Hari Live Stream 16.06.21

Die Ruhe vor Jerome? ZH2

Ganz langsam beginnnt nun ein "langer Tag", der in Sachen Stream bis 22 Uhr MEZ andauern wird. Denn später um 20 Uhr bzw 20.30 Uhr mit Jerome Powells Pressekonferenz kommt die FED und die könnte dieses Mal durchaus Katalysator für Bewegung sein.

Katalysator, weil inhaltlich muss man wohl nichts befürchten und Jerome Powell wird länglich das Wort "transitory" in Sachen Inflation benutzen. Aber was der Markt zum Quartalsende daraus macht, das ist die Frage!

Schauen sie mal heute die Futures, ein Strich seitwärts, jegliche Volatilität ist verschwunden, so als ob alle den Atem anhalten:

Ich werde auch ganz langsam beginnen, bis 18 Uhr nur wenige Posts, dann mache ich eine Pause zum Abendessen und ab 20 Uhr wird es dann ziemlich sicher bewegter werden, selbst wenn die FED inhaltlich nichts Neues sagt, wovon ich wie gesagt ausgehe.

Aktien des Tages ZH3

Sunrun (RUN)

Wende im Gange?

Centene (CNC)

Ein belastendes Gerichtsverfahren nähert sich dem Ende:

So richtig bedeutend wird es aber im Monthly:

Enphase Energy (ENPH)

Ähnlich wie RUN, auch ENPH mit Chance auf Bodenbildung und Wende:

Maxar Technologies (MAXR)

Bei kleineren Aktien wie der Raumfahrtaktie MAXR reicht ein -> Goldman Buy Rating <- um 14% Plus zu generieren:

Asana (ASAN)

Wer oder was ist Asana? Ein IPO aus letztem Herbst mit Software zur Verwaltung von Teamprojekten.

Ich tue mich bei so ERP-Lösungen immer schwer zu sehen, was da das Besondere ist, weil ich Software für solche Aufgaben schon so oft gesehen habe.

Aber irgendetwas scheint Asana zu haben, sonst sähe das Chart nicht so aus:

Siemens Energy (ENR)

Bei ENR wird der -> vorgestern hier <- avisierte Doppelboden immer wahrscheinlicher:

Der VIX vor der FED ZH5

Der Volatilitäts-Index VIX ist vor der FED auf Ruhe-Niveaus, die seit Covid nicht mehr erreicht wurden. Historisch ist es aber durchschnittlich, das war schon viel tiefer:

FED um 20 Uhr MEZ

Genau -> hier <- unter dem folgenden Link, dürfte um 20 Uhr das Statement aufrufbar sein.

Ich habe die Daten des letzten Meetings nach dem Namensschema für den heutigen Tag ersetzt:
https://www.federalreserve.gov/newsevents/pressreleases/monetary20210616a.htm

Typischerweise dauert es ein paar Sekunden Serverlaufzeit über den Atlantik und während wir warten, reagieren die Algos an der Wallstreet schon auf die Worte.

Wir müssen aber darauf nicht zu viel geben, wie zuletzt auch bei den Arbeitsmarktdaten zu sehen ist die unmittelbare Reaktion oft falsch, weil das nur "First-Level-Thinking" darstellt. Eine intelligentere Interpretation führt danach oft zu ganz anderen Schlußfolgerungen.

Heute wird vermutlich auch Powells Pressekonferenz wichtiger werden als ein Statement, in dem kaum Neues stehen dürfte. Sie wissen schon, "transitory" und so. 😛

Ich melde mich dann kurz nach 20 Uhr wieder, ein paar wilde Swings erscheinen heute denkbar, je nachdem welche Worte dann ab 20:30 Uhr fallen.

Eine passende Beschreibung der Ausgangslage hat auch -> JDP hier <-

Market action should be mixed until the Fed announcement, and then we will dance around as the news is digested. The market has a general inclination to react favorably to the Fed, and Jerome Powell has become quite adept at giving market participants what they want, but there is some risk that the wrong word or tone of voice will cause a market reaction.

Bis denne

Zuversichtliche Signale aus Genf

Die Nachrichten aus Genf machen etwas Zuversicht. Ich reagiere damit nicht auf das was zum Inhalt gesagt wurde, wir wissen sowieso nicht was hinter den Kulissen gesprochen wurde und Pressekonferenzen bringen da auch nicht weiter.

Aber es sind die kleinen Signale davor, währendessen und danach, die von einem respektvollen, konzentrierten Termin ohne Illusionen künden.

Was für ein Kontrast zu anderen Terminen mit Putin, dieses Mal hat er nicht den "Lümmel von der letzten Bank" gegeben und das ist auch ganz körperlich gemeint, wer Putin schon öfter beobachtet hat weiss, wie gerne er in einem Sessel "fläzt" wenn es ihm zu gut geht oder er gelangweilt ist. Pünktlich war er auch, gezwungenermassen, weil die abgesprochene Choreographie keine Chance für Macho-Spielchen bot.

Natürlich sieht Putin sich gerne als Vertreter einer "Supermacht" und wenn ihn das glücklich macht, kann ihm ein kluger Gesprächspartner dieses öffentliche Bonbon auch geben, wichtig ist es schon alleine, weil dieser "Respekt" seine innenpolitische Macht absichert, denn schwach darf er da nicht erscheinen.

Es war einfach grobe Dummheit von Obama das Wort von der "Regionalmacht" in abschätziger Art und Weise auszusprechen, es ist abseits der Atomraketen zwar zweifelsfrei wahr, Russland "wetteifert" an Italiens Wirtschaftsleistung heranzukommen und sein kultureller Einfluß geht von alten russischen Gebieten abgesehen außerhalb der eigenen Grenzen gegen Null, aber Russland hat halt Massen an Atomraketen und eine überdimensionierte Armee und das würde selbst Obervolta zu einem Faktor in der Weltpolitik machen, am ansonsten lächerlichen Nordkorea ja auch zu bewundern.

Klar sichtbar war auf jeden Fall das Bewusstsein, es bei Bidens Administration nun wieder mit "Profis" zu tun zu haben, die wohl gewählten Worte künden davon, dass dieser Termin in mehrfacher Hinsicht auf beiden Seiten ernst genommen wurde. Obamas Arroganz konnte Putin nicht ertragen, Trump dürfte er eher verachtet haben, seit Bush Junior dürfte der alte Kampfpilot und Familienmann Biden auf der charakterlichen Seite noch relativ am Besten auf Putin wirken.

Für uns sind das gute Nachrichten, eine distanzierte, aber respektvolle und vor allem kontrollierte Beziehung ist viel besser für alle, als "The Donalds" Torheiten, den Putin im stillen Kämmerlein kaum für voll genommen haben dürfte. Bei Biden ist es anders herum, "man kennt sich" und das ist gut so.

Ich habe Bidens Pressekonferenz noch nicht gesehen, gehe aber davon aus, dass Putins kommunizierter Respekt zurückgegeben wird, Biden ist nicht der Typ der permanent bellt wie Trump, was ihn weltpolitisch ernstzunehmender macht, wenn er knurrt.

Aus Sicht der US besteht ein hohes Interesse daran, dass Russland seinen eigenen, autonomen Weg geht, statt zu stark in den Einfluß Pekings zu geraten. Und hinter der Fassade der Bruderschaft weiss Putin natürlich auch, dass er neben Peking keinen gleichberechtigten Status bekommen kann - die imperiale Geste Chinas wird ja immer lauter und die -> asiatische Grenze zwischen beiden Ländern ist lang und voller potentieller Konflikte <-.

Ich denke dass genau das der Subtext dieses Meetings war, natürlich äußerst genau von Peking beobachtet. Wie fixiert das Lager von Xi nun schon auf das "große weltpolitische Ringen" ist zeigt -> diese "Karikatur" <-, die im völlig vom Staat kontrollierten chinesisch-medialen Umfeld nie ohne den Segen der Staatsführung erscheinen und positiv kommentiert werden würde.

Man fühlt sich so stark sich Häme herausnehmen zu können, das ist hier der Subtext und der verheisst nichts Gutes für die Welt.

Fazit:

Das Treffen macht aufgrund seiner Professionalität und des dahinter stehenden Subtextes im Sinne distanzierten Respektes ohne Illusionen verhaltene Hoffnung, dass die Situation sich stabilisieren kann, weil man Interessen sinnvoll absteckt.

Für Russland und Putin steht nun im Raum, wie man sich gegenüber China positioniert. Sicher würde Putin Russland gerne als dritte, unabhängige Macht darstellen, die sich mit Niemandem gemein macht, das erscheint aber aufgrund der russischen Schwäche abseits des Militärischen auf Dauer unrealistisch.

Wenn die Hitze steigt wird der Tag kommen, an dem Russland Farbe bekennen muss - bis dahin wohnen wir einem geopolitischen Strategiespiel bei. Ein Strategiespiel dass sich grundlegend ändern würde, wenn der geopolitisch schlafende Riese Westeuropa erwachen würde, das sehe ich aber überhaupt nicht im nächsten Jahrzehnt, dazu fehlt es inbesondere in Deutschland der politischen Kaste an allem, schon alleine am geopolitischen Bewusstsein, das Putin ohne jeden Zweifel hat und Biden und Xi ebenso.

Upps! ZH2

-> Most officials now expect to raise rates by the end of 2023, rather than hold them near zero <-

Das wollte man nicht hören, da ist die Tapering-Diskussion, die ich für diesen Sommer auf dem Radar hatte. Und die Reaktion ist auch klar:

Allerdings kann es gut sein, dass auch hier und heute die Erstreaktion falsch sein wird, erst der Schreck und dann die Relativierung von Powell wäre der typische Ablauf, der die Kurse dann drehen lässt.

Man kann auch argumentieren, dass eine Erwartung mal in 2023 vielleicht die Zinsen zu erhöhen nun wirklich keine Überraschung ist und kein Problem. Ich würde diese Nachricht jetzt auf jeden Fall nicht zum Anlaß nehmen gleich alles zu verkaufen. Mal sehen was Powell so redet.

Voller Retest bei den Bonds ZH3

Voller Retest bei den Bonds *jetzt* - alle Augen auf Powell.

Man kann schon jetzt sagen, dass mein Riecher zutreffend war, der heute Abend mehr als ein erneutes "Null-Event" im Radar sah. Da gibt es jetzt einiges zu diskutieren und einzupreisen:

EURUSD Doppeltop? ZH4

Während die EZB jeglichen Gedanken an Zinserhöhungen weit von sich weist und die Geldpolitik lieber als Ersatzregierung im Sinne "Green-Bonds" und "Diversity" sieht, wird bei der FED über höhere Zinsen zumindest zart nachgedacht.

Schon alleine das reicht natürlich aus, das Gewicht der Weltwährungen zu verändern, ein Dollar mit höheren Zinserwartungen ist ein stärkerer Dollar und damit fällt EURUSD.

Da von der EZB hier keinerlei Gegenwehr zu erwarten ist, sind die Chancen nun gut, dass sich die neutrale Lage in Richtung eines Doppeltops aufgelöst hat und EURUSD mittelfristig wieder nach unten zeigt:

Well into the Future! ZH1 ZH3

Powell hat sich an den typischen Ablauf gehalten und das Thema herunter geredet, meine Erwartung oben in "Upps" formuliert war:

Allerdings kann es gut sein, dass auch hier und heute die Erstreaktion falsch sein wird, erst der Schreck und dann die Relativierung von Powell wäre der typische Ablauf, der die Kurse dann drehen lässt.

Powell hat Sätze gesagt wie:

“The dots are not a great forecaster of future rate moves ... it’s because it’s so highly uncertain. There is no great forecaster -- dots to be taken with a big grain of salt,”

oder

"Lift-off is well into the future. We’re very far from maximum employment, for example, it’s a consideration for the future.”

Und so weiter und so weiter. Und so sieht das dann Intraday aus:

Ich kann damit meinen Stream schliessen, das wars dann für heute wohl eher. Das Ergebnis betrachte ich als eher positiv für den Markt.

Warum?

Nun ja, weil das mit Erwartungen so eine Sache ist. Wenn man etwas am Horizont befürchtet, wird es groß und gefährlich und irritiert.

Wenn es dann benannt wird wie aktuell (vielleicht ab 2023), gleichzeitig aber noch weit weg ist und selbst das relativiert wird, wird die dunkle Wolke der Erwartungen berechenbar und löst sich auf.

Die nächsten Tage sind weiter wackelig, etwas Schwäche wäre historisch völlig normal und erwartet, wir haben diese Woche OpEx und nächste Woche das Quartalsende mit Rebalancing der Institutionellen.

Für den Juli-Beginn kann man in meinen Augen nun aber optimistischer sein als vor der FED, weil das Thema "Tapering" wurde nach meiner Vermutung heute eher abgeräumt, als verschärft.

Rechnen wir also noch mit einigen Tagen Gezappel und haben dann die kleine Chance im Auge, die sich zum Beginn des 3. Quartals gerne im Juli zeigt.

Das ist mein Fazit des heutigen Tages, SPX 4.400 ist im positiven Fall im Laufe des Juli durchaus vorstellbar. Nicht sicher, aber als "best case" zumindest realistisch vorstellbar und das ist doch auch schon was, in einem bärischen Markt würde ich das nicht sagen:

Und wir haben bisher keine wirklich bärischen Signale in Folge der FED, eher einen Markt der Stabilität signalisiert und resilient auf die Headlines um Zinserhöhungen reagiert hat.

Machen sie es gut, bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Until it matters II



Guten Morgen!

Gestern habe ich "until it matters" geschrieben und heute frage ich mich das noch stärker. Nun steht wohl auch -> Sicherheitsberater McMaster vor dem Abschuss <- und von Stabschef Kelly wird ähnliches gemunkelt.

Damit verschwindet einer nach dem anderen der gemässigten "Erwachsenen" aus dem Weißen Haus, Trump scheint Boden unter den Füßen zu spüren, wie das schon der Reuters Artikel vorgestern vermittelt hat. Die Folge davon ist, dass Trump sich in klassisch autokratischer Manier nur noch mit Ja-Sagern umgibt. Das ist wie gesagt das Verhalten eines Mafia-Bosses, dessen Ring man entweder auf Knien küsst oder man ist im übertragenen Sinne ein toter Mann - you´re fired. Schauen Sie zu anderen Autokraten in der Welt und Sie werden das gleiche Muster finden, kritischer Geist im Umfeld unerwünscht - wobei dabei Putin scheinbar wohl noch am "offensten" ist und sich mit unterschiedlichen Ratgebern umgibt, er lebt ja aber auch davon, dass er unterschiedliche Strömungen in den Machtzirkeln des Kreml austariert.

Mich macht das zunehmend pessimistisch was die weitere Entwicklung der Welt angeht, wir treten in eine Phase immer schärferer Konflikte ein, von denen einer irgendwann mal "explodieren" wird.

Sie wissen aus meinen Kommentierungen seit Herbst 2016, das ich alles andere als ein pauschaler Trump-Hasser bin. Ich trenne gedanklich zwischen seiner Politik und seinem Charakter. Seine Politik ist von der Richtung her nach all den Jahren des Obamaschen Zögerns wohl unvermeidlich und bringt auch Positives hervor. Wenn man einige überzogene Spitzen kappen könnte und etwas "erwachsener" an seine Themen heran gehen könnte, gäbe es gar nicht so viel Grund zur Klage, wir sehen eine legitime und in Teilen wohl notwendige Richtungsänderung der US.

Sein auf Konfrontation und Egozentrik ausgelegter Charakter aber - alles dreht sich nur um den Sonnengott in ihm - droht das alles zunichte zu machen. Selbst die -> US Handelskammer <- warnt nun vor weiterer Eskalation, namhafte Personen der Republikaner schon länger.

Klar auch die haben Eigeninteressen, aber das sind auch nicht alles nur Idioten und es sind vor allem keine Anhänger der Demokraten und trotzdem machen sie sich Sorgen. Man sieht daran, dass Trump dabei ist eine Menge mehr zu zertrampeln, als nur ein paar Verträge und das macht Sorge.

So schwierig es ist, diese Welt kann nur noch mit einem kooperativen, multilateralen Ansatz funktionieren, davon bin ich fest überzeugt, auch wenn ich wahrlich kein "Globalist" bin, der es erstrebenswert findet alles in einem großen Schmelztigel in einer grauen Masse zu verquirlen. Eine Welt unterschiedlicher Kulturen friedlich nebeneinander, die ihre Unterschiede im positiven Sinne pflegen, weil aus Vielfalt Stärke erwächst, das ist mein Bild einer erstrebenswerten Welt, wie auch das einer "richtigen" EU.

Auch in der EU ist die Gleichmacherei viel zu weit fortgeschritten und der Irrglaube daran, mit zentralistischen, planwirtschaftlichen Festlegungen Europas Einheit zu manifestieren, ist viel zu tief in den Köpfen des Brüsseler Apparats, als das der noch reformfähig wäre. Insofern ist die Darstellung des Disputs in EU-Befürworter und EU-Gegner erneut falsch und entlang der falschen Linien, denn auch jemand wie ich schätzt die EU, nur bitte eine mit anderem Ansatz.

Vielfalt ist Stärke und Unterschiede sind etwas Positives, weil sie zu Wettbewerb im positiven Sinne führen. Diese Denkschule hat es schwer, viel beliebter ist der zentralistische Ansatz, der die Bürger von oben herab beglückt.

Aber auch diese Stärke durch Vielfalt Seit an Seit kann nur durch kooperatives, multilaterales Verhalten gewonnen werden und nicht durch die auf reinen Machterhalt ausgelegten Spielereien der Autokraten, die nun die Welt bestimmen.

Ich bin wirklich ein positiver Mensch und glaube an die Fähigkeit der Menschheit, sich gegen alle Widerstände den Weg zum Besseren zu bahnen. Um mit Yoda zu sprechen:

Das sollte man im übertragenen Sinne verstehen, auch Pessimismus ist schneller, leichter, verführerischer. Er macht passiv und ersetzt Handeln durch Jammern. Weit schwieriger ist es, mit Mut und Energie so lange auf das Schicksal einzuschlagen, bis es nachgibt. Jammern ist dagegen billig.

Und doch, was ich in der Welt aktuell sehe, macht mir keine guten Gefühle. Wir sollten uns warm anziehen, die Sith haben die Macht übernommen, auch wegen der Arroganz der Jedi, die das "Gutsein" so penetrant vor sich her getragen haben, dass man es nicht mehr ertragen konnte und es sich ins Gegenteil kehrte.

Was den Markt angeht ist heute Hexensabbat und wir sollten daher heute erneut nicht von entscheidenden, direktionalen Bewegungen ausgehen. Vermutlich ist es erneut ein Tag des Abwartens mit leicht positivem Ton, wobei ich heute einige Schwankungen für gut möglich halte, siehe unten warum.

Die kommende Woche hat dann aber das Potential der direktionalen Bewegung - wohin werden wir sehen aber mit höherer Chance immer noch nach oben.

Der DAX dürfte sich heute auch weiter in der Range bis 12.600 bewegen, besonders schlimm am Hexensabbat ist aber eine -> Störung des Xetra Systems <-, weswegen es Stand 09:30 Uhr auch noch keine Kurse gibt und ich wenig zu kommentieren habe.

Ich gehe aber davon aus, dass dieser Umstand nach verspäteter Eröffnung von Xetra zu erheblichen Schwankungen führen wird, weil Trades die geplant waren hektisch nachgeholt werden müssen und das gerade am Hexensabbat. Glauben Sie heute vormittag also nicht, dem DAX mit Logik auf den Leib rücken zu können und halten Sie sich lieber fern und nehmen Bewegungen nicht zu ernst.

Aber nicht nur Hexensabbat haben wir heute, sondern auch den Börsengang von Healthineers, den größten IPO seit langer Zeit. Der ist von der Emissionshöhe her enttäuschend verlaufen, aktuell bei geschlossenem Xetra zeigt Lang&Schwarz 29,x€ als Ankaufskurs.

Diese Enttäuschung hat sich alleine Siemens und damit Kaeser zuzuschreiben, denn eigentlich ist Healthineers ein attraktives Unternehmen mit Potential. Eigentlich.

Aber dummerweise hat genau genommen gar kein Börsengang stattgefunden, sondern eher eine Finanzmodell Kaesers, denn wer Healthineers kauft, kauft immer noch Siemens. Denn abgegeben wurden nur 15%, was bei Siemens und Kaeser die *volle und totale Kontrolle* lässt.

Damit ist Healthineers immer noch eine Siemens Sparte und sonst nichts und hat kaum unternehmerische Freiheit. Genau diese unternehmerische Freiheit aber, hätte die Aktie interessant gemacht, denn das Geschäftsfeld ist ohne Frage spannend.

Aber das reicht noch nicht, noch schlimmer, der Emissionserlös von jetzt gut 4 Milliarden fliesst vollständig Siemens zu und kommt nicht bei Healthineers an. Was genau soll also dieser "Börsengang", der eigentlich gar kein richtiger ist?

Ich habe es Ihnen oben schon gesagt, es ist ein Finanzierungsmodell von Kaeser für Siemens, echte Unabhängigkeit der Sparte ist nicht erwünscht. Und das macht die Aktie für mich wenig interessant und deshalb ist das Interesse an der Emission auch so gedämpft. Ich garantiere Ihnen, eine freie Healthineer mit mehr als 50% Free Float hätte einen deutlich höheren Emissionskurs gehabt, dann hätten die Institutionellen, die diesen Gedanken mit Sicherheit teilen, weit mehr Interesse gezeigt.

Bei den späten Kursen an der Wallstreet ist auch wenig los was berichtenswert wäre, insofern schlage ich vor, wir bringen diesen Tag und den Hexensabbat einfach hinter uns und schauen auf die nächste Woche.

Vielleicht noch ein Blick auf die Autobauer am Beispiel Daimler, die haben nämlich zuletzt die Angriffe von Trump gut verdaut, was kein schlechtes Zeichen ist.

Die Aktie hat noch etwas Luft nach oben, ab ca. 70€ wird es dann aber ganz schwer, warum zeigt das Volumenprofil:

So weit an diesem durch Xetra "verdorbenen" Morgen, bis heute Nachmittag. Der Wallstreet Stream kommt ganz normal, mir geht es heute wieder etwas besser, der Husten lässt nach, alles wird gut. 😉

Hoffentlich können wir das auch über die Welt sagen.

Ihr Hari

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Blutrote weltpolitische Sonne



Guten Morgen!

Wirklich gut? Es ist eher eine blutrote weltpolitische Sonne die aufzieht.

Die Welt muss irgendwann im letzten Jahrzehnt falsch abgebogen sein, wobei vielleicht sind es eher die verpassten Chancen der 90er Jahre, als man zum Beispiel die Chance hatte Russland durch offene Arme wirklich in den Kreis der zivilisierten Staaten zu holen, das aber durch die Borniertheit der kalten Krieger in den US nicht getan hat.

Auf jeden Fall will man zunehmend ungerne aufstehen, weil einem wenn man in die Nachrichten schaut, Angst und Bange werden kann.

Eigentlich reicht ja schon das Desaster im eigenen Land, die Spaltung und die offensichtliche Ideologisierung, die es zunehmend unmöglich macht, ruhig, differenziert und rational über die Ziele und Folgen von Politik zu sprechen. Der inhaltliche Diskurs wurde durch eine grenzdebile Empörungskultur ersetzt, die einfach unerträglich ist und eine Schande für jeden halbwegs intelligenten Menschen.

Dann haben wir in den US einen Präsidenten, dem es charakterlich ohne jeden Zweifel an Kinderstube fehlt, wie das auch wieder die -> völlig unnötig demütigende Entlassung Tillersons <- beweist. Die Demütigung scheint hier Absicht zu sein, sie dient wohl dem eigenen Machtgefühl, wie man solches Verhalten psychologisch einordnet, überlasse ich anderen. Es sind auf jeden Fall die Machtspiele, mit denen auch die Mafia Loyalität fordert, solange man den Ring des Patrons küsst ist alles gut, aber wehe nicht, dann Kopf ab!

Genau dieser Mann beginnt nun langsam im Weißen Haus Boden unter den Füssen zu bekommen, wie -> diese kluge Analyse aufzeigt <-. Heisst jetzt geht es eigentlich erst richtig los, was damit natürlich auch für eine konfrontative Handelspolitik gilt, wie die -> neuen Einlassungen zu China <- zeigen.

Nun finde ich den eingeschlagenen politischen Weg Trumps nicht durchweg falsch, an einigen Stellen nimmt er lange notwendige Anpassungen vor, das Pendel war zu weit in die andere Richtung ausgeschlagen. Es ist aber der Stil, das Machogehabe und die damit einher gehenden Rücksichtslosigkeiten, die nicht den Eindruck der Zivilisiertheit aufkommen lassen und die in einer zusammen wachsenden Welt am Ende zu viel Leid und Konflikt führen werden.

Womit wir beim Stichwort "Machogehabe" bei besonders ausgeprägten Vertretern dieser Haltung im Osten sind, "den Russen", wobei man ja mit so pauschalen Zuweisungen vorsichtig sein muss, es gibt ja auch nicht "die Deutschen". Aber es ist Faktum, dass in Russland Männlichkeit im archaischen Sinne noch hoch im Kurs der öffentlichen Meinung steht, sonst könnte Putin mit seinen penetranten Bilder von Bären-Jagd bis Eishockey auch nicht beeindrucken, während jemand mit meiner Sozialisierung das eher als lächerliches Kasperletheater empfindet. Und dass Russen eher einen aggressiv-körperlichen Stil pflegen als Mitteleuropäer, dürfte jeder erlebt haben, der schon mit grösseren Mengen zusammen gekommen ist.

Absolut erschreckend ist aber das Geschehen um die erneute Tötung russischer Doppelagenten in England. Dass es passiert, ja mei - Spionage ist ein dreckiges Geschäft, Doppelspione leben gefährlich und auch die CIA dürfte Doppelagenten töten wenn es nötig erscheint.

Erschreckend ist aber die Dreistigkeit, mit der etwas eingesetzt wird, was nach Chemiewaffen-Konvention gar nicht mehr existieren dürfte. Aber auch das kann man noch als "na Russen halt" abhaken, ebenso wie die Tatsache, dass im medialen Konflikt mit England sofort die Atomwaffen heraus geholt werden, man "sollte keiner Atommacht drohen". Ja, ja, wir wissen dass Ihr den Längsten habt.

Richtig furchtbar finde ich aber zu sehen, wie weit die Desinformation von Putins in St. Petersburg sitzenden Trollen schon in Deutschland gediehen ist, man muss dazu nur in die Kommentarsektion schauen, die schon kurz nach Mays Drohung mit den immer gleichen Kommentaren nach dem "Cui Bono" Muster überquellen. Und zwar völlig einseitig, kein einziger Russland-kritischer Kommentar, dafür aber Massen des immer gleichen Argumentations-Musters. Ein Muster das benutzt wird, egal ob es um den Abschuß von Flugzeugen geht, den Einmarsch in souveräne andere Länder, flächendeckendes Staatsdoping oder eben den Verstoß gegen internationale Normen.

Und wie immer bei guter Propaganda macht man sich Unsicherheiten in der Einschätzung zu Nutze, um die Blickrichtung in bester "Haltet den Dieb" Manier auf die Gegenseite zu richten. Denn klar, natürlich kann man nicht sicher sein, dass die Tötung direkt aus dem Kreml beauftragt wurde, es gibt theoretisch auch noch andere alte Sowjetrepubliken und Skripal war ein schillernder Charakter, vielleicht hatte der auch Ärger mit Lukaschenko, wer weiss das schon.

Und auch False-Flag Operationen sind im Geheimdienst-Geschäft nie auszuschließen, ein Rest an Unsicherheit bleibt also immer. Es hilft aber auch nicht weiter, erneut daran zu erinnern dass im Irak kein Atomwaffen waren, das beweist nur, dass auch amerikanische Geheimdienste lügen können, wer davon überrascht ist, ist ein wenig naiv. Es beweist aber nicht, dass hier nicht die Russen lügen und dient daher nur als Nebelkerze.

Nein, wenn man ganz rational heran geht und über "Cui Bono" mal wirklich nachdenkt und nicht nur lächerliche Oberflächlichkeiten zur Fussball-WM nachplappert, muss man zum Ergebnis kommen dass es Putin und seiner Europa-Strategie hervorragend nutzt, wie das hier vom gleichen Autor der oben zu Trump schrieb, bei Reuters differenziert und kenntnisreich herausgearbeitet wird: -> For Putin´s Russia, a poisoned Spy sends a political message <-. "Cui Bono" spricht also für Russland als Täter.

Wenn man dann auch noch -> das hier von jemand liest, der an Novichok in der UDSSR mit entwickelt hat <-, dann bleibt einem doch gar nichts anderes übrig als rational festzuhalten, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Russland tatsächlich dahinter steckt. Nicht sicher, aber hoch.

Ja und dann gibt es ja noch die alte Regel, dass wir die Täter an ihrer Reaktion erkennen werden. Denn wer zu Unrecht von etwas beschuldigt wird, ist erst einmal verunsichert und erschreckt, forscht intern ob nicht doch was dran ist und zeigt Empathie für die Opfer. Was Russland aber wieder an reflexartiger Reaktion zeigt, die klassischen agressiven Drohungen und das "ich habe den Längsten" Gehabe, passt perfekt ins Bild.

Natürlich weis man immer noch nichts sicher, sicher wird nie etwas sein, aber eine rational hohe Wahrscheinlichkeit sollte bei einem Menschen dem es um Wahrheit geht und der nicht zu Putins Trollfabriken gehört dazu führen, dass man sich zumindest einer differenziert-kritischen Meinung befleissigt. Sicher hat May mit der sofortigen Schuldzuweisung Richtung Kreml - die wohl internem politischem Druck geschuldet war - die Glaubwürdigkeit nicht erhöht und letztlich der Sache Schaden zugefügt, das sind aber alles Girlanden, die die objektiven Wahrscheinlichkeiten nicht verdecken sollten.

So leben wir hier im Kern Europa also mit einer unfähigen Regierung, die die Bundeswehr verrotten lässt und nichts ausser Stillstand und höheren Sozialabgaben auf die Reihe bekommt, haben im Westen einen Egomanen am Atomknopf und im Osten nicht Besseres, die sich beide kalt über zivilisatorische Normen hinweg setzen, wenn es dem eigenen Machterhalt dient. Und von Süden und Osten strömen Massen an Wohlstandsmigranten ins Land, deren Kultur mit der unseren völlig inkompatibel ist und diese ebenso untergehen lassen werden, wie schon andere Hochkulturen unter Migrationsdruck zerstört wurden, man muss nur in die Geschichte schauen.

Und da soll man noch gerne Aufstehen und in die Nachrichten schauen? Ich tue mich da manchmal schwer. Tut mir leid, heute ist nicht mein optimistischer Tag, wir sind in Europa auf keinem guten Pfad. Die Aggressivität der anderen ist nicht zu ändern und dabei habe ich oben ja noch nicht einmal China erwähnt, die auf der wirtschaftlichen Seite höchst aggressiv agieren. Unsere eigene Unfähigkeit und Verblendung ist aber, was so frustriend ist.

Große Teile der Bevölkerung wissen nicht oder wollen nicht mehr wahrhaben, dass es so etwas wie ein geostrategisches Ringen gibt, in dem man entweder kraftvoll mitspielt oder untergeht. Statt dessen befassen wir uns mit Orchideenthemen. Von Putin wird kolportiert, dass er unsere Kultur für dekadent hält, ich muss gestehen ich kann ihm nicht völlig widersprechen, alleine ich habe Hoffnung dass wir das wieder abstreifen können und uns wieder auf unsere eigenen Ziele und unsere eigene Kultur besinnen können.

Europa wird auf jeden Fall zum Spielball, wenn hier nicht schnell was passiert. Mit Macron hat Frankreich jemanden an der Spitze der die Jugend und den Habitus hat, sich zupackend die Zukunft zu erobern und trotzdem die Zivilisation Europas hochzuhalten. Wir haben Merkel. Mehr muss wohl nicht gesagt werden. Wir schaffen das, fragt sich nur was.

Was fällt mir heute zum Markt ein?

Eigentlich nur eine Kernaussage, die Hullahuppi im Forum auch schon als Chart mit uns geteilt hat.

Wir hatten gestern einen klassischen Konsolidierungstag und die Chance, dass es von hier bald weiter hoch geht, erscheint gut. Ich füge hier mal Hullahuppis sehr passendes Chart ein, das er im Forum gezeigt hat, um seinen Punkt zu unterstreichen:

Das heutige Risiko ist die Reaktion auf die Eskalation der Zollforderungen, wie oben im Link gezeigt. 60 Milliarden aus China sind ein Wort und werden Gegenmaßnahmen nach sich ziehen. Bisher hat der Markt das alles abgeschüttelt, aber wie ich mehrfach geschrieben habe, ist das ein langsam wirkendes Gift.

Ohne diesen Faktor würde ich wie von Hullahuppi gezeigt recht klar von steigenden Kursen heute an der Wallstreet ausgehen. Mit diesem Faktor wird es unsicherer.

Der Euro kommt wieder leicht zurück und trotz des gestrigen Schubs spricht immer noch nichts gegen die Topbildung die hier eingezeichnet ist:

Der DAX sendet dadurch leichte Lebenszeichen, wird sich aber wie mehrfach kommuniziert wahrscheinlich sowieso bis Freitag in der Range 12.000 - 12.600 aufhalten und hat erst nach der OpEx die Chancen, so richtig nach oben zu ziehen. Trotzdem kann heute zunächst ein guter Tag für den DAX werden, wie es dann weitergeht wird mal wieder die Wallstreet bestimmen, siehe oben. Die Handelskrieg-Thematik ist nicht kleiner geworden und der DAX ist da immer noch im Zentrum des Sturms - auch ein Absturz Richtung 12.000 ist heute also drin.

Zum Abschluß noch ein wichtiger Hinweis für den Nachmittag. Aufgrund eines auswärtigen Termins beginnt der Wallstreet Stream heute wieder erst gegen 17:00 Uhr und dauert bis 19:00 Uhr.

Ich wünsche einen erfolgreichen Tag!

Ihr Hari

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Sandkastenpolitik



Guten Morgen,

der Ost-Altonaer Kindergarten "Kleine Wichtel" hat dieses Wochenende zum Sommercamp geladen. Das wird aber nicht überall gerne gesehen, denn die indigene Bevölkerung, also die, die da schon länger leben, leidet unter dem Geschrei der Kinder und all den Sicherheitsmassnahmen, damit die Kinder nicht einfach auf die Strasse rennen. Vor allem aber leidet man unter der Aussicht, dass eine Horde Frühpubertierender, sich den Kindergarten "Kleine Wichtel" als Ziel ausgesucht hat.

So ungefähr kann man wohl die Lage in Hamburg zum G20 beschreiben und ich bin froh, dass ich da gerade nicht wohnen muss. Trotzdem halte ich die Kritik für verfehlt, dass man so einen G20 Gipfel nicht in so einer Stadt machen dürfte. Seien wir doch mal ehrlich, das ganze Problem das die Bürger so massiv einschränkt, das brutale Polizeiaufgebot und die verbarrikadierten Fenster, existieren nur aus einem Grund. Nicht wegen der 20 Wichtel und derer Sicherheitsmassnahmen, sondern wegen der Chaoten, die nichts anderes als kriminell und eine erneute Vorstufe der Rote Armee Fraktion sind.

Ich meine schauen wir in andere Städte, in Washington fahren jeden Tag Wagenkolonnen ausländischer Staatsgäste durch die Strassen, inklusive schwer bewaffneter Bodyguards und kontrollierende Hubschrauber. München richtet jedes Jahr die Sicherheitskonferenz im Bayrischen Hof "mittendrin" aus, die zwar eine Nummer kleiner ist als ein G20 Gipfel, aber mit Vizepräsidenten, Staatschefs und Aussenministern äusserst exklusiv besetzt ist und auch ein ideales Ziel für Attentäter und Chaoten wäre.

All das bringt auch in Washington und in München dann mal temporäre Einschränkungen der Anwohner mit sich, aber damit kann man leben. Der Unterschied zu Hamburg ist, dass sich dort bürgerkriegsähnliche Zustände anbahnen und das hat nur indirekt mit dem Gipfel zu tun, es hat damit zu tun, dass man eine Horde von gewaltbereiten Extremisten nicht genügend ausgrenzt und nicht rechtzeitig aus dem Verkehr zieht, dass man statt dessen in Teilen unserer linksbeseelten politischen Kaste sogar noch stille Sympathien für diese Hohlköpfe hat.

Stille Sympathien? Ja klar, schauen wir doch nur mal, wie im öffentlich rechtlichen Rundfunk, den ich leider zwangsfinanzieren muss, die Moralpredigerin Dunya Hayali diesen Denk-Schwachmaten eine Plattform geboten hat: -> Dunya Hayali zu G20 <-.

Unfassbar, was für eine intellektuelle Flatulenz da medial gefördert wird. Aber halt, jetzt kann man ja argumentieren, dass man jede Stimme in einer Demokratie zu ihrem Recht kommen lassen muss, solange sie nicht als verfassungsfeindlich verboten wurde. Da ist was dran, das Argument zieht bei mir. Glauben Sie aber ernsthaft, dass den Identitären, die auch vom Verfassungsschutz beobachtet werden oder Herrn Höcke eine ähnliche Plattform geboten würde?

Wenn man wirklich mal will, dass sich diese extremen Gestalten selber outen, dann hätte man nur unmoderiert der "aktivistischen" Dame den Höcke gegenüber setzen müssen. Keine Moderation, auch keine Möglichkeit für eine Stunde aus dem Raum raus zu kommen. Und dann Kameras drauf. Das wäre mal spannend gewesen, ich hätte mein Popcorn geholt und mal wieder das TV eingeschaltet.

So hat man eine Plattform geboten, solche dümmlichen Parolen zu verbreiten, die durch die Anwesenheit respektabler Gestalten wie Schily dann noch geadelt wurden.

Und genau da liegt das Problem. Genau da ist die stille Sympathie. In den Köpfen einiger linksbeseelter Moralisten, die die Medien und insbesondere die ÖR-Medien dominieren, sind die "Höckes" verabscheuungswürdig und man kann sich gar nicht weit genug davon distanzieren. Das ist ja auch OK. Diese linksextremen Gewalttäter aber, das sind für einige scheinbar Kinder im Geiste, die nur leider ein bischen zu radikal sind. Aber eigentlich wollen die ja das "Richtige", für Frieden, für die Kommune, gegen Kapitalismus und Ausbeutung und so.

Solch leicht verirrten Kinder tadelt man mit einem "dududu!", hat aber Sympathie für ihren jugendlichen, moralischen Furor. Die "Nazis" aber, die muss man mit allem bekämpfen was man hat, vor allem mit "Unterhaken" und Gesicht zeigen und so. Es ist genau diese Asymetrie der Sympathie, die das Problem erst schafft. Der Verfassungsschutz beobachtet aber beide gleichermassen und ich sage für mich ganz eindeutig, dass beides "Spinner" sind, auf die ich mit Abscheu und Verachtung herab sehe.

Auch wenn es nicht gefällt, wer sich als Bürger in Hamburg nun fürchtet, wer seine Schaufenster verbarikadieren muss, sollte nicht auf den G20 Gipfel schimpfen. "Eingebrockt" haben das den Bürgern die stillen Unterstützer in den "Szenevierteln" und deren politische Batallione, denn ohne Rückzugsräume und die stillen Sympathien, könnten diese Chaoten unmöglich einen solchen Impakt erzeugen. Auch ein Porsche-Autohaus fackelt man eben nicht so einfach ab, wenn man erst gestern aus Paris zugereist ist. Nein, das wird lokal als Ziel ausgesucht, wird geplant und lokal unterstützt. Und nachdem man die Brandsätze geworfen hat, zieht man sich in die Rückzugsräume zurück und wird dort vor den "Bullen" geschützt. So läuft das.

Kurz und klar, ohne die stille Sympathie für diese Radikalen, ohne die "Szene" im Geiste die man hat wuchern lassen, hätten die Bürger Hamburgs nun nur das Problem, dass sie ab und zu am Strassenrand mal warten müssen, bis eine Wagenkolonne vorbei ist. Sicherheitsmassnahmen korrelieren halt unmittelbar mit der erwarteten Bedrohungslage.

Trotzdem ist die Frage ja berechtigt, ob so ein G20 Gipfel diesen Aufwand rechtfertigt. Meine Meinung dazu ist: so eindeutig nicht. Aber Gipfel sind wichtig, nur nicht "so".

Wichtig wäre - und insofern sollten wir jeden Gipfel gleich welcher Art ausdrücklich begrüssen - das man miteinander redet. Wenn es aber um das Reden geht, dann braucht es keine Rahmenprogramme und keine Sherpas, die Wochen im Vorfeld vordefinierte, sinnfreie Statements erarbeiten, die man auch gleich von Dampfplauderern mit Narrenkappen vorlesen lassen könnte, mehr Inhalt ist sowieso nicht in den Formelkompromissen. Dann braucht es nur das was man eine "Klausur" nennt. Man kommt an einem angenehmen Ort zusammen, macht die Türen zu und redet miteinander. Und dann macht man am nächsten Morgen die Türen wieder auf, und geht nachdenklich aber mit wichtigen Erfahrungen seiner Wege - ohne Pressekonferenzen und gestanzte Statements.

Das wäre produktiv, das wäre ein Format, bei dem es um das geht, warum Gipfel wichtig sind: zu reden. Und das kann dann sehr wohl in einer Stadt wie Hamburg sein, warum nicht.

Was der G20 aber in Wirklichkeit ist, ist doch primär ein Rahmenprogramm das der Selbstdarstellung dient und jeder hat seine eigene Agenda dabei, bei Merkel ist diese Agenda Wahlkampf. Es ist natürlich ein "totaler Zufall", dass dieser Gipfel hier vor der Wahl stattfindet. Merkel hätte sich sicher schönere Bilder gewünscht, als sie sie jetzt mit Trump und Chaoten auf den Strassen bekommt. Und deshalb braucht *diese* Art von Gipfel niemand, nur die Politiker, die sich in ihm inszenieren.

Mit einem Augenzwinkern kann man ja mal betrachten, wie sich einige Politiker verhalten würden, wenn den "Aktivisten" das "coolste" gelingen würde, was sie erreichen können, nämlich einen Farb- oder Blutbeutel auf einen der Politiker zu schleudern.

Der statusbewusst-steife Xi würde die Fassade zu wahren versuchen und sich stocksteif wegbewegen. Ein derartiger Gesichtsverlust wäre für ihn aber kulturell unerträglich und würde zu einer massiven politischen Krise mit Deutschland führen, das ihn nicht schützen konnte. Dieser Beutel im Kameraklicken der Weltpresse, würde Xi bis an sein Lebensende verfolgen und die Beziehungen belasten. Putin wie Trump dagegen, würden wie weiland Kohl in ihrer jeweiligen Art das Ding einfach abschütteln.

Trump dürfte sich wohl auf den Angreifer werfen und ihn würgen wollen, Sie wissen schon Wrestler und so. 😉 Und Putin würde den Sinnspruch der Klingonen befolgen: "Rache ist ein Gericht, das am Besten kalt genossen wird", auch hier wissen Sie schon Polonium und so. 😉 Und Merkel? Merkel würde die Raute machen und abwarten, das Zeichen das sie immer macht, wenn sie mal wieder ratlos ist und nur verschwurbelte Worte nach oben drängen.

So.... nachdem wir diese Abziehbilder der medialen Charakterwahrnehmung betrachtet und ein wenig geschmunzelt haben, wenden wir uns endlich dem Markt zu. 😉

Der müsste nach dem Muster der richtungslosen Schaukelbörse heute mal wieder bröseln. Die FOMC Minutes haben wenig Neues gebracht, aber -> Unsicherheit in der FED <- gezeigt. Es ist diese Unsicherheit die vom Markt eher bullisch gewertet werden dürfte, denn sie zeigt, dass die FED wie ein scheues Reh sofort mit der Straffung der Geldpolitik aufhören würde, wenn die Konjunktur auch nur leicht negativ zuckt.

Und weil das so ist, ist der "Yellen-Put" weiter im Markt und man kann weiter überdurchschnittliche Risiken gehen, denn die FED wird einen schon raushauen. Es ist genau dieser Moral Hazard, der ganz wesentlich zu massiven Bullenmarkt beiträgt, in dem wir gerade sind und ich sehe überhaupt nicht, wie die Notenbanken sich da wieder rauswinden wollen. Ein Paul Volcker ist weit und breit nicht zu sehen und deshalb tun wir gut daran mit den Wölfen zu heulen und im Bullenmarkt weiter mitzumachen.

Trotzdem steht die Fortsetzung der Korrektur weiter im Raum und es hat sich am grossen Bild rein gar nichts geändert. Schauen wir auf den DAX, sehen wir den Punkt:

Das sieht so verdammt nach einer bärischen Flagge unter 12.500 aus, die sich bald nach unten auflöst, dass das wiederum das stärkste Argument ist, warum die Algos genau das Gegenteil machen werden und eine Rally starten.

Rein nach klassischer Markttechnik muss man hier deutlich "Gelber Alarm" ausrufen, das Ding "stinkt" und zwar ziemlich unangenehm.

Aber auch im NASDAQ, der ja gestern aus überkauftem Zustand heraus einen Bounce generierte, gibt es keinen Grund das als Entwarnung zu interpretieren. Schauen Sie selber:

Wir haben weiterhin niedrigere Hochs, was war das also Gestern? Gar nichts!

Das Environment bleibt also auch heute unverändert, Bewegung kann um 14:15 Uhr MEZ auftreten, wenn die ADP Arbeitsmarktdaten den Markt in Vorbereitung der grossen Arbeitsmarktdaten morgen erreichen. Dann haben wir heute wieder ein paar Notenbanker vor den Mikrofonen, um 13:30 Uhr den Bericht der letzten EZB Sitzung und um 16 Uhr MEZ den US ISM Dienstleistungsindex.

Das nervige Warten und Schieben geht also weiter, ich kann es nicht ändern.

Damit dieser Artikel nun raus kommt, schreibe ich meine Kommentare zu einzelnen Opportunitäten im Anschluss seperat. Bis 11 Uhr sollte der zweite Artikel dann mit einigen Charts kommen.

Ihr Hari

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Demokratie funktioniert



Ich erlaube mir heute zu Beginn einen Ausflug ins Grundsätzliche und Politische. Denn Demokratie, mit ihrem unsäglichen Gerangel und den opportunistischen, auf ihre Diäten schielenden Protagonisten, hat keinen leichten Stand dieser Tage.

Die vermeintliche Klarheit und das "Durchregieren", das Autokraten wie Erdogan oder Putin zu eigen ist, die die Opposition gezielt am Boden halten, erzeugt kurzfristig Sehnsüchte nach klaren Ansagen und klarer Umsetzung einer sinnvollen Politik. Am gestrigen Sonntag hat die Demokratie aber wieder gezeigt, dass sie frei nach Churchill, immer noch die "Beste aller schlechten Regierungsformen" ist.

Ich bin ja in NRW (in Wuppertal) geboren und aufgewachsen und insofern habe ich immer noch ein Auge auf und Kontakte in dieses Bundesland. Und verfolge das Geschehen mit mehr persönlicher Anteilnahme, als in anderen Bundesländern. In NRW reichte der Frust über diese Regierung bis weit, weit in das eigene, rot-grüne Wählerreservoir. Denn es waren die Dinge des täglichen Lebens, als da sind Verkehr, Kriminalität, Schule, die im Lande falsch liefen und eben auch von vielen mit harscher Kritik versehen wurden, die gestern trotzdem ihr Kreuz bei SPD oder Grünen gemacht haben.

Martin Schulz tut mir da fast leid. Ich bin ja wahrlich kein Fan dieses Typus Funktionär und Politkarrierist, den er repräsentiert. Aber für das Desaster in NRW kann er in meinen Augen kaum etwas, das ist primär auf dem Mist der dortigen Protagonisten gewachsen. Ich bin sicher, ohne den Aufwecker von Schulz, ohne die kurze Hoffnung es gäbe für das Land eine Alternative zur ewigen Raute, wäre die Klatsche gestern sogar noch heftiger ausgefallen und die SPD unter 30% gefallen. Schulz hat das Debakel in meinen Augen eher noch abgemildert, selbst jetzt in der Phase der Entzauberung.

Das Entscheidende aber ist, der friedliche Wechsel wurde herbeigeführt. Und genau das ist der grosse Unterschied der Demokratie zu autokratischen Systemen. Das ist friedlich nur in der Demokratie möglich.

Klar, nicht alles ist Gold in der deutschen Demokratie, ob der Wechsel von der "kraftlosen Kraft" zum "laschen Laschet" nun so das grosse Ding ist und nicht nur marginale Anpassungen bei der B-Note bedeutet, kann man sich berechtigterweise fragen. So furchtbar viel, wird sich wohl nicht ändern, zumal der Föderalismus in Deutschland ja sowieso so verwurschtelt ist, dass er teilweise nur noch absurd ist. Man könnte viele Bundesländer wohl ersatzlos streichen und so furchtbar viel anders würde die Politik trotzdem nicht sein, ausser in Bayern natürlich. 😛

Aber bei dem vielfach gehörten Argument "dass sich ja sowieso nichts ändert" muss ich die Kritiker immer fragen, was Sie denn wollen? Sollen die Verlierer in der Manier von Drittweltstaaten gleich an die Wand gestellt werden? Sollen alle Institutionen gesäubert werden, wie das ja gerade Erdogan wunderbar vormacht? Wäre das dann ein "echter" Wechsel?

Es zeichnet doch gerade moderne, stabile Demokratien aus, dass sie ausbalancierte Institutionen haben, die auch bei einer anderen Regierung nicht sofort die Hacken zusammen schlagen und "Kehrt Marsch Marsch" machen. Daraus entsteht institutionelle Stabilität und diese ist die Grundlage unseres Wohlstands. In einem Land, dass alle 4 Jahre die kompletten Institutionen auswechselt und gleichschaltet, wäre der Wohlstand geringer, Stabilität hat Wert, sie darf nur nicht in Starre umschlagen.

Oder nehmen wir Donald Trump. Egal wie wir zu ihm stehen, war das etwa kein eindeutiger, grundlegender Politik-Wechsel? Was will man denn noch mehr, damit Demokratie beweisen kann, dass sie die einzige Staatsform ist, die friedlichen Wechsel ermöglicht? Ist es den Kritikern lieber, wenn Trump nun alle Verfassungsorgane säubern könnte? Und wenn dann in 4 Jahren ein Bernie Sanders Verschnitt gewählt würde, dieser wieder nur anders herum? Kehrt Marsch, Marsch?

Nein, Trump war ein Fest der Demokratie. Nicht wegen seiner Person, sondern weil so ein Wechsel überhaupt möglich war. Und auch die krachende Niederlage einer abgewirtschafteten Koalition in Nordrhein Westfalen beweist wieder, dass Demokratie funktioniert.

Womit ich mein staatstragendes Plädoyer für die Demokratie heute beende und dabei darauf hinweisen will, dass ich damit nicht die real existierende Ausprägung des deutschen Parteienstaates in allen Facetten verteidige. Nein, an dieser Deformation habe ich eine Menge zu kritisieren, aber das geht nicht gegen die Demokratie perse, sondern nur gegen das, was aus den Ideen der Verfassungsväter gemacht wurde.

So nach diesem Plädoyer, kann ich mich dann wieder von radikalen "Deutschland Verrecke" Chaoten beschimpfen lassen, die den Sinn der Demokratie nicht verstanden haben. Und nein, ich werde das Bild meines Opas nicht aus dem Fotoalbum verbannen. Auch nicht das in der Wehrmachtsuniform. Er war mein Opa und ein Mensch den ich kannte, der schwer am Geschehen getragen hat, wie Helmut Schmidt.

Genau diese Fähigkeit der Reflektion, auch meines Opas, zeichnet übrigens echte Demokraten aus. Totalitär denkende Geister, erkennt man dagegen daran, dass sie Andersdenkenden die Existenzberechtigung absprechen. Gerade auch, wenn sie sich selber für Kämpfer einer gerechten Sache halten - das Böse in der Welt, kommt eben immer im Mantel der guten Absicht. Der Weg zur Gewalt gegen Andersdenkende, ist dann nicht mehr weit, wenn man den Pfad der Herabsetzung und Ausgrenzung schon beschritten hat.

Wie hiess es so schön bei Rosa Luxemburg: -> Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden <-. Auch wenn man Zweifel haben kann, ob es von ihr wirklich so universell gemeint war, ist es trotzdem ein schönes Zitat, bei dem man nur "Amen!" sagen kann.

Diese Haltung ist auf jeden Fall der Kern der Demokratie und der entscheidende Unterschied zu totalitären Systemen. Erschreckend ist, dass man das wieder in Erinnerung rufen muss.

Damit zum Marktgeschehen dieser Woche.

Die Woche ist an Wirtschaftsdaten ruhig-durchschnittlich, besondere Aufreger sind nicht absehbar, Notenbank-Termine stehen nicht an, dafür aber ein paar Reden.

Der Ton des europäischen Marktes an diesem Morgen ist verhalten positiv, die "kleine Bundestagswahl" wird auch vom Ausland als Zeichen der Stabilität und Bestätigung Merkels gewertet und das schadet den Kursen nicht.

Das prinzipielle Korrekturrisiko ist weiter da, das ist es aber seit Monaten und mehr als das zur Kenntnis nehmen, sollten wir auch nicht. Erst wenn es Signale in der Price-Action gibt, werden wir aktiv.

Letzte Woche gab es am Donnerstag so einen Moment, an dem sich da hätte etwas in Bewegung setzen können, hat es dann aber wieder nicht, wie so oft - ein Hammer im Chart kündet von diesem Reversal.

Wir müssen davon ausgehen, dass wir solche Tage noch oft erleben werden, bevor dann die "echte" Korrektur dabei ist. Und auch wenn wir das wissen, müssen wir doch jedes Mal aufmerksam werden und dürfen uns nicht einlullen lassen, denn jedes Mal kann es ernst werden. Damit zu leben ist unser Schicksal, wenn wir Einbrüchen zuverlässig aus dem Wege gehen wollen. Die Alternative ist gelassen zu Schlafen, im Falle des Falles dann aber erst Einiges tiefer wieder aufzuwachen.

Im S&P500, den ich nun vermehrt in Form des ETFs SPY wegen der belastbareren Volumendaten zeige, ist die Gefahr des Doppel-Tops auch keineswegs ausgeräumt und steht deutlich im Raum. Aufgrund der klar negativen Volumen-Divergenz beim "zweiten Hoch" muss man sogar eine leichte Präferenz für demnächst fallende Kurse entwickeln. Zumindest der Gapfill, sollte noch auf der Agenda des Marktes stehen:

Bei Öl bestätigt sich übrigens, dass es sich nicht lohnt sich an fundamentalen Spekulationen zu beteiligen, ob nun die Opec oder die Fracker die Oberhand behalten. Der Markt mit der Priceaction gibt uns die bessere Signale:

Und der hat am 05.05. ganz trocken gesagt: Massiv negative Erwartung, Überverkauft, Hammer im Chart. Und wenn man so eine Kombination hat, geht es sehr oft erst einmal hoch, die fundamentalen Argumente werden dann nachgeliefert.

Was das langfristig bedeutet, dazu kann ich nur "keine Ahnung" sagen. Wir können aber festhalten, dass wir nun trotz der schlechten Stimmung immer noch ein höheres Tief hatten und die grosse Wendeformation immer noch im Spiel ist:

An Einzelaktien, hatten wir heute Zahlen von Indus, die objektiv -> sehr gut ausgefallen sind <- und der Ausblick wird auch bestätigt.

Trotzdem bleibt der Kurs fast bewegungslos, weil all dieses Gute schon erwartet war. Im Chart generiert das nun eine potentiell gefährliche Lage, weil die Aktie nun jederzeit aus diesem Trendkanal heraus fallen kann:

Da wir aber erst im März einen massiven Ausverkauf hatten, traue ich der Aktie durchaus noch eine Fortsetzung bis 65€ zu, dann aber sollte mal über (Teil-)Gewinnmitnahmen nachdenken, wer hier im grossen Stil engagiert ist.

Eine Korrektur dürfte dann früher oder später einsetzen, sollte aber - falls keine generellen Marktfaktoren dazu kommen - durch die Tiefs von März begrenzt sein. Der damalige Rebound hat klar signalisiert, dass Indus im derzeitigen Umfeld nicht darunter fallen dürfte.

Bis später.

Ihr Hari

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Trump Press Conference Recap



So liebe Mitglieder,

Sohn ist im Bett, jetzt gibt es von mir eine Zusammenfassung dessen, was wir in meinen Augen durch Trumps Presse-Konferenz gelernt haben.

(1)

Der Beweis, wie ernst wir solche Termin nehmen müssen. "Red Alert" war sehr gerechtfertigt. Trump hat praktisch überhaupt nicht über die Wirtschaft geredet, der Termin ging weitgehend um seine Glaubwürdigkeit.

Aber wir haben gesehen was passiert, wenn. Zwei Sätze zu den zu hohen Kosten bei Medikamenten am Anfang und *PENG*, alleine der IBB war 3% tiefer. Das ist Macht.

Stellen wir uns mal vor was passiert wäre, wenn er sich zu Steuersenkungen oder dem Infrastruktur-Programm ausgelassen hätte. Nicht auszudenken.

Wir können im Vorfeld halt nicht mehr tun, als das *Potential* eines bestimmten Events zu erkennen. Ob es sich dann realisiert, können wir nicht wissen, wenn wir nicht wissen, wozu er sprechen wird. Und da Trump wenig zur Wirtschaft sagte, war auch nicht viel. Aber das massive Potential war da, Healthcare ist der Beweis.

Übrigens, auch Lockheed Martin bekam zur F-35 wieder ein paar Worte ab und schwupps, ging es runter. Da es nichts Neues war, hielt sich der Effekt aber in Grenzen.

(2)

Vor Trumps Termin, habe ich zur Stärke im Dollar in -> Das Imperium schlägt zurück <- gesagt, dass das vermutlich taktische Positionierungen dafür sind, dass Trump sich zur Wirtschaft positiv äussert. Die spätere Bewegung hat diese Vermutung bestätigt. Immer wenn klar wurde, dass zur Wirtschaft nicht mehr viel kam, fiel der Dollar wieder.

Und so ist nun auch folgerichtig, dass wir nach dem Termin nun einen deutlichen Swing in Richtung schwachem Dollar haben. Nicht weil irgend etwas an Trumps Performance "schwach" war, sondern weil diese spekulativen Positionen nun wieder aufgelöst werden.

Damit ist aber auch klar, wohin die Reise geht, wenn solche Programme dann später tatsächlich aufgelegt werden. Die Zeichen der Zeit weisen weiter auf einen steigenden Dollar.

(3)

Beim Thema Glaubwürdigkeit, hat Trump nach meinem Eindruck einen guten Job gemacht. Heisst nicht, dass ich alles 100% glaube, an vielen Stellen hat er bewusst Antworten vermieden, wie zum Beispiel bei der Frage, ob es keine Kontakte seiner Administration nach Russland im Wahlkampf gab. Vom professionellen Standpunkt sehe ich aber nicht, wie man das in der Situation hätte besser viel machen können, als mit der klaren Aggressivität und dem "I´m pissed" Habitus, den Trump an den Tag gelegt hat. Das wirkte authentisch und mehr kann man da in meinen Augen nicht erreichen.

Was den Wahrheitsgehalt der sehr dünnen Spekulation angeht, bleibe ich bei meinem Statement von heute morgen. Ich bin recht sicher, da ist etwas. Wenn der russische Geheimdienst bei dem Lebensstil Trumps und den vielen Besuchen nichts hätte, bestünde er nur aus Versagern oder Trump wäre ein Asket, nachdem er wirklich nicht aussieht.

Das was da ist, ist aber etwas völlig Normales in dieser Welt der Staatslenker und "High Profile" Personen. Auch andere Länder werden Dossiers haben und auch umgedreht, haben die Amerikaner jede Wette jede Menge über Putins Vermögen, dass er ja um jeden Preis verdeckt halten will, was ja klar ist. Putin schafft ja auch nur hart für das karge Brot des offiziellen Verdienstes und ist ansonsten Asket ohne Vermögen, während die Milliardäre der Nomenklatura um ihn herum laufen. Im Kreml brennt noch Licht. Jaja, ich glaubs ja.

Ich will sagen, es ist nicht überraschend und erst mal keine grosse Sache, dass über Trump was potentiell Kompromittierendes existieren wird und wenn es was Sexuelles wäre, wäre das auch kaum überraschend bei seinem Lebenswandel, den er ja öffentlich gemacht hat. Aber die Frage ist doch: ist das so überraschend und so ein Skandal? Eher nein, das ist die Welt der Geheimdienste. Ob Trump damit erpressbar wäre, das ist die Frage. Das ist aber rein spekulativ und da es bei den Geheimdiensten auch das Gleichgewicht des Schreckens gibt, würde ich sagen, eher nein. Das ist aber schon Spekulation und alles weitere, wäre noch mehr Spekulation und das muss ich mir nicht antun. Das hier Gesagte, kann man aber wenigstens noch halbwegs rational herleiten.

PS: Achja und noch was. Woher die "Fake News" durchgestochen wurden, weiss niemand. Dass aber die Demokraten im Wahlkampf hier mitgespielt haben, ist naheliegend und weitgehend bekannt. So viel zu hier die Guten (Demokraten) und da die Bösen (Republikaner). Eher mal wieder ein Beweis von: In der Schlacht sind alle Mittel recht. Der Rest ist Fassade.

PPS: Kremlsprecher Dmitri Peskow: "Russland sammelt weder Material über Trump noch über dessen demokratische Gegenkandidatin bei der Präsidentenwahl, Hillary Clinton." Liebe Russen, ich bin beleidigt. Für wie dämlich haltet Ihr mich eigentlich? Wenn Eure Geheimdienste kein Material über Trump und Clinton und Merkel und Xi und Abe und Hollande und May und und und sammeln, wozu habt ihr sie dann überhaupt? *Alle* Auslandsgeheimdienste tun das, es ist deshalb auch keine Schande. Ein solches Dementi ist daher eher eine (peinliche) Bestätigung.

(4)

Bemerkenswert ist, dass Trump - nachdem er das lange weggewischt hat - nun einen Satz gesagt hat: "Ich glaube es war Russland". Relativierend hat er aber gleich hinzu gefügt, dass das andere doch auch machen, erst Recht China. Wer will ihm da widersprechen?

Wir sehen daran aber erneut, wo sein "Auge des Zorns" darauf liegt. Eindeutig auf Peking und ganz ehrlich, so ganz falsch liegt er ja nicht. Bei aller berechtigten Bewunderung, wie dieses Riesenreich aus Armut langsam in die Neuzeit geführt wird, es hat es tatsächlich in hohem Masse auf Kosten der entwickelten Welt getan, in dem es Technologien abgegriffen und die Produzenten der entwickelten Welt mit unfairen Methoden aus dem Markt gedrückt hat.

Solange das alles mehr oder weniger in Symbiose als "verlängerte Werkbank" geschehen ist, war das ja kein Problem. Jetzt kommt mit dem statusinteressierten Xi aber der imperiale Grossmachthabitus und damit ist die Zeit der Kooperation vorbei.

Auf China kommen mit Trump harte Zeiten zu und aus dem Blickwinkel ist es natürlich für Trump auch strategisch total logisch, Russland wieder mehr an die Seite zu bekommen. Eine gewisse Enttäuschung über die Arroganz der Chinesen, ist bei den Russen ja wohl auch da, nach allem was man so hinter vorgehaltener Hand hört.

(5)

Für den breiten Markt, ist diese Pressekonferenz nichts, was ihn aus der Spur bringen muss. Eher wurden die Erwartungen bestätigt. Denn abseits des gesprochenen Inhalts, vermitteln so Termine ja auch immer Signale auf anderen kommunikativen Ebenen.

Und da muss ich sagen: Respekt. 70 Jahre, voller Energie und den Eindruck machend, alles im Griff zu haben. Gute Performance auf dieser Ebene.

Der Markt kann und wird nach dieser Pressekonferenz also erst Recht davon ausgehen, dass Trump bei seinen Ankündigungen ernst macht. Aus dieser Pressekonferenz, leitet sich kein Grund für eine Korrektur ab, die Amtseinführung kann kommen.

So weit von mir, bis Morgen!

Ihr Hari

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Alle Augen auf „The Donald“



Es ist schon erstaunlich, wie der Markt weiter impulsarm vor sich hin mäandriert, obwohl das neue Jahr ja begonnen hat und alle sich nun neu positionieren müssten.

Aber ich denke, dafür gibt es einen Grund und das ist wieder mal "The Donald". Denn dessen Amtseinführung rückt näher und näher und die grosse Frage, die alle - wirklich alle im Markt, die 2 und 2 zusammen zählen können - nun umtreibt ist, ob diese Amtseinführung im Sinne der "vollendeten Tatsache" zu verkaufen ist und was Trump denn nun konkret plant, abseits von Twitter-Ausfällen und dunklen Andeutungen.

Nicht nur der Markt fragt sich das, die ganze Welt. Merkel rätselt ebenso, was dieser Mann nun wirklich vor hat, wie Putin, der sich fragen wird, ob er hier wirklich auf die richtige Karte gesetzt hat. Und diese Frage steht nur dann nicht im Raum, wenn die Bindung von Trump zu Putin noch tiefer wäre, als wir ahnen. Was ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen kann. Dann wäre er schon sehr lange eine Art "Doppelagent", denn "The Donald" und "you are fired" ist ja nun eine Marke, die uns schon seit Jahrzehnten beglückt.

Nein, das ganze Verhalten, auch das Wegwischen jeder ernsthaften Erwägung, ob hier im Namen Putins nicht gefingert wurde, lässt sich ganz leicht aus dem Charakter Trumps erklären und das wird es wohl auch sein. Manchmal braucht es keine doppeldeutigen Erklärungen und die Wahrheit liegt vor unserer Nase. Und wenn Putin ein Bild von diesem Charakter hat, dann ist ihm auch klar, wie schnell die Sympathie in Ablehnung kippen kann. Putin ist aber wohl intelligent und zynisch genug, um Eitelkeiten Dritter zu pflegen und innerlich darüber zu grinsen, insofern dürfte er diese Klippen wohl umschiffen können.

Aber wie auch immer und was auch immer Trump nun tun wird, alle Welt fragt sich, was von dem Mann nun kommt. Und die Börse auch, die jede Menge Vorschusslorbeeren verteilt hat, fragt sich das ganz besonders.

Denn wenn an der Börse plötzlich die Parole umgehen sollte, dass doch alles ganz anders wird, dann - *DANN* - sehen wir hier mal richtig heftige Bewegung am Markt.

Insofern ist das aktuell eine Ruhe vor dem Sturm, die sich auch daraus speist, dass Morgen am 11.01. die erste, grosse Pressekonferenz stattfinden soll. Und Trump selber, schürt die Erwartungen: ->Trump promises answers <-.

Die Financial Times gibt hier eine -> gute Vorausschau <-. Womit nur die Frage übrig bleibt: Wann findet dieses verdammte Ding denn statt?

Nun, wir leben in den Zeiten von "The Donald" und mächtige Männer ohne preussischen Habitus, scheinen es nicht für nötig zu befinden, sich an Termine zu halten. Vielmehr scheinen sie das als Ausdruck ihrer Macht zu inszenieren. Von Putins lächerlichem Macho-Gehabe, durften wir -> hier <- ja lesen und wenn das auch nur ansatzweise stimmt, kann ich mir über Merkel nur erneut wieder gegen die Stirn klatschen.

Ganz offen, ich wäre nach einer Stunde schon wieder in den Bundeswehr-Jet gestiegen und hätte den Eklat bewusst öffentlich inszeniert, um die damit verbundene, disziplinierende Wirkung in Gang zu setzen. Die Frage ist doch, wer braucht wen mehr, das ist die wahre Machtfrage, die durch das Warten des einen auf den anderen ausgedrückt wird. Es ist exakt dieses Spiel aus der Kindergartenstube der Machtsymbolik, das da gespielt wird.

Auch schlechte Chefs mit übergrossem Ego, nutzen das gerne, um ihren Status gegenüber den Mitarbeitern zu zeigen. Das Wort "vorgelassen werden", drückt dabei die ganze, feudalistische Grundhaltung aus. Ich persönlich, habe immer grossen Wert darauf gelegt und tue das immer noch, dass ich *jeden* Termin respektiere und respektiert habe, auch mit dem unwichtigsten Akten-Abhefter oder Lagerarbeiter des Unternehmers. Ich musste den Termin ja nicht eingehen, wenn ich es aber tat, war es ein Gebot des Respekts, sich daran zu halten. Und wenn es sich dann doch mal verzögert hat, bin ich raus und habe mich persönlich entschuldigt.

Aber ich bin halt ein "Preusse", Kultur macht halt den Unterschied und mit Preussen, hätten es diese Leute weit weniger leicht. Der im Sinne der inneren Haltung letzte echte Preusse als Bundeskanzler, war Helmut Schmidt. Interessanterweise, würde übrigens genau deshalb die Achtung steigen, denn ganz so unwichtig und einflusslos ist Deutschland nun wahrlich nicht, dass man es sich nun unbedingt völlig mit dem Kanzler verscherzen will, auch nicht als Obama, Xi oder Putin. Aber das ist eine andere Geschichte.

Und noch etwas, Trump wird ganz sicher nicht warten müssen. Denn es ist völlig klar, welche Reaktion das auslösen würde. In diesem Fall die gleiche wie bei mir: Abreise und Eklat. Interessante Parallelität, sind wir nicht alle ein bischen Trump? 😉

Aber nach diesem "angepissten" Abstecher - denn ich kann diese Typologie die solche Mittel nutzt, so gar nicht leiden - zurück zu Trump. Denn dessen Termin für die Pressekonferenz, kenne ich Stand 17:00 Uhr MEZ nicht und ich vermute, niemand kennt ihn bis jetzt und wenn ihn jemand kennt, kann ihn Trump auch wieder per Twitter umwerfen.

Insofern wissen wir nun:

Morgen findet etwas *sehr Wichtiges* für den Markt statt, dass das Potential hat, diesen massiv in Bewegung zu versetzen. Die genau Uhrzeit kennen wir aber nicht, es wird aber sicher nicht vor 15 Uhr MEZ sein. Hoffen wir mal, dass wir morgen früh klüger sind.

Und daher warten wir nun. Nicht im Vorzimmer, sonst würde nun schon mein Pegel steigen. Sondern gemütlich zu Hause und da Trump mit uns ja nichts ausgemacht hat, ist das auch sein gutes Recht. Morgen früh wissen wir mehr.

Im auch wartenden Markt, tue ich mich daher schwer, abseits von taktischen Beobachtungen, wichtige Dinge zu identifizieren. Denn wir sind nun wirklich in der Situation, dass wir einen neuen Impuls brauchen und auch bekommen werden. Und der wird vielleicht wieder einen neuen Trend begründen, so wie das auch vor 2 Monaten nach der Wahl von Trump der Fall war.

Es macht einfach keinen Sinn, das nun erraten zu wollen, denn wir stecken nicht in Trumps Hirn, niemand tut das.

Was habe ich also heute als taktische Beobachtungen zu bieten?

Natürlich Gold und die Minen. Die Stärke setzt sich fort und heute hat Gold auch eine echte Überperformance zum Dollar. Die Evidenz steigt, dass hier etwas im Gange ist und im Chart nähert sich Gold nun der Zone um 1.200 USD, die vorher Unterstützung und nun Widerstand war/ist und deren überzeugende Überwindung, wohl endgültig den Hebel auf Grün umlegen würde:

Eine Reihe von Minen, sieht weiter im Chart interessant aus, ich zeige heute mal mit McEwen (MUX) und Iamgold (IAG) nur zwei Beispiele:

Cameco (CCJ), der Uran-Weltmarkführer, bestätigt mal wieder, dass technische Strukturen sehr wohl wichtige Signale geben. Vielleicht erinnern Sie sich ja an -> Uran to go <- im Forum letzten Donnerstag.

Nun sieht das so aus:

Auch der alte Bekannte Cerner (CERN), zeigt nach seinem grossen Einbruch nun interessante Lebenszeichen:

Hier haben wir aber noch kein klares Kaufsignal, wenn sich an den heutigen Tag aber weitere Stärke anschliessen sollte und die 50-Tage-Linie fällt, dann ist es vielleicht da.

Zur Vorsicht gemahnt hier aber immer noch dieses grosse Bild:

Man kann CERN also rein taktisch machen, aber nur mit einem Stop, der einen bei dieser SKS sehr frühzeitig auf die Seitenlinie bringt. Auch bei CERN hängt im Healthcare Information Markt natürlich viel von Trump ab. Es dürfte aber gerade diese Unsicherheit sein, die bisher Investitionen zurück gehalten und damit Cerners Pipeline belastet hat. Insofern steckt darin auch Chance.

So weit für heute Abend. Denken Sie mir an das Server-Update heute Nacht. Also keine "Krise" bekommen, wenn morgen etwas nicht funktioniert, ich habe diese Krise dann schon. 😉

Ihr Hari

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Kehrt, Marsch Marsch!



Guten Morgen!

Mit der Intelligenz ist das so eine Sache. Jeder auf der Welt hält sich selber für intelligent, auch der Dümmste. Das kann auch gar nicht anders sein, weil die intellektuelle Begrenzung ja auch die Grenze der Erkenntnisfähigkeit definiert.

Auf gut Deutsch, etwas was "über unseren Horizont" geht, können wir gar nicht erkennen und daher auch nicht erkennen, dass wir es nicht verstehen. Wir sind also völlig "blind", grössere Intelligenz um uns herum zu erkennen, könnten wir es, hätten wir sie ja.

Man sieht diesen Mechanimus auch sehr schön daran, welche Bilder typischerweise von "Überwesen" oder "Gottheiten" gezeichnet werden. Es sind typischerweise einfach nur Fortschreibungen des Menschlichen, mit besonders starken und grossen Attributen versehen, eher feuchte Träume menschlicher Allmachtsphantasien. Gott kann mal eben - um das Alte Testament zu bemühen - Meere teilen und per Genozid die "Sünder" zweier Städte auslöschen, weil sie nicht den Moralvorstellungen entsprechen. Die Frage, warum ein allmächtiges Wesen, das alles im Universum per "Grand Design" geschaffen hat, einen Genozid nötig hat, stellen wir lieber nicht. 😉

Das was aber ein wirkliches Überwesen (einen Gott) auszeichnen würde, das intellektuell so weit über uns steht, wie wir über der Amöbe, können wir unmöglich erkennen und in Worte fassen. Wie denn auch, unsere Erkenntnisfähigkeit ist eben begrenzt, das gilt selbst für die Intelligentesten unter uns. Der Satz "Gottes Wege sind unergründlich" ist daher noch einer der Intelligenteren zum Thema.

Und der Satz: "Ich weiss, dass ich nichts weiss", ist nicht Zeichen von geistiger Begrenzung, sondern eher von Intelligenz, denn um diese Begrenzung des eigenen Denkens überhaupt erfassen zu können, ist besondere Intelligenz nötig. Für Dumme ist die Welt immer einfach und klar und fest gefügt.

Nun haben wir ja einen kommenden Präsidenten, der keine regelmässigen Geheimdienst-Briefings zu brauchen glaubt, weil er sich für eine -> Smart Person <- hält. Hmmm. Hmmm.

Was sagt uns das? Erst einmal wenig, denn das kann Ausdruck einer narzistischen Persönlichkeitsstörung sein, es kann Ausdruck einer Agenda sein - Trump als Doppelagent sozusagen - aber auch ein Spiel, das er mit uns allen treibt. Wobei wenn es ein Spiel wäre, wären die öffentlichen Statements nicht nötig, die vor allem der Selbstvergewisserung dienen. Und wessen man sich immer wieder selbstvergewissern muss, dessen ist man sich scheinbar nicht so sicher.

Ich würde mich jedenfalls viel wohler fühlen, wenn Trump auch mal die Selbsterkenntnis eigener Grenzen zeigen würde und sei es auch nur als kurzes, augenzwinkerndes Aufblitzen nur für die, die intelligent genug sind, das Aufblitzen wahrzunehmen. Dann würde es mir leichter fallen, an seine Ratio und vor allem seine Intelligenz zu glauben.

Auf jeden Fall scheint seine Amtszeit unter einer "Kehrt, Marsch Marsch" Logik zu stehen, schon in seinem Kabinett ist das sichtbar. Dieses könnte nämlich, wenn die Leute Russisch sprechen würden, auch der Machtkreis um Putin mit Militärs und Oligarchen sein, denn Trumps sich entwickelndes Kabinett besteht im Wesentlichen nur aus Generälen und Wirtschaftsführern.

Jetzt hat das ohne jede Frage seine guten Seiten. Denn die Menschen die Trump da um sich herum versammelt, sind fast durchweg starke Charaktere, die vor allem wirtschaftlich völlig unabhängig sind und in ihrem restlichen Leben niemandem mehr nach dem Mund reden müssen. Das sind keine Parteikarrieristen, deren Rückrat schon lange heraus operiert wurde und die in Formelkompromissen denken. Das sind fast durchweg klassische "Alphas", die es gewohnt sind Anweisungen zu geben, zu steuern und an der Spitze zu stehen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie diese Ansammlung von Ego dann am Ende zusammen arbeiten wird. 😉

Was Führungskompetenz angeht, hat Trump da ohne Frage ein hoch potentes Kabinett im Aufbau. Gleichzeitig entfernt sich das Kabinett noch weiter vom "kleinen Mann", der Trump eigentlich ins Amt gehievt hat. Was wissen die Chefs grosser Börsenkonzerne mit dreistelligem Millionenvermögen schon von den Problemen des kleinen Mannes an der Strassenecke?

Es ist ein Kabinett der Extreme und es wird eine extreme politische Gegenreaktion nach sich ziehen. Wenn Bernie Sanders bei der nächsten Wahl mit fast 80 Jahren nicht eindeutig zu alt wäre, hätte ein Sozialist wie er wohl allerbeste Chancen, denn dieses Kabinett macht Trump angreifbar, es ist bei aller versammelter, unstrittiger Kompetenz, ein "Kehrt, Marsch Marsch" Kabinett, das nicht Amerika in seiner Breite repräsentiert.

Auch bei der Energie- und Klimapolitik können wir das "Kehrt, Marsch Marsch" schon sehen: -> Big Shakeup of US energy policiy <-

Wir sehen daran, wie zu extreme Positionen eine Gegenreaktion nach sich ziehen. In der Klimapolitik wurde das Pendel mutwillig ins Extrem gezerrt, als geradezu eine Hexenjagd gegen kritische Stimmen gestartet wurde. Schon dieser Begriff "Klimaleugner" zeugt davon, denn "leugnen" kann man nur, was eine unumstössliche Wahrheit ist.

Das ist schlicht peinlich und unwissenschaftlich, denn Zeichen von Wissenschaft ist gerade, dass man alles in Zweifel ziehen darf und alleine die messbaren bzw beweisbaren Fakten zählen. Galileo war auch ein "Leugner" der "unumstösslichen Wahrheit", dass Erde und Mensch der Mittelpunkt des Universums sind.

Das zeigt schon, in welchen intellektuellen Sumpf sich die begeben, die so aggressiv mit dem Begriff des "Leugners" jeden Zweifel ausgrenzen wollen. Und die Folge davon ist dann eine "Kehrt, Marsch Marsch" Gegenreaktion, die folgerichtig - siehe oben - ins andere Extrem zu schwingen scheint.

Ich finde das zum Verzweifeln und es zeigt uns, wie viel Wert eine rationale, ausgleichende und differenzierende Politik hat. Denn diese erspart uns diese unsinnigen Extreme. Je stärker aber das Pendel in die eine Richtung gezogen wird, desto stärker schwingt es am Ende zurück in die Gegenrichtung. Auch bei der völlig naiven und undifferenzierten "Refugees Welcome" Aufwallung, beobachten wir doch jetzt die starke Gegenreaktion, dabei liegt die Wahrheit wie immer in der Mitte: sicher nehmen wir Verfolgte auf, aber nicht jeden, nicht unbegrenzt und nicht unkonditional. Was ist so schwer daran, sich auf diese Selbstverständlichkeit zu einigen?

Beim Klima ist es doch ähnlich. Sicher wandelt sich das Klima, das ist nach den Daten doch offensichtlich. Und sicher hat der Mensch daran seinen Anteil, das ist wohl eine Binsenweisheit und gilt für fast alles auf dem Planeten, denn dieser wird von den 8 Milliarden Menschen schlicht dominiert.

Offen und durchaus diskussionsfähig ist aber, wie hoch der menschliche Anteil ist und was Teil eines natürlichen Zyklus ist, wie sinnvolle Projektionen aussehen und vor allem anderen, ob dieser Wandel wirklich ausschliesslich negativ ist? Denn es wird immer nur über die Dinge gesprochen, die sich negativ verändern, wie Inseln die unter dem Meer verschwinden werden. Dass es aus Sicht des Planeten als Ganzes, aber auch positive Effekte gibt, so wie Wüsten, die zum Leben erwachen, ist nie Thema.

Mein Opa hat immer etwas flapsig gesagt: "Erstunken ist noch niemand, erfroren schon". Ist eine Welt, die im globalen Massstab 2 Grad wärmer ist, also wirklich eine Katastrophe oder nur wieder ein Wandel mit Vor- und Nachteilen, dem man sich anpassen muss? Diese Frage zu stellen ist legitim, sie tot schlagen zu wollen, Zeichen argumentativer Schwäche.

Was ist also so schwer daran zu sagen: Ja, der Klimawandel existiert und ja, der Mensch hat Teil daran. Und nun lasst uns mal offen und lösungsorientiert diskutieren, wie wir das gestalten wollen und wo wir gegensteuern müssen.

Statt dessen gibt es Alarmismus, Denunzierung kritischer Stimmen als Leugner und nun bei Trump, das scheinbar komplette "Kehrt Marsch, Marsch" ins Carbonzeitalter zurück.

Nein, das Carbonzeitalter ist nicht unsere Zukunft, selbst wenn der Klimawandel nur eine gigantisch aufgeblasene Datenanomalie wäre (was er nicht ist), würde es für die Menschheit immer noch Sinn machen, zu sauberen und regenerativen Energieformen zu finden, die sich nicht verbrauchen. Das ist mal meine Überzeugung. Oder werden die Warptriebwerke der Enterprise etwa mit Kohle betrieben? 😉

Spannende Zeiten liegen vor uns, Trump wird extrem polarisieren - er tut es ja jetzt schon - und die Auswirkungen auf die Börse werden erheblich sein.

Unser Job als Anleger ist aber nicht, unseren Meinungen zu folgen. Unser Job ist Geld zu verdienen. Auch wenn ich zum Beispiel Solarenergie für eine gute Sache halte, komme ich als Anleger nicht umhin zu erkennen, dass mein Geld in der "World of Donald" wohl bei Cameco besser aufgehoben ist, als im Solarsektor. Wie ich das finde, ist dabei nebensächlich.

Und am Ende können wir es als Individuen sowieso nicht ändern. Ob Trump also wirklich besonders intelligent ist, oder - wie es mir eher scheint - ein durchschnittlich intelligenter Mensch mit krankhaft aufgeblasenem Geltungsbedürfnis ist, werden wir vom Zuschauersitz aus beobachten.

Was wir aber beeinflussen können, sind unsere Depots und in denen folgen wir dem Markt und stellen uns nicht gegen ihn. Und wenn der "Kehrt, Marsch Marsch" macht, dann knallen wir unsere Hacken zusammen, rufen "YES SIR" und machen das auch. 😉

Womit wir nach dieser langen, politisch-gesellschaftlichen Rede nun beim Markt dieser Woche sind. 😀

Dass der überkauft und korrekturreif ist, wissen wir. Dass ein so starker Markt nicht einfach kehrt macht, sondern eher weiter steigt, wissen wir auch. Wie beim "Stall" - dem Strömungabriss - kommt die Wende nicht sofort, sondern es gibt oben am Scheitelpunkt eine Phase der Ruhe und Bewegungsarmut, wenn man so will die Ruhe vor der Wende. Vielleicht wird ja der Jahreswechsel diese Ruhephase.

Diese Woche wird völlig von der FED dominiert, die uns wie immer Mittwoch Abend um 20 Uhr mit ihrer Weisheit beglückt. Ich ziehe nun mal meine nicht vorhandene Glaskugel heraus und sage Ihnen, was wir da vor uns haben:

Erstens, die FED wird den Leitzins um einen Viertel-Punkt auf 0,75% erhöhen. Das ist totaler Konsens, ich habe zuletzt von 97% Wahrscheinlichkeit gelesen, also ein sehr unspannendes, voll eingepreistes Thema.

Zweitens wird sich die FED zum kommenden Jahr und zur weiteren Zinspolitik äussern müssen. Das ist verflucht schwierig für die FED. Nicht nur, weil die Zukunft sowieso im Dunkeln liegt - interne volkswirtschafliche Projektionen hin oder her - sondern vor allem wegen Trump.

Keiner kann heute seriös sagen, ob Trump die Inflation ans Laufen bringt oder nicht. Und weil das so ist, kann die FED sich seriös nicht festlegen und muss sich hohe Flexibilität bewahren.

Diese völlig offene Lage trifft mit Janet Yellen auf eine FED-Chefin, die sowieso einen ganz starken Hang zum "Play it Safe" besitzt. Adrenalin-Sport und der Spass am Risiko, ist ihr genetisch wohl nicht in die Wiege gelegt, was für eine FED-Chefin ja auch nicht die schlechteste Charaktereigenschaft ist.

Also bleibt nur eine logische Schlussfolgerung, die FED wird sich alles offen halten, wird deswegen ihr Statement zu 2017 so indifferent wie möglich formulieren.

Bleibt nur die Frage, wie der Markt auf 0,25% Erhöhung und ansonsten wenig inhaltlichem Honig reagieren wird? Wohl mit einer ganz leichten "Sell the News" Reaktion und dann weiter im Text zur Jahresendrally.

Das ist meine persönliche Erwartung an diesen Mittwoch und diese Woche. Eine Seitwärtsbewegung, mit einiger Hektik zum Freitag, an dem der grosse Hexensabbat bei den Optionen abläuft und viel Geld verloren oder gewonnen wird.

Einen erneuten massiven Schub nach oben sehe ich nicht, einen starken Absturz auch nicht, dafür wollen zu viele noch zum Jahresende rein. Aber natürlich kann mich der Markt auch diese Woche wieder überraschen, you never know.

An einzelnen Aktien will ich heute früh nur an Drägerwerk erinnern. Ich hatte die Aktie am 10. Oktober in -> na geht doch - vielleicht <- als Rebound-Kandidat vorgestellt und das hat sich wunderbar bestätigt:

Wie bei fast allen Aktien derzeit, ist auch Drägerwerk natürlich kurzfristig korrekturreif. Darüber hinaus aber, hat diese Bewegung in all ihrer symmetrischen Schönheit aber noch Potential. Und immerhin ist Drägerwerk nicht einem Geschäft, das von Trump auf den Kopf gestellt werden kann, insofern haben wir hier freie Bahn. 😉

So viel heute früh, ich wünsche eine erfolgreiche Woche. Schlagen wir die Hacken zusammen und schreien: YES SIR, SIR! - zumindest als Anleger. Das nennt man Trendfolge. 😛

Ihr Hari

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Psychologie der Massen



Sie sehen, liebe Mitglieder, dass sich der S&P500 mit einem leicht fallenden Dollar und steigenden Ölpreisen, auf den für diese Woche erwarteten Weg nach oben gemacht hat.

Stand 18:00 Uhr haben wir ein bisheriges Hoch von 2.193,81 und ein Allzeithoch am 15.08. von 2.193,61. Das nennt man wohl "knapp", aber es hat eindeutig *Pling* gemacht, das Allzeithoch ist gefallen!

Man stelle sich vor, was mit dem S&P500 nun passieren wird, wenn der Dollar tatsächlich weiter fällt, denn es ist ein Zeichen von Stärke, dass der Index sich beim starken Dollar der letzten Wochen, nicht von den Höchstständen verabschiedet hat.

Umgedreht, ist nun der DAX und anderen europäische Indizes zu sehen. Die Chance für Stärke war gute 2 Monate deutlich vorhanden, sie wurde aber nicht genutzt und zuletzt konnte der DAX auch von dem schwachen Euro nicht mehr sehr profitieren, nicht unbedingt ein Zeichen von Stärke. Mit Trumps Wahl, ist die Präferenz des DAX wieder am Ende, das habe ich gleich nach der Wahl so gesagt. Denn Trumps grundlegend protektionistischer Ansatz, bevorzugt die US Binnenkonjunktur, nicht aber starke Exportnationen.

Aber auch unabhängig davon, ist eine gewisse Skepsis ja nun auch kein Wunder, wenn man sieht, welche Fragezeichen da nun über Europa schweben, von Italien über Frankreich bis Deutschland und bis zu einem möglichen -> Steuerwettlauf mit Grossbritannien <-. Das Zeitfenster in dem diese Risiken noch weiter weg waren, wurde vom DAX einfach nicht genutzt.

Mit dem leicht wieder fallenden Dollar, kommt auch Gold wieder etwas von den Tiefs weg, aber der Bewegung fehlt jede Eigendynamik, es ist nicht mehr als ein Schwingen mit dem Dollar. Das sieht wenig überzeugend aus.

Was Öl angeht, wird nun fröhlich das Spiel der Ankündigungen im Vorlauf der OPEC-Sitzung kommende Woche gespielt. Nachdem zuletzt Putin mit positiven Aussagen zu den Einigungsschancen zitiert wurde, helfen nun Aussagen von iranischer Seite dem Ölpreis, die die Hoffnung auf preisstützende Maßnahmen der Opec wieder auffrischen. Irans Ölminister Bijan Zangeneh zeigt sich zuversichtlich, dass sich die Opec demnächst auf eine Förderdrosselung einigt.

Öl steigt in Folge stark, die Kernfrage ist aber, welche Marktmacht die OPEC überhaupt noch hat, wenn Trump die Fracking Industrie massiv produzieren lässt und diese gleichzeitig durch protektionistische Schranken vor zu niedrigen Ölpreisen schützt?

Nachdem Öl ja lange die Chance auf eine massive iSKS hatte, ist nun auch eine Seitwärtsbewegung im Band 40-50 USD realistisch geworden. Vorhanden, ist die Chance auf die iSKS und Kurse oberhalb 70 USD aber immer noch:

wti-21-11-16

Was Einzelaktien angeht, ist es bei dem Ölpreis natürlich kein Wunder, dass die Ölwerte heute haussieren und beispielsweise eine Murphy Oil (MUR) weiter sehr aussichtsreich aussieht.

mur-21-11-16

Aber auch die gute alte Chesapeake Energy (CHK), an die ich vor einer knappen Woche in -> Mean Reversion Day <- erinnert habe, scheint nun vielleicht nach oben ausbrechen zu wollen:

chk-21-11-16

Auch Cerner (CERN) scheint, wie letzten Freitag -> hier <- erwartet, nun zum Rebound anzusetzen:

cern-21-11-16

Das ist wenig überraschend und für uns nur Bestätigung, wie zuverlässig die Markttechnik uns Signale geben kann. Die Kernfrage hier ist aber eine andere und die habe ich im Artikel letzte Woche thematisiert. Es ist die Frage, wie hoch der Rebound geht und ob und wo er wieder dreht. Das wird eine grosse Menge über den weiteren Verlauf der Aktie aussagen.

Wer nun aber meint, man müsste das im Vorfeld erraten um hier Geld zu verdienen, liegt falsch. Wer diese Aktie spielen will, ist nun drin und lässt das Schicksal entscheiden. Entweder dreht die Aktie wieder nach unten, dann lässt man sich mehr oder weniger Null-auf-Null wieder ausstoppen, wischt den Mund ab und macht woanders weiter. Oder man hat einen Treffer gelandet, dann schiebt man irgendwann den Stop nach und hat ein breites Grinsen im Gesicht. Genau so funktioniert auf jeden Fall rein opportunistisches Handeln am Markt.

Im Biotech-Bereich, legt der mit einer Marktkapitalisierung von fast 20 Milliarden, mittelgrosse Wert Incyte (INCY) nun einen veritablen Ausbruch aus einem steigenden Trendkanal hin:

incy-21-11-16

Der ganze Sektor hat die ganz grosse Rally aber noch gar nicht gestartet, weil auch über Trumps Plänen zum Thema Gesundheit, noch zu viele Fragezeichen schweben.

Trotzdem, ich blicke nach wie vor positiv auf den Sektor, dem ich weiter viel Potential zubillige. Ich habe dem Forum entnommen, dass da einige Mitglieder vom Hin- und Her im Herbst genervt waren. Ich halte das aber ehrlich gesagt für etwas kurzsichtig.

Denn das der Sektor bis zur Wahl mit den politischen Erwartungen schwingen würde, war doch schon Anfang des Jahres klar. Und dass der Sektor kurzfristig sehr volatil ist, langfristig aber voll grosser Chancen, ist nach wie vor klar.

Wer hier investiert, braucht also eine ruhige Hand und eine klare Strategie der Akkumulation in Schwäche hinein, dann geht da langfristig auch was, da bin ich zuversichtlich. Nur Geduld braucht es.

So weit vom Markt für heute, von einem Tag, der wie erwartet ruhig mit positivem Unterton verläuft. In dieser Thanksgiving-Woche, dürfte das nach aller Voraussicht auch der Ton bleiben, da geht also noch was mit intelligenter Titelwahl.

Übrigens ....

Zum Schluss noch etwas ganz Anderes, sozusagen ein persönliches Statement zu den Grundlagen der Freiheit, die für mich zentral auf der Freiheit des Geistes beruht.

Sie haben ja vielleicht in Erinnerung, dass ich die Wirkung der sozialen Netzwerke, schon mit dem Bild der sensationsgeilen, gierigen Masse an Körpern in A. Paul Webers berühmtem Bild "Das Gerücht" verglichen habe.

geruecht

Ich habe das Bild von -> hier <- aus dem Weber Museum.

Hier ist nun ein sehr schönes kleines Beispiel zu dem Thema, wie soziale Medien zur Machtausübung eingesetzt werden:
-> Daimler Manager in China am Pranger <-

Um so gefährlicher wird das, wenn diese Mechanismen wie vermutlich hier, von staatlichen Institutionen gefördert werden. Das Mittelalter mit seinen Hexenprozessen und seinem öffentlichen Pranger, breitet sich wieder aus in der Welt. Es kommt im Gewande der "individuellen Meinungsäusserung".

Jeder Einzelne, hält sich zwar für völlig autonom und frei in seiner Meinung und Entscheidung. Dass Menschen in Masse aber manipulierbar sind und berechenbar agieren, hat nicht nur Gustave Le Bon in seiner berühmten -> Psychologie der Massen <- schon erkannt, auf die auch Goebbels und Co. aufgebaut haben und die jeder mal gelesen haben sollte.

Mit dem Verlust objektiver Autoritäten in Politik und Medien, einem moralisch daher kommenden Anpassungsdruck, der zentral definieren will, was "gutes" Verhalten in der Welt zu sein hat und einer zunehmenden "Vermarktung" von Wissenschaft, die es mit der wissenschaftlichen Methode dann nicht mehr so ernst nimmt, gerät auch unsere Gesellschaft in ein Fahrwasser, das über die Macht der sozialen Medien und das berechenbare Verhalten der Masse, wunderbar zu steuern ist.

Putin hat das in seinem Reich schon sehr perfektioniert - unter dem Dauerfeuer der eleganten "Twists", mit denen die Wirklichkeit durch staatliche Medien immer in die genehme Richtung geschoben wird, hat sich ein weit homogeneres Bild der "Wirklichkeit" in der Bevölkerung gebildet, als es bei einem breiten, pluralistischen Meinungsangebot der Fall wäre. Ein gesundes Mass an Abgrenzung zur "dekadenten" westlichen Welt, tut dann wie in China sein Übriges, um abweichende Gedanken gar nicht erst aufkommen zu lassen und sich wohlig in der vermeintlich überlegenen, eigenen kulturellen Identität suhlen zu lassen.

Ich finde es vor diesem Hintergrund faszinierend und erschreckend gleichzeitig, dass die, die hierzulande durchaus nicht ganz grundlos "Lügenpresse" rufen, dann oft eine besondere Affinität zu Putins Reich zeigen. Den Widerspruch konnte mir noch keiner wirklich erklären, denn was die Pluralität und Objektivität der Berichterstattung angeht, kommt man da vom Regen der westlichen Moralberieselungspresse, in die Traufe harter informationeller Gleichschaltung.

Wer sich diese Twists anschauen will, muss nur regelmässig bei neuen Weltnachrichten schauen, wie alles bei RT.com mit einem gewissen Zungenschlag versehen wird. Man beachte, dass dieses Medium sich bewusst an westliche Leser wendet. Ich tue das regelmässig, einfach um die Augen aufzuhalten und das Muster des Bildes zu erkennen, das verbreitet werden soll. Nach einer gewissen Zeit des Vergleichs, wird die immer gleiche Methode der intelligenten Vedrehung und Desinformation schnell deutlich, wenn man sich einen offenen Geist bewahrt hat. Man sollte sich aber keiner Illusion hin geben, wenn man nur das liest, kommt das im Laufe der Zeit ebenso einer Gehirnwäsche gleich, wie wenn man seine Wirklichkeit ausschliesslich aus den bekannten Medien mit der moralinen Bugwelle des Westens bezieht.

Das Ergebnis derartiger informationeller "Gleichschaltung", wie sie auch in China versucht wird, ist immer, dass Demokrate ihre Funktion verliert. Denn wenn alle das Gleiche denken, weil es keine anderen Wahrheiten mehr gibt, dann hat Demokratie keine Funktion mehr und die 90% Mehrheiten ala Honecker werden real.

In diesem fatalen Mechanismus, steckt für mich auch der wahre Kern der eigentlich übertriebenen "Lügenpresse"-Vorwürfe an unsere Medien. Die "lügen" zwar nicht alle nach einem gesteuerten, gemeinsamen Plan, sie sind in den Leitungsfunktionen aber durchsetzt von Menschen der gleichen Weltanschauung, so dass gefühlt ein Einheitsbrei heraus kommt, der dem Einheitsbrei der im Bundestag vertretenen Parteien gleich kommt. Echte Pluralität, wird mittlerweile von Blogs und kleineren Angeboten hergestellt - GEZ-finanziert, findet sich die Pluralität nur höchst selten.

Besonders stösst mir dabei auf, wie schon die Kleinsten in diesem Ton indoktriniert werden. Ich würde meine Sohn gerne regelmässig Kindernachrichten gucken lassen. Das einzige Angebot das ich gefunden habe, ist -> Logo <- vom ZDF. Ich habe bewusst die Darstellungen zu den aktuellen Ereignissen wie Trumps Wahl, Flüchtlinge, Klima etc angeschaut. Die Darstellung entspricht etwas spitz gesagt, weitgehend der des Parteitages der Grünen. Das ist ja in Ordnung, es ist keine Schande diese Weltsicht zu haben.

Es ist aber zum Beispiel ein Problem, dass fast immer ein negatives Bild der Wirtschaft verbreitet wird. Kennen Sie zum Beispiel einen Tatort im Fernsehen, in dem einem Unternehmenschef mal eine sympathische, positive Rolle zugefallen ist? Sympathisch, werden fast immer nur die Verlierer dargestellt, Unternehmer sind im GEZ finanzierten Fernsehen wahlweise korrupt oder rücksichtslos, zumindest aber eitle Säcke.

Das hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun, moralische Integrität hat nämlich keine Korrelation zum sozialen Status. Es hat aber viel mit dem Weltbild der Autoren zu tun.

Eine objektive, pluralistische Weltsicht, die unseren Kinder dabei hilft, einen freien Geist zu entwickeln, sieht für mich auf jeden Fall anders aus. Wenn jemand eine Quelle für gute, informative Kindernachrichten ohne weltverbessernde Moralisierung kennt, immer heraus damit!

Der Wettstreit und der friedliche Machtwechsel in einer Demokratie, kann auf jeden Fall nur dann gelingen, wenn dieser auf dem offenen Diskurs unterschiedlicher Meinungen beruht, die alle ihre Chance bekommen, sich zu entwickeln. Jeder, der das mit welchen Gründen auch immer zu unterbinden versucht - sei es mit machtpolitischen oder vermeintlich moralischen Gründen - bereitet einer (Meinungs-)Diktatur den Boden und gehört zu den zu bekämpfenden "Bösen", nach meiner persönlichen Definition von Freiheit.

Das "Böse" kommt auch nie im gleichen Gewand und man kann es auch nicht an den Symbolen erkennen, die wechseln. Was das "Böse eint, sind die Methoden, die immer ein Ziel haben: Kontrolle und Machtausübung über die Massen, statt individuelle Freiheit und individuelle Lebensentwürfe zuzulassen.

Die Diskussion zwischen Links und Rechts ist für mich dabei am Thema vorbei. Zentral ist für mich der Konflikt zwischen zentral gesteuerten, "volksbeglückenden" Politik-Systemen und der Verteidigung der individuellen Freiheit, die eben gerade die Freiheit ist ganz anders zu schreiben und zu denken, als es den aktuell Mächtigen gefällt.

Systeme die Freiheit zulassen, sind autoritären Systemen massivst überlegen, weil sie so viel kreativer und am Ende auch effizienter sind. Diese Freiheit, will aber immer wieder verteidigt werden, gegen staatliche Propaganda ebenso, wie gegen moralische Gleichschaltung und Denkverbote im Gewand des "Guten". Denn der, der definiert was überhaupt "Gut" sein darf, besitzt die Macht. Das war schon immer so und darum ging es schon immer seit tausenden von Jahren.

Versuche der Mächtigen, öffentliche Meinung zu steuern, hat es auch schon immer gegeben. Mit den modernen, sozialen Medien, ist ihnen aber ein subtiles Mittel an die Hand gegeben worden, mit denen sie die Individuen direkt erreichen und indirekt steuern können. Und diese glauben in ihrem Herdentrieb auch noch, dass ihre Meinung ja ach so individuell sei. Das Bild von Paul A. Weber trifft es für mich - leider.

Ich betrachte die Gefahr als immens, dass wir wieder in ein dunkles, informationelles Zeitalter abrutschen. Das ist der Kampf, bei dem für mich eine klare Seite existiert, auf der ich stehe und medial "mein Schwert ziehe".

Ihr Hari

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Der Narzist



Der DAX hat die 10.200 genommen und hat damit die Chance, den Weg Richtung 10.500 einzuschlagen. Dabei geholfen, hat ein überraschend starker Ifo-Index:

DAX 25.07.16

Die Wahrnehmung, dass im DAX nun kurzfristig höhere Chancen als im S&P500 sind, war wohl zutreffend. Falls die FED als Unsicherheitsfaktor nicht dazwischen funkt, favorisiere ich im DAX ganz leicht den "grünen" Weg nach oben.

Der S&P500 dagegen verharrt unverändert in der Starre auf hohem Niveau, die sich vor der FED auch potentiell nicht auflösen wird. Leicht Gewinnmitnahmen im Vorfeld, wären aber nicht untypisch.

Auch Gold macht weiter was zu erwarten war, auch hier kann ich wieder nur daran erinnern, dass die FED hier der potentielle Katalysator für eine starke Bewegung ist:

XAUUSD 25.07.16

Ein kurzer Taucher unter 1.300 USD in den eingezeichneten Bereich, wäre durchaus typisch. Wäre dann aber auch ein potentielles Long-Setup.

Yahoo -> verschwindet wohl vom Kurszettel <-, zur "lebenden Leiche" ist es schon von alleine geworden.

Micron (MU), schiesst nach oben und ist nun kurz davor, eine neues Verlaufshoch zu generieren:

MU 25.07.16

Das Ganze hat wohl mit diesem -> Shareholder Rights Plan <- zu tun, ich gestehe aber, dass ich keine Lust habe, mich da einzulesen.

Mir genügt das Chart und das signalisiert nach wie vor gute Chancen, bei gleichzeitig nach unten klaren Begrenzungen.

Der hier schon besprochene Biotech-Wert Cara Therapeutics (CARA) zeigt, warum es bei solchen Werten im Biotech-Sektor Sinn machen kann, gut diversifiert am Boden zu fischen:

Cara 25.07.16

Denn wenn ein Boden mal gefunden wurde, braucht es Geduld aber irgendwann macht es mit guten Chancen: *Boom*!

Recht gut sieht auch CyberArk (CYBR) nun aus. Schauen Sie mal, Retest und Abflug:

CYBR 25.07.16

Viel mehr fällt mir nicht auf, auch an Zahlen war noch wenig los und heute Abend nach Handelsschluss, kommen aus unserem Universum nur Express Scripts (ESRX), Gilead Sciences (GILD) und Texas Instruments (TXN).

Interessant ist vielleicht noch, dass die in -> Negierung der Gravitation <- erwähnte Cryolife (CRY) heute Abend auch mit Zahlen kommt.

Übrigens, falls jemand der Meinung sein sollte, dass wir noch nicht genügend Probleme haben, in mir wächst die Erwartung, dass Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden wird:

-> Sieg des Bösen <-

Ein US Präsident, der relativ eindeutig und auch für "Hobbypsychologen" wie mich recht klar zu sehen, ein -> gefährlicher Narzist <- zu sein scheint, noch mehr, als es Politiker sowieso sein müssen.

Ich habe viel an Bush und Obama kritisiert, aber gegenüber Trump, würde ich mir beide mit Kusshand zurück wünschen.

Hillary Clinton ist einfach zu schwach und zu ungeliebt, sie macht zu viele Fehler, bringt keine glaubwürdige Emotion herüber und hat zu viele erbitterte Gegner.

Ob Snowden nun ein russischer Doppelagent war, vermag ich im Kampf der Dementies und Theorien nicht zu sagen. Im Sinne "Cui Bono" ist aber recht eindeutig, dass Snowden spätestens in Russland vom russischen Geheimdienst abgeschöpft wurde und diese Informationen nun genutzt werden. Und recht eindeutig ist, dass Trumps naive, isolationistische Bilder zur Weltpolitik, Putin extrem gefallen und dieser daher ein massives Interesse hat, Hillary Clinton zu schaden.

Das Problem ist, es gibt ein ganz einfaches Mittel um Trump zum sicheren Sieg zu verhelfen. In der Woche vor der Wahl, muss es einen - oder besser mehrere - schlimme Anschläge mit IS Hintergrund geben. Da reichen je drei Attentäter gleichzeitig in New York, Los Angeles und Washington und Trump ist Präsident. Und es gibt genügend Zynismus in der Welt, um das zu nutzen. Denn auch dem IS selber, ist ein Präsident Trump viel lieber, als jemand der den Ausgleich versucht. Der IS lebt von der Radikalisierung.

Die gute Frau Merkel sollte sich also schon mal gedanklich auf Trump einstellen und die Frage, was mit dem Atomschirm passiert, während uns gleichzeitig Propaganda einreden will, dass man einen Atomschirm ja nicht braucht, was an den politischen Rändern garantiert verfangen wird. Letztlich geht es aber immer nur um strategische Einflusszonen und wenn sich eine USA Trumps zurück zieht, entsteht ein Vakuum, das man als Deutschland und Europa selber füllen muss oder "es wird gefüllt werden". Hochgefährlich, ist das allemal.

Da kommt eine Menge Verantwortung auf unsere verunsicherte Gesellschaft zu, die im Moment an viel einfacheren Realitäten schon intellektuell scheitert. Vor bald vierzig Jahren, hatten wir einen Helmut Schmidt, der den -> Nato-Doppelbeschluss <- durchgeboxt hat. Wen haben wir jetzt für so viel Rückrat? Haben wir überhaupt noch Politiker, die zu so harten aber notwendigen Entscheidungen in der Lage sind?

Ich weiss, manchmal höre ich mich in der letzten Zeit wie Nostradamus an, dabei bin ich, ob Sie es glauben oder nicht, ein im Kern im Sinne "can do" optimistisch der chancenreichen Zukunft zugewandter Mensch. Hätte ich das Gefühl, eine resiliente und sturmerprobte Gesellschaft hinter mir zu haben, wäre ich optimistisch, dass eine solche Veränderung Chance ist. Dieses Gefühl habe ich aber leider nicht.

Ich stehe im Moment etwas neben mir, weil ich so voller Gedanken bin, die mich umtreiben und die eben nichts mit Börse zu tun haben.

Ich wünsche trotzdem einen schönen Abend.

Ihr Hari

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