Hari Live Stream 13.10.21

Inflationssorgen ZH2

Die US Inflationsdaten aus Sicht der Konsumenten (CPI) sind seit 14:30 MEZ da und sind -> höher als erwartet <-.

Das ist nicht marktpositiv, sondern tendentiell problematisch, weil damit die Sorge einher geht, dass die FED mit einem früheren und schärferen Tapering gegensteuert.

Die Reaktion der Futures ist negativ aber verhalten, wir werden sehen was der echte Handel daraus macht:

Wir können also davon ausgehen, dass das nervenzehrende Geschaukel um die "Nackenlinie" in Lila weitergehen wird. Der Markt will es uns nicht einfach machen, umso mehr ist unser Job uns nicht unnötig anstecken zu lassen und ruhig bei unserer Strategie zu bleiben.

Wir sehen schnell, dass im SPX seit 2 Wochen außer Gezappel nicht wirklich etwas passiert ist. Eine solche Kompression lädt den Markt auf, daran schliesst sich dann gerne eine starke Bewegung an.

Eine typische Auflösung einer derartigen Kompression besteht gerne aus einem Fakeout in die eine Richtung, an den sich dann im Sinne "from false moves come fast moves" die wahre Bewegung anschliesst. Denken wir daran.

Verhunzte Sprache

Kleine Nebenbemerkung bevor es los geht. Ich musste jetzt mein iPhone und iPad auf Englisch umstellen.

Warum? Weil ich bemerkt habe, dass Apple mit IOS15 einfach zu Gendern begonnen hat. Aus dem generischen und völlig unproblematischen "Freunde" wurde nun zum Beispiel "Freund:innen" mit Doppelpunkt.

Und das soll "besser" und "inklusiver" sein? Was für ein Schwachsinn! Es ist vor allem länger, komplexer und mit schlechten Augen schwieriger zu erkennen. "Inklusiver" ist das nur in der Einbildung einer kleiner, aktivistischen Minderheit der Bevölkerung.

Ich gehe jede Wette ein, hätte man vor 5 Jahren - als dieses Nicht-Thema noch gar nicht hochgejazzt worden war - 1.000 Frauen danach gefragt, ob sie sich von dem generischen Maskulinum "Freunde" ausgegrenzt fühlen, hätten 999 einen voller Unverständnis angeschaut, warum man überhaupt fragt?

Ich habe übrigens nicht einmal etwas dagegen, dass man das generische Maskulinum durch eine Art "generisches Neutrum" ersetzt. Wenn das Leuten wichtig ist kein Problem, dann passe ich mich gerne an, es gibt Wichtigeres. Wenns denn schee macht?

Aber dann sollte sich das sprachlich logisch ergeben und auch beim Sprechen und Schreiben einen Vorteil bieten, so ist das nämlich mit lebenden Sprachen die sich entwickeln und dagegen ist dann nichts zu sagen!

Dieser Doppelpunkt mit :innen und Sprechpause im Wort ist aber in jeder Hinsicht - linguistisch wie akustisch - der totale Schwachsinn, der einem da einfach vorgesetzt wird, obwohl es die große Mehrheit ablehnt. Und mit lebendiger Sprache hat das rein gar nichts zu tun, es ist einfach nur ein eitriges Sprachfurunkel, das in akademischen Stuben konstruiert wurde.

Ausweichen kann man dem aber nicht, auch auf Apple zu verzichten nützt nichts, weil Google und Co. bald nachziehen werden.

Da bleibt nur auf Englisch umzustellen. Vielen Dank ihr bornierten Ideologen, dass ihr die deutsche Sprache verhunzt habt!

Übrigens, ich fühle mich als "alternde, lesbische CIS-Transe" davon diskriminiert. Und jetzt? 😛

Geopolitische Hasardeure

Ich wusste gar nicht, dass wir hier -> zu 95% von chinesischem Magnesium abhängig sind <-, das lässt mich fassungslos zurück, wie man überhaupt so naiv und kurzsichtig sein kann, sich in so eine Situation zu bringen.

Aber es hat in der (Auto-)Industrie und in der Politik (Wirtschaftsministerium) viele gut bezahlte Leute gegeben, deren verdammter Job es gewesen wäre, sich mal solche Gedanken zu machen.

Ich zitiere aus dem Artikel, der wirklich fassungslos zurücklässt:

Denn seit in Europa 2001 die letzte Magnesiumproduktion aus Kostengründen geschlossen wurde, beherrscht China 87 Prozent der globalen Kapazitäten. Die Abhängigkeit der europäischen Metallindustrie ist groß: 95 Prozent des in Europa verbrauchten Magnesiums stammt aus der Volksrepublik. Bislang.

Denn jetzt setzt das Dekret zur „Doppelkontrolle des Energieverbrauchs“ den Rohstofflieferungen ein Ende. Yulin und andere industrialisierte Bezirke müssen ihren Energieverbrauch kurzfristig drastisch reduzieren, verfügte die staatliche Planungsbehörde. Das bedeutet schärfste Einschränkungen für die Magnesiumbetriebe, die mit einem besonders billigen, aber energieintensiven Verfahren das Element aus dem örtlichen Karbonatgestein Dolomit brennen.

Per Erlass wurden so 23 Betriebsstätten in Fugu, dem Zentrum der Magnesiumindustrie, gezwungen, ihre Produktionsmenge unverzüglich um bis zu 60 Prozent zu verringern. Neun weitere Betriebe im Kreis Shenmu mussten ihren Ausstoß zumindest halbieren. Angeordnet wurden die Produktionseinschränkungen zunächst bis Jahresende.

Das wichtigste Legierungsmetall für Aluminium sei unverzichtbar: „Bei einem Versorgungsengpass dieses Ausmaßes drohen somit massive Produktionsausfälle in der gesamten Aluminium-Wertschöpfungskette mit Sektoren wie der Automobil-, Flugzeug-, Elektrofahrrad-, Bau- oder Verpackungsindustrie sowie dem Maschinenbau.“ Auch Eisen- und Stahlproduktion könnten betroffen sein.

Und nein, es ist weiter eher keine Strategie gegen den Westen von Seiten China, sondern der Versuch ein ernstes, internes Energieproblem zu lösen, das die Stabilität der Gesellschaft gefährden könnte und daher bei der KP höchste Aufmerksamkeit hat, lange vor allen Erwägungen hinsichtlich der Bedürfnisse von "Langnasen":

Schon seit Monaten versucht Peking, soziale Unruhen zu verhindern, die bei zunehmenden „Blackouts“ in der Stromversorgung auszubrechen drohen. Deshalb werden immer mehr Industriegebiete und Regionen zu „Brownouts“ gezwungen – geplanten, zeitlich befristeten Stromabschaltungen.

All das war irgendwie absehbar. Dass die Abhängigkeit von China an so einem zentralen Punkt ein Problem sein könnte, musste denen klar sein, deren Aufgabe es ist sich mit solchen strategischen Fragen zu befassen.

Und keiner hat weiter als bis zur eigenen Nasenspitze gedacht? Das macht fassunglos im Angesicht derartig geballter Blindheit.

Wir werden Zeuge einer Phase, in der die zu weit gegangene Globalisierung mit ihrer extremen "just in time" Arbeitsteilung rückabgewickelt wird. Aber das wird nicht ohne Verwerfungen und Schmerzen abgehen.

ESG Absurdität

Tut mir leid, heute habe ich es mit Absurditäten. Hier ist noch eine, ein "Artikel" zum Thema ESG:

-> Mit Gold gegen den Klimawandel <-

Ich erspare es mir das im Detail auseinanderzunehmen, ich lasse einfach mal den sich selbst richtenden Schlußabsatz stehen:

Wie nachhaltig kann das gelbe Edelmetall also sein? „Gold ist, wenn es erst einmal produziert wurde, emissionsfrei“, sagt Commerzbank-Experte Ott. „Höchstens für den Transport und die Lagerung fallen minimale Emissionen an. Deswegen ist es ein Asset, das in einem Portfolio den C02-Abdruck verringert.“ Ob ein Investment auch vor Risiken des Klimawandels schützt wird die Zeit zeigen, denn noch fehlen die mittel- bis langfristigen Erfahrungswerte.

Das ist wieder so ein Moment wo ich Schwierigkeiten haben zu glauben, dass das ernst gemeint sein soll und nicht nur eine Glosse ist.

Man sieht daran aber schön, wie der ESG-Ansatz zu einer reinen, verkaufsfördernden Selbstbefriedigung geworden ist, den sich jeder zu seinem Vorteil zurechtbiegt. Aber das war sowieso klar, es geht um Macht, um die Macht zu definieren was "richtig" und "falsch" ist.

Und wenn man solche "Artikel" liest, bleibt nur eine Frage im Raum: Cui Bono?

Übrigens, wer das Problem immer noch nicht sieht, dem kann ich sagen was nach der abstrusen Logik die beste ESG-Anlage ist: Omas Bargeld unter dem Kopfkissen. Wurde aus nachwachsenden Rohstoffen gedruckt und wird nie wieder bewegt oder benutzt. Coole Sache! 😛

Aktien des Tages ZH3

Der im Schnitt schwache Markt ist wieder extrem gespalten, es gibt einige starke Aktien und keineswegs generelle Schwäche unter der Decke:

Plug Power (PLUG)

Steigendes Volumen im Anstieg:

AMD (AMD)

Blackrock (BLK)

Die Dampfwalze Blackrock heute trotz eines schwachen Septembers mit -> guten Zahlen <- und einer sich entwickelnden, potentiellen Wendestuktur:

Snowflake (SNOW)

Let it snow! Let it snow! Let it snow!

ZScaler (ZS)

First Majestic Silver (AG)

Silbriges Lebenszeichen:

Starke Software- und Digitalisierungs-Aktien

Ich sehe heute durch die Bank starke Software- und Digitalisierungsaktien. Nicht alle haben schon perfekte Basen oder Ausbrüche, aber viel arbeiten daran.

Hier ein Überblick via Finviz Screener von: OTEX, SPLK, TWLO, WK, CRM, OKTA, SHOP, WDAY, HUBS, DDOG, TTD, CYBR, CRWD, SAP, SNOW

Renditen fallen weiter ZH3

Positiv ist zu vermelden, dass trotz der hohen Inflationsdaten die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen weiter fallen. Der Markt scheint sich also nicht übermässig zu sorgen bzw. das schon eingepreist zu haben.

Heute Abend kommen die "FOMC Minutes" der letzten FED-Sitzung, da wird das Thema dann sicher noch einmal durchgekaut.

Die große Frage ist hier aber, ob sich der Aufwärtstrend von hier fortsetzt oder die Renditen nun ernsthaft zu fallen beginnen. Wenn das ein temporäres Hoch wäre und die Renditen nun sinken, wäre das ein weiteres Argument das für bald beginnende Stärke am Aktienmarkt sprechen würde, wenn die aktuellen Makro-Sorgen kleiner werden.

Achten wie hier also auf den Trend oder den Bruch desselben:

Ein weiterer Tag in Stasis ZH2

Wir verbringen bisher einen weiteren Tag in Kurs-Stasis. Egal was man auf den Index wirft, er kann weder nach oben, noch nach unten, er ist wie festgetackert:

Unter der Decke ist aber jede Menge Bewegung, es ist ein "Market of Stocks" und kein "Stockmarket", wie uns auch die heterogene MarketMap zeigt:

Aus Sicht eines Traders ist hier durchaus Gelegenheit zu handeln, hier gibt es Chancen und auch Sektoren, die schon lange Stärke zeigen und nicht nur schaukeln, so dass dort auch gute Trades möglich waren und sind - Energie ist so ein Beispiel. Irgendwo ist eben immer ein Bullenmarkt und pauschale Aussagen einfach falsch und unsinnig.

Aus Sicht der Indizes, des Gesamtmarktes und der Frage ob und wann die Jahresendrally startet, ist es aber für uns wichtig nun ruhig zu bleiben.

Das hier ist nun falsch:

Und das hier ist nun richtig, gelassen aber aufmerksam:

Warten wir aber, wann der Markt beliebt seine Karten aufzudecken, nach oben wie nach unten sind nun klare Begrenzungen und Signalzonen entstanden, die wir einfach beachten müssen.

Verbrauchen wir nicht unsere emotionale Energie, bevor das Rodeo richtig losgeht. Noch ist der Bronco an der Leine, er reisst zwar daran, kommt aber noch nicht los.

Damit schliesse ich für heute. Morgen Vormittag kommt ein Sonderartikel, eine "Reise ins Paralleluniversum". Und am Nachmittag der normale Stream wie immer.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 10.06.21

Never short a dull market ZH2

Inflationsdaten und EZB sind die heute bestimmenden Themen, zu beiden schreibe ich gleich ein paar Zeilen.

Hier aber zunächst das Ergebnis, denn es gibt die alte Traderweisheit "Never short a dull market" - gehe niemals in einem langweiligen Markt Short - und die scheint sich wieder zu bewahrheiten.

"Dull", also langweilig, war der Markt auf Indexebene zuletzt wirklich, über das "Schaukeltier" habe ich ja gerade gestern geschrieben und auch die folgenden Worte gefunden:

Aber der Blick auf das Daily mit seiner langsamen Starre, man könnte auch sagen mit dem *Sprungbrett* kurz vor den Notenbanken, sieht schon nicht ungefährlich aus. So ein Sprungbrett hatten wir vor Kurzem schon einmal und zwar Ende April:

Damit sage ich keine Richtung voraus, eigentlich ist das eher ein Ausbruchssetup nach oben, aber hier kann nun jederzeit Volatilität einsetzen, die dann nicht überraschend wäre. Es braucht nur den Katalysator.

Um 14:30 Uhr hat der Markt kurz nach unten angetäuscht und ist dann nach oben in Bewegung geraten. Dieses Antäuschen vorher gibt es sehr oft, es lohnt sich oft in so Momenten *gegen* die initiale Bewegung zu wetten, da diese oft falsch ist.

Man könnte sagen die erste Bewegung ist "Eindimensionales Denken", einfach die Reaktion auf die Höhe von Zahlen, dann setzt aber erst das Nachdenken und "mehrdimensionale Denken" ein und es sieht dann oft schon anders aus:

Transitory

Ich habe schon oft gepredigt, dass es die Erwartungen sind die die Kurse machen und so war es rund um die Inflationsdaten (CPI-Daten) auch heute wieder.

Die Daten waren objektiv hoch, -> die hohen Erwartungen wurden sogar übertroffen <- und rund 5% Teuerung sind eindeutig eine Hausnummer.

Das so zu sehen ist aber nur "Eindimensionales Denken", denn die entscheidende Frage sind die Erwartungen, die Frage also was das bedeutet und wie man das einordnet.

Würde der Markt das als den Beginn einer unbestimmt steigenden Inflations-Phase einordnen, wäre das *klar marktnegativ* und wir hätten heute starke Abgaben gesehen, auch die Reaktion im Bond-Markt wäre dann scharf gewesen.

Warum auch immer, die Wege des Marktes sind unergründlich, hat sich aber die Interpretation durchgesetzt, dass das Inflations-Geschehen "transitory" sei - also temporär - und dieser Effekt von alleine wieder weggehen wird. Das ist auch die Haltung der FED bisher und auch ich habe diese Grundhaltung, wie schon mehrfach geschrieben.

Wenn es aber nur vorübergehend ist, dann könnten diese Zahlen vielleicht sogar "Peak Inflation" markieren und das ist dann klar marktpositiv - so zu denken ist "mehrdimensionales Denken" und das setzt sich halt nach dem ersten Schreck durch.

Es gab natürlich auch objektive Gründe warum diese Interpretation Oberwasser bekam und das war die Tatsache, dass die Kerninflation weiter unter 4% geblieben ist und sich nicht einmal besonders bewegt hat.

Das Mantra des Marktes - die Erwartung die in Kurse gegossen wird - ist heute also, dass dieser Inflationsschub von alleine wieder verschwindet und kein Grund für die FED sein wird, ihre Policy zu ändern und *deshalb* hat sich dann eine positive Marktreaktion durchgesetzt.

Zumindest bisher, der immer grübelnde Markt kann seine Meinung auch ändern, wenn weitere Indikatoren sichtbar werden und dem Gesamtbild einen anderen Twist geben.

EZB - War da was? ZH3

Die EZB lässt die Geldschleusen wie erwartet offen, die FuW schreibt dazu -> hier <- treffend:

Kritischer äusserte sich dagegen Friedrich Heinemann vom Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW. «Bei einer Mehrheit im EZB-Rat herrscht offenbar die Sicht vor, dass sich die Euro-Zone nur dann erholen kann, wenn die langfristigen Zinsen auf ihrem historisch niedrigen Niveau verbleiben», merkte er an. Diese Sichtweise überzeuge in einem Umfeld der kräftigen Konjunkturerholung immer weniger.

Wobei ich bin schon der Ansicht, dass die Sichtweise aus dem Blickwinkel der EZB überzeugt, Italien und Co. *können* nicht mehr anders als mit den superniedrigen Zinsen überleben, alles andere lässt die Eurozone zerbrechen.

Das genau ist die Sackgasse in die die EZB die Währungsunion manövriert hat und ich sehe keinen Ausweg mehr. Alles was man jetzt macht und noch lange machen wird ist "Weiße Salbe" darauf schmieren und "kicking the can down the road" und das wird noch lange so gehen.

-> Hier <- ist die Zusammenfassung der Pressekonferenz, keine großen Überraschungen.

Und der Euro, der immer ein Seismograph für Grundlegendes ist, gähnt heute nur laut und vernehmlich:

Der Zins kommt in diesem Euroraum so nicht mehr wieder, richten wir uns darauf ein. Erst in der nächsten Strukturkrise werden dann die Kräfte in Bewegung gesetzt, die alles verändern können und werden.

In wie vielen Jahren diese Krise kommt und wie die dann abläuft und welche Konsequenzen sie hat, steht aber völlig in den Sternen und -> Gekröse-Interpretierer wie Krall <- und Friedrich und wie sie alle heissen wissen es auch nicht, machen aber Quote mit den Anschein etwas zu wissen.

Natürlich war jetzt Corona "schuld", dass es 2020 mit dem Crash nichts wurde, schon klar. Und 2019 war was Anderes schuld und 2021 wird wieder etwas gefunden werden, das dann schuld sein wird - ich bin da recht sicher und auch sicher, dass die Gläubigen das weiter kaufen werden, irgendjemandem wollen sie halt folgen. 😛

Machen sie sich klar, dass die Problembeschreibung dieser Leute gar nicht mal völlig falsch ist, auch der größte Unsinn kann einen wahren Kern haben, um den herum dann klick- und verkaufsfördernde Prognosen-Gebilde aufgebaut werden. Aber an den Ablauf Jahreszahlen zu kleben und konkrete Prognosen abzugeben ist schlicht dummes Zeug und klebriger Honig, mit dem man unbedarfte Geister fängt, die sich als Teil einer "eingeweihten Minderheit" fühlen wollen - geht ja auch dem Ego runter wie nichts. 😛

Ich mache auch eine "Prognose":

Wann immer dieser Ungleichgewichte nicht mehr tragbar sind und zusammenkrachen, wann immer die Eurozone den Preis für die ganze weiße Salbe zahlen muss, es wird völlig anders ablaufen als wir alle erwarten, es werden Dinge getan werden die wir uns jetzt nicht vorstellen können und es wird Profiteure geben, auf die wir heute nicht kommen können. Und alles was jetzt an Gesetzen und Regeln existiert, wird dann keinerlei Rolle mehr spielen, die normative Kraft des Faktischen spült es weg wie eine Flutwelle.

Solche Krisen sind dynamisch und das Besondere daran ist gerade, dass sie voller Überraschungen sind, weil der Markt sich ja reflexiv schon auf das vorbereitet hat, was er vorher erwarten konnte.

Das Beste was wir dafür tun können, habe ich in der Armageddon-Reihe beschrieben: flexibel zu sein, verschiedene Techniken zu beherrschen, das Kapital diversifziert anzulegen und in den Jahren zuvor monetären "Winterspeck" aufgebaut zu haben. Und dann zum Beginn der Krise, gilt es im Lichte der sich dann zeigenden Entwicklung früh die richtigen Schlußfolgerungen zu ziehen - was immer die dann sind.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das gemeinsam schaffen werden, wann immer das sein wird. Heute und jetzt gibt es dazu aber nichts zu sagen und auch nichts zu prognostizieren und auch Krall und Co haben keinen blassen Schimmer, den aber medienwirksam.

Aktien des Tages ZH3

Sunpower (SPWR)

Wieder so ein Chart, wie ich schon gestern einige gezeigt habe. Passiert da am 200er SMA nun was nach oben oder nicht?

Noch ist nichts passiert, keine Handlung nötig, aber im Blick behalte ich solche Fälle, weil es drängt sich doch der Eindruck auf, dass da bald etwas passieren könnte - Konjunktiv:

Signet Jewellers (SIG)

Pop -> nach Zahlen <-. Der Ausbruch wird heute gleich getestet, Ausgang unklar:

Biogen (BIIB) und Eli Lilly (LLY)

Nach intensivem Nachdenken scheint der Markt in Sachen Alzheimer-Präparat eine Entscheidung getroffen zu haben. Auch wenn die Wirksamkeit fragwürdig ist, die "Falsifizierung" kann nach den Vorgaben der FDA frühestens in ein paar Jahren kommen und bis dahin kann mit der Hoffnung eine riesige Menge Geld verdient werden.

Ob es ethisch ist, mit einem Medikament dessen Wirksamkeit fragwürdig ist so viel Geld zu verdienen, ist wie alle ethischen Fragen nicht so einfach zu beantworten, wie es bei eindimensionalen Denkern scheint. Denn was wäre denn, wenn man es wegen der Zweifel nicht zulassen würde, haben die Patienten und ihre Angehörigen diese Chance nicht verdient, auch wenn es nur eine Chance ist? Eine wirklich schwierige Frage auf die ich keine klare Antwort habe.

Es dürfte diese Frage sein, die auch die FDA zur Entscheidung getrieben haben, die in anderen Fällen bei so dünner Faktenlage wohl eher negativ gewesen wäre.

Und wenn das so ist, ist der Pop auch nachhaltig, LLY wird dabei gleich mitgezogen, weil dort auch an einem Alzheimer-Medikament gearbeitet wird und wenn die FDA so locker in Sachen Zulassung ist, erhöht das auch bei LLY die Chancen:

Thermo Fisher Scientific (TMO) ZH4

Ich zeige mal das Weekly. Machen wir mal eine Umfrage, was wird als Nächstes durchbrochen, die Unterstützung oder die Abwärtstrendlinie?

Align Technology (ALGN) ZH4

Zeigt im Weekly technisch eher weiter nach oben:

First Majestic Silver (AG)

Was nicht fallen kann, muss steigen?

Es gab seit Februar viele gute Gelegenheiten zu fallen, sie wurden nicht genutzt:

Biotech IBB ZH4

-> Hier im Marktübersichts-Video von Sonntag <- hatte ich ab ca. 09:10 die gute Chance auf eine Bodenbildung im IBB schon thematisiert.

Da wusste ich natürlich nicht, dass sie durch die Alzheimer-Nachricht bei BIIB so schnell kommen würde, aber die hat sicher zu dieser Struktur beigetragen, da BIIB recht hoch gewichtet war.

Aber auch unabhängig davon ist der Ton wieder positiv geworden, ich habe ja zuletzt auch die MRNA-Aktien wieder thematisiert, ebenso wie die CRISPR-Aktien mit ihren immensen Chancen, die alle laufen.

Für den Sektor und den IBB sieht das auf jeden Fall sehr gut aus:

Peak Inflation - Bottom Bonds - ZH3

Wenn der Markt wirklich "Peak Inflation" spielt, dann müssten die Renditen wieder fallen und die Anleihen wieder steigen und den Abwärtstrend beenden.

Und genau das scheint nun heute zu passieren, was sehr bemerkenswert ist. Denn es nimmt weiteren Druck von der FED und macht es noch wahrscheinlicher, dass Powell nächste Woche das Wort "Tapering" nicht in den Mund nehmen wird. Und das impliziert wieder Rückenwind für den Aktienmarkt.

Größere Amplitude ZH2

Nun ja, ich hätte ihnen ja gerne geschrieben, dass die Inflationsdaten dem Markt eine klare Richtung gegeben haben, das ist uns aber bisher nicht vergönnt.

Dass sie wichtig waren, sehen wir aber leicht an der deutlich erhöhten Amplitude in den Kursen, der Markt überlegt halt angestrengt, ob er eher der "Peak Inflation" Theory anhängen sollte oder nicht:

"Peak Inflation" wäre für die Kurse der kommenden Tage eindeutig eher Positivum, ob sich das dauerhaft durchsetzt, kann ich ihnen aber nicht sagen.

Klar sagen kann ich ihnen aber, dass der grundlegende Ton des Marktes immer noch eher positiv ist, ja bei den kleineren Zukunfts-Aktien zuletzt deutlich besser wurde - ich habe dazu einige Charts gezeigt.

So können wir mit einem vorsichtigen Optimismus in die kommenden Tage schauen, vorsichtig deshalb, weil die FED und die historisch schwierigen letzten 2 Wochen des 2. Quartals bevorstehen.

Im mittelfristigen Gesamtbild hat sich nicht viel geändert, nach unten will der Gesamt-Markt wohl nicht, nach oben kann er scheinbar nicht mehr so richtig und so geht das "Schaukeltier" einfach weiter, mit leicht positivem Grundton schaukeln wir uns nach oben.

Ich schliesse damit die Schreibwoche, ich widme mich heute Abend noch allerlei Administrativem. Morgen ist dann mein freier Tag und am Sonntag kommt dann wie immer der Wochenausblick.

Machen sie es gut!

Ihr Hari

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Hari Live Stream 12.05.21

The hall is rented, the orchestra engaged. ZH3 ZH4

30 Stunden nach der Impfung, ich habe weiter nur Schlappheit und einen leicht schmerzenden Impfarm, in Summe ungefär so wie ein milder grippaler Effekt, bei dem man keinen Sport und sonstige Anstrengungen macht, es einen aber ansonsten nicht vom Leben abhält. Insofern alles kein Problem, nach 30 Stunden rechne ich jetzt nicht mehr damit, dass noch mehr kommt.

Spannend ist der Markt, denn gestern haben ja die Konjunktursektoren korrigiert, während in Small-Tech erste Lebenszeichen sichtbar wurden.

Der breite Markt in Form des SPX ist theoretisch bereit, eine größere Korrektur in das "große Loch" hinein zu beginnen - das Risiko dafür ist erhöht:

Die verprügelten Techaktien im ARKK haben dagegen die Chance für einen Bounce, das wird aber wegen eines leicht sichtbaren, immensen "Overhead Supplies" (rechts) nicht leicht:

Die entscheidende Frage ist heute, ob im echten Handel ein "Follow Through" der gestrigen Wende folgt, also ein Einbruch des SPX und relative Stärke der Tech-Aktien, oder ob das gestern ein "One-Day-Wonder" war und der Markt sofort in den alten Rhythmus fällt.

Bald werden wir es wissen, um mit "Q" in der TNG Folge "Q Who" zu sprechen, da wo der die Menschheit das erste Mal mit den Borg konfrontiert gilt heute:

The hall is rented, the orchestra engaged. It's now time to see if you can dance!

Inflation! ZH1

Wer genau hingeschaut hat, hat um 14:30 MEZ einen Einschlag im SPX Future bemerkt:

Das waren die Inflationsdaten, die noch höher als erwartet ausgefallen sind:

Die -> Inflation ist da <-:

Auch hier ist aber die spannende Frage, ob der Markt das abschüttelt oder nicht, denn es ist eigentlich keine große Überraschung und dürfte wahrscheinlich auch nur ein Effekt der Knappheitspreise sein. Mal sehen wer heute wie tanzen kann!

Bonds abwärts ZH3

Inflation hoch = Renditen hoch = Bonds abwärts

Zyklisches Proxy Dow ZH3

Wenn man derzeit einen liquiden Index sucht, mit dem man als Gegenposition zum NASDAQ die "alten" Konjunkturaktien abbilden kann, dann bleibt man beim alten Dow Jones Industrial Average hängen. Der hat ansonsten wg seiner obskuren Konstruktion keine Relevanz für uns, ist aber dieser Tage ein Vehikel um speziell den Konjunktur-Trade abzubilden.

Und wenn wir auf den im Daily schauen, dann sehen wir dass der nun genau auf der Trendlinie und dem 20er SMA aufsetzt. Fortsetzung oder echte Korrektur?

Aktien des Tages ZH3

Versuchen wir mal wieder einen wilden Mix:

Devon Energy (DVN)

Öl und Gas weiter vorne dabei:

Bayer (BAYN)

Bayer mit -> positivem Ausblick <-, das sollte nun zum nachhaltigen Ausbruch aus dieser Seitwärtsbewegung führen und weitere Stärke nach sich ziehen:

Applied Materials (AMAT) ZH4

Auch bei den dauerstarken Semiconductor-Aktien ist die überfällige Korrektur eindeutig im Gange. Im Weekly von AMAT ist der sich entwickelnde Trendbruch besonders deutlich:

Docusign (DOCU) ZH4

DOCU hängt hier wie jemand der mit dem Körper schon über eine Klippe gefallen ist und sich mit den Händen gerade noch festkrallt.

Der Versuch gestern sich wieder hochzuziehen, ist heute schon wieder Geschichte. Wenn hier die Hände loslassen sollten, sollte es mit einem Gap abwärts gehen.

Lowe´s Companies (LOW)

Äh ja, so sieht ein brutaler Richtungswechsel aus, der das Potential hat eine grundlegende Wende einzuleiten. Bis vorgestern eitel Sonnenschein, das Intraday-Reversal war aber das erste Warnsignal, dann das:

Schwieriges Ding Biotech ZH3

Biotech, hier dargestellt durch den ETF XBI, ist langsam reif für eine Trendwende nach oben und seit Februar "genug" verprügelt:

Aber ... und das macht es schwierig ... diese Patentgeschichte die Biden da in die Welt gesetzt hat, ist Dynamit für den Sektor. Wenn das nur eine PR Aktion war und nichts nachfolgt, dann traue ich mich hier zu sagen, dass man nun wieder langsam ans Kaufen denken kann.

Wenn aber nicht und ich habe den Verdacht da kommt noch mehr nach - Biden ist da unter massivem Druck des linken Flügels der Demokraten - dann ist das wie gesagt Dynamit und ich kann für nichts garantieren. Und wenn die US das unbedingt wollen und sich mit den Entwicklungsländern verbünden, hat es gute Chancen zu kommen, zumal die linken Parteien in Europa ja auch schon scharren und ihre Vorfeldorganisationen dafür Artikel schreiben.

Der Großteil der Aktien im XBI lebt von der Hoffnung einen Blockbuster ala Biontech zu landen und sich daran dumm und dämlich zu verdienen - das dürfen wir nicht unterschätzen. Genau das treibt das Kapital in den Sektor, oder eben nicht. Wenn das in Frage steht, dann wird das Kapital woanders hin gehen und dann ist der XBI auch auf diesem Niveau noch zu teuer.

Schwieriges Ding, ich habe da keine leichte Antwort dafür.

Im Volumen-Loch ZH3

Der SPY ist nun in das große Volumenloch eingereten, das sei hier ausdrücklich vermerkt, erneute Unterstützung gibt es erst eine Etage tiefer:

In der MarketMap überwältigt BigTech die anderen Werte, der Markt ist in Summe aber nicht so schlecht wie es wirkt, es ist BigTech das an den Indizes wie ein Mühlstein zieht:

Die Frage des "Follow Through" hat der Markt damit auch beantwortet, die Antwort ist *Nein*, zumindest bis jetzt, es ist ja erst der halbe Handel vorbei.

Für mich gibt es in so Momenten nicht viel zu tun, ich bin für die Korrektur präpariert und habe keinen Bedarf jetzt auf jede Zuckung zu reagieren. Daher ist hier nun Schluß und wir lesen uns morgen wieder.

Morgen Vormittag kommt voraussichtlich ein Artikel zu ETFs, am Nachmittag normal der Stream und dann ist auch die KW19 für mich vorbei und die Pfingstferien nur noch eine Woche entfernt.

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wochenausblick KW37



Logistischer Hinweis

Zu Beginn ein logistischer Hinweis in eigener Sache. Morgen hat mein Sohn den ersten Schultag im Gymnasium. Heute Nachmittag/Abend ist dafür eine Veranstaltung, bei der ich dabei sein werde. Diese bedeutet aber, dass ich ca. von 16 bis 20 Uhr außer Haus sein werde und kollidiert daher mit dem Wallstreet Stream.

Ich werde den Stream daher gegen 15 Uhr eröffnen, aber nur kurz auf die Marktlage eingehen. Dann lasse ich ihn offen stehen und melde mich vor Handelsschluss - also nach 20 Uhr - noch einmal mit ein paar Posts, bevor ich ihn schliesse.

Thema der Woche

Das Thema der Woche dürfte die US Inflation sein, weil wir neben vielen anderen Daten diese Woche am Mittwoch die US Erzeugerpreise (PPI - "Producer Price Index") und am Donnerstag die US Verbraucherpreise (CPI - "Consumer Price Index") bekommen.

Warum ist das so wichtig? Weil es Teil des Modells der Bären ist und auch direkt mit den Ängsten um die Inverted-Yield-Curve korrelliert.

Die ökonomische Logik geht so:

  1. Die FED ist "hinter der Kurve" was ihre Zinserhöhungen angeht, sprich sie ist schon jetzt zu spät dran und hat immer noch Nachholbedarf.
  2. Überraschend hohe Inflationsdaten werden die FED daher zwingen, noch stärker als bisher an der Zinsschraube zu drehen.
  3. Das Risiko steigender Inflation ist nun hoch, weil die Arbeitsmarktdaten letzte Woche endlich steigende Löhne zeigten - sprich Arbeitskräfte werden knapp. Und wie in jedem Markt sorgt knappes Angebot für steigende Preise (hier Löhne) und das treibt über den Konsum die Inflation.
  4. Das wird die Zinsstrukturkurve schon bald invertieren.
  5. Eine Rezession ist dann innerhalb 2 Jahren die Folge, wie bisher immer bei einer invertierten Zinskurve.

Auch eher lustige Analogien wie -> diese etwas ältere Darstellung hier von LPL <- zur Größe der FED-Chefs und der Zinskurve tragen zu diesem Meme bei, so etwas setzt sich in den Köpfen fest:

Die obige logische Abfolge ist keineswegs Unsinn und durchaus denkbar, besteht aber aus so vielen "Wenns" und Annahmen, dass ich dazu nur das Gleiche sagen kann wie zur "Inverted-Yield-Curve" für sich alleine und das lautet "schaun mer mal dann sehn mer scho". Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Aber ganz egal ob valide oder nicht, die Kurse werden immer von Erwartungen beeinflusst und auch solche Logiken beeinflußen daher die Kurse, wenn sie sich in den Köpfen festgesetzt haben und das haben sie. Diese Selbstreferentialität ist ja gerade die Eigenschaft eines reflexiven Marktes.

Und weil das so ist, haben die Inflationsdaten am Mittwoch 14:30 Uhr (PPI) und Donnerstag 14:30 Uhr (CPI) wahrscheinlich deutlichen Einfluß auf das Kursgeschehen. Zu hohe Werte sind dabei kritisch für den Markt, werden also mit Abgaben beantworten. Überraschend niedrige Werte sind dagegen für eine Rally gut.

Chance und Risiko der Woche

Chance und Risiko der Woche sind ganz eindeutig und dürften für Sie keine Überraschung sein, weil ich es schon thematisiert habe.

Letzte Woche schrieb ich während des Ausbruchs über die Nackenlinie der alten Hochs im S&P500:

Es signalisiert, dass dieser Markt für eine Pause reif ist und jede noch mehr erhöhte Steigung, wohl am Ende nur die Fallhöhe einer Zwischenkorrektur erhöhen wird, auch wenn dieser Markt durchaus noch ein paar Wochen so steigen kann. Ein Retest des Ausbruchsniveaus, ist zwar nicht sicher - sicher ist nie etwas - aber früher oder später eben doch recht wahrscheinlich.

Die Pause hat nicht mehr lange auf sich warten lassen - was in sich eine gute Nachricht ist - und schon letzte Woche hat der Retest stattgefunden und auf der 20-Tage-Linie aufgesetzt:

Weiter aufgelöst sieht das nun so aus und ich kann Ihnen wirklich nicht sagen, ob sich das nun direkt nach oben auflöst oder sich als Korrektur erst ausdehnt. Auch der Freitag gab dazu leider kein klares Bild.

Wobei man ihn, wenn man ein bischen rät, vielleicht eher bärisch interpretieren kann, denn ein sehr starker Bulle wäre nach dem Aufsetzen wohl sofort nach oben abgeprallt. Aber das ist ein wenig Kaffeesatzleserei, also geben sie nicht zu viel darauf, der weitere Verlauf von hier ist offen:

Was ich mich aber traue zu sagen ist, dass auch im bärischen Fall, wenn diese Korrektur sich also ausdehnt, das realistische Maximum erst einmal nur ein erneuter Test der 200-Tage-Linie ist.

Wenn der SPX dahin käme, würde er von da mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal abprallen, so dass man nicht heute herumraten muss, sondern dann noch genügend Zeit hätte sich die Frage zu stellen, ob sich doch etwas Negatives schon zusammenbraut.

Ich denke, wir tun gut daran weiter von einem starken Jahresende auszugehen. Echte belastbare Signale für eine Trendwende schon jetzt in 2018 sind schlicht nicht vorhanden.

Ereignis der Woche

Diese Woche ist reich an ökonomischen Daten. Die wichtigen US Inflationsdaten habe ich schon oben besprochen. Zusätzlich haben wir noch diverse andere Daten wie beispielsweise den ZEW oder die Industrieproduktion aus China, die Sie -> hier <- im Überblick anschauen können.

Dazu kommt am Donnerstag eine EZB Sitzung inklusive Pressekonferenz und das dürfte neben den Inflationsdaten das Hauptereignis der Woche werden.

Hinzu kommen diverse andere Notenbanken, so die Bank of England (BoE) auch am Donnerstag mit einem Zinsentscheid und wieder diverse Notenbanker vor den Mikrofonen.

Hinweis der Woche

Schon letzte Woche habe ich auf das nun zunehmend virulente Thema der US Zwischenwahlen am 06.11.18 hingewiesen und ich will es heute erneut tun, damit es nicht übersehen wird. Denn das wird ganz erheblichen und steigenden Einfluß auf das Kursgeschehen haben.

Ich wiederhole hier das schon letzte Woche Gesagte:

Schon vor 3 Wochen hat die NZZ -> hier eine ausgezeichnete Übersicht und Erklärung bereit gestellt <-, die ich Ihnen empfehle zumindest mal zu überfliegen und das Wesentliche aufzunehmen.

Bei diesen Wahlen werden die Mehrheiten in beiden Häusern neu gemischt, wobei dieses Mal vor alle das Repräsentantenhaus wackelig und umkämpft ist. Sollten sich da die Demokraten durchsetzen, wird das Trump zu einer "Lahmen Ente" machen, die nichts mehr durchsetzen kann - so wie es Obama auch zeitweise ergangen ist.

Das hätte natürlich Auswirkungen auf die Märkte, vor allem eben auf die Erwartungen was Trump noch machen "könnte", dann aber nicht mehr kann.

Aber gerade auch im Vorfeld wird der Wahlkampf zu manchem Tweet und manch lauter Ankündigung führen - gerade bei Trump - die dann die Märkte auch durchschüttelt, zumindest die Branchen die betroffen sind.

Auch das Handelsthema ist direkt mit diesen Zwischenwahlen korreliert, denn Trump dürfte ein hohes Incentive besitzen, vor den Wahlen seinen Wählern noch einen Erfolg "zum Fressen" vorwerfen zu können.

In Summe müssen wir also von sehr bewegten Börsenmonaten ausgehen, die aus Washingtonen jede Menge Brandbeschleuniger bekommen, in die eine oder andere Richtung - bevor sich dann vielleicht ab November die Ruhe der gegenseitige Paralyse - des "Stalemate" - über Washington legt.

Index der Woche

Letzte Woche habe ich den chinesischen Index in Form des ETFs ASHR zum Thema gemacht, weil der eine Chance zur Wende zeigte. Diese Chance hat sich bisher aber nicht realisiert, ist aber weiter vorhanden.

Diese Woche will ich das mit dem breiteren Emerging Market Index in Form des ETFs EEM unterstreichen, weil auch dieser über den Weg der US Zinsen direkt mit den oben genannten Inflationsdaten korreliert.

Der EEM befindet sich in einem bestehenden, brutalen Abwärtstrend und ist insofern ein fallendes Messer, das man beobachtet, in das man aber nicht greift:

Mit der Beobachtung wollen wir ja aber sicher stellen, dass wir bemerken wenn dieser Sektor zur Wende ansetzt. Und dafür braucht es nicht weiter steigende US Zinsen, weswegen die US Inflationsdaten hier auch erhebliche Auswirkungen haben könnten.

Falls die US Inflationsdaten in dieser Woche schwächer sind als erwartet, ist hier im EEM durchaus eine Rally drin, weil das etwas Druck von den lokalen Währungen nimmt.

Überlagert wird das aber durch Trumps angekündigte Beschlüsse zu weiteren Zöllen gegenüber China im Umfang von 200 Milliarden. Der Markt hat hier schon Erwartungen eingepreist und je nachdem ob Trumps Maßnahmen schärfer oder gemässigter als die Erwartungen sind, wird auch das nicht nur den ASHR, sondern auch den EEM diese Woche massiv bewegen.

Chart/Grafik der Woche

Chart der Woche ist dieses Mal ein Sektor, ich habe es schon letzte Woche gesagt und will es hier deutlich wiederholen.

Der Aerospace & Defense Sektor steht vor einer weiter positiven Zukunft. Nicht nur wegen der hohen Militärausgaben, die wieder eher steigen denn sinken, sondern auch wegen einiger innovativer Entwicklungen in der Luft- und Raumfahrt.

Gerade der Weltraum wird Ort eines neuen Wettlaufs, der ebenso aus militärischen (US Space Force) wie auch zivilen Themen besteht. Da entwickelt sich gerade perspektivisch ein riesiger neuer Markt, ich habe darüber immer wieder geschrieben und entsprechende Artikel verlinkt.

Deshalb ist der Aerospace & Defense Sektor aus Investitions-Sicht einer dier interessantes Sektoren die es gibt und besonders erfreulich ist, dass dieser Sektor nun eine seit Anfang 2018 andauernde Konsolidierung hinter sich zu haben scheint, die nach dem langen Anstieg seit 2016 einfach überfällig war:

Aufgrund der ärgerlichen Begrenzung unserer Anlagefähigkeit in Europa durch MifidII, ist ein langfristig Investment für uns aber derzeit primär nur über Einzelaktien darstellbar. Das hat aber den Vorteil auch europäische Firmen wie BAE Systems oder Dassault einschließen zu können. Das Universum wurde hier schon vielfach besprochen, bemühen Sie die Suchfunktion.

Hier ist das Langfristchart, das eine äußerst klare Sprache spricht. So Charts will man als Investor sehen:

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Wochenausblick KW29


Thema der Woche

Es sind Themen der Woche, nicht ein Thema, denn es ist eine Menge los.

Zunächst natürlich die heiss laufende Quartalssaison, weiter unten im "Ereignis der Woche" gehe ich im Detail darauf ein.

Dann haben wir heute das Treffen Trump/Putin - zumindest für Rüstungsaktien ein Thema. 😉 Und gleich heute früh hatten wir schon massive Wirtschaftsdaten aus China, die ein leicht verlangsamtes Wirtschaftswachstum in China im zweiten Quartal zeigen, ohne dabei aber wirklich schlecht zu sein. Dafür waren aber die Einzelhandelsumsätze positiv und sprechen für eine anziehende Binnenkonjunktur in China.

Heute Nachmittag gibt es dann noch Einzelhandelsumsätze aus den US. Am morgigen Dienstag kommt ein zweimal im Jahr stattfindendes Testimonial von FED Chef Powell vor dem "Senate Banking Committee". Am Mittwoch Verbraucherpreise aus Europa, Baugenehmigungen aus den US un der FED Konjunkturbericht "Beige Book". Donnerstag der US Philly Fed und Freitags die Pressekonferenz der OPEC. Dazwischen jede Menge Notenbanker und andere Daten.

Und wenn Sie glauben das reicht noch nicht, dann haben wir Neuigkeiten von der Mueller Untersuchung und natürlich die Handelsscharmützel und in Deutschland das wogenden Hin- und Her eines zerrissenen Landes, das seine Mitte und seinen gesunden Menschenverstand verloren hat und sich lieber in ideologischen Moralschlachten ergeht, als sich der Zukunft zu stellen.

Das alles trifft auf einen Markt, der nach einer starken Woche mit kurzem Dip am Mittwoch zunehmend bullisch wirkt und alles zurück erobert hat, was er vor 3 Wochen abgegeben hatte.

Im Saldo, habe ich daher keinerlei kurzfristige Meinung zum Verlauf dieser Woche. Da kann alles passieren. Eine Meinung habe ich aber zur darunter liegenden mittel- bis langfristigen Marktstruktur und die ist weiter bullisch.

Letzte Woche habe ich an dieser Stelle geschrieben:

Verwenden wir also unsere wertvolle Energie besser darauf, sofort zu erkennen, wenn der Markt wirklich zu fallen beginnen. Da ist die Energie besser und profitabler aufgehoben als bei den Diskussionen, wann denn die nächste Rezession in den US kommt, die fraglos in den nächsten Jahren mal kommen wird.

......

Was also spricht derzeit dagegen, dass der SPX nun erst einmal zur oberen Begrenzung dieser Rang läuft? Die Antwort ist recht wenig.

Ich könnte das wiederholen, letzte Woche war es auf jeden Fall auf den Punkt treffend.

Chart/Grafik der Woche

Ich habe schon oft auf spannende Artikel und Grafiken von -> DShort auf Advisory Perspectives <- verwiesen und will es heute zum Thema Inflation wieder mit Verweis auf -> diesen Artikel <- tun.

Ein hoch spannendes Chart zur US Inflation ist darin, schauen Sie selber:

Das Spannende daran ist, dass hier deutlich wird, dass das wofür sich immer viele fürchten - Deflation - seit den 60er Jahren mit einer minimalen Unterbrechung 2008/2009 kein Thema mehr ist.

Woran liegt das wohl? Ich habe eine starke Vermutung, nämlich am Ende des Goldstandards, gefolgt vom Ende von Bretton Woods 1973 und dem neuen Fiat Money System.

Wir sehen, in einem Fiat Money System, in dem die Notenbanken jederzeit aktiv auf den Geldschöpfungsknopf drücken können, gibt es eigentlich keine Deflation mehr. Die permanente Angst davor - vorletztes Jahr war das ja wieder so eine Sau die durchs Dorf getrieben wurde - ist also eher Unsinn.

Wie alles hat dieses Fiat Money System aber einen Preis. Den kann man im Artikel in der zweiten Grafik bewundern, schauen Sie da mal selber drauf, dann wissen Sie, warum man in Sachwerten wie Aktien mit seinem Vermögen besser aufgehoben ist. 😉

Ereignis der Woche

Diese Woche läuft die neue Quartalssaison richtig an, mit einer Reihe bekannter Bluechips. Für Unterhaltung ist definitiv gesorgt. Wir haben:

Montag Vormittag/Mittag: Bank of America (BAC), BlackRock (BLK), Infosys

Montag nach Handelsschluss: Netflix (NFLX)

Dienstag Vormittag/Mittag: Goldman Sachs (GS), Johnson&Johnson (JNJ), Telenor, Charles Schwab (SCHW), Ubisoft Entertainment, United Health (UNH), Yara International

Dienstag nach Handelsschluss: CSX (CSX), Interactive Brokers (IBKR)

Mittwoch Vormittag/Mittag: ASML Holding, Abbott Labs (ABT), Aker, Akzo Nobel, Assa Abloy, Electrolux, LM Ericsson, Morgan Stanley (MS), Novartis (NOVN), SGS (SGSN), Software AG, Temenos Group (TEMN), Tele2, Textron (TXT), US Bancorp (USB), Valmont Industries (VMI)

Mittwoch nach Handelsschluss: Alcoa (AA), American Express (AXP), eBay (EBAY), IBM (IBM), Kinder Morgan (KMI)

Donnerstag Vormittag/Mittag: ABB (ABBN), Alstom, AMD (AMD), Danaher (DHR), Dassault, Domino´s Pizza (DPZ), Givaudan, Kuehne & Nagel, Nucor (NUE), Philip Morris (PM), SAP, Severstal, The Blackstone (BX), Unilever, Union Pacific (UNP), The Travelers (TRV), Volvo

Donnerstag nach Handelsschluss: Celanese (CE), E-Trade (ETFC), Intuitive Surgical (ISRG), Microsoft (MSFT), Skyworks (SWKS)

Freitag Vormittag/Mittag: Baker Hughes (BHGE), Faurecia, General Electric (GE), Honeywell (HON), Manpower Group (MAN), Schlumberger (SLB), Stora Enso, Thales, VF (VFC)

Chance und Risiko der Woche

Nach der starken letzten Woche besteht generell die Chance, dass das eine mehrwöchige, bullische Phase einläutet. Das Risiko dagegen ist, dass die Bewegung wieder zusammenfällt und wir in den US weiter im Seitwärts-Gezacker bleiben und in Europa abschmieren.

Nirgendwo kann man das besser visualisieren als im DAX. Schauen sie selbst, wir sind im blauen Kreis. Na, kann der DAX der SKS von der Schippe springen?

Wenn man das Geschehen im Daily auflöst sieht man, dass der DAX über die 12.800 und die 200-Tage-Linie hinweg zum Ausrufezeichen muss, um die drohende SKS zu invalidieren.

Das ist ein weiter Weg und ich würde im Zweifel eher auf die SKS setzen, als dass der DAX sich da herausrettet. Aber wir werden sehen.

Hinweis der Woche

Letzte Woche habe ich Ihnen den Hinweis zu EURUSD gegeben, dass der nach einer kurzen Stärkephase riecht, die dann die rechte Schulter bildet einer SKS bildet.

Diese Woche ist mein Eindruck eher noch bärischer geworden. Der Euro scheint nicht die Kraft zu einer echten Schulter zu haben und eiert vielleicht noch etwas seitwärts, bevor er dann irgendwann im Spätsommer/Frühherbst abschmiert:

Index der Woche

Index der Woche ist für mich der FTSE UK. Der sieht nämlich mit seiner Flagge und immer neuen Versuchen auszubrechen recht bullisch aus, während das Land selber immer tiefer ins politische Chaos sinkt - der Rücktritt von May dann der nächste Akt.

Aber Sie kennen ja die Logik wie Aktien zu werten sind, die bei schlechten Nachrichten nicht mehr fallen. Hier bei FTSE UK ist das ähnlich.

Sie wissen auch, dass ich schon am Jahresanfang recht optimistisch war, was wir dann bekommen haben, war aber das wilde Hin- und Her und wir stehen nun wieder in der Nähe der Jahresanfangskurse. Das ist aber kein Schicksal des FTSE UK alleine in diesem Jahr und insofern auch kein Gegenbeweis - ich sehe hier mittelfristig immer noch eher Chancen:

Übrigens, ganz interessant hier auch der Blick der US Investoren in Dollar auf UK, wie immer in Form des ETFs EWU:

Nicht das allerbeste Bild, aber auch eine bisher haltende Unterstützung, kein Gegenargument auf jeden Fall.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

Wallstreet Stream 12.06.18



15:15 MEZ

Gestern habe ich Ihnen geschrieben:

Sehr treffend ist auch das:

That sort of 'sell the bad news' reaction is first level thinking and when computer algorithms dominate trading it doesn't work that well. Trading these days is dominated by second and third level of thinking. The question that sophisticated traders ask is 'how do we take advantage of simplistic thought'.

That second level thinking is now so dominate that 'dip buying' is nearly automatic. The smart move is to buy the bad news because that is what the smart money traders keep doing. When a dynamic works then you keep doing it.

Genau so ist es, der Markt denkt um die Ecke und macht damit im Sinne BTFD Geld. Schwierig wird es dann, wenn das irgendwann nicht mehr funktioniert und man dann für einen Edge um drei Ecken denken muss, im Sinne:

Ich denke, dass die denken, dass die anderen denken .....

Heute können wir beobachten, wie es der Markt mit dieser Regel hält. Am Wochenende eine negative Nachricht, das Platzen des G7 Gipfels. Die Reaktion des Marktes: positiv, weil das Negative zu erwarten war.

Heute eine positive Nachricht, das Treffen Trump-Kim. Auch wenn der Inhalt der Vereinbarung nur mässig ist, das hätte auch ganz anders ausgehen können.

Die Reaktion des Marktes? ich wäre nicht so überrascht, wenn sie heute leicht negativ wäre: Gewinnmitnahmen, weil das Positive zu erwarten war.

Aber vielleicht ist das ja zu einfach, das wäre dann aber "third level thinking". Wir werden sehen - duck und weg. 😉

15:22 MEZ

Bei Tesla (TSLA) sieht man die unterschiedlichen Kulturen und Denkstrukturen von Menschen: -> Tesla Roadster mit Raketenantrieb <-

Die Einen finden das unseriös und kindisch. Ja, kann man so sehen. Andere finden das erfrischend unkonventionell, lachen und freuen sich. Ich gehöre zu Letzteren dazu. Bin ich deswegen jetzt "unseriös" und "kindisch"? Wenn nein, was sind dann die anderen? 😛

Lassen wir doch einfach den Markt entscheiden, denn die Wahrheit liegt auf dem Platz. Wenn man aber auf den Kurs schaut, neigt der gerade auch meinem Lachen zu. Sie wissen ja sicher noch, wo ich nachgelegt und das hier verkündet habe: 😛

Ernsthaft, der wahre Grund für die Bewegung ist natürlich -> die sich abzeichnende Lösung für das Produktionsproblem <-. Ganz so spassig aufgelegt ist die Wallstreet dann doch nicht, aber ein guter Gag ist es trotzdem. 🙂

15:35 MEZ

Die Inflation ist im Mai in den US weiter gestiegen, die Jahresteuerung dabei auf 2,8 (Vormonat: 2,5) Prozent. Natürlich war Benzin dabei ein Treiber im Mai.

Eine weitere Zinserhöhung der FED am morgigen Mittwoch, kann man daher als gefestigtes Faktum betrachten, alles andere wäre eine große Überraschung. Viel Spannung hat die morgige Sitzung also nicht mehr.

15:38 MEZ

Mal wieder -> sehr lesenswertes zum Thema US Schulden von Urban Carmel <-.

Der Weltuntergang unter der Schuldenlawine, muss noch was warten.

15:48 MEZ

Zoogenix (ZGNX) ist mir schon im Februar als Trade aufgefallen, wurde dann aber nichts. Heute auch von Minervini im Tweet erwähnt und ja, sieht weiter spannend aus.

Nach so einem Schub so eine Seitwärtsbewegung ohne Schwäche hinzulegen, dazu gehört schon was:

15:52 MEZ

Das Chart der hier wohlbekannten Sage Therapeutics (SAGE) signalisiert eine ähnliche Botschaft. Starker Schub, dann konsolidierende Flagge ohne Bereitschaft substantiell etwas abzugeben:

16:10 MEZ

Passender Kommentar zur politischen Lage im Inland: -> Der Kessel könnte explodieren <-

16:16 MEZ

Twitter (TWTR) wurde mit seiner Bewegung schon im Forum erwähnt. Hier ist rein nachrichtlich auch noch die uns wohlbekannte Teladoc (TDOC) - sehr nett oder? 😉

Man sieht daran erneut, dass es sich lohnt bei Momentum-Titeln dran zu bleiben. Stärke gebiert Stärke:

16:45 MEZ

Nach wie vor kaum Bewegung im Markt, die Starre des Kaninchens vor FED und EZB?

16:48 MEZ

Wenn ich mir den SPY im Daily anschaue, bleibt aber schon der Eindruck zurück, als ob sich die Aufwärtsbewegung seit Ende Mai nun langsam an Dauer und Steigung verbraucht (in blau).

Das würde den Boden für eine logische Korrekturbewegung Mitte Juni herab bis ca. 2.740 bereiten (in lila):

16:56 MEZ

Kurzupdate, ZAGG und FDX unverändert in perfekter Ausbruchsbewegung:

17:15 MEZ

Hat OHB Systems nun einen Boden gefunden, wurde gestern im Forum gefragt?

Zum ersten Mal seit langer Zeit überhaupt denkbar, die Frage ist berechtigt. Allerdings sehe ich derzeit keine ausreichende Evidenz dafür, das kann sich am Ende auch so ausgehen:

Die Aktie ist davon abgesehen durch den geringen Free-Float auch sehr markteng und dann auch noch durch Leute wie Wyser-Pratt beeinflusst. Für mich eher ein ruhiger Investment-Kandidat als eine Aktie, bei der ich zu timen versuche.

17:22 MEZ

Immer wenn ich iRobot (IRBT) nicht mehr im Blick habe, beginnt sie stark zu steigen. 😉

Trotzdem keine Aktie, der ich derzeit besonders nahe trete und diese extrem volatile Sägezahnstruktur ist auch nicht unbedingt vertrauenerweckend:

17:30 MEZ

Manchmal geht es mir wie Ihnen. Mir war RH vor Tagen auf einem Scan mit seiner Basis aufgefallen, hat mich dann aber nicht weiter interessiert, Möbel - naja.

Die Strafe sehe ich heute .... grummel ....

Nicht ärgern, Mund abwischen, weiter machen. 🙂

17:50 MEZ

Wenn ich mich zurück lehne und den Markt der letzten Tage Revue passiere lasse, dann fällt mir auf, dass es bei kleineren und mittleren Werten jede Menge tolle Setups und Ausbrüche gibt, auch heute hatten wir wieder einige Charts dazu, mit denen man als Trader richtig Geld verdienen kann.

Als Investor aber, mit Blick auf die grösseren Bluechips, waren die letzten Tage eher langweilig. Ich habe wenig Grund für Aktivität gesehen, weder im Guten noch im Schlechten.

Diese Divergenz findet sich auch im Vergleich von Russell 2000 und SP500 der letzten Tage wieder, der sehr eindeutig ausfällt:

Normalerweise ist auch der Russell nun überdehnt und korrekturreif, aber was ist schon normal? So Momentum läuft weiter, bis es irgendwann mal abbricht. Wer da nun als Trade im Russell drin ist, hat einen Fall für einen Trailing-Stop vor sich.

Trotzdem hat die FED eine Tradition darin, ein Katalysator für Trendwechsel zu sein. Das hat gar nichts mit einer besonderen Überraschung der FED zu tun, das wird einfach als Anlaß benutzt, um den Hebel umzulegen.

Ob das morgen passiert, kann niemand sagen, das Risiko steigt aber dafür und diesem Russell renne ich nun nicht mehr mit frischem Geld hinterher, bevor er nicht mal durchgeatmet und Luft abgelassen hat.

Ich erinnere daran, dass der Wallstreet Stream am morgigen FED-Mittwoch auf den Abend verschoben ist. Er beginnt erst gegen 19 Uhr und dauert dann bis ca. 22.30 Uhr, also bis nach Handelsschluss.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Wallstreet Stream 21.02.18



15:05 MEZ

So liebe Mitglieder, es geht mal wieder los.

Der Markt ist vorbörslich weiter indifferent und schaut heute mit mehr Aufmerksamkeit und Nervosität auf die FOMC Minutes um 20 Uhr als sonst. Der Grund ist der Stabwechsel bei der FED und die Frage, ob die FED mehr als die bisher erwarteten 3 Erhöhungen in 2018 indiziert.

Ausserdem macht der Anleihen-Markt weiter Druck und Trumps Ausgaben-Exzesse haben hier einen wahrscheinlich ungewollten Effekt. Denn um das Staatsdefizit zu finanzieren, muss das Schatzamt immer mehr neue Anleihen auf den Markt werfen, die aber nicht mehr auf den "grossen Aufkäufer" FED treffen wie bisher. Das erzeugt ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das Angebot ist zu hoch, was wiederum bedeutet, dass das Angebot attraktiver werden muss um auf Nachfrage zu treffen, was wiederum bedeutet dass die Renditen weiter steigen und was wiederum bedeutet, dass der Aktienmarkt damit tendentiell unter Druck kommt.

Es ist dieser Zusammenhang, der den Markt etwas wackelig werden lässt. Und wenn jetzt noch die Inflation zu steigen beginnen würde, wofür es einige Indikationen gibt, dann wäre da ein echtes Problem für den Markt.

Man kann jetzt schon sehen, dass Anlagen die leicht mit der Inflation die Preise erhöhen können wie die Chipindustrie, besser laufen als Anlagen, die bei Inflation durch harten Wettbewerb schrumpfende Margen bekommen, wie die klassischen Retailer.

Und am Beispiel des ETFs IEF der 10-jährigen T-Bonds sehen wir, dass der Druck nach unten - was Druck auf die Renditen nach oben bedeutet - weiter vorhanden ist.

Kein leichtes Umfeld für den Markt, der sich im Angesicht dessen immer noch sehr gut hält, aber doch deutlich wackeliger wirkt als 2017. Solange sich der Markt aber so gut hält, dürfen wir die Bullen nicht unterschätzen.

15:18 MEZ

Die britische Grossbank Lloyds hat ->ausgezeichnete Zahlen und einen hoffnungsvollen Ausblick <- geliefert und wir wissen ja, dass solche Quartalszahlen gerne das ganze Quartal nachhallen und nicht sofort am ersten Tag verarbeitet werden.

Insofern müssen die 3% Plus heute nicht das Ende der Fahnenstange sein und die Chance ist gut, dass Lloyds nun diese riesige Wendestruktur nach oben auflöst, was weiteres Potential entfachen würde:

Für Dividenden-Fans, aktuell liefert Lloyds 6,5% Dividendenrendite, ohne Kurssteigerungen - die nun gut möglich sind - nächstes Jahr wohl 7%. Das Ganze völlig quellensteuerfrei, wie aus Grossbritannien gewohnt.

15:50 MEZ

Der US Markt eröffnet mit starken Aufwärtsschub und macht damit das, was schon gestern erwartet wurde. Das sieht nach dem beliebten Motto aus: Einfach mal antäuschen, verwirren und dann doch tun, was man sowieso tun wollte. 😉

Auf jeden Fall jetzt Achtung, die Flagge löst sich gerade nach oben auf und ich denke dass dann schon einiges an Aufwärtsmomentum nachkommt und der Pfad (1) eben doch beschritten wird - nur mit einem Tag Verzögerung.

Aber eben nur wenn es hält, noch sind wir in der ersten Stunde und die Algos haben noch nicht gezeigt, was sie heute wirklich wollen.

16:30 MEZ

Hmmm. Auf den Aufschlag folgt nicht viel. Mal abwarten, aber wieder so ein Tag wo ich denke, dass sich der Markt verändert hat. Wir erinnern uns doch daran, dass in 2017 es ganz viele Trendtage gab, sprich der Markt begann in eine Richtung - in der Regel nach oben - und dann ging das den ganzen Handel so. So sieht das aber nicht mehr aus, obwohl der Start dafür sprach.

Ich bin jetzt auch durch die Charts einiger Aktien meiner Watchlist gegangen, aber wenig springt mir ins Auge, was mich so richtig "anmacht". Auch das ist ein Signal, es jetzt nicht erzwingen zu wollen. Aber erneut, warten wir mal ab, vielleicht wirds ja noch.

17:06 MEZ

Jetzt hat sich der SPY doch aufgerafft, sieht nun gut aus, Ausbruch aus Flagge läuft:

17:15 MEZ

Teladoc (TDOC), war Thema letzten Herbst in den -> Zug-Gedanken mit Beuteschema <-, bricht nach oben aus, wobei das Volumen aber noch nicht völlig überzeugend ist:

Na, nächste Woche sitze ich ja wieder im Zug und habe Zeit mal zu etwas Research zu machen.

17:20 MEZ

BOX (BOX) eine Idee aus dem gleichen Artikel sieht auch wieder interessant aus:

Aber Digital Reality Trust (DLR) ist abgeschmiert, was bei dem Geschäftsmodell erstaunt:

Ich habe das nicht verfolgt, weiss also nicht was hier los ist. Hat das jemand von Ihnen verfolgt? Gibt es hier einen konkreten Auslöser oder sehen wir einfach den Effekt der anziehenden Anleihen-Renditen, denn DLR ist ein klassischer Anleihen-Ersatz.

17:30 MEZ

Der Fear & Greed Index ist Stand gestern Abend immer noch im roten Bereich, was den Bullen einen Edge gibt. Es geht auch 2 Stunden nach Handelsstart weiter hoch, die Entscheidung scheint damit gefallen, die Flagge wird nach oben aufgelöst und die Hochs kommen auf den Radar.

Stolperstein ist dabei heute 20:00 MEZ das FOMC Protokoll der letzten Sitzung. Das aber nur, wenn die FED darin deutlich falkenhafter als 3 Erhöhungen für 2018 ist. Ich bezweifele das, bei einer Übergangssitzung in der der "Neue" das Ruder übernimmt, werden eher keine grundlegenden Änderungen an der Einschätzung vorgenommen.

18:10 MEZ

Hmmm. Lassen wir es gut sein, dieser Markt ist heute für mich wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Schaue ich auf die Flagge im SP500 und auf das Sentiment, ist das klar bullisch. Gehe ich aber durch Einzelaktien, habe ich nur sehr, sehr wenige saubere Setups und viele, merkwürdige Rebounds wie der von Apple zum Beispiel, bei denen ich nicht weiss ob ich die gut oder merkwürdig finden soll:

Den Rebound von den Tiefs hier kaufen? Klar, das habe ich gemacht, das war ab 12.02. "Easy Money". Aber jetzt? Würde ich jetzt noch einsteigen? Nein, eher nicht.

Dieser Schnapper sieht künstlich aus und das ist er wohl auch, hier werden via Algos einfach wieder Positionen zurück gekauft, die vorher einfach auf den Markt geworfen wurden. Sinn und Verstand und mit dem Unternehmen zu tun hatte das nicht, das waren einfach die Auswirkungen der wild gewordenen Algos und die Multiplikation der ETFs.

Gleichzeitig passt das Anstiegsvolumen aber nicht und von hier ist alles offen, eine Topbildung in einer grossen, aufwärts führenden Wellenformation immer noch möglich.

Nein, hier einsteigen würde ich jetzt nicht und das sieht alles sehr artifiziell aus. Und nicht nur bei Apple.

Da halte ich mich lieber etwas zurück. Es gibt Tage und Phasen zuzugreifen, das war am 12.02. Heute ist dieser Tag für mich nicht.

So weit für heute. Achten Sie um 20 Uhr noch auf die Reaktion auf die FOMC Minutes.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Die Euro-Krise erhebt wieder ihr Haupt

Vielleicht haben Sie ja mitbekommen, dass Mr-Market seit Kurzem unter @HariMrMarket nun auch bei Twitter ist. Ich nutze den Dienst zweiteilig. Einerseits um den Premium-Mitgliedern, die selber bei Twitter sind, neue Artikel anzukündigen. Andererseits aber auch, um immer mal wieder interessante Infos auch an Sie im freien Bereich weiter zu geben. Die Tweets werden rechts auf Mr-Market direkt eingeblendet, das ist Ihnen bestimmt schon aufgefallen.

In dem Zusammenhang habe ich übrigens festgestellt, wie faszinierend gering die Durchdringung von Twitter bei gebildeten und gut verdienenden Menschen ist, denn um die handelt es sich bei den Premium-Mitglieder fast durchweg. Zum Start hatten gerade mal 5% der Mitglieder wohl einen Twitter-Acount, mittlerweile haben einige alleine deswegen einen angelegt, es ist aber immer noch eine klare Minderheit. Das ist für die Twitter-Aktie ein interessantes Thema, hier nun aber zurück zum Kern dieses Artikels, dem Euro.

Denn wenn Ihnen Mr-Market bei Twitter aufgefallen ist, haben Sie bestimmt auch schon diverse Tweets der letzten Zeit gesehen, die sich um ein zentrales Thema drehen: Die Eurokrise erhebt wieder ihr Haupt.

Hier dazu ein paar Links:

-> Sentix Euro Break-up Index <-

-> Political Risks emerge <-

-> Renditespanne zu Frankreich und Italien weiter sich <-

-> Draghis abwegige Auslegung der Inflation <-

Insbesondere letzterer Artikel weist auf einen unterschätzten Vorgang hin, denn Mario Draghi hat bei seiner letzten Pressekonferenz eine Menge dafür getan, um sich in seiner bekannt herablassend-süffisanten Art und Weise, diverse sprachliche Ausreden und grossen Spielraum zu generieren, um die Nullzinspolitik auch dann weiter führen zu können, wenn die Inflation in Deutschland schon weit über 2% liegen wird.

Auch dass Sabine Lautenschläger nun deutlich dem -> Ende des billigen Geldes das Wort redet <- und Weidmanns Bundesbank zeitnah eine Studie veröffentlicht, nach der -> die EZB bewusst den Euro schwächt <-, darf man ebenso wie Draghis rabulistische Verrenkungen als klares Indiz dafür werten, dass unter der Oberfläche der EZB die Friktionen wieder massiv steigen und der Richtungskampf tobt. Wo Mario Draghi dabei steht, braucht wohl keine weitere Erklärung.

Und das zu einem Zeitpunkt, in dem in Kerneuropa, in Frankreich, Niederlanden und Deutschland, wichtige Wahlen anstehen. Insofern dürfte Draghi sich auch wieder der Unterstützung der deutschen Regierung sicher sein, das Feuer um jeden Preis auszutreten, denn Frau Merkel kann garantiert nicht gebrauchen, dass im Wahlkampf zu Tage tritt, dass Griechenland weiter ein schwarzes Loch ist und der Euro kein bischen "gerettet" ist, sondern nur mit Steuerzahlergeld temporär ruhig gestellt.

Ich will hier im freien Bereich nicht tiefer einsteigen, die Thematik wird uns dieses Jahr in der Community sicher massiv beschäftigen, denn schon alleine der Umgang der Anleger mit der Inflation, die dann bei Nullzinsen eine Negativrendite von 2% generieren wird, ist ein Thema zu dem man Bücher schreiben könnte.

Und wenn derzeit beruhigend auch von Draghi betont wird, dass die aktuelle Inflation ja nur aus Basiseffekten der Rohstoffpreise resultiert, ist das einerseits richtig und gleichzeitig eine Nebelkerze. Denn es gibt im aktuellen, weltweiten Umfeld ganz grundlegende inflationäre Entwicklungen vor denen man Sorge haben muss, vor dem Basiseffekt ohne Frage nicht. Darüber aber an anderer Stelle und in anderem Rahmen in Kürze mehr.

Ich will hier nur darauf verweisen, was ich hier 2015 in -> Der Euro und der Grexit - Der Kern des Problems <- geschrieben habe:

Der Euro versucht in eine Währung zu pressen, was nicht zusammen gehört. Griechenland und Deutschland können nicht in einer gemeinsamen Währung sein, wenn es nicht eine einheitliche Regierung und gemeinsame Kultur gibt. Das ist die grosse Lebenslüge des Euros. Er ist eine fatale Fehlkonstruktion, die den Spaltpilz an Europa legt, aber kaum einer in der Politik traut sich, es zu sagen und daraus die logischen Konsequenzen zu ziehen.

Und diese meine Erkenntnis ist wahrlich nicht neu, wer mag muss nur nachlesen, was 62 nahmhafte Professoren 1992 und später 160 Professoren 1998 in den Maastricht Manifesten gesagt haben.
Lesen Sie einfach noch einmal im PDF Download von -> Prof. Ohr Uni Göttingen <-: -> Die Maastricht Manifeste im Wortlaut <-

Sehr lesenswert auch ein aktueller Artikel der NZZ, der auch über Prof. Ohr verlinkt ist: -> Plädoyer für eine flexiblere Eurozone <-

Einfluss auf den politischen Entscheidungsprozess hatte es damals nicht, wen interessiert auch das "Geschwätz" von Fachleuten. Insofern muss man auch heute befürchten, dass das Gewürge um den Euro unverändert weiter geht, man wird den Krug eben zum Brunnen tragen, bis er bricht. Dann aber werden alle Verantwortlichen mit weltschwerer Miene in die Kameras schauen und treuherzig wahlweise ihrem "Entsetzen" oder ihrer "Besorgnis" Ausdruck geben, natürlich verbunden mit dem Hinweis, dass man nun nicht den "Rattenfängern" nachlaufen dürfe. Sie sehen, ich habe doch eine Glaskugel. 😉

Machen Sie es trotzdem gut, lassen Sie uns das Leben geniessen, wir haben nur das eine.

Ihr Hari

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Das Monster ist zurück!



Guten Morgen!

Das Monster der Inflation ist zurück. Im Dezember sprang die jährliche Inflationsrate auf 1,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete. Das ist die höchste Rate seit Juli 2013.

Natürlich spielen hier Basiseffekte der Ölpreise auch eine Rolle, aber es gibt auch eine Reihe von strukturellen Faktoren, die dazu beitragen.

So importiert die Euro-Schwäche natürlich Inflation, weil die Waren die von ausserhalb des Euroraums zu uns kommen, einfach rechnerisch teurer werden. Und die Globalisierung, insbesondere der verteilten Produktionsketten, ist offensichtlich auf dem Rückzug und hat ihren Zenit überschritten.

Die Globalisierung war es aber, die über so viele Jahre die Zweitrundeneffekte bei den Löhnen im Zaun gehalten und eine deflationären Druck erzeugt hat. Wenn Arbeitnehmer vor der Wahl stehen, dass ihre Arbeitsplätze nach Rumänien oder China verlagert werden, haben sie wenig Druckpotential. Aber auch ohne diese Lohneffekte, hat die Globalisierung einfach für billigere Produktion und damit billigere Produkte gesorgt und das hat die Inflation gedämpft.

Auch das geht nun langsam zu Ende. In China steigen die Löhne und einfache Jobs werden nach Vietnam und Co. weiter verlagert. Und im Westen gibt es kaum Arbeitnehmer mehr in der Produktion, dieser Prozess ist ja auch einer der Gründe, der Donald Trump an die Macht gebracht hat.

Und zu guter Letzt war ja auch die Bilanzrezession, insbesondere des Finanzsektors, nach der 2008er Krise ein Faktor, der deflationär gearbeitet hat. Auch das ist zumindest in den US nun am Ende, mit Trump kommt eher Deregulierung und der Finanzsektor steht wieder im Saft.

Wir sehen, es gibt abseits der Basiseffekte bei Öl eine Reihe struktureller Gründe, die eine Rückkehr der Inflation wahrscheinlich erscheinen lassen.

Diese Entwicklung trifft auf eine Eurozone, die die Jahre der durch die EZB erzwungenen Niedrigzinsen, in keiner Art und Weise produktiv genutzt hat. Im Gegenteil, in den sowieso fiskalisch schwächsten Ländern, ist die Schuldenlast auf absurde Werte angestiegen - in Italien beispielsweise, sind es nun deutlich über 2 Billionen €! Wer glaubt, dass diese im hiesigen System jemals zurückgezahlt werden, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann.

Das ist auch kein Wunder in einer Demokratie, wer Politikern die wieder gewählt werden wollen höheren finanziellen Spielraum gewährt, verhält sich so wie jemand, der vor einen hungrigen Hund einen Teller mit duftenden Würsten stellt und sich dann mit dem erhobenen Zeigefinger „nicht essen!“ abwendet. Das Ergebnis ist klar.

Nun ist aber Inflation dummerweise etwas, das sich wie eine Ketchup-Flasche verhält. Das Bild stammt wohl von Nassim Nicholas Taleb („Der schwarze Schwan“) - man schüttelt und schüttelt und nichts passiert. Man schüttelt und schüttelt und wieder passiert nichts. Und dann, wenn man schon frustriert aufgeben will, macht es *Platsch* und die halbe Flasche liegt auf dem Teller. So ist das mit der Inflation, bisher haben die Notenbanken kräftig geschüttelt und nichts ist passiert - bisher.

Wenn die Inflation nun aber anspringen sollte, wie bekommt man sie dann wieder in Flasche? Die tragische Antwort ist: Gar nicht!

Denn wie das geht, hat uns Paul Volcker, der FED Chef von 1979 bis 1987 vorgemacht, der zu Zeiten von Ronald Reagan, die Leitzinsen zeitweise über 20% erhöhte und damit am Ende gegen die grassierende Inflation obsiegte.

Aber schon bei einem nominellen Anstieg um 2% gegenüber heute, zerreißt es einen auf Kante genähten Staatshaushalt wie den Italienischen, wenn sich die höheren Renditen durch die Laufzeiten gefressen haben. Und auch Deutschland steht nicht viel besser da, Zinsen wie in den 80er und 90er Jahren, sind auch für Deutschland mittlerweile untragbar.

Womit die einseitige Rettungspolitik der EZB nun in eine Sackgasse geraten wird. Wenn die Inflation kommt, kann sie nicht mehr mit konventionellen Mitteln bekämpft werden. Dann bleibt nur noch ein Schuldenschnitt – was einer Enteignung gleichkommt – oder eine Art Währungsreform.

Ganz fatal ist die Inflation dabei für die deutschen Sparer. Denn schon eine Inflation um 2%, führt bei faktischen Nullzinsen zur Entwertung jeglichen Geldvermögens. Das gilt für Festgeld und Sichteinlagen ebenso, wie für die Besitzer von Anleihen und für die aus Lebensversicherungen zu erwartenden Rückzahlungen oder sonstige Renten- oder Pensionsansprüche.

All das ist eine toxische Mischung, die uns in den kommenden Jahren noch manch Kopfzerbrechen bereiten wird. Kurzfristig wird das aber allen Sachwerten erneut helfen und auch bei den Immobilien in Deutschland wird sich so noch einmal ein letzter "Kaufsturm" aufbauen, wenn die Hypotheken-Zinsen merklich zu steigen beginnen und die zurück kehrende Inflation über die Medien in aller Munde ist.

Ich will das heute und hier aber nicht weiter vertiefen, das wird noch oft Thema hier sein, so viel ist sicher. Ich will nur sagen: Das Monster ist zurück!

Der DAX hat gestern wieder gezeigt, wie reflexartig im aktuellen Marktumfeld nach wie vor jeder Dip gekauft wird. Wir haben kurz unter 11.500 geschaut und *Schwupps*, waren wir wieder höher:

Der schöne Reversal-Hammer, den wir da sehen, hat das Reversal vom 11.01. damit neutralisiert und es ist wieder alles offen, wie es aus dieser Range weiter geht. Eine begrenzte Rolle dürfte nun auch die kommende OPEX spielen, die ja - wie ich oft erklärt habe - wie eine schwache magnetische Anziehung wirkt. Sprich die Kurse haben die Tendenz, hier in dieser Range zu verbleiben.

Wie bei jeder schwachen magnetischen Anziehung, nützt diese aber herzlich wenig, wenn grosse Kräfte diese überlagern und zum Beispiel der US Markt zu fallen anfangen würde. Dann würde die OPEX sogar prozyklisch wirken, weil die Anpassungs-Geschäfte der Marktteilnehmer, die Bewegung verstärken.

Kurz: der DAX bleibt diese Woche in der Range, wenn er es aber nicht tut, wird die Bewegung sehr dynamisch.

Ganz spannend, ist ja aktuell Cameco (CCJ). Die Aktie hat ja vor 6 Tagen markant unter Volumen gedreht und ich hatte dazu in -> Vorher ist Jetzt <- geschrieben:

Bei Cameco (CCJ) dürfte *jetzt*, eine Korrektur einsetzen. Viel deutlicher kann das ein Chart gar nicht mehr andeuten:

Danach wurde der Dip aber sofort wieder gekauft, bis Cameco heute Nacht mitteilte -> dass die Erwartungen des Marktes zu hoch angesiedelt sind <-.

BAAM! Aktuell sieht es nach 8% Minus heute aus und Cameco dürfte beim blauen Stern im Chart eröffnen:

Ich finde das so faszinierend, weil damit ein Ablauf wahrscheinlich ist, dass sich am 12.01. das "Smart Money" verabschiedet hat, das schon etwas wusste. Dann haben alle Nichtsahnenden den Dip wieder gekauft und nun kommt die Wahrheit auf den Tisch.

Das Schöne ist aber, dass wer sich nur nach der Markttechnik gerichtet hat, die Warnung deutlich erhalten hat.

Ich bin übrigens trotzdem nicht pessimistisch für Cameco. Wenn die Aktie nun in die Region um 11 USD herunter kommen würde, wäre das wohl eher ein Geschenk und sinnvoller Einstiegspunkt:

Der Broker vieler Mitglieder, Interactive Brokers (IBKR) hat übrigens gestern Abend -> brauchbare Zahlen <- geliefert, niemand muss also Angst um seine Konten haben. 😉

Das ist übrigens ein netter Nebeneffekt der Börsennotierung des eigenen Brokers, so entsteht Transparenz zur wirtschaftlichen Lage. Der Markt hat es nachbörslich wenig begeistert mit 3% Minus aufgenommen, wirklich schlecht sind die Zahlen aber nicht, eher nicht so gut wie erhofft.

Gewinner des Tages wird mit Cerner (CERN) heute vielleicht eine Aktie werden, die ich Ihnen zuletzt mehrfach der Aufmerksamkeit empfohlen habe, zuletzt in -> Alle Augen auf "The Donald" <-.

Nun sah das Chart gestern schon so aus und damit war das im Artikel beschriebene Kaufsignal ja schon da:

Heute Nacht im nachbörslichen Handel, finden wir CERN im "WSJ Late Trading" aber 23% höher! Und der Grund dürfte vermutlich dieses Interview von "The Donald" mit der Washington Post sein, das ich auch schon per Twitter verteilt habe: -> Trump vows insurance for everybody <-

In diesem Interview, wiederholt Trump aber auch gegen die Pharmafirmen gerichtete Sätze, die man nun wohl ernst nehmen muss:

"They're politically protected, but not anymore"

Das ist nicht gut für den ganzen Sektor und stellt das Szenario eines 2017er Rebounds der Pharmas nun komplett in Frage!

Für CERN aber, ist es Gold wert, denn ich habe ja schon mehrfach argumentiert, dass diese mit ihrer Software vor allem unter Investitionszurückhaltung leiden, denn welches Unternehmen kauft neue Software für Healthcare-Plans, wenn niemand weiss, ob es so etwas unter der Ägide Trumps überhaupt gibt?

Nun hat Trump sich festgelegt und das dürfte zum massiven Schub bei CERN heute Nacht zumindest beigetragen haben, so er sich im echten Handel tatsächlich realisiert. Es ist doch immer schön, wenn Erwartungen aufgehen. 😉 Nur für meine Healtcare-Werte, sind das keine guten Nachrichten, aber warten wir mal ab.

So weit heute früh, es ist schon wieder viel zu spät geworden, aber die Geschwindigkeit meiner Finger ist halt begrenzt und es passiert derzeit mehr am Markt und in der Welt, als man kommentieren kann.

Heute kommen vorbörslich noch mit Zahlen: ASML, Citigroup (C), Goldman Sachs (GS)

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Weiter, immer weiter



Guten Morgen!

China hat heute Nacht Wirtschaftsdaten im Rahmen der Erwartungen geliefert, insofern geht von da heute keine starke Beeinflussung der Kurse aus.

Einen interessanten und beachtenswerten Blick auf die Thematik, liefert aber der Artikel -> Warum China den nächsten US Präsidenten füchten muss <-

Heute treten mit Williams, Harker und Kaplan drei FED-Mitglieder vor die Mikrofone und um 20 Uhr wird das "Beige Book" veröffentlicht. Insofern bleibt uns der Einfluss der Zinsspekulation auch heute erhalten. Besonders die vielleicht langsam kommende Inflation, wird den Markt nach den gestrigen Verbraucherpreis-Daten, besonders aufmerksam auf die FED schauen lassen.

Der Markt selber, sah gestern stark aus, heute schwebt wieder ein abwartendes Fragezeichen über ihm. Aber auch wenn der Markt gestern stark aussah, im S&P500 haben wir nicht viel mehr als 2.140 erreicht und vor allem hatten wir erneut Schwäche im laufenden Handel.

Wir erleben nun immer wieder, dass der S&P500 stark eröffnet, im Laufe des Handels aber eher bröselt. Das ist nicht das Verhalten eines Marktes, der mit Macht nach oben will.

Andererseits gibt es interessante Daten die nahelegen, dass der Markt sich schon gegen einen Absturz geschützt hat. Schauen Sie die Grafik bei -> Sentimentrader <-, die zeigt, wie stark das "Hedging" gerade ist:

hedging

Sie sehen aber auch, dass das kein konsistenter Kontraindikator ist, manchmal haben die Marktteilnehmer schlicht recht. Bemerkenswert ist es trotzdem, denn wo schon viele Puts sind, ist es für den Markt schwer, massiv durchzufallen. Insofern kann es uns durchaus passieren, dass diese vermaledeite Range uns noch lange erhalten bleibt.

Intel hat gestern -> gute Zahlen geliefert, beim Ausblick ins Q4 aber enttäuscht <-.

Eine Reaktion von Minus 5% nachbörslich, ist dafür schon eine herbe Ohrfeige und lässt Intel heute wohl bei ca. 36 USD eröffnen. Ein Blick auf das Chart, offenbart aber gleich die Frage, ob das nicht nur der unvermeidliche Test des Ausbruches ist und hier eine Kaufchance vor uns liegt?

intc-19-10-16

Der Broker vieler Mr-Market Mitgliedern, Interactive Brokers (IBKR), hat gestern passable Zahlen und einen Profit geliefert. Kein Grund also, Sorge um die Konten zu haben 🙂

ibkr-19-10-16

Eine grosse Enttäuschung, waren aber die Zahlen des LED Spezialisten Cree (CREE). Auch hier ist es -> der Ausblick <-, der nachbörslich mit fast 10% Minus abgestraft wird.

Cree wird ganz unten auf der Unterstützung bei 22 USD eröffnen, das sieht nicht gut aus:

cree-19-10-16

Sie erinnern sich ja vielleicht, dass wir im Frühjahr bei Cree die Chance auf einen neuen, grossen Aufschwung auf dem Radar hatten:

cree-19-10-16-2

Das hat sich offensichtlich nicht realisiert, Cree ist seit dem Scheitern dieser Chance, keine besondere Beachtung mehr wert.

Heute Mittag, werden sich unsere Augen besonders interessiert auf die Zahlen von Abbott Labs (ABT) richten. Die Price-Action der letzten Wochen, liefert mir leider keinen klaren Hinweis, in welche Richtung man sie da für die heutigen Zahlen lehnen sollte:

abt-19-10-16

So weit vor Handelsstart am Morgen eines Tages, der derzeit nicht danach aussieht, als ob er uns aus der Range heraus bringen könnte. Es geht weiter, immer weiter!

Ihr Hari

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