Worauf George Soros wirklich wettet

Ich weiss. Wenn Medien nicht mehr von festen Abo-Gebühren leben, sondern ihre Leser jeden Tag im Internet neu zum "Klick" animinieren müssen, merkt man das in den Überschriften.

Manchmal kann ich mir aber nicht verkneifen, so etwas spöttisch zu kommentieren. So auch bei einem Artikel der "Welt" zu George Soros, der Online sogar eine zeitlang der Top-Artikel war:

-> Soros wettet eine Milliarde Dollar auf den Crash <-

Soso. Soros wettet also auf den "Crash", weil er mit 840 Millionen USD in Puts, auf fallende Kurse im Leitindex S&P500 setzt.

Tut mir leid, diese Interpretation ist nach meiner bescheidenen Einschätzung eher neben der Realität. Aber sie hört sich natürlich ganz toll und "dramatisch" an. 😉

Lassen wir mal beiseite, dass das Daten von Ende des 2. Quartals sind und dass Soros auch vorher schon eine hohe Menge Puts auf den S&P500 im Depot hatte.

Viel wichtiger ist, dass eine einzelne Position, auch wenn sie hoch ist, immer im Kontext des Gesamtvermögens gesehen werden muss. Und dieses beträgt laut Artikel 25 Milliarden bei Soros.

Nun wissen wir nicht, wie hoch der Hebel der Optionen ist, nehmen wir einfach mal theroretisch den Faktor 12 an. Dann hätte Soros nun eine Wette im Gegenwert von ca. 10 Milliarden USD gegen den S&P500 im Markt.

Hört sich gigantisch an. Aber was ist, wenn Soros in seinem Vermögen unzählige Long-Positionen im Wert von 20 Milliarden hat und er mit dem Put nur die Hälfte dieser Long-Positionen absichert und neutralisiert?

Genau das nennt man einen "Hedge", wenn ein grosses Depot mit vielen Positionen, die man nicht alle bewegen kann und will, durch eine grosse Gegenposition teilweise neutralisiert wird. Im Premium-Bereich, habe ich die Funktionsweise solcher Hedges und ihre Vor- und Nachteile ausführlich beschrieben.

So etwas ist für einen Profi etwas völlig Normales und das vor der Sommerphase zu tun, ist mehr als naheliegend.

Übrigens einige Mitglieder und auch ich selber, haben ihre Depots Ende Juli auch "gehedged" und damit neutralisiert, um den August gelassen abwarten zu können. Nur eben nicht mit Milliarden, aber das Prinzip ist genau das Gleiche. 😉

Fazit:

Wir wissen nicht, was Soros will und die Redakteure der "Welt" eher auch nicht. Ob Soros auf den "Crash" wettet, erscheint reine Spekulation und bei Betrachtung des Volumens, selbst mit Hebel sehr unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher erscheint hier eine ganz rationale Absicherungs-Operation über den Sommer, ein klassischer Hedge eben. Und dann lässt sich daraus rein gar nichts ableiten, was für Anleger Relevanz hätte.

Ausser, dass auch Soros den S&P500 aktuell für korrekturreif hält und er seine Risiken verringern will. Aber das zu erkennen, erfordert derzeit wirklich keinen Raketenwissenschaftler. 😉

Das Dumme an meiner Interpretation ist nur, sie erzeugt keine schöne Schlagzeile, weil das Wort "Crash" fehlt. So ist sie halt, die schöne neue Nachrichten-Welt des "pseudo-kostenlos" Internets.

Es liegt an uns, den Lesern, das durch unser Verhalten zu ändern, wenn wir Qualität erwarten. Ich wünsche weiter schöne Ferien!

Ihr Hari

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Goldminen – GDX – Grosse Wendeformation im Aufbau ?

Im Premium-Bereich haben wir uns in den letzten Wochen, seit dem bedeutenden Tief vom 26. Juni, intensiv mit den Gold- und Silberminen und den Edelmetallen Gold und Silber beschäftigt. Und haben dabei schöne Gewinne eingefahren, weil wir den neuen Aufwärtstrend frühzeitig erkannt haben.

Nun möchte ich auch den Lesern im freien Bereich einmal die aktuelle Lage aufzeigen, um etwas Ordnung in die typischerweise zwischen Angst und Gier schwankenden Gedanken zu bringen.

Ich zeige Ihnen daher nun, anhand des grossen US Goldminen ETFs GDX, ein mögliches Szenario für den weiteren Ablauf. Der GDX ist das Vehikel, in dem sich auch die grossen Namen wie Soros & Co. tummeln.

Während es meinen treuen Lesern längst bekannt ist, muss ich hier im freien Bereich immer wieder betonen, dass ein Szenario keinerlei Weissagung oder Prognose ist, sondern eben nur ein mögliches Szenario unter anderen. Niemand hat eine Glaskugel, auch ich nicht. Und die, die permanent mit Bugwelle Prognosen produzieren schon gar nicht. Aber aufgrund ähnlicher Bewegungen in der Vergangenheit, so beim GDX der Rebound 2008/2009 oder auch der Rebound letzten Sommer, kann man sinnvolle Schlussfolgerungen über typische Marktstrukturen ziehen. Und damit die Wahrscheinlichkeiten ganz leicht - sozusagen von 50 auf 55% - zu seinen Gunsten verschieben.

Und aufgrund dieser typischen Strukturen hat der folgende Ablauf nun eine realistische Chance. Aber auch wenn eine Chance keine Sicherheit bedeutet und solche Szenarien höchst selten genau exakt so eintreten, alleine diese Struktur im Auge zu haben, verschafft einen grossen Vorteil gegenüber einer Lage, in der man ohne Massstab emotional zwischen Angst und Gier hin und her geworfen wird. Mit dieser Struktur als Vorlage, hat man wenigstens einen Massstab, an dem man Abweichungen erkennen und daraus rational Schlussfolgerungen und Handlungen ableiten kann, statt nur dem Bauch zu folgen.

GDX 22.08.13

Dieses Chart mit Tageskerzen zeigt:

(1) Das der GDX seit dem Tief von Ende Juni einen neuen Aufwärtstrend aufgenommen hat, der durch höhere Tiefs Anfang Juli und Anfang August definiert wurde.

(2) Das der GDX zunächst von der Nackenlinie der Umkehrformation abgeprallt ist, die nach oben auch durch mehrere, grosse Gaps aus Mitte April definiert wird.

(3) Das sich der GDX erst oberhalb dieser Gaps, also oberhalb 35 USD nachhaltig freigeschwommen hat.

(4) Das kurzfristig die Chancen für ein weiteres Trendtief unter der nun ansteigenden 20-Tage-Linie bei ca. 27 USD - aber über der 50-Tage-Linie - vorhanden sind.

(5) Das sich dann entweder erweist, dass der Trend schon am Ende ist und der GDX wieder wegkippt, weswegen zwingend Stops unter dem Tief von Anfang August liegen müssen. Denn wenn mit der Wendeformation alles in Ordnung ist, dürften wir dieses Tief auf keinen Fall mehr sehen.

(6) Oder das dieser Dip bis ca. 27 USD der ideale Zeitpunkt ist, um im Sinne "Buy the Dip" erneut in den GDX hinein zu springen, um den nächsten Schub nach oben nicht zu verpassen.

Ich wiederhole, das ist ein mögliches Szenario, um Ihnen Orientierung im Schlachtengetümmel des Tages zu verschaffen. Es ist keine Prognose, Prognosen sind Unfug, niemand kennt die Zukunft. Und natürlich hängt der GDX letztlich vom Goldpreis ab, der einfach mitspielen muss, wenn es zu dieser Umkehrformation kommen soll.

Im Premium-Bereich verfolgen wir die weitere Entwicklung des Sektors jeden Tag und leiten daraus sinnvolle Handlungen ab.

Ihr Hari

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