Wars das schon wieder?



Guten Abend!

Ich muss mich heute entschuldigen, ich kann keine Handwerker mehr sehen. Nichts funktioniert, auf den einfachen Nenner kann man es bringen. Das Umhängen von wenigen Stromkreisen auf einen neuen Zähler wird zu einem Drama, weil es immer wieder den Schutz raushaut und die Elektriker offensichtlich nicht der Komplexität der Installation gewachsen sind.

Das wird einem natürlich nicht vorher gesagt, damit man planen kann, hinterher sind sie aber ganz gross darin zu erklären, wie schwierig das alles ist. Und was ich am meisten daran hasse ist, dass man von diesen Leuten dann noch abhängig ist, denn man kann die ja nicht einfach rauswerfen - man braucht ja Strom.

Die Herren sind Stand 17 Uhr immer noch da und basteln in meinem Rücken, kommen jetzt aber zum Ende. Ein vernünftiges Arbeiten und Konzentrieren ist so aber den ganzen Tag unmöglich. Ich bin sauer und muss meinen Ärger unterdrücken, weil es ja nichts bringt, wenn ich die nun sprachlich zusammenfalte, das macht deren Arbeit nicht besser. So eine Stimmung ist aber auch keine gute Grundlage um sich mit dem Markt auseinander zu setzen, der kann nämlich nichts dafür.

Aber schon in den letzten Tagen habe ich bei vielen Trivialitäten wie Paketdiensten, Servicemitarbeitern, Buchhaltungsprozessen wieder gedacht, wie dieses Land sich immer mehr Richtung Kalkutta oder Süd-Palermo entwickelt. Absolute Trivialitäten funktionieren nicht und bei Dingen, die vor 20 Jahren 100% zuverlässig geklappt hätten, läuft man heute gegen Wände. Alle sind immer ganz furchtbar "bemüht" und freundlich, dafür haben sie ja Schulung bekommen, nur ihren Job haben sie nicht im Griff und zwei und zwei zuverlässig zusammen addieren, ist auch schon zuviel verlangt.

Sorry für die Wutrede, aber das muss mal raus, es wird einem permanent Zeit von absolut unfähigen Menschen gestohlen, deren Firmen für diese Nicht-Dienstleistung auch noch Geld wollen - ich bin sicher Sie kennen das auch. Ab und zu hat man dann mal Glück und es ist jemand mit Hirn und Kommunikationsvermögen darunter, da kann man aber schon eine Uhr danach stellen, dass der/die bald weg ist, weil er/sie aufsteigt. Denn Leute mit Hirn und der Fähigkeit zu kommunizieren, werden dringend auf den Führungsebenen gesucht.

Schuld an der Misere sind natürlich auch die Firmen, die im Wissen um die Kompetenzen denen an den Service-Hotlines praktisch keine Freiheiten und Rechte mehr geben und sobald vom Prozess abgewichen werden muss, sofort drei Genehmigungen und "Durchschläge" brauchen. Diese Menschen sind nur noch schlecht bezahlte Grüss-Gott-Onkels, die früher oder später von einem Roboter mit angenehmerer Stimme ersetzt werden, der säuselnd dem Kunden immer recht gibt. Und die Mitarbeiter die mehr wollen und bereit wären sich zu engagieren, werden so demotiviert. Gruselig das alles, "Service" ist das Synonym für eine kafkaeske Vorhölle geworden.

Lange Rede kurzer Sinn, die Tiefe meines Blicks auf den Markt ist heute etwas herabgesetzt - sehr ärgerlich das, gerade an einem Tag wie heute.

Nun gut, die Kernfrage des Tages ist fraglos ob es das schon wieder war mit der Korrektur? Ich habe heute früh kommentiert, dass der Markt die Frage gestern prinzipiell offengelassen hat, heute aber wohl erst einmal einen Erholungsversuch startet und das ist auch so gekommen, der DAX ist wieder klar über 13.000.

Wars das nun schon wieder? Ich denke/befürchte Ja.

Das "befürchten" bezieht sich auf meine Hoffnung, dass der Markt uns noch einen besseren Einstieg vor der Jahresendrally gewährt, aber danach sieht es zumindest in den US Indizes nicht aus. Schauen wir auf den NASDAQ, das ist recht eindeutig, die Konsolidierung scheint schon wieder vorbei zu sein und die Bullen steigen mit Macht in den Ring:

Die Botschaft ist eindeutig, die gestern gezeigte Konsolidierungsstruktur mit Gap und folgendem Bröseln ist gebrochen und drei Tageshochs der letzten Tage sind gebrochen. Das wars schon wieder. Sic!

Im DAX sieht es noch etwas unklarer aus, ich denke dass auch die Jamaika-Unsicherheit hier leicht drückt und auch die morgige OpEx die Kurse noch im Bereich 13.000 festtackert. Hier ist theoretisch noch ein Rückfall unter 12.900 in den Karten.

Sollte Morgen regierungstechnisch aber alles Friede-Freude-Eierkuchen sein und alle Differenzen wie zu erwarten mit Steuermilliarden zugedeckt werden, gehe ich davon aus, dass auch der DAX sein Tief schon gesehen hat. Ein klassischer Undercut ist es auf jeden Fall jetzt schon und ein Island Reversal haben wir noch oben darauf, genügend bullische Argumente. Kurz, auch im DAX sieht es eher so aus, als ob es das schon wieder war.

Ich habe schon mehrfach gesagt, mir wäre eine andere Auflösung lieber, die noch etwas mehr Downside generiert, aber der Markt hat gestern früh mit dem Undercut angetäuscht, etwas Unsicherheit verbreitet die dazu zwang eine Korrektur ernsthaft in Erwägung zu ziehen und dann ging es mit dieser langsamen, enervierenden Art und Weise nach oben, die in 2017 durch die Algos so typisch ist.

Was die Sektoren angeht, sehen Sie selber das vieles was die letzten Tage korrigiert hat, nun wieder deutlich gekauft wird, Biotech vorne weg, aber auch eine Reihe von Techs. Der XBI scheint zum Beispiel mit einem markanten Hammer in der Wochenkerzen den langfristigen Trend zurück zu erobern, auch das könnte eine veritabler Undercut werden, der zu einer scharfen Bewegung nach oben führt:

Interessant ist vielleicht noch -> der Artikel zu George Soros <-. Treue Leser wissen, wie oft ich mich über die Artikel der letzten Jahre lustig gemacht habe, in denen alarmistisch geschrieben wurde "Soros stellt sich gegen den Markt!", "Soros geht Short!", auch der grosse China-Crash wurde von ihm nach meiner Erinnerung mehrfach vorher gesagt.

Damals sagte ich, dass man aus Soros Shorts keine sinnvollen Schlüsse ziehen kann, denn weil wir sein Gesamtexposure zum Markt nicht kennen, können die Shorts auch einfach ein Hedge gewesen sein, er hat sich sozusagen von 100% auf 60% Exposure reduziert.

Heute können wir hinzufügen, dass eben auch Soros bei aller unbestrittener Brillianz nur ein Mensch ist, der auch mal von Mr. Market an der Nase herum geführt wird. Auch alle grossen "Gurus" werden von Mr. Market irgendwann mal auf dem falsche Fuss erwischt, was erneut unterstreicht, dass es im Markt keine absolute Sicherheit gibt und wer Ihnen die verkaufen will, sich damit schlicht als Scharlatan outet.

Ansonsten können wir aus dieser Information und diesem Artikel die gleichen Schlüssel für unser Anlageverhalten ziehen, wie aus denen der letzten Jahre zu Soros Shorts - nämlich gar keine. Vergessen wir diese medialen Aufreger einfach, sie haben keine Relevanz für das, was wir mit unserem Geld tun sollten.

An Einzelaktien will ich an die gestern ->hier <- genannte Heidelberg Cement erinnern. Aus einem Retest wurde bei den Wochenkerzen nun ein Hammer, das sieht nach oben sehr gut aus und vor allem haben wir relative Stärke zum DAX:

RWE dagegen, droht aus dem Trendkanal heraus zu fallen, was wohl unmittelbar mit Jamaika zu tun hat. Je mehr es danach aussieht, dass die Parteien sich mit gequälten Kompromissen auf jeden Fall einigen werden, desto wahrscheinlicher wird wenn man nachdenkt, dass die Kohlekraftwerke geopfert werden, um die Grünen in einem klassischen faulen Kompromiss beim Thema Migranten zu bewegen:

Insofern ist die Aktie nun zur politischen Aktie geworden. Wenn es in Sachen Kohlekraftwerke aber nicht so schlimm wird wie befürchtet, kann bei RWE auch jederzeit ein Pop nach oben einsetzen.

So ... das wars für heute, jetzt ist es 18 Uhr durch, die Elektriker sind endlich auch weg und ich muss noch Saugen, Aufräumen und was so alles nach einem Handwerkerbesuch zu tun ist. Meine Diva und ich haben uns geschworen, dass dieses Jahr keine Handwerker mehr ins Haus kommen, wir hatten die letzten Wochen genug davon.

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Bröseltag



Guten Morgen!

Heute vormittag ein etwas späterer Kommentar, denn die Wasserprobleme bei uns im Haus, führen zu diversen Unterbrechungen durch Handwerker und ich muss mir immer wieder Sachen anschauen und kann heute nicht ruhig durcharbeiten.

Sie sehen selber, dass der DAX immer weiter weg bröselt, obwohl der S&P500 recht stabil um 2.100 herum mäandriert.

DAX 10.06.16

Die Story dahinter dürfte sein, was ich schon beschrieben habe:

Strategische US Investoren halten die Füsse still, weil der Brexit zu viel Unsicherheit schafft. Die kommen vielleicht nach dem Brexit wieder, aber nicht kurz vorher.

Damit fehlt dem DAX die Hälfte der "Aufwärtskraft". Die deutschen Anleger haben sich aber schon letzte Woche engagiert, den DAX bis über 10.300 gebracht und stellen nun fest, dass es nicht weiter geht, sprich das ihr Optimismus beim Markt auf taube Ohren stösst.

Also nehmen Sie wieder Gewinne mit und ziehen sich auch eher zurück, was zu dem aktuell zu beobachtenden Bröseln führt und den DAX langsam wieder abwärts drückt. Das ist die "Story" und Mechanik, die ich in das aktuelle Marktgeschehen herein interpretiere.

Ansonsten spricht eigentlich alles dafür, dass das ein eher ruhiger Börsentag ohne grosse Bedeutung wird. In China sind die Börsen wegen eines Feiertages geschlossen und auch ansonsten gibt es wenig bedeutende Wirtschaftsdaten.

Die Grundstimmung dürfte aber langsam bröselnd bis skeptisch sein, auch die Maschinenbauaufträge in Japan haben nicht überzeugt und vor FED und BoJ nächste Woche und dem Brexit-Referendum übernächste Woche, wird sich kaum jemand ersthaft exponieren wollen.

Ein idealer Tag also, um ein verfrühtes Wochenende zu beginnen oder wie ich, sich um Handwerker zu kümmern - Grummel. 🙁

Bei der Deutschen Bank sagte ich vor ein paar Tagen, dass sie an einer charttechnischen Entscheidung steht und propmt hat sie genau da wieder nach unten gedreht.

Heute steht sie wieder an einer charttechnischen Entscheidung, nur dieses Mal nach unten:

DB 10.06.16

Irgendwann wird dieses Dreieck brechen und die wahre Richtung offenbaren, ich kann ihn aber nicht sagen ob schon heute nach unten oder erst später nach oben. Schaun mer mal, dann sehn mer scho! 😉

Indus Holding, notiert heute mit Dividendenabschlag, was zu einem vermeintlichen Kurseinbruch führt. Trotzdem haben wir hier immer noch eine überzeugende Trendstruktur mit immer höheren Tiefs:

Indus 10.06.16

So weit so kurz an einem Börsentag, von dem ich wenig bis nichts erwarte.

Aber einen weiteren, sehr lesenswerten Kommentar zu George Soros habe ich gefunden, mal wieder bei Josh Brown, das sollten Sie sich *unbedingt* zu Gemüte führen!
-> What you´re not hearing about George Soros <-

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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DAX-Betrachtung: Bleibt alles anders

DAX-Betrachtung: Bleibt alles anders

Ein Gastkommentar von Tokay

Der seit der Doppelkrise vom Sommer 2011(Eurokrise, Fiscal Cliff in den USA) laufende Bullenmarkt besteht weiterhin fort. Naturgemäß wird nun vermehrt die Frage gestellt, wie lange die Sache noch gut gehen könne. Einerseits steht das Thema „DAX 10000“ einmal mehr auf der Agenda, auf der anderen Seite machen diverse Crash-Szenarien die Runde, was dann mit der Höhe der Börsenkredite oder den Aktivitäten der einschlägigen Gurus(George Soros, Warren Buffett) begründet wird.

Schauen wir uns dazu das nachfolgende Langfristchart an. Der Bullenmarkt wird nach wie vor durch zwei große Linien geprägt:

  • einmal durch die Linie DE, die die obere Begrenzung des seit 2009 gültigen Aufwärtstrends markiert;
  • dann durch die Linie ABC, die die untere Begrenzung des seit 2011 gültigen Aufwärtstrends bezeichnet;
  • relevant ist außerdem die „innere Linie“(fein gestrichelt), die ein Maximum an Hoch- und Tiefpunkten seit 2009 miteinander verbindet und daher den mittleren Trend seit 2009 am besten wiedergibt.

DAX 21.02.14

Wir erkennen, dass der DAX momentan ziemlich deutlich nach oben gelaufen ist, ohne dass man aber von einem „überhitzten“ Zustand sprechen kann. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder der DAX setzt seinen Anstieg entlang der oberen langfristigen Begrenzungslinie DE fort mit dem Ziel 10700 Punkte oder er sinkt weiter ab bis zur Untergrenze des 2011er Trends, der ABC-Linie. Diese liegt derzeit bei ca. 9100 Punkten.

Bei letzterer wiederum gibt es zwei Alternativen: Anstieg entlang der Linie ABC(Ziel wären auch hier wieder die 10700 Punkte) oder weiteres Absinken bis zur „inneren Linie“, welche derzeit bei ca. 8750 Punkten markiert. Bis hierhin könnten die Kurse fallen, ohne dass man von einem Ende des Bullenmarktes sprechen müsste. Wird diese Grenze allerdings unterschritten, wird es kritisch. Wichtig jedoch ist vor allem, dass Rückgänge vom heutigen Niveau aus vorerst nur als Korrekturen zu betrachten sind.

Tritt keine dieser Möglichkeiten ein, sollten die Kurse weiter nach oben laufen. Die gezeigten Linien hätten dann bis spät ins Jahr 2014 hinein Bestand, sollten sie nicht vorher invalide werden. Erst bei Punkt F bzw. bei 10500 Punkten, würde eine Entscheidung darüber fallen, ob die Kurse weiter entlang der ABC-Linie steigen oder ob sie sich dann endgültig Richtung „innere Linie“ oder Richtung untere Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrends zurückentwickeln. Jedoch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Die Kursanstiege seit 2011, das wissen wir, beruhen vor allem auf der expansiven Geldpolitik der Notenbanken. Der Markt agiert nicht gegen die Notenbank. Da die Unternehmensgewinne weniger stark gestiegen sind, sind vor allem die Bewertungen der Unternehmen gestiegen. Das war auch möglich aufgrund deren verbesserter Perspektiven. Somit müsste es zu weiteren Kursanstiegen kommen, sofern die oben genannten Gründe auch in diesem Jahr überwiegend fortbestehen.

Da Zinsen und Gewinne sich nicht sehr stark ändern dürften, gibt es wenig Anhaltspunkte für eine massive Überbewertung, um das mindeste zu sagen. Auch liegen die Bewertungen kaum über denen früherer Jahre, so dass wenig Anlass für eine „Mean Reversion“ besteht. Unter Druck dürften die Kurse allerdings dann kommen, wenn das Fed früher oder entschiedener als erwartet zu einer Politik der Zinserhöhungen überginge oder wenn die Gewinndynamik der Unternehmen entschieden nachließe. Dann kämen nicht nur die Kurse an den US-Börsen unter Druck, sondern auch bei uns. Aber solange die Rahmenbedingungen so bleiben wie bislang, sollten die Kurse weiterhin ansteigen. Der Markt antizipiert im Moment noch dieses positive Szenario. Wir wissen allerdings, wie schnell sich die Meinung des Marktes ändern kann.

Tokay

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Goldminen (GDX) – 15.11.12 – Wenn technische Setups brechen …

Was passiert, wenn technische Setups für alle überraschend brechen, konnten wir die letzten Tagen an den Goldminen erleben - hier in Form des ETF GDX dargestellt. Das Geschehen kann man unter der Überschrift "all hell breaks loose" zusammen fassen.

Der GDX hatte eine perfekte Bullenflagge ausgeformt, die ich hier auch mehrfach thematisiert habe. Und setzte am 31.10.12 zum planmässigen Ausbruch nach oben an und war schon fast raus aus der Range. Dann drehte der Wurm überraschend. Sehen Sie selbst:

GDX 151112

Offensichtlich waren die Einschläge der ganzen miesen Zahlen von Barrick Gold, Newmont Mining oder zuletzt Iamgold doch zu gross und konnten nicht mehr verdaut werden. Dadurch wurde wohl eine plötzliche, negative Neubewertung des ganzen Sektors ausgelöst. Zumindest ist das meine Interpretation.

Denn der Goldpreis kann es nicht gewesen sein, der diesen Zusammenbruch auslöste. Gold steht kurz davor, eine schöne, inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation auszubilden.

Selbst George Soros war (ist?) mit seinem Soros Fund Management LLC massiv in diesem Trade gewesen, einige von uns waren also in guter Gesellschaft. Lesen Sie hier: -> Soros und Gold <-

Wahrscheinlich deshalb nahm die Bewegung in den letzten Tagen, nach Bruch der 200-Tage-Linie, auch so eine Dynamik an. Eben weil Big Money möglicherweise nun auch liquidiert hat. Schauen Sie mal auf das gewaltige Volumen heute ! Ich wäre also nicht überrascht bald zu lesen, dass auch Soros seine Positionen zurück gefahren hat. Ich selber habe meine Positionen nach Bruch der Bullenflagge halbiert, bin aber immer noch investiert und habe heute rein taktisch wieder etwas aufgestockt.

Was ist die Lehre daraus ? Ganz einfach: wenn solche weit beobachteten Formationen brechen, ganz schnell raus. Sell and run !

Wie geht es weiter im Sektor ? Fundamental hat sich im Sektor nichts geändert und auch die grossen Minen sind nicht nur von Idioten bevölkert und werden lernen, ihre Kostenstrukturen anzupassen und zu flexibilisieren. Das es prinzipiell immer schwieriger wird neues Gold aus der Erde zu holen, auch weil der Goldgehalt neuer Vorkommen immer geringer wird, dürfte aber nicht zu ändern sein und die Kosten weiter zum kritischen Thema machen.

Aber auch dort wird der Kostendruck nun wieder für Kreativität bei den Abbauverfahren sorgen, die lange nicht nötig war, weil man sich wie fette Katzen in der Sonne der einfachen Gewinne ausruhen konnte. Und wie ein neues Verfahren alles auf den Kopf stellen kann, haben wir ja im Bereich Gas mit dem "Fracking" erlebt. Insofern sind all die Charts, die nun die Förderkosten in der Zukunft zwangsweise parabolisch nach oben schreiben, etwas schlicht und verfrüht und haben die Kreativität der Ingenieure einfach ausgeblendet.

Im Verhältnis zum Goldpreis, sind die Minen nun noch günstiger geworden, das Verhältnis schwebt nahe historischer Tiefststände, ist aber auch die logische Folge der schwachen Profitabilität und somit angemessen und kein Kontraindikator für steigende Kurse.

Gleichzeitig könnten wir heute den grossen Ausverkauf gehabt haben, das Volumen ist mehr als deutlich. Und wir haben heute oberhalb der Tiefststände geschlossen. Vielleicht kommt Morgen noch Schwäche, dann könnten möglicherweise alle schwachen Hände rausgeschüttelt sein.

Nach oben ist es in meinen Augen also durchaus wahrscheinlich, dass wir die Range der Bullenflagge bald wieder sehen. Ob es dann von da schnell weiter geht ist nun aber zweifelhaft geworden. Denn der technische Schaden ist nun immens und es braucht Zeit um diesen zu heilen und auch wieder Vertrauen in die Fähigkeit der Minen aufzubauen, den höheren Goldpreis auch zu höherem Ertrag umzuwandeln.

Aber selbst das ist nicht sicher, die Minen haben einen Trackrecord dafür, extrem volatil hin und her zu schwingen. Und wenn Gold nun wirklich anzieht, ist es auch denkbar, dass sich die Bewegung der letzten zwei Tage als gewaltige Bärenfalle heraus stellt. Bleiben Sie also wachsam.

Gute Nacht !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 04.06.12 – ARD zitiert Mr-Market, Soros über Ökonomie

22 Uhr - Handelsschluss

Nach Handelsschluss noch zwei Hinweise. Alles was ich zur Grosswetterlage an der Börse derzeit wichtig finde, hatte ich ja schon heute Mittag -> hier <- geschrieben.

Der Markt hat bis Handelsschluss auch nichts gemacht, was diese Einschätzung von heute Mittag in Frage stellt. Die Stabilität und Stärke bei den Goldminen ist nach dem Freitag mit 6% Anstieg für mich erneut eindrucksvoll. Selbst ein 2% Rückgang wäre heute nur normal gewesen, aber selbst das wollte der Markt scheinbar nicht mehr zulassen und produzierte sogar 1,6% Plus und einen Schlusskurs auf Höchststand im GDX.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie man eine Sache auch immer ganz anders sehen kann. Schauen Sie auf -> diesen <- Chart der fröhlichen Perma-Bären bei "Slope of Hope". Die Zukunft wird zeigen wer richtig liegt, bei aller positiver Erwartung kann jeder Trade fehlschlagen und ich respektiere daher meinen Stop bei aktuell 41 USD für den GDX.

(1) ARD-Börse zitiert Mr-Market

Lars Röhrig von Investorsinside.de hat mich heute dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht, dass ich zum Thema meines Artikels zu -> Gold und Goldminen <- nun auch von der ARD Börse direkt zitiert wurde und sich sogar ein Satz meines Artikels ("In der Sekunde, in der die grottenschlechten Daten ...") weiter unten fast wörtlich im ARD Artikel wiederfindet. Ohne diesen Hinweis hätte ich es mangels Backlink nicht bemerkt. Scheinbar lesen Redakteure der ARD-Börse hier im Blog mit, sehen Sie -> den Artikel der Börse.ARD hier <-.

Das ist an sich ja erfreulich und das direkte Zitat mit meinem Namen und dem Namen des Blogs ist auch journalistisch in Ordnung. Wer mich also finden will, kann das auf diese Art und Weise. Es ist erfreulich, wenn auch die öffentlich rechtlichen Medien sich qualifizierten Input nicht nur von den immer gleichen Personen holen. Insofern begrüsse ich die mitlesenden Redakteure hier unbekannterweise ganz herzlich im Blog ! Über den Satz zum Thema "grottenschlechte Daten" weiter unten im Artikel, lege ich mal wohlwollend den Mantel des Schweigens, das kommt im Eifer des Gefechts vor.

Weniger erfreulich finde ich aber, dass sich die Redakteurin Frau Göpfert scheinbar nicht zu einem direkten Link auf Mr-Market.de aufraffen konnte. Ich weiss nicht woran das liegt, vielleicht ist es auch nicht ihre Entscheidung, sondern generelle Politik der ARD Online Redaktion, ich kann da nur raten. Ich hoffe aber sehr, dass der Grund nicht eine Art von "Search-Engine-Optimierung" ist, also der Versuch abfliessende Links zu vermeiden, um den Pagerank der eigenen Seite hoch zu halten.

Denn wenn das der Grund wäre, wäre das in meinen Augen unklug, denn so funktioniert das Web schlicht nicht und Googles Algorithmen übrigens auch nicht ! Darüber hinaus wäre es zu bedenken, dass es für viele Blogger schlicht unhöflich ist, fremden Content zu verwenden, ohne selber für eine offene Verlinkung zu sorgen.

Seriöse Blogger - wie auch ich mich sehe - bemühen sich intensiv, Zitate anderer Seiten durch einen entsprechenden Link zu untermauern und so der Quelle auch zu einer fairen Aufmerksamkeit zu verhelfen - wenn man den Inhalt schon für sich selber nutzt. Aber auch die professionelle Presse hält sich überwiegend an dieses ungeschriebene Gesetz des Web, wenn ich zum Beispiel von der Chefredaktion des Handelsblatts den täglichen Newsletter bekomme, sind kommentierte Zitate und Verweise in der Regel mit einem Link auf den Originaltext versehen, so wie es sich gehört. Warum das für die ARD-Börse nicht gelten soll, erschliesst sich mir ebensowenig, wie anderen namhaften Bloggern, denn das ist für mich schlicht eine Frage von "Geben und Nehmen".

Insofern liebe Frau Göpfert, fände ich eine Nachbesserung nur fair. Alternativ steht die Kommentarfunktion dieses Blogs für eine Klarstellung bereit, warum diese Verlinkung nicht erfolgte. So könnte man negativen Interpretationen gleich die Grundlage zu entziehen.

(2) George Soros redet über Ökonomie und den Euro

Hedgefond Legende und Milliardär George Soros hat letzten Samstag auf dem "Festival of Economics" in Trento Italien gesprochen. Wer bei Mr-Market schon länger mitliest, weiss ja, wie despektierlich ich mich hier schon mehrfach zur klassischen ökonomischen Theorie geäussert habe, insbesondere zur "Efficient Market Hypothesis".

Die vollständige Rede von George Soros können Sie -> hier <- auf der offiziellen Website von George Soros nachlesen. Ich rate unbedingt dazu diese Zeit zu investieren, es sind spannende Einsichten eines Marktprofis. Wer den Markt wirklich verstehen will und seine Performance verbessern, sollte sich nach meiner Ansicht unbedingt mit diesen Gedanken rund um die "Reflexivität" des Marktes vertraut machen, das ist in meinen Augen bedeutender, als manch bunte Linie in Charts. Ich habe das, wie Sie wissen, immer die "Selbstbezüglichkeit" des Marktes genannt, was nur zwei verschiedene Worte für die identische Sache sind.

Auch seine bekannte Sicht zur Eurokrise erläutert Soros übrigens umfassend. Ich teile diese Sicht nur bedingt, weil Soros - wie er ja selber zugesteht - hier auch politische Ansichten und Annahmen einfliessen lässt, die ich nicht vollständig teile. Er umschifft in seiner Argumentation in meinen Augen auch die Frage, was die Ursache der Ungleichgewichte ist, denn diese sind nicht erst durch den Euro entstanden. Und nur wenn man die Ungleichgewichte beseitigt, kann abseits kurzfristiger "weisser Salbe" langfristige Stabilität entstehen. Trotzdem ist es für uns alle wertvoll, seine Argumentation zur Euro-Krise mal vollständig zu lesen und nicht nur in abgehakten und entstellenden Bruchstücken in der normalen Presse. Und im Grossen und Ganzen empfinde ich seine Sicht als eine kompetente Analyse der derzeitigen Krise, weit kompetenter und tiefgehender, als was man gemeinhin so von der Politik zu hören bekommt.

Mir hat die Rede nicht nur gut gefallen, sondern auch neue Einsichten verschafft. Ich wusste gar nicht, dass ich George Soros in Sachen Ökonomie voll auf meiner Seite habe. 😉 Ich erlaube mir mal ein Zitat als Appetizer:

-> "I believe that the failure (Anmerkung: of economic theory) is more profound than generally recognized. It goes back to the foundations of economic theory. Economics tried to model itself on Newtonian physics. It sought to establish universally and timelessly valid laws governing reality. But economics is a social science and there is a fundamental difference between the natural and social sciences. Social phenomena have thinking participants who base their decisions on imperfect knowledge. That is what economic theory has tried to ignore." - George Soros

Viel Spass beim lesen, es lohnt sich wirklich, auch wenn es nicht immer "leichter Stoff" ist ! Wer ernsthaft an den Märkten unterwegs ist, kann von dieser Rede nur profitieren.

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **