurde heute gleich wieder negiert. Das alles macht mich nachdenklich.

Und zu allem Überfluss könnte es sein, dass sich im S&P500 gerade eine grosse Schulter-Kopf-Schulter Formation bildet, deren rechte Schulter sich nun durch ein paar gute Tage zum Quartalsende bzw Quartalsanfang formen würde und deren Ziel dann in der Grössenordnung von S&P500 1360 läge. Im DAX wären das dann wohl Kurse um die 6700. Die hier schon mehrfach besprochenen Makrorisiken der Wahl in Frankreich und des Thema Iran brauche ich ja nicht mehr weiter erwähnen.

Und wem das noch nicht reicht, erinnern Sie sich, wie mich letzte Woche Dirk Müller mit DAX 8000 auf Focus-Money anlächelte ? Heute sticht mir "Starstratege" Folker Hellmeyer (wie wird man das eigentlich, ist das ein Ausbildungsgang ? ;-)) mit dem Zeigefinger fast ins Auge und rechnet laut Schlagzeile vor:" DAX steigt bis 2014". Keine Sorge, es ist das Jahr gemeint und nicht der Kurs. 😉 Ich glaube ja sogar, das der Mann Recht hat, denn das Umfeld sehe ich mittel- und langfristig positiv für Aktien und auch mit dem Inhalt des Artikels gehe ich im Kern d’accord. Und auch die genannten DAX 10000 sind bis 2014 gar nicht mal mutig, ehrlich gesagt wäre ich eher überrascht, wenn wir die bis 2014 nicht sehen. Aber der Zeitpunkt zu dem solche Jubelartikel erscheinen, macht mich doch mal wieder sehr, sehr nachdenklich.

Auf der Habenseite des Marktes steht aber nach wie vor eine gewaltige Liquiditätsversorgung, faire Bewertungen und ein im langfristigen Blick immer noch wenig euphorisches Sentiment, so dass ich unabhängig von der kurzfristigen Entwicklung im April und Mai, nach wie vor mit weit höheren Kursen als heute zum Jahresende rechne.

Ganz übel steht es übrigens aktuell um den Rohstoffsektor, die Aktien bluten geradezu aus und davon ist der ganze Sektor querbeet betroffen. Seit Wochen macht es immer nur "drip, drip, drip" bei geringen Umsätzen. Man kann da langsam schon von einem Bärenmarkt reden, denn wir sind nun wieder auf den Niveaus des letzten Herbstes angekommen. Und wer zum Beispiel bei den Kohlewerten dachte, dass die Titel nun nicht mehr fallen können, wurde heute ganz übel eines besseren belehrt, wieder ging es um 3-4% nach unten.

Schauen wir uns beispielhaft mal Freeport McMoran (WKN 896476) an, eigentlich bin ich für Kupfer recht optimistisch, der Forward P/E liegt bei nur 7 und erst heute gab es wieder eine Hochstufung durch Analysten - aber der Kurs macht nur "drip, drip, drip" nach unten, heute wieder 4% Minus.


Source: Finviz.com

Grund für diese Schwäche ist natürlich die Sorge um China, aber wie ich schon -> hier <- vor 2 Wochen fragte, ist es eine für uns ganz entscheidende Frage wer hier falsch liegt, die Rohstoffe oder die Industrieaktien ! Am 14.03. bei obigem Artikel, hatte ich in die Industrieaktien noch mehr Vertrauen und rechnete mit einer Anpassung der Rohstoffwerte. Schaue ich mir den Markt nun 2 Wochen später an, ist diese Sicherheit verflogen.

Denn die Charts der Rohstofftitel haben nun bedenkliche Formen angenommen. Und ich bin sicher, dass wir da vor einer ganz starken Bewegung stehen, in die eine oder andere Richtung. Entweder schnappen wir an einem Tag um 10% nach oben oder wir werden kräftig abstürzen.

Auf jeden Fall kann einer nicht recht haben, die Kurse der Rohstoffaktien ala Rio Tinto, Freeport, Alcoa & Co. passen definitiv nicht zu den Kursen der Industrieaktien ala BMW, Linde & Co. Und das macht mich zunehmend unruhig.

Da ein starkes Quartalsende uns ja nun scheinbar nicht geschenkt wird, gibt es also zwei widerstreitende Szenarien die ich für gut möglich halte und über die ich Sie gerne abstimmen lassen würde:

Szenario (1) läuft ähnlich wie das letzte Quartalsende vor 3 Monaten. Schon vor dem Quartalsende wird umgeschichtet und umgebaut und mit Beginn des April kommt dann noch einmal ein grosser Schub in den Markt, der uns bis Mitte/Ende April noch bis 7500 im DAX hoch schiebt. Auch letztes Quartal haben wir endlos auf die Jahresendrally gewartet, sie kam dann so richtig als Jahresanfangsrally im Januar. Wenn Szenario (1) Recht hat, erleben wir gerade eine Konsolidierung um die 7000er und 1400er Marke herum, die die Grundlage für den nächsten Schub liefert.

Szenario (2) bedeutet, dass wir gerade eine Topbildung für das Frühjahr erleben, die durch Distribution von den Institutionellen zu den Privaten geprägt ist. In diesem Szenario wird der S&P500 die Schulter-Kopf-Schulter Formation voll ausbilden, in dem er in den beiden letzten Tagen des Quartals und Anfang April noch leichte Stärke zeigt, dann geht es im April deutlich nach unten.

Und ja ich weiss, es gibt natürlich noch ein drittes Szenario, das wir einfach volatil seitwärts laufen. Aber ich möchte gerne, dass Sie für den April eine klare Tendenz bullish/bearish aussprechen, weil wir dadurch am meisten lernen.

Eine spannende Frage, zu der ich hier nun um Ihre Meinung bitte. Um abzustimmen zu können, müssen Sie bei Mr-Market.de registriert sein, was ganz leicht und schmerzfrei -> hier <- möglich ist.

Welches Szenario erleben wir derzeit im Markt

  • Szenario 1 - Konsolidierung und im April geht es weiter hoch (53%, 10 Votes)
  • Szenario 2 - Topbildung und im April geht es abwärts (47%, 9 Votes)

Total Voters: 19

Loading ... Loading ...

Ganz egal was nun passiert, eines ist in meinen Augen aber definitiv der Fall und sollte nicht übersehen werden: derzeit haben wir erhöhte Risiken im Markt, höher als die gesamten letzten drei Monate. Absolut sind die Risiken noch nicht extrem und sicher nicht auf dem Niveau des letzten Herbst, aber Vorsicht ist nun bestimmt geboten.

Ich habe heute begonnen, mein gestern skizziertes Risiko-Reduktionsszenario in Bewegung zu setzen und habe erste Positionen verkauft und andere nun eng abgesichert. Denn viel tiefer als um die 6960 im DAX sollten wir nun nicht mehr fallen, dann steigt die Gefahr einer grösseren Korrektur in meinen Augen deutlich.

In so einer entscheidenden Phase ist es für mich auch nicht sinnvoll, zu viel über einzelne Titel nachzudenken. Viel Wert hatte es heute ja sowieso nicht, heute wurde einfach querbeet alles verkauft. Nur eine Aktie war heute wieder im Plus, Apple (WKN 865985). 😉 Es scheint mir so, als nähern wir uns im Markt einer Phase, in der es mal wieder vor allem wichtig ist, die nächste grosse Bewegung zu erhaschen.

Deswegen konzentriere ich mich nun darauf und habe dabei den Rohstoffsektor fest im Blick. Ich denke die nahe Zukunft des ganzen Marktes entscheidet sich hier. Sollte der Rohstoffsektor tatsächlich eine anstehende Konjunkturschwäche antizipieren, dürften für den DAX bald harte Zeichen anbrechen. Sollte die Sorge um China aber unbegründet sein, haben viele Rohstoffaktien nun ein Potential von schnellen 10-20% nach oben. Ich weiss nicht was passieren wird, aber ich weiss, dass sich der Markt nun am Scheideweg befindet. Seien Sie wachsam !

Zum Abschluss habe ich noch einen netten Spruch von Warren Buffet, der mir heute im Kirkreport in die Augen gesprungen ist:

"The market, like the Lord, helps those who help themselves. But, unlike the Lord, the market does not forgive those who know not what they do." - Warren E. Buffett

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend,
Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 05.03.12 – China und die Rohstoffe – Rio Tinto und Arch Coal

22 Uhr - Handelsschluss

Da lag der Elfmeter für die Bären, wie ich ja im Marktupdate heute Mittag -> hier <- schon geschrieben hatte. Nur verwandeln konnten die Bären erneut nicht, überzeugende Bären sehen wirklich anders aus.

Ich kann nur an meine Marktanalyse von Freitag erinnern, für mich sieht das so aus, als ob die innere Spannung des Marktes weiter zunimmt und sich bald mit einer starken Bewegung nach oben oder unten entladen wird.

Die Richtung des Ausschlags ist weiter unklar, zum Marktsentiment hatte ich Sie ja schon letzte Woche zweimal auf die letzte Cognitrend Studie hingewiesen. Für diese Sicht gab es heute eine weitere Bestätigung. Der von mir geschätze Börsendienst der "Bespoke Investment Group" hat bei einer regelmässigen Umfrage unter seinen Lesern - die eher den Marktprofis zuzuordnen sind - erneut eine Mehrheit mit bärischen Erwartungen identifiziert. Siehe -> hier <-.

Das ist nicht verwunderlich, denn es gehört wirklich nicht viel Phantasie dazu, sich nach 2,5 Monaten unaufhörlichem Anstieg nun eine grössere Korrektur vorzustellen. Deshalb ist die Korrektur auch im Moment nicht die Contrarian-Sicht, sondern entspricht eher dem Mainstream. Und wie ich hier ja immer hier predige, liebt es Mr. Market geradezu, genau den Weg der Mehrheit nicht zu gehen, sondern den Weg einzuschlagen, auf dem die wenigsten positioniert sind. Und deshalb kam die Korrektur bisher noch nicht und es bestehen durchaus Chancen, dass das länger so bleibt, als viele an der Seitenlinie aushalten können.

Warten wir einfach weiter ab, in welche Richtung der Pendel ausschlägt, schenken aber den Bullen weiterhin etwas mehr Vertrauen, denn die Bären haben ihren Mangel an Durchschlagskraft heute erneut unter Beweis gestellt.

Unabhängig von dem Verlauf der Indizes, gab es heute aber erhebliche Schwäche bei den Rohstoffaktien. Wesentlichen Einfluss hatten dabei nicht nur wenig überzeugende US Wirtschaftdaten, sondern vor allem auch die Meldung, dass in China für 2012 "nur" noch ein Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent erwartet wird - dies wäre das geringste Wirtschaftswachstum in China seit 1990. China braucht hohe Wachstumraten, um den sozialen Zusammenhalt überhaupt sicher stellen zu können.

Dabei sind die Zahlen aus China gar nicht so überraschend, immerhin hat die Zentralregierung ja zuletzt deutlich auf die Bremse getreten. Die Reaktion Mr. Marktes ist daher nach meiner Ansicht heute auch primär seiner aktuell skeptischen Stimmungslage geschuldet. Was Rohstoffe angeht, hat er gerade wieder seine manisch depressive Phase. Denn an anderen Tagen hätte Mr. Market nach solchen Aussagen durchaus auch eine Rally hingelegt, weil er das so interpretiert hätte, dass weitere monetäre Stimuli seitens der chinesischen Regierung nun wahrscheinlich sind - und genug Geld ist dafür in China ja vorhanden - zumindest solange man US Staatsanleihen noch werthaltig verkaufen kann. 😉

Diese Fragezeichen um die Weltkonjunktur haben aber heute bei vielen Rohstoffwerten bittere Spuren hinterlassen. Schon vor Wochen, Anfang Februar, haben die Rohstoffwerte zu bröseln begonnen, und nahmen heute nach unten Fahrt auf. Eine derartige Trendbeschleunigung findet oft gegen Ende starker Trends statt. Darauf folgen dann typischerweise noch ein paar Tage in Richtung des Trends mit abnehmender Intensität und dann setzt die Gegenbewegung ein.

Exemplarisch kann man die aktuelle Situation bei Rohstoffaktien am Chart des Rohstoffgiganten Rio Tinto (WKN 852147) nachvollziehen, den ich Ihnen heute in Britischen Pfund mitgebracht habe.

Sie sehen im Chart, dass wir bis zu einer gedachten Trendlinie noch etwa 5% nach unten haben, der Trend läuft bei ca. 3250 Pence. Sollte Rio Tinto noch einmal kurzfristig 5% nachgeben, würden wir auf dem Trend aufsitzen und genau dann würden auch die Oszillatoren wie zb der RSI wohl noch stärkere Kaufsignale senden, als sie das heute schon tun.

Wenn Sie jetzt noch davon überzeugt sind, dass die Liquiditätsflut der Notenbanken früher oder später ihren Weg in die Rohstoffmärkte findet - und ich bin dieser Ansicht - liegen bei Werten wie Rio Tinto, die ihr Geschäft primär mit Industriemetallen wie zB Kupfer betreiben, möglicherweise bald attraktive Kaufkurse vor uns.

Weitere interessante Aktien im Bereich Industriemetalle könnten sein: BHP Billiton (WKN 908101), Anglo American (WKN A0MUKL), Freeport McMoran (WKN 896476) oder Teck Resources (WKN 858265). Die brasilianische Vale (WKN 897998) mag ich persönlich nicht so sehr, weil mir da der Staatseinfluss zu hoch ist (genau deshalb wird sie auch vom Markt so niedrig bewertet) und bei der ansonsten interessanten XStrata (WKN 552834) machen mir die aktuellen Diskussionen um eine Fusion mit Glencore (WKN A1JAGV) eine Investition im Moment zu unberechenbar.

In diesem Zusammenhang noch ein paar warnende Zeilen zu den US Kohlewerten, insbesondere die Arch Coal (WKN 908011) wurde hier ja schon mehrfach besprochen. Ich warne davor, hier einfach billige Kurse perse als Kaufgelegenheiten zu betrachten. Denn entgegen meiner bisherigen Erwartung haben die meisten Kohlewerte - auch Arch Coal - das Tief von letztem Oktober nun doch nach unten durchbrochen. Damit wurde das, was auch ich bisher als multiplen Boden interpretiert hatte, nun negiert. Und damit haben wir rein vom Chart her noch einiges an Fallhöhe. Ich habe gelernt derartige Bewegungen für die kurzfristige Sicht zu respektieren, auch wenn mir meine fundamentale Sicht etwas anderes nahelegt und ich den Kohlesektor mittelfristig für einen guten Kandidaten für einen Rebound halte. Nur der Marktführer Peabody Energy (WKN 675266) hält sich noch knapp über den Oktober-Tiefs, was die Hoffnung am Leben hält.

Noch einmal zum Verständnis. Der US Kohlesektor leidet unter Überkapazitäten, die neben schwacher Konjunktur unter anderem von chinesischen Produzenten ausgehen, aber auch Folge des massiven Preisdruckes durch billiges US Gas (US Shale-Gas) sind. Denn Kohle und Gas streiten um die selben Abnehmer in Kraftwerken, Industrie etc. und das könnte zu einer Substitution von Kohle durch Gas führen, zumindest befürchtet das der Markt. Deshalb ist der Kurs des Shale-Gas Pioniers Chesapeake Energy (WKN 885725) auch für Kohle wichtig und die sind heute auch wieder schwach. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Tief der Kohlepreise noch länger weitergeht als man denkt und Mr. Market signalisiert mit seiner Kursentwicklung im Moment genau das !

Ich bin zwar nach wie vor fest überzeugt, dass wir es hier mit einem Schweinezyklus zu tun haben, der auch absehbar wieder zu weit höheren Preisen führt. Und wenn Sie sich an letzten Oktober nach meiner Besprechung von Arch Coal hier erinnern - wonach eine Arch Coal mal eben 40% gewonnen hat - wissen Sie wie schnell das gehen kann. Aber dieser Anstieg wurde halt Ende Oktober bei ca. 20 USD beendet und seit dem sagt die Kursentwicklung bei den Kohleaktien nur, dass die Luft nachhaltig raus ist. Aufgrund des Wissens um den schnellen Anstieg bei einer Wende, bin ich bei den US Kohleaktien zwar immer auf der Suche nach dem Wendepunkt. Aber die Zeit bis dahin könnte möglicherweise noch lang und schmerzhaft werden.

US Kohleaktien drängen sich mir im Moment daher nicht zwingend auf. Wäre der multiple Boden bestätigt worden, würde ich das heute anders sehen, dann würden wir aber bei den Kursen heute schon längst wieder nach oben laufen. Aber wir sind im Chart bei den meisten Titeln durchgefallen und das erhöht nun das Risiko in ein fallendes Messer zu greifen. Ich selber bin nur noch bei Arch Coal mit einer Basisposition investiert und bleibe das auch im Sinne "Buy and Hold", bis der Schweinezyklus nach oben dreht, was schon Morgen, in einem Monat aber auch erst in einem Jahr passieren kann. Dann - aber erst dann - lege ich bei den Kohlewerten nach. Das ich als Folge dieser Strategie die ersten paar Prozent Anstieg verpasse, nehme ich in Kauf und ist ein Preis den ich zu zahlen bereit bin.

Würde ich jetzt unbedingt in den Sektor einsteigen wollen, würde ich die Entwicklung am morgigen Dienstag abwarten, um zu schauen wie der Markt nach dem heutigen Abverkauf reagiert. Hält der Marktführer Peabody Energy das Tief von Oktober und dreht wieder nach oben, kann man einen Einstieg vielleicht tatsächlich wagen. Fällt aber auch Peabody durch, würde ich erst einmal mit noch deutlich tieferen Kursen im Sektor rechnen.

Und damit meine obigen Warnungen keine Missverständnisse erzeugen, ich sehe nach wie vor grosse Chancen in den US Kohletiteln und habe Ihnen deshalb -> hier <- noch eine sehr bullishe Studie von "Seeking Alpha" mitgebracht, die ich vom Timing abgesehen inhaltlich sehr teile ! Aber bei allen Chancen, muss halt auch das Timing sitzen.

Auch für die US Kohleaktien kommt wieder die richtige Zeit, da bin ich sicher. Wenn diese Zeit aber nicht heute ist, muss man es auch nicht erzwingen wollen, es gibt nach meiner Ansicht aktuell genug andere, profitable Setups im Markt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Abend, bis Morgen in alter Frische,
Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 21.02.12 – Veolia, Corning, Hecla Mining

22 Uhr Handelsschluss.

Nach der "Rettung" ist vor der "Rettung".

Der Markt verhält sich heute nahezu so, wie gestern antizipiert. Bis 6970 hatte der DAX heute vormittag noch Kraft - zur 7000er Marke reichte es nicht mehr ganz - dann setzten Gewinnmitnahmen in einer typischen "Sell the News" Reaktion ein. Und die Presse konnte die schon vorher geschriebenen Artikel raus holen, die mit einem dicken Fragezeichen die ungeheuer "kreative" Frage stellen, ob Griechenland denn jetzt wirklich "gerettet" ist oder vielleicht doch nicht.

Wir kennen die Antwort schon lange und sie lautet natürlich NEIN - das Thema wird uns definitiv weiter verfolgen und in ein paar Monaten wird man - Überraschung 😉 - feststellen, dass kaum eines der Versprechen eingehalten wurde. Wie denn auch, mit einer Bevölkerung die das nicht mitträgt und einer korrupten "Verwaltung" die sich quer legt, damit sie auch in Zukunft fröhlich ihre "Fakelaki" in die Tasche stecken kann. Jeder vernünftige Mensch weiss, dass wir in wenigen Monaten wieder an der gleichen Stelle stehen wie heute.

Ich denke lieber nicht darüber nach, was wir alles an Steuern zahlen und vor allem zahlen werden, damit dieses Geld dort sinnlos in den endlosen Ritzen eines kaputten Systems versickern kann. Nur um dann letztlich von der Nomenklatura des Systems auf Auslandskonten in Singapur transferiert zu werden. Aber immerhin sind wir ja mal wieder "ganz solidarisch", weil wir ja gerade als Deutsche immer so gute Menschen sein wollen - der Dank der "Beschenkten" ist uns ja schon heute sicher, wie sich das gehört. Wer hier bitteren Sarkasmus findet, kann ihn behalten. 😉

Mr. Market ist jetzt aber in der ganz typischen gedanklichen Leere, die immer nach solchen Momenten einsetzt, an denen ein Thema temporär abgeräumt wurde das einen lange beschäftigt hat. Und Mr. Market fragt sich nun etwas desorientiert, worin er sich als nächstes nun so richtig verbeissen soll. Bis Mr. Market da eine Idee entwickelt hat, sollten die Kurse eine Zeit lang richtungslos hin- und her schwingen, ein Zustand den wir schon heute beobachten konnten. Im DAX kann ich mir gut vorstellen, dass diese Seitwärtsbewegung im wesentlichen unterhalb der 7000er Marke statt findet. Auch ein Absacken bis 6800 oder sogar noch etwas darunter, wäre alles andere als unerwartet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir nach dieser Konsolidierung dann aber wieder nach oben durchstarten, ist nach wie vor wesentlich höher als ein grundlegender Absturz - solange die Notenbanken die Welt mit Liquidität fluten. Warten wir also nun ab und wenden uns den einzelnen Aktien zu:

Schaut man sich die Schwäche bei den einzelnen Titeln in Deutschland heute an, korrelierte diese bis auf wenige Ausnahmen mit dem entgegen gesetzten Anstieg in den Tagen zuvor. Was also vorher gut gelaufen war, wurde heute auch besonders abverkauft. Insofern gibt es heute aus Deutschland keine Aktie, bei der sich mir ein Kommentar aufdrängt.

Bei Veolia (WKN 501451) ist nun Vorsicht angebracht. Gerade in dem Moment, in dem der Restrukturierungskurs des CEOs Antoine Frerot erste Effekte zu haben scheint, könnte es zu einem Machtkampf mit seinem Vorgänger Henri Proglio kommen, der als Chef des Staatskonzerns EDF nicht nur mit dem französischen Staatspräsidenten Nikolas Sarkozy gut bekannt sein soll, sondern dem man in der Presse auch Gelüste nachsagt, eine Ehe aus EDF und Veolia herbei führen zu wollen. Zumindest laufen heute entsprechende Gerüchte durch die Presse, die sich auf den ersten Blick als durchaus vorstellbar anhören.

Ich persönlich halte von diesen politisch induzierten und riesigen Staatskonzernen gar nichts und ich denke der Kapitalmarkt sieht das ähnlich. Nach längerem Überlegen bin ich heute Abend zum Ergebnis gekommen, dass ich den Gerüchten eine hohe Wahrscheinlichkeit zubillige und habe am Abend Veolia zu ca. 9,2€ verkauft und einen kleinen Gewinn mitgenommen, da ich deutlich unter 9€ eingestiegen war. Derartig politisch begleitete Machtkämpfe sind mir einfach zu unberechenbar, als das ich mein Kapital an dieser Stelle binden möchte.

Mir ist die Entscheidung heute aber schwer gefallen, denn die Restrukturierungsgeschichte und der Turnaround von Veolia sind für mich weiterhin attraktiv, man muss das Management daran aber auch arbeiten lassen und das ist mit dem heutigen Tag fraglich geworden. Sollte sich der Nebel verziehen und der Machtkampf ausfallen, schliesse ich daher auch einen kurzfristigen Wiedereinstieg nicht aus. Ein entscheidendes Datum, an dem wir vielleicht Klarheit bekommen, sollte nun das Boardmeeting am 29.02.12 sein.

Eine Wende nach oben halte ich nun auch bei Corning (WKN 850808) für möglich. Corning ist für mich ein "Trüffel" und sehr unterschätzter Technologiekonzern und litt zuletzt unter geringen Abnahmemengen im TV Geschäft, dass Corning mit seinem bekannten und hoch robusten "Gorilla-Glas" beliefert. Corning kontrolliert zusammen mit seiner 50% Tochter "Samsung Corning Precision" mehr als die Hälfte des weltweiten Glass-Panel Marktes. Aber nicht nur mit Glas-Panels ist Corning an der technologischen Front vertreten, sondern auch im Bereich OLED, optische Kabel oder Life Science hat Corning aussichtsreiche Produkte und Technologien, auch wenn diese vom Umsatz her noch deutlich abfallen.

Falls Sie sich unter Glas so richtig nichts Innovatives vorstellen können, dann sollten Sie sich mal -> hier <- diese Videos anschauen. Sicher sind das Werbe/Marketing-Videos und insofern inhaltlich mit Vorsicht zu geniessen und diese Produkte gibt es noch nicht, es sind einfach Visionen der Zukunft. Aber es vermittelt Ihnen vielleicht eine Vorstellung davon, was Innovation im Bereich Glas bedeutet. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass "intelligentem" Glas die Zukunft gehört, so wie wir es in Filmen wie "Minority Report" schon vor 10 Jahren eindrucksvoll vorgeführt bekommen haben. Und Corning hat für mich alle Chancen, in diesen Zukunftsmärkten Marktführer zu sein.

Wenn Sie dann noch sehen, dass Corning derzeit zum Buchwert und mit einem KGV von 8-9 zu haben ist und im Chart sich nun die Chance auf eine Wende abzeichnet, dann verstehen Sie sicher, warum ich bei Corning schon seit Herbst letzten Jahres investiert bin und das für mich einer meiner "Buy and Hold" Werte ist, bei denen ich auf langfristig erhebliche Wertsteigerungen setze. Schauen Sie sich Corning einfach mal selber ganz unbefangen an.

Übrigens, da Corning nicht nur (über das Joint Venture) in Samsung Geräten steckt, sondern auch Apple beliefert, haben Sie mit ziemlicher Sicherheit schon einmal ein Glas von Corning in der Hand gehabt oder vor einem als TV gesessen. Sie haben es bisher nur nicht gewusst. Corning ist für mich das, was man einen "hidden Champion" nennt.


Source: Finviz.com

Auffällig war heute die Stärke in Gold und Silber in einem ansonsten wenig berauschenden Markt. Ich gewinne nun zunehmend den Eindruck, dass hier etwas im Gange ist und uns höhere Kurse bevorstehen, ohne dass ich das nun ursächlich argumentativ festnageln könnte. Der Anstieg über das Hoch von Anfang Februar bei ca. 1750 USD, ist für Gold und Silber auf jeden Fall ein Zeichen von Stärke. Denn schon letzten Donnerstag hatte ich ja -> hier <- an dieser Stelle auf die auffällige Wende nach oben bei den Minenaktien hingewiesen und dazu geraten, das nun genau zu beobachten. Ich habe es getan und seitdem verdichten sich die Signale. Heute, ein paar Tage später scheint die Wende vom 16.02. auch beim Preis der Edelmetalle selber eine markante Untergrenze definiert zu haben.

Insofern, mit dem 16.02. als Untergrenze im Rücken, habe ich hier mal einen Bündel an Trades gewagt, bei denen ich nur meiner "Nase" folge, denn die nimmt nun Witterung auf. Deshalb bin ich in Antizipation einer positiven Bewegung in den letzten Tagen einige Long-Positionen eingegangen. Mit den 1705 USD vom letzten Donnerstag, habe ich ja nun eine exzellente Stopmarke, mit der ich das Risiko dieses Trades "auf Verdacht" in ganz engem Rahmen halten kann. Und im Falle eines Krieges um Irans Atomprogramm, wäre Gold sicher auch nicht die schlechteste aller Anlagen.

Was die Gold- und Silber-Minen angeht, bin ich nun also Long bei Barrick Gold (WKN 870450), Iamgold (WKN 899657), Freeport McMoran (auch Kupfer) (WKN 896476), Hecla Mining (WKN 854693) und Coeur dAlene (WKN A0RNL2).

Hecla Mining hatte ich ja vor kurzem -> hier <- ausführlich vorgestellt und die Aktie zauberte mir heute aufgrund "überraschend" guter Quartalszahlen mit zeitweise 12% Plus ein breites Lächeln ins Gesicht 😉

Und auch die schon mehrfach besprochene Cameco (WKN 882017) hat mich heute erneut erfreut und legte noch einmal über 4% auf die aufgelaufenen Gewinne oben drauf. Der Preis von Uran hat aber in Anbetracht der Renaissance der Kernenergie in den USA noch jede Menge Luft nach oben, weswegen die Bewegung bei Cameco noch lange nicht beendet sein muss.

Ich wünsche einen schönen Abend !

Hari´s Märkte am Abend – 16.02.12 – Konsolidierung dauert an – Itron hebt ab

22 Uhr Handelsschluss

Ein sehr spannender Tag im Markt, zu dem es vieles zu sagen gibt ! Deshalb wird dieser Artikel heute etwas länger 🙂

Heute konnten wir erleben, wie wichtig es ist, sich an die einmal gesetzten Regeln zu halten. Denn wir sind immer noch in der Konsolidierungszone, die ich -> hier <- vor zwei Tagen skizziert hatte.

Gestern haben wir die obere Begrenzung bei ca. DAX 6830 getestet und es gab einige die zu früh versuchten den Ausbruch zu traden und dann böse rasiert wurden, als der Ausbruch scheiterte. Heute haben wir im frühen Handel bei DAX 6650 die untere Begrenzung getestet und hatten das gleiche Bild: wer zu früh Short gegangen war, fand sich kurz danach auf der Verlierseite wieder. Ich kann daher nur noch einmal unterstreichen, wie wichtig es an solchen Marken ist, nicht zu versuchen die Bewegung zu erahnen. Man sollte nach meiner Erfahrung lieber auf ein oder zwei Prozent verzichten um dafür ganz sicher zu sein, dass der Kurs wirklich nach oben oder unten ausbricht und eine nachhaltige Bewegung eingesetzt hat.

Für Sie habe ich im Chart des DAX von 18 Uhr die Konsolidierungszone noch einmal deutlich heraus gearbeitet. Nach unten ist die Begrenzung bei DAX 6650 eindeutig. Nach oben kann man darüber lange diskutieren wo man die Linie genau zieht. Ich persönlich schneide gerne die "Fahnen" ab, weswegen ich eher auf DAX 6830 komme. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte aber lieber abwarten bis DAX 6850 wirklich nachhaltig hinter uns liegt.

In Summe sprechen solche Konsolidierungen aber eher dafür, dass der Markt nach einiger Zeit die alte Bewegung wieder aufnimmt, sprich hier nach oben weiterläuft. Ausnahme von der Regel sind klassische Top-Bildungen mit Wechsel der Aktien von den "starken" in die "schwachen" Hände, die erst spät nachrücken und dann gerne von Mr. Market auf dem falschen Fuss erwischt werden.

Eine wichtige Beobachtung ist aber heute früh bestätigt worden: der Markt hat (zumindest temporär) seinen Charakter geändert und die unerbittliche Bewegung, die uns über Wochen nach oben getrieben hat, ist erst einmal vorbei.

Das bedeutet aber nicht, das der mittelfristige Bulle vorbei ist, bitte interpretieren Sie in den Satz oben nichts Falsches hinein ! Es bedeutet nur, dass wir nun wieder in einem "normalen" Markt sind, in dem eine Aufwärtsbewegung von Korrekturen und Seitwärtskonsolidierungen unterbrochen ist und in dem es hin und her geht. Die letzten Wochen seit Anfang Januar war das aber anders, da gab es auf der gesamten Strecke keine einzige nennenswerte Konsolidierung, da war der "Runaway-Move" voll intakt. Ob er nun zu Ende ist oder nur eine Verschnaufpause einlegt, wird die Zukunft zeigen.

Das gleiche Bild des DAX, diesmal aber im grösseren Chart über Monate, offenbart die beeindruckende Bewegung seit Mitte Dezember und den aktuellen Trendbruch eindeutig. Die Konsolidierungszone von oben habe ich erneut eingezeichnet. Was wir aber auch sehen ist, dass wir mit der starken Bewegung von heute Nachmittag/Abend die Chance haben, wieder in den Aufwärtstrend zurück zu kehren. Denn im späten Handel an der Wallstreet haben wir uns wieder ganz nach oben an die obere Grenze der Konsolidierungszone geschoben und der DAX Future hat nahe 6800 geschlossen. Sollte das passieren, wäre das ein sehr bullishes Signal !

Für Morgen kann ich aber hier nur unterstreichen, was ich vor 2 Tagen schon sagte: es ist völlig offen wann und ob wir diese Konsolidierungszone nach oben oder unten verlassen - auch wenn ich die Bullen nach wie vor im Vorteil sehe und der Markt heute im späten Handel einen bullishen Ausbruch vorzubereiten scheint. Nach oben würden wir wohl schnell die DAX 7000 durchschlagen. Und nach unten wäre für mich oberhalb DAX 6400 die erste Auffangzone.

Und noch etwas kann man am Beispiel des heutigen Tages wunderbar heraus arbeiten, eine Lehre für alle, die Markttechnik für Unfug halten: War es Zufall, dass der DAX heute exakt auf 6650 wie von Zauberhand gedreht hat ? Nein, war es nicht ! Interessiert sich der DAX also für solche Marken ? Nein tut er auch nicht ! 😉 Aber die Menschen und vor allem seit neuestem die Algos interessieren sich dafür. Und weil diese Ausbruchszonen beachtet und gehandelt werden, verhält sich auch der Markt so. Man mag das Massensuggestion nennen und da ist durchaus was dran, aber wenn der Markt da dreht, dann ist die Bewegung halt sehr real, ebenso wie der Gewinn und Verlust im Portemonnaie. Man tut also gut daran diese Marken zu beachten.

In diesem Zusammenhang will ich auch mit einem weit verbreiteten Missverständnis aufräumen. Da diese Verhaltensmuster ja von der Psychologie der Menschen getrieben werden, könnte man ja annehmen, dass diese Muster in der Zeit der Algos schwächer werden. Das Gegenteil ist aber der Fall und wenn man überlegt, ist es auch ganz logisch. Diese automatischen Algorithmen mit denen der Computer handelt, werden ja (noch) von Menschen programmiert und diese programmieren die Algos derzeit so, dass diese genau die klassischen Chartmuster handeln. Das verstärkt die Muster, weil auch viele Algos Unterstützungszonen fröhlich kaufen und Widerstandszonen fröhlich verkaufen. Das macht die Muster im Moment berechenbarer, wird sich aber wieder ändern, wenn die Intelligenz der Algorithmen steigt. So schafft sich der Markt halt seine eigene Wirklichkeit, in einer verquirrlten Mischung von Hoffnungen, Ängsten, mathematischer Logik und fundamentalen Daten und Fakten.

Meine grundsätzlich und mittelfristig positive Marktsicht hat mich heute früh aber veranlasst, in die Schwäche des Marktes hinein meine Long-Positionen bei Daimler (WKN 710000), Continental (WKN 543900), Repsol (WKN 876845), Cameco (WKN 882017) und Freeport McMoran (WKN 896476) aufzustocken. Denn in einer Konsolidierung kauft man die Unterstützung - so lange bis man es nicht mehr tut und die Reissleine zieht. Ich bin in Summe weiterhin verhalten Long aufgestellt und habe meine Reissleine ganz fest in der Hand. 😉

Die Bewegungen bei deutschen Einzelaktien waren heute überwiegend so, wie man es in so einem Markt auch erwarten würde. Die klassischen Industrietitel waren am stärksten von der Schwäche am Morgen betroffen, darunter auch die Rheinmetall (WKN 703000), zu der ich mich ja -> hier <- geäusserte hatte und dem ich auch nichts hinzu zu fügen habe. Insofern erübrigt sich heute die Diskussion einzelner Aktien des deutschen Marktes.

Bemerkenswert waren heute zwei US Technologieaktien, auf die ich Sie hier schon hingewiesen hatte.

Itron (WKN 888379) stieg heute nach guten Zahlen, einem neuen Auftrag und diversen Hochstufungen von Analysten um zeitweise sensationelle 24% , am Handelsschluss waren immer noch 20% Plus übrig. Das ist ein Turnaround aus dem Bilderbuch und ich erinnere in diesem Zusammenhang an meinen Artikel -> hier <- vom 06. Dezember letzten Jahres, sowie viele weitere Erwähnungen.

Man sieht daran wieder, wie wichtig ein fähiges Management ist, der gute alte LeRoy Nosbaum kann es halt einfach. So einen Tag nennt man im amerikanischen einen "Recognition Day" - auf Deutsch irgendwas wie "Tag der Erkenntnis" - an dem der breite Markt plötzlich merkt, was in einer Aktie los ist. Das löst solche Bewegungen aus.

Gehe Sie also davon aus, dass die Aktie demnächst auch in den diversen populären Anlegermagazinen vermehrt auftaucht und als "Geheimtip" von diversen Börsenbriefen gegen Geld verkauft wird. Ich bin weiter positiv zur Aktie gestimmt, habe aber nach diesem Anstieg nun erst einmal die Hälfte der Gewinne mitgenommen. Denn "Gier ist gut" wie Gordon Gekko ja trefflich bemerkte, aber wie er auch letztlich feststellte, sollte man es mit der Gier in Anbetracht eines solchen Tagesgewinnes auch nicht übertreiben 😉 Und ein Rücksetzer um einige Prozent wäre nach einer solchen Tagesbewegung nur normal.

Und auch Tesla Motors (WKN A1CX3T) lieferte gestern gute Zahlen und einen positiven Ausblick auf den anstehenden Produktionsstart beim Modell S. Tesla ist nun 10% im Plus, seit ich den Artikel -> hier <- vor 3 Tagen veröffentlich hatte. Das ist aber nicht so bedeutend, sondern eher die Tatsache, das Tesla nun kurz davor ist, das Doppelhoch von November/Dezember bei ungefähr 35 USD erneut zu testen und da würde ich nun genau hinschauen was passiert !

Übel sah heute zweitweise Gold und Silber aus, bevor es sich einigermassen erholte, fragen Sie mich bitte nicht warum. Die Edelmetalle haben seit einigen Wochen eine klare Richtung verloren und schwimmen ohne für mich erkennbare Struktur hin und her, einen Tag hoch, einen Tag runter. Sobald ich wieder eine klare Tendenz sehe, werde ich mich dazu äussern. Solche Phasen gibt es am Markt halt einfach und man sollte in diesen Phasen geduldig sein, die Hände still halten und auf keinen Fall Schatten jagen, die einen von den wichtigen Bewegungen in anderen Bereichen ablenken. Mittel- und langfristig hat sich an meiner positiven Sicht auf die Edelmetalle nichts geändert.

Im Gegensatz zur Schwäche der Edelmetalle selber, war heute aber auffällig, wie die Gold- und Silber-Minen im Laufe des Handelstages nach oben geschossen sind. Der "HUI" (NYSE ARCA Gold Bugs Index) hat sich Intraday um 4% nach oben bewegt, von -1,5% bei Eröffnung bis +2,7% bei Handelsschluss. Ob das mehr ist als ein zwangsläufiger Bounce nach der Schwäche der letzten Tage, vermag ich noch nicht zu sagen. Aber Aufmerksamkeit kann hier nicht schaden, denn wenn die Minen sich temporär vom Goldpreis entkoppeln sollten, hätten diese noch ein Menge aufzuholen und würden vor erheblichen Gewinnen stehen.

Ich wünsche einen schönen Abend !