K+S und die Signale des Marktes

Der folgenden Beitrag erschien Montag 16.03.15 17:10 in Hari Live

Erinnert sich noch jemand an das Uralkali Desaster des Sommers 2013, das bei einem Kurs von 25€ bei K+S zu einem schlimmen Einbruch führte?

Und erinnern Sie sich, wie ich K+S dann für Monate auf der "Igitt-Liste" hatte und mich immer wieder über die gierigen Anleger mokiert habe, die ohne Hintergrundinformationen permanent auf den sofortigen Rebound wetten wollten, weil "Fallen Angels" leider auf unsere Hirne so eine klebrige und ungesunde Anziehungskraft entfalten?

Nein, egal ob bei K+S, oder Öl, oder oder, nach solchen massiven und fundamental begründeten Einbrüchen, braucht der Markt fast immer Zeit sich einzuschwingen und wer zu früh zugreifen will, liegt von kurzen Gegenbewegungen abgesehen, meistens falsch. Eine grundlegende Wende aus solchen Einbrüchen braucht Zeit.

Ende 2013 habe ich dann K+S von der "Igitt-Liste" runter genommen und wieder neutral betrachtet, aber einen Grund sich damit als Aktie zu beschäftigen, gab es in ganz 2014 trotzdem weiterhin nicht. Und ich bin auch heute nicht drin und habe es auch nicht vor, einfach weil meine Augen woanders hin gerichtet sind und ich der Wettbewerbsfähigkeit von K+S weiter nicht traue.

Denn die aktuelle Stärke ist zu einem guten Teil ummittelbare Folge des Eurokurses. Denn so wird der Nachteil von K+S, dass die Produktionsstätten in einem Hochlohnland mit höheren Kosten liegen, auf dem Weltmarkt zu einem Vorteil und die Wettbewerbsfähigkeit verbessert sich gegenüber den Mitbewerbern. Dann hat sich der Kalipreis in Dollar noch etwas erholt und die Kosteneinsparungen im operativen Geschäft haben ihre Wirkung, so dass in Summe nun eine Menge positiver Faktoren zusammen kommen.

Trotzdem ist K+S als Aktie derzeit für mich primär eine Wette auf einen schwachen Euro und den Euro kann ich direkt auch anders handeln. Und unklar ist mir, wie sich der Euro-Absturz auf das Legacy Projekt in Kanada auswirkt, denn hier sollte der eigentlich alles teurer machen.

Aber alle diese Überlegungen sind letztlich irrelevant und tragen nichts zum Markterfolg bei. Denn am Beispiel K+S kann man in Perfektion vorführen, dass das Chart die entscheidenden Informationen hatte und man nur den Mustern des Charts hätte folgen müssen:

K+S 16.03.15

Wir sehen nämlich, wie sich Mitte Januar, mit dem abzeichnenden QE der EZB, ein sehr wichtiges Signal ergab.

Erstens hatten wir bei K+S eine deutliche iSKS mit Nackenlinie fast genau bei der ominösen 25€ Linie. Und zweitens kam da auch noch die langfristige Abwärtstrendlinie runter.

Es war also im Chart ganz eindeutig zu sehen, dass ein Ausbruch darüber hohe Bedeutung haben würde. Ich habe das damals auch gesehen und die Mitglieder im Post von Donnerstag 22.01.15 16:25 in Hari Live auf die sich entwickelnde Situation hingewiesen.

Aber ich habe mein Augenmerk in den folgenden Tagen dann auf andere Aktien und Sektoren gelegt, denn ganz viele Titel sahen ja identisch aus und sind seit dem hervorragend gelaufen. Denn wie gesagt, der Euro und das QE der EZB ist hier die dominante Kraft, das kann man im Chart klar sehen. Mit den positiven Erwartungen an die EZB kam der Schub. Andere Erwägungen, wie eine Preisstabilisierung im ganzen Sektor, waren für diesen massiven Schub wohl eher zweitrangig.

Fazit:

Wie der DAX, hat K+S den Measured Move der iSKS schon lange überschritten und ist überreif für eine Korrektur. Trotzdem ist das ein klar bullisches Chart und wer sich für die Aktie interessiert, kann den nächsten Dip wohl kaufen. Im Klaren sollte man sich aber darüber sein, dass das in hohem Masse eine Wette auf einen weiter schwachen Euro ist und dass die grundsätzliche Problematik, der hohen Abhängigkeit von einem zentralen Marktpreis, nach wie vor bei K+S gegeben ist.

Was aber das Chart von K+S auf jeden Fall ist, ist eindrucksvoller Ausdruck der Stärke des "Folge dem Markt" Prinzips. Das Chart hat uns alle relevanten Informationen schneller geliefert, als jede Analyse der fundamentalen Lage.

Und das Chart sagte bis Ende 2014, dass K+S als Aktie nicht interessant war. Mitte Januar kam dann aber das deutliche Signal, dass man nicht übersehen durfte, wenn man sich für diese Aktie interessierte.

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Potash mit Momentum-Reversal dank Uralkali

Der folgende kleine Hinweis erschien Mittwoch 19.11.14 15:35 in Hari Live

Im Düngemittelsektor ist der Teufel los. Warum?

Ganz einfach, weil Uralkali riesige Probleme mit einer Mine zu haben scheint und dieser Umstand die Hoffnung auf steigende Preise in den Markt bringt: -> Uralkali evacuates Mine <-

Und tatsächlich, von allen üblichen Verdächtigen wie K+S, Mosaic und Co., sieht der Marktführer Potash Corp (878149, POT) im Chart ganz besonders eindrucksvoll aus. Achten Sie auf das Volumen!

POT 19.11.14

Man muss jetzt die nächsten Tage sehen, wie sich die Nachrichtenlage festigt. Wenn sich das aber bewahrheitet, hat der Sektor die Chance auf einige Luft nach oben - genau die Luft, die er im Zuge des Uralkali Desasters letzten Sommer abgegeben hat.

Ein Retracement hier, könnte also vielleicht zur Kaufgelegenheit werden.

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Yara – Düngemittel ohne (weiss)russische Ver(w)irrungen

Heute ein sehr kurzer Hinweis zum norwegischen Düngemittelkonzern Yara (A0BL7F).

Yara ist im Düngemittelbereich vor allem mit Stickstoff und Schwefel engagiert und hat daher keine direkte Abhängigkeit zu den
Ver(w)irrungen rund um Kali und Uralkali. Aber auch Industriechemikalien wie Ammoniak und Nitrat oder Gase gehören zur Produktpalette.

Yara hat eine schwierige Zeit mit Druck auf die Margen hinter sich, berichtet aber heute -> starke Quartalszahlen <- und schiesst über 5% nach oben.

Besonders Interesse findet bei mir aber die Chartstruktur, die sich an der Börse Oslo in NOK gebildet hat:

Yara 30.04.14

Wir sehen ebenso ein zulaufendes Dreieck, aus dem die Aktie gerade ausbricht, wie eine angedeutete inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation, deren Nackenlinie nun durchschlagen wurde. Die fundamentale Bewertung scheint mit einem KGV von 12 und einer Dividendenrendite von 3,5% völlig in Ordnung, ohne grosse Verzerrungen.

In Summe könnte bei Yara nun mittelfristig nach oben etwas gehen und ich finde diesen Trade belastbarer, als die Wetten auf Kali rund um K+S, da man dort nach wie vor das unberechenbare politische Risiko rund um Uralkali mit sich trägt. Und ob diese Risiko mit der Krise um Russland und die Ukraine nun wirklich politisch berechenbarer geworden ist, wage ich mal zu bezweifeln.

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Hari Live – Archiv 25.08.13 – 31.08.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 25.08.13 - 31.08.13

Samstag - 31.08.13 09:05 - Gold, Goldman Sachs und wir: die Muppets

Sie erinnern sich doch sicher an diesen Tag im zweiten Quartal, als Gold durch 1500 USD nach unten weg brach und sich damit die massive Korrektur in Gang setzte ?

Sie erinnern sich auch, dass Goldman Sachs kurz davor eine vielfach beachtete "Sell-Empfehlung" in den Markt gab, die ich damals hier schon spöttisch kommentiert hatte ?

Sie erinnern sich auch, dass direkt nach dieser Sell-Empfehlung an der COMEX Verkaufsorders in gigantischem Volumen in den Markt kamen, einem Volumen dass überhaupt keinen Sinn machte, weil jemand der wirklich einen guten Preis erzielen wollte, hätte das gestückelt. So - in einem Stück - konnte das nur zum Einbruch des Marktes führen, zumal direkt unter 1500 Unmengen an Stops lauerten. Auch das habe ich damals kommentiert.

Nun lesen Sie hier. Und ja, manchmal kommt man sich im realen Leben wie in einem B-Movie vor:

-> Die Muppets sind wir <-

Damit kann man heute als fast gesichert festhalten, was ich damals schon hier vermutet und diskutiert habe:

Der Einsturz bei Gold war "engineered" und zwar von grossen Spielern, die den sowieso an der Klippe befindlichen Markt bewusst zum Einsturz gebracht haben, um sich in das dann ansteigende Volumen hinein massiv einzudecken. Diese Spieler haben erstens Ihre Bestände nun massiv verbilligt, weil teurer verkauft und billiger unten wieder von denen eingesammelt, die in Panik aus dem Markt sprangen. Und haben zweitens wahrscheinlich für ein paar Tage auf der Short-Seite massiv Gewinn gemacht.

Ich habe ja schon oft gesagt, dass Spielfeld des Marktes ist weder eben noch fair. Wir kleinen harmlosen Goldfische versuchen uns in Gewässern etwas Seetang zu erhaschen, in denen auch grosse Haie schwimmen. Und das beste was wir Goldfische tun können, um in Ruhe an unserem Seetang zu knabbern, ist genau zu verfolgen, was die Hai - auch "Big Money" genannt - so machen.

War das also Manipulation ? Jein, der Begriff ist schief, Manipulation wäre für mich, wenn eine staatliche Institution wie die Notenbanken den Kurs bewusst in eine Richtung drückt und zwar aus Erwägungen, die nicht direkt mit dem Markt zu tun haben. Dafür habe ich aber keine Indikationen und ich finde diese Thesen auch sehr unwahrscheinlich bis unlogisch.

Was wir hier erlebt haben, war eher einfach "der Markt" und ein grosser Walfisch kann, wenn er will, halt so hohe Wellen schlagen, dass er damit einen Teil des Meeres zeitweise in Turbulenzen bringt. Ist das moralisch in Ordnung ? Mit Sicherheit nicht und es ist der wahre Skandal, dass sich die Aufsichtsbehörden, insbesondere in Deutschland, um allerlei sinnlose bürokratische Formulare für den Kleinanleger bemühen, hier aber völlig blind sind. Denn in meinen Augen ist so etwas strafbares Handeln und eine besondere Form von Insidergeschäften - sozusagen mit sich selber.

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