152. Die Marktlage 06.02.2021



Hallo zusammen,

ich werde so langsam Corona-müde. Das Wetter der letzten Wochen und das Corona-Lehrkonzept der Schulen meiner Kinder leisten ihr Übriges dazu, um meine Stimmung nach unten zu drücken. Einzig die Börsenentwicklung der letzten Wochen lässt mein Herz höher schlagen. Schauen wir mal, was meine Detailbetrachtung für die nächsten Wochen bringt.

Zusammenfassung
Alle Zeichen stehen auf grün: Aktuell empfielt meine selbst gebaute Ampelmethodik eine Investquote von 100%. Dies bedeutet lang-, mittel- und kurzfristig grüne Ampel.

Es gibt keinerlei aktive bearishe Kursziele, die aus der Betrachtung der Point and Figure Charts kommen. Einzig bullishe Ziele von bis zu 4.720 Punkten werden prognostiziert.

Nach einer Konsolidierung bei einem Bullish Percent Index von knapp über 50% hat der S&P 500 wieder gedreht; aktuell steht er wieder auf einem Bull Confirmed <70%.

Einzige Fragezeichen, die bei mir auftauchen sind die detaillierten Chart-Betrachtungen von Weekly und Daily, bei denen man Schwäche bzw. Seitwärts-Konsolidierung erwarten könnte.

Jedoch: so lange unsere Marken, die wir uns für unsere Strategie setzen nicht fallen, bleiben wir weiter dabei.

Interessante Assets, Länder und Sektoren: Rohstoffe, DAX, Emerging Markets, Biotech, Tech.

Aufpassen bzw. beobachten: Der Dollar ist in einem spannenden Bereich (unteres Band eines Aufwärtstrends oder Bruch einer Widerstandslinie und Bildung einer großen Topformation). Dies sollten wir beobachten.

Makro-Charts

Der Global Dow ist langfristig in einem Aufwärtstrend und steht auf All-Time High - check!

Das kumulierte Advance Decline Chart ist langfristig in einem Aufwärtstrend sieht stabil aus - check!

Auch der Value Line Indes hat mittlerweile einen Ausbruch über die 2018 Hochs vollzogen - nicht nur die großen Techs bekommen von der Geldschwemme etwas ab, sondern auch der große Rest.

Eine große Frage in den nächsten Wochen wird der Dollar sein - haben wir wie in diesem Bild dargestellt einen Aufwärtstrend seit 2010/2011 oder sind wir aktuell in einer SKS-Top-Formation? Der Markt wird es uns zeigen. Entscheidend wird zumindest diese Entwicklung für die Rohstoffe, den Dax und die Emerging Markets werden. Hält die Unterstützung bei 89 nicht, wird es vielleicht ungemütlich.

Wenn ich mir das Chart des USD Futures und die darunter liegenden COT Daten anschauen, könnte man von einem weiteren Fallen der Kurse ausgehen.

Die Marktlage-Ampel

Meine "selbst gestrickte" Marktlageampel schlägt eine 100 % Investquote vor. Es gibt in keinem Zeithorizont ein bearishes Point and Figure Kursziel. Dagegen wurde mit 3.860 Punkten ein Kursziel erreicht. Nach Point and Figure Lesart ist dies eine Bestätigung des Aufwärtstrends.

Viele weitere prognostizierte Ziele sind oberhalb in grünen horizontalen Linien dargestellt. Das maximale ist mit 4.720 Punkten noch deutlich entfernt.

Unten ist die historische Investquote (oberer Teil des Bildes; Stufe 5 bedeutet 100%) dargestellt. Im unteren Teil des Bildes der Kursverlauf des S&P 500.

Marktlage langfristig

Der Trendkanal droht nach oben auszubrechen. Der RRG Indikator sagt: Vollgas voraus!

Ein etwas irritierendes Chart - hier ein Point and Figure 5% 3er Umkehr - eine sehr langfristige Darstellung. Es zeigt sich im oberen rechten Bereich eine Megaphon-Formation (die aktuelle X-Säule rechts und die O-Säule davor wurden letztes und dieses Jahr gebildet). Wann kommen wir wieder in ein stabiles Fahrwasser eines stabilen Trends? Dieses Chartbild zeugt von Spannung im Markt.

Marktlage mittelfristig

Das Wochen-Chart drohte aus einem bearishen Keil herauszufallen. Mit einem fast vollendeten Verkaufsignal im PPO und einem abfallenden RRG Indikator letzte Woche war die Basis für eine deutlich tiefer gehende Konsolidierung gelegt. Der Markt war anscheinend noch nicht bereit dafür. Diese Woche hat er auf dem Absatz kehrt gemacht. Nur: was jetzt? Bei Betrachtung dieses Charts bin ich mir unschlüssig: ist dies der Start einer umfangreichen Top-Bewegung oder wurden die schwachen Hände abgeschüttelt.

Lassen wir uns nicht von Vermutungen leiten. Setzen wir uns klare Stop-Markierungen, an denen das Risikomanagement greifen soll und partizipieren weiterhin vom Markt.

Eine neue Darstellung der AAII Sentiment Lage: zukünftig anscheinend die Ergebnisse der Umfrage der letzten 4 Wochen in einem Bild. Der Trend ist, die Bullen werden weniger und die Bären etwas mehr. Kein Grund zumindest zur Sorge. Eine große Aussage kann man jedoch auch nicht aus dem Chart ziehen.

Wir befinden uns seit dieser Woche wieder auf einem Bull Confirmed Status unter 70%. Der Bullish Percent Index hat oberhalb von 50% gedreht, was einer normalen bullishen Konsolidierung entspricht.

Marktlage kurzfristig

Das Daily Chart des S&P 500 zeigt einen Markt von November bis Januar, der an dem SMA 17 entlang hoch geschmolzen ist. Diese Entwicklung hat mit der Konsolidierung von 1-2 Wochen ein Ende gefunden. Nur, was jetzt? Aktuell ist eine negative Divergenz zwischen PPO und dem Kurs zu erkennen. Ebenfalls ist in den Volumina der letzten Tage im SPY kein erhebliches Kaufinteresse zu erkennen. Für mich sieht die Lage hier genauso wie im Weekly nicht klar aus, dass ich eindeutig eine Richtung favorisieren würde.

Auch hier kann man nur konstatieren: der Dipp wurde schnell gekauft, jedoch ohne großem Volumen. Ebenfalls lässt die Divergenz Fragen auf.

Bleiben wir vorsichtig optimistisch.

Auch der Fear und Greed Indikator stimmt vorsichtig optimistisch, da nicht im überspannten Bereich.

Relative-Strength-Charts (RRG)

Das Weekly RRG Chart der Assets zeigt die Rohstoffe und Aktien im Leading Quadranten. Interessant sind Real Estate und Gold, wobei das Edelmetall noch zu weit im roten Lagging Quadranten versumpft ist. Das daily Chart rechts zeigt uns, dass mit man mit Gold aktuell vorsichtig sein sollte: große trendlose Ausschläge. Rohstoffe dagegen sind auch im Daily DIE Wahl aktuell.

Dies zeigt sich auch im Monthly Chart - der erste große Widerstand lauert jedoch...

Der Star im Weekly Länder RRG relativ zum S&P500 sind die Emerging Markets, die nach rechts oben im Leading Quadranten streben. Abfallend im Leading sind Nikkei und UK. Interessant die nächsten Wochen sehen Dax, Switzerland und FXI China aus.

Im Daily zeigt sich ein gänzlich anderes Bild. Innerhalb der letzten Woche hat US den anderen Ländern den Gar ausgemacht. Alle tauchten ab!

In der Kombination der beiden Charts würde ich den Dax in den nächsten Tagen/ Wochen favorisieren.

Der Dax hat natürlich auch gegenüber US und EEM Nachholbedarf. Kann der negative relative Trend in den nächsten Monaten beendet werden (siehe unterer Bereich des Charts unten) und der Dax sprengt den 14.000 Punkte Deckel ordentlich nach oben ab?

Ein schöner Trendwechsel im Ratio-Chart zum S&P 500 (Bereich unten) - ist der Boden gefunden und wir sehen eine Dekade der EEM Dominanz, wie es in einigen Medien zu lesen ist?

Hier ist noch Luft nach oben.

Süd-Korea: Hier ist Zunder drauf.

Auch dieses Land arbeitet an einem Bruch der Abwärtstrendlinie im Ratio-Chart gegenüber dem S&P 500 (unterer Bereich)

Der Star im Weekly RRG Chart der Sektoren ist Biotech. Die Techs (XLK) könnten einen neuen Schub bekommen: diese starten gerade aus dem Weakening zurück in den Leading Sektor. Komplett links liegen gelassen werden die Gold Miners. Im Sinne Mean Reversion sollte man wie auch bei den Rohstoffen ein Auge aufhalten. Noch ist es aber zu früh.

Das ist eine Dominanz in den letzten Jahren: ein stabiler Aufwärtstrend im Ratio-Chart zum S&P 500!

Im Sinne eines langfristigen Mean Reversion wird Staples langsam interessant: das Ratio Chart im unteren Bereich ist zu beachten.

Bekommt der Sektor die Kurve im Ratio-Chart und nimmt Fahrt auf oder verliert der Sektor seinen Ratio-Trend? Fakt ist, dass der RRG Indikator ordentlich zurückgekommen ist und der Sektor Luft geholt hat für den nächsten Lauf.

Wann hört das denn auf?

Bekommen wir eine solche Entwicklung wie in 2009 - 2015?

Point-and-Figure-Charts

Stabiler Langfrist-Trend. Check

Ich kann wieder eine grüne Säule zeichnen. Je nachdem, wie lange diese aktuelle X-Säule wird, desto höher wird das prognostizierte PF Ziel.

Neues prognostiziertes horizontales Ziel im 1er Reversal 20er.

Euer

Hullahuppi

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145. Die Marktlage 01.08.2020



Hallo zusammen,

Mein Urlaub ist vorbei. Es war ein erholsamer mit 2,5 Wochen Wohnmobilreise durch Deutschland. Ich habe gemerkt, dass ich diesen auch wirklich gebraucht habe.

Die Sommerferien waren so nicht geplant gewesen - Corona hat unsere Pläne etwas umgeschmissen. Aber wir haben das Beste daraus gemacht. Deutschland hat doch immer wieder wunderschöne Ecken zu bieten. Besonders hat mir Amrum gefallen, das wir als Tagestouristen uns angeschaut haben. Definitiv eine Reise wert. Vielleicht waren wir nicht das letzte mal dort.

Nun bin ich seit 1 Woche wieder "im Dienst" und ein neuer Monat hat begonnen. Zeit für eine neue Marktanalyse.

Viel Spass!

Letzte Analyse Ende Juni habe ich folgendes als Fazit geschrieben:
In der Summe:
Bei Betrachtung des Daily-Charts könnte man annehmen, wir stehen an einer Klippe kurz vor dem Abgrund und es geht schnurgerade herunter. Viele Indikatoren, die in der Twitter-Welt herumgeschickt werden, zeigen eine Lage, die nach Vorsicht ruft (wie auch meine Ampel, die auf 20% steht).
Jedoch glaube ich, dass der Markt uns die Situation nicht so einfach macht und ein höheres Tief nach dem Frühjahr diesen Jahres generiert. Danach lechzen zu viele, die unterinvestiert sind.
Wir werden weiter die Wall of Worry nach oben kriechen. Ein Bullish Percent Index von ca. 50 % rechtfertigt ein wiederaufflammen der Kauf-Community.
Rechnen wir nach einem kleinen Geschaukel mit weiter steigenden Preisen. Eine Überperformance anderer internationaler Märkte wie Dax und EEM sieht wahrscheinlich aus.

Wir können retrospektiv sagen: der Gang nach oben und der Stärke der Emerging Markets sind so eingetreten (siehe Charts unten). Schauen wir, ob es auch so weiter geht. Was sagen die Charts?

Zusammenfassung:
Heute habe ich Schwierigkeiten bei der Zusammenfassung. Die Lage wird immer verzwickter und komplizierter. Eine seriöse Aussage ist meiner Meinung nach kurz- und mittelfristig schwer zu treffen. Somit sollten wir unser Risikomanagement entsprechend parat haben. Siehe auch der Tweet von Mark Minervini.

Deshalb heute etwas ungenauer:
- Langfristig sind steigende Kurse zu erwarten. Das aktuelle, berechnete Kursziel ist 3.600, welches über mehrere Zeitebenen bei den Point and Figure Charts prognostizert wird. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit des Eintretens
- Das Sentiment und die Asset Allocation sprechen für ebenfalls steigende Kurse.
- Kurzfristig zeigt sich, dass jeder noch so kleine Dip gekauft wird, jedoch: Wann endet das und wir bekommen die bereinigende Konsolidierung zu einem Fibonacci-Retracement?
- DER Sektor to be ist Technologie!
- Schauen wir auf die Emerging Markets, diese könnten weiterhin eine internationale Überperformance bieten.
- Beobachten wir den Dollar. Dieser hat Relevanz insbesondere für den Dax (negativ), die Rohstoffe (positiv) und die großen amerikanischen Konzerne (positiv)

Summasummarum: Halten wir uns an unser Risikomanagement, gehen wir die höheren Kurse mit und sichern nach unten ab!

Makro-Charts

Schauen wir uns einige übergeordnete Charts an:

Der Markt, vertreten mit dem wichtigsten Aktienindex der Welt, dem S&P 500, ist sehr volatil in den letzten Monaten. Aktuell bewegt er sich an der oberen Kante des Bollinger Bandes. Prallt er ab und bewegt sich nach unten? Bei Betrachtung der Vergangenheit konnte das nicht prognostiziert werden. Jedoch ist ein weiteres impulsives Ansteigen nach oben ÜBER die Kante des Bollinger Bandes in der Vergangenheit nicht erfolgreich gewesen.

Meine in den letzten Monaten immer wieder dargestellte Umkehrformation im USD ist eingetreten. Eine Gegenbewegung nach dieser impulsiven Abfahrt nach unten ist wahrscheinlich. Was kommt jedoch danach? Wichtig für den Dollar wäre ein Überschreiten der Unterstützungslinie seit 2011 und ein Monatsende 2020-08 über dieser. Wenn dies nicht passiert, ist eine Abfahrt nach 88 wahrscheinlich.

Weiterhin keine Auffälligkeiten im kumulierten Advance-Decline Chart - weiterhin in Bullenhand.

Im Global Dow sieht es weiterhin interessant aus. Kann die langfristige Trendlinie seit 2009 geknackt und wieder erobert werden oder haben wir eine Erholungsrally mit Retests gesehen und die Reise geht weiter in den Süden?

Das Weekly Put/ Call Ratio schlägt aktuell noch keinen Alarm, ist jedoch überreizt. Ein Ansteigen über 0,6 würde das Risiko von fallenden Kursen deutlich erhöhen.

Wer ist verantwortlich für die steigenden Kurse? Industrials sind es zumindest nicht. Das sieht seit Anfang 2018 erbärmlich aus.

Die Marktlage-Ampel

Meine selbst gestrickte Marktampel sieht aktuell einen Investgrad von 60% vor.

Größtenteils sind bearishe Kursziele der Point and Figure Charttechnik nicht mehr aktiv. In mehreren Zeithorizonten (starkes Signal!) wird das Kursziel 3.600 Punkte prognostiziert.

Marktlage langfristig

Ein weiterer sehr starker Monat ist in den Büchern. Sieht alles gut aus in diesem Chart.

Marktlage mittelfristig

Im Weekly Chart sieht alles nach "Vorsicht".

Der PPO, der RRG Indikator und die Widerstandslinie, die direkt über dem aktuellen Kursgeschehen hängt, laden nicht zu einem Kauf ein. Risikomanagement ist angebracht.

Eine erste Konsolidierung seit dem Tief auf ein Weekly-Fibonacci-Retracement wäre schön.

Das AAII Sentiment Survey spricht eine klare Sprache: die Kurse gehen weiter nach oben. Das bullishe Lager ist verschwindend klein.

Marktlage kurzfristig

Das nächste Chart sieht auf den ersten Blick etwas verwirrend aus. Ich habe mit rot die bearishen Keile eingezeichnet, welche immer flacher werden. Mit grün sind die Widerstandslinien eingezeichnet. Wir erkennen bei der aktuellen und der letzten, dass der Kursverlauf VOR dem Durchbrechen nach oben (sollte dies nun passieren) über mehrere Tage "Luft holen" muss. Meine Interpretation der Sache ist, dass die Luft dünner wird, die Schar des bullishen Lagers dünner, um den Aufwärtstrend weiter zu halten. Im Umkehrschluss heißt das aber nicht, dass dieser Trend somit versiegt und aufhört. Er wird nur langsamer.

Die bullishe Sicht der Dinge wäre ein Anschmiegen an das All-Time-High und danach eine impultive Rally zu neuen Hochs. Die bearishe Sicht wäre eine Konsolidierung auf Fibonacci Retracements 50% o.ä..

Im Fear and Greed Index ist noch deutlich Luft für mehr Greed - steigende Kurse sind somit machbar.

Ein neues Chart in meinen Artikeln: der VIX sagt aktuell auf: weitergehts zu neuen Höhen!

Das Chart von gestern zeigt, mit welchem Markt wir es zu tun haben. Klar wir hatten Monatsende etc. Jedoch eine solche Rally in den letzten Minuten ist nicht alltäglich. Denken wir immer an das endlose Geld da draußen, das Anlage sucht!

Ein warnendes Zeichen ist das Ratio der Halbleiter mit den Bonds. Dieses Ratio hinkt hinterher, was normalerweise kein gutes Zeichen ist.

Relative-Strength-Charts (RRG)

Kommen wir zu den Charts der relativen Stärke.

Zu allererst die Assets im Vergleich zum VBINX, dem Vergleichsindex:

Real Estate und Rohstoffe sind in beiden dargestellten Zeitebenen eine Bank. Das sieht gut aus.

Die Aktien, vertreten durch die ITOT, sind im Weekly stärksten Quadranten, fallen aber ab. Dies zeigt sich gut im Daily, in dem die Aktien bereits im Weakening Quadranten sind. Weitere Schwäche ist hier zu erwarten.

Der USD Dollar ist in beiden Zeitebenen einfach nur kaputt - es kommen wieder bessere Zeiten.

Bonds sind indifferent und brauchen noch etwas Zeit, um Stärke zu sammeln.

Kommen wir zum RRG Chart der Länder im Vergleich zum S&P 500:

Hier zeigen sich die Emerging Markets als der Favorit. Die letzten Tage wurde etwas Luft geholt. Ein Wiedereintreten in den Daily-Leading und den Neueinstieg in den Weekly-Leading ist wahrscheinlich.

Erhebliche Schwäche zeigen Deutschland (Dax) und Japan (Nikkei). Beiden zeigten im Weekly eine gute Performance. Jedoch war die letzte Woche für beide Länder im Ratio zum S&P 500 ein Game-Changer. Ein Abfall Richtung Weekly-Lagging ist wahrscheinlich.

Interessant könnte in nächster Zeit China werden. Dieser Markt benötigt noch etwas Luft, könnte aber demnächst durchstarten.

Bei den Sektoren sticht der Technologie-Sektor XLK hervor. Er bewegt sich sehr stabil in den letzten Wochen an der Grenze Leading/ Weakening und hat im Daily Chart im Laufe der letzten Woche über den roten Quadranten Luft geholt. Ein Eintauchen in den Leading sieht wahrscheinlich aus.

Die restlichen Sektoren wirken auf mich indifferent. Insbesondere Vorsicht im IBB. Dieser konnte vor einer Woche keine weitere Stärke sammeln und ist tief in den roten Daily-Quadranten gerutscht.

Point-and-Figure-Charts

Meine Analyse der Point and Figure Charts. Diese strotzen nur vor Stärke.

Euer

Hullahuppi

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133. Die Marktlage 01.09.2019 – Glaskugel für das Halbjahr 2



Hallo zusammen,

Mein Gott, wie die Zeit vergeht. Gerade habe ich mich in die Sommerferien verabschiedet, da sind sie hier in NRW auch schon wieder vorbei...Trotzdem schön war's! Wir haben mit Wohnmobil das erste Mal Kroatien unsicher gemacht. Neben den Plitvicer Seen waren wir insbesondere auf der Insel Losinj. Dort haben wir, meine 2 Töchter und ich, den Basisschein Windsurfen bestanden! Eine tolle Zeit ist zu Ende, nur wie immer zu kurz... 🙁

0. Zusammenfassung
In meinem Jahresend-Artikel 2018 habe ich folgendes Szenario beschrieben:

Herausgekommen ist folgendes - bitte beachten, dies ist nur ein Szenario:
- wir bekommen mit Jahresanfang eine Rally in die Widerstandszone des Keils. Warum? Weil die Lage nach fast 20%$ Korrektur sowie der Zeitpunkt (Jahresanfang) reif für eine Rally ist. Vor Erreichen des SMA 200 vertrocknet der Kaufhunger und führt zu einer Korrektur zum Doppelboden. Diese Rally wird von den Investoren mit Handbremse mitgenommen, da ihr noch nicht zu trauen ist. Ich glaube, nach einem solchen Drawdown ist der Markt für ein V-Reversal und einem Durchziehen durch die Widerstände nicht bereit.
- von Frühjahr bis Sommer bekommen wir unsere "richtige Rally", die maximal mitgenommen werden wird - der Bruch des Keils führt zu höherem Kaufvolumen
- dann die Sommerpause mit einer kleinen Korrektur
- dann die Jahresendrally - die Käuferschar wird maximal unsicher in das Jahr 2020 gelassen: wir gehen am Top aus 2018 in den Jahreswechsel.

In der Summe führt das zu folgendem langfristigen Szenario: eine 3. Konsolidierungsbox, die sich von der Länge her in etwa den anderen beiden in den Vorjahren ähneln würde. Diese 3. Konsolidierungsbox kann zu einem langfristigen Top auswachsen oder der Beginn eines weiteren Laufs zu neuen Höhen...

Aus meinem erhofften Doppelboden ist aufgrund des reflexiven Marktes, des extrem unterinvestierten Geldes und der FED nichts geworden. Die Kursentwicklung war deutlich volatiler, das Hoch wurde deutlich schneller erreicht als erwartet.

Nur wie geht es weiter?

Nach Bewertung aller Informationen aus meinem Artikel sind 4 mögliche Szenarien mit den Wahrscheinlichkeiten herausgekommen:
Szenario 1 (40 % Wahrscheinlichkeit): Der Kurs bleibt weiterhin in der "Augustbox". Der Handelsstreit zwischen US und China wird im Herbst deeskaliert, der ISM Indikator findet einen Boden und die Kurse gehen in 2019-10 durch die Decke mit einem Jahresende auf All-Time-High 3.200 Punkte

Szenario 2 (30 % Wahrscheinlichkeit): Melt-Up: der ISM findet laaangsam einen Boden, US/China wird nicht weiter eskaliert und so schmelzen die Kurse zum Entscheidungspunkt der Umkehrformation bzw. Jahresendekurs: 3.050 Punkte. Eine Auflösung der Formation wird auf das nächste Jahr vertagt.

Szenario 3 (20 % Wahrscheinlichkeit): Der Weg des maximalen Schmerzes: maginal neues Jahrestief, um dann bereinigt eine Jahresend-Rally zu starten. Jahresendekurs: 3.050 Punkte bzw. Entscheidungspunkt der Umkehrformation. Eine Auflösung der Formation wird auf das nächste Jahr vertagt.

Szenario 4 (10 % Wahrscheinlichkeit): Die Rezession kommt näher und die Kurse purzeln ins bodenlose. Neues Jahrestief, Retracement mit anschließenem weiteren Schub nach unten. Jahresendkurs: 2.450 Punkte.

1. Das große Bild

Gehen wir wie gewohnt von der Makrosicht immer weiter ins Detail.

Fangen wir mit der Großwetterlage an:

Die positiven Aspekte:

Das kumulierte Advance Decline zeigt keine Anstalten von Schwäche, ein sauberer Aufwärtstrend - positiv

Weiterhin sieht der Dow Jones Global nicht schlecht aus. Konsolidierung, Ausbruch, Retracement auf der sekundären Trendlinie? Der PPO und der RRG Indikator ebenfalls nicht schlecht aus....

Auch der S&P 500 Equal Weight hat einen klaren Aufwärtstrend - positiv

Kommen wir zu den Fragezeigen/ Warnsignalen in der aktuellen Lage:

Der US Dollar Index hat nach monatelanger Hängepartie zwischen 94 und 96 den Angriff auf 100 und mein seit letztem Jahr stehendes Target 101 gestartet. Ein steigender Dollar ist nicht für alle gut. Ich denke an die Emerging Markets und die international agierenden US-Konzerne. Dies *könnte* den Small Caps etwas helfen.

Das Waterfall-Chart kommt langsam auch wieder in "Aufwärtstrend-Fahrwasser". Weiterhin irritiert mich die schwache Entwicklung des SMH:TLT Ratios (rot) - dieses hat kein höheres Hoch gebildet und nun kam ein Doppelboden mit Anfang Juni 2019 dazu. Ein Run auf Risk-Off Unternehmen sieht anders aus. Ein Zeichen der Wall of Worry?

Alle bullishen Ratios sind weiterhin in einer seit (teilweise) Anfang 2018 herrschenden Konsolidierung. Extrem geprügelt werden die Small Caps gegenüber dem S&P 500 und der Transport-Sektor. Ein Boden ist nicht in Sicht. Abwarten ist angesagt...

Der wesentliche Leading Indikator für die Marktlage ISM Manufacturing Index (Quelle Leo Nelissen) ist in einem klaren Abwärtstrend nahe der vergangenen Tiefs. Auch hier ist ein Boden nicht in Sicht...

Last but not least: Die aktuellen Yields (siehe Bild unten mittlerer Indikator (Differenz 10-jährige und 2-jährige Yields) - wir sind da, wohin die Bären schon lange wollten: die 10-jährigen werden größer als die 2-jährigen Yields. Damit wird das große Rad einer drohenden Rezession durch das Dorf getrieben. Kommt diese kurzfristige oder kommt diese nicht - das ist die große Frage.

2. Die Kauf-Lageampel

Die Langfristige Sicht

Wir haben weiterhin seit 05/2019 einen fallenden, langfristigen Ampelindikator mit einem aktuellen Wert von 6. Dieser Wert ist nicht schlecht, es geht aber auch noch besser.

Grund für den Rückgang in der Ampel sind die Wirtschaftsdaten, die sukzessive immer schlechter wurden. Das schlechter werdende Chart gab sein weiteres.

Folgende Gedanken kommen mir bei dem Monats-Chart (siehe unten) des S&P 500 in den Sinn:
- Der Kurs befindet sich in einem langfristigen Trendkanal seit 2009
- Wir befinden uns in einer charttechnischen "Raute" aus Unterstützungen und Widerständen (2015 bis heute) - Ausgang offen
- Seit 2009 haben wir nun die 3. Konsolidierungsformation; diese Konsolidierungen sind mit jedem Mal länger und volatiler geworden. Sollte es noch eine Stufe weiter nach oben gehen, wie sieht die nächste aus? Noch volatiler?
- Die aktuelle Konsolidierung bildet aktuell eine Wendeformation in Form einer inversen Schulter Kopf Schulter aus; aus meinen Augen habe ich jedoch hierbei 2 Fragezeichen: 1. warum haben wir keine horizontale Nackenlinie (eine tiefer liegende rechte Schulter wäre womöglich besser...) 2. Ist die rechte Schulter schon ausreichend ausgeprägt, damit die Wendeformation nach oben getriggert werden kann?
- Die Indikatoren PPO und der RRG sind seit 2018 ausreichend konsolidiert, damit ein Ausbruch ausreichend Momentum mitbringen würde

Weiterhin sollten wir für die Bewertung der Lage im Hinterkopf behalten:
1. Der aktuelle Kurs des S&P 500 ist im Vergleich zur aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht überbewertet (siehe mein letzter Artikel). Trotz Rückgang der wesentlichen Leading Indikatoren haben wir aufgrund des Seitwärtspattern seit 2018 keine Überbewertung.

2. Wir haben aktuell weiterhin eine historisch hohe Cash-Quote des großen Geldes. Dieses muss irgendwann investiert werden.

Ich nehme folgendes aus langfristiger Sicht mit:
Aufgrund der historisch hohen Cashbestände und der Leading Indikatoren nahe an Tiefpunkten vergangener Jahre sehe eine Fortsetzung des Aufwärtstrends mit Triggern der Umkehrformation zum Jahresende hin realistischer als einen großen Einbruch.

Die Mittelfristige Sicht

Meine mittelfristige Lageampel hat den Abwärtstrend seit Anfang Juni gebrochen, jedoch noch keinen neuen Aufwärtstrend gefunden: es ging in einen Seitwärtstrend über. Mit einem Wert von ca. 5 befindet sie sich im Mittelfeld.

Schauen wir etwas genauer hin, wieso die Werte so schlecht sind:

Der Bullish Percent Index steht auf einem "Bear Confirmed Status" mit einem Wert von 54%.

Im nächsten Chart eine Übersicht des S&P 500 mit meinen 2 Haupt-Indikatoren Bullish Percent ($BPSPX) und dem "Prozent-der-10" ($SPXA50R). Wir erkennen, dass der Bullish Percent Index nach dem Abfall auf ca. 20% letztes Jahr einen perfekten Lauf auf > 70% hatte. Dies ist ein deutliches Stärkezeichen. Im Anschluss ist ein Mäandrieren zwisch 70% und 50% zu erkennen, was aus meinen Augen ein bullishes Zeichen ist - der Druck aus der überkauften Lage muss abgearbeitet werden, was aktuell noch passiert. Sollte der BPI nicht deutlich unter 50% fallen, steht bei Betrachtung dieses Charts höheren Kursen nichts im Wege.

Dass AAII Sentiment zeigt eine verängstigte Lage: überdurchschnittlich viele bearish eingestimmte Marktteilnehmer; vice versa mit den bullishen. Ein reflexives Marktverhalten angenommen, sollte der Kurs mittelfristig keine all zu großen Setzer nach unten machen.

Das Wochenchart des S&P 500 zeigt einen Status, der weder hüh noch hott aussagt:

Auf der einen Seite sehen wir einen Aufwärtstrend aus höheren Hochs und höheren Tiefs. Weiterhin sehen wir einen Ansatz eines aufsteigenden Dreiecks im Augustverlauf ca. 2950 Punkte (Top August) und 2.810 (Boden August).

Auf der anderen Seite ist das PPO wie auch der RRG Indikator nicht so weit abgeklungen, wie es für eine ausreichende Konsolidierung notwendig wäre. Zu viel gaben die Unterinvestierten nach einem Boden wieder "Gas" und kauften, was das Zeug hielt. Ausreichend Zeit zum Verschnaufen und Boden finden gab es nicht.

Aussage aus diesem Chart: 50/50% nach oben oder nach unten. Mein persönlicher Favorit wäre nach unten, um noch einmal mehr Luft aus dem Kessel zu bekommen, die ängstlichen Hände aus dem Markt zu drängen und nach dem bereinigenden Gewitter ein gute Grundlage für eine Herbst/ Winter-Rally zu bekommen.

Bei Betrachtung des Kaufvolumens kann ich auch nicht die bullishe Auflösung erkennen. Anstatt eines gesteigerten Kaufvolumens in dieser Woche, hatten wir in den letzten 4 Wochen sukzessive abflauendes Kaufinteresse.

Ich nehme folgendes aus der mittelfristigen Sicht mit:
Die Konsolidierung ist noch nicht ausreichend abgeschlossen. Das aktuelle Patt zwischen Bullen und Bären dauert noch an. Abwarten ist angesagt.

Die kurzfristige Sicht

Meine kurzfristige Lageampel sieht am positivsten aus. Ein Abwärtstrend beginnend mit Anfange Juni wurde im August gebrochen. Die Ampel befindet sich nahe der grünen Zone.

Schauen wir uns an, warum das so ist:
Wir haben weiterhin auch kurzfristig eine ängliche Käufer-Schar: der Fear & Greed Index steht auf "Extreme Fear"

Das Daily Chart des S&P 500 zeigt ein eher positives Bild. Der Kurs konnte aus einem sekundären Abwärtstrend ausbrechen und befindet sich aktuell in einer Seitwärtsbewegung, die sich weiter verengt. Die Indikatoren PPO und RRG zeigen ein positives Bild. Nach einer ausreichenden Konsolidierung haben sie den Vorwärtsgang eingeschaltet.

Gleiches gilt für meinen kurzfristigen Breadth Indikator "Prozent-der-10", welcher nach 3 Tiefs (2 Tiefs unter 30%) aktuell am steigen ist.

Im nachfolgenden Chart wird die August-Box und die ganze Volatilität des Monats deutlich. Nach unten hat sich ein gespreizter Doppelboden und nach oben ein 4-fach-Top ausgebildet. DIE Preisfrage ist nun, wohin die Bewegung ausgelöst wird. So oder so wird der Impuls in die entschiedene Richtung enorm sein!

Aus dem Kaufvolumen ist leider keine bullishe Auflösung herauszulesen.

Ich nehme folgendes aus der kurzfristigen Sicht mit:
Eine kurzfristige Aussage in Zeiten von Trump-Tweets und diesen politischen Börsen zu machen ist schwierig. Charttechnisch sehe ich kurzfristig leicht die Nase vorn bei einem bullishen Auflösen der aktuellen Lage. Mein Favorit wäre jedoch, wie oben beschrieben, eine Auflösung nach unten und damit verbunden der Weg des maximalen Schmerzes.

3. RRG-Chart - Die anderen Assets und Sektoren

Fangen wir bei der Analyse der RRG-Charts wieder bei der Makro-Sicht an: was machen im Allgemeinen die verschiedenen Assets, und im Speziellen die Aktien (vertreten durch den S&P 500).

Wir sehen im Weekly RRG Chart, dass es den Aktien im Moment nicht gut geht. Der S&P 500 befindet sich im gelben Sektor mit einem Trend Richtung und kurz vor rotem Sektor.

Gut und damit tief im grünen Sektor laufen die konservativen Assets Gold und TLT (Long-Bonds). Ggfs. machen sich die Real Estates an, Richtung grün zu maschieren.

Schauen wir auf die verschiedenen Länder im Vergleich zum amerikanischen Markt, sieht die Lage in anderen Ländern auch nicht viel besser aus. Einzig Japan könnte hier ein Kandidat für Überperformance sein. Der stärker werdende Dollar gibt sein weiteres dazu...

Schauen wir zum Abschluss auf die einzelnen Sektoren in Amerika: Es zeigt sich ein sehr durchmischtes Bild ohne klare Trends und ohne Aussagekraft.

4. Point and Figure Charts

Anbei die von mir beobachteten Point and Figure Charts, heute mit etwas mehr Text:

Das 3-er Umkehr 40 Punkte Chart des S&P 500
Dieses Chart zeigt die ganze Stärke des aktuellen Marktes. Seit dem Tief im Dezember (4. Säule von rechts) ist der Markt OHNE eine Konsolidierung von 3x40 Punkten nach oben gerauscht. Diese insgesamt 14 "X" (3. Säule von rechts) über die letzte O-Säule hinweg (low pole reversal) sind die Grundlage für die Kursziel-Berechnung zum einen und ein Zeichen der Dominanz der Bullen zum anderen. Durch das Kaufsignal im Juli ist das Kursziel nun aktiviert worden: 4.000 Punkte.

Das 3-er Umkehr 20 Punkte Chart des S&P 500

Auch dieses Chart zeugt von Stärke. Zum einen ist das bearishe Kursziel von 2.250 Punkten nicht erreicht worden, zum anderen haben wir das erste vertikale Kursziel nach der Konsolidierung im Dezember 2018 von 2.860 Punkten bereits erreicht. Ein zweites bullishes Kursziel ist noch nicht aktiviert. Sollte der Kurs nun in eine O-Säule drehen und danach ein Kaufsignal generieren, würde ein Kursziel von 3.540 Punkten aktiviert werden. Eine gute Unterstützung bildet die Marke 2.840 und seinem 3-Fach-Boden.

Das 1-er Umkehr 20 Punkte Chart des S&P 500

Nach einer Seitwärtsbewegung haben wir in diesem 1-Umkehr-Chart das erste Kaufsignal nach dem Hoch im 1. Halbjahr. Das Chart sieht bullish aus.

Das 1-er Umkehr 10 Punkte Chart des S&P 500

Auch das volatile 1-er Umkehr 10 Punkte Chart zeigt ein bullishes Chartbild. Höheres Hoch, impulsiver Ausbruch nach einer Konsolidierung.

Ich wünsche allen eine schöne 2. Jahreshälfte und einen guten Start nach dem Urlaub!

Euer

Hullahuppi

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Vorweihnachtliche Diskrepanz



Guten Morgen!

Ich weiss nicht wie es Ihnen geht, aber ich versuche gerade jetzt vor dem Jahreswechsel alles Mediale so weit wie möglich auszublenden. Was die Börse angeht sorgt es nur für "Sensory Overload" und lenkt von den vielen Dingen ab, die man dringend noch erledigen will. Und emotional frustet es mich sowieso nur, den Irrsinn zu sehen, der in diesem Land abläuft.

Ich habe hier einfach mal zwei eher nebensächliche Nachrichten, die man einfach exemplarisch nebeneinander auf sich wirken lassen sollte, mehr muss ich dazu dann gar nicht sagen:

-> Rechtsstaat wird vorgeführt <-. Der Autor ist übrigens Stadtrat der Grünen in Balingen.
-> Beschämender Brief <-

Sie sehen, was dieser Staat besonders gut kann und was nicht. Und verantwortlich sind dafür nicht die einzelnen Sachbearbeiter oder Polizisten, sondern der Fisch stinkt vom Kopf her.

Frustrierend ist das nicht mal wegen der Paralleluniversen, in denen die Verantwortlichen vor sich hindämmern, man könnte die ja demokratisch hinwegspülen. Frustrierend ist es wegen der von mir empfundenen Bräsigkeit von Teilen der Bevölkerung, die mit Fixierung auf die eigene Brieftasche nur sieht "dass es uns ja gut geht". Es geht uns aber nicht gut wegen der klugen Politik der Verantwortlichen, sondern wegen kluger Politik der Vergangenheit und einer Geld-Bazooka der EZB, die Deutschland eine überhitzte Konjunktur verschafft. Aber das wird sich wieder ändern, wie jeder Konjunkturzyklus und eine starke Eiche verfault auch nicht von aussen, sondern von innen.

So bin ich für die einen ein "Miesmacher" und für die anderen jemand, der "noch mit beiden Füssen auf dem Boden der Realität steht". Und in genau dieser Diskrepanz der Wahrnehmung liegt das massive Problem das wir haben und das uns noch heftig auf die Füsse fallen wird. Das einzig Schöne ist, die Zukunft wird zweifelsfrei beweisen, wer ich bin, nur will ich diese Zukunft gar nicht erleben und meinem Sohn wünsche ich eine andere.

Und weil das so ist und es nur frustriend ist, mit diesen offensichtlichen, scheunentorgrossen Strukturproblemen nicht durchzudringen, bleibt nur das Ausblenden und Verdrängen, der Rückzug in die (noch) heile Welt der eigenen vier Wände. Bis es einen auch dort einholt, dem Sohn eines Freundes und Mitglieds hier im Blog, wurde vor kurzem mitten im Supermarkt hier im Dorf angedroht ihn abzustechen, wenn er nicht Geld rausrückt. Raten Sie mal von wem.

Aber wenigstens der Markt macht Freude und tut was zu erwarten war. Heute sollte eigentlich ein kleines Retracement nach dem gestrigen Schub folgen und auch die Sell-the-News Frage stellt sich noch für einen massiv überdehnten US Markt. Aber zumindest dem DAX traue ich nun wirklich was zu, neue Allzeithochs allemal, zumal eine Absicherung ja nun wirklich trivial und naheliegend ist:

Gold zieht weiter an, das kann aber immer noch eine Bärenfalle sein. Jetzt steht das Edelmetall vor dem ersten ernst zu nehmenden Test in dieser Widerstandszone und erst wenn der überwunden ist, fange ich an die Bewegung ernst zu nehmen:

Was den deutschen Markt angeht, sieht Hugo Boss trotz des Einbruchs Anfang November immer noch gut aus:

Denn wir haben hier einen klaren Trend, der mit dem heutigen, markanten Schub bestätigt wird. Und dieser Trend ist nun zu lange und zu stabil, um im grossen Bild noch als Bärenflagge durchzugehen. Das ist ein Aufwärtstrend, dem man durchaus folgen kann.

Ein sehr schönes Chart hat übrigens am deutschen Markt auch Kion Group. Starker Trend, dann Absturz, Gap und nun eine fast perfekte Wendeformation, die noch unter der Nackenlinie verharrt. Das schreit nach Gapfill:

Und für die Investoren unter uns, wird die Zurich Versicherung nun wieder taktisch interessant, die ja sowieso -> seit Ende 2015 <- hier zu den Favoriten gehört, was die Abbildung des Versicherungs-Sektors angeht.

Nun aber haben wir taktisch eine Konsolidierung seit Anfang 2017 in der Eurosicht, die sich nun vielleicht nach oben auflöst:

In CHF haben wir dagegen einfach einen steigenden Trend. Nun kann man fragen, warum ich hier die Eurosicht bemühe, denn es zählt ja immer nur die Sicht auf den liquidesten Handelsplatz.

Das stimmt und bei US Aktien gibt es deswegen nur die Charts aus USD Sicht und bei Aktien des Eurolandes nur die aus Eurosicht, alles andere ist irrelevant, weil Dollar und Euro dominant genug sind, dass sich die Liquidität darin sammelt.

Bei den Weltwährungen der zweiten Reihe, dem britischen Pfund und dem schweizer Franken ist es aber nicht ganz so einfach, dafür sind die Währungen nicht dominant genug. Die Schweiz ist im Euroland eingebettet und viele schweizer Unternehmen werden von Euro-Handelsplätzen aus gehandelt. Und Grossbritannien ist immer noch eng mit den US verbunden und viele britische Unternehmen werden auch direkt an der Wallstreet gehandelt.

So ist es bei beiden Ländern legitim, die Kurse aus zwei verschiedenen Währungssichten zu betrachten und während Zurich in CHF im Aufwärtstrend ist, bildet sich im Euro ein interessantes Ausbruchszenario aus dieser Konsolidierung. So weit für heute.

Übrigens, falls es jemanden interessiert, ich habe mich nun auch für das Tool entschieden, mit dem ich in 2018 kleine Chartvideos erstellen will. Es ist -> Camtasia <-, "Caput" hatte es im Forum schon erwähnt aber unabhängig davon bin ich nach einigen Test auch zum Ergebnis gekommen, dass es für meine Zwecke wohl das beste Tool unterhalb der Adobe Premier Ebene ist.

Damit niemand Sorge bekommt, Chart Videos werden weiter Ausnahme und Ergänzung sein, das Geschriebene ist und bleibt der Schwerpunkt von Mr-Market.

Bis heute Nachmittag!

Ihr Hari

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Gesagt – Getan



Gesagt, getan. Wenn Sie mal die Homepage von Mr-Market aufrufen, sehen Sie im rechten Bereich, wie nun meine Tweets von Twitter eingebettet werden.

Das sieht doch gut aus und erlaubt mir, auch mal schnell ein Chart oder einen Link mit einem Kurzkommentar zu teilen. Ich werde das aber trotzdem nur in sehr gemässigtem Umfang tun, denn erneut, das ist der freie Bereich, alles was wirklich relevant ist, wird hier in Premium besprochen. Aber eine Handvoll Tweets pro Tag zum Markt sind denkbar, wir werden sehen, wie sich das entwickelt.

Wovon mich aber unser Mitglied "hg67" im Forum überzeugt hat ist, dass ich auch Tweets zu neuen Premium-Artikeln verschicken werde. Und zwar zeitnah direkt nach Erstellung.

Das ist ein echter Mehrwert für Sie, Sie müssen nicht mehr nachschauen, ob "Hari" etwas geschrieben hat, sondern Twitter meldet es Ihnen. Wer kein Mitglied ist, landet dann eben vor geschlossener Tür auf einer Standardseite.

Nur bei den Artikeln der Kolumnisten, wird das nicht zuverlässig und vor allem nicht zeitnah funktionieren. Für die werde ich auch einen Tweet absetzen, aber erst wenn ich sie sehe und das kann am Wochenende und im Ferienmodus auch manchmal erst 24 Stunden später sein.

Wer also nicht bei Twitter ist, sollte mal überlegen, ob das nicht ein Wert ist, dabei zu sein. Und bei "The Donald" können Sie dann auch mitlesen.

Wie heute direkt per zeitnahem Tweet zu Bayer gezeigt, hat Trump heute ja mal wieder zwischen medialer Selbstbefriedigung etwas Relevantes losgelassen. Bayer hat mit ihm gesprochen und den grossen Meister scheinbar "gnädig" gestimmt, was die Übernahme von Monsanto angeht. Kursbewegend ist das allemal und der Kurs von Bayer nun ein ganzes Prozent höher, als direkt zum Tweet. Das Thema wurde nicht schnell genug durch die Medien gezogen, es scheint eher zu diffundieren.

Wie heute im Artikel -> HariMrMarket <- schon geschrieben, werde ich Twitter auch nutzen, wenn mal mit dem Blog etwas nicht stimmen sollte. Dann bekommen Sie über den "Notkanal" Twitter eine Mitteilung, was los ist. Wer dann nicht bei Twitter ist, kann dann halt nichts bekommen.

So weit dazu, Sie finden mich unter @HariMrMarket oder können einfach auf der Homepage auf den blauen Link klicken, um mir dann zu folgen.

Die Tweets denen ich dann selber folge, werde ich erst am Wochenende mal ernsthaft angehen, das bleibt ja aber ein "Dauerprojekt", die Welt ändert sich eben. Rein Privates, lasse ich da aber bewusst aussen vor, dieser Twitter Account ist das Schaufenster von Mr-Market und von Michael Schulte nur insofern, als er auch "Hari" ist. Aber wenigstens gibt es von meiner "Diva" auch mal ein anderes Bild bei den Followern, das ist ja auch schon was. 😉

Nun zum Marktgeschehen des heutigen Tages.

Eine grosse Story ist, dass Trump sich zum Dollar geäussert hat und zwar im Sinne -> Der Dollar ist zu stark, der bringt uns um <-

Das ist verständlich und wird nun ganz schwierig, weil Trump ja mit jedem seiner Worte und seinen Handlungen indirekt auch den Dollar bewegt und er auch seinen Anteil daran hatte, dass dieser nun so hoch steht.

Beim Dollar wird die "Methode Trump" versagen, weil da ist kein einzelner CEO, der nun verschreckt seinen Kopf einzieht und sein Werk in die US verlegt. Der Dollar ist das Spiegelbild der widersprüchlichen Handlungen von Trump und insofern wird er sein grösster Gegner werden, weil er letztlich auch Trump selber ist.

Aus dieser Aussage kann man aber heraus lesen, dass der Mechanismus des "Race to the Bottom" erhalten bleiben wird. Niemand im internationalen Geflecht hat derzeit ein Interesse daran, dass die Währung zu stark aufwertet. Und wenn Trump Jobs in die Industrie holen will und seine Job-Versprechen einhalten will, darf der Dollar nicht zu stark werden.

Das wird also spannend hier im Chart, sehr spannend:

Die Zahlen von Citigroup (C) und Goldman Sachs (GS) helfen heute nicht wirklich. Sie sind zwar nicht richtig schlecht, aber im Angesicht der hoch geschraubten Erwartungen einfach zu wenig.

Wir sehen im Branchen ETF XLF sehr schön, dass da nun ein echte Korrektur ins Laufen gekommen ist. Eine Korrektur, die sich in der Price-Action vorher schon andeutete, ich habe das ja verschiedentlich thematisiert.

Wenn wir aber zur Vorlage nehmen, wie solche Korrekturen im aktuellen Bullenmarkt gerne ablaufen, dann haben die gerne so eine Struktur wie eingezeichnet:

Damit ist keine konkrete Kursaussage verbunden, auch nicht, dass die Korrektur genau so tief gehen wird. Es soll nur das Prinzip visualisieren, nachdem wichtige Unterstützungen scharf durchstossen werden und dann die Kurse gerne auf dem Fusse drehen und nach oben schnellen. Das war das Muster des Marktes des letzten Jahres.

Bei Cerner (CERN) bin ich heute Morgen einer Ente - Neudeutsch "Fake News" - des WSJ aufgesessen. Wobei die 23% Plus nachbörslich wohl real waren, aber vermutlich nur eine obskure 1-Aktien-Transaktion irgendwo ohne Volumen.

Das ist ärgerlich wenn man darüber schreibt, aber es kommt vor. Ich hätte selber stutzig werden können, wenn ich den Kurs noch bei anderen Plattformen verifiziert hätte, die Dauerskepsis kann ich mir aber nicht leisten. Bei dem Umfang den ich hier schreibe und selber bewege, muss ich mich auf meine Quellen verlassen können. Wenn ich alles doppelt und dreifach prüfen wollte, könnte ich auch nur die Hälfte schreiben. So muss man halt damit leben, dass man manchmal durch Daten auf eine falsche Fährte gelockt wird.

Wobei wirklich falsch ist sie ja nicht, das Chart sieht weiter gut aus und die Logik dahinter stimmt auch nach wie vor. Nur die 23% Plus nachbörslich waren nicht real:

Da der direkte Durchbruch aber nicht gelungen ist, besteht nun Rückschlaggefahr, hier also Augen auf. Besser wäre, es würde direkt nach oben durch gehen.

Keine Ente, sondern sehr treffend, war aber das in -> Macht und Twitter <- vor Kurzem zu Hugo Boss Gesagte. Schauen Sie mal jetzt:

Interessant ist wieder 3D Systems (DDD), hier hatten wir einen sehr grossen Volumenschub, der nun konsolidiert wird, ohne ihn abzugeben:

Im grossen Bild eiert die Aktie aber weiter in einer riesigen Seitwärtsrange umher, insofern gibt es keinen Grund, sich hier vorschnell festzulegen. Aber zumindest Hinschauen kann man ja mal:

Recht spannend sieht im Chart nun auch Baker Hughes (BHI) aus. Der Ölpreis konsolidiert ja wieder und hier haben wir eine geordnete Abwärtsstruktur, die uns entweder einen starken Einbruch im Sinne "Brösel, Brösel" oder einen plötzlichen Sprung nach oben im Sinne einer Flagge gut denkbar macht:

Wir kennen die Richtung zwar nicht, ahnen aber, dass hier bald heftig "was gehen" könnte.

So weit zum Markt, all zu viel ist nicht los. Smaug schläft noch und sein Auge hat sich noch nicht auf uns gerichtet. Seien wir froh darum. 😉

Heute Abend kommt dann Kinder Morgan (KMI) und Netflix (NFLX) mit Zahlen, beide werden wir interessiert beobachten.

Machen Sie es gut! Ich habe nun einen auswärtigen Termin, schaue aber sicher am späten Abend noch einmal rein.

PS:

Ach ja, eine Spitze kann ich doch nicht sein lassen. Ich darf mir das ja erlauben, Sie wissen ja, wie ich "The Donald" sehe:

Als egozentrisch-narzistischen Charakter sehr kritisch, aber ansonsten als jemand, der wie alle eine Chance verdient hat, zu zeigen was er kann. Zumal wenn dieser jemand von fast der Hälfte der Amerikaner gewählt wurde.

Nun lesen Sie mal, was die Süddeutsche für einen Kommentar als Leitartikel hat, diese Zeitung, die sowieso nicht gerade durch ihre ökonomische Kompetenz brilliert: -> Trumps Versprechen sind trügerisch <-

Wir können also mit leicht spitzem Unterton festhalten:

Erst wussten Sie, dass Trump nie Kandidat werden kann.
Dann wussten Sie, dass Trump nie Präsident werden kann.
Dann wussten Sie, dass Trump ein Idiot ist und sich schnell selber zerlegen wird.
Nun wissen Sie, dass er zunächst Erfolg haben könnte. Ach guck an. 😉
Dafür wissen Sie aber, dass das nur trügerisch ist. Soso ... 😛

Ich dagegen bin nicht so klug. Ich weiss gar nichts, was Trumps Erfolgsaussichten angeht. Ich beobachte, denke nach und mache mir langsam meinen Reim darauf. Ich Dummerchen. 😀

Ihr Hari

PS:

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JPYUSD – Der Yen Carry Trade gibt den Weg vor

Der folgende kurze Hinweis erschien Mittwoch 12.11.14 09:40 in Hari Live

Treue Leser wissen von meinen diversen Beiträgen, welche zentrale Bedeutung der Carry Trade im japanischen Yen für die weltweiten Aktienmärkte hat. Denn dort wird die additive Liquidität geboren, die dann in die diversen "Risk On" Assets fliesst.

Diesen Mechanismus kann ich Ihnen nun besonders eindrucksvoll zeigen. Gleichzeitig wirft das Chart des Yen in USD aber Fragen auf, ob wir vor einer erneuten Korrekturphase an den Märkten stehen:

JPYUSD 12.11.14

Sie sehen im Chart, wie der Yen durch die Geldflutungspolitik der japanischen Notenbank nach unten geprügelt wurde. Sie sehen aber auch, wie die massive Oktober-Korrektur der Aktienmärkte punktgenau mit einer Phase des starken Yens zusammen fiel. Das ist definitiv *kein* Zufall!

Sie sehen auch, wie der 15.10. nicht nur den Wendepunkt bei JPYUSD, sondern auch in den breiten Aktienmärkten bedeutete.

Und Sie sehen, wie der folgende unwirkliche Anstieg an den Aktienmärkten, eins zu eins mit einem brutalen Abverkauf im Yen korrelierte. Auch das ist kein Zufall, sondern Ergebnis des Carry Trades.

Nun scheint dieser Abwärtsschub aber erst einmal vorbei zu sein und in Japan stehen Neuwahlen an, die zumindest bis zur Wahl, im Markt ein paar Fragezeichen aufwerfen könnten.

Im JPYUSD gibt es zwar noch keine belastbare Wendeformation und in sofern ist es noch zu früh, eine Wende auszurufen. Aber zumindest hat das aktuelle Geschehen grosse Ähnlichkeit mit dem Auslaufen des Abwärtsmomentums im September.

Sicher kann es von hier weiter runter gehen, noch ist JPYUSD ein fallendes Messer. Die Chancen für eine temporäre Wende sind aber da und was das für die Märkte bedeutet, können wir im Oktober bewundern.

Wir tun also gut daran, JPYUSD genau im Auge zu behalten. Wenn sich hier eine Wendeformation formt, ist das ein klares Signal für die Aktienmärkte Risiko heraus zu nehmen und sich auf unruhiges Fahrwasser einzurichten.

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Hari Live – Archiv 30.03.14 – 05.04.14

Premium gross

Hari Live - Archiv 30.03.14 - 05.04.14

Samstag 05.04.14 17:00 - Links & Kommentare

In Anbetracht der Geschehnisse, gibt es dieses Wochenende nicht nur einen Artikel (siehe unten), sondern auch mal umfangreiche Links. Im Gegensatz zu sonst, ist das eine lebende Liste, bis Sonntag kommen hier immer mehr Links dazu, je nachdem, wann diese erscheinen.

Schauen Sie also immer mal wieder rein, ob etwas dazu gekommen ist. Und nun geht's los:

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Gold an der Wegscheide – Vom gelben Gott und dem Weg des maximalen Schmerzes

Der Goldpreis - hier dargestellt über XAUUSD - steht vor einer bedeutenden Wegscheide. Zum ersten Mal nach langer, langer Zeit, finden wir wieder ein halbwegs überzeugendes Setup auf der Long Seite vor.

Das Chart mit Tageskerzen, offenbart schnell worum es hier geht:

Gold 24.01.14

Erstens hat der Goldpreis nun eine deutlich sichtbare Wendeformation geformt und liegt im aktuellen Bereich um die 1260 USD knapp unter der Ausbruchszone. Diese Nackenlinie oder Ausbruchszone reicht bis ca. 1268 USD, wo der Goldpreis am 10.12.13 sein Hoch hatte.

Zweitens liegt der Goldpreis damit nur noch sehr knapp unter der mittelfristigen Abwärtstrendlinie, die auch mit der Ausbruchszone korreliert.

Und Drittens scheinen wir nun einen Doppelboden zu haben, bei dem das zweite Tief - passenderweise am 31. Dezember letzten Jahres - minimal höher als das vorherigen Tief vom 28.06.13 war.

In Summe ist damit der Ausbruch noch nicht vollzogen, aber der Goldpreis steht kurz davor. Und sollte er diese Zone verlassen können, hat eine schnelle Bewegung bis über 1300 USD hohe Wahrscheinlichkeit.

Umgedreht ist es aber weiter denkbar, dass der Goldpreis hier abprallt und im mittelfristigen Abwärtstrend verbleibt. Die sichtbare Price-Action indiziert hier aber zum ersten Mal seit vielen Monaten, einen kleinen Vorteil für die Bullen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass die grossen Einschläge im frühen Handel an der Comex, mehr und mehr durch ebenso starke Schübe abgelöst werden, die auch im frühen Handel nach oben weisen. Die Hedgefonds scheinen hier also langsam die Richtung zu wechseln.

Lustig ist in diesem Zusammenhang ja auch zu beobachten, dass die Gläubigen der "Kirche des goldenen Gottes" - auch "Gold Bugs" genannt, die bei jedem Einschlag an der Comex gleich "Foul" gerufen haben - bei den identischen Gegenbewegungen nach oben nun so still sind. Weil es ist ja klar, nach oben "muss" der Goldpreis ja steigen, nach unten wäre das aber gegen die göttliche Ordnung. 😉

Ich weiss, diese sarkastischen Zeilen werden einigen nicht gefallen, aber Glauben hat an der Börse nichts verloren. Und es ist für mich Faktum, dass der Goldpreis in den letzten Monaten insofern "manipuliert" war, als das grosse Marktadressen mit überdimensionierten Orders den Markt in die gewünschte Richtung gepresst haben. Wer das nicht wahr haben will, hat nicht hingeschaut, was da passiert ist. Nur hat das eher nichts mit "bösen Mächten" zu tun, die den "ehrlichen" Goldpreis nach unten pressen wollen, sondern da hat schlicht "Big Money" herrliche Gewinne generiert, in dem es den Gold Bugs die Hosen runter gezogen hat. Gewinne gehen aber in beide Richtungen und wenn sich nun die Schussrichtung der grossen Marktorders an der Comex ändert, sollten wir das nicht übersehen !

Wenn Sie mich jetzt fragen, wie es denn über diese Wegscheide hinaus beim Goldpreis weiter geht, kann ich Ihnen natürlich auch nur sagen, dass ich keine Glaskugel habe. Das Weissagen der Zukunft, muss man den Wahrsagern überlassen.

Was ich Ihnen aber sagen kann ist, dass der Markt diese wunderbare Eigenschaft hat, Bullen wie Bären gleichermassen zu frustrieren und einen Weg zu gehen, der allen am wenigsten gefällt - den Weg des maximalen Schmerzes.

Wenn man sich nun vor Augen führt, dass den Gold Bullen mit ihrer schönen Erzählung von den zwangsweise immer steigenden Preisen, ja in den letzten zwei Jahren gehörig Demut eingebläut wurde, wären jetzt die Goldhasser mal an der Reihe.

Denn deren Mantra, nach dem Gold ja nur ein "barbarisches Relikt" sei, das nur tot und sinnlos rumläge, ist zwar gar nicht mal falsch, geht aber doch völlig am Thema vorbei. Denn es gibt ja einen guten Grund dafür, dass Gold - neben seiner Funktion als Schmuck - seit tausenden von Jahren als Wertaufbewahrung und Ersatzwährung dient und in dieser ganzen Zeit seine Kaufkraft erhalten hat.

Und dieser Grund hat damit zu tun, dass alle anderen Formen von "Geld" beliebig vermehrt, entwertet und missbraucht werden können. Währungsreformen, inflationäre Schübe und Staats- und Währungskrisen kommen und gehen auf der langfristigen Zeitachse. Gold bleibt. Und zwar noch so lange, bis die Menschheit wie auf der Enterprise, in einem Replikator beliebige Atomstrukturen auf Knopfdruck herstellen kann und somit der Traum der Alchimisten des Mittelalters doch noch wahr wird. Dann hat Gold keinen Wert mehr. Aber erst dann.

All diese schönen Überlegungen und Glaubensbekenntnisse beantworten aber nicht die Frage, ob Gold im Verhältnis zur Weltleitwährung US Dollar, in einem Monat zu 1000 oder 1500 USD gehandelt wird. Genau genommen ist das Denken in diesen Überlegungen dafür auch nicht hilfreich.

Wenn der Goldpreis nun also mit Macht über diese Ausbruchszone hinweg nach oben schiessen sollte, kommt die Zeit, in der die Goldhasser mal wieder Demut lernen werden und ihre Shorts ihnen in der Hand explodieren. Wenn Gold dann schnell bis 1500 USD nach oben schiesst, werden die Goldbugs ihr Jubelgeschrei starten und sich nur noch um die Frage streiten, ob Gold nun bis 3.000 oder 5.000 USD steigen wird.

Genau das wäre dann der ideale Zeitpunkt für den fiesen Mr. Market, um erneut die Richtung zu ändern und den seit 2011 bestehenden übergeordneten Abwärtstrend bei Gold wieder aufzunehmen. Das wäre wohl der Weg des maximalen Schmerzes, erst die Shorties zu zerstören und dann die Goldbugs in einem massive Falle laufen zu lassen.

Natürlich ist das reine Spekulation und ich habe keine Ahnung, ob das so kommt. Ich kenne aber die Fähigkeit von Mr. Market, genau diesen Weg des maximalen Schmerzes zu gehen. Und deswegen bin ich weder ein Anhänger der Kirche des gelben Gottes, noch verdränge ich die unzweifelhaft vorhandene Funktion von Gold als dauerhaft werterhaltende Aufbewahrung von Vermögen. Deswegen richte ich mich nach dem, was mir die Kurse sagen.

Und die sagen im Moment: zum ersten Mal nach langer Zeit, haben die Bullen mal wieder brauchbare Chancen.

Diese Kursbewegungen zwischen 1000 und 1500 USD haben aber nichts mit der Frage zu tun, ob man als Bürger sinnvoller Weise eine definierte Menge physischen Goldes besitzt. Diese Frage hängt nicht vom unmittelbaren Goldpreis in USD ab, sondern nur davon, dass Gold eben seit tausenden von Jahren in schwierigen Phasen die ideale Ersatzwährung ist und wohl auch absehbar bleiben wird.

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 06.10.13 – 12.10.13

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Hari Live - Archiv 06.10.13 - 12.10.13

Freitag 11.10.13 17:40 - Märkte zum Wochenende

Die Märkte haben nach der gestrigen Rally nur minimal korrigiert und insbesondere der S&P500 knabbert schon an der 1700er Marke, obwohl eine Einigung in Washington ja nun noch alles andere als sicher ist.

Das ist ein gutes Zeichen von Stärke und unterstützt das in meinem heutigen Artikel skizzierte Szenario eines Runs auf die Höchststände. Natürlich nur unter dem Vorbehalt, dass über das Wochenende keine negativen Nachrichten von den Irren aus Washington mehr kommen.

Die Bären scheinen auf jeden Fall ausgestorben bzw. sitzen zittert und bibbernd unter einem kleinen Stein und versuchen nicht entdeckt zu werden. Ihre nächste Chance haben sie wohl erst, wenn wir uns wieder den Höchstständen nähern.

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Hari Live – Archiv 29.09.13 – 05.10.13

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Hari Live - Archiv 29.09.13 - 05.10.13

Freitag 04.10.13 18:20 - Resilient Market

L. A. Little trifft es mal wieder sehr gut: -> What has changed ? <-<-

Dieser Markt ist unglaublich widerstandskräftig. Was braucht es denn noch, um mal richtig zu korrigieren ? Andere Märkte zu anderen Zeiten wären in Anbetracht der Unsicherheit vor uns schon lange zusammen geklappt. Aber nicht dieser Markt, der durch die Notenbank einen beständigen Bid unter sich hat und auch so etwas wie einen zuverlässigen Fallschirm, der jeden Absturz früh bremst.

Zumindest ist das die 90% Wahrscheinlichkeit. Was im 10% Fall passiert, in dem aus irgend einem Grunde, der Glaube an die Allmacht der Notenbanken plötzlich ohne Vorwarnung schwindet - darüber will ich lieber nicht nachdenken.

Für uns bleibt es dabei, was ich nun schon x-mal gesagt habe. Und die Wahrscheinlichkeit des gestern skizzierten Ausgangs ist deutlich am höchsten, auch wenn ich dieses nagende Gefühl nicht los werde, dass das zu einfach wäre:

Dann wird die Lösung kommen. Der Dollar wird hoch schiessen. Der S&P500 wird hoch schiessen. Die Bonds werden hoch schiessen. Und Gold wird geschlachtet.

Bis dahin warten wir. Und konzentrieren uns auf das, was funktioniert und mit Solar, IBEX, China und Telekom haben wir da eine ganze Menge an Sektoren. Und dann sehen wir weiter, wenn die Lösung kommt. Früher oder später kommt sie die Lösung, im Zweifel wird der Markt sie mit einem kleinen Crash erzwingen. Dann werden all den grossmäuligen Abgeordneten im Kapitol schnell die Hosenbeine schlottern.

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