DAX – Warum eine Hausse in der Euphorie und nicht in der Skepsis stirbt – 15.03.13

Vor dem Wochenende, möchte ich ein paar kurze Beobachtungen zum DAX mit Ihnen teilen.

Sie wissen ja - und wir haben das hier auf Mr-Market.de mehrfach eindrucksvoll erleben können - wie gerne der Markt genau den Weg geht, mit dem die wenigsten rechnen. Was dann gleichbedeutend mit dem Weg des maximalen Schmerzes ist, denn auf dem Weg mit dem niemand rechnet, ist zwangsläufig auch niemand positioniert. Diese Logik ist zwingend, da nur kaufen kann, wer noch nicht gekauft hat und nur verkaufen kann, wer schon gekauft hat. Einer der Gründe übrigens, warum dieser fiese Mr. Market einen unbedarften und "normal" denkenden Menschen so zuverlässig und gerne auf dem falschen Fuss erwischt. Und zwar gerade den gebildeten, logisch denkenden Menschen in Berufen, in denen es auf Ratio und Präzision ankommt. Man könnte manchmal meinen, der fiese Mr. Market steht hinter einem und liest die Gedanken, nur um dann genau das Gegenteil zu machen.

Nun, ich kann Ihnen sagen, womit die meisten im Moment rechnen: damit, dass der Markt nach Erreichen der Höchststände zur Korrektur ansetzt. Befragen Sie doch mal selber ihren Bauch und seien sie ehrlich zu sich.

Zu eingeprägt ist in der kollektiven Erinnerung, was 2000 und 2007 passierte, nach dem der DAX über 8000 sprang. Und deshalb erscheinen schon vorauseilend im Handelsblatt warnende Artikel wie -> dieser <-, in dem mal wieder der gute Roubini als Testimonial herhalten muss. Genau dieser Roubini, der heute schon verkündet, wie das zweite Halbjahr 2013 wird. Und Sie wissen ja was von Menschen zu halten ist, die so tun, als ob sie mit einer Glaskugel gesegnet wären. Mal haben sie recht und mal nicht. Ein Dartpfeil hat aber auch immer wieder Recht. Das Spiel beruht darauf, dass die Menschen die Fehleistungen schnell vergessen und die Treffer hinterher hochgejubelt werden. Die reale Peformance der "Weissagungen" des Herrn Roubini in den letzten Jahren ist äusserst dürftig. Rein statistisch darf der Dartpfeil nun auch mal wieder treffen. 😉

Die Motivation solcher Artikel wie im Handelsblatt ist, dieses Mal klüger zu sein und aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Wir sind doch alle "Contrarians" - zumindest bilden wir es uns ein. Nur so funktioniert der fiese Mr. Market halt nicht. Und wer glaubt nun klüger zu sein als 2000 und 2007, merkt nicht, dass er doch wieder nur in der Masse mitläuft und nichts weiter als den gedanklichen Mainstream vertritt. Nur das, was die Marktteilnehmer erwarten, macht Mr. Market halt höchst selten, eben weil die Markteilnehmer so schon positioniert sind. Das ist die verflixte Selbstbezüglichkeit - oder auch Reflexivität - der Märkte, auf der ich hier immer herum reite.

Und ich betone hier ja immer wie eine Gebetsmühle, dass wir dem Markt folgen sollten. Und nun frage ich Sie: zeigt der Markt objektiv irgendwelche Brüche ? Gibt es einen einzigen Indikator, der nun eine Topbildung zwingend indiziert ? Nein - gibt es nicht, zumindest ich sehe keinen. Und trotzdem haben wir - auch ich - dieses nagende Gefühl in der Magengrube, dass es doch jetzt mal bald drehen dürfte. Und dieses Gefühl verhindert, dass wir die Rally mit vollem Risiko mitnehmen.

So ... und nachdem ich Ihnen oben gesagt habe, womit die Mehrheit rechnet, will ich Ihnen nun auch mitteilen, was fast keiner auf der Rechnung hat: Das wir einfach weiter hoch laufen und schon dieses Jahr die 9000 und mehr im DAX sehen.

Im Sentiment Cycle nennt man diese Skepsis die "Wall of Worry". Märkte toppen langfristig in der Euphorie. Euphorie ist aber weit und breit nicht zu sehen. Bullenmärkte steigen aber weiter in der Skepsis. Es kann gut sein, dass wir das gerade erleben.

Jetzt hat niemand eine Glaskugel, auch ich nicht. Und klar, morgen kann einen Nachricht kommen, die den Markt zusammen brechen lässt. Aber das ist eben das weniger wahrscheinliche Szenario und mehr als Wahrscheinlichkeiten haben wir sowieso nicht. Schaue ich aber auf die Price-Action, sehe ich einen beständigen Druck nach oben, der jeden bestraft der zu früh aussteigt. Und dem zu folgen hat höhere Erfolgswahrscheinlichkeiten, als sich dem Markt entgehen zu stellen. Und wenn der Markt morgen doch nach unten wegkippen sollte, gibt es dafür Stops oder anderweitiges Risikomanagement.

Das Schlimme ist aber, die gleichen psychologischen Mechanismen, die uns nun die Angst vor einem Top einpflanzen, werden - wenn es wirklich runter gehen sollte - verhindern, dass wir konsequent die Stops exekutieren und aus dem Markt gehen. In beiden Fällen wollen wir instinktiv klüger als der Markt sein. Wir sind ja schliesslich alle Contrarians. 😉 Das traurige Ergebnis dieser automatischen Reflexe, ist in den Depots dann zu beobachten.

Übrigens, auch -> Cognitrend <- bestätigt diese Woche wieder erneut, wie weit wir noch von echter Euphorie entfernt sind.

Es gibt aber auch einen logischen Grund, die 8000 im DAX nicht über zu bewerten. Denn diese 8000 sind eben nicht mit den 8000 aus 2007 und schon gar nicht mit denen aus 2000 zu vergleichen. Das liegt daran, dass der DAX im Gegensatz zu den meisten anderen Indizes ein Performance-Index ist. Sprich hier werden die Dividenden in den Index mit eingerechnet und kumulieren sich über die Jahre im Index. Nur sind diese Dividenden nun aber schon Vergangenheit. Und wer heute den DAX kauft, bekommt diese Dividenden auch nicht mehr, die haben andere früher vereinnahmt.

Wenn man also heute wissen will, wie viel Marktkapitalisierung und Bewertung wirklich in den DAX Unternehmen im Vergleich zu 2000 und 2007 steckt, darf man dafür nicht den Performance-Index, sondern muss analog zu S&P500 und Co. den in Deutschland kaum benutzten Kursindex nehmen.

Sie wissen, ich habe dieses Thema des Kursindex hier schon vielfach thematisiert. Da aber Dirk Elsner dazu gerade einen kleinen passenden Artikel geschrieben hat, überlasse ich gerne ihm die Darstellung: -> DAX Kursindex <-

Und nun frage ich Sie erneut: wir haben keine Euphorie, die Mehrheit hat Angst vor einem Einbruch und real ist die Bewertung der Unternehmen weit von den Höchstständen 2000 und 2007 entfernt. Sind das die Inkredenzien für einen "Major-Top" wie 2000 und 2007 ? Eine Korrektur von 10% ist immer gut möglich. Aber für mehr gibt es rational keinen sichtbaren Indikator.

Ihr Hari

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Über Erfolg in den Märkten am Beispiel des Gold- und Silber-Trades – 03.09.12

Der heutige Tag ist einfach nur langweilig, wenn die Wallstreet nicht mitspielt, mäandern die europäischen Märkte richtungslos hin und her. Das ist für mich Gelegenheit, mal einen - hoffentlich für Sie lehrreichen - Blick zurück auf Gold und Silber zu richten.

Sie haben Ende letzter Woche erlebt, wie Gold, Silber und die Goldminen explodieren und nun klar bullische Ausbruchsignale senden. Seit den Tiefständen von Mai haben die einzelnen Titel im Mittel zwischen 10-20% gewonnen.

Und ich bin sicher, dass Einige von Ihnen all das seit Mai auf Mr-Market.de gelesen haben, mehrmals daran dachten auf den Zug aufzuspringen, sich aber nicht getraut haben. Also Angst vor der eigenen Courage hatten.

Und nun, wo die Kurse ans Laufen gekommen sind, haben Sie Angst, genau dann zu kaufen, wenn der Sektor zu einer scharfen Korrektur ansetzt.

Und in einem Monat, wenn wir möglicherweise noch einmal 10-20% höher stehen, werden Sie Angst haben die Rally endgültig zu verpassen. Und dann kaufen.

Und dann werden die Kurse vielleicht tatsächlich purzeln, genau an dem Tag, an dem Sie eingestiegen sind.

Kommt Ihnen das bekannt vor ? Wenn ja, sollten Sie jetzt weiter lesen, auch wenn es ein längerer Artikel wird.

Ich glaube jeder der länger dabei ist - mich eingeschlossen - hat das schon erlebt, typischerweise in den Anfangsjahren der "Karriere" als Anleger oder Trader. Das ist auch nicht so verwunderlich, denn dieser Ablauf entspricht ganz typisch dem -> >Sentiment Cycle <- und hat daher massiv mit unseren psychologischen Mängeln zu tun, die wir alle mit uns herum tragen.

Schauen wir doch also noch einmal auf den Ablauf bei Gold und Silber anhand meiner Artikel und dem tatsächlichen Kursverlauf. Auch wenn es vielleicht für den Einzelnen eine schmerzhafte Übung ist, macht es jede Menge Sinn, weil man sich so die eigenen Fehler bewusst machen kann. Und nur wer seine Fehler erkennt, kann es beim nächsten Mal besser machen :

09. Mai 2012: Nach dem monatelangen Rückgang, stelle ich aufgrund einer Intraday Wende mit hohem Volumen zum ersten Mal die Frage nach der -> bedeutenden Wende bei den Goldminen ? ->. Das Tief im GDX an dem Tag beträgt 41,11 USD. Sein echtes, endgültiges Tief erreicht der GDX eine Woche später am 16. Mai 2012 bei 39,08 USD

11. Mai 2012: Nun thematisiere ich auch für den Goldpreis (XAUUSD) bei 1572 USD, dass die -> Chancen nun die Risiken überwiegen <- auch wenn es noch etwas herunter gehen könnte.

16. Mai 2012: An dem Tag erreicht Gold seinen endgültigen Tiefpunkt bei 1526 USD, ebenso wie der GDX bei 39,08 USD. Ich bemerke und thematisiere den -> massiven SwingLow beim GDX auf hohem Volumen <- ohne das endgültig werten zu wollen.

18. Mai 2012: Zwei Tage später hat sich meine Meinung gefestigt und ich stelle in einem eigenen Artikel deutlich fest: -> Gold und Goldminen bestätigen die Wende <-. Zu diesem Zeitpunkt steige ich selber ein, mit Stops unter den Tiefständen von 2 Tagen vorher. Gold hat an diesem Tag ein Tief von 1567 USD, der GDX ein Tief von 41,44 USD. Das ist der Tag, an dem man mit vernünftigem Risiko Long gehen konnte.

01. Juni 2012: Knapp 2 Wochen später ist mir die fortlaufende -> Hausse bei Gold und Goldminen <- einen weiteren Artikel wert. Ich zeige dort die klaren Umkehrformationen im Sektor und werte es, als ob der Sektor Zentralbankmassnahmen "riecht" die auch den Aktienmarkt befeuern könnten. An diesem Tag schreibe ich auch, dass ich nun alle Shortpositionen im Aktienmarkt schliesse. Sein endgültiges Tief erreicht der DAX dann zwei Handelstage später am 05.06.12.

13. Juni 2012: Ich thematisiere erneut den -> klaren Aufwärtstrend bei den Goldminen <- verbunden mit Trendmarken um den Trade abzusichern.

05. Juli 2012: Ich weise darauf hin, dass die mittlerweile laufende Konsolidierung im GDX sehr konstruktiv ist und erhebliches Potential hat. Ansonsten sitze ich die Konsolidierung im Sektor ruhig aus. Die Tiefs vom 18. Mai kommen nicht mehr in Gefahr.

Juli 2012: In mehrere Tips weise ich auf die Tendenz im Goldmarkt hin und sinniere zb am 25.07.12, ob da nicht "schon der QE3 Trade läuft". Am folgenden Tag thematisiere ich, dass da wohl -> Smart Money am Werk war <-.

31. Juli 2012: Ich benutze Silber um explizit -> einen konkreten Trade <- vorzustellen, der übrigens mit dem langfristigen Stop immer noch läuft und ca. 15% im Plus ist.

08. August 2012 Ich weise auf die -> relative Stärke der Goldminen <- hin.

21. August 2012 Ich blase mit den Worten -> Da braut sich was zusammen <- endgültig zum Halali im Sektor, insbesondere nun bei Silber.

So weit so kurz die wichtigsten Stationen.

Fazit: Das absolute Tief am 16. Mai 2012 wurde klar erkannt und mehrfach thematisiert. Natürlich war die Aufwärtsbewegung seitdem kein "Strich nach oben" und der Sektor hatte im Juli eine erneute Delle. Die Tiefs waren aber nie in Gefahr.

Wer also am 18. Mai 2012 eingestiegen wäre und die Stops einfach ganz entspannt unter das Tief vom 16. Mai 2012 gelegt hätte wie ich, könnte nun immer noch Long&Strong im Sektor sein und wäre im GDX fast 20% im Plus. Und das ganz entspannt.

Wenn Sie bei dieser Bewegung nicht dabei waren, lautet die Frage die Sie sich stellen sollten um zu lernen: Warum habe ich es nicht gemacht ? Und warum haben Sie es bei den vielen Gelegenheiten danach, die ich Ihnen auf Mr-Market.de geboten habe, nicht nachgeholt ? War es vielleicht tatsächlich so, wie ich oben beim Sentiment-Cycle beschrieben habe ? Wenn ja, wartet unten eine ganz wichtige Schlussfolgerung auf Sie.

Noch eine Frage drängt sich auf: Warum schreibe ich Ihnen das alles so im Detail ? Etwa um mich selbst zu beweihräuchern und Ihnen zu zeigen, was ich vermeintlich für "ein toller Hecht" sei ? Am besten dann noch mit dem deutlichen Hinweis, demnächst für meine "Empfehlungen" Geld zu verlangen, weil ich ja so ein toller Guru sei, der Sie nur aus reinem Altruismus reich machen will ? 😉

Nein, weit gefehlt ! Ich habe diese Fehler auch alle schon gemacht. Ich bin nicht besser als Sie. Ich habe aber daraus gelernt. Und ich will Ihnen daher helfen, diesen typischen Fehler zu erkennen und in Zukunft zu vermeiden. Denn Angst ist kein guter Ratgeber, weder die Angst vor dem zu frühen Einstieg, noch die Angst etwas zu verpassen. Wer solange abwartet, bis er sich wohlfühlt, hat das Beste an einer Rally meistens schon verpasst !

Und es ist auch völlig sinnlos, darüber zu grübeln was die Kurse in Zukunft machen, man weiss es sowieso nicht und kann es auch nicht vorhersagen. Auch die selbsternannten Gurus nicht !

Was man aber statt dessen kann ist: Saubere Setups mit einem positiven Chance / Risiko Verhältnis erkennen ! Und wenn man so ein Setup erkennt, dann kann man es traden. In dem man einsteigt und den Trade durchdenkt und sauber absichert. Und dann einfach abwartet. Und saubere Setups gab es im Sektor zu Genüge, wie der obige zeitliche Ablauf zeigt. Das zu zeigen war auch der eigentliche Sinn obiger Aufstellung.

Auch saubere Setups können fehlschlagen und mit Verlust ausgestoppt werden. Schafft man es aber konsequent diese Trades zu machen, die sich oft emotional schwierig anfühlen, wird sich der Erfolg einstellen. Wartet man dagegen bis man sich wohlfühlt, ist Erfolg unwahrscheinlich. Denn wenn man sich wohlfühlt, haben andere schon ihren Schnitt gemacht, nur wegen dieser guten Stimmung im Markt fühlt man sich ja wohl. Denn diese Stimmung schwappt durch Medien wieder zu einem zurück.

Erfolg an den Märkten hat nichts damit zu tun die Zukunft zu erraten ! Erfolg entsteht, in dem man gute Setups in der Gegenwart erkennt und diese abgesichert tradet.

Machen Sie sich mehr Gedanken darum wie, wann und warum Sie einen Trade eingehen (das Setup), als um die Frage! wie sich die Kurse in Zukunft entwickeln !

Das ist die Botschaft, die ich Ihnen an diesem ruhigen Börsentag vermitteln wollte. Ich hoffe ich war etwas hilfreich und habe Sie nicht gelangweilt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari !

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