Hari Live Stream 20.09.21

Katalysator statt Ursache ZH2

Gestern im Wochenausblick sagte ich noch abschliessend zur anstehenden Frage, ob der Markt erneut vom SMA50 abprallt oder es dieses Mal anders ist:

Kurz und knapp, ich weiss es nicht. 50/50 ob der SPX nun abkippt oder nach oben vom SMA50 abprallt, nach Montag und Dienstag sind wir sicher klüger.

Heute hat der Markt die Frage klar nach unten beantwortet, der Future sieht Stand 14:30 MEZ so aus:

Ich begrüsse das wie sie wissen, es schafft eine echte Bereinigung und damit gute Ausgangslage zum Jahresende. Das soll hier aber nicht Thema sein, sondern mal wieder was daraus medial gemacht wird und was demgegenüber die Realität ist.

Medial liest man nun überall, die Börse würde *wegen* der Krise um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande einbrechen. Wie immer bei solche Zuweisungen ist daran ein Korn Wahrheit und trotzdem ist es nicht die volle Realität.

Natürlich - ich verweise auf meine Kommentierung von gestern - ist Evergrande ernst zu nehmen, für China allemal. Aber das angstmachende Crash-Gerede ist verfrüht und medialen Klicks geschuldet, Krisen die jedermann erwartet weil es eine Vorlage gab, treten sowieso äusserst selten ein.

Heute ist das vor allem ein Problem für China und die "Powers that be" dort in China, die KP und die PBOC sind ja noch gar nicht in den Ring getreten, man spekuliert halt wild. Also Gemach, ernst nehmen, hinschauen, aber wenn sich daraus ein chinesisches Lehman entwickeln würde, wird man das sehen und es wird dauern.

Über das Wochenende ist auch nichts wirklich Neues da passiert, was einen Wechsel der Haltung erzwingen würde, es ist halt einfach so, dass Hongkong wegen der Unsicherheit weiter abgegeben hat und Evergrande selber darin über 13%.

Diese Abgaben in Hongkong in der Nacht waren ein *Katalysator*, der auf einen Markt und westliche Großanleger trifft, die sowieso überlegen ob sie den SMA50 nun kaufen sollen oder nicht.

Dann kam ja aber noch eine dickere Nummer dazu, die medial aber nicht so für Klicks ausgeschlachtet wird wie eine vermeintliche Lehman-Analogie. Das liegt daran dass die Menschen zu 99% sowieso nicht verstehen worum es da geht und "Et hätt noch immer jot jejange" - nicht wahr Herr Laschet? 😛

Die dicke Nummer war Janet Yellen mit einer immer eindringlicher werdenden Warnung:
-> Yellen warnt vor Zahlungsunfähigkeit der USA <-.

Und diese Warnung - sie sprach von einer *historischen Finanzkrise* - hat weit mehr Substanz als die Angst vor weltweiten Effekten von Evergrande. Evergrande könnte sich vielleicht, wenn vieles schief geht und dumm läuft, zu so etwas auswachsen - ernst zu nehmen, aber mit vielen Wenns und Abers. Aber ein echter US Default würde absolut zuverlässig zu einem Desaster führen, das größer als Lehman sein dürfte. Das ist wie mit der Maus und dem Elefanten.

Nur rechnet halt niemand damit, weil diese Situationen im US-Kongress immer politisch im letzten Moment gelöst wurden, viel Drama, wenig Änderung. Falls es aber dieses Mal anders laufen sollte, ist *das* ein echtes Problem, dann kann man den Bullenmarkt wohl knicken. Wir haben hier also ein Risiko mit kleiner Eintrittswahrscheinlichkeit und potentiell riesigem Impakt.

So... und nun frage ich sie. Da sitzen sie als institutioneller Anleger und fragen sich ob sie diesen Dip kaufen sollten. Und dann ist Hongkong schwach, um Evergrande gibt es Unsicherheit, die Tiefs geben in den Futures nach und Yellen warnt immer dringender vor einem ernsten Problem. Was machen sie?

Eben, wir haben hier Katalysatoren im Spiel, die den Markt nun vielleicht in eine bei mir willkommene, tiefere Korrektur zwingen. Wie ein Reh im Scheinwerferlicht nun auf Evergrande zu starren, nur weil medial mit der Angst und der netten Lehman-Analogie Klicks gemacht werden können, wäre ziemlich dumm und so dumm sind wir hier bei Mr-Market nicht.

Der Markt macht was er sowieso schon vorbereitet hatte, die Themen oben sind Katalysatoren, aber ohne dass der Markt dafür am Entscheidungspunkt SMA50 bereit war, würde der Katalysator nicht so wirken.

Wie es weiter geht, auch mit Evergrande, ist ganz einfach, die Price-Action (Kurse+Volumen) wird es uns zeigen. Wir haben nun die Chance auf eine tiefere Korrektur im SPX bis zum 8-10% Bereich. Und spätestens dann, vielleicht in 2-3 Wochen, werden die bekannten Indikatoren alle laut *KAUFEN* schreien, mit dem Jahresende voraus.

Ausser eben, es kommt dieses Mal wirklich zum US Default. Weil "this time is different". Das würde alles ändern, mit solchen fatalen Restrisiken müssen wir als Börsianer aber immer leben, die sind immer da.

PS:

Passend dazu gerade -> hier <-bei Twitter der von mir geschätzte Ben Carlson:

"Is this the next Lehman Brothers? I'm just saying..."

-someone literally every time some company gets in trouble since 2008

Sic!

Und ja, irgendwann wird es wahr sein. Theoretisch vielleicht auch bei Evergrande und Dirk Müller hat wieder "einen Crash vorhergesagt", der Tiefseher. 😛 Aber was bringt es unseren Depots, uns vorher 49x sinnlos in Angst zu wälzen? Eben.

Wie tief? ZH3

Wenn Kurse fallen, macht es immer Sinn sich die Prinzipien von Unterstützung und Widerstand klarzumachen und damit auch, wie tief eine Bewegung erst einmal gehen kann.

Zur Korrektur hatte ich das schon vor mehr als einer Woche in -> das übelste Geschehen <- beschrieben, nämlich die Zone um 4.200 im SPX.

Das will ich nun mit einem anderen Blick unterstreichen und dafür nehmen wir uns mal die Volumensignatur des SPY vor, weil der ETF brauchbare Volumendaten besitzt. Der lila Stern bezeichnet den Punkt, an dem ungefähr der SPX in wenigen Minuten um 15:30 MEZ eröffnen wird:

Wir sehen, dass die Unterstützung um den SMA50 verloren scheint. Der Kurs ist in dem riesigen "Loch", in dem wenig Gegenwehr nach unten kommen sollte. Allerdings gilt das nur, wenn die Kurse nun nicht Intraday *sofort* wieder an den SMA50 gekauft werden. Wenn das nun Intraday passiert, ist auch das ein Wendesignal und *bestätigt* die Unterstützung um den SMA50.

Aber nehmen wir mal an, das passiert heute nicht und wir schliessen irgendwo im "Volumen-Loch", dann können wir fest von einem Taucher in die schon vor gut einer Woche skizzierte 4.200er Zone ausgehen mit jeder Menge Unterstützung. Von da aus wird es dann wieder interessant und die Chance ist nicht klein, dass eine Korrektur da schon einen Boden findet. Außer eben - sie wissen schon - US Default und so...

Die Hauptlast der Abgaben

Die Hauptlast der Abgaben tragen heute die Sektoren, die ganz logisch am schnellsten unter einer Finanzkrise leiden würden, egal ob das durch Evergrande oder einen US Default ausgelöst wird.

Es sind die Banken und die Zykliker, insbesondere die Rohstoffe. Relativ stark und unbetroffen sind dagegen Software, Healthcare, die Consumer-Werte, Media&Entertainment. Die Market Map zeigt den Schwerpunkt deutlich:

Für eine Krise sind die Rohstoffwerte immer auch Seismograph, das gilt auch bei einer Krise des chinesischen Immobilienmarktes, weil da jede Menge Eisenerz, Kupfer etc "verballert" werden, wenn er läuft.

Charts des Tages

Heute mal nicht "Aktien", sondern Charts des Tages, um den Bogen etwas weiter zu spannen:

Kupfer Future Comex ZH3

Dr. Copper mag nachlassende Bautätigkeit im Reich der Mitte nicht, weil da auch viel Kupfer verbraucht wird, aber noch signalisiert das Chart nur eine normale Korrektur nach immensem Anstieg. Eine echte Krise ist hier noch nicht in den Kursen:

Bitcoin ZH3

Dass wir es hier mit einem "RiskOff-Event" zu tun haben, sehen wir mit 7% Minus auch bei Bitcoin, das ja von sich behauptet vom Finanzsystem unabhängig und ein "Store of Value" zu sein. Naja, na gut, dann muss man aber noch üben, diese Reaktion auf ein wenig Angst ist das Gegenteil:

DAX ZH3

Letzte Woche noch gelobt, hat der DAX nun doch seine Lungenentzündung, wenn die Wallstreet Schnupfen hat. Auch das passt zu einem RiskOff-Event, die US Anleger "repatriieren" ihre Anlagen, hinzu kommt dass Deutschland wirtschaftlich überdurchschnittlich mit China verknüpft ist:

Volatilität VIX ZH3

Auch ein Blick auf den VIX darf an so einem Tag nicht fehlen, ganz links ist Covid im Frühjahr 2020 aufgetragen.

Wir haben nun die Höhe der beiden kleinen Sommerkorrekturen erreicht, natürlich kann das noch mehr werden und erst der Anfang sein, aber Stand jetzt noch nichts Besonderes, einfach mal wieder ein wenig Unruhe, nach einem sedierenden August:

Mirati Therapeutics (MRTX) ZH3

Eine Aktie des Tages mit wunderbarer Wendestruktur gibt es aber auch heute, irgendwas geht immer irgendwo:

Atomgewinner ZH4

An einem schwachen Tag möchte ich ihnen einen "Atomgewinner" in Erinnerung rufen, der immer noch ein interessantes Chart hat.

Es ist Rolls-Royce und die hatte ich ihnen ausführlich hier im -> Stream vom 19.05.21 <- nahegebracht und zwar aufgrund deren -> Mini-Atomreaktoren <-, die sie neben den bekannten Flugzeugturbinen im Programm haben.

Damals habe ich das rein perspektivisch gesehen, da konnte ich ja aber auch nichts von dem überraschenden -> U-Boot Deal um Australien <- wissen, der nun Schockwellen in der Nato erzeugt.

Nun sieht das Weekly so aus und könnte nun ernsthaft nach oben interessant werden, wenn der Volumen-Schub der letzten Tage nach der Nachricht ein "Follow-Trough" durch die Nackenlinie bekommen sollte:

Nachtrag: Auch beim elektischen Fliegen ist Rolls-Royce unterwegs: -> Jungfernflug mit vollelektrischem Flugzeug geglückt <-

Der wahre Wert

Mir ist völlig klar, was für viele der wahre Wert von Mr-Market ist. Das Glück wenn es mal brennt, einen einordnenden Ort zu haben, der wieder Sicherheit vermittelt. Und bei der nächsten Krise wird es wieder so sein.

Ich habe das zum Beispiel während des Covid-Absturzes gemerkt, nie sind so viele Neumitglieder gleichzeitig gekommen wie da.

Wenn es mir um Geld gehen würde, könnte ich dann um Faktoren höhere Beiträge ausloben, es würde ohne zu Zögern gemacht werden, weil man dann den Atem der Angst im Nacken spürt.

Aber auch an Tagen wie heute kann man das eindeutig merken, wenn es mal markant abwärts geht. Weit mehr als sonst lesen schon am Nachmittag mit, siehe Rechts, an ruhigen Tagen ist die Liste kürzer.

Daran ist nichts Schlimmes, das ist völlig in Ordnung, ich bin mir dessen einfach nur bewusst. Die vielen Erklärungen und Anleitungen - nett, liest man wenn man mal Zeit hat. Aber wenn die Unsicherheit hoch kriecht, dann ist Vertrauen und Sicherheit das Gebot der Stunde. Wie gesagt, nichts daran ist schlimm, es muss so sein.

Das ist ja auch politisch so. Wenn es den Leuten zu gut geht, dann interessieren sie sich für allerlei Manierismen und "Orchideenthemen", genau genommen ist vieles was derzeit politisch nach vorne geschoben wird von dem Charakter und nur in einer Wohlstandsgesellschaft ohne echte Probleme Grund zur Aufregung.

Wenn es aber mal Katzen hagelt und ganz ernsthaft um Leben, Gesundheit, Vermögen und Hab&Gut geht, dann sucht man die "Anführer", die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit vermitteln.

Schade nur, dass das immer wieder in Vergessenheit gerät, dann würden wir uns als Gesellschaft vor der Bundestagswahl vielleicht mal kompetenter über Themen wie Aussen- und Geopolitik unterhalten. Aber Fehlanzeige.

Denn das Dumme ist, wenn man sich in guten Tagen nicht um vertrauenswürdige Anführer kümmert, könnte es zu spät sein, wenn es ernst wird. So wie wenn ich dann keine Neumitglieder mehr annehmen oder den Preis als Hürde drastisch erhöhen könnte, wenn es mal wirklich ala Lehman "Katzen hagelt", wovon wir aber noch weit, weit entfernt sind.

Werbespruch Champions-League

Aus Deutschland gibt es auch eine Aktie des Tages und das ist Sixt nach -> optimistischem Ausblick <-. Das Chart sieht gut aus und generiert einen markanten Volumenschub nach Konsolidierung:

Wenn es aber einen Aktienindex für die besten Werbesprüche gäbe, wäre Sixt in der absoluten Championsleague, ich kann mich fast immer "ömmeln", unten sind zwei der letzten Sprüche.

Und nein, das hat keine politische Schlagseite, da wird jede(r) mal durch den Kakao gezogen, egal von welcher politischen Farbe:

Wohl weiter abwärts & Rohstoff-Chance ZH2 ZH5

Stand Mitte des US Handels ist rein gar nichts von einer potentiellen Bodenbildung zu sehen. Wie in den beiden Eingangspposts erklärt, macht es daher Sinn von einer bis in die 4.200er Zone des SPX fortschreitenden Korrektur als Standard-Szenario auszugehen:

Neben den bekannten Technologie-Werten, die schon in Basenbildungen sind, beginnen mich auch die großen Rohstoffwerte dann taktisch zum Jahresende zu interessieren, sobald diese Korrektur einen Boden findet- wann immer das ist.

Ich will mal am Beispiel Rio Tinto (RIO) zeigen, wo die Korrektur dann wohl einen Snapper und damit eine Chance generieren dürfte:

Das aber wie gesagt nicht heute, heute ist es ein fallendes Messer, sondern perspektivisch - ich halte da einfach die Augen auf, was in der eingezeichneten Unterstützungszone passieren wird.

Damit schliesse ich für heute, wir haben also die von mir erhoffte, markantere Herbst-Korrektur. Eine zeitlang habe ich befürchtet, dass auch die ausfällt und ich bin ehrlich ein wenig erstaunt, dass es nun doch möglich wurde, obwohl das Risiko so offensichtlich, weil saisonal typisch war.

Aber ich nehme es gerne so wie es ist, meine Gedanken sind jetzt schon mehr bei den Chancen zum Jahresende als bei grundlegenden Sorgen, aber ich betone ausdrücklich, dass man jetzt erst einmal eine Bodenbildung abwarten muss, weitere 5% Minus sind nun auch im SPX problemlos drin und gar nicht mal unwahrscheinlich.

Bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 16.06.21

Die Ruhe vor Jerome? ZH2

Ganz langsam beginnnt nun ein "langer Tag", der in Sachen Stream bis 22 Uhr MEZ andauern wird. Denn später um 20 Uhr bzw 20.30 Uhr mit Jerome Powells Pressekonferenz kommt die FED und die könnte dieses Mal durchaus Katalysator für Bewegung sein.

Katalysator, weil inhaltlich muss man wohl nichts befürchten und Jerome Powell wird länglich das Wort "transitory" in Sachen Inflation benutzen. Aber was der Markt zum Quartalsende daraus macht, das ist die Frage!

Schauen sie mal heute die Futures, ein Strich seitwärts, jegliche Volatilität ist verschwunden, so als ob alle den Atem anhalten:

Ich werde auch ganz langsam beginnen, bis 18 Uhr nur wenige Posts, dann mache ich eine Pause zum Abendessen und ab 20 Uhr wird es dann ziemlich sicher bewegter werden, selbst wenn die FED inhaltlich nichts Neues sagt, wovon ich wie gesagt ausgehe.

Aktien des Tages ZH3

Sunrun (RUN)

Wende im Gange?

Centene (CNC)

Ein belastendes Gerichtsverfahren nähert sich dem Ende:

So richtig bedeutend wird es aber im Monthly:

Enphase Energy (ENPH)

Ähnlich wie RUN, auch ENPH mit Chance auf Bodenbildung und Wende:

Maxar Technologies (MAXR)

Bei kleineren Aktien wie der Raumfahrtaktie MAXR reicht ein -> Goldman Buy Rating <- um 14% Plus zu generieren:

Asana (ASAN)

Wer oder was ist Asana? Ein IPO aus letztem Herbst mit Software zur Verwaltung von Teamprojekten.

Ich tue mich bei so ERP-Lösungen immer schwer zu sehen, was da das Besondere ist, weil ich Software für solche Aufgaben schon so oft gesehen habe.

Aber irgendetwas scheint Asana zu haben, sonst sähe das Chart nicht so aus:

Siemens Energy (ENR)

Bei ENR wird der -> vorgestern hier <- avisierte Doppelboden immer wahrscheinlicher:

Der VIX vor der FED ZH5

Der Volatilitäts-Index VIX ist vor der FED auf Ruhe-Niveaus, die seit Covid nicht mehr erreicht wurden. Historisch ist es aber durchschnittlich, das war schon viel tiefer:

FED um 20 Uhr MEZ

Genau -> hier <- unter dem folgenden Link, dürfte um 20 Uhr das Statement aufrufbar sein.

Ich habe die Daten des letzten Meetings nach dem Namensschema für den heutigen Tag ersetzt:
https://www.federalreserve.gov/newsevents/pressreleases/monetary20210616a.htm

Typischerweise dauert es ein paar Sekunden Serverlaufzeit über den Atlantik und während wir warten, reagieren die Algos an der Wallstreet schon auf die Worte.

Wir müssen aber darauf nicht zu viel geben, wie zuletzt auch bei den Arbeitsmarktdaten zu sehen ist die unmittelbare Reaktion oft falsch, weil das nur "First-Level-Thinking" darstellt. Eine intelligentere Interpretation führt danach oft zu ganz anderen Schlußfolgerungen.

Heute wird vermutlich auch Powells Pressekonferenz wichtiger werden als ein Statement, in dem kaum Neues stehen dürfte. Sie wissen schon, "transitory" und so. 😛

Ich melde mich dann kurz nach 20 Uhr wieder, ein paar wilde Swings erscheinen heute denkbar, je nachdem welche Worte dann ab 20:30 Uhr fallen.

Eine passende Beschreibung der Ausgangslage hat auch -> JDP hier <-

Market action should be mixed until the Fed announcement, and then we will dance around as the news is digested. The market has a general inclination to react favorably to the Fed, and Jerome Powell has become quite adept at giving market participants what they want, but there is some risk that the wrong word or tone of voice will cause a market reaction.

Bis denne

Zuversichtliche Signale aus Genf

Die Nachrichten aus Genf machen etwas Zuversicht. Ich reagiere damit nicht auf das was zum Inhalt gesagt wurde, wir wissen sowieso nicht was hinter den Kulissen gesprochen wurde und Pressekonferenzen bringen da auch nicht weiter.

Aber es sind die kleinen Signale davor, währendessen und danach, die von einem respektvollen, konzentrierten Termin ohne Illusionen künden.

Was für ein Kontrast zu anderen Terminen mit Putin, dieses Mal hat er nicht den "Lümmel von der letzten Bank" gegeben und das ist auch ganz körperlich gemeint, wer Putin schon öfter beobachtet hat weiss, wie gerne er in einem Sessel "fläzt" wenn es ihm zu gut geht oder er gelangweilt ist. Pünktlich war er auch, gezwungenermassen, weil die abgesprochene Choreographie keine Chance für Macho-Spielchen bot.

Natürlich sieht Putin sich gerne als Vertreter einer "Supermacht" und wenn ihn das glücklich macht, kann ihm ein kluger Gesprächspartner dieses öffentliche Bonbon auch geben, wichtig ist es schon alleine, weil dieser "Respekt" seine innenpolitische Macht absichert, denn schwach darf er da nicht erscheinen.

Es war einfach grobe Dummheit von Obama das Wort von der "Regionalmacht" in abschätziger Art und Weise auszusprechen, es ist abseits der Atomraketen zwar zweifelsfrei wahr, Russland "wetteifert" an Italiens Wirtschaftsleistung heranzukommen und sein kultureller Einfluß geht von alten russischen Gebieten abgesehen außerhalb der eigenen Grenzen gegen Null, aber Russland hat halt Massen an Atomraketen und eine überdimensionierte Armee und das würde selbst Obervolta zu einem Faktor in der Weltpolitik machen, am ansonsten lächerlichen Nordkorea ja auch zu bewundern.

Klar sichtbar war auf jeden Fall das Bewusstsein, es bei Bidens Administration nun wieder mit "Profis" zu tun zu haben, die wohl gewählten Worte künden davon, dass dieser Termin in mehrfacher Hinsicht auf beiden Seiten ernst genommen wurde. Obamas Arroganz konnte Putin nicht ertragen, Trump dürfte er eher verachtet haben, seit Bush Junior dürfte der alte Kampfpilot und Familienmann Biden auf der charakterlichen Seite noch relativ am Besten auf Putin wirken.

Für uns sind das gute Nachrichten, eine distanzierte, aber respektvolle und vor allem kontrollierte Beziehung ist viel besser für alle, als "The Donalds" Torheiten, den Putin im stillen Kämmerlein kaum für voll genommen haben dürfte. Bei Biden ist es anders herum, "man kennt sich" und das ist gut so.

Ich habe Bidens Pressekonferenz noch nicht gesehen, gehe aber davon aus, dass Putins kommunizierter Respekt zurückgegeben wird, Biden ist nicht der Typ der permanent bellt wie Trump, was ihn weltpolitisch ernstzunehmender macht, wenn er knurrt.

Aus Sicht der US besteht ein hohes Interesse daran, dass Russland seinen eigenen, autonomen Weg geht, statt zu stark in den Einfluß Pekings zu geraten. Und hinter der Fassade der Bruderschaft weiss Putin natürlich auch, dass er neben Peking keinen gleichberechtigten Status bekommen kann - die imperiale Geste Chinas wird ja immer lauter und die -> asiatische Grenze zwischen beiden Ländern ist lang und voller potentieller Konflikte <-.

Ich denke dass genau das der Subtext dieses Meetings war, natürlich äußerst genau von Peking beobachtet. Wie fixiert das Lager von Xi nun schon auf das "große weltpolitische Ringen" ist zeigt -> diese "Karikatur" <-, die im völlig vom Staat kontrollierten chinesisch-medialen Umfeld nie ohne den Segen der Staatsführung erscheinen und positiv kommentiert werden würde.

Man fühlt sich so stark sich Häme herausnehmen zu können, das ist hier der Subtext und der verheisst nichts Gutes für die Welt.

Fazit:

Das Treffen macht aufgrund seiner Professionalität und des dahinter stehenden Subtextes im Sinne distanzierten Respektes ohne Illusionen verhaltene Hoffnung, dass die Situation sich stabilisieren kann, weil man Interessen sinnvoll absteckt.

Für Russland und Putin steht nun im Raum, wie man sich gegenüber China positioniert. Sicher würde Putin Russland gerne als dritte, unabhängige Macht darstellen, die sich mit Niemandem gemein macht, das erscheint aber aufgrund der russischen Schwäche abseits des Militärischen auf Dauer unrealistisch.

Wenn die Hitze steigt wird der Tag kommen, an dem Russland Farbe bekennen muss - bis dahin wohnen wir einem geopolitischen Strategiespiel bei. Ein Strategiespiel dass sich grundlegend ändern würde, wenn der geopolitisch schlafende Riese Westeuropa erwachen würde, das sehe ich aber überhaupt nicht im nächsten Jahrzehnt, dazu fehlt es inbesondere in Deutschland der politischen Kaste an allem, schon alleine am geopolitischen Bewusstsein, das Putin ohne jeden Zweifel hat und Biden und Xi ebenso.

Upps! ZH2

-> Most officials now expect to raise rates by the end of 2023, rather than hold them near zero <-

Das wollte man nicht hören, da ist die Tapering-Diskussion, die ich für diesen Sommer auf dem Radar hatte. Und die Reaktion ist auch klar:

Allerdings kann es gut sein, dass auch hier und heute die Erstreaktion falsch sein wird, erst der Schreck und dann die Relativierung von Powell wäre der typische Ablauf, der die Kurse dann drehen lässt.

Man kann auch argumentieren, dass eine Erwartung mal in 2023 vielleicht die Zinsen zu erhöhen nun wirklich keine Überraschung ist und kein Problem. Ich würde diese Nachricht jetzt auf jeden Fall nicht zum Anlaß nehmen gleich alles zu verkaufen. Mal sehen was Powell so redet.

Voller Retest bei den Bonds ZH3

Voller Retest bei den Bonds *jetzt* - alle Augen auf Powell.

Man kann schon jetzt sagen, dass mein Riecher zutreffend war, der heute Abend mehr als ein erneutes "Null-Event" im Radar sah. Da gibt es jetzt einiges zu diskutieren und einzupreisen:

EURUSD Doppeltop? ZH4

Während die EZB jeglichen Gedanken an Zinserhöhungen weit von sich weist und die Geldpolitik lieber als Ersatzregierung im Sinne "Green-Bonds" und "Diversity" sieht, wird bei der FED über höhere Zinsen zumindest zart nachgedacht.

Schon alleine das reicht natürlich aus, das Gewicht der Weltwährungen zu verändern, ein Dollar mit höheren Zinserwartungen ist ein stärkerer Dollar und damit fällt EURUSD.

Da von der EZB hier keinerlei Gegenwehr zu erwarten ist, sind die Chancen nun gut, dass sich die neutrale Lage in Richtung eines Doppeltops aufgelöst hat und EURUSD mittelfristig wieder nach unten zeigt:

Well into the Future! ZH1 ZH3

Powell hat sich an den typischen Ablauf gehalten und das Thema herunter geredet, meine Erwartung oben in "Upps" formuliert war:

Allerdings kann es gut sein, dass auch hier und heute die Erstreaktion falsch sein wird, erst der Schreck und dann die Relativierung von Powell wäre der typische Ablauf, der die Kurse dann drehen lässt.

Powell hat Sätze gesagt wie:

“The dots are not a great forecaster of future rate moves ... it’s because it’s so highly uncertain. There is no great forecaster -- dots to be taken with a big grain of salt,”

oder

"Lift-off is well into the future. We’re very far from maximum employment, for example, it’s a consideration for the future.”

Und so weiter und so weiter. Und so sieht das dann Intraday aus:

Ich kann damit meinen Stream schliessen, das wars dann für heute wohl eher. Das Ergebnis betrachte ich als eher positiv für den Markt.

Warum?

Nun ja, weil das mit Erwartungen so eine Sache ist. Wenn man etwas am Horizont befürchtet, wird es groß und gefährlich und irritiert.

Wenn es dann benannt wird wie aktuell (vielleicht ab 2023), gleichzeitig aber noch weit weg ist und selbst das relativiert wird, wird die dunkle Wolke der Erwartungen berechenbar und löst sich auf.

Die nächsten Tage sind weiter wackelig, etwas Schwäche wäre historisch völlig normal und erwartet, wir haben diese Woche OpEx und nächste Woche das Quartalsende mit Rebalancing der Institutionellen.

Für den Juli-Beginn kann man in meinen Augen nun aber optimistischer sein als vor der FED, weil das Thema "Tapering" wurde nach meiner Vermutung heute eher abgeräumt, als verschärft.

Rechnen wir also noch mit einigen Tagen Gezappel und haben dann die kleine Chance im Auge, die sich zum Beginn des 3. Quartals gerne im Juli zeigt.

Das ist mein Fazit des heutigen Tages, SPX 4.400 ist im positiven Fall im Laufe des Juli durchaus vorstellbar. Nicht sicher, aber als "best case" zumindest realistisch vorstellbar und das ist doch auch schon was, in einem bärischen Markt würde ich das nicht sagen:

Und wir haben bisher keine wirklich bärischen Signale in Folge der FED, eher einen Markt der Stabilität signalisiert und resilient auf die Headlines um Zinserhöhungen reagiert hat.

Machen sie es gut, bis Morgen!

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Die (Anlage-)Welt nach der Wahl



Nach dieser wichtigen US-Wahl macht es jede Menge Sinn, mit ihnen kompakt und gebündelt in gut 20 Minuten durch Indizes, Sektoren, Währungen und Rohstoffe der Welt zu gehen, um einen Gesamteindruck zur Lage zu bekommen.

Ich ziehe dieses Vídeo daher von Dienstag auf Montag vor.

Besprochen werden in dieser Reihenfolge:

VIX, DXY, MXNUSD, TRYUSD, RUBUSD, CNYUSD, XAUUSD, XAGUSD, BTXUSD, IEF, TLT, JNK, EMB, HG1!, UKOIL, ES1!, S5TH, S5FI, MNQ1!, DAX, EU50EUR, UKX, SMI, NI225, EEM, ASHR, FXI, IQQQ, ICLN, XLV, XLB, EXV7, IQQW

Ihr Hari

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Eingeschaukelte Lage?



Wir beobachten eindeutig eine Beruhigung der Marktlage, die Volatilität weicht langsam aus dem Markt, was uns auch der VIX seit Mitte März eindeutig zeigt:

Gestern hatten die Bären die große Chance, nach Erreichen des 50er Retracements des Rebounds und direkt unter diversen Widerständen, den Rebound zum Abknicken zu bringen.

Über Nacht war der Versuch auch da, das Minus war mit fast 3% markant, aber über Tag konnten die Bären keinerlei "follow-through" generieren.

Und das darf man eindeutig auch als Zeichen der Stärke werten, wenn ein Markt nicht macht was er sollte, ist das eine Aussage über die Kräfteverhältnisse unter der Decke.

Man kann also derzeit festhalten:

Technisch gesehen, hat die FED wohl einen Boden unter den Markt gezogen, wenn trotz der idealen Ausgangslage keine Abgabebereitschaft existiert, dann ist das eine klare Ansage.

Fundamental gesehen, spricht aber nach wie vor viel dafür, dass der Markt mit dem Szenario einer wiederkehrenden Normalität arg optimistisch ist - zumindest hat dieses Szenario erhebliche Risiken von Enttäuschungen auf dem Weg. Auch was bei den Banken passiert, spricht für eine "bumpy road" voraus - ich komme da noch dazu.

Im Saldo scheint der Markt sich damit zwischen den Polen eingeschaukelt zu haben. Für das mehrfach gezeigte positive Szenario einer langsam zurückkehrenden Normalität, hat der Markt auf den aktuellen Niveaus Chancen und Risiken angemessen eingepreist.

Was bedeutet, dass wir von hier durchaus noch eine Zeit lang schaukelnd in einer Art Range seitwärts laufen können, bevor dann neue Erkenntnisse die Range in die eine oder andere Richtung auflösen.

Ich habe hier gegenüber der letzten Darstellung mal statt eines scharf zulaufenden Dreiecks eine geweiterte Range verwendet und natürlich weiss niemand wann genau diese Phase endet, aber die Kernausssage ist identisch und wird dadurch visualisiert:

Um diese beiden Pole mal konkret darzustellen, will ich die Lage bei vielen kleinen Unternehmen mal der Lage im Big-Tech-Sektor gegenüberstellen.

Viele kleine Unternehmen, gerade bei den besonders betroffenen Branchen, stehen vor dem Exitus und haben massiven Kreditbedarf. Und mit ihnen natürlich deren Mitarbeiter mit leeren Lohntüten. Diese Risiken sieht man nicht nur in den Arbeitslosenzahlen, sondern sieht man auch bei den Banken, die diese Kredite vergeben und die Konten des "kleinen Mannes" halten.

Und das ist für die kleinen Unternehmen weniger JP Morgan (JPM), sondern mehr Wells Fargo (WFC) und auch die hatten vorgestern schon -> schlechte Zahlen <-. Zunächst hatte der Markt darauf noch latent positiv reagiert, nach genauerer Analyse und unter dem Eindruck des Ausblicks dann aber markant nach unten gedreht.

Das ist das Chart eines großen konjunkturellen Problems, fokussiert sichtbar bei WFC und der Markt signalisiert hier *keine* schnelle Besserung:

Dann haben wir aber auch Big Tech und dabei ist besonders spannend ASML, der "Schaufelhersteller" der Chipindustrie, weil dieser auch schon Zahlen geliefert hat.

Lesen Sie -> hier ausführlich in Deutsch <- wie es um ASML steht und schauen Sie sich dieses aktuelle Chart an, auch in Folge dieser Zahlen. Und vergleichen Sie das zur Lage bei WFC oben.

ich denke Sie sehen den krassen Unterschied zu WFC und zur konjunkturellen Lage und das ist auch die zentrale Botschaft, die ich Ihnen heute vermitteln will.

Der Markt hat sich wohl eingeschaukelt, die Indizes helfen uns aber nur begrenzt, weil sie einen *extremen Kompromiss* zwischen völlig unterschiedlichen Situationen herstellen müssen.

Was auch nicht so verwunderlich ist, denn das Virus *ist* extrem selektiv in seinen Auswirkungen. Bestimmte Branchen wie die Touristik stehen vor dem Nichts, anderen wie Healthcare oder die Semiconductors merken auch ein paar negative Effekte, haben aber mehr oder weniger einen normalen Geschäftsbetrieb.

Die Schlussfolgerung für uns sollte daher sein, den Markt auch wirklich so selektiv zu betrachten. Es spricht nichts dagegen bei bestimmten Branchen und Aktien zuzugreifen und positiv zu bleiben, während andere Branchen schlicht toxisch sind und über vielen Namen der theoretische Pleitegeier schwebt.

Auch wenn wir davon ausgehen, dass der Markt was den Verlauf des Virus angeht zu optimistisch ist und es dann irgendwann doch den oben im SPX gezeigten Abbruch nach unten gibt, wird es dann eben vor allem die Branchen mit Pleitegefahr zerlegen, Chips und das Internet werden aber auch dann weiter für den Zusammenhalt der Welt sorgen und weit weniger betroffen sein.

Würde es das Internet nun nicht geben, müsste man es für die Krise definitiv erfinden. Stellen Sie sich den Lockdown mal ohne Internet und nur mit Radio und TV vor - Guidance bei Mr-Market würde es dann auch nicht geben können. Und deshalb ist IT die Lösung und nur begrenzt betroffen und deshalb ist der NASDAQ auch zurecht so viel stärker als der Russell2000, denn im NASDAQ ist primär Tech und Biotech und im Russell eben die kleineren Unternehmen mit Pleitegefahr.

Der Markt hat sich also zwischen Extremen eingeschaukelt, wir sollten uns aber weniger für den statistischen Durchschnitt des S&P500 als Index interessieren, sondern selektiv für die Aktien und Branchen, denen das Virus nur begrenzt etwas anhaben kann.

Und obwohl die Korrelation der Bewegungen weiter hoch ist, macht Stock- und Sektor-Picking eindeutig Sinn!

Viel Erfolg heute Nachmittag bei der Wallstreet wünscht

Ihr Hari

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Hari Live Stream 20.11.19



15:30 MEZ - ZH2

Na endlich! Wir haben etwas, was der Beginn einer Korrekturphase werden könnte.

Auslöser war mal wieder das Handelsthema, unter anderem die Tatsache, dass der US Senat -> einen Beschluss fasste <- die Demonstranten in Hongkong zu unterstützen. Dass China darauf äusserst verschnupft reagiert, dürfte bekannt sein.

Ob das der Beginn einer Korrekturphase ist, werden wir daran erkennen, ob die unvermeidlichen BTFD-Versuche mal scheitern. Wir müssen erstmal einen Tag sehen, bei dem es der Markt nicht mehr zur Nulllinie schafft und auf Tagestiefs schliesst. Solange das nicht passiert, haben die Bullen die Lage eindeutig im Griff.

Vor der Thanksgiving-Woche und vor dem Jahresende, ist das aber vom zeitlichen Fenster her die beste Chance seit langem, mal etwas Schwäche zu sehen. Ich bin gespannt:

15:36 MEZ

Die Volatilität ist in Form des VIX auch auf einem Niveau, von dem aus ein temporärer Anstieg keine Überraschung wäre:

16:00 MEZ

Paul Ziemiak, der CDU Generalsekretär, nimmt sich -> hier die EZB vor <-.

Jetzt ist das natürlich auch nur politische Taktik, wie alles was im politischen Umfeld passiert, eine taktische Komponente hat. Und man kann Ziemiak und der CDU zurecht vorwerfen, warum denn dann in der Vergangenheit bei dem ganzen Mist mitgemacht wurde? Wer hat eigentlich diese idiotischen Stimmrechte im EZB-Rat abgenickt? Es waren Kohl und Waigel.

Insofern kann man das Statement als politischen Klamauk abtun, bemerkenswert ist es trotzdem, dass es plötzlich aus dem Munde eines CDU-Offiziellen kommt und sicher mit AKK abgesprochen war.

Interessant und bezeichnend sind die unmittelbaren Reaktionen aber auch für das ganze Elend der öffentlichen "Diskussionen", die genau das nicht mehr sind, sondern nur noch der Austausch von Beschimpfungen.

Die reichen von den üblichen Verdächtigen bis zu seriösen Bloggern wie -> Christian Kirchner <-, die sofort "wissen", dass das ja alles Unsinn ist. Sie reichen von 22-jährigen Studenten im 1. Semester BWL, die Ziemiak vorhalten "keine Ahnung" zu haben, bis zu den bekannten Professoren, die glauben, dass das ja alles eine ganz andere Ursache hat.

Allen gemein ist aber dieses Schwarz/Weiss Denken, diese Einseitigkeit, in der es nur eine Wahrheit geben kann. Dabei gäbe es einen ganz einfachen Beweis, der alle "Besserwisser" schnell überführen würde. Denn ausnahmslos keiner könnte erklären, wie in einem freien Markt Negativzinsen möglich sein sollen. Also muss es wohl doch *auch* erheblich mit der EZB zu tun haben. 😉

Ich habe genau das im -> Stream vom 26.09.19 um 16:00 MEZ <- ausführlich zum Thema gemacht. Da war ein Professor der Auslöser, der uns erklären wollte, dass das ja alles nichts mit Draghi zu tun hat.

Lesen Sie das mal bitte, hier das Fazit:

Beides ist also wahr, natürlich gibt es solche Effekte und natürlich ist Draghi nicht an allem Schuld. Aber Draghis Politik verzerrt den natürlich Marktzins weit nach unten in ein Territorium, das ein freier Markt nie erreichen würde, weil es eine Perversion des Prinzips Zins darstellt.

Man muss hier also mehrdimensional denken, viele Faktoren überlagern sich und das ist in Märkten immer so.

Bin ich jetzt auch ein "Besserwisser"? Ja, irgendwie schon, denn ich halte diese Einseitigkeit für verbohrt und bemühe mich immer mehrdimensional zu denken. Aber im Gegensatz zu den medialen Besserwissern, stelle ich die Argumente der Gegenseite nicht pauschal in Abrede, sondern ordne diese in einen Gesamtkontext ein, so wie das ein um Sachlichkeit bemühter Geist tun sollte. Und deswegen empfinde ich mich als "besseren Besserwisser", als die Oberschlauen, die aus ideologischen oder politischen Glaubenslehren heraus, Ziemiaks Aussagen einfach abtun, mit dem Ziel diese Diskussion gleich abzuwürgen.

Besonders lächerlich ist dabei das "Argument", das "könnte der AfD nutzen". Wenn die AfD nun also verlautbart, dass die Erde eine Kugel ist, darf man das auch nicht mehr kommunizieren, weil es den "Falschen" nützt? Ist das so gemeint? Abgesehen davon interessiert sich die "neue AfD" doch kaum noch für das Währungsthema, wegen dem sie mal von Lucke & Co gegründet wurde. Zu dem Thema wird von der AfD nicht mehr viel Neues und Belastbares kommen.

Aber so läuft eben politischer Kampf. Wer glaubt, dass in so einem Umfeld und Klima zu Irgendetwas rationale und an Sachfragen abwägende Politik möglich wäre, glaubt wahrscheinlich auch noch an den Weihnachtsmann.

Mich verzweifelt das immer richtig, ich wünsche mir dann eine Art "Expertenregierung". Wenn ich aber dann darüber nachdenke, wer sich so alles "Experte" nennt, bin ich mit dem politischen System dann doch ganz zufrieden. 😛

Wer am lautesten schreit, bekommt halt am ehesten politisch recht. Das haben mittlerweile alle begriffen und deshalb sind die sozialen Netze eine Schlangengrube und die Politik führt über Meinungsumfragen und Stimmungen und nicht über rational abgewogene, sachliche Notwendigkeiten.

Traurig, aber nicht zu ändern. Willkommen im Jahr 2019.

16:18 MEZ

Alteryx (AYX) schiebt weiter über die 50-Tage-Linie. Da ist der Schub, den ich gestern als "bullisches Signal" bezeichnet habe.

Schon die gestrige, weitere Entwicklung und das dazugehörige Volumen, hat das aber so signalisiert. Das war aber um 17:45 MEZ zum Zeitpunkt meines Kommentars so noch nicht zu sehen:

16:25 MEZ

Für alle Fans der Serie "Expanse" - das sind ja mittlerweile einige - hier der lange, neue Trailer zur 4. Staffel, die am 13.12. auf Amazon Prime los geht. Die Serie wurde von Jeff Bezos persönlich gerettet und zu Amazon geholt, der scheinbar ein Faible für Science Fiction hat.

Und für die, die die Serie noch nicht kennen, aber sich für qualitativ hochwertige Science Fiction interessieren, ist es vielleicht der Grund mal -> hier in den Thread zu schauen <- und die Serie von Anfang an mal an sich heran zu lassen.

16:45 MEZ - ZH3

Die Woche der Retailer, die mit Home Depot (HD) und Kohl´s (KSS) so mies begann, hat nun mit Lowe´s (LOW) und Target (TGT) nach jeweils guten Zahlen doch eine positíve Wendung genommen. Es gibt doch keine generelle Retail-Schwäche:

17:05 MEZ - ZH3

Ganz viele der Software-Aktien, wurden ja seit dem Sommer schwer verprügelt. Nicht nur die oben genannte Alteryx (AYX), sondern auch der CRM-Wert Workday (WDAY).

Und ganz viele dieser verprügelten Aktien zeigen nun Wendestrukturen, nicht nur Everbridge (EVBG) oder Alterys (AYX), sondern nun auch Workday (WDAY).

Es wird spannend, on dieser Versuch auch sofort wieder zusammen fällt, oder dieses Mal Fahrt aufnimmt. Die Marktmechanik sieht aussichtsreicher aus, als im letzten Versuch. Wenn ich raten müsste, würde ich vermuten, dass das nun was wird:

17:30 MEZ - ZH3 - ZH5

Hier bei Spektrum der Wissenschaft, wird das Crispr-Thema auch gewürdigt: -> Crispr heilt angeblich erstmals Blutkrankheiten <-

Man kann das in meinen Augen gar nicht hoch genug hängen, wenn wir in 20 Jahren vielleicht von bestimmten genetischen Defekten wie selbstverständlich "geheilt" werden, wird man auf diese Anfänge zurückblicken und sagen, dass da eine bessere Welt entstanden ist.

Im Artikel wurden auch die beiden beteiligten und hier wohlbekannten Unternehmen genannt, nicht nur Crispr Therapeutics (CRSP) profitiert massiv, sondern auch die weit grössere und 55 Milliarden MarketCap schwere Vertex Pharmaceuticals (VRTX) zeigt ein beeindruckendes, langfristigen Chartbild:

17:50 MEZ - ZH4

Ich finde Biogen (BIIB) nun wieder interessant. Wir hatten Ende Oktober diesen riesigen Schub aufgrund der substantielles Alzheimer-Neuigkeiten, der das Potential eines "Island Reversals" geschaffen hat.

Dann galt es das Retracement abzuwarten, denn das würde uns zeigen, womit wir es zu tun haben. Nun scheint es so, als ob die Aktie das Gap nicht mehr füllen will, was gute Chancen für einen Bewegung von hier nach oben schafft und im Weekly gut zu sehen ist.

Natürlich ist die Aktie von Nachrichten zu den einzelnen Medikamenten abhängig, es gibt also wahrlich solidere und berechenbarere Trades. Trotzdem ist das eine spannende Ausgangslage für die, die sich diesen Unsicherheiten aussetzen wollen. Denn der Markt signalisiert damit, dass er den Schub für substantiell hält:

18:15 MEZ

Unser Toni mit einer -> neuen Kolumne zum Thema Crispr <- 🙂

18:25 MEZ - ZH4

Bei Rheinmetall (RHM) kann ich nach -> erneuten Schwierigkeiten im Autogeschäft <- nur wiederholen, was ich schon so oft gesagt habe.

Es ist traurig, dass die Trennung von Kolbenschmidt Pierburg nie gelungen ist, auch weil die Regierung nie eine Konsolidierung im Bereich Panzer erzwungen hat und damit Rheinmetall das Potential fehlte, einen Verkauf des Autogeschäftes durch Zukäufe auszugleichen. Der Wille war wohl im Management da, aber nicht die Gelegenheit.

Und so produziert auch hier das Autogeschäft - wie bei allen anderen Zulieferern auch - Probleme und zieht das Unternehmen nach unten, das nach wie vor auf ausgezeichneten Aussichten im Rüstungs-Geschäft sitzt.

Im Chart haben wir einen klaren Bruch, der das Risikomanagement aktivieren musste und haben noch keinen Grund hier herein zu greifen. In Orange sieht man eine mögliche Auffangzone, ich halte diese aber für schwach und rechne damit, dass es eher noch tiefer geht.

Abwarten ist hier nun nötig, eine Bodenbildung sollte sichtbar sein, dann kann Rheinmetall wieder zum Kauf werden. Sollte das Autogeschäft endlich mal veräussert werden, umso eher. Ohne staatliches Backing ist Wachstum im Rüstungsgeschäft aber schwer, die französischen Unternehmen haben da mehr Unterstützung von ihrer Regierung.

18:35 MEZ - ZH1

Ist das jetzt der Beginn einer Korrekturphase, wie heute eingangs thematisiert? Die Tatsache macht im bärischen Sinne "Hoffnung", dass der unvermeidliche BTFD-Rebound die Nulllinie nicht erreichen konnte:

Viel Zutrauen in die Bären habe ich trotzdem nicht, ich warte hier gelassen ab. Ein kleiner Dip ist Teil meiner Erwartungen und insofern würde ich ihn begrüssen, kann aber auch ohne ihn gut leben, da ich für diesen Dip nur geringe, taktische Anpassungen vorgenommen habe.

Ich schliesse damit und wünsche einen schönen Abend. Morgen kommt dann auch wieder ein Vormittags-Artikel, wie auch am Freitag. Und der Stream kommt sowieso normal. Jetzt lese ich erst einmal in Ruhe, was Toni uns zu Crispr geschrieben hat.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

Nachtrag 19:15 MEZ

Um kurz vor 19 Uhr war es dann so weit. Eine Reuters-Meldung, nach der der "Phase One Deal" -> dieses Jahr nicht mehr kommt <- ist für den Korrektur-bereiten Markt der gewünschte Katalysator nach unten einzubrechen:

So etwas haben wir seit 2 Monaten nicht mehr gesehen. Da ist sie also, die erhoffte Korrektur.

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Wochenausblick KW36 2019



Der Übergang vom Sommer in den Herbst, börsentechnisch markiert durch den US Feiertag "Labor Day", ist aus Sicht der Marktlage ein wenig so wie ein Neuanfang zu sehen.

Selten haben die Kursbewegungen des Sommers dann noch Bedeutung und Aussagekraft für die kommenden Wochen, dieser Tag ist wie ein Schnitt, an dem ein neuer Abschnitt beginnt, der Abschnitt der zum Jahresende hinführt.

Unterstützt wird dieser Effekt dadurch, dass nach dem heutigen "Labor Day" die "A-Teams" wieder an die Handelstische zurückkehren, das Volumen steigt deutlich gegenüber dem August und der Markt wird wieder mehr von grundlegenden Richtungen getrieben, während er im Hochsommer gerne in der Hand technischer Spielereien ist.

Auch dieses Jahr könnte das gut wieder die Ausgangslage sein, die Dramen des August - maßgeblich von einem Trump verursacht, der zeitweise die Kontrolle über die Folgen seiner Tweeterei zu verlieren schien und sich gerade noch rechtzeitig selbst eingefangen hat - liegen hinter uns und sagen uns wenig dazu, was nun wird.

Im Chart des S&P500, ich habe es heute schon im Video thematisiert, sehen wir diese markante, volatile Box bzw Range nach Trumps plötzlicher Eskalation Anfang August und können fest davon ausgehen, dass sich daraus eine starke, direktionale Richtung entwickeln wird:

Unklar ist aber, ob diese Range nicht noch ein paar Wochen andauert, bevor sich die Richtung etabliert, das ist schlicht nicht zu prognostizieren und in den gewohnt kniffeligen Börsenmonaten September und Oktober sehr gut vorstellbar:

Wie schon im Video gesagt, habe ich zum Jahresende weiter einen grundlegend positiven Ausblick was die US-Kurse angeht und gehe davon aus, dass wir noch dieses Jahr neue Allzeithochs sehen werden. Nur was vorher im nun begonnenen September passiert, ist weit offener.

Wenn man ein wenig spekuliert und sich das Modell des maximalen Schmerzes vor Augen führt, dann wäre das recht eindeutig das Antäuschen eines Ausbruchs aus der Range und dann die wahre Bewegung, wie gesagt mit der Präferenz einer positiven Bewegung.

Das wäre dann so ein Verlauf ungefähr, aber wie gesagt reine Spekulation und nur, um das Gesagte zu visualisieren:

Aber auch so ein Verlauf wie Urban Carmel ihn -> hier <- als Szenario entwickelt, hätte etwas Fieses und wäre vorstellbar. Stärke im September und dann ein erneuter Einbruch im Oktober, bevor es dann doch hoch geht:

Die Futures sagen uns aktuell wenig und bewegen sich im neutralen Bereich, die werden auch erst morgen wieder richtig zum Leben erwachen, wenn die Wallstreet aus dem Feiertag kommt. Insofern enthalte ich mich heute jeder weiteren Szenarien für die neue Woche, normalerweise kann man aus der Vorwoche folgende Tendenzen antizipieren, an dieser Wegscheide des Labor Day eher nicht.

In diesem Ausblick konzentriere ich mich daher auf einen Überblick der aktuellen Lage:

Notenbanken stehen in dieser Woche nicht an, kommende Woche kommt dann die EZB, von der Stimulus als "Abschiedsgeschenk" von Draghi erwartet wird.

An Wirtschaftsdaten ist die Woche - wie alle ersten Wochen eines Monats - gut gefüllt, mit unzähligen Einkaufsmanagerindizes im Laufe der Woche und dem bekannten Höhepunkt der US Arbeitsmarktdaten am Freitag 14:30 MEZ. Positiv war heute Nacht ein stärker als erwarteter Einkaufsmanagerindex aus China für das verarbeitende Gewerbe.

Der Volatilitätsindex (VIX) wurde durch Trump in für den August ungewohnte Höhen getrieben, Schlüsse auf den weiteren Verlauf, vermag ich daraus nicht zu ziehen, aber große Ruhe ist eher unwahrscheinlich für die kommenden Wochen:

Immer einen Blick wert ist der Russell2000 der kleineren US Aktien, der an einer sehr wichtigen Zone herumhängt und dem man lieber erst einmal seinen nächsten Zug machen lässt, statt den unbedingt antizipieren zu wollen:

Die Korrelation zwischen SPX und TLT, also zwischen Aktien und langlaufenden Bonds, hat nach Dezember 18 und Mai 19 nun die dritte, scharfe Abwärtsbewegung innerhalb 12 Monaten hinter sich und ist so oder so für eine Gegenbewegung zugunsten der Aktien bereit, selbst wenn dann doch noch eine vierte Abwärtsphase folgen sollte:

EURUSD drückt weiter nach unten und wird bei Trump zunehmende Aggressivität generieren, um den Dollar irgendwie abzuwerten und das umzukehren. Bevor Trump in zwei Wochen seine Attacken auf die FED aber wieder intensivieren kann, kommt erst einmal Draghi und wird hier eher die Gegenrichtung nach unten befördern:

Im MDAX ist über den Sommer nichts Entscheidendes passiert, in Anbetracht einer allgemein bekannten und verfestigten Rezessionserwartung in den Kursen, ist das nicht die schlechteste aller möglichen Ausgangslagen:

Der Schweizer Marktindex, setzt seinen bedeutenden Ausbruch ungerührt fort, die Wirren des August darf man als Retest werten. Aussichten weiter positiv:

Und die chinesischen Aktien des ASHR sind weiter in einem konsolidierenden Dreieck, das gute Chancen zur Auflösung nach oben hat. Was es dazu braucht ist kein Desaster in Hongkong, das aufs Festland und Shenzhen überschwappt und einen Frieden in Sachen Handel:

Gold setzt seinen langfristig bedeutenden Ausbruch fort, hat nun etwas Konsolidierungs- bzw Korrektur-Bedarf, sieht danach aber weiter zum Dollar langfristig aussichtsreich aus:

So weit als erster grober Überblick, heute Nachmittag ist wie gesagt wegen US Feietag kein Stream, morgen geht es dann auch an der Wallstreet wieder los.

Ihr Hari

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Frühsommerliche Lage



Nach dem 2-wöchigen Ferienmodus dachte ich dass es Sinn macht, mit Ihnen mal durch diverse Indizes und Währungen zu gehen, um einen Überblick über die Gesamtlage zu bekommen.

Ich mache das in den folgenden 20 Minuten wie bei den Quartalszahlen-Reviews - die Charts sind die wesentliche Botschaft, die fundamentalen Gründe für die Bewegungen nur Nebensache.

Viel Spaß!

Ihr Hari

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Wochenausblick KW21 2019



Eine verrückte, "unlogische", sich volatil anfühlende Börsenwoche liegt hinter uns. Der Montag brachte einen markanten Einbruch, der eigentlich alle Ingredienzien für weitere Schwäche in sich trug und einen "gelben Alarm" meinerseits erzwang.

Auch die Nachrichten passten dazu, der Handelskrieg zwischen US und China ist da, faktisch mit neuen Zöllen und sprachlicher Rhetorik - noch am Freitag hatte China die Tonlage öffentlich deutlich erhöht und Durchhalteparolen verbreitet, statt innenpolitisch das Thema totzuschweigen.

Das scheint auch nötig, denn wenn man auf die Märkte als Indikator schaut, ist ganz klar, wen die unter Druck sehen und wen nicht.

Ich habe hier die Korrelation zwischen dem SPY und den chinesischen Festlandsaktien im EFT ASHR dargestellt und die drei Phasen unterteilt.

In Phase 1 schwärte dieser Disput das ganze Jahr 2018 vor sich hin, bis es Anfang Dezember 2018 am Rande des G20 zum Waffenstillstand und dem Beginn eines echten Einigungsversuches kam.

In Phase 2 schritt die Einigung voran und wenn man den Verlautbarungen glauben wollte, stand man kurz vor einer Einigung

In Phase 3 sind die Verhandlungen Anfang Mai überraschend eingebrochen und nun graben sich beide Seiten in ihre Schützengräben ein.

Wenn man nun auf das Chart schaut, sieht man schnell, dass die chinesischen Märkte eigentlich immer viel stärker unter Druck waren, außer in der Phase, wo eine Einigung nahe schien - da holten sie den Rückstand wieder auf.

Schön ist auch zu sehen, wie der Markt die Wendepunkte im Verhandlungspoker immer schon vorher antizipiert hat, der Markt hört halt gerne schon das Gras wachsen, was sich ja auch im netten Bonmot wiederfindet, dass der Markt "9 der letzten 5 Rezessionen vorhergesagt hat". 😉

Das Urteil des Marktes ist also eindeutig, China spürt die Hitze viel mehr als die US und sollte daher ein hohes Einigungsinteresse haben.

Und klar ist auch, dass bei weiterem Fortschreiten des nun begonnenen Stellungskrieges, wir in 1-3 Monaten auch in den ökonomischen Daten den "Fallout" dieser Handelskrieges sehen werden und die Sorgen um eine weltweite Rezession werden wieder laut werden.

Was aber machte der Markt in der letzten Woche? Er drehte trotz des katastrophalen Montags doch im Sinne einer 5% Korrektur, konnte aber auch ein "V" nicht vollenden und lies uns dann am Freitag zwischen Baum und Borke zurück.

Falsch war mein Optimismus von letztem Wochenende im Saldo also nicht, auch wenn der Montag dunkle Regenwolken brachte, war der Rest der Woche dann doch ganz ansprechend.

"Ja was denn nun?", fragt da der verwirrte Anleger. Vor allem, warum interessiert den Markt der Handelskonflikt plötzlich nicht mehr? Dabei ist doch der Ernstfall nun eingetreten und das Risiko im Nahen Osten schwirrt auch noch durch die Gegend!

Ich habe darauf dieses Mal keine fundamentale Antwort, auch so etwas gibt es. Mein Eindruck ist, dass wir hier wieder die Dominanz der Maschinen erleben, es wurde mit den Marktteilnehmern gespielt und immer wenn die Mehrheit sich in eine Richtung orientierte, ging es in die Gegenrichtung, ohne dass das eine echte Logik hatte.

Kluge und erfahrene Anleger, werden in so diffusen Situationen, die es immer wieder geben kann, nicht hektisch und versuchen nicht zu raten, sondern halten sich eher zurück, nehmen eine neutrale Haltung ein und lassen sich das Chaos alleine aussortieren.

Und genau das werde ich uns heute empfehlen, weswegen dieser Ausblick eher kurz werden wird.

Ein Blick auf den Verlauf des S&P500 der letzten drei Wochen zeigt den Charakter schnell, es kann immer noch gut sein, dass der Abwärtstrend Mitte letzter Woche schon gebrochen wurde, trotz des Montags und trotz der Verschärfung der Lage:

Im Bild der Tageskerzen des SPY sehen wir, dass genau bei der 5% Korrektur und Unterstützung dann die Wende kam und nun dürfen wir alle rätseln, ob es das schon war mit der Korrektur - trotz des Handelskriegs?

Die Volatilität im VIX hat sich letzte Woche weiter zurück gebildet, obwohl sich die Woche wetterwendisch angefühlt hat:

Nur der DAX hat sich wie erwartet verhalten, letzte Woche habe ich genau zu dem nun kommenden Chart kommentiert:

Der DAX hat noch ein wenig Luft nach unten, vielleicht wird das ja gleich am Wochenanfang abgefackelt. Dann sollte diese gezeigte Zone aber für eine Gegenbewegung gut sein:

Genau so ist es gekommen, der DAX hat aufgesetzt und ist dann mit relativer Stärke zum SPX nach oben gelaufen. Der DAX erscheint weiter aussichtsreich:

Fear & Greed ist wieder im negativen Bereich und deutet eher darauf hin, dass es doch mit einer 5% Korrektur bewendet bleiben wird, zumindest in den westlichen Märkten, nicht in China:

Kommende Woche hat dann auch noch recht wenige, echte Katalysatoren. Es stehen jede Menge Notenbanker vor den Mikrofonen und auch die "Minutes" der geldpolitischen Treffen von EZB und FED stehen an, aber Überraschungen sind da nicht zu erwarten. Und die sonstigen Wirtschaftsdaten sind von durchschnittlichem Umfang, ohne besondere Höhepunkte.

Gegen Ende der Woche wird es dann recht ruhig werden, weil die US mit dem "Memorial Day" am Montag 27.05. einen Börsenfeiertag haben und viele verfrüht ins lange Wochenende entschwinden werden.

Damit kann und wird der Markt sich mit der Frage beschäftigen, ob die Korrektur mit 5% schon beendet ist oder nicht. Und ich habe dazu ganz ehrlich keine echte Meinung.

So recht traue ich dem Geschehen nicht, der Markt ignoriert mir im Moment zu viel, was eigentlich ernst zu nehmen wäre.

Gleichzeitig ist es aber objektiv immer noch ein starker Markt, der keinen Knacks hat, was wir ja auch an der Price-Action der starken Momentum-Werte sehen können, die wir ja immer wieder besprechen und die sich in der Korrektur sehr stark verhalten haben.

Auch wenn wir uns anschauen, wie groß die Skepsis schon wieder ist - siehe nicht nur Fear & Greed oben, sondern -> hier bei Thomas Callum auch der Short Intereset in Prozent (blau) im Verhältnis zum SPX (weiss) <-, dann ist das kein Markt, der von weiterer Schwäche "überrascht" würde, was das Downside doch arg begrenzt:

Wenn ich beides zusammen nehme, die Risiken und die große Skepsis des Marktes, dann gibt es keinen Grund für mich, meine schon gefundene Sommerhaltung zu verlassen, die man als eine gemässigte Longposition beschreiben könnte. Je nach "Wetterlage" ist das dann mal 50% und mal 70% Exposure, aber nicht viel mehr und nicht viel weniger.

Der Markt ist positiv, hat aber derzeit kein ideales Chance/Risiko-Verhältnis, so ungefähr könnte man meine Lagesicht beschreiben.

Und weil das so klar ist, lasse ich es auch mit diesem Statement hier bewenden. Was am morgigen Montag passiert, weiss nur der Wind.

Nach 2 bösen Überraschungen am Sonntag Abend hintereinander, geht der Markt wohl nun vom dritten Event dieser Art aus, die Schwäche am Freitag deutet in diese Richtung. Ich glaube aber, dass solche Überlegungen sinnlos sind, was morgen passiert hat nichts damit zu tun, was die beiden letzten Montage war - stochastisch gesehen, sind die Ereignisse unabhängig voneinander.

Gehen wir also gelassen und abwartend in diese Woche. Es ist immer noch ein starker Markt, der aber in meinen Augen nun nicht gerade den optimalen Zeitpunkt hat, um mit allem zu pressen, was man hat.

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche!

Ihr Hari

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Wochenausblick KW20 2019



Heute liebe Mitglieder am Sonntag Abend, machen wir den Wochenausblick mal ein wenig anders.

Letztes Wochenende hat Donald Trump mit seinem Tweet am Sonntag Abend ja alles auf den Kopf gestellt und es entstand die schwächste Woche und stärkste Korrektur des Jahres 2019.

Nun stehen wir vor der Frage, ob diese 4,2% Korrektur im S&P500 schon ausreicht die sich als Differenz zwischen dem Hochpunkt am 01.05. und dem Tiefpunkt am letzten Freitag 10.05 ergibt.

Ich hatte Ihnen ja eine 5% Korrektur ab Mai über den Sommer hinweg angekündigt, wenn diese aber gleich am Anfang kommt, warum nicht?

Am Freitag wurden wir Zeuge einer Fortsetzung der Verhandlungen, haben aber gleichzeitig den Eindruck bekommen, dass das weniger konkrete, neue Verhandlungspfade, sondern mehr ein "Offenlassen" bis auf Weiteres ist - eine Art Patt-Situation. Trump signalisiert stark, dass er sich mit den laufenden Zöllen wohl fühlt, der Markt hat damit die Chance, sich mit dem Status Quo zu arrangieren.

Kurzfristig kann der Markt die neue Lage nun also einpreisen, mittelfristig wird er aber mit Argusaugen auf die Wirtschaftsdaten schauen, die sich in Folge der neuen Zölle entwickeln. Wenn sich hier wieder eine Abschwächung der Weltwirtschaft zeigt, wird der Markt erneut negativ reagieren.

Denn ein offenes Handelsgeplänkel ist weitgehend in den Kursen, eine weltweite Rezession definitiv nicht!

Ich gehe mit Ihnen daher heute durch eine große Menge Charts und danach versuchen wir mal gemeinsam ein Fazit zu ziehen, ob kommende Woche die Bullen den Dip schon wieder kaufen können, oder der Markt nun eher erst richtig nach unten in Bewegung kommt.

Bevor wir das tun sei aber noch gesagt, dass die kommende Woche an Wirtschaftsdaten eher überdurchschnittlich ist, wir haben jede Menge FED-Mitglieder vor den Mikrofonen und unter anderem am Díenstag den ZEW, am Mittwoch früh wichtige Daten aus China und die US Einzelhandelsumsätze, am Donnerstag den US Philly Fed Index und am Freitag EU-Verbraucherpreise sowie allgemein eine OpEx.

Kommende Woche beginnt die Quartalssaison zunehmend abzuflauen, wir haben aber noch einige interessante Quartalszahlen wie folgt:

Montag: Rosneft, Bridgestone, E.ON, Hochtief, Prysmian

Dienstag: Allianz, Merck KGaA, Vodafone (VOD), Nissan, Agilent (A), Innogy, Deutsche Wohnen, Ralph Lauren (RL), ThyssenKrupp, Amdocs (DOX), Scout24, Cyberark (CYBR), Lanxess, Stroer, K+S, Evotec

Mittwoch: Tencent, Alibaba (BABA), Cisco (CSCO), Lafarge Holcim (LHN), RWE, UbiSoft (UBIP), United Internet, Drillisch, Tui

Donnerstag: Walmart (WMT), IQIYI (IQ), NVidia (NVDA), Baidu (BIDU), Applied Materials (AMAT), National Grid (NG), Generali, Pinterest (PINS), Bouygues (BOUY), Burberry (BURBY), Aegon (AEGN), RTL Group, Südzucker, Wienerberger, KWS Saat, Patrizia Immobilien

Freitag: Deere (DE), Richemont (CFR), Gazprom, Porsche, Sage (SGE), DrReddys Lab (RDY), Dürr,

Nun aber zur Lage und den Charts:

Die letzte Woche brachte im SPX die ganze Woche Abwärtsdruck, Trumps Tweet und der plötzlich Bruch in den vermeintlich gut laufenden Handelsgesprächen, hat also seinen Tribut gefordert.

Wir sehen in Lila auch die Trendlinie, unter der es abwärts ging, diese wurde am Freitag Abend aber nach oben gebrochen:

Der S&P500 im Daily zeigt, dass die 5% Korrektur und die 2.800er Unterstützungszone fast erreicht wurde. Wenn es hier drehen sollte, wäre das durchaus logisch:

Ich betone aber noch einmal, dass selbst wenn hier die Obergenze als Linie gezeichnet ist, es sich nach unten um eine Unterstützungszone um 2.800 im SPX handelt, die 200-Tage-Linie bei derzeit ca. 2.780 gehört noch dazu.

Der Russell2000 der kleinen Aktien hat die 200-Tage-Linie *nicht* verloren und zweimal verteidigt. Das Setup nach oben ist immer noch vorhanden und hier lässt sich ein Long-Setup nach unten hervorragend absichern:

Der DAX hat noch ein wenig Luft nach unten, vielleicht wird das ja gleich am Wochenanfang abgefackelt. Dann sollte diese gezeigte Zone aber für eine Gegenbewegung gut sein:

Der deutsche Markt aus Sicht der US Anleger in Form des ETFs EWG hat die 200-Tage-Linie verteidigt, steht vor einem "Golden Cross" des 50er durch den 200er SMA und hat das Reversal am Freitag unter erhöhtem Volumen vollzogen.

Das ist ein gutes Omen für den DAX, denn ohne institutionelle US-Zuflüsse, bleibt der DAX ein schlaffer Sack:

Die Emerging Markets inklusive China, hier im ETF EEM, leiden wenig überraschend weit stärker unter dem Konflikt und Trumps Drohungen. Hier wird nun schon um die 200-Tage-Linie gekämpft:

Fear & Greed hat den überkauften Zustand völlig abgebaut:

Sentix hat ->hier <- eine Übersicht, wie stark die Stimmung gefallen ist. Das betrifft nur deutsche Anleger, ist aber bezeichnend und konträr, also bullisch, zu lesen:

Die Volatilität in Form des US VIX hatte ihren Höhepunkt letzten Donnerstag und hat damit den Spike vielleicht schon hinter sich:

Gold sendet in Dollar überhaupt keine Krisensignale und mäandriert in einem zulaufenden Keil abwärts:

Die 10-jährigen US T-Bonds in Form des ETFs IEF haben unter mässigen Volumen nicht einmal das Niveau von Ende März erreicht. Im Dezember letzten Jahres, sah das noch anders aus.

Von Umschichtungen des großen Geldes von Aktien in Bonds kann also überhaupt keine Rede sein:

Und die US High Yield (Junk) Bonds in Form des ETFs JNK haben nur geordnet konsolidiert und senden auch keine Krisensignale:

So ... und was schließen wir daraus?

Völlig klar ist, dass das Thema Handel weiter alles bestimmen wird, außer im Nahen Osten bricht ein Krieg aus.

Jederzeit kann also ein völliges Scheitern der Verhandlungen einen schmerzhaften Abgabeprozess in Gang setzen, der dann durchaus für 10+% gut ist, da sollten wir uns keiner Illusion hingeben.

Jederzeit kann aber eine positive Wende auch den Markt stark nach oben katapultieren.

Wenn wir diese unberechenbaren Variaten mal beiseite lassen, zeigen die Charts oben in meinen Augen eine sehr gute Ausgangslage, mit der man sehr schön operieren kann.

Wir haben nämlich diverse Indizes, die auf oder nahe wichtigen Widerstandszonen notieren, gleichzeitig ist das Sentiment nicht mehr überkauft und die besagte 5% Korrektur ist fast vollendet.

Das ist eine Ausgangslage, in der man nach oben etwas wagen kann und gleichzeitig eng und sinnvoll nach unten absichern, weil die Unterstützungszonen bzw, die Tiefs von Freitag sinnvolle Marker generieren.

Das ist wieder so ein spannender Moment, wo Rally und Korrektur nah beinander liegen und die richtige Aufstellung eine Menge Chancen generiert.

Das ist in meinen Augen auch eine Situation, bei der man nicht unbedingt lange abwarten muss, wohin sich die Dinge entwickeln, sondern sich für eine Seite entscheiden kann und die Gegenseite sinnvoll und eng absichern - und dann entscheidet das Schicksal. Wer also daran glaubt, dass der Bullenmarkt weiter geht, weiss was zu tun ist.

Wenn Sie mich fragen, hat die Aufwärtsbewegung kommende Woche tatsächlich die besseren Karten, so es keine neuen Nachrichten gibt. Die obigen Charts sprechen eher diese Sprache mit mir.

Aber es wird nicht einfach werden, gerade weil viele so wie oben denken werden. Rechnen wir also mit einigen Swings sowie fiesen "Abfischern" nach unten, auch die 200-Tage-Linie bei ca. 2780 kann noch ins Spiel kommen, ohne dass sich bei dann 6% Korrektur das generelle Bild dadurch ändern würde.

Was jeweils im Sinne Risikomanagement eine "gehaltene Unterstützung" bedeutet, will also gut und im Zweifel mit etwas mehr Luft zum Atmen definiert sein. Auch hier gibt die Strategie vor, wie eng wir agieren, im Wissen dass enge Stops auch mehr Fehltrigger generieren.

Ich persönlich bleibe aus Investmentsicht in meiner Pi-mal-Daumen 70% Long Aufstellung, habe aber kommende Woche vor, im obigen Sinne auf der Trading-Seite mal mehr zu wagen als die letzten Wochen.

Mit dem Blick auf Chancen und positiv aktiviert, gehe ich also in diese spannende Woche. Und die Absicherung nach unten ist glasklar und hart, was die Sache gelassen angehen lässt.

Passend dazu möchte ich mit einem Zitat aus -> diesem Artikel <- schließen:

Der Optimist hingegen weiß, dass er gegen den Strom schwimmt. Er benötigt gute Gründe für Optimismus und eine innere Robustheit, um im Ringen mit dem Zeitgeist nicht weggerissen zu werden. Das ist nicht immer leicht. Aber zugleich macht es glücklicher und zufriedener. Wahrscheinlich gibt es in unseren Zeiten kaum etwas Aufmüpfigeres, als optimistisch zu sein. Optimisten leben in einer schöneren Welt – nicht, weil sie Hässlichkeit ausblenden, sondern weil sie im Jetzt den Beginn einer womöglich besseren Zukunft sehen und sich dafür einsetzen und darauf freuen können. Genießen Sie diese Freude und entdecken Sie, wie schön es ist, im Gegenwind nach oben zu steigen.

Ich bitte dieses Zitat aber nicht nur auf die kommende Woche zu beziehen, denn ich wiederhole, dass wenn der Handelskonflikt nun in einem Patt endet, in dem man sich mit gegenseitigen Zöllen überzieht, das früher oder später zu schlechteren Wirtschaftsdaten und fallenden Kursen sorgen wird. Erneut, freier Handel ist immens wichtig!

Die Frage ist aber, wie wir an die Zukunft heran gehen, ob das Glas halbvoll oder halbleer für uns ist. Die Menschen, die es halbvoll sehen, sind damit erfolgreicher und sind in der Regel auch die, die die Welt voran bringen.

Sinnvoll auf schlechte Nachrichten vorbereiten, sollten sich aber auch Optimisten, damit sie keine Traumtänzer, sondern auch Realisten sind. Denn:

Wir hoffen auf das Beste und bereiten uns auf das Schlimmste vor!

Ich wünsche uns allen viel Erfolg!

Ihr Hari

PS: Damit das nicht missverstanden wird, ich spreche oben über die kommende Woche, also den kürzeren Zeithorizont (Hourly und Daily). Im mittleren Zeithorizont (Weekly) hat eine Seitwärtsrange zwischen Hochs und 200-Tage-Linie über den Sommer immer noch gute Chancen und ist unverändert mein präferiertes Szenario, bevor es dann zum Jahresende wieder hoch gehen kann und das starke Jahr 2019 vielleicht stark abschließt. Zu diesem mittelfristigen Szenario passt meine derzeitige "70% Aufstellung".

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Wochenausblick KW14 2019


Letzten Sonntag habe ich Ihnen im Ausblick zur KW13 den Ausbruch und das Reversal der KW12 als Anomalie angeboten, das vielleicht weniger Bedeutung hat, als man am Freitag vor 9 Tagen dachte.

Drei Szenarien hatte ich Ihnen dann angeboten, von denen sich die Replik des 04.12.18 schnell als unpassend verabschiedete.

Am Ende ist es irgendetwas zwischen den beiden anderen Szenarien geworden, wir haben eine Seitwärtsbewegung mit leicht positivem Ton erlebt und so das sensationell gute 1. Quartal 2019 abgeschlossen:

Wir sehen anhand der lila Linie, dass sich meine Interpretation als Konsolidierungs-Bewegung des vorangegangenen Anstiegs - mit eingebetteten "Algo-Spielereien" Donnerstag und Freitag letzte Woche - sogar in der letzten Wochen fortgesetzt und insofern bestätigt hat.

Die Botschaft dieses Charts lautet, dass der Markt konsolidiert hat und sich sich nun eher nach oben weg bewegt, etwas was auch durchaus das Daily präferiert:

Wir sehen, dass die Hochs von Oktober/November 2018 nun ihre Funktion als Widerstand verloren haben. Der erste Abpraller am 04.03. war perfekt, nun hat die Schaukelbewegung um diesen Widerstand aber die Struktur verschmiert.

Trotzdem deutet im Zweifel auch dieses Chart eher nach oben, Sie sehen das erhöhte Aufwärtsvolumen der letzten Woche und Sie sehen das "Goldene Kreuz", das sich gerade aus der von unten durch die 200-Tage-Linie kreuzenden 50-Tage-Linie ergibt.

Dieses Signal hat eine statistische Qualität ähnlich wie die "Inverted Yield Curve", nur hier auf der bullischen Seite. Auch die Vielzahl der Möglichkeiten ist ähnlich, ein "Golden Cross" ist nicht fest definiert und beschreibt nur allgemein einen kürzer laufenden gleitenden Durchschnitt, der von unten nach oben durch einen längerlaufenden gleitenden Durchschnitt zieht.

Im konkreten Fall haben wir das auf Tagesebene bei 50er und 200er SMA, etwas was das letzte Mal im April 2016 passierte und die massive Rally einleitete, die im Frühjahr 2016 begann.

Davor gab es im Dezember 2015 ein kurzes Fehlsignal, aber davor hatte auch das "Golden Cross" von Januar 2012 und Oktober 2010 hohe Aussagekraft:

Also kein so schlechtes Signal, oder? Auf jeden Fall kein bärisches. In der Vergangenheit folgten auf das Signal statistisch überwiegend starke Phasen.

Ich nehme das wie die Inverted Yield Curve aber nur interessiert zur Kenntnis, warne aber davor, diesen Einzelsignalen zu viel Bedeutung zuzumessen. Erst in der Vielzahl mehrerer Signale, entsteht ein belastbares Bild des Marktes.

Wenn wir die Lage für Investoren eher positiv einschätzen, kommen uns aber auch andere Signale zu Hilfe.

Wir können Statistiken zu Rate ziehen die untersuchen, was auf so ein starkes 1. Quartals folgte und diese Statistiken haben einen klar positiven Bias für den Rest des Jahres. Hier die Statistik von LPL Research, die das zeigt:

Wir können uns aber auch noch einmal an die Fund Manager Asset Allocation von März erinnern, die ich -> hier von Urban Carmel übernommen habe <-:

Wir sehen, dass die Fund-Manager - und damit eine Facette des großen Geldes - Ende Februar/Anfang März klar unterinvestiert waren.

In Summe hat dieses Bild eine klare Tendenz, die mittelfristig optimistisch in den weiteren Jahresverlauf schauen lässt. Risiken gibt es natürlich immer und keine Statistik kann uns vor der Ausnahme bewahren, wie uns ja die Woche vor Weihnachten 2018 und der Heiligabend selber bewiesen haben, die/der noch nie historisch so schwach war.

Trotzdem macht es für rationale Anleger Sinn, dem statistisch wahrscheinlicheren Pfad zu folgen und dann sollten man die Crash-Propheten weiter ignorieren, was den weiteren Verlauf 2019 angeht. Irgendwann werden sie alle mal Recht bekommen, ohne den Zeitfaktor zu kennen, sind alle diese "Prognosen" aber nichts weiter als *Opium für das Volk*. Vor allem sind es aber geldwerte Klicks und generieren Abonnenten für die Propheten selber und insofern ist diese Masche hoch erfolgreich, nur die Depots der Anleger füllt sie nicht.

Die kommende Woche wird sehr intensiv, was Wirtschaftsdaten angeht.

Wir haben in der Nacht zu Montag wichtige Einkaufsmanagerindizes aus China und den wichtigen Tankan Index aus Japan.

Am Montag über Tag folgen Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland, UK und US, garniert mit Einzelhandelsumsätzen in den US und Verbraucherpreisen in der EU.

Der Dienstag bringt einen Zinsentscheid der australischen Notenbank, weitere Einkaufsmanagerindizes und den Auftragseingang für langlebige Güter in den US.

Der Mittwoch geht weiter mit diversen Einkaufsmanagerindizes, hat aber auch die ADP Arbeitsmarktdaten und wie immer die Rohöldaten aus Cushing.

Am Donnerstag veröffentlicht die EZB den Bericht des letzten EZB-Rates, ansonsten ist der Tag eher ruhig.

Dafür kommen am Freitag die großen US Arbeitsmarktdaten.

Hinzu kommt das Brexit-Chaos, das scheinbar an den Börsen nun langsam doch zu Reaktionen führt und die weitere schwärenden Handelsgespräche zwischen US und China, die in den US weitergehen.

Man kann die Ausgangslage für die kommende Woche nun positiv werten oder neutral als Seitwärts-Schaukelbewegung, wie ich das noch präferiere. Der Quartalsanfang am Montag ist traditionell stark, dann sehen wir weiter.

Von meiner Seite wird die Woche arbeitstechnisch normal, am Mittwoch Abend treffe ich mich nach längerer Zeit mit Tichy, um zu besprechen, ob und wenn ja wie ich dort vielleicht mal wieder einen Artikel schreibe. Wir werden sehen, ich bin dafür offen, wenn der Rahmen durch eine stärkere Hinwendung zu Wirtschafts- und Finanzthemen wieder passen sollte, es treibt mich aber auch nichts aktiv dazu. Mal sehen mit welchem Vorschlag er kommt.

Ansonsten ist beim DAX die Parallelität zum Februar noch im Rennen, so schlecht sieht der nicht aus.

Der MDAX testet den Ausbruch und sieht neutral bis eher positiv aus:

China bleibt weiter in Lauerstellung, die Hoffnung auf eine positive Auflösung der Handelsgespräche besteht fort:

Gold etabliert hier im besten Fall eine Schaukelbewegung unter der bedeutenden, mehrjährigen Ausbruchszone, oder im schlimmsten Fall war es das schon wieder:

Und die Volatilität - hier anhand des VIX - verbleibt im mittleren Normalbereich, ohne in irgendeine Richtung extrem zu sein:

Summa Summarum gibt es also keine große Änderung. Die Chance, die die Schwäche vom 22.03. bildete, konnten die Bären wie vermutet erneut nicht ergreifen.

Der Markt bleibt tendentiell positiv, aber nicht ohne Risiken. Es wäre vermessen vom 2. Quartal eine Entwicklung wie im 1. Quartal zu erwarten, ein Rücksetzer irgendwann in den Frühlings- und Sommermonaten wäre nur logisch, bevor dann das normale starke Jahresende ansteht. Und da das letztes Jahr gänzlich untypisch ausgefallen ist, wird es dieses Jahr wohl kommen.

Mittelfristig agierende Anlager - wie vermutlich die Mehrheit hier - bleiben also dabei, sichern weiter nach unten ab, führen die Absicherungen aber so weit, dass man wirklich nur bei einer Charakteränderung abgeworfen wird.

Alles keine Neuigkeiten also, einfach erst einmal weitermachen im 2. Quartal!

Ihr Hari

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