Hari Live Stream 14.11.19



15:50 MEZ - ZH2

Erneut gab es Versuche, den Markt ein wenig nach unten zu bringen und erneut wurden diese abgwiesen. Die Erwartung, dass nun ein Dip in der Grössenordnung 3% Minus bevorsteht, bevor es zum Jahresende weiter hoch geht, lese ich nun zunehmend bei den besseren Marktbeobachtern, sprich die Sicht ist zum Konsens geworden - wenn man die sowieso nicht satisfaktionsfähigen Permabaeren mal aussen vor lässt.

Dieser Konsens macht diesen Pfad aber unwahrscheinlicher, denn wie oft erklärt, ist der Weg für den Markt dort am einfachsten, wo kein Widerstand durch vorhandene Positionierungen droht.

Insofern, wenn der Dip bis Ende nächster Woche wirklich nicht kommen sollte, haben wir zwei theoretische Szenarien, die wir ernst nehmen müssen.

Im Ersten gibt es keinen Dip und der Markt läuft wie 2017 in einem Strich bis ins neue Jahr hinein nach oben.

Im Zweiten sehen wir die finalen Hochs Ende November bzw Anfang Dezember und ins Jahresende hinein, ist der Vortrieb schon verbraucht.

Das erste Szenario ist fraglos deutlich wahrscheinlicher als das zweite, wenn man sich die aktuelle Marktmechanik anschaut, aber das zweite ist fraglos denkbar.

Bis zumindest Mitte nächster Woche halte ich aber weiter nach diesem Dip Ausschau, der für den Markt gesund wäre. Nur weil viele der besseren Marktbeobachter das nun erwarten, muss es ja nicht falsch sein:

15:58 MEZ - ZH3

Wer das Video am Montag gesehen hat, hat am Ende auch gehört, was ich über K+S gesagt habe. Und wer länger dabei ist weiss, was ich von dem Unternehmen und dem Management halte - zumindest dem alten.

Und heute kam prompt die dazu passende Nachricht: -> K+S mit Gewinnwarnung <-

"Ach was!" mag ich da nur sarkastisch ausrufen, der Markt hat es schon gewusst, nun kommen noch einmal 5% Minus dazu. Hier das gruselige Chart eines Unternehmens, das niemand im Depot braucht.

Wobei gut, für Shorties ist das schon ein interessanter Wert. Und auch für Masochisten, die sich gerne selber geisseln. 😛

16:10 MEZ - ZH4

Bei Cisco (CSCO) hatte ich im Video schon eine gewisse Vorsicht und Skepsis zu den Zahlen formuliert und Cisco hat mehr als das getan, nämlich -> schwer enttäuscht <-.

Wobei die Zahlen keine Enttäuschung waren, der Ausblick und die begleitenden Worte des Mamagements waren es aber, die von einem weiter sehr schwierigen Umfeld sprachen.

Nun muss man sich klar machen, dass Cisco in Teilen im gleichen Markt unterwegs ist, wie auch Nokia und bei denen hatte es ja auch unlängst gerappelt. Wir reden hier bei Cisco also über keine unternehmensspezifischen Probleme, sondern eine Schwäche des Netzwerk-Geschäftes, das natürlich unter dem Handelskrieg und der Unsicherheit um das Huawei-Drama leidet.

Das macht es kurzfristig aber nicht besser, im Video sprach ich davon, dass die 40 USD gut noch angelaufen werden könnten und danach sieht es nach dem heutigen Einschlag auch aus:

16:20 MEZ

Was jetzt kommt, ist von fundamentalem Charakter und hat mit meiner unternehmerischen Sicht zu tun. Mit Daimler als Aktie, hätte ich nun ein großes Problem, wenn ich sie im Investmentdepot hätte. Habe ich aber nicht.

Der Grund sind -> solche Sparmaßnahmen <-, die vom neuen Chef Källenius ausgehen, der sowieso schon -> einen Fehlstart hatte <-.

Das Problem ist der Umbruch in der Mobilität, der massive Investitionen und eine positive Zukunftssicht der Belegschaft erfordert. Ein Umbruch den Daimler bei der bestehenden Größe sowieso kaum als Vollsortiment-Anbieter durchstehen kann, weil die dafür nötigen Ressourcen, alleine wohl nicht gestemmt werden können.

Wenn man in so eine Phase aber mit Sparmassen geht, weil man sein altes Geschäft nicht im Griff hat, ist das ungefähr so wie wenn ein Hirsch schon ausgehungert in den Winter geht, das Risiko dass er es nicht heraus schafft, ist erheblich.

Nun müssen wir bei Daimler keine Pleiteangst haben, aber da existiert imho ein strategisches Grössenproblem.

Ich bin überzeugt, Daimler könnte sich bei seiner Größe und Profitabilität nur dann als Vollsortimenter in die neue Welt mit ihren gewaltigen Investitionen retten, wenn sie jetzt vor Stärke kaum laufen könnten.

Denn wenn die Welt und die Claims neu verteilt werden, muss man investieren und investieren und nicht mit Sparmassnahmen einen defensiven Fokus im Unternehmen setzen.

So aber, wird Daimler entweder mit BMW fusionen müssen, die ein ähnliches Problem haben. Oder Daimler müsste sich auf bestimmte Segmente fokussieren und nicht überall mitspielen wollen - also zum Nischenanbieter werden.

Oder Daimler wird in massive finanzielle Probleme im nächsten Downturn laufen.

Umbrüche sind auch in der Natur die Phasen, in der sich die Anpassungsfähigsten evolutionär durchsetzen und die anderen vergehen. Schwächen, die in einer bewährten Umwelt noch kaschiert werden können, treten im Umbruch typischerweise schmerzhaft zu Tage.

Völlig unabhängig von Chartstrukturen, schaue ich auf Daimler mit einer gewissen Skepsis. Bei BMW ist es ähnlich, die sind aber bei den Produkten wenigstens etwas fokussierter und haben den Vorteil des Ankeraktionärs.

16:55 MEZ - ZH3

Zu Walmart (WMT) war ich ja im Video durchaus optimistisch und habe eine Fortsetzung des nach oben laufenden Trendkanals in Aussicht gestellt. Zumindest hat das Chart darauf hingedeutet.

Danach sieht es -> nach ausgezeichneten Zahlen <- auch aus.

Walmart ist scheinbar mit seiner Größe einer der wenigen Retailer, der ernsthaft gegen Amazon gegen- bzw mithalten kann.

17:30 MEZ - ZH3

Sehr spannend ist die Nachricht, dass Thermo Fisher Scientific (TMO) an einer -> 8 Milliarden Übernahme <- von Qiagen interessiert ist!

Der Markt reagiert darauf beidseitig positiv, eine Null beim Käufer ist ein klares Positivum, da solche Übernahmen beim Käufer in der Regel erst einmal zu Abgaben wegen des gezahlten Goodwill führen. Und beim Aufgekauften führt es zu einer positiven Reaktion, so auch hier:

Ich reagiere auch positiv auf den Gedanken, es zeigt wieder, warum TMO für mich seit Jahren ein Basisinvestment ist und dass wir als Anleger dort ein fähiges Management vorfinden. Denn hier werden keine Übernahmen um jeden Preis durchgedrückt, die unter der Überschrift "Hochzeit im Himmel" vor allem dem Ego des Managements dienen.

Hier wird ganz pragmatisch und intelligent die Schwäche von Qiagen genutzt, um sich ein perfekt zum eigenen Geschäft passendes Portfolio einzuverleiben. So sollte das sein!

8 Milliarden sind für TMO zwar eine Hausnummer, aber auch nicht so groß, dass TMO mit seiner MarketCap von 120 Milliarden das nicht gut stemmen könnte.

Also, meinen Segen hätte dieser Deal. 😛

17:40 MEZ - ZH1

Jetzt aber bitte, bitte: -> Down, down to Golblin-Town! <- 😀

18:20 MEZ - ZH1

In "Goblin Town" sind wir noch nicht, aber vielleicht haben wir das Tor durchschritten und ganz unten wartet Gollum mit seinen Rätseln auf uns. Von da an, geht es dann wieder aufwärts.

Sie sehen das genau dieser Kampf um einen Dip nun im Markt läuft. Immer wieder kommen Schübe nach unten, die aber sofort wieder auf Käufer treffen.

Das ist genau das von mir antizipierte Szenario und ob es nun zum echten Dip kommt oder nicht, kann ich Ihnen nicht sagen.

Was ich Ihnen aber sagen kann ist, dass wenn es zum 3% Dip kommt, der mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit wieder aggressiv gekauft werden wird.

Lassen wir das also nun ausschütteln, ich wünsche einen schönen Abend!

Und wenn jetzt Ihre kurzfristigen Risikomanagement-Indikatoren in Beleriand-Blau leuchten, dann wissen Sie: Es sind Orks in der Nähe!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 08.10.19



15:10 MEZ

Zunächst einmal, muss ich darauf hinweisen, dass der Beginn dieses Streams etwas holperig wird.

Nach diesem initialen Statement zum Markt, muss ich nämlich kurzfristig zum Arzt. Nichts Schlimmes, nur etwas was nun überprüft werden muss. Ich bin dadurch aber erst ab ca. 16:15 MEZ wieder am Platz und dann geht der Stream erst richtig los.

In der Liste der Themen der aktuellen "Wall of Worry" vom Wochenausblick, hatte ich den Brexit ausgelassen, auch der hat heute aber mal wieder zugeschlagen. Die Nachricht, dass ein Deal -> essentially impossible <- sei, hat das britische Pund massiv nach unten gedrückt:

Aus den US kamen dann neue Gerüchte dazu, dass die US Administration doch darüber nachdenkt - hier bei US Pensions-Plänen - den Zugriff auf chinesische Aktien einzuschränken. Das ängstigt den Markt wegen der darin liegenden grundsätzlichen Implikationen und hat die Futures weiter gedrückt:

Ob dem aber große Bedeutung beizumessen ist, ist weiter zweifelhaft, denn es war vorher klar und habe ich im Wochenausblick thematisiert, dass diese Woche sowieso von Gerüchten und Nachrichten um den Handelkonflikt bestimmt sein wird.

Und weil das so ist, lauert die nächste Nachricht um die Ecke und wer weiss, wohin die dann führt. 😉

Ich rate daher weiter, die im Wochenausblick skizzierte, agnostische Sicht abzunehmen und diese Zappeleien des Marktes vorerst gelassen über sich ergehen zu lassen.

In einer guten Stunde geht es hier dann nach meiner Rückkehr weiter.

16:50 MEZ

Ufff! Das war in der Tat etwas naiv von mir. Der Arzttermin hat wunderbar geklappt und das erwartete Ergebnis gebracht. Es ist mal wieder - das war meine Erwartung - mein Rücken der woanders hin strahlt. Das viele Sitzen hat halt seine Nebeneffekt, wenn man Gymnastik und Bewegung ein wenig schleifen lässt und das habe ich zuletzt getan. Das ist die gute Nachricht, es ist "nur" der Rücken und nichts anderes. Und damit weiss ich umzugehen.

Naiv war aber, den Berufsverkehr nicht in die zeitliche Gleichung einzubeziehen. Ich habe ja die Gnade, das nicht mehr täglich ertragen zu müssen. Und so bin ich nun in den Münchner Berufsverkehr gekommen und es hat viel länger gedauert.

Jetzt orientiere ich mich erst einmal und dann geht es bald weiter. Sorry für die Unterbrechung, aber Gesundheit geht vor.

17:00 MEZ - ZH4

Einen ganz üblen Einschlag gab es heute ja bei Qiagen, als nicht nur eine -> Umsatzwarnung <- kam, sondern auch der langjährige und erfolgreiche CEO Peer Schatz hingeworfen hat.

Das ist übel und der langjährige Aufwärtstrend damit klar gebrochen. Eine leichte Gegenbewegung ist immer denkbar, ich halte den Einbruch aber für substantiell, sehr schnell wird das hier nicht bereinigt werden.

Qiagen ist nun also bis auf weiteres skeptisch zu betrachten, ich werde morgen früh im Morgenartikel das Grundsätzliche dieses Einbruches noch einmal kurz beleuchten, daher belasse ich es jetzt bei diesem Statement.

17:10 MEZ - ZH3

Ganz übel haben die Nachrichten zum Handel natürlich den Semiconductor-Sector getroffen, was wegen der starken Verpflechtung in dem Bereich naheliegend ist.

Der Sektor ETF SOXX erreicht nun seine Trendlinie und sollte hier besser nicht weiter fallen - Chance und Risiko liegen mal wieder nahe beeinander, wie immer in wichtigen Momenten:

17:25 MEZ - ZH3

Noch immer ist bei Gold diese lila Projektion im Rennen, solange die darunter liegende, gelb markierte Unterstützungszone hält, bin ich immer noch bereit dem Edelmetall weitere Gewinne zuzutrauen.

Heute profitiert Gold von einem Safe-Haven-Effekt aufgrund der genannten Nachrichten, der ist merkbar, aber auch nicht extrem stark.

Ich gehe also von einer weiteren Konsolidierungsbewegung aus, die sich aber irgendwann wie in der Projektion doch nach oben auflöst. Und wenn diese Annahme falsch ist, wird der Markt dazu ein klares Signal im Chart senden:

17:30 MEZ

Ein spannendes Chart zum Markt findet sich im "Daily Shot" des WallStreetJournal, in dem relevante Charts anderer Quellen zusammengestellt werden. Dieses Chart stammt von Suntrust Advisory Services und stellt die Fund-Flows in einer über 12 Monaten "rollenden" Darstellung dar.

Das Ergebnis ist klar bullisch:

Spannend ist in dem Zusammenhang auch das folgende Chart von Longview Economics, dass zeigt, dass im Markt nun überdurchschnittliche viel "Downside Protection" ist. Also Hedges und alle anderen Absicherungsformen:

Beide Charts bestätigen die Haltung, die ich schon länger habe und von der ich mich durch Volatilität auch nicht einfach abbringen lasse.

Wenn der Markt wirklich zu fallen beginnt, werden wir das respektieren und uns dem nicht entgegen stellen. Solange das aber nicht passiert, bleiben wir mittelfristig bullisch und tun gut daran, uns von den diversen Weltuntergangs-Hysterikern nicht den Optimismus nehmen zu lassen.

17:55 MEZ - ZH4

Ein bischen im Trubel untergegangen ist, dass -> die US Regierung erwägt, die europäischen Telekom-Ausrüster Nokia und Ericsson zu unterstützen <-

Es geht dabei um die Wettbewerbssituation gegen Huawei und damit um die für mich absehbare Aufteilung der IT-Welt in Blöcke, wie ich das unter anderem in -> Weltgeschichtliche Zeitenwende <- schon skizziert hatte.

Für die Unternehmen ist das gut, weil es bedeutet mehr Aufträge. Ein Blick auf die Kurse offenbart, dass der Markt eine grundlegende Änderung und Blockbildung noch nicht eingepreist hat, die beiden Unternehmen helfen sollte.

Beide Charts beider Unternehmen sind noch indifferent. Entwickelt sich da vielleicht eine Chance, oder hat der Markt mal wieder Recht, dass er da noch Schultern zuckt. Was meinen Sie?

18:15 MEZ - ZH3

Was läuft an diesem schwachen Tag gut? Aktien die vom amerikanischen Häusermarkt profitieren. Schauen Sie mal D.R. Horton (DHI), Pulte Group (PHM), Lennar Corp (LEN) oder Patrick Industries (PATK).

Irgendwo ist eben immer ein Bullenmarkt und dem amerikanischen Häusermarkt können die Handelsgespräche weitgehend egal sein.

18:25 MEZ - ZH3

Ein sehr gefährlich aussehender Einbruch, ereignet sich im schwachen Markt heute bei Thermo Fisher Scientific (TMO). Ich kann bisher nur eine Abstufung als Auslöser sehen, insofern vermute ich eine Kombination dieses Triggers mit anderen, auch technischen Effekten:

Was übrigens auch gut denkbar ist, ist eine Mithaftung für die Umsatzwarnung bei Qiagen, denn TMO verdient ja sein Geld mit Labor-Equipment, das Unternehmen wie Qiagen dann nutzen.

Das ist aber nur eine Vermutung und die lasse ich daher einfach mal so als Annahme im Raum stehen.

Ein Warnsignal im Sinne der Positionsgrössenstrategie ist das nun schon, mehr aber auch noch nicht, dafür hat diese Aktie zu oft ihre Stabilität und Resilienz bewiesen.

18:35 MEZ - ZH1 - ZH3

Im SPY läuft Intraday gerade ein Reversal-Versuch, dass übertriebene Hoffnung auf einen "China-Deal" nun entwichen ist, betrachte ich als positive Sache:

Im grösseren Bild ist der SPX halt erst einmal an der alten Unterstützung - nun Widerstand - abgeprallt, was ja nun technisch naheliegend war und daher wenig überraschend ist.

Der Index hängt nun wieder in der "Zone der Wahrheit", mehr ist aber nicht passiert, weswegen es für mich auch keinen Grund gibt, mein "Ommm" und meine Gelassenheit zu verlassen.

Meine Einschätzung ist unverändert, dass die Börse diese Woche durch die China-Gerüchte hin und her geworfen würde, war schon vorher klar.

Ich schliesse damit und wünsche einen schönen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 07.05.19



14:50 MEZ - ZH2

Ich habe heute zwei (für mich) erfreuliche Dinge zu vermelden.

Erstens lasse ich ja meine Hornhaut wegen der unvermeidbar kommenden Transplantation nun alle halbe Jahr untersuchen. Heute war es wieder der Fall und es gab keine weitere Degeneration.

Auf gut Deutsch, eine OP steht in 2019 nicht an und das ist eine gute Nachricht, weil in jedem gewonnenen Jahr der medizinische Fortschritt fortschreitet und man irgendwann wohl um diese Transplantation herum kommt.

Zweitens habe ich heute meine Steuererklärung 2018 fertig gestellt und verschickt. Uff - auch das ist immer befreiend, weil die Arbeit aufwändig und extrem lästig ist.

Damit kann ich mich dem Markt zuwenden und der verharrt in Wartestellung, nachdem die US Adiministration gestern gegen 23 Uhr nach Handelsschluss klar gemacht hat, dass die Zollerhöhungen auf 25% am Freitag wohl unvermeidlich sind.

Der Markt hat mit mässigen Abgaben reagiert und warte nun auf diesen Niveaus. Heute wird es für die Bullen etwas schwieriger sofort wieder zu steigen, sollte es aber auch heute gelingen, im vollen Wissen um die kommenden Zölle, darf man das sehr wohl als Komplettkapitulation der Bären interpretieren.

15:30 MEZ - ZH5

Henkel ist ein schönes Beispiel dafür, wie unglaublich mächtig Trends sind.

In der Aufwärtsbewegung konnte die Aktie kaum etwas falsch machen und der Kurs stieg und stieg. Nun haben wir eine sehr deutliche Topbildung vor uns und der Kurs fällt und fällt.

Da wird -> heute die Prognose bestätigt, das reicht aber nicht <- und der Kurs fällt deutlich.

Die Kurse werden eben durch Erwartungen gemacht und die Erwartungen bei Henkel sind nun negativ und deshalb fällt der Kurs und wird ein zu 50% gefülltes Glas als halbleer betrachtet.

Ein Blick auf das langfristige Chart zeigt auch schnell, warum Skepsis hier angebracht ist. Diese Nackenlinie sollte besser nicht fallen, es sieht aber danach aus, als ob das bald passiert.

Henkel ist keine Aktie, in der ich mit so einem Chart investiert sein will:

15:36 MEZ - ZH3 - ZH5

Ich hatte den Solarsektor ja vor Tagen schon thematisiert, gestern lieferte SolarEdge (SEDG) gute Zahlen und sieht nun so aus:

Der Sektor erscheint mittelfristig attraktiv, das Thema kommt wohl wieder.

15:45 MEZ - ZH3

Ist das jetzt ein kaufbarer Dip bei Disney (DIS)?

Sicher ist nichts, aber das kann schon gut sein. Der Markt ist derzeit so überzeugt von Disney, dass ein vollwertiger Retest aus sich heraus - ohne neue Nachrichten - eher unwahrscheinlich erscheint.

Aber Achtung, Zahlen kommen morgen und bringen damit neue Nachrichten in den Markt. Dann werden wir es wissen, in die eine oder andere Richtung:

16:05 MEZ - ZH4

Qiagen (QGEN) liefert -> ein durchwachsenes Zahlenwerk <- und wird vom Markt mit 3% Minus abgestraft.

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt eine ganz typische, langsam steigende Schaukelstruktur, bei der Schubphasen von längeren Seitwärtsphasen abgelöst werden.

Insofern macht es Sinn, bei Qiagen nun von einem Jahr der leicht abwärts gerichteten Seitwärtsphase auszugehen.

16:40 MEZ - ZH1

Ich sagte schon Eingangs, dass es heute schwieriger wird sofort zu steigen. Nun ist nach einer guten Stunde ein negativer Trendtag durchaus möglich:

Ich erinnere aber daran, dass wir heute nur bekommen, was gestern verwehrt wurde: eine sinnvolle Reaktion auf die erhöhten Risiken in Sachen Handel.

Wir sollten also die Füße still halten und die Schlußkurse abwarten, ich sehe nichts, was man jetzt sinnvoll tun sollte. Auch eine 5% Korrektur wäre mehr als normal, die habe ich ja schon länger auf dem Radar.

17:15 MEZ - ZH3

Der DAX zeigt ein typisches Verhalten, wenn er kippt, dann richtig. Der DAX kann lange einen Trend halten, aber wehe der wechselt, dann muss alles raus:

Die DAX-Anleger haben im Vergleich zum S&P500 wenig Überzeugung, da sind einerseits viele schwache Hände und andererseits viel taktisches Geld aus Amerika, das als erstes wieder abgezogen wird, wenn es irgendwo unangenehm wird.

Hinzu kommit nächste Woche eine kleine OpEx am Freitag, die Chancen dafür, dass der DAX die 12.000 anläuft und zum Ausbruchsniveau marginal untertaucht, sind eher hoch. Von da aus, könnte der DAX aber wieder eine Chance sein, wenn der Leitindex mitspielt.

17:55 MEZ - ZH3

Bemerkenswert ist, wie unbemerkenswert sich EURUSD das ganze Jahr verhält. Das Währungspaar schaukelt abwärts, ein Trendwechsel ist nirgendwo zu sehen, egal was FED oder EZB machen:

18:15 MEZ - ZH3

So, hier ist der VIX im Vergleich zum Stand im Dezember:

Wir sehen, dass wir gerade das bedeutendste Volatilitäts-Event des Jahres 2019 bisher erleben, ausgelöst von Donald himself am Sonntag!

Das hat durchaus das Potential, die schon die beiden letzten Wochen thematisierte 5% Korrektur endgültig in Gang zu setzen, vielleicht sind wir heute schon mittendrin.

Wirklich wohl, wird man sich als Bär damit aber nicht fühlen können, weil jederzeit in Sachen Handel auch eine positive Meldung kommen kann und dann rappelt es nach oben.

Auch Fear & Greed hat sich schon massiv normalisiert, während die Kurse gleichzeitig kaum nachgegeben haben:

Vieles spricht also für die Interpretation einer kaufbaren Korrektur eines bärenstarken Marktes.

Ob wir das Tief dieser Korrektur heute, morgen oder erst Ende nächster Woche sehen, kann niemand sagen.

Insofern sollten wir nun nicht zappelig sein und einfach mal schauen, wie es weiter geht.

Wer langfristig investiert ist, braucht sich aktuell noch nicht verrückt machen zu lassen. Wer wie von mir empfohlen, schon letzte Woche vom Gas gegangen ist, hat genau das Richtige getan und kann das ruhig beobachten.

Ich schließe damit für heute, einen schönen Abend!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 10.04.19



13:05 MEZ - ZH2

Wie angekündigt startet der Stream heute gegen 13 Uhr und endet gegen 16 Uhr. Ich decke damit auch die EZB ab, die um 13:45 MEZ bzw 14:30 MEZ mit Pressekonferenz kommt.

Die Futures sind nach zwei Tagen mit leichter Schwäche schon wieder im Positiven, Sie sehen dass der Markt sich weigert, die in lila antizipierte Konsolidierungsbewegung zu vollziehen.

Aber zumindest hatten wir gestern dafür einen Anfang und vielleicht verschreckt Draghi heute ja auch den Markt.

Wetten würde ich darauf aber nicht, eher passiert das Gegenteil. Vielleicht gibt Draghi heute schon Sonderregeln für die Banken bei den Minuszinsen bekannt und das dürfte der Markt dann eher feiern:

13:25 MEZ

Noch mal zum Thema Grundsteuer, ich habe mich zu Scholz überkompliziertem Modell ja schon deutlich geäussert.

Bislang konnte man aber noch hoffen, dass der diesen überkomplizierten Blödsinn nur aus taktischen Gründen propagiert, um irgendwelche politischen Kuhhändel zu generieren.

Diese Hoffnung kann man fallen lassen, lesen Sie -> der Mann will das wirklich! <-

Ich bin da fassunglos und frage mich, was in so Hirnen vor sich geht. Lesen Sie nur mal am Ende das hier:

Einem Medienbericht zufolge geht Scholz davon aus, dass die Reform der Grundsteuer beim Staat zu zusätzlichen Personalkosten von mehr als 500 Millionen Euro führen wird. Die nötige Neubewertung von 36 Millionen Grundstücken und Gebäuden führe bei den Finanzämtern zu Personalkosten in Höhe von rund 462 Millionen Euro, berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf den Gesetzentwurf. Hinzu kämen demnach weitere Personalkosten von 76 Millionen Euro für Postverteilung und eine IT-Stelle. Bereits im laufenden Jahr seien bei den Finanzämtern laut dem Gesetzentwurf 222 Arbeitskräfte zusätzlich nötig. Höhepunkt sei das Jahr 2023, in dem Scholz mit 3045 zusätzlichen Arbeitskräften rechne.

Unfassbar. Einen Geschäftsführer oder Vorstand eines Unternehmens würde man dafür absetzen und im Innenverhältnis haftbar machen.

Für mich ist Scholz der schlimmste Finanzminister, den ich in meinen mehr als 40 Jahren politischen Bewusstseins je erlebt habe.

13:45 MEZ - ZH3

Kion hatte ich Ihnen ja in den letzten Wochen mehrfach gezeigt, zuletzt vor genau einer Woche -> im Stream vom 03.04.19 <-.

Nun wurde auch die 200-Tage-Linie genommen, der Ausbruch ist der nächste Schritt. Das sieht gut aus:

13:48 MEZ

EZB Statement -> hier <-

Wie erwartet keine Überraschungen im Statement selber, wie man leicht hier am sehr ruhigen EURUSD sieht. Die Pressekonferenz wird (aber nur vielleicht) interessanter:

14:05 MEZ

Zum Thema EZB finde ich es immer wieder faszinierend, wie dieser Risse es immer noch schafft, in prominenten Medien wie hier der Welt vor die Kamera zu kommen - was immens viel Geld wert ist.

"Kapitalmarkt-Stratege" ist er jetzt - oha! 😛

-> Draghi wird gegrillt werden <-

Ich vermute stark, dass diese medialen Slots über Vitamin-B vergeben werden, das müssen kleine Gruppen sein, die sich gegenseitig stützen. Wäre es anders, wäre die Welt der bekannten deutschen Börsenkommentatoren vielfältiger, da tut sich aber seit Jahren scheinbar gar nichts.

Kompetenz des Sprechenden, kann hier nach meiner bescheidenen Meinung eher nicht das Kriterium sein. Bei mir persönlich ist Risse in die Kategorie derer einsortiert, die über den Markt reden. Sie wissen schon, da gibt es noch die anderen. 😉

Und lustig finde ich auch immer diesen Anschein von Professionalität und Live-Geschäftigkeit auf diesem Schau-Balkon in Frankfurt, vor der Schau-Börse für Klein-Fritzchen, auf der gar nicht mehr gehandelt wird.

Würde mich nicht wundern, wenn auch die Soundkulisse im Hintergrund artifiziell eingespielt ist, wie das "Sound-Tuning" bei modernen Autos.

Alles Fake oder was? 😉

14:15 MEZ

Draghi Live gleich hier wer mag:

14:28 MEZ - ZH3 - ZH4

Einen fast perfekten Trendkanal bietet uns seit Jahresanfang Qiagen:

Wie geht man damit um, wenn man drin ist?

Nun zunächst einmal gibt es keinen Grund so einen Trendkanal proaktiv zu verlassen, das kann noch länger so weiter gehen. Erst wenn der Kurs den Kanal verlässt, entsteht ein Signal.

Aber es macht Sinn, einen Schritt zurück zu gehen und sich das grössere Bild anzuschauen, um zu wissen womit man es potentiell zu tun hat.

Und dann sieht man eine Struktur, die bald eine erneute, ausgedehnte Konsolidierungsbewegung wahrscheinlich macht.

Man handelt nicht blind darauf, aber es macht Sinn dieses Szenario im Hinterkopf zu behalten, damit man im Falle des Falles schnell handlungsfähig ist und Bewegungen einordnen kann.

Das ist der wesentliche Sinn, sich verschiedene Szenarien im Vorfeld zurecht zu legen.

14:36 MEZ - ZH1

Draghi wirkt von Anfang an sehr konzentriert und nicht so locker wie sonst. Heisst er weiss, dass er eine kommunikativ diffizile Situation beim Thema der Ausnahmen von Banken von Negativzinsen vor sich hat.

EURUSD schwankt auch sofort:

14:46 MEZ

Und schon ist die Luft raus und man kann abschalten.

Wier erwartet kommt sofort die erste Frage zu den beiden Themen, die den Markt interessiert hätten. Pricing für ein neues TLTRO 3.0 Programm und mögliche Ausnahmen für die Banken bei Negativzinsen.

Genau deshalb hat Draghi so konzentriert agiert, ein falsches Wort hier hätte sofortige Implikationen und würde Bewegungen an den Märkten auslösen.

Mit der ersten Frage, tritt er die Flamme aber gleich nachdrücklich aus. Er zieht sich hinter das schriftliche Statement zurück und verweist darauf, das zu lesen. Und die EZB wird das in Zukunft diskutieren, zu mehr Aussagen ist er nicht bereit.

Damit ist da wahrscheinlich die Luft raus und ich bin auch raus. Es gibt Schöneres anzuschauen als Draghi. 😉

15:05 MEZ

Im Solarsektor tut sich vorbörslich einiges, First Solar (FSLR) marschiert nun wohl endgültig nach oben heraus:

15:20 MEZ

So geht Werbung! Der aktuelle Screenshot ist von der Homepage der Welt, Sie müssen sich mal überlegen, was das kostet genau da diese Präsenz zu haben!

Und der GeVestor Verlag würde das wohl kaum buchen, wenn es nicht zu Profit führen würde. Schauen Sie sich auf der echten Seite mal an, was "Börsenfachmann" Hans Meiser über Rolf Morrien zu sagen hat, aber machen sie das Fenster zu, damit Sie die Nachbarn nicht mit Ihrem Lachen stören. 😉

Das wirklich Traurige ist: das funktioniert scheinbar! Die machen sicher alleine damit ein Vielfaches meines Umsatzes hier im ganzen Jahr.

Und am Ende sind beim Bürger "Aktien dann Scheiße". Jaja, der deutsche Michel lernt es nie. Außerdem "explodierende Aktien" tststs, nicht das noch jemand die Feuerwehr holt. 😉

Aber etwas Gutes hat es. Wenn ich mich mal dringend vorher auf die Cayman-Inseln absetzen muss, mache ich auch mal so eine Anzeige: * KAUF * MICH * JETZT *

15:30 MEZ

Nachtrag:

Und wissen Sie was wirklich traurig ist: Dass ich die gleichen Interviews von Risse und die gleichen Anzeigen von GeVestor Ihnen auch vor 10 Jahren schon so zeigen konnte.

Am deutschen "Finanzmarkt" ändert sich einfach gar nichts. Nichts, Null, Nada. Und das ist nicht Schuld der Anbieter, die machen halt Profit, das ist legitim. Es ist Schuld der Kunden.

15:45 MEZ - ZH3 - ZH5

Sehr spannende heute das Geschehen bei Simulations Plus (SLP) nach Zahlen gestern Abend, ich hatte die Aktie -> hier vor einem Jahr <- eingeführt und seitdem locker begleitet:

16:05 MEZ - ZH1

So, ich schließe dann den Stream wie angekündigt, zum US Markt lässt sich initial noch nicht viel sagen:

Die Chance bzw das Risiko eines ausgedehnteren Retracement, wie ganz oben im Hourly des Future mit lila eingezeichnet, ist immer noch da. Aber die Uhr tickt und im Moment sieht es eher so aus, als ob der Markt bis nächste Woche seitwärts läuft.

Nächste Woche geht dann die Quartalsaison richtig los und wird den Ton der kommenden Wochen bestimmen.

Am morgigen Donnerstag läuft alles normal. Am Vormittag kommt ein Artikel, der sich mit Ihren Wünschen in -> Wünsch dir was <- beschäftigt, am Nachmittag der Stream normal ab 15:00 MEZ.

Am Freitag kommt am Vormittag ein vorgezogener, sehr grober Wochenausblick zur KW16 und am Nachmittag der Stream ganz normal, aber etwas verkürzt.

Dann beginnt mein 2-wöchiger Ferienmodus um Ostern herum, während dem Sie von mir wie gewohnt nur sporadisch hören werden.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Der Fall Intel



Guten Morgen!

Da ich im Wochenausblick Intel (INTC) zur Aktie der Woche gemacht habe, will ich mich heute früh etwas ausführlicher dem Thema widmen.

Denn Intel hat gestern nachbörslich gute Zahlen und vor allem einen -> hoffnungsvollen Ausblick <- geliefert und wurde nachbörslich mit 3,7% Plus gefeiert.

Im Chart wurde damit der Einbruch wg Spectre und Meltdown vollständig wett gemacht und ein erneutes Allzeithoch ist in Reichweite:

Alles in Butter also? Der Frage will ich etwas tiefer nachgehen und damit auch die Frage betrachten, ob ein in Intel investierter Investor hier nervös werden muss.

Beginnen will ich damit, das Problem überhaupt erst einmal für die zu erklären, die den IT Themen nicht so nahe sind wie ich. Lassen Sie es mich mit einem Beispiel aus der Welt der Autos erklären.

Wir allen wissen, dass schon heute Autos voller elektronischer Systeme sind, die wie jeder Computer aus Hardware (Chips) und Software bestehen. Die Motorelektronik ist dafür ein schönes Beispiel, die hat ja auch eine Art "Firmware", also eine Betriebsoftware, die man auch upgraden kann.

Und nun verrate ich Ihnen ein offenes Geheimnis: Viele dieser heutigen, elektronischen Systeme in Autos dürften vom Standpunkt eines Hackers aus offen sein wie ein Scheunentor und von nutzbaren Angriffsvektoren nur so strotzen.

Der Grund dass das noch nicht eskaliert liegt darin, dass es bislang wenig Grund gab sich darüber viel Gedanken zu machen, weil es für Angriffe kein "Geschäftsmodell" gibt. Man muss dazu derzeit noch in der Nähe der Autos sein und auf diese Zugriff haben, was einem massenhaften Angriff schon einmal den Riegel vorschiebt. Wenn überhaupt haben Banden die sich mit Autodiebstahl befassen ein Geschäftsmodell, das interessiert sich aber nur dafür die Türen zu öffnen und den Motor zu starten, für sonstige Eingriffe in die Motorelektronik gibt es keinen Grund und nach wie vor muss man in der Nähe des Fahrzeugs sein, wenn man es angreifen will - es gibt also keine Geschäftsmodell mit massenhaften Angriffen.

Bei PCs ist das aber anders. Die sind über das Internet miteinander verbunden, ein Hacker in Pakistan kann also problemlos hunderttausende Rechner in Deutschland infiltrieren und zu einem Bot-Netz verbinden, das für ihn arbeitet. Er muss dafür nicht in der Nähe sein. So ergeben sich vielfältige Geschäftsmodelle von Erpressung, über eben Bot-Netze die man für anderen Zwecke nutzt bis zu Spionage. Mit all diesen Dingen lässt sich vom Rechner in Pakistan aus Geld verdienen und weil das möglich ist, gibt es diese Angriffe. Und weil man dafür auch Spectre und Meltdown theoretisch nutzen könnte, sind diese Lücken so gefährlich.

Nun aber zurück zum Auto und fast forward 10 Jahre in die Zukunft. Viel mehr halbautonome Autos fahren auf den Straßen und sind über eine Art "Telematik" in einem Netz miteinander verbunden. Dabei sind das nicht nur E-Autos, sondern auch Autos mit Verbrennungsmotoren und klassischer Motorelektronik, die mit haltautonomen Systemen ausgestattet sind. Denn es wird noch lange eine Parallelität zwischen E-Autos und Verbrennungs-Motoren geben.

In dieser Welt entstehen kriminellen Geschäftsmodelle, weil man durch das Netz das alle autonomen Fahrzeuge verbindet, nun eben erneut aus Pakistan, der Ukraine oder wo auch immer her alle Fahrzeuge aus der Ferne angreifen kann.

Auch hier kann man nun mit Erpressung Geld machen, wer will bei 200 km/h auf der Autobahn Gefahr laufen, dass das Auto aus Pakistan übernommen wird und die Bremsen abgeschaltet werden? Man kann viele Autos zu Botnetzen zusammen schalten und sie wie Borg-Drohnen durch die Gegend fahren lassen - Resistance is futile. 😉 Und es werden sicher neue "Geschäftsmodelle" entstehen, einfach weil es möglich ist.

Und wissen Sie was? Wenn der Punkt erreicht ist, werden die ganzen Sicherheitslücken beispielsweise in der Motorelektronik, zu einem massiven Problem werden. Es wird Fälle wie bei Spectre und Meltdown geben, wo man plötzlich aus der Ferne Eingriff nehmen kann und das über alte Schnittstellen und Angriffsvektoren, die seit einem Jahrzehnt in den Fahrzeugen schlummern, die aber niemand jemals als Sicherheitsproblem betrachtet hat.

Und damit haben wir den Intel-Fall beschrieben, der kein Intel-Fall, sondern ein Prozessor-Design-Fall ist, der in unterschiedlicher Intensität eigentlich alle Prozessor-Hersteller betrifft.

Auch bei Autos wird die Aufregung gross sein und man wird dem Hersteller Vorwürfe machen und ihn zum Austausch der Elektronik zwingen wollen. Der wird sich aber wehren, darauf hinweisen, dass es kein "Bug", kein "Fehler" ist, sondern die Motor-Elektronik genau wie spezifiziert funktioniert. Er wird darauf hinweisen, dass dabei fast alle Motoren betroffen sind. Und er hat eigentlich recht.

Das Problem ist eben *nicht*, dass die Motorelektronik (hier der Prozessor) im rechtlichen Sinne fehlerhaft agiert, er agiert vielmehr exakt wie designed. Das Problem ist, dass das Design eine Lücke hat, die auszunutzen in einem Jahrzehnt niemand ernsthaft in Erwägung gezogen hat. Nun hat sich aber das Umfeld geändert und plötzlich wird zum Problem, was lange unerkannt schlummerte.

Diese Frage "Bug" oder "Design-Lücke" ist aber rechtlich und damit wirtschaftlich ganz zentral. Für diesen Autohersteller, wie auch für Intel. Denn wenn es ein Fehler wäre, müsste Intel nachbessern und dabei dann wahrscheinlich die fehlerhafte Hardware (den Prozessor) austauschen. Das wäre wirtschaftlich ein Desaster, wenn das passieren würde, dürfte Intels Kurs um 30% oder mehr einknicken! Stellen Sie sich mal vor, alle Prozessoren die in den letzten 2 Jahren gekauft wurden, müssten auf Kosten der Prozessorhersteller getauscht werden!

Das wird aber nicht passieren. Erstens weil es wirklich kein "Bug" ist, sondern ein Design-Flaw, etwas was man im Design übersehen hat. Und schlechtes Design, dumm entworfene Produkte, sind vielleicht Thema eines schlechten Testberichts, aber kein Grund den Kauf nach einem Jahr noch wandeln zu können.

Zweitens wird es nicht passieren, weil dann alle anderen Prozessorhersteller auch mit im Boot wären und auch wandeln müssten, das Industrie-Desaster wäre perfekt. Denn alle sind betroffen, wenn auch Intel am stärksten. Denn es ist wirklich einfach eine Lücke im Design, an die mehr als ein Jahrzehnt lang niemand gedacht hat, auch nicht die anderen Hersteller, weil sie eben auch nicht relavant war - wie die offenen Scheunentore heutiger Motorelektronik.

Wir können also davon ausgehen, dass Intel auf der produktrechtlichen Seite wenig Schaden droht. Wo könnte denn dann Schaden entstehen?

Kunden könnten verärgert wechseln, aber das ist in Masse auch irreal. Denn so viele Alternativen gibt es nicht, vor allem nicht für die ganzen Serverfarmen in denen Intel Xeon Prozessoren stecken. Die ganze x86 Welt ist eben noch eine Intel-Welt.

Ausserdem wissen die IT-Profis doch, dass die anderen Prozessor-Hersteller das Problem ebenso wenig erkannt haben und keiner weiß, welches Problem als nächstes bei welchem Hersteller hochpoppt. Warum dann also den riesigen Aufwand in Kauf nehmen, die eigene Server-Infrastruktur umzustellen?

Im Saldo also alles in Ordung? Halt nicht ganz und ich halte den sehr positiven Ausblick von Intel in 2018 hinein auch als ein wenig Pfeifen im Walde. Man *muss* jetzt Zuversicht ausstrahlen, damit die großen Kunden eben nicht ans Abwandern denken. Würde man nun Probleme zeichnen, könnte das eine Wechselbewegung gerade erst in Gang setzen.

Denn ein Problem gibt es doch. Intel hatte eigentlich eine Reihe von neuen Prozessoren in der Pipeline, die in den kommenden Monaten erscheinen sollten. Das wird nun wohl nicht möglich sein. Es ist nicht vorstellbar nun neue Prozessoren auszuliefern, ohne das Spectre & Meltdown Problem in der Hardware adressiert zu haben. Das erfordert aber wiederum Neudesign und Zeit.

Heisst ich gehe davon aus, dass Intel in 2018 von schlechterem Absatz getroffen wird, weil eben eine Reihe von Announcements aufgeschoben werden müssen, bis irgendwann in der zweiten Hälfte 2018 das Prozessor-Design geändert ist und die neuen geänderten Prozessor-Linien den Markt erreichen. Auch auf den PC Markt und Hersteller wie Dell, HP, Asus, Lenovo wird sich das auswirken, denn die haben neue Produkte in der Pipeline und warten dabei auf die neue Intel-Prozessor Generation, die sich nun wohl verzögern könnte.

Dieses ist aber nur eine temporäre Delle und von begrenztem Ausmass, denn Prozessoren werden ja weiter gekauft, dann halt die jetzige Generation.

Mein Fazit für Investoren in Sachen Intel:

Ich sehe keinen Grund, wegen Spectre & Meltdown eine vorhandene Position in Intel in Frage zu stellen. Ganz so rosig wie es uns das Intel-Management im Ausblick sagen will, wird es aber in 2018 nicht werden. Ein gewisser Dip im Absatz wird da sein, der aber im grossen mehrjährigen Bild dann eher eine Petitesse sein wird. So weit meine persönliche Sicht auf Intel und das Spectre/Meltdown Problem.

Nach dieser sehr umfangreichen Erklärung nur noch ein kurzer Blick auf den Markt.

Ich habe gestern im Forum schon intensiv darüber geschrieben, Trump hat das EURUSD-Chaos dann vollendet, als er das wieder negierte, was sein Finanzminister Mnuchin vorher angerichtet hatte: -> Ich möchte einen starken Dollar sehen <-.

Gestern gab EURUSD daher ab 20 Uhr MEZ alle Gewinne der EZB-Sitzung wieder ab, heute früh geht es aber wieder rauf, eine Achterbahnfahrt, die nicht ohne Folgen für DAX und Co. bleibt:

Man sieht daran, wie fatal es ist, wenn an den Nahtstellen der Weltwirtschaft herum "gesabbelt" wird, ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen. So etwas ist auch nicht handelbar, weil keiner weiss, was in der nächsten Minute in Davos aus dem Mund einer der Personen entfleucht. Man sieht das dann nur hinterher an einer starken Bewegung und fragt sich, wer wieder was gesagt hat.

Ich kann nur dazu raten, sich da so weit wie möglich heraus zu halten und sich nicht herein ziehen zu lassen, auch nicht im Versuch das zu handeln oder gar zu antizipieren.

Zum DAX muss man sagen, dass der sich eigentlich ganz wacker hält und die Mittelinie der alten Range bei ca. 13.200 nicht verlieren will. Eigentlich ist im DAX spürbar dass der eher hoch will, der starke Euro lässt ihn bisher nur nicht. Sollte der Euro sich doch mal abschwächen, hat der DAX Rallypotential:

An Zahlen haben wir heute noch AbbVie (ABBV), Colgate-Palmolive (CL), Honeywell (HON) und Rockwell Collins (COL), also nicht so viel.

In Europa wird Qiagen nun langsam wieder interessant. Denn "eigentlich" ist das eine ziemlich gefährlich aussehende Topbildung:

Sollte diese Formation nun doch noch nach unten triggern, muss man auch nach wie vor hart und konsequent raus, dann ist jede andere Interpretation negiert.

Solche offensichtliche Formationen haben aber auch eine interessante Eigenschaft, die mit der Reflexivität zu tun hat. Je länger diese Formation sich weigert sich zu realisieren obwohl sie offensichtlich ist, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das genaue Gegenteil passiert.

Im Falle Qiagen wäre das ein plötzlicher Schub von der Nackenlinie weg und wenn ich mir die Price-Action der letzten Wochen anschaue, halte ich das für möglich.

Also, Qiagen ist keine klare Sache, aber gerade deswegen spannend. Die Nackenlinie ist die Wegscheide, aber da könnte nun überraschend was nach oben gehen. Die Zahlen kommen nächsten Mittwoch Abend.

So weit an diesem Morgen, bis zum Wallstreet Stream am Nachmittag.

Ihr Hari

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Nachmittagshäppchen II



Der Markt hat sich gegenüber dem ersten Teil des Nachmittagshäppchens kaum verändert. Kommen wir daher gleich zu weiteren Aktien.

Hauptstory ist heute General Electric (GE), der neue CEO John Flannery -> halbiert die Dividende und restrukturiert <-.

Was die Dividenden angeht, ist das eher eine Erleichterung, auch eine weitgehende Streichung hatte der Markt auf dem Radar. Gleichzeitig sitzt der Kurs auf der wichtigen Unterstützung von 18-21 und somit war eigentlich alles für eine schöne Rally im Sinne der vollendeten Tatsache bereit. Zunächst sah es auch danach aus, dann haben aber die Aussagen zur Restrukturierung enttäuscht, der Markt erwartet da mehr Durchgreifendes und mehr klare Schnitte, als zu hören waren.

Das Gefühl dass GE sich weiter mit seiner Komplexität quälen wird, wird bestätigt, insofern hat Flannery seinen ersten richtig wichtigen Auftritt mit mangelnder Konsequenz richtig verbockt, kein gutes Zeichen. Die Kursentwicklung Intraday spricht eine klare Sprache, als ich diesen Artikel begann waren es noch 4% Minus, nun sind es schon 6%, der Markt ist schwer enttäuscht.

Das ist nicht gut und ist ernst zu nehmen. Denn das war eine ganz ausgezeichnete Chance nach oben wegzudrehen und wenn diese auch wieder verbockt wird, wonach es nun aussieht, muss man den Schluss ziehen, dass hier noch weiteres Abwärtspotential existiert.

Schauen Sie mal im Langfristchart, in der Zone 18-21, die auch dem Tief vom ETF Flash Crash am 24.08.15 entspricht, muss jetzt eine Bodenbildung stattfinden. Wenn das nicht gelingt, ist nicht nur die nächste Unterstützung erst bei 14, sondern das Chart völlig kaputt:

Hier heisst es jetzt also abwarten und den Markt das aussortieren lassen. Das ist schon länger ein fallendes Messer und ich rate dringend davon ab, da sofort herein zu greifen. Es gibt dafür keinen Grund, denn nach so einem fundamental begründeten Absturz dreht kaum eine Aktie im V hoch, sondern die Tiefs werden typischerweise mehrfach getestet, genau das was man eine Bodenbildung nennt.

Wie mies nun die Stimmung ist, sieht man auch daran, dass Jim Cramer GE -> im Fernsehen einen seiner grössten Fehler seiner Karriere <- geannnt hat. Selbst für den mit Superlativen spielenden Cramer ist das eine bemerkenswerte Aussage.

Und wenn diese Bodenbildung sich irgendwann in Gang setzt, dann kann man das in den Charts sehen anhand der bekannten Wendemuster. Und falls wir das in ein paar Wochen oder Monaten bei GE in dieser 18-21er Zone sehen, *dann* - aber erst dann - wird GE wieder richtig interessant für Schnäppchenjäger.

Übrigens, wer wissen will wie ich damit umgehe, genau so wie beschrieben. Ich habe mir wie Sie wissen bei 24 die erste Basisposition ins Investment-Depot gelegt und die bleibt da, damit ich weiter am Ball bleibe. Im Nachhinein war das unnötig und hinterher ist man immer klüger, mir waren die 24 eben gut genug für den ersten Schritt und wären es in ähnlicher Situation wohl wieder, da ich mit diesem lockeren, tastenden Ansatz viele gute Erfahrungen gemacht habe.

Der Bruch der 24 war ja im Vorfeld gut zu antizipieren und ich habe das hier angekündigt, ich bin aber bewusst dabei geblieben, da im Investment-Depot bei mir andere Regeln gelten. Als Trade hätte ich da aber gnadenlos gekappt.

Ich habe heute aber ernsthaft überlegt, die Aktie kurz nach Handelsstart bei knapp 20 in die sich abzeichnende Enttäuschung hinein zu kappen, aus dem Investmentdepot zu werfen und die dann 20% Verlust zu "fressen". Ich habe mich doch dagegen entscheiden, weil so eine Basisposition für mich relativ gesehen sehr klein ist und ich das Ding eigentlich weiter haben will und verfolgen will. Sie wissen ja, dass ich meine Basispositionen im Investmentdepot eigentlich immer halte, nur die Positionsgrössen darüber werden konsequent angepasst, insofern wäre es auch die grosse Ausnahme von der Regel gewesen, wenn ich die Aktie nun glattgestellt hätte. Aber bei GE war ich nun nahe dran zu sagen "hau weg den Dreck", auch das ist ja eine Aussage über grosse Enttäuschung von Flannerys Auftritt. 😉

Pleite gehen wird GE ja auch nicht - wobei .... nein Spässle gemacht, das wird wohl nicht passieren. 😉 Darüber hinaus habe ich aber seit der Basisposition rein gar nichts gemacht und habe auch jetzt keinerlei Drang da was zu machen und werde es auch nicht tun, bis sich hier eine echte Bodenbildung und Wendeformation zeigt und dann werde ich nachlegen. Aber erst dann und das wird jetzt potentiell Monate oder sogar Jahre dauern - bis dahin interessiert mich GE nicht und schläft im Minus weiter den Winterschlaf in meinem Investmentdepot.

Wenn wir schon bei unschönen Chartbildern sind, dann stellen sich einem auch bei Qiagen zunehmend die Nackenhaare auf. Klar, das ist eine ganz massive Unterstützung auf der die Aktie da nun bei ca 26,5 sitzt und es ist recht wahrscheinlich, dass sie hier erst einmal wieder dreht.

Die beiden grossen roten Volumenkerzen aber sehen nicht nett aus und wenn die Aktie durchfällt, wird es wohl schnell übel, da da Unmengen an Stops liegen dürften. Ich habe keine Lust dieses Spiel zu spielen und halte mich da raus:

Kommen wir zu Erfreulicherem. Qualcomm (QCOM) steigt wie erwartet weiter, ich werde unter 70 - unter dem Angebot von Qualcomm (AVGO) - nicht verkaufen und wenn der Preis erreicht ist, die Lage neu analysieren. Ich gehe aber davon aus, dass der Kampf um Qualcomm sich intensivieren wird, was eher für mittelfristig höhere Kurse spricht. Und Broadcom kann und wird wohl noch nachlegen vermute ich, zu strategisch bedeutsam ist dieser Deal und eine Qualcomm ist nicht jedes Jahr "On Sale".

Recht stark sind heute übrigens die ganzen Konsumgüter-Werte vom Schlage Procter&Gamble (PG), Nestle und Co. Erstens ist das einfach die klassische Unsicherheitsreaktion, wenn die Anleger nicht wirklich aus dem Markt wollen, aber in "sicherere Gewässer" umschichten wollen. Diese Rotation ist positiv zu werten weil sie zeigt, dass niemand wirklich aus Aktien raus will.

Zweitens haben diese Aktien nun aber auch eine Zeit unterperformed, weswegen sie nun sowieso wieder interessant werden könnten. Besonders sticht da nach wie vor der Tabakriese Altria (MO) heraus, der tief gefallen ist und nun an einer Wendeformation arbeitet:

Auch so ein Bluechip aus dem Sektor, den man nach einer schwierigen Phase nun wieder auf den Radar nehmen kann ist Kraft Heinz (KHC) - die Ketchup-Aktie sozusagen.

Sehen Sie selbst warum, seit Tagen haben wir hohes, positives Aufwärtsvolumen, eine Wende könnte sich anbahnen. Eine Kombination von defensivem Bluechip und so einem Chart ist in der Regel eine Gelegenheit.

So weit für heute. Summa Summarum finde ich richtig gut, dass wir bei Aktien wie GE oder auch Johnson Controls (JCI), mal wieder so richtig brutalen Druck nach unten erleben.

Selbst falls Sie da drin stecken, sollten Sie das als willkommenes Anschauungsmaterial betrachten, denn wir wurden in diesem dauerbullischen Markt eingeschläfert und der Erfahrung mit solchen fallenden Messern entwöhnt.

Wenn der kleine Schmerz bei GE und JCI uns aufweckt und verhindert, bei einem vollen Marktabsturz ungesichert in den Orkus zu fahren, dann können wir dankbar sein für diese Lehrstunde.

Denn tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss, wobei das bei diesen beiden Industrie-Schwergewichten extrem unwahrscheinlich ist, aber nicht völlig unmöglich - nichts ist am Markt völlig sicher oder unmöglich.

Es erinnert uns daran, dass wir ein Risikomanagement haben müssen und keine Scheu haben dürfen, konsequent abzubauen, wenn Setups scheitern - wie ich das heute früh auch bei Drägerwerk gezeigt habe.

Sicher darf man auch mit einer kleineren Position ins Minus mitgehen, wie ich das jetzt bei GE mache. Aber nur wenn man es ganz bewusst macht, mit begrenzter Summe und im vollen Wissen was man tut.

Wir dürfen alles am Markt bis auf Eines - uns mit Hopium in den Adern in eine Drucksituation treiben lassen, weil wir nicht sofort und rechtzeitig klare Schnitte und Entscheidungen getroffen haben. Diese Konsequenz zu erwerben, ist eine unserer zentralen Aufgaben, wenn wir dauerhaft im Markt überleben wollen.

Bis Morgen,

Ihr Hari

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Ein Wunder bahnt sich an



Guten Abend!

Ja wirklich, ein Wunder bahnt sich an. Es *könnte*, wir müssen es noch ganz vorsichtig als Konjunktiv formulieren, es *könnte* heute mal ein Tag mit einem leichten Minus in den Indizes werden. Wahnsinn! 😉

Diese leicht sarkastische Einleitung zeigt ja schon, womit wir es tatsächlich zu tun haben, mit schier unglaublichem Momentum, das bei aller bullischer Grunderwartung die ich an den Markt ja hatte, meine Erwartungen deutlich übertroffen hat.

Alles was wir heute bisher sehen, ist ein ganz minimales Luftablassen und gerade weil es so minimal und geordnet abläuft, muss man aus Sicht der Bären wohl befürchten, dass es danach weiter hoch geht.

"Kann nicht der koreanische Raketenmann mal endlich so ein Atom-Dingsbums losgehen lassen?"

Wenn es nicht so zynisch wäre, würde mancher Bär das wohl gerade denken, es scheint die einzige Möglichkeit zu sein, dieses Momentum zu stoppen, wobei selbst da bekommt man ja langsam Zweifel. 😛

Auch heute Nachmittag zu den US Arbeitsmarktdaten war das wieder zu beobachten. Heute früh schrieb ich sarkastisch:

Alles andere als gute Daten wären eine Überraschung und wenn sie nicht gut sind, sind sie in Anbetracht der Vielzahl anderer positiver Konjunktursignale eine Anomalie. 😉

Nun sie waren -> schwächer als erwartet <-, wurden aber wegen der Stürme Harvey und Irma gleich als Anomalie verbucht - q.e.d.!

Aktuell während ich diese Zeilen schreibe, sind wir im SP500 0,25% im Minus, das muss man wirklich keiner gesonderten Analyse unterziehen, nach dieser Rally wären auch 1,25% Minus völlig normal gewesen, aber keiner will wirklich verkaufen.

Ich habe es schon oft gesagt, so ein Markt ist für Bären wie Bullen gleichermassen schwierig, nur -> die drei Affen <- die sich Augen, Ohren und Mund zuhalten und sonst nichts mitbekommen, können diesen Markt einfach ruhig und voll investiert mitgehen.

Aber es ist wie es ist und unsere schwierige, vom Markt auferlegte Aufgabe ist weiterhin, hier so weit wie möglich mitzugehen und dabei zu bleiben, wohl wissend dass die grundsätzlichen Risiken durch diesen gnadenlosen Anstieg nicht kleiner werden.

Am deutschen Markt ist heute Qiagen erwähnenswert, zur Ursache wird -> herumspekuliert <-, es ist auch letztlich wurscht.

Interessant ist das Chart vor allem, weil es in den letzten Monaten so saubere Strukturen zeigte und daher schönes Anschauungsmaterial für Muster-Sucher ist.

Erst nämlich eine saubere Schulter-Kopf-Schulter (SKS) Formation, die genau bis zum Measured Move durchgelaufen ist. Dann eine Bodenbildung ab August, die nun durch einen markanten Volumenschub nach oben aufgelöst wird, sich aber vorgestern und gestern schon durch eine geordnete Ausbruchsbewegung als Möglichkeit angedeutet hatte. Auf gut Deutsch, da haben manche wohl schon was gewusst/geahnt:

Ist das nun so ein "Volumenschub" den man unbedingt kaufen kann? Ein Blick auf das grössere Bild lässt da Zweifel aufkommen. Wir sehen keine klare Bodenbildung, sondern eine Seitwärtsbewegung und im Volumen keine Auffälligkeiten.

Nicht alle so Schübe sind eindeutig klar, manchmal ist die Interpretation auch indifferent und bei Qiagen ist das für mich der Fall. Keine Meinung meinerseits zu einem Trade also, kann sein, kann auch nicht sein. Dass Qiagen langfristig eine "gute" Aktie ist, die man im Depot haben kann, sollte ja nach intensiver Behandlung vor ein paar Jahren noch bekannt sein:

Im Biotech-Bereich könnte die mittelgrosse Vertex Pharmaceuticals (VRTX) nun wieder interessant werden. Wir sehen wie die Aktie nach dem Gap in eine Seitwärtskonsolidierung gegangen ist und sich standhaft weigert das Gap zu schliessen, weil offensichtlich niemand verkaufen will:

Noch muss man ein wenig abwarten, wenn der Kurs nun aber bis 160 steigen sollte, sieht das sehr nach einem erneuten Ausbruch aus einer stark bullischen Flaggen-Konsolidierung aus.

Bristol-Myers Squibb (BMY) ist übrigens weiter sehr stark. Ich hatte das schon erwähnt, es sei aber noch einmal gezeigt:

Übrigens, da wir ja diese Muster-Diskussion hatten. Zeige ich Ihnen oben bei BMY ein Muster?

Eigentlich nicht, zumindest keines aus Lehrbüchern. Ich zeige Ihnen die Nackenlinie des Ausbruchs und die prinzipielle Wendestruktur, die sich über fast ein Jahr hingezogen hat. Ich arbeite also mit wenigen Strichen den Hauptcharakter der Bewegung heraus, so dass er ins Auge springt. Nichts anderes als eine Visualisierung mache ich also, eine Visualisierung von Strukturen, die nicht so deutlich zu sehen waren.

Und das alleine hat Wert, weil es Ihnen erstens zeigt wie ich das Chart lese - welche Botschaft es für mich also hat - und weil diese herausgearbeitete Struktur uns auch bei unseren Handlungen hilfreich sein kann - zum Beispiel bei der Frage, wann dieser Ausbruch denn invalidiert wäre.

Ganz interessant ist übrigens auch die relative Stärke bei den Goldminen. Während Gold selber nicht der Rede wert ist und nach dem Einbruch durch die Unterstützung unter 1.300 weiter nicht interessant ist, zeigen sich einige der Minen doch recht stark, so auch die schon mehrfach erwähnte New Gold (NGD), die immer noch auf Buchwert notiert. Das könnte was werden - unter allem Vorbehalt der vom Goldpreis ausgeht:

Abschliessend noch ein Wort zu General Electric (GE). Wir haben da ja diese starke Unterstützung bei 24 USD, die wenig überraschend auch erst einmal gehalten hat.

Allerdings schafft es der Kurs einfach nicht von dort wegzukommen, was nun meine Erwartung erhöht, dass diese demnächst fallen wird. Es ist noch nicht sicher, aber das sieht nicht sehr überzeugend aus:

GE würde damit in die mit blau gekennzeichnete Zone eintreten und erst dort dann wohl endgültig einen Boden finden:

Damit wünsche ich Ihnen ein schönes, erholsames Wochenende. Wir lesen uns hier am Montag wieder, im Forum sicher auch über das Wochenende.

Ihr Hari

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Aufgeblasener Burrito



Wie es sich für einen Markt gehört, der zwei Schritte vor und dann einen zurück marschiert, erleben wir heute wieder eine leichte Schwäche nach der gestrigen, grossen Stärke.

Daran ist nichts Überraschendes und die Rahmenbedingungen bleiben unverändert. Eine kurze, scharfe Korrektur nicht nur bei FAAMG, sondern im breiten Markt, ist jederzeit ohne Vorwarnung möglich und nicht mal unwahrscheinlich, darüber hinaus geschaut weisen aber alle Signale mittelfristig nach oben.

Insofern bleibt auch nichts weiter übrig, als mit etwas mehr Cash als sonst, über den Sommer weiter dem Trend zu folgen und individuelle Opportunitäten zu ergreifen, wo sie sich gerade bieten. Und davon bietet der Markt immer etwas.

Die gestern erneut erwähnte Vivint Solar (VSLR) ist mal wieder ein schönes Beispiel, warum man sich Charts immer auf mindestens 2, besser 3 Zeitebenen anschauen sollte. Denn eine Zeitebene kann einen falschen Bias generieren.

So sah das Tageschart ja schon gestern wie eine Fahnenstange aus, was die Aktie nach einer Hochstufung durch Goldman Sachs heute aber nicht daran hindert, erneut fast 20% oben darauf zu legen:

Dieses Chart vermittelt den Eindruck von etwas, das schon viel zu weit gelaufen ist und deshalb wieder fallen "muss". Nun muss der Markt gar nichts, aber besonders dann nicht, wenn das Wochenchart so aussieht, wie ich Ihnen das auch gestern und auch vor dem Urlaub -> im Thread <- gezeigt habe:

Das war nämlich einfach nur der Ausbruch aus einer riesigen Bodenbildung und hat noch eine Menge Potential, selbst wenn nun auch mal ein Retracement anstehen dürfte.

Erinnern wir uns also wieder daran, dass Stärke wiederum Stärke gebiert und ein erster Schub in der Regel ein Anfang und kein Ende ist.

Starke Bewegung zeigt auch mal wieder mein alter Short Chipotle Mexican Grill (CMG), Sie wissen schon, der mit den Coli-Bakterien im Essen und dem herumirrenden Management. Und auch der mit Bill Ackman an Bord, wenn so unfehlbare Gurus beteiligt sind, kann man ja unbesehen kaufen. 😉

Als CMG doch nach oben zu drehen begann, habe ich die Aktie ja von meiner Shortliste herunter genommen und das am 30.03. samt Chart in -> kurze Beobachtungen <- kommuniziert. Nun muss ich mich aber Fragen, ob die Aktie wieder drauf muss.

Denn wir haben nun einen Bill Ackman, -> der sich potentiell schon vom Acker gemacht hat und seine Wunden leckt <-.

Wir haben aber auch so ein Chart und ein Unternehmen, dass -> immer noch voller Probleme steckt <-:

Und ganz offen, welches Wachstum man in diesem umkämpften Markt sieht, um der Aktie immer noch ein Forward P/E von 37 und ein P/S von über 3 zu gewähren, bleibt mir weiter ein Rätsel. Hier habe ich eindeutig einen Bias, das Ding ist für mich weiter ein aufgeblasener Burrito. 😉

Kräftig Druck auf die Leitung kommt heute auch bei Regeneron (REGN), auch hier dürfte eine Hochstufung eine Rolle spielen.

Wir hatten hier aber auch eine Flagge mit klassischem Fakeout am Ende und nun Auflösung nach oben:

Auch hier zeigt sich ein übergeordnetes Chart, das keineswegs ohne Potential ist, sondern der Bewegung noch eine Menge Raum bietet. Denn faktisch wurde mit der Flagge der Ausbruch getestet und nun kommt der Schub nach oben weg:

Ja und dann ist heute natürlich nicht nur Regeneron, sondern der ganze Biotech-Sektor massiv nach oben unterwegs, der IBB den ich auch schon gestern zeigte, bringt es auf den Punkt:

Auch in Europa hinterlässt das Spuren, Qiagen hat auch einen sauberen Ausbruch produziert:

Ansonsten ist heute nicht so viel los, allgemeines Retracement ist angesagt. Insofern sollten wir dem auch keine gesteigerte Bedeutung beimessen.

Ein ganz langfristiges Chart mit Monatskerzen will ich noch zeigen, denn ThyssenKrupp bastelt hier an der langfristigen Trendwende. Die Frage, ob Stahl verkauft oder wegfusioniert werden kann, wird wohl so oder so den Unterschied machen. Ohne das, ist TK dann nämlich ein Industrie-, Maschinenbau und Rüstungskonzern, der ganz andere Bewertungen erlaubt als ein Stahlkonzern:

Ihr Hari

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Don´t shoot the messenger



Guten Morgen!

Bitte erschiessen Sie nicht den Überbringer der Botschaft - mich. Ich würde Ihnen furchtbar gerne mal etwas Klares sagen, weil der Markt seine Karten aufdeckt.

Aber ich kann es nicht, weil weiter dicker Herbstnebel über dem Markt liegt. James DePorre beschreibt das -> hier <- so:

The action today is a good example of how aggressive traders may start to think it is time to be more cautious. The indices are sluggish, although holding support, breadth is poor and there have been a number of big picture issues popping up.

It is quite easy to make a case for some sort of corrective action and many big-picture pundits are doing that, but time and again the market bounces right back from as if nothing has changed.

There is no simple way to deal with this issue. If you try to anticipate further downside, you end up being a victim of a market that has no memory. On the other hand, if you ignore warning signs, you are taking on an increased level of risk and that may end up being far more costly.

So ist es leider.

Im grossen strategischen Bild gibt es keine Klarheit, Märkte die durch den permanenten Notenbank-Stimulus langfristig überdehnt sind, treffen auf unberechenbare Makro-Faktoren und massive politische Risiken im Weltgeschehen. Weder haben die Bullen genügend Kraft um die Märkte zu heben, noch die Bären genügend Krallen um die Märkte abzuschiessen.

Im taktischen Bild gibt es keine Klarheit, Unsicherheiten wie das Schicksal der Deutschen Bank, schweben über den Märkten und auch hier ist es recht einfach. Lass die Deutsche Bank Morgen eine 4 Milliarden Einigung mit der US Administration bekannt geben und der DAX steht bei 10.800. Lass die aktuellen Gespräche scheitern und wir rauchen nach unten ab.

Im markttechnischen Bild haben wir nach wie vor eine indifferente Seitwärtsbewegung in einer Range, die nun seit Monaten Bestand hat. Solange diese Grenzen nicht verlassen werden, bleibt die Lage unbestimmt und indifferent.

So ist es leider, don´t shoot the messenger, ich überbringe nur die Botschaft. Ich würde mir ja selber weniger Herbstnebel wünschen.

Auch wie wir damit umgehen müssen, kann ich nur immer wieder wie eine Gebetsmühle wiederholen, bis man es nicht mehr hören kann:

Erstens dürfen wir weiter eher den Bullen das Vertrauen schenken, bis uns die Bären vom Gegenteil überzeugen. Nach wie vor habe ich eher einen bullischen Bias, was die Auflösung obiger Gemengelage angeht.

Zweitens dürfen wir uns aber nicht zu sehr exponieren und müssen den obigen bullischen Bias in einem gesunden Mass mit genügend Cash zur taktischen Flexibilität halten.

Drittens sollten wir uns auf die konkreten, einzelnen Opportunitäten konzentrieren, die sich vor unseren Augen auftun. Und die gibt es ja immer wieder, wenn auch weniger als in einem klar nach oben oder unten trendenden Markt.

Viertens sollten wir alles dafür tun, dass wir uns in dieser Phase nicht psychologisch aufreiben, weil wir Geistern hinterher jagen. Heisst, wir brauchen inneren Abstand und Gelassenheit, bis der Nebel sich hebt. Denn dann - erst dann - wenn der Nebel sich hebt, ist unsere volle Aufmerksamkeit und Tatkraft gefordert.

So weit zur Lage vom Überbringer der Botschaft. 😀 Index-Charts braucht es nicht dazu, in denen ist (erneut) nichts passiert.

Wo kann man heute am deutschen Markt mal hinschauen? Qiagen sieht taktisch weiter aussichtsreich aus, ich hatte das schon am 16.09. im Artikel -> Niemandsland <- erwähnt und seit dem hat sich die Aktie positiv entwickelt und formt nun eine Ausbruchsstruktur aus etwas, was man mit etwas Phantasie als "Henkel" interpretieren könnte:

qiagen-04-10-16

Achten Sie bei Qiagen auch auf die massive, positive Divergenz im On-Balance-Volumen.

Eine potentiell spannende taktische Ausgangslage, hat nun auch die Dauergurke Leoni, deren Setup aber rein taktischer Natur ist, die fundamentalen Hintergründe darf man lieber nicht betrachten, denn im Unternehmen scheint strukturell allerlei im Argen zu liegen.

Aber das Chart zeigt nun eine Flaggenstruktur bei klarer positiver OBV Divergenz. *Wenn* diese Flagge nach oben brechen sollte, *dann* dürfte es nach oben taktische Chancen geben:

leoni-04-10-16

Auch Airbus - zuletzt in -> was passiert <- am 05.09. thematisiert - läuft nicht nur wie erwartet, sondern sieht mittelfristig weiter aussichtsreich aus.

Der Ausbruch aus dem Abwärtstrend hat stattgefunden und nun konsolidiert die Aktie diesen, was Potential für den nächsten Schub frei setzen könnte:

airbus-04-10-16

Individuelle Chancen, sind am Markt also immer da, auch im Herbstnebel. Konzentrieren wir uns darauf, bleiben entspannt und ruhig und richten unseren Blick gelassen nach oben, so lange uns die Bären nicht vom Gegenteil überzeugen können.

Ich wünsche einen erfolgreichen Tag!

Ihr Hari

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Niemandsland



Guten Morgen!

Heute etwas später als sonst, aber das ist kein Problem, weil genau genommen, könnte ich mir den Bericht heute auch sparen.

Denn heute ist vor allem Options Expiration für das dritte Quartal und da die Kurse schon gestern die groben Zonen erreicht haben - S&P500 2.150, DAX 10.500 - wo ich sie ungefähr erwarten würde, muss man heute auch nicht mit grossen Bewegungen rechnen, wenn da von aussen nicht etwas ganz Überraschendes kommen sollte.

Auch dass im DAX am Mittag die OpEx vorbei ist, hilft nicht viel, denn an der Wallstreet ist "Mittags" eben Abends nach europäischer Zeit. Wie wir überhaupt damit rechnen müssen, dass die Indizes nun bis zur FED kommenden Mittwoch im charttechnischen Niemandsland verbleiben, denn es fehlt an klaren Katalysatoren.

Positiv stimmt darüber hinaus aber, dass der S&P500 mit seinem Dreifachboden und dem Anstieg auf 2.140, nun eine durchaus ansprechende Struktur gebildet hat, bei der man den Eindruck hat, dass die unmittelbare Absturzgefahr geringer geworden ist:

sp500-16-09-16

Aufgrund der Daten von gestern, kann ich mir eine Zinserhöhung der FED nächste Woche auch nur dann ernsthaft vorstellen, wenn Janet Yellen ihre taubenhafte Grundhaltung ändert und es jetzt zwingen will.

Klar, Yellen dürfte klar sein, dass an einer weiteren Zinserhöhung ein Stück Glaubwürdigkeit hängt und eigentlich ist der September die letzte halbwegs sichere Chance. Denn wer weiss nun, wie es am Markt im Dezember aussieht, vielleicht nach der Wahl von Trump? Auch haben doch alle in Erinnerung, was die erzwungene Erhöhung letzten Dezember dann im Januar ausgelöst hat.

Der Druck auf Yellen ist also da und völlig ausschliessen, kann man einen Erhöhungsschritt nicht. Aber unter Würdigung aller Umstände, ist er doch eher unwahrscheinlich und das verbunden mit obigem Chart im S&P500, lässt immer noch einigen Kursoptimismus zu.

Sonst gibt es heute wenig zu berichten und wenn die Lage so ruhig bleibt, melde ich mich auch erst am Nachmittag wieder.

Erwähnenswert ist natürlich die Deutsche Bank mit ihrem 14 Milliarden Desaster. Würde diese Strafe Realität, stände die Existenz auf dem Spiel. Einen guten Beitrag zur Einordnung, können Sie -> hier <- lesen.

Sie sehen daran, dass alles nicht so heiss gegessen wie gekocht wird. Trotzdem ist das ein weiterer Nackenschlag, bei dem auch Markttechnik nicht hilft. Markttechnik kann nicht wissen, ob die US Justiz mit 4 oder 14 Milliarden um die Ecke kommt. Wären es 4 geworden, wäre die Deutsche Bank heute nicht 6% im Minus, sondern genau so stark im Plus.

Insofern kann man die ganzen Formationen bei der Deutschen Bank nun mal wieder "knicken". Ist ja nicht zum ersten Mal und erinnert immer wieder daran, dass Banken mit ihren starken Abhängigkeiten zu staatlichen Regulierung, als Investition eher zu meiden sind. Als Trade kann man es aber immer wieder versuchen, denn wirklich Pleite gehen, wird die Deutsche Bank nicht. Die hat eine implizite Staatsgarantie von Deutschland.

Bei GlaxoSmithKline (GSK) bahnt sich hier vielleicht eine bullische Flagge an:

gsk-16-09-16

Bei den britischen, internationalen Aktien des FTSE, muss man aber aufpassen, weil die Kursgewinne zu einem Teil Ergebnis des schwächeren Pfundes sind. Ich habe das hier mal gegenüber gestellt, die Aussage dürfte klar sein:

gbp-ftse-16-09-16

Sollte das britische Pfund also die iSKS generieren, die ich für denkbar halte, dürfte der FTSE im Gegenzug (in Euro gerechnet) eine Topbildung produzieren.

Eine ganz interessante Konsolidierung, hat nun auch Qiagen generiert:

qiagen-16-09-16

Wir hatten am Montag diesen markanten Hammer unter Volumen, der auf dem 38er Fibo Retracement aufsetzte und mit guter Wahrscheinlichkeit den Tiefpunkt der Konsolidierung markiert.

Und wir haben ein OBV, das bestätigt. Das könnte also eine bullische Auflösung werden. Auch im grösseren Bild mit Wochenkerzen, sieht man hier ein riesiges Kaffehaferl ;), das auch eher nach oben weist:

qiagen-16-09-16-2

Erinnern möchte ich noch einmal ausdrücklich an meinen Beitrag -> was würde Sie interessieren? <-

Darauf gab es bisher zwei spärliche Antworten. Nun habe ich kein Problem damit, dann brauche ich im Wesentlichen keine Erklärungen mehr zu schreiben und kann mir Grundsätzliches zunehmend sparen, weil alles schon gesagt ist. Mich beschleicht aber gerade bei der schweigenden Mehrheit der Verdacht, dass das gar nicht die Realität ist.

Bedenken Sie also bitte unbedingt: Ich nehme ernst, was Sie mir schreiben. Das was Sie schreiben ebenso wie das, was Sie nicht schreiben. Selbstverständlich beeinflusst mich das Ergebnis solcher Umfragen, sonst bräuchte ich sie ja gar nicht machen.

Und noch etwas sollten Sie bedenken. Ich kann immer noch keine Gedanken lesen. 😉 Fragestellungen die Sie nicht formulieren, kann ich also nur schwerlich beantworten.

Insofern müssen Sie sich die Frage stellen, ob das wirklich das Ergebnis ist, das ihren Interessen entspricht?

Bis später!

Ihr Hari

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