Wallstreet Stream 19.04.18



15:20 MEZ

Der Markt ist vorbörslich unter Druck, was aber weiter zu einer notwendigen Konsolidierung passt und ich nicht überbewerte.

Silber steigt weiter, während Gold weiter schwächelt. Die einzige sinnvolle Erklärung die ich dafür habe, ist ein wie auch immer gearteter Zusammenhang zu den Russland-Sanktionen. Da die meisten Unternehmen der betroffenen Oligarchen Rohstoff-Unternehmen sind, ist bestimmt auch eines dabei, dessen Blockade das Silber-Angebot am Weltmarkt verringert und so zu steigenden Preisen führt.

Was wiederum bedeutet, dass wir hier ein "politisches Silber" sehen, was weit weniger belastbar ist, als eine weltweite steigende Nachfrage als Ursache. Aber erneut, das ist reine Spekulation, ich habe keine Energie in die Ursachenforschung gesteckt:

15:30 MEZ

Das -> AAII Sentiment <- hat sich nach der extrem bärischen Vorwoche wieder normalisiert:

Damit ist ein Argument für eine bullische Sicht wieder neutralisiert, das bedeutet aber nicht, dass man nun bärisch werden muss. Das Sentiment ist nun einfach wieder normal.

15:35 MEZ

Danaher (DHR), die "Fondsaktie" und das Sinnbild für ein gutes, langfristiges Investment - hier vielfach besprochen und daher keiner weiteren Erläuterung mehr bedürftig - hat bei den Quartalszahlen wieder getan, was die Aktie fast immer tut: -> beat, beat, raise <-.

Die Charts sind klar, einfach dabeibleiben:

16:05 MEZ

Procter & Gamble (PG) war ja auch so ein Kandidat im Video von Montag, um bei einer positiven Überraschung dann einen Post-Earnings-Drift einzuleiten.

Hier war es aber nichts, -> die Margen schrumpfen, der Markt mag es gar nicht <-.

Woran man wieder das auch im Video Gesagte sieht: Falsch ist vorher herumzuraten. Richtig ist, sich Chancen zurecht zu legen. Und in die, die funktionieren steigt man ein, in die, die nicht, dann nicht. Ganz einfach 🙂

16:15 MEZ

Heute Abend berichtet übrigens kein einziges grösseres, bekanntes Unternehmem, was für einen Donnerstag recht ungewöhnlich ist, der traditionell der geschäftigste Tag der Quartalssaison ist. Dafür bekommen wir nächste Woche dann aber einen "Overload".

16:38 MEZ

Apple (AAPL) wird heute durch allerlei Faktoren nach unten gezerrt, so auch einen schlechten Ausblick des Auftragsfertigers TSMC, der den Verdacht auf schlechte Verkäufe wach werden lässt.

Wenn man auf das Chart schaut und es unbedingt bärisch interpretieren will, kann man eine Art Topbildung als Möglichkeit sehen und auch im langfristigen Chart wäre rhythmisch mal wieder eine Abwärtsphase naheliegend:

Wir hatten das ja aber schon ein paar Mal und auch Auftragsfertiger mit schlechtem Ausblick gab es schon und dann hatte Apple doch gute Zahlen, weil die Aufträge eben woanders liefen. Abwarten.

17:06 MEZ

Ist das jetzt die Wende bei General Electric (GE)? Das wird in meinen Augen zu oft und zu hoffnungsvoll gedacht, bisher ist es jedesmal negiert worden.

Aber ja, theoretisch kann das sein, aber bisher sehen wir nicht mehr als eine Bewegung bis zum ersten Widerstand (1), die wunderbar zu einem Abwärtstrend passt:

Aber morgen kommen ja Zahlen und dann werden wir es wissen. Und wenn GE danach durch den Widerstand (2) geht - *dann* nehme ich das als Wendemöglichkeit ernst. Vorher besteht der (Abwärts-)Trend fort, solange er besteht und ich habe (noch) keinen Handlungsdrang hier.

Eines kann man aber positiv festhalten: die Volumensignatur sieht zum ersten Mal nach langer Zeit positiv aus. Ja, das *könnte* also der Beginn einer Wende sein - aber unbedingt den Konjunktiv beachten!

17:20 MEZ

Das sind die Dinge, die man nicht so gerne sieht. Valmont (VMI) liefert -> gute Zahlen <-, der Pop wird aber sofort wieder abverkauft:

Noch ist aber die Chance auf den Ausbruch da.

17:25 MEZ

Sehr interessant ist auch das Gesamtbild bei den US Staatsanleihen, hier den 10-jährigen im ETF IEF:

Wir hatten den Durchbruch durch die Nackenlinie, dann eine Art Retest der abgewiesen wurde und nun geht es wieder abwärts. Das sieht eher nach weiteren Abgaben und damit steigenden Renditen aus.

17:45 MEZ

Übrigens, für die, denen das nicht so klar ist, hier ist neben Peabody Energy (BTU) ein weiterer Kohle-Untoter, der wieder am Markt existiert und im Chart gar nicht so schlecht aussieht: Arch Coal (ARCH):

Das Unternehmen sieht aus wie Arch Coal, heisst Arch Coal, betreibt teilweise die Minen von Arch Coal und beschäftigt teilweise die Arbeiter von Arch Coal .... ist aber nicht die Arch Coal die Pleite gegangen ist!

Dahinter steht, wie so Insolvenzen ablaufen. Das Unternehmen ist Pleite, die Gesellschafter - also die Aktionäre - haben alles verloren. Nun kann der Insolvenzverwalter im geordneten Verfahren die Assets des insolventen Unternehmens veräussern, um "Masse" für die Gläubiger zu schaffen.

Wenn sich nun eine neue Gruppierung mit einem neuen Firmenmantel für die AG zusammen tut - nehmen wir mal an das Management plus ein Finanzinvestor - und dem Insolvenzverwalter für einen attraktiven Betrag die Assets des insolventen Unternehmens wieder abkauft, kann es sein, dass sich dort alles wieder versammelt, was das alte Unternehmen auszeichnete. Auch Namen und Markenrechte sind ja Assets die verkauft werden können, nicht nur Minen.

Am Ende ist das neue Unternehmen faktisch das alte Unternehmen, nur dass es einen neuen Firmenmantel und neue Gesellschafter hat, also rechtlich ein ganz neues Unternehmen ist, das von der Überschuldung befreit wurde.

Das kann sogar theoretisch so weit gehen, dass das Management erst das alte Unternehmen in die Pleite reitet, die Aktionäre damit "enteignet" und die Gläubiger im Regen stehen lässt und sich dann selber wieder billiger!!! einkauft und das ganze Unternehmen übernimmt!

Das sind Extremszenarien aber unter bestimmten Annahmen theoretisch möglich, weswegen es immer wünschenswert ist, dass Management selber mit Aktien beteiligt ist und daher unter fallenden Kursen leidet, weil sonst könnte sogar ein Incentive bestehen.

Nun ist das alles viel komplizierter, es gibt verschiedene Varianten der Abwicklung einer Insolvenz, es gibt unzählige Regelungen und Beschränkungen, die den Vorgang dann doch nicht so einfach machen. Das weiss ich alles, ich will hier ja auch keinen Vortrag zum amerikanischen Insolvenzrecht halten, zumal auch ich da mehr Wissenslücken habe als im deutschen Insolvenzrecht.

Der Punkt den ich vermitteln will ist, dass BTU und ARCH "Clone" sind, die sehen so aus wie die alten Unternehmen und heissen auch so, sind es aber nicht, die alten Aktionäre haben alles verloren!

18:00 MEZ

Es bröselt weiter und könnte so ein negativ bröselnder Trendtag werden, wie wir das manchmal haben. Weitere Katalysatoren fehlen heute.

Trotzdem ist das im großen Bild nur natürlich und kein Grund zur Aufregung, zu stark waren die letzten Tage. Betrachten wir es also bis auf Weiteres als "Luftholen", bis uns der Markt von einer anderen Interpretation überzeugt.

Warten wir also ab und ich mache Schluß für heute. Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Meister der Untoten



Nein, das hier ist keine "Quest" eines MMO-Games und nein, wir müssen weder "Untote" noch "Orks" bekämpfen. Aber einen Meister der Untoten haben wir schon in der Welt und der heisst Donald Trump.

Der versucht nämlich die Kohle-Industrie -> wieder zum Leben zu erwecken <- und das Freundlichste was man dazu sagen kann ist, dass er damit weiter seine Wahlversprechen umzusetzen versucht, was man ja nun wirklich nicht von jedem Politiker sagen kann. Insofern ist Trump als Politiker in seiner Treue zu seinen Versprechungen "vorbildlich" und das ist ernst gemeint und ohne Unterton.

Trotzdem braucht die Welt kein Revival der Kohle. Selbst wenn man wie ich nicht gerade zu den Klima-Alarmisten gehört, sondern zum sowieso permanenten Wandel des Planeten eine distanziert-gelassene Haltung pflegt, erscheint ein Revival der Kohle unnötig wie ein Kropf und wird auch wohl nicht gelingen.

Trotzdem erhebt sich heute Peabody Energy (BTU) wieder aus seinem Grabe, die Absichten Trumps haben da sicher zur Neuauflage beigetragen: -> Peabody emerges from bankruptcy <-. Sie erinnern sich ja sicher, dass Peabody zuletzt vor knapp zwei Jahren mein -> tiefer geht immer Musterfall <- war.

An dieser Stelle bin ich ziemlich sicher, dass einige von Ihnen das rechtlich nicht richtig einordnen können. Wenn man nicht aufpasst sieht man wieder BTU auf dem Kursschirm und denkt, das wäre die alte Peabody und es wäre gar nichts passiert. Dem ist aber nicht so.

Ich habe das was nun passiert ist schon vor zwei Jahren in -> Dollar Druck <- vorausschauend beschrieben. Zitat:

Übrigens, zum Thema -> tiefer geht immer <-, der Marktführer Peabody Energy scheint nun bei Kohle sozusagen als Letzter das Licht auszumachen: -> Kohleriese Peabody kurz vor Bankrott <-

Wie im Artikel schon beschrieben, müssen Sie aber nicht glauben, dass nun keine Kohle mehr gefördert wird. Nein, nur die Aktionäre des rechtlichen Konstrukts "Peabody" werden alles verlieren. Andere werden die Assets aufkaufen und unter anderem Namen weiter führen. Und wenn sie die Namensrechte kaufen, wird das Vehikel sogar wieder "Peabody" heissen und für einen arglosen Beobachter alles so aussehen, als sei nichts passiert. Auch eine Umstrukturierung ist unter Chapter 11 durchaus denkbar. Nur eines steht fest: die Aktien werden aus den Depots wertlos ausgebucht, falls man glaubte hier halten zum müssen, weil der Buchwert so gut aussah. 😉

Die "neue" BTU ist also eine völlig neue Gesellschaft, die aber aus der Insolvenzmasse möglicherweise den alten Namen, die alten Produktionsstätten, die alten Mitarbeiter und vielleicht sogar (habe ich nicht überprüft) das alte Management übernommen hat. Aber alles in einer völlig neuen Gesellschaft mit neuen Verträgen.

Die "neue" BTU sieht also wie die "alte" aus und fühlt sich daher wie ein Untoter an, ist aber eine neue Gesellschaft die wieder wenig überraschend Kohle schürfen wird, auch Donald Trump sei Dank.

Und noch etwas, auch das habe ich hier nicht konkret überprüft, aber es ist theoretisch denkbar. Wenn das alte Management so einen Prozess geschickt gestaltet, kann es davon sogar manchmal massiv profitieren. Denn die Schulden mit denen es das Unternehmen in den Bankrott getrieben hat, werden bei den Gläubigern abgeladen und die Aktionäre enteignet. Dann strukturiert man das Unternehmen nach Chapter 11 neu und kann sich dann als Anteilseigner der NewCo, der neuen Gesellschaft, dieses mal als Grossaktionär wieder ins Unternehmen setzen.

Cooler Deal so etwas. Ja, das geht wenn man es geschickt macht. Wer hat je gesagt, dass das Leben fair wäre, den Firmenjongleuren gehört die Welt. Wie viel hat das Aurelius Management noch einmal im Winter aus dem Unternehmen geholt? 😉

Ich höre mich jetzt wie Sahra Wagenknecht an und es stimmt, es gibt Exzesse des Kapitalismus, die müssen nicht sein, die sollte man unterbinden. Nur leider kippen die Wagenknechts der Welt immer gleich das Kind mit dem Bade aus und zerstören gleich alles, auch das immens Positive, das durch Wettbewerb und das Streben nach wirtschaftlichem Aufstieg überhaupt erst geschaffen wird. Deshalb lebe ich lieber mit den hypersmarten Jongleuren, manchmal kommt ja der Superheld "Captain Gerechtigkeit" vorbei und lässt auch diese stolpern...

So weit zu den Untoten für Heute. Ich fühle mich nicht bemüssigt, Aktionär der "neuen" BTU zu werden.

Was macht der Markt? Der macht das, was er immer macht, er wird nach anfänglicher Schwäche wieder gekauft. Schauen Sie mal, gestern und heute, das Muster funktioniert seit Wochen so!

Insofern können wir gleich zu ein paar Opportunitäten kommen:

Vertex Pharmaceuticals (VRTX) scheint nach dem ersten Schub von vor ein paar Tagen nachlegen zu wollen:

Wir sehen daran wieder, dass ein erster Volumenschub in der Regel kein Grund zum Verkauf, sondern der Beginn von mehr ist.

Hugo Boss sieht weiter aussichtsreich aus, -> im Forum <- wurde schon darauf verwiesen, dass nun auch bei Gerry Weber die Phantasie spriesst. Bei dem Chart kein Wunder, aber noch fehlt etwas um hier wirklich die Wende ausrufen zu können:

Geduld junger Padawan, aber auf die Beobachtungsliste kann man das schon nehmen.

Zum Thema "Untote" ist ja Chesapeake Energy (CHK) auch fast so ein Kandidat geworden. Nun aber ist Dampf auf dem Chart, die Aktie hat in der Schwäche des Sektors der letzten Tage relative Stärke gezeigt und sieht nun so aus, als wollte sie erneut zum Schub ansetzen:

So ein "W" ist eben eine mächtige Formation, ich hatte es ja erwähnt.

Freude löst bei mir das heutige Geschehen bei nVidia (NVDA) aus. Ich will ja wieder in die Aktie rein, aber erst bei 80 USD habe ich kein Problem mehr damit.

Nun geht es heute mit Macht abwärts und wir haben nun ein niedrigeres Hoch. Meine "80" bei der 200-Tage-Linie werden vielleicht doch noch wahr. 🙂

Den genauen Grund kenne ich nicht, wahrscheinlich die Abstufung durch Pacific Crest verbunden mit technischen Effekten der Chartstruktur. Aber was auch immer, es ist mir egal. Nvidia ist ein gutes, aussichtsreiches Unternehmen, jetzt muss es nur noch mehr fallen. 😉

So weit für heute, machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Die Gurken kaufen?



Sie sehen an den diversen Artikeln und meiner Präsenz heute, dass ich der aktuellen Stärke eine (potentielle) Relevanz über den Tag hinaus beimesse. Es riecht eher nach dem Ende einer langen Konsolidierung, die nun nach oben aufgelöst wird.

Im voran gegangenen Artikel, habe ich die Lage aus Sicht der Indizes betrachtet und April-Potentiale im idealen, bullischen Fall ausgelotet.

In diesem Artikel, will ich mich der Frage nähern, was man denn dann nun kaufen könnte, wenn man von dieser Bewegung mitnehmen will.

Wie bei jeder Anlageentscheidung, ist auch hier der Zeithorizont und der Kontext wichtig. Nun gehe ich ja davon aus, dass wir hier noch wenige Wochen Stärke bis maximal in den frühen Mai hinein sehen und "dann wars das für den Frühsommer".

Weiter gehe ich wie geschrieben davon aus, dass wir im DAX kein wirklich strukturelles Kaufinteresse internationaler Anleger im Sinne "die Gewinne steigen - ich brauche deutsche Aktien" haben. Sondern dass hier durch ideale Rahmenbedingungen aus China und vom Euro, nun einfach die Chance besteht, dass sich die Überdehnung nach unten (Vergleich zum MDAX) wieder zurückbildet.

Wenn wir mal annehmen, dass meine Sicht auf den Markt im Wesentlichen zutreffend ist, dann haben wir hier ein seltenes Szenario, in dem man mal ernsthaft für ein paar Tage und Wochen nach den Gurken des deutschen Marktes schauen kann.

Nicht um zu investieren und lange zu halten, sondern um kurzfristig den grössten Hub vereinnahmen zu können. Als Trade also und nicht als Investement und traden kann man auch Kühlschränke am Nordpol.

Nun sind "Gurken" ja eigentlich ein "NoGo" und "tiefer geht immer". Diese Regel wurde gerade heute eindrücklich vorgeführt, weil der -> Kohle-Marktführer Peabody Energy Insolvenz angemeldet hat! <-.

Das hätte man sich noch vor einem Jahr kaum vorstellen können, zu stark schien das Unternehmen. Und ich möchte nicht wissen, wie viele sich da bitter die Finger verbrannt haben beim irrigen Versuch, aus einem Buchwert von 0,1 zu schliessen, dass das Unternehmen "billig" sei.

Aber auch Bilfinger zeigt heute wieder, dass Gurken einfach Gurken bleiben. Völlig überraschend wirft der neue Chef Per Utnegaard nach weniger als einem Jahr hin, der eigentlich einen guten Ruf genoss. Schlimmer kann ein Chaos wohl nicht werden und wo Rauch ist, da ist auch Feuer. Lesen Sie hier: -> Utnegaard - was steckt dahinter ? <-

Also um das klar zu stellen. Gurken bleiben Gurken und tiefer geht immer. An der Regel ändert sich nichts und als Investment sind so Werte tabu.

Aber als Trade, kann man durchaus mal schwach werden, wenn die Rahmenbedingungen aussichtsreich aussehen. Und wenn der DAX nun tatsächlich mal seine Unterperformance abbaut und der deutsche Markt mal in Bewegung kommt, werde die "Gurken" davon potentiell stark profitieren.

Wohin kann man dann also schauen?

Erstens die Deutsche Bank - und nach wie vor die Commerzbank. All die Gründe warum nicht, kennen wir doch zu Genüge und die Commerzbank hat uns ja gestern mit dem merkwürdigen Swing nach unten auch mal wieder gezeigt, wie unberechenbar die Dinger sind.

Aber trotzdem, dieses Chart ist schlicht und einfach das einer massiv überverkauften Aktie, die nun einen potentiellen Doppelboden hat und auch den ersten Schub davon weg schon generiert hat. Für ein paar Tage und Wochen Stärke, ist so ein Szenario gut, was danach kommt, interessiert dann nicht:

DB 13.04.16

Unsere Schweizer Mitglieder haben übrigens mit der Credit Suisse ein ähnliches Szenario und könnten das als Proxy für einen opportunistischen Trade nutzen.

Aber auch K+S ist ja im DAX so ein "gruseliger" Fall, dessen mir persönlich zu "bräsiger" (= behäbiger) und "korporatistischer" Chef Norbert Steiner, nun mal endlich unter Druck kommt.

Es ist schon ein starkes Stück, den Inhabern! des Unternehmens einen 40€ Deal mit der Begründung zu verwehren, dass der das Unternehmen nicht ausreichend bewerten würde, um dann einem mehr als 50% Absturz in den kommenden Monaten zuzuschauen.

Seriöses Management geht für mich anders und ganz klar ist für mich, dass die Aktionäre hier am Katzentisch sitzen und von persönlichen, politischen und gewerkschaftlichen Erwägungen im eigenen Unternehmen an die Wand gedrückt werden. Ähnlich übrigens auch bei Kandidaten wie Volkswagen, Salzgitter und Co., die für meinen Geschmack alle viel zu korporatistisch ticken. Dass die Börse das nicht goutiert, kann man leicht an der Kursentwicklung im Vergleich zu Mitbewerbern sehen.

Ich will das Thema hier nicht ausbreiten, dieser Post ist der falsche Ort dafür. Aber ich habe Sympathie für die Mitarbeiter, die sich in Angst um ihren Job natürlich leicht auf die Seite derer stellen, die ihnen Stabilität versprechen. Das ist alles sehr menschlich und den Familien, die da ihre Häuser und ihren Lebensmittelpunkt haben, ist das nicht vorzuwerfen.

Nur wird immer wieder verschwiegen, dass es langfristig nicht funktioniert und dass der Job der am einen Ort um jeden Preis - manchmal sogar mit Hilfe des Steuerzahlers - am Leben gehalten wird, woanders genau deswegen nicht zustande kommt, wo dann ein ebenso Arbeitsloser keinen neuen Job findet.

Die einzige Ursache, warum diese beiden Schicksale nicht berechtigterweise gegeneinander aufgerechnet werden ist, dass der der verliert genau weiss, was er verliert und sich deswegen wehrt. Der der gewinnen würde, weiss es aber nicht und bleibt stumm. Das erzeugt immer wieder eine Dominanz der Beharrungskräfte, die aber langfristig negativ ist. Jobs sind dort sicher, wo gute, innovative Produkte zu konkurrenzfähigen Preisen entstehen. Das ist die einzige Sicherheit, die in einer bewegten Welt existiert.

Und Unternehmen, die solche Produkte herstellen, haben eine langfristig positive Kursentwicklung. Dort kommt das Interesse des Mitarbeiters und des Aktionärs dann wieder zusammen und in solchen Unternehmen sind die Menschen auch oft beides.

Übrigens, wenn unwirtschaftliche Produktionen künstlich am Leben gehalten werden, ist es im grossen Bild eher eine Substitution auf Kosten Dritter und kein Erhalt. Wenn die gleichen Menschen dann auf der Gegenseite stehen, erkennen sie das auch. So aktuell die Mitarbeiter der deutschen Stahlindustrie, die sich zu Recht über Dumping-Preise aus China aufregen, denn dort werden unproduktive Überproduktionen künstlich am Leben erhalten.

Am Leben erhalten, werden sie aber auch dort wie hier wegen der Menschen, die sich vor Jobverlust fürchten. Und auch in diesem Fall, haben die individuellen Chinesen in Provinzen, wo es so schnell keine Arbeitsplatz-Alternative gibt, meine volle Sympathie. Es gibt aber trotzdem keinen Zweifel, dass der künstliche Erhalt im Saldo einen negativen Wert erzeugt.

Was "gerecht" ist, liegen eben auch immer im Auge des Betrachters. 😉

Aber zurück zum Chart von K+S, denn das sieht wie das der Deutschen Bank aus und auch das ist ein Kandidat, für einen kurzen Trade nach oben.

K+S 13.04.16

In diesem Stile gibt es nun am deutschen Markt eine Reihe von "Gurken", die mal einen kurzfristigen Trade wert sein könnten. Was haben Sie noch an Ideen?

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Dollar-Druck



Nichts kann die Macht der Notenbanken besser nachweisen, als das Geschehen im Nachgang der gestrigen FED-Sitzung. Es liegt massiver Druck auf dem Dollar, der seitens FED wohl gewollt war. Und in Folge sehen die US Märkte sehr gut aus, während der DAX unter diesem Gegenwind kaum vom Fleck kommt.

Als wenn der Druck durch den Dollar aber nicht genügen würde, verzerrt dann aber die morgige OpEx auch noch das Bild, so dass der Versuch den breiten Markt zu antizipieren, eher der Versuch ist einen Pudding an die Wand zu nageln.

In solchen Momenten muss man es einfach sein lassen. Ich erinnere an den groben, erwarteten Ablauf, den ich heute früh in -> Tumult im Währungsmarkt <- skizziert habe, der ist immer noch gültig.

Auf jeden Fall sieht man bei EURUSD, welch massiven Schub EZB und FED dort nach oben ausgelöst haben, dessen Auswirkungen wir nun überall in den Kursen sehen.

EURUSD 1 17.03.16

Im grösseren Bild ist aber noch nichts passiert und ich erwarte immer noch eher, dass diese Art Range zwischen 1,05 und 1,15 Bestand haben wird, einfach weil sich EZB und FED letztlich neutralisieren.

EURUSD 2 17.03.16

Denn die EZB kann und wird unmöglich zulassen wollen, dass der Euro nun nach oben durchstartet und ein gewisses Grundmass an Absprachen gibt es zwischen den Notenbanken bestimmt.

Insofern ist das Modell, dass diese Schwäche im Dollar nicht ewig weiter geht, sicher das Naheliegende, mit allen inversen Konsequenzen für die bekannten Asset-Klassen.

Schauen wir weiter auf einzelne Aktien und Sektoren. Denn alles was von einem schwachen Dollar profitieren sollte, insbesondere der Rohstoff-Sektor, tut es heute auch.

Wobei bei Gold heute zu bemerken ist, dass es den Fall des Dollar nicht mehr vollständig mitnehmen kann. Das Risiko, dass hier nur ein "Schluckauf" abläuft, bevor Gold dann eben doch in die überfällige Korrektur fällt, ist weiter sehr hoch.

Gleichzeitig sehen wir aber auch, wie stark die Minen das Metall outperformen. Die Grundhaltung, dass hier ein Boden hinter uns liegt und ein neuer Bullenmarkt wohl begonnen hat, wird dadurch bestätigt.

Besonders Silber zeigt heute massive Stärke, das lange etwas hinter Gold hinterher hing. Das Chart sieht aussichtsreich aus und hängt an der Wegscheide zwischen Doppeltop und markantem Ausbruch, es riecht aber eher nach Ausbruch:

XAGUSD 17.03.16

Auch der Metals & Mining ETF XME hat nun einen Ausbruch vollzogen und wenn der nun nicht sofort wieder abgewürgt wird, ist damit eine Menge Raum nach oben offen:

XME 17.03.16

Der Biotech Sektor ist weiter sehr, sehr schwach im starken Markt. Der IBB testet nun das Tief und nun kommt endweder ganz schnell die "Kavallerie" und es wird ein Doppelboden, oder man muss sich hier ernste Sorgen machen:

IBB 17.03.16

Das ist wieder mal so ein klassischer Moment, wo ein Asset/Sektor "eigentlich" schon attraktiv erscheint, aber trotzdem noch fällt. Der Markt liebt es halt, Bewegungen bis zum Exzess auszukosten und das in beide Richtungen.

Ich persönlich gehe im Bereich Biotech damit dergestalt um, dass ich ganz langsam und bedächtig akkumuliere, schlechtes Chartbild hin- oder her. Das kann ich aber nur, weil ich eine klare Vorstellung von den Positionsgrössen habe und langfristig keinen Zweifel an der grundlegenden Entwicklung. Ein langer Atem ist bei dieser Strategie aber vonnöten, hier geht es um Investment und nicht um einen Trade.

Übrigens, zum Thema -> tiefer geht immer <-, der Marktführer Peabody Energy scheint nun bei Kohle sozusagen als Letzter das Licht auszumachen: -> Kohleriese Peabody kurz vor Bankrott <-

Wie im Artikel schon beschrieben, müssen Sie aber nicht glauben, dass nun keine Kohle mehr gefördert wird. Nein, nur die Aktionäre des rechtlichen Konstrukts "Peabody" werden alles verlieren. Andere werden die Assets aufkaufen und unter anderem Namen weiter führen. Und wenn sie die Namensrechte kaufen, wird das Vehikel sogar wieder "Peabody" heissen und für einen arglosen Beobachter alles so aussehen, als sei nichts passiert. Auch eine Umstrukturierung ist unter Chapter 11 durchaus denkbar. Nur eines steht fest: die Aktien werden aus den Depots wertlos ausgebucht, falls man glaubte hier halten zum müssen, weil der Buchwert so gut aussah. 😉

Auch Linn Energy ist übrigens nun nur noch -> einen Schritt von der Insolvenz entfernt. <-. Nur Freeport McMoran konnte sich dank der steigenden Kupferpreise wieder nachhaltig vom Abgrund entfernen, war aber von den drei im Artikel gezeigten Aktien von Anfang auch die, die von der Insolvenz noch am Weitesten entfernt war. Carl Icahn kann also durchatmen. 😉

IBM setzt seinen Weg "heimlich, still und leise" fort, ein schönes Chart, das von einem "Island Reversal" und beständiger Akkumulation kündet:

IBM 17.03.16

Auch Apple macht auf dem Pfad der Cup´n Handle Struktur weiter wie erwartet, die hier eingezeichnete Trendlinie ist Blödsinn und können Sie ignorieren:

AAPL 17.03.16

Aber auch Hain Celestial, scheint nach kurzer Pause nach oben weiter machen zu wollen, auch hier scheint noch einiges Potential drin:

Hain 17.03.16

So weit für heute, ich wünsche einen schönen Abend.

Ihr Hari

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Lehrer Bömmel und die Kreditkrise

In einer lockeren Reihe von Artikeln - nach "Lehrer Bömmel" aus der Feuerzangenbowle benannt - erkläre ich im Premium-Bereich immer wieder wichtige Zusammenhänge der Finanzmärkte.

Bei den Erklärungen geht es dabei nicht um "wissenschaftliche Exaktheit", sondern darum, Lesern die sich bisher nicht ausreichend mit den Themen befasst haben oder sie nie richtig verstanden haben, auf unterhaltsame Art und Weise ein Gefühl dafür zu vermitteln, worum es wirklich geht. Wer dann tiefer einsteigen will, kann das ja im Nachgang selber tun, Quellen gibt es genug.

Daher orientiere ich die Erklärungen auch immer wieder an konkreten, aktuellen Sachverhalten, so dass sich auch ein konkreter Erkenntnisgewinn damit verbinden kann, der zu besseren Anlageergebnissen führt.

Im freien Bereich hatte ich vor 1,5 Jahren schon beispielhaft einen Artikel aus dieser Reihe. Und zwar die Erklärung, wie "Shorten" eigentlich funktioniert und was eigentlich ein Leerverkauf ist. Lesen Sie hier, falls Sie den Artikel übersehen haben. Der Artikel war der Beginn einer Artikelreihe zum Thema "Shorten".

-> Grundlagen des Shortens - Wat is en Dampfmaschin? <-

Heute nun will ich Sie an einem weiteren Artikel teil haben lassen, der erst gestern im Premium-Bereich erschienen ist. Er adressiert die Frage, wie Aktien sich in einer Kreditkrise verhalten und warum das so riskant ist.

Ich wünsche gute Erkenntnisse!

Ihr Hari

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Lehrer Bömmel und die Kreditkrise



Lehrer Bömmel fragt: Was haben diese drei Unternehmen und Charts gemeinsam?

Peabody Energy (BTU) - Kohle - Kurs-Buchwert-Verhältnis: 0,06

BTU 13.01.16

Freeport McMoran (FCX) - Kupfer, Gold - Kurs-Buchwert-Verhältnis: 0,40

FCX 13.01.16

Linn Energy (LINN) - Öl, Gas - Kurs-Buchwert-Verhältnis: 0,17

LINN 13.01.16

Also, was haben die drei Unternehmen gemeinsam?

Das sind alles drei in der Vergangenheit respektable Unternehmen, die auch jetzt noch auf riesigen Assets sitzen. Hört sich gut an? 😉

Eher schlichten Anlegern, die meinen, aus einem Wert wie dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) einfach so unreflektiert etwas Definitives ablesen zu wollen, müsste nun also das Wasser im Mund vor Vorfreude zusammen laufen.

Nehmen wir mal BTU, die haben riesige Ländereien, die ein Vielfaches des heutigen Marktwertes von nur noch 83 Millionen USD darstellen. Alleine die Cash-Bestände von BTU waren im letzten Quartal noch bei 18 USD pro Aktie und die Aktie notiert nur noch bei 4 USD.

Das ist doch ein Witz!? Sofort kaufen, tolles Schnäppchen?

Nein, eher das Gegenteil: Finger weg! Und warum erklärt nun Lehrer Bömmel.

Denn die wirkliche Gemeinsamkeit der drei Aktien sind nicht "phantastische Buchwerte", sondern ein Hauptprodukt (Öl, Gas, Kohle, Kupfer), das so schnell im Preis auf dem Weltmarkt fällt, dass die Kosten gar nicht mitkommen können. Die Unternehmen verbrennen also im rapiden Tempo Geld - jeden lieben Tag.

Und die weitere Gemeinsamkeit ist, dass die drei Aktien alle schon auf viel zu hohen Schulden sitzen, die auch in einem positiven Umfeld schwer zu bedienen sind. Wenn aber die Preise der Produkte wegbrechen, ist das völlig hoffnunglos.

Und hier, bei den Krediten, liegt das Kernproblem. Denn wenn ein Unternehmen mal für ein oder zwei Jahre deutliche Verluste produziert, ist das ja nicht tragisch, wenn es Geldgeber gibt, die das finanzieren. Geldgeber können Aktionäre sein über eine -> Kapitalerhöhung <-. Es können aber auch Kreditgeber sein, die zum Beispiel Anleihen des Unternehmens kaufen.

Wenn aber die Unternehmen schon riesige Kredite haben und die nicht zurück zahlen können, wer wird dann weitere Kredite geben?

Eben .... Niemand! Und dann droht die Pleite.

Und wenn das vielen Unternehmen droht - und das passiert gerade, weil grosse Teile der Rohstoff-Industrie solche Probleme haben - dann nennt man das Kreditkrise. Und das hasst der Markt wie die Pest, denn wenn Unternehmen Pleite gehen, zieht das einen Rattenschwanz an Folgen nach sich. Geldgeber kippen selber, deren Kredite notleidend werden, Arbeitnehmer verlieren ihre Jobs und die Kaufkraft entfällt usw.

Wenn Sie also verstehen wollen, warum der Markt aktuell so sorgenvoll ist, dann ist das nicht direkt wegen der Entwicklung in China oder dem Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran selber. Nein, es ist - neben anderen Gründen - indirekt wegen der Folgen eines Abrutschens der Konjunktur in China, oder der Ölpreise, die zu weiteren Pleiten wie oben führen und so die westlichen Märkte anstecken. Kreditkrise ist das Stichwort und auch ein starker Dollar befeuert die, weil viele Kredite in Währungen der Emerging Markets so noch schwerwiegender werden.

Jetzt gehen zum Thema "Pleite" unter normalen Bürgern aber unglaubliche viele Halbwahrheiten und Missverständnisse um. Typischerweise stellt man sich unter "Pleite" etwas vor, was alle Werte verloren hat. Also kann eine BTU doch gar nicht "Pleite" gehen, wenn die noch so viel Cash haben und die Ländereien für sich schon ein Vielfaches des Börsenwertes an Wert haben?

Doch, das kann und wird das Unternehmen sehr wohl. Denn "Pleite" heisst auch einfach "Insolvenz", also "Zahlungsunfähigkeit". Und das ist ein Unternehmen, das seine Verpflichtungen schlicht nicht mehr bedienen kann, unter anderem eben die Kredite.

Es ist also ganz wichtig zu verstehen:

Egal wie viel ein Unternehmen real "besitzt" und wie wertvoll seine Assets sind - wenn es diese Assets nicht zu Geld machen kann und wenn es keine Geldgeber findet und seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, ist es Pleite!

Peabody Energy und Linn Energy stehen ganz kurz davor. Freeport McMoran ist noch etwas weiter davon entfernt, aber auf dem Weg. Freeport braucht nun ganz schnell steigende Kupferpreise oder lukrative Verkäufe von Assets.

Und was passiert dann - insbesondere mit Aktionären - wenn ein Unternehmen "Pleite" ist?

Dafür gibt es ein landestypisches Insolvenzrecht, insofern machen Details hier keinen Sinn. Aber es gibt ein grobes Muster und das lautet:

(1) Die (alten) Aktionäre verlieren alles zu 100%. Ihre Aktien werden wertlos ausgebucht und noch schlimmer, nach Ansicht der deutschen Finanzverwaltung, kann man die Verluste noch nicht einmal steuerlich realisieren, weil ja technisch gesehen nichts "verkauft" wurde, sondern bis zum bitteren Ende gehalten wurde.

(2) Die Kreditgeber (Anleihengläubiger) bekommen je nach ihrem Status und ihren Vertragsbedingungen Teile zurück, sie werden also aus der "Insolvenzmasse" bedient.

So kurz und einfach ist die Realität.

Nun dürfte hoffentlich klar sein, warum den Markt ein "sensationeller" KBV von 0,06 bei Peabody Energy nicht mehr interessiert. Es ist eine wertlose Information, die Aktionäre werden trotzdem alles verlieren.

Deswegen fallen Aktien dann so gnadenlos, wenn die Sorge vor einer Insolvenz mal auf die Agenda kommt. Auch bei SunEdison (SUNE) konnnte wir das übrigens beobachten. Fundamentale Argumente zu den Assets und "Aussichten", sind dann schlicht dummes Gerede von Ahnungslosen. Pleite ist Pleite und die Aktie wertlos. Punkt.

Nun kommt es aber noch schlimmer. Denn diese Unternehmen wie Peabody Energy, haben ihre wertvollen Assets ja tatsächlich, die sind ja nicht gelogen, sie können halt dadurch nur die Insolvenz nicht verhindern.

Und das Insolvenzrecht der meisten Staaten hat wegen der Arbeitsplätze in der Regel eine "Fortführungspräferenz". Sprich, das Recht tut viel dafür, dass die Unternehmen unter neuem Mantel weitergeführt werden, damit die Arbeitsplätze und manchmal auch aus staatlicher Sicht strategischen Technologien nicht unter gehen. Das nennt man dann in Deutschland eine -> Auffanggesellschaft <-.

Und das funktioniert im Prinzip so, wie damals bei General Motors (GM), in dem eine Peabody II, eine Linn II und eine Freeport II gegründet werden, die aus der Insolvenzmasse Assets des alten Unternehmens übetragen bekommen oder zum Insolvenzpreis kaufen. Oft ist dabei auch ein Deal mit den alten Kreditgebern beteiligt, nach dem Motto: "Wollt Ihr Anteile an einem neuen Anlauf, oder wollte Ihr lieber alles zu Schrott gehen lassen". Meistens nimmt man dann lieber die Anteile.

Diese Freeport II ist rechtlich völlig von der alten Freeport getrennt. Aber viele der Grossaktionäre wie ein Carl Icahn, haben durchaus Chancen - je nachdem wie Ihre Verträge aussahen und wie sie sich abseits der reinen Aktien abgesichert haben - sich unter Verlusten in die neue Gesellschaft zu retten. So ist für diese Spieler zwar viel verloren, aber nicht alles und die Chance zur Wiedergutmachung ist da.

Nach einer Schamfrist geht die Freeport II dann auch wieder an die Börse (auch wie GM) und ein Aussenstehender, der nicht aufgepasst hat fragt sich: Waren die jemals weg, die machen doch immer noch das Gleiche? Selbst die Namensrechte der Produkte wurden doch übernommen!

Nur eine Gruppe steht mit Null da. Die alten Gesellschafter (Aktionäre) ohne besondere Absicherung und ohne Chance, an der neuen - typischerweise erst einmal nicht börsennotierten - Auffanggesellschaft mitzuwirken.

So ....

Jetzt hat Ihnen Lehrer Bömmel hoffentlich klar gemacht:
(1) Warum Aktien ins Bodenlose fallen, wenn die Insolvenz auch nur gedanklich ins Spiel kommt.
(2) Warum fundamentale Argumente wie Buchwert dann keinen Wert mehr haben.
(3) Warum man also - egal wie "solide" ein Unternehmen aussieht - immer raus muss, wenn sich so etwas in Bewegung setzt.
(4) Warum der Markt aktuell so nervös ist und warum immer weiter fallende Öl- und Rohstoff-Preise, zu einem ernsthaften Problem für die Märkte werden.

Ich hoffe es war ein wenig lehrreich für alle, denen diese Sachverhalte bisher nicht so klar waren.

Ihr Lehrer Bömmel (Hari)

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Kohle, Aixtron und Goldminen – Tiefer geht immer

Am 23.04.15 hatte ich im Artikel -> Tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss <- am Beispiel Kohle deutlich erklärt, warum so viele Anleger immer wieder und immer wieder völlig sinnlos ihre Zeit mit tief gefallenen Aktien vergeuden.

Ich zitiere noch einmal, weil es so wichtig ist:

Und trotzdem, trotz all der Börsenregeln und Wiederholungen, wird dieser Fehler immer wieder und immer wieder begangen - einfach weil sich Menschen für klüger als der Markt halten. Und weil etwas, das sehr tief gefallen ist, auf den ersten Blick "billig" erscheint und bei unbedarften Anlegern laut "kauf mich" schreit.

Dahinter steht eine ebenso menschlich instinktive, wie grottenfalsche Interpretation von dem, was Kurse sind. Bei breiten Indizes kann man sehr wohl davon ausgehen, dass diese im Sinne "Mean Reversion" irgendwann von einem Extrem wieder auf einen Mittelwert zurück schwingen. Zumindest solange die Welt nicht untergeht. Aber auch bei Indizes kann das Jahre und manchmal ein Jahrzehnt dauern und insofern ist es auch da riskant, darauf blind zu wetten.

Bei einzelnen Aktien und selbst ganzen Sektoren, kann man aber selbst davon nicht ausgehen und es verschwinden weit mehr Unternehmen und auch Sektoren im Vergessen und fallen ins Bodenlose, als wir in der oberflächlichen Wahrnehmung glauben. Ich könnte endlose Beispiele dafür anführen und mit dem Thema Kohle bringe ich gleich auch noch einen prägnanten Fall.

Achten Sie übrigens mal darauf, was in den Medien, die die privaten Anleger bedienen, immer die beliebtesten Spekulationen sind. Es sind ganz oft die "gefallenen Engel" des letzten Börsen-Zyklus, die so vermeintlich "billig" erscheinen. Dummerweise ist es erstaunlich selten so, dass die Favoriten des letzten Zyklus sich dann im folgenden Zyklus komplett erholen. Viel erfolgsträchtiger ist es dagegen, in einem neuen, typischerweise mehrjährigen Börsenzyklus, die neuen Favoriten zu identifizieren und auf die zu setzen, statt mit den alten Favoriten am Boden herum zu "gründeln" und auf den nie so richtig kommenden Rebound zu warten.

Dieses Verhalten beruht auf dem schon oben im genannten Artikel besprochenen "Referenzeffekt" in unseren Hirnen. Wir empfinden einen Kurs mit einer weit höheren Referenz in der Vergangenheit, instinktiv als "sicherer" und "chancenreicher", als einen Kurs, der auf Höchstständen notiert, weil er Teil eines starken Aufwärtstrends ist. Dabei ist das eine völlige Fehlinterpretation von dem was Kurse sind und es ist zu oft in der Realtität genau anders herum!

Wie stark diese völlig fehl geleiteten Reflexe bei vielen Anlegern sind, kann man auch aktuell wieder wunderbar am Fall Aixtron sehen. Was tanzen Anleger derzeit um die Aktie herum, die in den letzten Jahren nur durch eine Enttäuschung nach der anderen aufgefallen ist. Schaut man auf Nachrichtendienste und Börsenmedien, scheint Aixtron zu den am meisten diskutierten Aktien zu gehören. Warum aber gerade so eine -> "Honigfalle" <-, bei der eher wenig zu holen ist?

Warum nicht statt dessen die unzähligen, super starken Momentum-Aktien, die seit Jahren nur steigen? Wir haben in der Community in unserem letzten Teamprojekt "Sicherheit durch Wachstum" alleine 70! Aktien identifiziert, von denen jede attraktiver und aussichtsreicher erscheint, als Aixtron aktuell.

Und schon vor über 3 Jahren, habe ich in Artikeln wie -> Aixtron - ein Management im Blindflug <- oder -> Die Lage im LED Anlagenbau <- die Aktie im wahrsten Sinne des Wortes für mich "abgehakt" und dann nie mehr beachtet. Und das war mehr als gerechtfertigt, wenn man sich die folgende Entwicklung anschaut. Es sage also niemand, die eher traurige Kurs-Entwicklung sei nicht absehbar gewesen.

Was also macht Aixtron nun derzeit für Anleger interessant? Objektiv kann ich persönlich dafür keinen Grund erkennen. Nur eben, wie oben beschrieben, den völlig fehlgeleiteten psychologische Ankereffekt, der einem einflüstert, dass etwas das stark gefallen ist, ja auch wieder steigen "muss".

Was für ein Quatsch! Steigen "muss" am Markt gar nichts und der Markt ist klüger als wir und wenn eine Aktie so tief steht, hat das in der Regel gute Gründe.

Schauen wir doch noch einmal auf Kohle. Wer mir im April nicht geglaubt hat und Peabody Energy bei 4,87USD nun "billig" fand, findet sich nun 3 Monate später ca. 75% tiefer bei 1,13 USD wieder. AUA!

BTU 21.07.15

Und wohin das am Ende führen kann, hat gerade erst die lange für solide erachtete Walter Energy vorgemacht, die nun in die Insolvenz geht und für die Aktionäre wohl wertlos verfallen wird. Exitus!

Ach ja, dann haben wir ja gerade noch so ein Thema. Gold und die Goldminen. Ob die nun "billig" sind, ist auch offen und klar ist auch, dass es im Sektor wohl auch bald einige Pleiten geben wird.

Nun werden nicht alle Goldminen vom Markt verschwinden und insofern werden die, die dieses Armageddon überleben, am Ende auch wieder nach oben ziehen. Nur wer überlebt, das ist die grosse Frage, die man von aussen nicht beantworten kann.

Und bevor sich diese Frage stellt, muss es wohl erst noch schlimmer kommen, bevor es besser kommen kann und Gold im dreistelligen Bereich ist zumindest temporär zu erwarten. Warum also soll man nun mit so einem Sektor seine Zeit vergeuden, wo andere Sektoren parallel boomen? Die Antwort steht wieder oben im Zitat, nur im Spiegel sich selber erkennen, das muss man schon selber.

Wer also wissen will, warum so viele Privatanleger an der Börse auf keinen grünen Zweig kommen, finden in der Selbstüberschätzung, mit völlig untauglichen Mitteln klüger als der Markt sein zu wollen, einen ganz wesentlichen Grund.

Und so stellt sich die Frage, ob so ein Chart wie das von Yamana Gold (AUY) nun "billig" ist:

AUY 21.07.15

Meine klare Antwort darauf ist erneut: Tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss!

Sicher, vielleicht dreht die Aktie bald und setzt ihren Weg ins Nirwana nicht fort. Aber gäbe es aktuell dafür ein Indiz, würde man das am Kurs sehen, denn der Markt weiss mehr als wir und reagiert darauf schneller als wir. Und sicher, der Sektor ist extrem überverkauft und nun für eine scharfe Gegenbewegung überreif. Aber überverkauft ist Peabody Energy schon lange und was nützt es?

Warum also, sollte man sich nun mit so Aktien abgeben? Und warum bilden sich immer wieder Anleger ein, hier eine Glaskugel zu besitzen?

Wer erfolgreich ist, konzentriert sich statt dessen am Markt auf die Dinge, die schlicht funktionieren. Wer dagegen immer klüger als der Markt sein will und meint es besser zu wissen, fühlt sich zwar eine Zeit lang als "toller Hecht", wird aber am Ende scheitern.

Das eigene Ego pinseln oder demütig dem Markt folgen und Erfolg haben - das sind die Alternativen, die zur Auswahl stehen.

Wählen Sie!

Ihr Hari

PS: Hier findet sich ein aktuelles Interview mit mir: -> Ausführliches Interview mit Cortent <-

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Hari Live – Archiv 28.06.15 – 04.07.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 28.06.15 - 04.07.15

Freitag 03.07.15 15:20 - Ruhe vor dem Sturm

So liebe Mitglieder, das ist mein letzter, kurzer Beitrag diese Woche. Sie sehen ja selber, dass am Markt wenig los ist und wir die Ruhe vor dem Sturm am Montag haben.

Eine kleine, nette Trading-Chance gab es bei K+S gestern, ich habe mich sowieso gefragt, warum der Markt da noch einmal unter 37€ als Kurs zulässt, denn Potash hatte ja klar gesagt, dass sie bereit sind nachzulegen und so ist K+S heute wieder 5% höher und die Chance verfrühstückt. Wobei ich davon ausgehe, dass das auch noch etwas höher gehen kann und Potash sich am Ende durchsetzt. Aber der mögliche Hub ist auch nicht mehr so gross, dass man deswegen innerliche Kopfstände machen muss. Das Thema ist aus Anlagesicht für mich abgehakt, für die Mitarbeiter und Region, geht es jetzt aber erst richtig los.

Eine Sache kann man heute in der oberflächlichen Ruhe schon sehen. Und das ist, wie sich die Marktteilnehmer absichern. So kriecht der VDAX zum Beispiel heute weiter hoch, obwohl es von den Kursbewegungen des Tages her, dafür keinen rechten Grund gibt. Gleichzeitig bröseln die Indizes selber ganz leicht.

Die Ursache davon ist natürlich die erwartete Volatilität am Montag und das macht nun Absicherungs-Positionen via Optionen und Puts immer teurer. Wer solche Absicherungen also nicht schon hat, sollte nun lieber echten Cash erhöhen, als noch Puts zu kaufen, die sind einfach zu teuer.

Für den Montag ist es auch wichtig, diesen Effekt zu verstehen. Denn das was wir hier erleben ist so eine Situation, in der sich nun jeder in Ruhe vorbereiten kann. Was bedeutet, dass jeder professionelle Anleger, dessen Gehirn nicht aus einer Pampelmuse besteht, sich nun auf die eine oder andere Art und Weise vorbereitet, abgesichert und/oder seine Positionen gehedged hat.

Das bedeutet aber auch, dass eine initiale, negative Reaktion vielleicht gar nicht mehr so negativ ausfallen wird, wie man ohne dieses Hedging im Vorfeld befürchten müsste. Umgedreht bedeutet es aber, dass Put Optionen in einem durch ein "JA" potentiell stark steigenden Markt, doppelt und dreifach verlieren werden, weil auch die Volatilität dann stark zurück kommt.

Machen Sie sich das bitte klar und seien Sie dann nicht böse überrascht, wenn ihre Puts am Montag noch übler verlieren sollten, als es durch steigende Kurse sowieso zu erwarten war. Wer jetzt noch nach Absicherung sucht, sollte also eher echten Cash erhöhen oder Index-Shorts von CFDs nutzen, die die Volatilitäts-Thematik nicht haben.

Summa Summarum kann man also sagen, der Ausgang am Sonntag ist offen, aber der Markt hatte genügend Gelegenheit, sich für einen negativen Ausgang vorzubereiten und das kann man klar heute an den Bewegungen erkennen. Ein Szenario, nach dem ein erster scharfer Einbruch sofort aggressiv gekauft wird, ist also keineswegs unwahrscheinlich.

Viel mehr haben wir aber nicht. Wer zocken will mag zocken, rational wäre aber, hier eine zum Markt neutrale Haltung einzunehmen, wie ich schon in der Frühe geschrieben habe.

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Hari Live – Archiv 14.06.15 – 20.06.15

Premium gross

Hari Live - Archiv 14.06.15 - 20.06.15

Freitag 19.06.15 17:00 - Wochenabschluss

So liebe Mitglieder, eine für mich sehr harte Woche neigt sich dem Ende zu. Was die Börse dazu beigetragen hat, haben Sie erlebt. Aber auch privat war allerlei los.

"Habe fertig" um mit Trappatoni zu sprechen und ich freue mich auf das Wochenende, an dem ich mal nicht viel schreiben werde, wie am letzten Wochenende.

Zu Tsipras und Co. ist alles gesagt und der Anfang kommender Woche wird wieder volatil und spannend. Ein Wort möchte ich noch zu unserem Team-Projekt verlieren.

Ich freue mich sehr über die Beteiligung und wir haben schon eine ganze Reihe richtig toller Aktien dabei. Ich bin froh, dass ich das Thema angefangen haben und danke für die bisherige Teilnahme.

Bis Sonntag Abend kann aber jeder noch einmelden und wir müssen keineswegs bei 50 aufhören, da geht also noch was.

Zu den weiteren Schritten melde ich mich dann kommende Woche, Sie können sich aber schon jetzt darauf einrichten, dass der Prozess noch einige Zeit dauern wird. Das liegt daran, dass wir den Prozess über ein Forum organisieren, was bei jedem Schritt Wartezeiten erfordert, bis jeder gelesen und reagiert hat. Wären wir alle in einem Raum, könnten wir das Gleiche in ein paar Stunden machen, was wir nun in vielleicht 2 Wochen erledigen werden.

Aber daran ist ja nichts Schlimmes, wir gehen einfach ganz ruhig Schritt für Schritt vor und unsere Absicht ist ja nicht, möglichst schnell zu sein, sondern ein möglichst gutes Depot mit 10 Aktien-Champions zu erzeugen.

Übrigens, falls Sie es nicht schon wissen, diese Thematik von Firmenbewertungen, die Sicht auf Geschäftsmodelle, Management und Finanzzahlen, ist meine Kernkompetenz. Die Markttechnik dagegen, habe ich mir als Autodidakt über die Jahre selber beigebracht und Erfahrung gesammelt. Das Thema von Firmenstrategie und Geschäftsmodellen aber, begleitet mich schon seit ich ins Management gekommen bin.

So war ich ja zum Beispiel der Vorstandschef einer IT-Holding, die Firmen zugekauft und verkauft hat. Und war später als Berater direkt an M&A Operationen von deutschen, börsennotierten Unternehmen beteiligt. Wenn Sie im letzten Jahrzehnt mal in deutschen IT Aktien waren, die dann von der Börse genommen oder fusioniert wurden, kann es also sein, dass ich "auf der anderen Seite" dabei war.

Warum ich trotz meines Wissens und dieser Kernkompetenz der Markttechnik so eine hohe - wenn auch nicht ausschliessliche - Bedeutung zukommen lasse, habe ich im Artikel -> Gedanken zum langfristigen Vermögensaufbau und zum Zerrbild des Value-Investing <- ausführlich dargestellt. Denn gerade weil ich genau weiss, was für eine kompetente Firmenbewertung notwendig ist, weiss ich auch, was für einen guten Job der Markt dabei macht und wie arbeitsaufwendig das ist.

Mit unserem gemeinsamen Projekt möchte ich Ihnen ein klein wenig von diesem Wissen weiter geben, in dem ich nun mit Ihnen auf Aktien schaue, wie das ein Investor auch tun würde. Wobei das was wir machen, natürlich nur ganz dünn an der Oberfläche kratzen wird.

Aber trotzdem wird es für die meisten von Ihnen ein Selektionsprozess sein, wie sie ihn in dieser Konsequenz vielleicht noch nicht erlebt haben. Und ohne Arbeit und Recherche geht es halt nicht.

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