Hari Live Stream 22.11.19



15:40 MEZ - ZH2

Es ist so absurd, dass man manchmal den Eindruck hat, in einem Monty Python Film zu sein - er hat Jehova gesagt!

Aber das ist die Realität des Jahres 2019. Trump sagt, man sei einem Deal "very close" und die Algos kaufen, so wie sie das in den letzten 12 Monaten wahrscheinlich hundertmal gemacht haben.

So hatten wir nun 2-3 Tage, an denen der Markt etwas konsolidiert hat und das Sentiment ist auf verhalten-positive Werte zurück gekommen, wie ich Ihnen schon gestern gezeigt habe.

Und damit springt einen bei Betrachtung der Stundenkerzen des SPX Futures doch so eine Vermutung an, oder?

15:50 MEZ - ZH3- ZH4

Wenn eine Aktie nach starker Rally, eine enge Seitwärtskonsolidierung hinlegt, ohne grundlegend abzugeben, dann ist das in der Regel das Zeichen großer Stärke und weist eher nach oben.

Man nennt das je nach Ausprägung auch eine "Flagge" oder einen "Wimpel" (Flag or Pennant) und bei Wells Fargo (WFC) haben wir nun genau das, eher einen Wimpel:

16:00 MEZ - ZH3 - ZH5

Der Spezialist für elegante Datenanalyse Splunk (SPLK) , hat trotz hoher Erwartungen -> Zahlen geliefert, die diese übertreffen <-.

Die erste Marktreaktion ist mit 9% Plus schon deutlich, man muss mittelfristig aber davon ausgehen, dass das hier zu neuen Allzeithochs führt:

16:15 MEZ - ZH4

Beim reinrassigen deutschen Raumfahrtwert OHB Systems, ist richtig was los. Schon am -> 11.11. um 15:48 MEZ <- habe ich das wie folgt kommentiert:

Bei einem Wert mit nur 30% Free-Float, der voll von der Inhaber-Familie kontrolliert wird, ist das (Anm: die starke Bewegung) aber ungewöhnlich. Die großen Adressen sind bei so Werten normalerweise nicht drin, wenn sie sowieso nicht mitbestimmen können. Außer es sind so hartgesottene Kandidaten wie Wyser-Pratte, der ja bei OHB drin war oder noch ist, so genau erfährt man das ja immer erst hinter.

Diese Kursbewegung deutet also stark darauf hin, dass da jemand schon etwas weiss oder etwas beabsichtigt. Morgen sind wir vielleicht klüger.

Ich bin aber immer noch nicht klüger, das Chart ist aber noch eindrucksvoller geworden:

Bemerkenswert ist aber auch, wer von den jüngeren Mitgliedern unter Ihnen davon träumt mal "Rocket Scientist" zu werden und wem der Wechsel in die US zu Space-X dann doch zu weit ist, der hat nun auch in Deutschland die Chance, bei der kleinen -> OHB Tochter Rocket Factory Augsburg <- mitzumachen.

Diesen kleinen Raketen wird eine große Zukunft vorhergesagt, alles was noch fehlt ist ein zentraler Raumhafen in Deutschland, denn bei den geringen Umlaufbahnen, muss es keine dem Äquator nahe Startanlage sein. Ich hatte dazu zuletzt -> einen Artikel von Peter Heller <- verlinkt.

Irgend jemand akkumuliert hier bei OHB strategisch, das erscheint bei dem Chart wahrscheinlich. Und wie gesagt, -> hier ist das Augsburger Tochterunternehmen <- und Jobs gibt es auch. Wenn einer von Ihnen da landet, treffen wir uns mal auf einen Kaffee, ich wohne nicht weit von Oberpfaffenhofen, da hat OHB auch einen Standort.

16:40 MEZ - ZH4

Zun Netflix (NFLX) habe ich wie Sie wissen einen Bias, ich bin bärisch. Aber lassen wir den Markt entscheiden und die Frage stellt sich, ob das hier nun zu einer Short-Gelegenheit wird?

Die Marktmechanik ist nicht eindeutig, lässt diese Interpretation aber zweifelsfrei zu:

17:00 MEZ - ZH3 - ZH5

Für Investoren machen die gute alte Johnson & Johnson (JNJ) eine klare Ansage, die auch eindeutig in der Markttechnik zu sehen ist.

Wir hatten da ja diverse Einschläge mit schlechten Nachrichten, Stichworte Babypuder und Asbest. Und trotzdem wurde im Daily so eine Struktur geformt, die sich nun nach oben auflöst:

Es zeichnet starke Aktien aus, solche Nachrichten einfach so verdauen zu können.

Im langfristigen Bild bedeutet das mit guter Wahrscheinlichkeit wieder eine große Seitwärtskonsolidierung, die sich vermutlich eher nach oben auflösen wird:

17:20 MEZ

Selten so gelacht, wie jetzt wieder beim CDU Parteitag, als AKK laut Medien -> die Machtfrage <- stellt.

Was AKK gemacht hat, war einfach bester Machiavelli, gute Schule bei Angela Merkel. Denn wenn man als bestehende Vorsitzende, am Ende einer Rede, so eine rhetorische Frage stellt - wohl wissend dass es gar keine Abstimmung gibt und wohl wissend und gut im Vorfeld organisiert, dass 40% der Delegierten fest hinter ihr stehen und sich von den Sitzen erheben werden - dann ist das lächerlicher Gratismut und keine Machtfrage.

Oder in anderen Worten, das war so einfach, dass es schmerzt und so zuverlässig funktionierend, dass es keinen Mut braucht. Denn wenn 40% aufstehen, sorgen soziale Mechanismen zuverlässig dafür, dass andere nachziehen und das Ding ist gegessen. Und natürlich springt die Presse gleich auf diese angebotene Wurst und verbreitet die gewünschte Nachricht. AKK hat die Machtfrage gestellt, wie mutig! 😛

Die Frau hat eine gute Lehrerin, das ist alles. 😉 Die Machtfrage würde dann gestellt werden, wenn AKK als Vorsitzende mit ihrem Vorschlagsrecht eine verdeckte Abstimmung über Sie als Vorsitzende ansetzen würde. Das unterlässt sie aber tunlichst, weil das wäre wirklich gefährlich, im Gegensatz zu dieser Farce.

Und Merz, diese an diesem Tag erneut traurige Gestalt? Wie erwartet keine Strategie, keine sinnvolle Taktik, der ewige Möchtegern. Ich vermute stark, dass man den vergessen kann, der wirds nicht mehr. Auf einen Spahn würde ich da viel eher setzen, der macht seit Jahren fast jeden seiner taktischen Aufstiegszüge sehr intelligent und fast ohne Fehler. Der hat sich aus dem Nichts fast an die Spitze gearbeitet und wird zum natürlichen Jungstar, an dem nichts mehr vorbei geht.

Wenn man mal persönliche Sympathie/Antipathie und politische Positionierung ganz beiseite lässt und nur die taktischen Befähigungen der Personen wertet, sich in so politischen Schlangengruben zu bewegen, ist mein Bild ganz klar. Merz hat den Kanzler nicht in sich drin, da fehlt ein Gen. Spahn hat das Gen, dessen Zeit kommt noch. Und AKK darf man nicht unterschätzen, die hat Merkel voll hinter sich, alles andere ist Klamauk für die Galerie.

17:45 MEZ - ZH2

So liebe Mitglieder, ich mag nicht mehr, der Worte sind diese Woche genug gewechselt.

Ein Blick auf das Chart vom Start zeigt, dass dieser orangene Verlauf immer noch drin ist, die Schwäche hat genau da gedreht, wo sie dafür sollte:

Im grösseren Bild spricht weiter vieles dafür, dass wir in einer kaufbaren Konsolidierung sind, bevor es zum Jahresende weiter hoch geht.

Wie immer gibt es gefühlt tausend Indikatoren, die zur Vorsicht gemahnen. Die Frage ist wie immer, wann diese zu "mattern" beginnen, im bekannten Sinne "it doesn´t matter until it matters". Ich bezweifele, dass das noch vor dem Jahresende ist, danach aber sehr wohl.

Kommende Woche ist in den US am Donnerstag Thanksgiving und Freitag "Black Friday". Die Woche ist traditionell und statistisch sehr stark an den Börsen.

Mittwoch und Freitag hat die Wallstreet verkürzten Handel und am Donnerstag ist sie ganz zu. Für diesen Blog bedeutet das nur, dass es am Donnerstag mangels Wallstreet keinen Stream geben wird, ansonsten läuft alles ganz normal.

In der darauf folgenden, ersten Dezember-Woche, beginnen wir dann mit der Arbeit an den Mitgliederdepots für 2020.

Nun wüsche ich Ihnen ein schönes Wochenende! Wir lesen uns am Montag in alter Frische.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 18.11.19



15:55 MEZ - ZH2

Eine neue Woche an der Wallstreet, aber keine wirkliche Änderung der Lage. Positive Kommentare zur konstruktiven Stimmung bei den Gesprächen von chinesischer Seite, haben die Futures zunächst steigen lassen, nun kommen sie wieder zurück.

Jeder denkt, dass eine Korrektur jetzt kommen *muss* und viele wünschen sich diese - selbst die Bullen, die ein sauberes Setup zum Jahresende suchen. Weil das so ist und alle das Gleiche denken, wird aber genau das wohl schwierig und jeder Dip wird weiter gekauft.

Das ist die Lage, die wir schon die letzte und die vorletzte Woche hatten und so beginnen wir auch diese Woche vor Thanksgiving:

16:05 MEZ

Herrlich, wie -> Daniel Miller hier <- die Narratives der Perma-Bären offenlegt, in dem er alte Weissagungen einfach kommentarlos wieder in Erinnerung ruft.

Die Methode dieser Propheten basiert nämlich auf der Vergesslichkeit ihrer Jünger, man kann jede Woche irgend ein Gruselchart oder irgend einen Indikator durchs Dorf treiben und wenn er wieder nur Unfug war, haben es die Leser schon einen Tag später wieder vergessen. Wenn man dann aber in 100 Fällen auch einmal richtig liegt, dann kann man sich medial damit brüsten - siehste!

Diese Wahrnehmungsverzerrung der Crash-Propheten-Follower wird mir aber ein ewiges Rätsel bleiben. Kann man wirklich so doof sein, das auch nach dem 100. Mal nicht zu merken?

Dieser -> Sven Henrich aka Northman Trader <- ist auch so ein Fall. Lustige Geschichten laufen von dem in der Community der seriösen Trader um, die ich aber nicht überprüfen kann und daher auch nicht weiter verbreiten will. Aber sehen kann ich praktisch jeden Tag irgend -> so einen gruselig aussehender Keil wie hier <-, mit dem dann der Nahe Weltuntergang und der "Day of Reckoning" herbei geschrieben wird.

Der Keil natürlich mit linear Skalierung, würde ja sonst auch nicht gruselig genug aussehen. Und die untere Linie verschiebt sich jede Woche, würde ja sonst auch nicht jedes Mal gruselig aussehen. 😛

Ich frage ich, wer liest sowas? Oder folgen dem alle nur wie ich zum Amüsement? Wie kann man 100x Mist vorgesetzt bekommen und beim 101ten Mal immer noch aufmerksam zuhören? Fazinierend!

Da muss ich wieder mal Obi-wan-Kenobi zitieren:

Who's the more foolish; the fool or the fool who follows it?
Wer ist der grösser Narr; der Narr oder der Narr der ihm folgt?

16:15 MEZ - ZH3

Maxar Technologies (MAXR) -> hier um 17:00 MEZ vor einer Woche <- Thema

Nun eine kleine Konsolidierung und der nächste Schub. Just saying 😀

16:45 MEZ - ZH3

Centene (CNC) war hier -> im Stream vom 23.10.19 um 18:55 MEZ <- Thema mit dem Bruch des Abwärtstrends.

Darauf folgte eine massive Rally von gut 25% Plus, die nun eine Pause braucht:

16:58 MEZ - ZH3 - ZH4

Der Biotech-Wert Agenus (AGEN) mit einer bullischen Struktur im Daily, die wir auch oben bein Maxar sehen. Schub, enge Konsolidierung, erneuter Schub:

Und langfristig ist das ein Ausbruch über die Verlaufshochs von Anfang des Jahres:

17:05 MEZ - ZH4

-> Unschöne Meldung von Volkswagen <-, allerdings geht es nur um die nähere Zukunft, der mittelfristige Ausblick bleibt erhalten.

In meinen Augen ist das nur eine Fortschreibung der bekannten Absatzschwäche im Markt, die die ganze Branche betrifft und die nichts mit VWs neuer Positionierung zu tun hat. Der Markt schaut halt vor allem 6-12 Monate in die Zukunft und nicht 3-5 Jahre, weswegen diese Meldung, dass die Absatzlage in 2020 hinein schwierig bleibt, zu einer harschen Reaktion führt.

Ein Blick auf das langfristige Chart mit Wochenkerzen offenbart aber auch, dass eine Gegenbewegung hier sowieso mal naheliegend war, von den aktuell fast 5% Minus fällt also sicher die Hälfte auf technischen Korrekturbedarf, denn so katastrophal war diese Meldung wahrlich nicht.

Einen Gund meine langfristig Einschätzung zu ändern, sehe ich deswegen nicht. Ob nun die Ausbruchszone erneut getestet wird, werden wir sehen. Wetten würde ich darauf nicht:

17:30 MEZ - ZH3

Übrigens, es ist ja nicht nur CNC wie oben, es ist der gesamte Sektor der US Gesundheits-Dienstleister, der seit Wochen "on Fire" ist, ich hatte über diese Chance geschrieben. Egal ob CNC, CVS, CAH oder UNH, die Charts sehen in den letzten Wochen alle ähnlich aus.

Um so etwas mitzunehmen, ist dabei das Konzept des "Post Earnings Drifts" recht mächtig und generiert nach meiner Erfahrung einen echten Edge.

Ein schönes anekdotisches Beispiel dafür ist genau United Health (UNH), ich hatte -> im Stream vom 15.10. um 16:05 MEZ <- dazu ausführlich geschrieben:

Zu United Health (UNH) hatte ich Ihnen im Video das folgende Chart mit Wochenkerzen gezeigt, das eine Chance beinhaltete.

Nach 6% Plus heute nach -> guten Zahlen <-, wird die Chance eines Endes der langen Konsolidierung real. So ein Initialschub führt in der Regel im Sinne "Post Earnings Drift" zu weiteren Gewinnen in den folgenden Tagen:

Und hier ist der Post Earnings Drift, von damals 233,40 auf nun 273,13 USD - oder 17 % Plus in einem Monat - nicht schlecht für so einen Bluechip!

Behalten Sie also dieses Konzept im Auge, wenn Sie nach Methoden für Ihr Trading suchen. Es ist ein klassisches *reaktives* Konzept, kein antizipatives. Der erste Schub wird immer verpasst, weil er erst zur Positionierung führt. Wenn man aber bei der Auswahl ein bischen schaut *warum* der Schub erfolgt, dann kann man damit sehr gute CRVs für die kommenden Wochen einsacken.

Positiv im Sinne des Konzeptes sind Schübe, die auf grossen, positiven Überraschungen bei den Zahlen und damit einer mittelfristigen Neubewertung der Aktie fussen. Dafür braucht der Markt fast immer mehr als einen Tag, was eben dann zum profitablen *Drift* führt.

Kritischer sind Einmal-Nachrichten zu sehen, die innerhalb eines Tages zu verdauen sind, aber keine grundlegende Neubewertung erfordern. So wie ein neuer CEO oder irgend ein Großauftrag im Bereich der Anlagebauer. Das verarbeitet der Markt dann auch in einem Tag und hat selten Anpassungsbewegungen längerer Dauer zu Folge.

Wenn man also solche Schübe nach Zahlen selektiert und dann ein Händchen bei der Bewertung des "warum" des Schubes entwickelt, dann kann man mit dieser Methode schöne Erfolgsquoten generieren, rein reaktiv, ohne jede Prognose.

17:50 MEZ - ZH3

Rein anekdotisch, das hier bei Karuna Therapeutics (KRTX) nach einer erfolgreichen Studie zur Schizophrenie sind die Trades, von denen man in feuchten Träumen lustvoll träumt. Gestern 1 Million in die Aktie, heute mit 4 Millionen nach Hause gehen. 😉

Und es hat noch nicht einmal Insiderkäufe vorher gegeben, eine echte, massive Überraschung:

Das sind auch die Situationen, wie Trader gerne populär dargestellt werden. Ruhig die Cohiba rauchen, vom Strand aus auf den Knopf drücken und am Abend die 3 Millionen Gewinn einsacken. Jeder kann das!

Stimmt jeder kann das theoretisch, jeder kann theoretisch auch einen Sechser beim Lotto ziehen. Diese Gedanken sind aber reine Phantasie, denn Sie werden auf so eine Aktie keine Million setzen und wenn Sie es doch tun, wird die nächste Studie scheitern und aus Ihrer Million sich 2/3 in Luft auflösen.

Träume bleiben Träume, wenn man doch nur von einem Zeitreisenden ein Kursblatt einer Zeitung von Ende 2020 finden würde! Träumen wir weiter. 😀

18:00 MEZ - ZH3 - ZH5

Etwas solider ist da schon der Schub, zu dem Esperion (ESPR) nun auch nach einer positiven Studie ansetzt:

Das beinhaltet die Chance, dass bei weiterer Fortsetzung hier auch langfristig etwas in Bewegung gerät:

18:05 MEZ

Nochmal -> Daniel Miller <-, mir gefällts. 😀

18:18 MEZ - ZH1

Richtungsloses Geschiebe im Markt:

Und ein extrem heterogenes Bild in der Market Map:

In Summe nichts Neues, kein Grund länger zu verweilen.

Ich wünsche einen schönen Abend, wir lesen uns Morgen Nachmittag zum Stream wieder. Ich erinnere daran, dass auch am Mittwoch kein Morgenartikel kommt (Buß und Bettag ist hier Schulfrei), der Stream kommt jeden Tag, der nächste Morgenartikel am Donnerstag.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Ruhiger Nebel über dem Schlachtfeld



Guten Morgen!

Gestern hat sich eine nebelige Ruhe über das Schlachtfeld gelegt, die wohl bis zum Wochenende andauern wird.

Warum? Ganz einfach, weil heute Thanksgiving und damit in den US ein Börsenfeiertag ist. Und morgen am "Black Friday" wird es nur einen verkürzten Handel geben, an dem viele Händler gar nicht erst teilnehmen und sich schon gestern in ein verlängertes Wochenende verabschiedet haben. Erst am kommenden Montag, geht es wieder voll los und der Blick wird sich auf das Treffen Trump-Xi beim G20 Gipfel am folgenden Wochenende richten.

Ich selber mache heute Nachmittag natürlich keinen Stream, weil es keine Wallstreet gibt, schreibe Ihnen aber stattdessen gegen 17 Uhr noch eine Marktsicht mit Fokus auf die europäischen Märkte. Am morgigen Freitag ist alles ganz normal, auch der Stream.

Der gestrige Mittwoch brachte die überfällige Erholung, mehr als eine milde Stabilisierung war es aber nicht und man kann daher daraus auch keine weltbewegenden Schlußfolgerungen ziehen. Es war gestern mehr die Abwesenheit von Abgabedruck als echte Akkumulation aus Überzeugung.

Auch wenn heute und morgen leichte Stärke nicht ausgeschlossen ist, so wie das fast immer um Thanksgiving herum war, rechne ich nicht damit, dass wir bis Montag etwas erleben, was den Nebel hebt und uns ein klares Indizs liefert, ob wir hier einen erfolgreichen Doppelboden bekommen oder der Markt noch nach unten einbricht.

Schauen wir doch mal auf den S&P500 nach dem gestrigen Tag:

Wir hatten am Mittwoch eine marginale Gegenbewegung unter - für den Mittwoch vor Thanksgiving typischem - niedrigem Volumen.

Ist das ein Wendesignal? Eindeutig *Nein*!

Oder der NASDAQ100, der hatte schon ein neues Tief:

Wir hatten auch hier eine mässige Gegenbewegung, die ebensowenig ein klares Wendesignal darstellt.

Also, ich mache es "kurz und schmerzhaft":

Das ist weiter *keine* Wende und wir gehen besser von weiterem Schmerz voraus aus, bis uns die Bullen etwas anderes beweisen - auch wenn die Chance auf zwei positiv-ruhige Tage heute und morgen duchaus da ist.

Insofern kann man den heutigen und morgigen Tag wahrscheinlich auch guten Gewissens abhaken, aber schauen wir mal, wie heute früh die Nachrichtenlage ist-

Ais Italien -> hören wir beschwichtigende Signale <-, das kann man aber getrost als das typische Kasperletheather abhaken und ist keine Schlagzeile wert. Ich teile da eher die Meinung der NZZ, -> die Tragödie ist kaum noch aufzuhalten <-.

Vor diesem Hintergrund ist mir letzte Woche ja die Zornesröte ins Gesicht gestiegen, als ich gelesen habe, dass unter Draghis gütiger Mithilfe -> ein weitere Italiener auf einen Spitzenposten in der EZB <- gehoben wurde.

-> Ausgerechnet ein Italiener übernimmt die europäische Bankenaufsicht <-

Natürlich läuft das alles völlig unter dem Radar ab, die Öffentlichkeit nimmt davon keine Notiz, dabei ist es schon ein Skandal, dass die Bankenaufsicht der EZB, deren größtes Problem die wackelnden italienischen Banken sind, nun nicht von einem völlig unabhängigen Kandidaten geleitet wird. Und wenn ich dann beschwichtigend lese, dass die Aufsicht in der EZB ja von der Geldpolitik "strikt getrennt" sei, kann ich mir nur brüllend auf die Schenkel klopfen. Chinese Walls und so, ja ja.

Die mit Abstand größte Volkswirtschaft der EU und der größte Teilhaber der EZB, lässt sich weiter naiv an die Wand spielen. Während Draghi knallharte Interessenpolitik betreibt, schwafelt unsere Kanzlerin über Multilateralismus. Die Italiener nicken wohlgefällig zu diesen Phrasen, wir wollen ja alle eine starke EU - ja ja - und ziehen dann gnadenlos ihre Interessenpolitik durch, die faktisch eine Verschiebung von Risiken hin zum deutschen Steuerzahler ist. Mich macht das immer fassungslos, aber ändern kann ich es leider nicht.

Übrigens, wenn wir gerade bei schlechter Laune sind, Sie wissen ja sicher, wie scharf ich über Jahre immer wieder auf das K+S Management geschimpft habe, insbesondere nachdem dieses das Übernahmeangebot von Potash zu 40€ -> arrogant abgelehnt hat <- - warum wohl kann sich jeder selber zusammenreimen. Potash ist nach dem Merger mit Agrium nun übrigens Nutrien (NTR).

Nun schauen Sie mal, was die grandiosen Nachfolger des ebenso grandiosen Steiner, seitdem für "Werte" für Aktionäre geschaffen haben. Und das zu allem Überfluss in einem vergleichsweise einfachen Geschäft ohne große Veränderungen, das im Wesentlichen von wenigen Weltmarktpreisen abhängt. Was machen die da in den Chefetagen eigentlich den ganzen Tag?

Man glaubt es kaum, die schaffen es tatsächlich, mit dem Kurs die Tiefs von 2013 zu testen. Und liegt das an furchtbar schwierigem Marktumfeld oder liegt es doch am Management?

Um diese Frage zu beantworten, blende ich mal drei Mitbewerber in das Chart ein, CF Industries (CF), Mosaic (MOS) und Yara. Bei Nutrien (NTR) ist die Historie nicht lang genug, um diesen Vergleich zu machen. Das folgende Chart stellt die Performance seit Anfang 2016 dar:

"Reife Leistung" fällt mir da nur zur Performance ein. Und natürlich gibt es immer "Gründe" für alles, was angeführt wird, kann man -> hier <- nachlesen. Das sind ja aber alles Management-Entscheidungen wo man was macht und insofern selbstverständlich dem Management zuzurechnen, zumal wenn es ein Angebot von 40€ als "zu niedrig" ablehnt.

Die Entwicklung um K+S zeigt wie -> Korporatismus <- in Deutschland funktioniert und wie sich angestellte Anzugträger wie Firmeninhaber aufführen können, während die wahren Inhaber, die Aktionäre, von einer Wurst bei der HV abgesehen, keinen echten Einfluss haben.

Für uns als Anleger kann es bei so Firmen nur eine Schlussfolgerung geben: Dieses Management bekommt keinen Cent Anlegergeld von uns!

So, damit genug geschimpft. Aber bei K+S kann ich jedes Mal nur den Kopf schütteln, wenn ich wieder über diese Firma stolpere. Das ganze Gerede von "Corporate Governance" ist nicht viel wert, solange es solche Entwicklungen stützt. Dann lieber einen hyperaktiven Chef der Marihuana raucht, sich dafür aber auch täglich massiv einsetzt und das Unternehmen richtig nach vorne bringt. 😉

Bis heute Nachmittag!

Ihr Hari

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Wochenausblick KW47



Der Wochenausblick ist heute ausnahmsweise mal wieder früher fertig. Geniessen Sie ihn schon im ausklingenden Wochenende.

Am morgigen Montag kommt dann in der Frühe nichts, um die Mittagszeit voraussichtlich ein Video und am Nachmittag der Stream ganz regulär.

Ereignis der Woche

5 Wochen noch bis Weihnachten, der helle Wahnsinn, das Jahr ist praktisch herum. Gerade eben waren doch erst die Sommerferien zu Ende, oder nicht?

Bei uns in Bayern fühlt sich das im Herbst immer so an, weil die Schulferien spät beginnen und erst Mitte September enden. Und mit dem guten, warmen Wetter dieses Jahr - es gab hier wirklich keinen Grund darüber zu schimpfen, auch Wasser ist gerade richtig herunter gekommen - hat sich der Sommer gefühlt bis in den Oktober verlängert. Dann kommt Weihnachten eben schnell. Das Frühjahr wird dagegen ewig lang, schon Ende Januar hofft man auf Frühling, der kommt aber erst im April - so auch letztes Jahr.

Am 27. September sah es hier so aus, der Turm im linken Bildteil ist das Kloster Andechs, ein paar Miglieder kennen es seit dem Frühjahr aus der Nähe. 😉

Und am 01. November sah es noch so aus, das im Vordergrund ist mein Sohn und unten liegt der Ammersee bei Breitbrunn. Da lässt sich doch leben, oder?

Tja und nun liegt schon die Thanksgiving-Woche vor uns, in der viele Truthähne ihr Leben lassen und am Donnerstag die US Trader einen zu vollen Bauch haben, um zu handeln, weswegen der Donnerstag auch ein US-Börsenfeiertag ist.

Am Freitag stürzt man sich dann in das Getümmel des "Black Friday" in den Malls oder man tippt hektisch auf Tablets, um die neuesten Online-Schnäppchen zu erhaschen. Und damit die Händler da mitmachen können, endet die Wallstreet am Freitag schon früher, bisher war es um 19 Uhr MEZ.

Tja und weil das noch nicht genug der Feiertage sind, haben wir am Mittwoch Buß- und Bettag und mein Sohn hat keine Schule. Damit ich mit ihm so Wanderungen machen kann wie oben, mache ich am Mittwoch frei, es gibt keinen Morgenbericht und keinen Stream. Dafür gibt es einen Grundlagenartikel zu Bärenmärkten, den ich schon vorbereite.

An Wirtschaftsdaten ist die Woche normal bis spärlich ausgestattet, kein Wunder bei den Feiertagen, besondere Notenbanktermine stehen auch nicht an und die Quartalssaison ist vorbei.

Die Thanksgiving-Woche hat aber statistisch einen guten Ruf als starke Börsenwoche. Woran das liegt weiss ich nicht, vielleicht stimmen volle Bäuche und volle Malls ja milder und lassen die US Wirtschaft subjektiv in einem besseren Licht erstrahlen. 😉

Chance und Risiko der Woche

Chance und Risiko liegen wenig überraschend immer noch eng beeinander.

Die letzte Woche hat wie erwartet eine Fortsetzung des Retracements von 2.800 herab gebracht, was für uns den Erwartungen entsprach.

Tiefe und Stärke des Retracements war aber stärker, als für ein optimal bullisches Setup ins Jahresende gut ist. Die "rechte Schulter" im S&P500 hängt mir nun zu sehr, eine iSKS nach Lehrbuch war es nie, aber jetzt ist sie in meinen Augen eher invalidiert:

Sicher, das ist immer noch eine potentielle Wendeformation, wenn jetzt nach oben etwas passiert, aber als echte iSKS kann das nicht mehr durchgehen. Ich bin auch skeptisch, ob wir hier einen sauberen Trigger bekommen und rechne selbst im besten Fall eher mit einem Herauslaufen seitwärts nach oben.

Sie haben gemerkt, wie ich aufgrund der Tiefe und Stärke des Retracement im Laufe der letzten Woche negativer wurde und nun betone ich erneut, dass die Bullen etwas zu beweisen haben und wir ihnen hier *nicht* mehr einfach vertrauen sollten, so wie wir das im Sinne BTFD nun mehr als 2 Jahre konnten.

Sie sehen da zwei Pfeile und das sind die beiden Beweise die ich sehen will. Erst wenn der SPX in der kommenden Woche überzeugend die 200-Tage-Linie und damit ca. 2.760 im SPX nimmt, das ist ca. 1% vom Schlußkurs von Freitag entfernt, bin ich bereit das Ganze als Wendeformation ernst zu nehmen. Und damit man sich wirklich hinter neue Höchststände noch in diesem Jahr stellen kann, müsste er nun zügig die 2.800 wieder nehmen, das will ich erst einmal sehen!

Die Chance dazu ist in dieser Thanksgiving-Woche fraglos da, das Marktverhalten von Donnerstag und Freitag letzte Woche deutet eher auf fortgesetzte Stärke in dieser Woche und ich schaue die nächsten Tage auch eher nach oben. Aber trotzdem haben die Bullen nun erst einmal etwas zu beweisen, einen Vertauensvorschuss haben sie letzte Woche verbraucht.

Thema der Woche

Von der FED kommt in der kommenden Woche nicht viel, das Hauptthema ist und bleibt neben den Zinsen der Handelskonflikt, der mit dem Treffen Trump-Xi im Rahmen des G20 Gipfels in Buenos Aires vom 30.11. - 01.12. einen wichtigen Meilenstein erleben wird.

Die Hoffnung des Marktes ist, dass man dort den Weg zu einer Einigung finden wird. Diese Hoffnung wurde durch einige Aussagen der letzten Woche befeuert, die wiederum bei dem Bounce am Ende der Woche mitgeholfen haben.

Aber ist das wirklich so?

Ich bin da mittlerweile skeptisch. Auch -> das aktuelle Geschehen beim APEC-Gipfel <- spricht dagegen.

Außerdem dachte ich Trump macht das zum Wahlkampf-Schlager, nachdem das nun aber nicht passiert ist, spricht mehr für ein langes Ringen. Und ich habe wenig gehört oder gesehen, das zu der Annahme einer Einigung beim G20 Gipfel passt und ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, dass die Chinesen nachgeben werden und überhaupt können. Ich habe das Thema der Gesichtswahrung schon mehrfach angesprochen, das dort kulturell sehr wichtig ist und auch für den Machterhalt wichtig ist.

Denn dass Trump einen Erpressungskurs fährt, ist offensichlich und dass diese Erpressung teilweise auch berechtigt ist, weil China seinen Aufstieg auf eine sehr unfaire Handelspolitik basiert, wird natürlich in China nicht thematisiert. Ein Nachgeben kann sich Xi trotz seiner Macht also nur schwer erlauben.

Die Chinesen sind eher für ihren langen Atem bekannt und Trump ist durch die letzte Wahl in den US nicht stärker geworden. Werden die Chinesen jetzt nachgeben? Ich kann es mir nur schwer vorstellen, muss aber festhalten, dass ich auch kein gesteigertes Wissen um die Internas habe, lassen wir uns also überraschen.

Wir haben hier also eine potentielle Buy the Rumor - Sell the News Situation. In der kommenden Thanksgiving-Woche kann die Hoffnung auf eine Einigung beim Gipfel gespielt werden. Dann kommt vielleicht die große Enttäuschung und das wars dann mit dem starken Jahresende.

Ein bärisches Szenario, das gar nicht mal so unwahrscheinlich ist, sieht nun also so aus:

Das ist nur ein Szenario und wenn die Bullen nun den Beweis antreten, kann das auch schnell invalidiert werden. Sie sehen aber an den doch weit bärischeren Szenarien, die ich Ihnen in den letzten Wochen zunehmend zeige, dass sich meine Sicht auf den Markt verdüstert hat, weil die Marktmechanik nicht mehr durchweg positiv ist.

Übrigens falls Sie denken, dass das nur prozyklische Sorge in der Korrektur sei, erinnern Sie sich bitte an meine Szenarien im Frühjahr in der ähnlich tiefen Korrektur. Da war ich gelassen und optimistisch, da habe ich solche Top-Szenarien nicht gezeigt.

Erneut, das heisst nicht dass diese nun zwingend so kommen müssen, die Bullen können es immer noch herausreissen. Aber das müssen sie eben tun und bis sie das tun, bin ich skeptischer und vorsichtiger, als ich im Frühjahr war.

Sollten wir in dieser Thanksgiving-Woche also verhaltene Stärke sehen, sollten Sie an das obige "Buy the Rumor" Szenario denken, die Stärke zwar mitnehmen, aber nach unten ein rigoroses Risikomanagement betreiben, denn "Sell the Fact" ist dann ein reales Risiko.

Sollte eine Einigung zwischen China und den US aber tatsächlich kommen, dann wird immens viel vom Markt abfallen und wir wohl massiv nach oben schiessen. Und ich meine *massiv*, also schnelle 10% Plus in den Indizes. Auch das ist wahr und eine reale Chance!

Aber Wetten auf politische Ausgänge sollte man besser nicht machen, halten wir uns lieber an die Marktmechanik und die ist aus Bullensicht nun immer noch nicht überzeugend. Lassen wir die Bullen erst etwas beweisen.

Hinweis der Woche

Oben zeige ich Ihnen ja wieder ein eher bärisches Szenario, wie schon einige seit Mitte Oktober. Das dokumentiert eine doch wesentlich erhöhte Vorsicht die ich nun habe - ein große Topbidlung in den Indizes ist nun real vorstellbar.

Eine Prognose ist das nicht, aber bisher war eine Topbildung unrealistisch, nun ist sie das nicht mehr und das ist schon ein bemerkenswerter Unterschied!

Es gibt aber ein Positivum und das ist, dass ich ja nicht der Einzige mit dieser erhöhten Vorsicht ist. Genau genommen bin ich Teil der Herde, denn das erscheint derzeit überwiegend Konsens unter den Pros im Markt zu sein, bei den Fondsmanagern hat uns das ja vor Kurzem auch Urban Carmel wieder gezeigt.

Um das zu unterstreichen, habe ich heute ein Chart aus diesem lesenswerten Artikel von Horan Capital Advisors für Sie: -> Investors more bearish on equities <-

Die Herde wird negativer, auch wenn wir noch keine Panik haben, die dann ein klarer Kontraindikator wäre. Aber diese negative Stimmung sorgt für Absicherungsgeschäfte und die machen wiederum stark fallende Kurse nicht wahrscheinlicher.

Übrigens, wenn ein Anfänger oder Neueinsteiger diese vermeintlich widerstreitenden Aussagen liest - kurzfristig Chancen, durchaus große Chancen zum Jahresende, falls die Handelsthematik gelöst wird, aber auch Risiken und erstmal ernsthafte Gedanken an eine Topbildung - dann denkt dieser Anfänger vermutlich "ja was denn nun?".

Dieser Gedanke ist - ich muss das so deutlich sagen - Ausdruck des eigenen Balkens vor dem Kopf. Denn widersprüchlich ist das nur, wenn man von jemanden erwartet, dass er einem sagt wie die Zukunft zuverlässig wird. Klar, das ist die Methode mit der Klicks generiert werden, es ist aber schlicht und einfach Unfug!

Die Realität ist aber immer voller Zukunfts-Szenarien mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten und man braucht keine fixe Meinung zu einer bestimmten Richtung, um sich richtig aufzustellen. Denn diese Kombination von kurzfristigen Chancen und deutlichen Risiken einer größeren Richtungsänderung, ist geradezu prädestiniert dazu, sich nun kurzfristig für Chancen in der Thanksgiving-Woche zu positionieren und gleichzeitig wie oben gesagt, nach unten trotzdem ein sehr rigides Risikomanagement zu fahren.

Ich kann nur mein Mantra der letzten Wochen wiederholen, man kann sehr wohl Beides machen! Man kann auf das Beste hoffen und sich auf das Schlimmste vorbereiten.

Chart/Grafik der Woche

Ich habe es schon mehrfach gesagt, eine Rally in den Emerging Markets braucht einen schwächeren Dollar. Vor dem Hintergrund würde ich nun genau hinschauen, was nun in EURUSD passiert und das Währungspaar Richtung 1,18 steigen und damit eine echte Wende signalisieren kann:

Direkt davon abhängig ist natülich auch Gold in Dollar notierend. Hier sehen wir einen erneuten, ernst zu nehmenden Versuch, den Deckel der Widerstandszone um die 1.240 USD (in lila) wegzusprengen:

Wenn das gelingen würde, wäre es ein bullisches Signal. Damit das möglich wird, bräuchte es aber wohl auch einen fallenden Dollar, sonst dürfte es scheitern.

Index der Woche

Falls Sie noch mehr Charts mit Warnsignalen wollen, habe ich zum Thema Anleihen noch etwas. Schauen wir mal auf die US High Yielder, auch "Junk" genannt. Unternehmens-Anleihen also, die unter höherer Gefahr stehen in einen Default zu laufen und daher bei Rezessionssorgen als Erstes zu fallen beginnen:

Das sieht nicht wirklich vertrauenerweckend aus, oder? Aber es ist auch kein Anlaß zur Panik, denn schauen Sie zur Einordnung hier:

Das Fazit lautet also erneut:

Das sind Warnsignale, die sich durchaus zu Größerem auswachsen können. Wir sind aber noch *nicht* in einem 2016er Szenario, weder im Sentiment noch bei den Ängsten um eine Kreditkrise. Und 2016 war am Ende doch der Beginn einer massiven Rally, die uns bis in den Herbst 2018 getragen hat.

Wir haben also Grund zur Vorsicht, mehr als im Frühjahr, aber wir haben noch keinen Grund für Panik und eine generell düstere Zukunftssicht. Und genau diese Haltung versuche ich Ihnen hier ja wieder in allen Facetten zu vermitteln.

Ihr Hari

Disclaimer:

Der Wochenausblick ist ein im Jahr 2018 wöchentlich wiederkehrendes Format, dessen Sinn, Inhalt und Logik -> hier <- erläutert wurde.

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Vor der Truthahn-Woche



So liebe Mitglieder, beenden wir diese Woche, die wohl die bisher beste Börsenwoche des Novembers war.

Zum Markt gibt es - wie zu erwarten war - heute wenig Bemerkenswertes zu berichten. Draghi hat heute den Euro wieder runter und damit den Dollar hoch geredet, weswegen es mit der kurzen Herrlichkeit des Rohstoff-Sektors und der Edelmetalle auch schon wieder vorbei ist.

Der Zusammenhang zum Dollar ist wohl eindeutig und überdeutlich und das sollte niemand ignorieren, der in dem Sektor unterwegs sein will.

Die FED fühlt sich dagegen wohl unwohl so alleine und behauptet über die Nummer 2 Stanley Fisher -> dass andere Notenbanken auch zum Zinsschritt bereit wären <-. Nun ja, die EZB, die PBOC und die BoJ gehören wohl eher nicht dazu und das sind drei der wichtigsten andere Notenbanken.

Hinter solchen Aussagen wird das Dilemma der FED deutlich, das sich auch im Dollar kristallisiert. Eigentlich muss die FED nun mal endlich von den Nullzinsen weg, die Konjunktur in den USA gibt es her und wenn nicht jetzt, wann dann?

Andererseits kann die FED kein Interesse daran haben, dass der Dollar noch weiter steigt, denn das belastet die US Wirtschaft zu sehr und erhöht die Risiken für echte Krisen in den Emerging Markets weiter, die dann auch auf die US Wirtschaft zurück fallen.

Nur was tun, wenn Super Mario und seine Kumpane so auf das Gaspedal treten und damit Aufwertungsdruck auf den Dollar machen?

Deshalb bin ich so davon überzeugt, dass die FED zwar einerseits nun endlich im Dezember den Zinsschritt vollzieht, gleichzeitig aber eine deutliche "One and Done" Politik verfolgen wird, also alles dafür tun wird klar zu machen, dass sich daraus keine sofortige Folge weiterer Schritte ableitet.

Und das verschafft dem Dollar dann die Chance, Mitte Dezember um die FED Sitzung herum, ein Hoch auszubilden. Und wenn das passiert, kommt dann im neuen Jahr die grosse Chance der Rohstoffe und Edelmetalle.

Wenn -> Dann. Auch wenn sich dieser Ablauf sehr logisch anhört und ich ihn nun mehrfach wiederholt habe, sollten wir uns nicht darauf versteifen. Erst muss die Bedingung eintreten und in der Price-Action die Wende sichtbar sein. Dann erst handeln wir!

Was liegt vor uns?

Vor uns liegt die "Truthahn-Woche", mit "Thanksgiving" am Donnerstag und dem grossen Shopping-Event "Black Friday" am Freitag in den US. Diese Woche ist historisch recht bullisch, meistens steigen die Kurse.

An Wirtschaftsdaten ist die kommende Woche relativ arm, der Ifo am Dienstag, ein paar BIPs und Einkaufsmanagerindizes und das war es dann auch schon.

Auch von der wichtigen Aufstellung der Fund-Manager her, die ich gestern schon erwähnt habe, ist die Lage zwar nicht mehr klar bullisch, aber auch noch nicht bärisch, wie "The Fat Pitch" -> hier <- wieder in einem sehr lesenswerten Beitrag darstellt.

Insofern spricht wenig dagegen, dass die Märkte ihre Aufwärtsbewegung in der kommenden Woche fortsetzen, bis - ja bis - in der darauf folgenden Woche am 03.12. dann die EZB liefern muss. Und da die Erwartungen nun immens hoch geschraubt sind, ist da ein gewisses Enttäuschungspotential vorhanden.

Ich gehe aber nicht davon aus, dass Draghi die Erwartungen gedankenlos hat so hoch kochen lassen, insofern ist es eher unwahrscheinlich, dass es eine wirklich grosse Enttäuschung gibt. Die EZB wird wohl auf die eine oder andere Art und Weise ihren Stimulus ausdehnen und die Erwartungen erfüllen. Nur diese hoch geschraubten Erwartungen auch noch zu übertreffen, das erfordert dann wohl nicht nur eine weitere Bazooka, sondern eine historische Intervention.

Mit diesen Gedanken, schliesse ich für diese Woche meine Bücher und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ich will an dieser Stelle schon ankündigen, dass die kommende Woche für mich nur eine 4-Tage-Woche wird, weil ich kommende Woche am Freitag den ganzen Tag unterwegs bin und nicht schreiben kann.

Ich besuche da alte Freunde und Bekannte der IBM in Böblingen, mal sehen, was die so zur aktuellen Entwicklung des Unternehmens sagen. 😉

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Marktupdate – 21.11.12 – Die Lage in DAX und S&P500 vor Thanksgiving

Heute kurz vor Handelsschluss in Deutschland, ein paar Zeilen zur allgemeinen Marktlage in DAX und S&P500 vor dem Thanksgiving Feiertag in den USA.

Der Bounce hat den leichten Teil der Aufwärtsbewegung nun hinter sich gebracht. Nun steht der Markt vor wichtigen Wegmarken, in Form der 7200 im DAX und der 1390 im S&P500.

Besonders die 1390 im S&P500 sollten beachtet werden, denn diese stellen auch die Nackenlinie der alten -> Schulter-Kopf-Schulter Formation <- mit Ziel 1300-1320 dar, die noch nicht abgearbeitet wurde.

Zu allem Überfluss stellt diese 1390 nun auch umgedreht die Nackenlinie einer "Cup and Handle" Formation dar, die jeder im Stundenchart des S&P500 selbst ohne Brille erkennen kann:

S&P500

Damit hat die 1390 als Marke doppelte Bedeutung. Kann der Markt diese nicht überschreiten, droht sich der Bounce als weitere Schulter im Absturz heraus zu stellen und wir sollten dann mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Erreichen der Zielzone bei 1300-1320 ausgehen. Was den DAX wohl unter 6900 bis zum 38er Fibonacci-Retracement bei ca. 6880 drücken würde. Und selbst das 50er Retracement bei 6700 wäre dann für den DAX gut vorstellbar.

Wird die "Cup and Handle" Formation aber durch einen nachhaltigen Anstieg über 1390 aktiviert, ergibt sich ein rechnerisches Ziel von 1434. Diese Zahl sollte sie in sofern überraschen, als diese 1434 genau die rechte Schulter der alten SKS markiert. Ein Erreichen der 1434 würde die bärische SKS Formation also ausser Kraft setzen.

Insofern können Sie nun sehen, welche Bedeutung die Zone um 1390 nun für die weitere Entwicklung hat. Im DAX entspricht das ungefähr der 7200er Marke.

Allerdings dürfte es uns Mr. Market wahrscheinlich mal wieder nicht leicht machen, diese Entscheidung zu treffen. Denn so wie es aktuell an den Märkten aussieht, könnte es sein, dass wir heute weiter unter diesen Marken mäandern. Dann kommt Morgen in den USA Thanksgiving und in Europa dürfte nicht viel passieren. Am Freitag folgt dann der grosse Einkaufstag "Black Friday", an dem die Amerikaner die Malls stürmen. Die Wallstreet schliesst dann schon um 19 Uhr MEZ, damit auch die Händler der Wallstreet Gucci, Dior und Prada in der Fifth oder Madison Avenue für Ihre Liebste heimsuchen können. Oder gleich für sich selber zum Ferrari oder Aston Martin Händler gehen können. 😉

Auch Freitag könnte also an den europäischen Börsen eher ruhig bleiben und es kann gut sein, dass die Entscheidung um die Zonen dann immer noch nicht gefallen ist. Dann, am kommenden Montag, werden sich die Einkaufsdaten von Black Friday auswirken und auch die politischen Gespräche rund um den "Fiscal Cliff" wieder Fahrt aufnehmen. Achja, und am Montag wird das Thema Griechenland auch erneut in der EU verhandelt. Aber wer interessiert sich noch wirklich dafür ? Der Markt macht den Eindruck, als seien es nur noch die grossen Medien.

Spätestens Mitte kommender Woche, dürfte dann also die Entscheidung fallen, wohin die Reise in den Indizes geht.

Insofern kann es gut sein, dass von uns nun mal wieder Geduld gefordert ist. Wie schon vor kurzem gesagt, denken Sie an die Weisheit:

"Hope for the best, but prepare for the worst".

Ihr Hari

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