Die Weisheit der Advance / Decline (AD) Line



Im Frühsommer 2016, als der Markt so richtig aus der grossen Konsolidierung seit Anfang 2015 abzuheben begann, habe ich im Premium-Bereich mit den Mitgliedern einen Indikator geteilt, den ich immer mal wieder bemühe um zu schauen, ob der Markt langfristig noch "gesund" ausschaut oder sich in eine Richtung eine Divergenz ergibt.

Damals im Juni war eine klare bullische Divergenz im Indikator vorhanden, der Markt signalisierte grosse innere Stärke und was daraus geworden, wissen wir nun im Nachhinein, eine der längsten und gnadenlosesten Aufwärtsbewegungen der Börsengeschichte.

Nun ist ein Indikator nur ein Indikator, Sie wissen auch hier im freien Bereich aus mehreren meiner letzten Artikel, dass ich im Sommer 2016 auch aufgrund anderer Parameter recht bullisch war. Aber ein brauchbarer Indikator ist besser als keiner und deshalb möchte ich auch Sie hier im freien Bereich mal an diesem Indikator schnuppern lassen und bitte Sie, diesen folgenden Artikel vom 09. Juni 2016 mal mit den Augen des Rückblicks zu betrachten.

Im Anschluss daran, zeige ich Ihnen dann was der Indikator für die Gegenwart sagt und das wollen Sie doch ganz besonders wissen, oder?

Alle Charts übrigens mit Dank von -> Stockcharts.com <-

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Artikel Premium-Bereich vom 09.06.16

In den "Hari Notizen" im freien Bereich, hatte ich heute auf die -> New 52-week-highs in S&P500 <- hingewiesen, eine Liste die Aktien zeigt, die ein neues 52-Wochen-Hoch geschafft haben.

Gestern waren das 47 Aktien, oder fast 10% des S&P500. Das ist klarer Ausdruck guter Marktbreite und im bullischen Sinne auf der mittelfristigen Ebene bestätigend. Über das, was der S&P500 heute oder morgen macht, sagt das aber nichts aus.

Auf einen weiteren "Breadth-Indikator" will ich heute auch kurz eingehen, der manchmal auch gute Dienste leistet, in die gleiche Richtung wie die "52-Week-Highs" zeigt und unter anderem darauf hingewiesen hat, dass wir nun gute Chancen für neue Allzeithochs haben.

Das ist der Advance/Decline (AD) Indikator, der ganz simpel die Anzahl der steigenden Aktien, der Anzahl der fallenden Aktien gegenüber stellt. Lesen Sie eine genaue Erklärung hier: -> Advance-Decline Line <-

Manchmal sind es die einfachsten Indikatoren, die die besten Signale liefern, man muss sie nur wahrnehmen und zu werten wissen. Schauen Sie mal hier, wir haben oben die kumulative A/D Linie und darunter den S&P500 zur Referenz, beide seit 2014:

AD 09.06.16

SPX 09.06.16

Jetzt ist mein Vergleich zum S&P500 nicht ganz fair, weil um ganz präzise zu sein, müsste man die AD Line mit dem vergleichen, worauf diese hier im Chart berechnet wird und das ist der NYSE Composite Index (NYA), der etwas umfangreicher, als der S&P500 ist. Da der aber hier kaum bekannt ist und kaum andere Ergebnisse produziert als der S&P500, habe ich Letzteren zum Vergleich genommen. Die Aussagen ist in beiden Fällen identisch.

Wie sehen die klare, positive Divergenz, die die AD-Line seit Februar diesen Jahres hat. Ich habe bewusst mit einer blauen Linie die jeweils obere Begrenzung heraus gearbeitet, um auf einen Blick zu zeigen, dass die kumulative AD Linie und der S&P500, eigentlich ein hohe Parallelität haben.

Das ist ja auch nicht so verwunderlich, denn wenn der Index steigt, steigen auch die enthaltenen Aktien. Die Frage ist immer nur, wie stark der Index die Einzelbewegungen optisch dämpft.

Seit Februar diesen Jahres aber, läuft die AD Linie in einer deutlichen Divergenz nach oben weg. Das können wir so übersetzen, dass der Index an der Oberfläche ruhig und träge erscheint, unter der Decke aber viel mehr Aktien steigen, als fallen.

Und das ist wiederum nur möglich, wenn wenige grosse Titel bremsen, viele mittlere Aktien aber schon im neuen Bullenmarkt sind.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass der Russel 2000 Small Cap Index (RUT), gegenüber dem S&P500 hinterher hinkt. Man kann also nicht einfach sagen, dass kleine Aktien besser laufen als grosse. Ausserdem sind im S&P500 ja gar keine so richtig kleinen Aktien.

Nein, die starke AD Linie sagt eindeutig, dass auch mehr mittlere steigen, als der S&P500 auf den ersten Blick sichtbar macht. Das genau ist gute Marktbreite!

Nun sind so Indikatoren immer interpretationsfähig und man kann solche Daten leicht unterschiedlich interpretieren, aber dieses Bild weist recht eindeutig auf einen starken Markt, der im Inneren gesund erscheint. Genau genommen, ist die positive Divergenz zum NYA oder zum RUT, in denen mehr kleine Aktien sind, sogar noch grösser. Den S&P500 mit Divergenz zu schlagen, ist im Moment also die härteste Nuss und auch das schafft aktuell die AD Linie.

So richtig "gemerkt", habe ich das aber auch erst vor ein paar Wochen, als sich auch meine Stimmung aufhellte. Denn es braucht Zeit, bis die Divergenz des Indikators so richtig sichtbar wird und das ist auch kein Indikator, auf den ich täglich schaue.

Aber trotzdem ist es doch faszinierend, wie hier eine augenscheinlich wichtige Information auf einfachster Datenbasis vor unserer Nase war. Und die lautet:

Die US Märkte sind unter der Decke stärker, als sie oberflächlich erscheinen. Dabei wirkt der S&P500 ja auch an der Oberfläche keineswegs schwach.

Faszinierend. Sie sehen, es lohnt sich, immer mal wieder über den Tellerrand zu schauen.

Ihr Hari

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So, das war damals im Frühsommer 2016, ein klares Indiz, dass der Markt grosse innere Stärke hatte. Sollten wir nun nahe einer Topbildung sein, müsste dieser Indikator in die Gegenrichtung deuten.

Die kumulative AD-Line sollte dann schwächer sein, als der Index selber. Das würde darauf hindeuten, dass der Markt innerlich schwächer ist als es scheint, weil er dann nur noch von wenigen grossen Werten zusammen gehalten würde - ein Umstand den man oft (nicht immer aber oft) bei Tops finden kann.

Nun schauen Sie mal, was die aktuellen Daten im Vergleich zeigen:

Man braucht keine Lupe um zu erkennen, dass die AD-Linie immer noch mindestens so gleichmässig, eher stärker als der breite Markt selber nach oben strebt.

Das heisst eindeutig, dass aus Sicht der Marktbreite die aktuelle Bewegung keine Erschöpfungszeichen zeigt und auch keine Topbildung zu erkennen ist, ein Umstand den auch andere technische Parameter zeigen und auf dem ich ja immer herumreite, um wenigstens ein paar von Ihnen aus den Klauen der permanenten Weltuntergangspropheten zu erretten, die seit nun 8 Jahren die Depots ihrer Jünger zerstören.

So ein Indikator ist wie gesagt keine Garantie, es gibt Szenarien, in denen er eine Wende nicht rechtzeitig erkennen könnte. Und eine 5-10% Korrektur steht im Übrigen in keinem Widerspruch zu diesem Indikator, die wäre in dieser Dimension so irrelvant das kaum zu erkennen und im Übrigen völlig normal, dieser Indikator ist sehr träge und zeigt das ganz grosse Bild.

Aber es ist eben ein weiterer Baustein in einer ganzen Reihe technischer Indikatoren, die noch keine grundlegende Wende im Bullenmarkt andeuten. Das mag sich in ein paar Wochen oder Monaten ändern, heute ist es aber noch so!

Ihr Hari

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US Transportation Index, Dow Theorie und US Konjunktur

Der folgende Beitrag erschien schon Freitag 22.05.15 14:40 in Hari Live

Einer der Indikatoren, der gerne benutzt wird, um den Zustand der US Konjunktur einzuschätzen, ist der US Transportation Index.

Ich habe darüber zuletzt im Mai letzten Jahres im Artikel -> US Transportation Index als Wirtschaftsindikator <- geschrieben und damals signalisierte der Index eine stabile Konjunktur, was sich ja im Nachhinein auch nicht als falsch heraus gestellt hat.

Die Grundidee hinter diesem Indikator ist ebenso einfach wie logisch, denn wirtschaftliche Aktivität zeigt sich in Form von mehr Lieferungen und Rohgütern, die zur Produktion angeliefert werden. Und insofern besteht ein Zusammenhang zur generellen Konjunkturlage und bis zu einem gewissen Grad, kann der Transportation Index auch ein Vorlaufindikator sein.

Auch im Rahmen der -> Dow Theorie <- ist die "Non-Confirmation" des Transport-Sektors ein zentraler Faktor. Kurz gesagt, darf der Transportsektor nicht hinter dem Dow hinterher hinken und wenn der Dow neue Hochs erreicht, sollte es der Transportation Sektor auch, sonst haben wie ein Warnsignal in Form einer "Non-Confirmation". So weit die Theorie.

Das Dumme ist, wir haben aktuell dieses Warnsignal und das schon seit einigen Monaten, schon im Februar und März wurde es herum gereicht und es ist immer noch aktiv und die Divergenz ist seit dem noch weiter aufgegangen: -> Dow Theory Non-Confirmation <-

Müssen wir uns nun also Sorgen machen?

Meine kurze aber klare Antwort darauf ist: Keine Panik auf der Titanic! 😉

Zumindest nicht alleine aufgrund dieses Indikators. Eine Topbildung in den US Indizes ist derzeit durchaus vorstellbar, aber eben nicht schwarz/weiss nur, weil der Transportation Index eine Divergenz zeigt.

Denn es ist so eine Sache mit so uralten Korrelationen, man sollte schon ein bisschen verstehen, worauf diese beruhen und dann unter die Haube schauen und überprüfen, ob die Grundannahmen noch identisch und noch gültig sind.

Ich hatte es schon im Artikel von letztem Mai erwähnt, dass der Transportation Index eine Sonderkonjunktur durch den Aufstieg des Online-Versands zeigt, der die Aktien von FedEx, UPS und Co. pusht, ohne damit zwangsläufig eine Aussage über die industrielle Produktion zu machen.

Als die Dow Theory kreiert wurde, gab es aber kein Internet und auch keinen relevanten Warenversand an Privatpersonen. Dafür ging man in Läden. Damals bestand also eine glasklare Korrelation zwischen Transportaktivität und Konjunktur, die heute nicht mehr so simpel ist.

Weiterhin gibt es aktuell wieder Sonderthemen bei den US Luftfahrtunternehmen, die auch alle Probleme haben - das kennen wir ja von der Lufthansa. Diese Probleme haben aber auch nichts mit dem Warenaufkommen zu tun, sondern viel mehr mit massivem Wettbewerbsdruck durch Globalisierung und andere (subventionierte) Airlines.

Und drittens gibt es bei der Eisenbahn eine Sonderthematik zur Ablösung von Kohle als Schmiermittel für die Energieerzeugung. Kohle war immer sehr "transportintensiv", während Gas im Land selber durch eine Pipeline gepumpt wird und deshalb in der Regel am Transportation Index vorbei geht, solange es nicht als Flüssiggas verschifft wird. Und Solarenergie und andere dezentrale Energieformen, müssen überhaupt nicht in Autos, Bahnen und Flugzeugen transportiert werden.

Der Punkt ist, die Welt hat sich gewandelt, seit die Dow Theorie kreiert wurde. Ich würde den Zusammenhang trotzdem nicht völlig vom Tisch wischen, er ist ohne Frage immer noch da und auch der Indikator hat immer noch seine Berechtigung. Aber man kann solche Parameter nicht wie ein Roboter über 100 Jahre fortschreiben, stur anwenden und dabei sein Hirn ausschalten.

Schauen wir doch mal selber auf den -> iShare Transportation Index ETF IYT <-, der den Dow Transportation Index abbildet:

IYT 22.05.15

Was wir sehen, ist ohne Frage schwach und hängt seit Jahresanfang 2015 hinter Dow und S&P500 und Co. hinterher. Aber es ist auch keine klare Topbildung und auch nicht so schwach, dass es unbedingt mehr als einfach eine Konsolidierung nach einer davorliegenden Überperformance sein muss.

Und auch im sehr langfristigen Bild mit Monatskerzen, sieht man bisher nicht mehr als eine notwendige Konsolidierung, nach dem der IYT gegen Ende 2014 stark nach oben überdehnt war:

IYT 22.05.15 2

Aus einer anderen Richtung, aber mit ähnlichem Ergebnis, argumentiert -> Chris Ciovacco <- in seinem letzten Blogeintrag. Auch den sollten sie mal lesen.

Das Fazit lautet also für mich: Keine Panik auf der Titanic.

Die Schwäche im Transportation Index *könnte* sehr wohl der Beginn eines echten Konjunkturproblems in den US sein und ist es deshalb wert, beobachtet zu werden. So weit sind wir aber noch nicht und ein Indikator ist immer noch nur ein Indikator und erst in der Summe vieler Indikatoren, entsteht ein belastbares Bild.

Es ist es also wert, immer mal wieder kritisch auf den Transportation Index zu schauen, aber die Abweichung ist nicht so gross, dass sie nicht problemlos durch die genannten Sondereffekte und Änderungen der Wirtschaftswelt erklärt werden könnte.

Wenn man Indikatoren betrachtet, muss man halt sein Hirn einschalten. Einen vor über hundert Jahren, unter ganz anderen Rahmenbedingungen kreierten Indikator, einfach blind und 1zu1 zum heiligen Gral im Jahr 2015 hoch zu jubeln, ist schlicht: Geschwätz.

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Der Preiskrieg bei Öl, die Emerging Markets, die FED und der DAX

Es ist keine Woche her, dass ich hier für 2015 über eine potentielle Kreditkrise in den Emerging Markets geschrieben habe.

Seitdem hat der DAX über 5% korrigiert und steht auf Jahresbasis wieder bei Null. Und das alles nur wegen des Ölpreises, mag sich da der Anleger fragen, für den billiges Öl ja etwas Positives ist?

Die Antwort ist ja und die Reaktion des Marktes ist durchaus verständlich. Warum, will ich Ihnen heute hier zeigen.

Könnten wir die Uhr 40 Jahre zurück drehen, in die Zeit der ersten Ölkrisen in den 70er Jahren, wäre ein massiv fallender Ölpreis ohne jede Frage purer Segen für die deutsche Volkswirtschaft gewesen und der DAX hätte profitiert. Und was in Brasilien oder Indonesien an den Börsen passiert, hätte für den DAX wirklich die Bedeutung des berühmten, in Peking umfallenden Fahrrades gehabt.

Wir haben aber nicht mehr 1974 und die Männer laufen (in der Regel) auch nicht mehr mit Koteletten und Schlaghosen herum. Wobei, die Koteletten sind ja gerade wieder im Kommen, hoffen wir mal, dass uns die Schlaghosen erspart bleiben. 😉

Nein, 40 Jahre später ist die Globalisierung durch die Welt gelaufen und Wirtschaft findet im globalen Massstab statt. Und die Unternehmen im DAX haben ihre Absatzmärkte auch und gerade in den Emerging Markets.

Und gerade die Emerging Markets, die besonders von Rohstoff-Verkäufen leben oder eine negative Handelsbilanz haben und auf die Zufuhr frischer Devisen angewiesen sind, leiden nun massiv unter dem crashartigen Einbruch des Ölpreises und dem starken Dollar.

Denn in diesen Ländern, stellt sich schnell die Frage einer Staatspleite und der Markt nimmt wie ein Geier ein sterbendes Tier, schon die ersten Kandidaten ins Visier.

Die nächtliche, massive Zinserhöhung der russischen Zentralbank passt da perfekt ins Bild und diese atmet für mich den Geruch der Panik. Nur wird es nichts nützen, der Markt ist am Ende stärker und wenn der Ölpreis nicht hoch kommt, verspielt Russland seine Devisenreserven ganz schnell und blutet aus. Kurzfristig macht das Eindruck und wird den Rubel stabilisieren, wenn der Ölpreis weiter fällt, war es aber schnell umsonst.

Ähnlich kritisch sind dann auch einige südamerikanische Länder zu sehen, die sowieso hausgemachte Probleme haben und denen nun ein wesentlicher Teil der Rohstoffexporte weg bricht.

In Summe zeigt uns also ein Blick auf den grössten Emerging Market ETF - den EEM - was hier wirklich los ist. Bitte vergleichen Sie das Chart mit dem von vor einer Woche, im Artikel vom 10.12.:

EEM 16.12.14

Ist es wirklich so verwunderlich, dass es den DAX dann so zerlegt? Eher nein, denn die exportorientierte deutsche Wirtschaft leidet natürlich massiv unter Problemen in den Emerging Markets - grosse Absatzmärkte stehen dadurch unter einem Fragezeichen. Und Einnahmen, die den grossen Rohstoffproduzenten fehlen, können und werden diese auch nicht in Maschinen, Fertigungsanlagen und Fahrzeuge "Made in Germany" investieren. Da ist es doch nur rational, dass die internationalen, institutionellen Anleger nun aus deutschen Aktien die Flucht ergreifen. Denn ohne deren Abflüsse, wäre die Entwicklung des DAX nicht denkbar gewesen.

Das ist eben Fluch und Segen der Globalisierung. Der Aufstieg der Emerging Marktes hat das Exportmodell befeuert. Probleme in den Emerging Markets, lassen deutsche Aktien daher straucheln. Klar geht es dem deutschen Konsumenten durch einen niedrigeren Ölpreis besser und einigen Firmen, die Öl als Grundstoff kaufen müssen, auch. In Summe überwiegt aber derzeit die Angst vor dem weltweiten, konjunkturellen Dämpfer.

Wesentlicher Faktor bei der harschen Reaktion des Marktes, ist dabei auch die Unsicherheit, die aus der Geschwindigkeit des Einbruches resultiert. Würde der Ölpreis langsam abwärts bröseln, würden wir an den Märkten diesen scharfen Einbruch wohl nicht sehen, weil jeder Zeit hat, sich mit der neuen Situation zu arrangieren.

So aber ist es wie ein Wirbelsturm, der um die Welt geht und nichts hassen die Märkte mehr als Unsicherheit. Und wenn die Unsicherheit im Raum steht, ob Staaten oder Unternehmen in Zukunft noch ihre Rechnung bezahlen können, wird es schnell unangenehm. Der Kreditmarkt hat mit dem Junk Indikator diese Angst schon länger indiziert. Schauen sie, wie der ETF JNK nun eingebrochen ist:

JNK 16.12.14

Damit kommt der heute beginnenden FED Sitzung, die Morgen Abend um 20 Uhr ihr Ergebnis finden wird, massive Bedeutung für die Märkte zu.

Denn rein technisch gesehen, sind alle diese Assets nun so brutal überdehnt, dass eine Gegenbewegung eine ganz hohe Wahrscheinlichkeit hat. Eine Gegenbewegung zum Jahresende, deren Katalysator die FED sein könnte.

Es ist wie bei einem Gummiband - wenn das bis zum Zerreissen gespannt ist, dann schnappt es fast immer zurück. Leider aber nur "fast immer", denn manchmal reisst es auch mit einem Knall. Und das sind die seltenen, sehr gefährlichen Situationen an den Märkten.

Wir haben im Premium Bereich auch schon diverse Indikatoren besprochen, die darauf hindeuten, dass sich das grosse Geld nun für ein Reversal positioniert, das durch die FED getriggert werden könnte und dann doch noch zu Stärke zum Jahresende führt.

Alleine, es braucht dafür die Mithilfe der FED. Denn eines darf nicht passieren, die FED darf ihre Tonlage hinsichtlich einer baldigen Zinserhöhung nicht noch verschärfen. Denn würde das passieren, würde es den Dollar erneut stärken und damit die Probleme der Emerging Markets noch weiter verschärfen, die durch den Ölpreis sowieso schon massiv unter Druck sind. Sie wissen schon, Thema Kreditkrise, siehe letzter Artikel.

Viele Marktteilnehmer können sich aber nicht vorstellen, dass die FED noch Öl ins Feuer giesst und ich rechne auch nicht damit. Anders herum sehnt sich der Markt nun aber so sehr nach Beruhigung, dass er jeden freundlichen Nebensatz im Sinne einer geldpolitischen Taube aufsaugen wird.

Fazit:

Der Druck auf den Ölpreis ist geostrategisch gewollt und wird deshalb auch in 2015 hinein nicht schnell verschwinden. Im Gegenteil, auch tiefere Kurse bei Öl sind gut vorstellbar.

Die Probleme, die das in vielen rohstoffreichen Emerging Markets hervor ruft, die durch einen starken Dollar noch verstärkt werden, sind massiv und real. Und die Auswirkungen auf die deutsche Exportwirtschaft in 2015 hinein sind auch real.

Trotzdem ist die Lage nun so überdehnt und die Ängste nun so hoch, dass eine temporäre Gegenbewegung eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit hat und die heute beginnende FED-Sitzung ist dafür der ideale Katalysator.

Nur enttäuschen sollte die FED die Märkte nicht, denn wenn nun der Dollar noch stärker gemacht würde und der Ölpreis weiter abstürzt, dann hätten wir wirklich das Risiko, dass das Gummiband reissen könnte und wir an den Märkten einen crashartigen Einbruch erleben.

Eigentlich wollte ich um den Jahreswechsel gerne Ruhe und Abstand von den Märkten finden, aber der fiese Mr. Market macht mal wieder was er will. 😉

Alle Augen sind nun also auf die FED gerichtet. Im Premium-Bereich werden wir die Ereignisse live verfolgen und daraus unsere Schlüsse ziehen.

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US Transportation Sektor als Wirtschaftsindikator

Der folgende kurze Hinweis erschien Mittwoch 28.05. auf Hari Live

Wissen Sie, was ein starker Indikator dafür ist, dass wir es in den US mit einem echten Aufschwung zu tun haben und nicht nur mit einer FED induzierten Rally ? Und wissen Sie, dass dieser Indikator in den letzten Wochen des Seitwärtsmarktes beständig nach oben gezogen ist und damit eigentlich den jetzigen Ausbruch vorweg nahm ?

Es ist der US Transportation Sektor, hier dargestellt anhand des -> iShares Transportation Average ETF (IYT) <-, in dem sich FedEx und Co. tummeln. Dieser ETF bildet den -> Dow Jones Transportation Average Index <- nach, der 1884! kreiert wurde und damit sogar noch älter als der "Dow Jones Industrial Average" (DOW) ist.

Dieser Transportation Index ist deshalb ein guter Indikator, weil man von der Menge der transportierten Güter, sinnvolle Schlüsse auf die wirtschaftliche Aktivität ziehen kann.

Jetzt wird dieser Index in seiner absoluten Höhe, natürlich auch vom generellen Trend hin zu mehr Versand und Paketen bestimmt, von dem auch eine Deutsche Post profitiert. Insofern braucht man aus dem gegenüber 2007 deutlich höheren IYT nicht zu schliessen, dass die wirtschaftliche Aktivität aktuell viel höher als 2007 sei.

Aber abseits von absoluten Werten, lässt sich relativ eine klare Aussage ableiten. Der ETF hat klar signalisiert, dass die Wirtschaft in den US keine wirkliche Delle erfahren hat und das hat Crash-Szenarien noch unwahrscheinlicher gemacht, als sie sowieso schon waren.

Schauen Sie auf die Stabilität und bullische Struktur des IYT im Tageschart, während die Indizes ihr Zick-Zack der letzten Wochen vollzogen:

IYT 28.05.14

Und auf den beeindruckenden Langfrist-Trend im Wochenchart:

IYT 28.05.14 w

Die Botschaft ist klar, die US Wirtschaft befindet sich auf einem positiven Weg.

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