Kinder Morgan und Deutsche Post – Bullenmarkt oder Bärenmarkt?

Die breiten Indizes von S&P500 bis DAX, haben nun zum bisher besten Rebound-Versuch des Jahres angesetzt. Drei Tage hintereinander, ist der S&P500 nun gestiegen und auch der DAX hat mit der 9.300er Marke, einen ersten wichtigen Widerstand zurück erobert.

Natürlich kommen dann - das ist wie beim Murmeltier, das täglich grüsst - gleich die "grossen" Prognostiker aus ihren Ecken, die dann die "grossen Wende" ausrufen und wieder "Kaufkurse" schreien, wie sie das ja schon am Anfang des Jahres so treffend und punktgenau getan haben. Wer hier Sarkasmus findet, kann ihn behalten. 😉

Oder andere, die Permabären, sind sich so etwas von sicher, dass es es immer weiter runter gehen *muss*, dass sie diesen ersten ernst zu nehmenden Rebound des Jahres, nun schon wieder Shorten, weil das "Endspiel" ja zwangsläufig begonnen hat und wir sowieso schon bald vor einer Währungsreform stehen.

Das kann alles sein und ich schliesse nichts aus, es hilft uns aber herzlich wenig. Und wer sich zu stark und verbohrt mit einer vermeintlich "sicheren" Zukunft verheiratet, hat nur eines garantiert: dass er im Markt keinen Erfolg haben kann. Denn der Markt ist immer in Bewegung und per Definitionem wetterwendisch.

Eine besonders absurde Form des Drangs etwas statisch zu definieren, was in Realität immmer in Bewegung ist, ist dabei der Versuch, einen Bullen- oder Bärenmarkt über absolute Prozentzahlen zu definieren.

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Short Kandidaten



Sie merken, dass sich mein Blick auf den Markt heute deutlich verdüstert. Jason Goepfert bringt es heute morgen auf den Punkt, als er mit spitzer Feder darauf hinweist, dass 2008 ein schwacher Rebound am 8. Tag wieder dreht. Sie ahnen sicher, den wievielten Rebound-Tag wir nun haben.....

Nun will ich hier wirklich keine Panik generieren, wir haben 2016 und nicht 2008 und wir haben andere Probleme - wenn auch nicht unbedingt leichter zu Lösende.

Und eigentlich rechne ich immer noch eher mit einem weiter laufenden Rebound, auch wenn es mir jeden Tag der vergeht, ein Stückchen schwerer fällt.

Klar ist bei dieser Lage aber auch, dass man sich so langsam mal über Short-Kandidaten Gedanken machen kann und das unabhängig davon, ob es nun sofort runter geht, oder erst weiter hoch.

Ich will an dieser Stelle aber dringend noch einmal an meinen Artikel "Mittwoch 15.10.14 11:10 – Shorten II – Nur die Harten kommen in den Garten!" erinnern, den Sie -> hier <- im Archiv nachlesen können.

Short zu gehen, ist wirklich nur etwas für erfahrene Anleger, die auf der Long-Seite schon klare Erfolge beim Timing vorweisen können. Alle anderen fahren besser damit, schlicht in Cash zu gehen.

Wer sich Shorts aber zutraut, sollte sich wohl nun mal ein paar zurecht legen. Dabei kann man natürlich einfach per CFD auf die Indizes gehen, wenn man aber einzelne Aktien ins Auge fasst, gefällt mir im DAX dabei die Deutsche Post sehr gut, warum habe ich schon im Artikel -> Wann ist etwas weit genug gefallen <- von Mitte Januar beschrieben.

Schauen wir auf das Chart, sehen wir eine markante Top-Formation, unter der jede Menge Luft ohne Auffangzonen existiert:

DP 02.02.16

Aber auch fundamental hat die Deutsche Post neben selbst verschuldeten Problemen die kritische Situation, dass sie als Logistiker sehr stark vom Welthandel abhängt. Jedwede Entwicklung, die den Welthandel einschränkt, gleich ob Grenzschliessungen in der Flüchtlingskrise, Konjunktureinbruch in China oder ein neuer Krieg irgendwo, all das wird der Aktie der deutschen Post eher nicht gut tun.

Damit ist die Deutsche Post noch kein sicherer Short, das ist ein Short nie. Es erscheint mir aber ein aussichtsreicher Kandidat im DAX zu sein. In der idealen Welt wäre ich hier - wie beim Markt - erst einmal von einem überzeugenderen Bounce ausgegangen. Wenn dieser aber nicht kommen will, muss man das respektieren.

Was denken Sie? Was haben Sie für Short-Kandidaten, falls der Rebound scheitert? Richten wir doch unseren Blick auch mal nach unten!

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