Perlen Reloaded – Das Wort zum Sonntag



Das folgende "Wort zum Sonntag" aus 2015 hat immer noch hohe Relevanz und sollte jeder genau lesen, der Angst hat sich hier im Forum mit Setups zu äussern, weil die ja "schief gehen" könnten:

Freitag 20.03.15 17:20 - Wort zum Sonntag

So liebe Mitglieder, eine (für mich) sehr erfolgreiche Woche geht zu Ende!

Erfolg stellt sich für aktive Anleger dann ein, wenn der Markt sich im Rahmen der eigenen Erwartungen und Szenarien bewegt, denn natürlich ist man genau dafür optimal aufgestellt. Und dass ich diese Woche den Markt sehr gut antizipieren konnte, haben Sie ja Live erlebt.

Etwas zum Nachdenken möchte ich Ihnen aber noch zum Wochenende mitgeben.

Mir ist bewusst, dass ein paar Mitglieder auch deshalb wenig oder gar nicht im Forum zu konkreten Setups schreiben, weil die Angst zu gross ist, etwas "Falsches" oder "Dummes" zu schreiben und sich so zu "blamieren".

Das ist ein höchst menschlicher, sozialer Reflex, den wir alle irgendwie in uns haben und für den man sich nicht schämen muss. Nicht dafür schämen müssen, heisst ja aber nicht gleichzeitig, dass wir uns zum Sklaven solcher Reflexe machen müssen.

Gleichzeitig haben Sie erlebt, wie ich in einem Moment im Markt, an dem der DAX nach gigantischer Rally über 12.000 steht, sehr deutlich davor gewarnt haben zu früh abzuspringen, einen bullischen Bias kommuniziert habe und mich sogar so exponiert habe, auch im öffentlichen Bereich laut und deutlich "es ist nur eine Zahl" zu rufen.

Das zu einem Zeitpunkt, zu dem fast jeder der sich als "Marktkenner" darstellt, nun unter der Hand raunend von der grossen Korrekturgefahr und Überdehnung spricht - sie brauchen ja nur durch die diversen Blogs zu gehen. Es ist ja auch offensichtlich, nur passiert das Offensichtliche wegen der Reflexivität halt eher selten am Markt. 😉

Gleichzeitig lege ich aber hier immer so viel Wert darauf, dass ich auch keine Glaskugel habe und die Zukunft auch nicht kenne. Und klar, natürlich ist eine Korrekturgefahr vorhanden, das ist ja offensichtlich nach dieser Bewegung. Und eine falsche, überraschende Nachricht aus dem finanzpolitischen Umfeld und der DAX geht massiv in die Knie und ich stehe wie ein "Trottel" da.

Wäre ich nun also von der Angst getrieben, etwas "falsch" zu machen und würde mich davor fürchten, daneben zu liegen, wäre ich wohl kaum in der Lage mich so klar zu positionieren. Ich tue es aber trotzdem öffentlich, während Sie vielleicht Sorge haben, sich in einem geschlossenen Forum zu blamieren, wo Sie die Aussenwelt aber gar nicht lesen kann und bewiesenermassen ein freundlicher, nicht konfrontativer Umgangston herrscht. Und dafür gibt es nur einen Grund: ich habe diese Angst nicht. Ich bin da nicht angreifbar.

Ich bin vielmehr davon getrieben, so objektiv und klar wir möglich zu erkennen, was der Markt wirklich macht. Und darüber schreibe ich dann. Und wenn der Markt beliebt seine Meinung zu ändern, habe ich mir deswegen nichts vorzuwerfen. Vorwürfe mache ich mir aber dann, wenn ich nicht dem gefolgt bin, was mir der Markt für Signale gegeben hat.

Falls Sie also Angst davor haben sollten hier zu schreiben, weil es "falsch" sein könnte, dann denken Sie mal darüber nach, warum ich erfolgreich bin. Ich kenne die Zukunft nämlich auch nicht. Und werde genau so überrascht, wie jeder andere Mensch auch.

Stellen Sie sich also mal die Frage, ob meine Offenheit mich dem Urteil des Marktes zu unterwerfen, nicht vielleicht gerade das Erfolgsmodell ist. Hat nicht das Eine ganz viel mit dem Anderen zu tun?

Ich lasse mich eben nicht von der Angst blockieren falsch zu liegen, weil ich mein Risikomanagement so trainiert habe, dass ich die Sicherheit habe, mit den Situationen umzugehen, in denen es gegen mich läuft. Und Sicherheit schafft die emotionale Stärke, das Urteil des Marktes gelassen hinzunehmen und mit ihm nach dem Erfolg zu greifen.

Wie will man aber Sicherheit gewinnen, wenn man aus Angst nichts wagt? Haben Sie schon einmal erlebt, wie ein Kind auf dem Trockenen Schwimmen lernt? Nein, dafür muss man einfach Wasser saufen!

Denken Sie mal darüber nach. Und begreifen Sie den Wert, hier über Ihre Gedanken zu Aktien und dem Markt zu schreiben, nicht als Risiko etwas "falsch" zu machen, sondern als Chance im Wind der Meinung zu "reifen" und Stärke und Sicherheit zu gewinnen, die man im stillen Kämmerlein mit den eigenen Ängsten nie finden kann! Eine Chance, bei der Sie erst einmal kein Geld verlieren können, wenn Sie "falsch" liegen, sondern nur Erfahrung sammeln.

Insofern ist es gerade im Zustand der Unsicherheit die bessere, mutige Wahl, sich erst einmal dem Urteil der Umwelt zu stellen, als mit echtem Geld dem gnadenlosen Markt.

So weit mein Wort zum Sonntag. 😀

Ihr Hari

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Avoid it or Exploit it – Gewinnen im Zeitalter der Algos



Was ich Ihnen nun schreibe, ist eigentlich trivial. Es ist so trivial, dass man sich fragen muss, ob man das noch einmal in einen Artikel schreiben sollte und man sich damit nicht lächerlich macht.

Aber vielleicht muss man es gerade deshalb immer wieder aufschreiben, damit man es sich wirklich bewusst macht und das will ich deshalb heute tun.

Denn wir haben zuletzt viel zur zunehmenden Dominanz der Algos an den Märkten gehört. Wir haben gelernt, wie diese V-Reversals und Fakeouts zum Standard gemacht haben und wie sie Trends dehnen und stabilisieren, weil sie noch die "Extra-Meile" gehen, die sich ein ängstlicher Mensch schon nicht mehr trauen würde.

Und emotional liegt da so ein Geschmäckle vom Spätherbst der Menschheit in der Luft, so als ob das Ende menschlicher Erfolge an den Märkten in Kürze bevor stehen würde.

Ehrlich gesagt, ich halte das für übertrieben und vor allem das menschliche Gehirn für unterschätzt. Denn wir sind gigantisch gute "Mustererkennungsmaschinen" und bis die Algos da mithalten können, werden noch Jahrzehnte vergehen. In anderen Bereichen, wo es auf schiere Rechenkraft und Disziplin ankommt, sind die Algos aber schon an uns vorbei gezogen.

Womit wir beim Kern von Weisheiten sind, die die Menschheit schon seit Jahrtausenden kennt, wenn es um den Kampf gegen starke oder manchmal übermächtige Gegner geht, auch Sun Tzu ist dabei eine gute Quelle. Der Kern dabei ist, das Schlachtfeld zu bestimmen, also nicht den Kampf nach den Regeln des Gegners zu führen, sondern ihm sein eigenes Spiel aufzuzwingen. Wenn Maschinen viel schneller als wir rechnen und Daten verarbeiten, wären wir eben dumm auf diesem Spielfeld mit ihnen konkurrieren zu wollen.

Was wir als Anleger also tun müssen, kann man ganz leicht in nur fünf englische Worte pressen:

Avoid it or exploit it

Etwas holperig in Deutsch: Vermeide es oder nutze es aus.

Das aktuelle Agieren der Algos findet scheinbar vor allem auf den kurz- und mittleren Zeitebenen statt, in denen bestehende Muster und Mechanismen "abgeschöpft" werden. Das führt eben zu länger andauernden Trends und es führt zu dieser scheinbaren Ruhe im Markt. Auch konzentriert sich das Algo-Geschehen noch in den liquiden Instrumenten, also den Indizes selber, aber auch den grossen ETFs oder gross kapitalisierten Aktien.

Die eine Taktik wäre also, dem einfach aus dem Weg zu gehen. Denn wer mittel- bis langfristig einzelne Aktien klug selektiert und sich von den grossen Trends leiten lässt, ist von den Algos bisher kaum tangiert. Ich meine damit Trends, wie sie zum Beispiel Pasolini zuletzt in seinen beiden Artikeln zur Trendfolge gezeigt hat, also Trends die man mit Wochen- oder Monatskerzen betrachtet und die von einer fundamentalen Sicht auf die Aktie unterlegt sind.

Wer so agiert, wer so ein Investment-Depot führt, kann die Algos bisher ignorieren. Avoid it!

Es geht aber noch einfacher, denn ich sagte ja, dass die Algos aktuell bestehende Marktstrukturen auf der kurz- und mittelfristigen Ebene eher stabilisieren, weil sie eben ganz grundsätzlich und stur den Krug immer wieder zum Brunnen tragen, bis er bricht. Und dieses Wissen kann man ausnutzen. Exploit it!

Ein ganz einfaches und klassisches Beispiel, habe ich hier seit Wochen und Monaten immer wieder thematisiert, nämlich die Tatsache, dass frühe Schwäche im SP500 derzeit zuverlässig von den BTFD Programmen im Laufe des Handels gekauft wird. Dieses Muster ist uns also bekannt und es wäre ein Leichtes und höchst profitabel gewesen, das auszuschöpfen.

Warum haben viele das nicht getan? Ich glaube neben zeitlichen Gründen, die vielen von uns Intraday-Handel unmöglich machen, ist vermutlich auch richtig, dass viele von uns noch nicht ausreichend opportunistisch im Sinne "exploit it" denken. Zu viele versuchen trotz meiner permanenten Reden immer noch ängstlich oder hoffnungsvoll herum zu raten, wie die Kurse morgen sein werden.

Und diese menschlichen Mechanismen von Gier und Angst, kennen die Maschinen zu Genüge und versuchen sie mit Methoden wie Fakeouts abzuschöpfen. Warum also spielen wir freiwillig deren Spiel mit? Wollen wir freiwillig weiter Lämmer sein, die zur Schlachtbank geführt werden, nur weil der Affe in uns mal wieder rumort?

Nein, wer klug ist, schöpft die Muster ab, die uns die Algos offenbaren und der Kauf der Tiefs des SP500 spätestens zur Handelsmitte, ist so ein Muster, das höchst profitabel war und immer noch ist.

Ich habe Ihnen mal mit 10-Minuten-Kerzen hier das SP500 Chart der letzten 7 Handelstag mitgebracht. An *jedem* Tag, an wirklich *jedem* Tag, auch gestern, konnte man profitieren oder ging an einem Tag neutral aus dem Markt, wenn man die Tiefs im frühen Handel kaufte und kurz vor Handelsschluss verkaufte. Die Kaufpunkte sind markiert:

Die algorithmische Logik dabei ist recht einfach:

Wenn der SP500 mit einem Gapdown eröffnet und sofort zu steigen beginnt, kaufe sofort. Wenn der SP500 sofort zu fallen beginnt, kaufe das erste markante Tief danach.

Nun sind die Punkte im Eifer des Gefechts nicht so perfekt zu identizieren wie im Nachhinein, wenn immer "gut schnacken" ist. Am algorithmischen Detail muss man also feilen. Das Grundprinzip die Tiefs der ersten Handelshälfte zu kaufen, war aber fast jeden Tag gültig.

So ist also im SP500 seit Monaten ein wunderbar profitables Muster vor unserer Nase. Und genau dieses Muster, wird wohl aktuell von den Algos gespielt, genau deshalb läuft es so stabil ab. Und was hindert uns daran, das auszuschöpfen (exploit it)?

Wenn wir ehrlich sind und die Zeit für Intraday-Handel haben, eigentlich Nichts. Nur wir selber stehen uns im Weg. Denn statt wie ein Algo einfach auf die statistische Wahrscheinlichkeit und das eingefahrene Muster bei jedem Dip zu setzen, grübeln wir lieber angstvoll darüber nach, ob dieses eine Mal nun der Fall ist, in dem die Regel bricht? Und wenn schon, dafür hat man Stops, alles was zählt ist der statistische Edge der Wiederholung und der ist da.

Unsere Gehirne sind also brilliante Mustererkennungsmaschinen, die erkennen so ein Muster sofort. Leider sind wir aber auch "Affen", die von Ängsten getrieben werden, weil diese Ängste für das Überleben in der Savanne vorteilhaft war. An der Börse verhindert es aber die Chancen auch diszipliniert zu ergreifen, die unsere Gehirne schon erkannt haben - wir zögern und zagen sozusagen zu lange sorgenvoll herum.

Aber auch dafür und auch für Berufstätige gibt es eine potentielle Lösung. Denn wir können ja selber rudimentäre Algos schreiben und so eine Logik zum BTFD-Kauf von Schwäche im SP500, mit Verkauf kurz vor Handelsschluss, sollte für des Programmierens kundige, so schwer nicht umzusetzen sein. Und dann lässt man das laufen, solange es funktioniert. Und wenn es nicht mehr funktioniert, zieht man zum nächsten Muster. Das ist das Verhalten eines "Algos", das ist angepasstes Verhalten. Das ist opportunistisches Verhalten, wie wir es an den Tag legen müssen, wenn wir von den Algos profitieren wollen.

Fazit:

Avoid it or Exploit it

Die Algos sind Faktum, sie werden nicht mehr verschwinden. Sie werden sich weiter wandeln und "intelligenter" werden, von echter Intelligenz sind sie aber weit entfernt und unsere menschliche Mustererkenunng ist immer noch an Geschwindigkeit weit überlegen.

Entweder gehen wir den Algos aus dem Weg, haben grundsätzlich keine Stops im System und führen ein Investmentdepot nach den Prinzipien der Trendfolge und des Positionsgrössenmanagements. Dann brauchen wir uns um die Algos noch keine Gedanken zu machen und eher profitieren wir davon, dass diese Trends eher dehnen und stabilisieren.

Oder wie nutzen die Algos aus, in dem wir die Muster die diese spielen, auch selber abschöpfen. Der BTFD Reflex Intraday im SP500 ist so ein triviales Beispiel, es gibt derer viele, wenn wir unsere Mustererkennung mal anschmeissen. Auch die hier oft besprochenen Volumenausbrüche aus langen Seitwärtsbewegungen funktionieren ja immer wieder hervorragend. Und was funktioniert ist gut und was nicht funktioniert, ignorieren wir.

Wichtig dafür, ist die opportunistische Haltung im Sinne, dass wir machen was funktioniert und es einstellen, wenn es nicht mehr funktioniert. Um "Recht haben" geht es auch im Zeitalter der Algos nicht. Nur um das Plus im Depot und das erzielt man am Einfachsten mit dem Markt und mit den Algos.

Avoid it or Exploit it

Ja, das ist eigentlich trivial. Aber sind wir darin wirklich konsequent? Wenn nein, hat dieser Artikel doch Sinn gehabt.

Ihr Hari

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Die fatale Angst zu verpassen

Der folgende Artikel erschien Donnerstag 24.09.15 09:30, lange bevor sich die Idee eines Doppelbodens realisierte, die nun ja offensichtlich vom Markt gespielt wird.

Schon damals war aber diese Erwartung spürbar, auch ich habe ja hier schon vor über einem Monat die -> 2011er und 1998er Analogien <- gezeigt und auf die wettet nun offensichtlich der Markt. Und die Angst zu verpassen, dürfte beim aktuellen Rebound auch eine Rolle spielen, denn es ist eine mächtige Emotion, die bei vielen sogar stärker ist, als die Verlustangst.

Lesen Sie also mal, was ich vor 2 Wochen dazu geschrieben habe, es ist immer noch hoch aktuell.

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Auch wenn wir es nicht merken, wir sind ganz oft von Ängsten getrieben und bei solchen Ängsten dreht es sich nicht nur um die naheliegende Angst vor dem Einbruch, sondern oft viel stärker aber auch fataler, um die Angst etwas zu verpassen.

Diese Angst entsteht, wenn man eine innere Überzeugung (einen Bias) hat, dass der Markt ja früher oder später wieder steigen oder fallen „muss“. Und in dem Moment, wo diese Erwartung in uns Raum gewinnt, kriecht auch die Angst in uns hoch, nun „schnell zu machen“, damit man den abfahrenden Zug nicht verpasst.

Das ist ein fatales Gefühl und es führt sehr oft dazu, dass die Anleger auf eine starke Bewegung noch aufspringen, nur um dann festzustellen, dass diese sofort wieder dreht.

Denn aufgesprungen ist man dann nicht aufgrund einer belastbaren Analyse der Bewegung und ihrer Bedeutung im grossen Bild. Aufgesprungen ist man, aufgrund des eigenen Bias und wenn man den hat, löst jeder sinnlose Zucker nach oben sinnlose Kaufreflexe aus im Sinne: nur nicht zu spät kommen!

Jeder Vertriebler oder Händler hat dieses Spiel mit der Angst zu verpassen im Grundbaukasten der Verkaufstechnik. Weil wir eben alle nur Affen ohne Behaarung sind, auch wenn unser Selbstbild uns gerne einredet, wie "rational" wir ja immer seien. 😉

Deshalb sind Angebote gerne „nur solange der Vorrat reicht“ oder haben ein Enddatum, zu dem der „Rabatt“ wieder ausläuft. Natürlich ist das alles Quatsch, aber es funktioniert. Es erzeugt in uns Menschen Druck „schnell“ noch etwas zu machen, bevor die Chance vermeintlich weg ist.

In der aktuellen Marktlage. sehe ich diesen Reflex potentiell in Einigen von uns auch am Werk. Und der Reflex beruht auf der Annahme, dass ein Test der Tiefs vom 24.08. eine Kaufgelegenheit darstellen wird.

Jetzt habe ich diese Sicht hier ja oft und mehrmals auf unterschiedliche Art und Weise kommuniziert und ja, auch heute ist für mich noch der Ablauf ala 2011 – das marginale neue Tief von dem aus der Markt dann dreht – mein Favorit, was die Wahrscheinlichkeiten angeht.

Das Dumme ist, wenn ich so ein Szenario über längere Zeit präferiere, bekommt es prägende Wirkung im Sinne „das wird so kommen“. Und daraus resultiert dann die Angst, unbedingt beim Bruch der Tiefs herein zu springen, damit man nichts verpasst.

Das ist aber falsch und macht aus einer Wahrscheinlichkeit eine Gewissheit. Solche Denkstrukturen sind fatal! Und sie sind idiotisch!

Schreiben wir uns deshalb hinter die Ohren: Der DAX kann sehr wohl durch das Tief durchgehen und erst im Bereich der Oktobertiefs von 2014, also zwischen 8.000 und 8.500 den nächsten Halt einlegen!

Ich halte dieses Szenario *nicht* für wahrscheinlicher, als den Rebound mit Doppelboden ala 2011 oder 1998, aber das Szenario ist trotzdem sehr real und darf nicht einfach ignoriert werden!

Der Gedanke etwas am Markt zu „verpassen“ ist sowieso komplett idiotisch – pures, reines Affenhirn sozusagen. Wir verpassen am Markt nie etwas! Der ist jeden Morgen wieder da und jeden Morgen ergeben sich neue Chancen, unabhängig davon, was am Vortag passiert ist. Und wenn nicht mehr nach „oben“, dann eben nach „unten“.

Wenn Sie solche Gedanken wie oben nun haben sollten, haben Sie ein Problem, über das Sie sich unbedingt im Klaren werden müssen.

Faktum ist, dass es besser ist, ein paar wenige Prozent zu verpassen, wenn man dafür höhere Gewissheit bekommt, dass der Markt nun wirklich einen Boden gefunden hat. Und das weiss man eben nicht während er durch die Tiefs durchfällt, sondern erst *nachdem* er schon wieder gedreht hat und andere Parameter wie Volumen, Sentiment und Co. zu der Theorie der Wende passen.

*Dann* bekommt man auch mal 70% „Gewissheit“, dass die Wende hinter uns liegt. Und der Vorteil des Handelns *nach* der Wende ist auch, dass man mit den neuen Tiefs sofort ein belastbares Stopniveau hat. Denn wenn die wieder fallen, war die Theorie der Wende wohl verfehlt.

Also mein guter Rat:

(1) Machen Sie Präferenzen nicht zu Gewissheiten! Niemand kennt die Zukunft und wir reden am Markt nur über Wahrscheinlichkeiten.

(2) Bekommen Sie unbedingt die blödsinnige „Angst zu verpassen“ in den Griff! Das ist definitiv einer der idiotischsten Reflexe, die man am Markt überhaupt haben kann.

(3) Und handeln Sie nur, was Sie sehen! Und solange Sie noch keinen Rebound sehen, ist da auch keiner, ganz egal was „Hari“ sagt oder Ihnen Ihr Affenhirn eingeben will.

Versuchen Sie in sich ein Gefühl der gelassenen Entspanntheit aufkommen zu lassen. Sie müssen gar nichts!

Erst aus dieser Gelassenheit heraus, kann man dann die Chancen präzise auf den Punkt ergreifen, wenn sie sich tatsächlich sichtbar offenbaren und nicht nur im Vorfeld vermutet werden.

Lassen Sie den Markt zu sich kommen und rennen Sie ihm nicht hinterher!

Ihr Hari

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