Hari Live Stream 06.10.21

4200er Entscheidung naht ZH2

Ich denke dass eine Entscheidung naht. Der Markt kämpft hart um eine Stabilisierung, es sieht aber nicht besonders gut dafür aus.

Das deutlich sichtbare "W" im Future gestern wurde wieder abverkauft, was man schon gestern im späteren Handel erahnen konnte, als es dem Markt nicht gelang den frühen Schub fortzusetzen.

In so Momenten greift dann die Daumenregel "Was nicht steigen kann muss fallen" und so setzte sich in der letzten halben Stunde dann auch schon erneuter Abgabedruck durch, der zu Handelseröffnung nun wieder zu unteren Begrenzung geführt hat.

Nun kämpft der Markt hart, es gab direkt nach Handelsstart einen Rallyversuch, der wurde auch wieder abverkauft, der Ausgang ist offen. Wenn diese Stabilisierungszone fallen sollte, wird der SPX die sowieso avisierte 4.200er Zone erreichen und sollte da einen Boden finden. Wenn nicht, dann kommt das mit dem "Shit" und dem "Fan" zum Tragen. 😛

SPY mit Volumenprofil ZH3

Hier noch einmal der SPX (als ETF SPY) mit Volumenprofil und 4.200er Zone zur Orientierung, in die jetzt auch der steigende 200er SMA eintritt und die Bedeutung zusätzlich unterstreicht.

Was man im frühen Handel sieht ist einen harten Kampf, die Bullen sind spürbar und versuchen eine Rally aufzusetzen, bisher wurde das aber jedesmal abverkauft.

Ich denke sobald der Markt sich jetzt entschieden hat, kann es durchaus schnell nach oben oder unten gehen. Also *Watch Out* heute!

Euro mit vollendeter Topbildung ZH4

Mit dem Euro geht es abwärts und der hat nun die Topbildung vollendet, die wir lange beoabchtet haben. Kursziel 1,10 und perspektivisch Parität!

Bitte lassen sie sich in den kommenden Monaten und vielleicht Jahren von Inflation und fallendem Euro *nicht* vom Saldo der Depots und Konten täuschen. Die werden noch ganz akzeptable Zahlen zeigen, obwohl die Kaufkraft schon deutlich nachgelassen hat.

In einer Kombination von Inflation und schwachem Euro werden wir in Realität eher ärmer, machen wir uns nichts vor.

Aktien des Tages ZH3

Coinbase (COIN)

Neuer Anlauf zur Bodenbildung? Der erste wurde im August abgewiesen:

Für alle denen das nicht sofort klar ist: Das ist *keine* handelbare Struktur. Das ist nur eine Notiz im Auge zu behalten, wie sich das entwickelt.

Cloudflare (NET)

Bei NET ist man wohl froh, nicht am Facebook-Desaster Schuld gewesen zu sein. Nenen wir die Formation das Suckerberg-U. Und ja, das "S" am Anfang ist Absicht. 😛

Affirm Holdings (AFRM)

Hmmm ... starker Schub, dann Seitwärtsgeschaukel, keine Bereitschaft in das Gap einzutauchen und fallendes Volumen ... Hmmm ....

Asana (ASAN)

Ich habe den Überblick über all die Software-Anbieter zum Thema Collaboration und Projektmanagement verloren, es sind zu viele die sich um den Kuchen streiten.

Aber irgendwie haben viele trotzdem gute Charts, ASAN ist auch so ein Fall.

Ich habe allerdings persönlich den Verdacht, dass der Markt hier nicht sieht, dass sich da schon zu viele tummeln, um die hohen Erwartungen überall zu erfüllen. Wenn ich schaue was ASAN anbietet verstehe ich auch nicht was daran so "dolle" ist, dass es eine MarketCap von fast 20 Milliarden bei gerade mal 300 Millionen Umsatz rechtfertigt.

Aber der Markt hat immer Recht, dazu stehe ich auch hier. Und der Markt kennt ASAN besser als ich, der ich nur oberflächlich draufgeschaut habe:

Acuity Brands (AYI)

Ein erster *Beat* nach Zahlen, hier zur besseren Einordnung im Weekly:

Teamviewer - was zu befürchten war ZH4

-> Teamviewer senkt die Jahresprognose <-.

Ich stelle dazu hier mal ohne weitere Worte meinen Kommentar zu Teamviewer vom -> Stream am 30.06.20 17:10 MEZ <- vor 1,5 Jahren ein:

Deutschland hat aber nicht nur Gurken, sondern auch ein paar heisse Werte wie Teamviewer. Ich kenne das Unternehmen und den Gründer aus meinen alten Tagen, gutes Unternehmen, gutes Geschäftsmodell, gutes Chart, das hier bullisch gegen den nächsten Deckel stösst.

Allerdings ist das Geschäftsmodell aber auch angreifbar von den Großen und sobald Teamviewer hier zum DAX-Kandidat wird, würde ich nicht unbedingt dann noch zukaufen.

Etwas erstaunt bin ich über die Entwicklung seit dem Börsengang, der Finanzinvestor Permira ist nicht bekannt dafür unter Wert zu verkaufen und ich hätte eine weniger starke Entwicklung erwartet, wobei ich mich jetzt nicht intensiv damit beschäftigt habe, wann die Sperrfrist abläuft. Ich habe von 180 Tagen gelesen und die sind vorbei.

Meine Vermutung ist aber, dass Teamviewer mit den vielen US Software-Werten mitgezogen wurde, weil man ja bei Teamviewer eine ähnliche Pro-Covid-Logik anwenden kann. Man sieht das auch im Chart mit dem Zünden des Nachbrenners Mitte März, während der Verlauf vorher eher normal war, so wie ich das beim einem Permira-IPO auch erwartet hätte.

Wenn das so ist, wurde der normale Kursverlauf durch diesen Covid-Sondereffekt deutlich nach oben gepusht, was aber auch die gleichen Korrekturrisiken wie bei DOCU und Co. bedeutet.

Also, alles in allem, tolles Chart, gutes Unternehmen, kann man im Gegensatz zu K+S haben. Aber man sollte sich der Begrenzungen und Abhängigkeiten bewusst sein

Und wie heisst es schön aus Serien mit Cliffhanger in Englisch: And now the conclusion:

Nun deutlich unter dem IPO, da hat wohl jemand "Pump and Dump" gemacht. 😉

Und übrigens, man brauchte dafür gar keine fundamentale Vorahnung haben wie ich, die reine Price-Action hat uns genug gezeigt.

Machen sie sich mal die Mühe und zeichnen sich selber ein, wo man bei Teamviewer schon klare Signale bekam, dass der Aufwärtstrend vorbei ist und wo man endgültig raus *musste*.

Das ist ganz lehrreich, weil Teamviewer dafür schönes Anschauungsmaterial hat und ich sage mal bewusst nichts, weil es wirklich nicht schwer zu sehen ist.

Machen sie das mal und übertragen das auf ihr eigenes, zukünftiges Handeln! Sie können es ja im Forum austauschen und sich Feedback holen!

Ein schönes Crypto-Chart ZH3

Was immer die Ursache ist, man kann länglich regulatorische Ereignisse rund um die Welt anführen, die mal positiv und mal negativ sind, das Bitcoin Chart hier ist im Daily ein starkes Chart. Da beisst die Maus keinen Faden ab:

Hier übrigens Ethereum in Dollar, auch nicht so schlecht:

Extrem spannend ZH2

Heute ist extrem spannend. Der Kampf zwischen Bullen und Bären wogt auf der Stelle und es ist dieses Mal ein Kampf, keine einseitige Dominanz der Bären.

Wie ich oben schon sagte glaube ich, dass da heute ein *Durchbruch* drin ist, je nachdem in welche Richtung es ausschlägt. Der Markt wirkt wie ein Bronco der an den Seilen zerrt.

Heute wird die zweite Handelshälfte besonders wichtig, bedenken sie wir haben immer noch kein höheres Hoch, der Abwärtstrend ist intakt!

Insofern sollten wir kurzfristig für morgen eher von tieferen Kursen entlang des Trends ausgehen. Sollte es aber gelingen im späten Handel ein höheres Hoch zu generieren und den SPX-Future über 4.360 zu treiben, wäre das ein klares Zeichen an der Wand für eine Wende!

Wir werden sehen, ich wünsche ein gutes Händchen. Bis Morgen an dieser Stelle, ins Forum schaue ich sicher.

Ihr Hari

*** END OF STREAM ***

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Hari Live Stream 13.09.21

Test der Schwäche ZH2

In Aufwärtstrends spricht man bei Gegenbewegungen von einem Test der Stärke, schnell wird sich dann zeigen, wie hoch das BTFD-Interesse wirklich ist. So haben wir heute früh im Abwärtstrend auf Ebene ZH2 folgerichtig einen "Test der Schwäche".

Denn der Markt poppt zur Eröffnung hoch und wenn der Abwärtstrend Bestand hat, sollte diese Stärke nun wieder abverkauft werden.

Der erste Versuch läuft schon sichtbar, es wird uns interessante Signale liefern, ob es nun passiert oder eben nicht. Trendfortsetzung oder nicht?

Leben wir in einer Simulation?

Mal ein Abstecher in dieses spannend-philosophische Thema. Da kam am 01. April diesen Jahres ein spannender Artikel im Scientific American, lesen sie unbedingt mal, wer Englisch nicht kann, findet im Google Translator eine Lösung:

-> Confirmed! We Live in a Simulation <-

"We must never doubt Elon Musk again" heisst es im Header und der Artikel erscheint am 01.04. - ein April-Scherz?

Wenn ja ein verdammt intelligenter. Ich sehe eine schlüssige, logische Argumentation, ganz ohne Klamauk. Eine Argumentation die zwar auf den ersten Blick absurd aussieht, die aber einen Charme hat, der einen nachdenken lässt.

Wenn es also ein April-Scherz sein sollte, dann der Intelligenteste den ich in meinem Leben je gesehen habe, denn es ist "möglich".

Legen sie mal den Druck des Täglichen "ich muss dies" und "ich muss das" beiseite und nehmen sich etwas Zeit für den Gedanken, vor dieser Annäherung an die Frage aller Fragen verblasst das tägliche Einerlei.

Denn es wird argumentativ die Frage in den Raum gestellt, ob die Lichtgeschwindigkeit nichts anderes als die Grenze des "Processor Speeds" in unserer Simulation wäre.

Zitat:

All computing hardware leaves an artifact of its existence within the world of the simulation it is running. This artifact is the processor speed. If for a moment we imagine that we are a software program running on a computing machine, the only and inevitable artifact of the hardware supporting us, within our world, would be the processor speed. All other laws we would experience would be the laws of the simulation or the software we are a part of. If we were a Sim or a Grand Theft Auto character these would be the laws of the game. But anything we do would also be constrained by the processor speed no matter the laws of the game. No matter how complete the simulation is, the processor speed would intervene in the operations of the simulation.

If we live in a simulation, then our universe should also have such an artifact. We can now begin to articulate some properties of this artifact that would help us in our search for such an artifact in our universe.

* The artifact is as an additional component of every operation that is unaffected by the magnitude of the variables being operated upon and is irrelevant within the simulated reality until a maximum variable size is observed.
* The artifact presents itself in the simulated world as an upper limit.
* The artifact cannot be explained by underlying mechanistic laws of the simulated universe. It has to be accepted as an assumption or “given” within the operating laws of the simulated universe.
* The effect of the artifact or the anomaly is absolute. No exceptions.

Now that we have some defining features of the artifact, of course it becomes clear what the artifact manifests itself as within our universe. The artifact is manifested as the speed of light.

Absurd? Vielleicht.
Intelligent? Bestimmt.
Möglich? Auch.

Aua 😀

Aber wenn sie denken der Artikel wäre nun am Ende, nein das ist er nicht. Denn jetzt wird es *spooky*.

Der Artikel stellt die Cui Bono Frage, wem dient unser Bewusstsein?

Und das sollten sie selber lesen, für mich faszinierend, weil dieses Modell der "fortgesetzen Nahrungskette" schon seit meiner Zeit als junger Erwachsener in meinem Kopf herumspukt.....

So here we are generating this product called consciousness that we apparently don’t have a use for, that is an experience and hence must serve as an experience. The only logical next step is to surmise that this product serves someone else.

So, there you have it. The simplest explanation for the existence of consciousness is that it is an experience being created, by our bodies, but not for us. We are qualia-generating machines. Like characters in Grand Theft Auto, we exist to create integrated audiovisual outputs. Also, as with characters in Grand Theft Auto, our product mostly likely is for the benefit of someone experiencing our lives through us.

Da ist sie, die galaktische Nahrungskette. Die Existenzen oberhalb unseres Niveaus laben sich nicht mehr an unserem phyischen Fleisch, sondern an unserer Essenz, unserem Erleben des Menschseins. Also noch einmal. Ein Aprilscherz? 😉

Ich denke das wurde mit dem 01. April im Hinterkopf geschrieben, ja. Der intelligenteste Aprilscherz der Geschichte. Aber es ist mehr als das. Es sind Gedanken die die eingefahrenen Bahnen verlassen und daher Wert sind gedacht zu werden, egal ob am 01. April oder anderswann.

Danke Scientific American, you made my day!

Hoffentlich nur ein Übergang

Noch ein Wort zur Bundestagswahl. Gestern war ja mal wieder ein "Triell", was für ein merkwürdiges Wort und was für ein sinnloses Format.

Aber eines macht das wirklich überdeutlich, diese Wahl, diese Themen und diese Kandidaten sind vom Niveau her eine *Zumutung*!

Es geht dabei nicht um deren Charakter, ich will ihnen nichts Persönliches absprechen, bestimmt alles nette, aufrechte Menschen. Es geht darum, dass Deutschland im nächsten Jahrzehnt vor Grundsatzfragen der Championsleague steht, aber sich politisch in der Regionalliga bewegt.

Ich glaube ich muss nicht anfangen das aufzulisten, von Geopolitik, Währungsraum über das brüchige europäische Haus bis zur Frage, wer wir als Land überhaupt sein wollen und woher unser Wohlstand kommen soll, der all die Versprechungen finanzieren soll.

All das ist aber nicht Thema, niemand macht sich die Mühe das dem Bürger mal mit einfachen Worten zu erklären, was vor uns steht. Wie soll schon Albert Einstein gesagt haben:

Wenn Du es nicht einfach erklären kannst, hast Du es nicht gut genug verstanden.

Da diskutiert vor uns ein netter, hervorragender Bürgermeister, mit einem trockenen, fähigen Verwaltungschef einer Behörde und mit einer kecken, ambitionierten Padawan*in, die nach Höherem strebt, aber sich noch im Umgang mit der Macht krass überschätzt. Das ist vielleicht Regionalliga, mehr sicher nicht.

Was wirklich wichtig ist, die großen Fragen, die kommen nicht vor. Nicht nur dieser Wahlkampf ist erbärmlich. Das was diese Parteienoligarchie als "Politik" für die 4. größte Wirtschaft der Welt und die Führungsmacht Europas hervorbringt, ist ganz generell erbärmlich.

Ich weiss nur nicht, wie man das ohne "Revolution", also ohne das jetzige Parteien-System einzureissen und neu aufzusetzen, ändern sollte. Und sage keiner die Väter des Grundgesetzes haben das genau so gewollt, haben sie nicht, der Parteienstaat hat sich wie eine Krake überallhin ausgebreitet und das war *nicht* im Sinne der Erfinder.

Ein Trauerspiel ohnegleichen. Es ist das Ergebnis von strukturellen Fehlentwicklungen und zusätzlichen 16 Jahren Sedierung durch Merkel.

Da bleibt nur die Resthoffnung, dass das nur eine Übergangsphase ist und die großen Fragen auch die Menschen dafür in den Vordergrund zerren. Darauf wetten würde ich nicht.

Wählen werde ich trotzdem. Nicht zu wählen ist kein Protest sondern Dummheit, weil man so indirekt das Endergebnis der anderen bestätigt und damit auch das, was man schon gar nicht will.

Jede Stimme ist wichtig im Sinne des "geringsten Übels", mehr ist wohl nicht drin.

Aktien des Tages ZH3

Cameco (CCJ)

Nun auch im Visier von WallStreetBets. Aber auch ohne das hier ja schon länger Thema, Atomkraft kommt wieder im globalen Maßstab.

Warum? Weil es *alternativlos* ist, wenn man schnell vom Verbrennen fossiler Stoffe weg will. Und das Abschalten laufender, sicherer Kraftwerke, während dafür neue Kohle- und Gaskraftwerke gebaut werden, ist mehrdimensional unverantwortlich. Danke Merkel.

Aus Sicht von ZH5 hier nun aber gefährdet für eine Zwischenkorrektur, bevor es nach oben heraus gehen kann:

ConocoPhillips (COP)

COP heute als Proxy für den Ölsektor mit Stärke und einigen Charts dieser Art, die den Abschluss einer Bodenbildung denkbar machen:

Asana (ASAN)

Worum geht es da? Um Projekt/Team-Software, ein Thema in dem die Konkurrenz gross ist.

Aber es ist ein schönes Beispiel für Volumenschübe, schauen sie mal wie das steigende Volumen die folgenden Bewegungen einleitet:

First Solar (FSLR)

Allegro MicroSystems (ALGM)

Ein Semiconductor-IPO von Ende letzten Jahres:

Zentraler Labor-Faktor ZH3

Es muss irgendeine Nachricht im Markt geben, die die Labor- bzw Medical Devices Aktien trifft und zu einem Trendbruch zwingt. Und zwar unisono. Ich zeige jetzt hier mal Thermo Fisher Scientific (TMO) und die deutsche Sartorius.

Es ist aber ganz egal, sie können auch DHR nehmen, oder IDXX oder Eurofins, alle schmieren heute ab.

Das spricht für einen zentralen Faktor, der nichts mit den Unternehmen zu tun hat, vielleicht die Politik im Bereich Covid-Tests oder so etwas ähnliches, aber ich sehe den Faktor noch nicht, habe durch das Schreiben jetzt aber auch nicht die Ruhe zu forschen. Früher oder später wird es sichtbar werden.

Lässt die Reisebranche Delta hinter sich? ZH3 ZH4

Delta und andere neue Sorgen haben auf den Aktien der US-Reisebranche wie Blei gelegen und für eine erneute Schwächephase gesorgt bzw zumindest die Aufwärtsbewegung aus Covid gestoppt.

Jetzt sind viele Aktien an einem Punkt, wo man langsam mal wieder nach vorne schauen kann.

Ein besonders prägnantes Beispiel ist dabei der Online-Reise-Vermittler TRIP, der ebenso unter Delta wie unter Zweifeln am Produktangebot gelitten hat.

Das Chart sagt nun aber, dass es nun interessant werden könnte. Noch braucht es etwas Geduld, aber ein Ende des Abwärtstrends gerät auf den Radar.

Die eingezeichnete Linie ist keine Trendlinie, ich vesuche damit das fallende Abwärtsmomentum zu visualisieren, das manchmal der Vorbote einer Wende ist. Ein Fall zum Beobachten:

Am Scheideweg ZH2

Es gibt typische Abläufe bei Korrekturen und immer wieder (Pivot-)Punkte, an denen sich der Weg nach oben oder unten verzweigt.

Ich denke wir nähern uns nun so einem Punkt, der vielleicht am morgigen Dienstag der Entscheidung zugeführt wird. Schauen wir auf den SPX Future im Hourly:

Die Stärke wurde abgewiesen, wir sind weiter im Abwärtstrend - das ist deutlich zu sehen.

Aber ... der Markt kämpft hier auch, ein sich aufbauender Boden nach 5 Abwärtstagen ist sehr gut vorstellbar, das würde sich dann Morgen in einem Reversal zeigen.

Aber ... solche Punkte sind ein zweischneidiges Schwert. Wenn dieses Reversal nun nicht kommt, sollten derzeit noch Zögernde auch zu Verkaufen beginnen und damit erst die echte Korrektur in Gang setzen.

Insofern werden die nächsten 24 Stunden bis Morgen spannend. Ich denke wir werden entweder einen Turnaround-Tuesday oder eine Abwärtstrend-Beschleunigung nach unten sehen, die uns dann sicher zum 50er SMA im SPX führt.

Bleiben sie gelassen und sitzen sie das aus. Es ist so oder so kein Weltuntergang und wir sollten eine tiefere Korrektur begrüssen.

Bis Morgen!

Ihr Hari

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Festigung der Stellung


Guten Morgen!

Die US Zwischenwahlen haben dieses Mal keine große Überraschung, sondern das vorher erwartete Ergebnis gebracht. Die Demokraten kontrollieren nun das Repräsentantenhaus, die Republikaner weiter den Senat.

In der Art wie dieses "Patt" zustande kommt, liegt aber ein weiterer Triumph für Trump. Vergessen wir nicht, dass noch vor 2 Jahren davon geredet wurde, dass er ja nur ein "Betriebsunfall" der Geschichte sei. Erinnern wir uns auch, wie extrem Obama bei seinen letzten Zwischenwahlen abgestraft wurde.

Denn Zwischenwahlen gehen eigentlich fast immer negativ für den Amtsinhaber aus, ein ganz normaler demokratischer Mechanimus, den wir auch in Deutschland haben. Die Regierungsparteien in Berlin tun sich bei Landtagswahlen auch immer schwer, das ist ein ganz natürlicher Ausgleichsmechanimus.

Wenn also Trump tatsächlich ein "Idiot" und ein "Betriebsunfall" wäre, wenn Amerika wirklich "fertig" mit diesem narzistischen Präsidenten hätte, müsste heute ein rauschender Sieg der Demokraten sichtbar sein. Das Gegenteil ist der Fall, es ist eher ein laues Lüftchen, das Minimum sozusagen, was man von einer Zwischenwahl erwarten kann, um sie für die Demokraten nicht zur Katastrophe werden zu lassen.

Denn im Senat, in dem die Mehrheit der Republikaner bisher knapp war, wird diese ausgebaut, was Trumps Position stabilisiert, zumal einige Kritiker innerhalb der Republikaner nun auch nicht mehr im Senat sind.

Die Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus dagegen, ist nicht so massiv, dass die Demokranten nun schalten und walten könnten wie sie wollen. Dazu muss man wissen, dass das US System insofern weit demokratischer als das deutsche Listenwahl-System ist, weil die Abgeordneten ihr Mandat ausschließlich von ihren Wählern haben und diesen daher primär verpflichtet sind - nicht der Partei. Eine starre Fraktionsdisziplin wie in Berlin, die Abgeordnete zu "Stimmvieh" nach dem Wunsch der Regierung macht, gibt es dort also nicht.

Sicher gibt es auch in den US Disziplinierungsmittel, mit denen die Parteien Einfluß auf die Abgeordneten nehmen können, es geht ja auch um Unterstützung und Parteigelder. Diese sind aber viel weniger wirksam und der Wille der Abgeordneten die Wünsche ihrer Wähler umzusetzen, ist weit ausgeprägter als bei uns - ganz einfach weil *nur* die Wähler eine Wiederwahl garantieren können und nicht eine Parteiliste zur Wahl, die in der Parteizentrale ausgeheckt wird.

Kurz gesagt, der deutsche Abgeordnete denkt zuerst daran, im Machtsystem der eigenen Partei einen Listenplatz möglichst weit oben zu ergattern, der ihn vom Ergebnis der Wahl und damit dem Wähler unabhängig macht. So entstehen diese Politiker-"Karrieren" völlig unfähiger Gestalten, die im Leben nie etwas anderes getan haben, als in den Parteigremien zu antichambrieren. Der amerikanische Abgeordnete im Repräsentantenhaus denkt dagegen zuerst daran, seine Wähler glücklich zu machen, weil nur diese seine Wiederwahl ermöglichen können und niemand sonst.

Das Parlament dort ist also selbstständiger und so gibt es auch unter den Demokraten zu diversen Themen diverse Abweichler und es gibt keinen monolithischen Block, der nun immer zusammen abstimmen wird. Die Mehrheit der Demokraten ist nicht groß genug, um massiven Druck aufzubauen, es wird bestenfalls für ein wenig Destruktionspotential reichen.

Dieser Nachteil der Wahl für Trump, wird aber durch den gefestigten Senat ausgeglichen, der bisher mit Trump-Gegnern wie McCain auch kein leichter Partner war. Hinzu kommt ein Faktor, den viele derzeit noch nicht richtig auf dem Radar haben, die Wiederwahl Trumps in 2 Jahren dürfte heute wahrscheinlicher geworden sein.

Nicht nur, dass er seinen Wahlsieg vor 2 Jahren in ungünstigem Umfeld der Zwischenwahlen faktisch bestätigt hat, er kann nun auch die Demokraten mit einbeziehen und alles was nun schief läuft, ihnen und ihrer "Blockadehaltung" in die Schuhe schieben. Und wir wissen, das genau das - das "Blaming" und mit dem Finger auf andere zeigen - Trump ganz meisterlich beherrscht.

Trump wird also diverse kontroverse Themen aus dem Hut ziehen, die seiner Wählerschaft nützen. Statt diese bisher mit Gegnern im eigenen Lager zu verhandeln, werden diese nun von Demokraten blockiert, was Trump wunderbare Argumentationshilfe bietet, um mit dem Finger auf die Demokraten zu zeigen und alles was schief läuft dort abzuladen.

Und genau das wird er tun und es wird wirken. Die Demokraten haben also nichts wirklich gewonnen, genau genommen stecken sie jetzt mit im "Salat" der Trump-Präsidentschaft und können diese nicht mehr so einfach von der Seitenlinie kritisieren.

Summa Summarum haben wir ein erwartetes Ergebnis mit leichtem Vorteil für Trump, ein Ergebnis mit dem der Markt zunächst einmal hervorragend leben kann, bevor in 2019 der "Gridlock" dann tatsächlich seine Wirkung entfaltet.

Dieses Ergebnis war auch definitiv schon in den Kursen, ja sogar ein engeres Rennen war in den Kursen, weswegen eine Erleichterungsreaktion nun recht wahrscheinlich ist.

Ein positiver Jahresabschluß ist letzte Nacht also wahrscheinlicher geworden.

Gleichzeitig sollte der Effekt der Wahl nur zeitlich begrenzt sein, gerade weil das Ergebnis erwartet wurde. Besondere "Schnäppchen" aufgrund unseres zeitlichen Vorsprungs heute früh, sind also nur schwer auszumachen.

Auch zeitlich gesehen wird der Markt die Wahl nun sehr schnell abhaken und sich wieder dem zuwenden, was ihn wirklich umgetrieben hat, den Zinsen und dem Handel.

Ich hatte ja schon im Vorfeld betont, dass die Wahl nicht das wichtigste Thema für den Markt war, sondern dieser vor allem von den Makrothemen wie Zinsen und Handel bewegt wurde, verbunden mit seiner inneren Marktmechanik, in der eine Korrektur schon lange fällig war. Diese Themen rücken jetzt wieder in den Fokus, die FED am morgigen Donnerstag ist der nächste Meilenstein.

Hier sind die US Futures heute früh Stand 08:45 MEZ, der gestrige Tag ist die schwarze Box, die US Futures seit heute Nacht sind in Gelb zu sehen:

Was die Sektoren angeht, hat der wegen der politischen Risiken verprügelte Aerospace & Defense Sektor damit Chancen, zu einer Erleichterungsbewegung anzusetzen.

Bei Healthcare hatte die demokratische Mehrheitsführerin Nancy Pelosi heute Nacht nichts Besseres zu tun, als sofort wieder von-> Preisdeckelung bei Medikamenten <- zu reden. Das wird zwar gegen einen republikanischen Senat nur schwer möglich sein, der den Demokraten keinen Erfolg erlauben will, ganz unmöglich ist es aber nicht, dass hier eine überparteiliche Bewegung in Gang kommt. Der Stimmung im Sektor tut es heute wohl eher nicht besonders gut.

Fazit:

Die Wahl wird schnell im Rückspiegel verschwinden. Die Chance auf einen starken Jahresausklang ist heute größer und nicht kleiner geworden, ohne dass das ein durchschlagendes Argument ist.

Wir können und sollten uns wie der Markt also wieder mehr auf die Marktmechanik konzentrieren und damit wir belastbar glauben können, dass die Tiefs des Oktobers nun hinter uns liegen, sollte die 200-Tage-Linie im SPX nun überzeugend zurück erobert werden:

Das ist nicht mehr weit und ich gehe auch davon aus, dass die Linie heute zumindest touchiert wird, wahrscheinlich auch erobert wird.

Wenn der Markt ganz fies ist, läuft er heute in einer kurzen Erleichterungsreaktion bis zur 200-Tage-Linie und startet dann im Zuge der FED doch den Retest nach unten, wenn er die Wahl hinter sich lässt.

Das ist keineswegs undenkbar, nicht mal unwahrscheinlich, denn ein *All Clear* Signal zum Jahresende ist diese Wahl nicht, einfach nur ein wichtiges, aber nicht alles entscheidendes Positivum.

Im DAX sind Blütenträume weiter nicht angesagt, solange der die 11.800er Zone nicht zurückerobern kann, würde ich dem nicht viel Vertrauen schenken. Eine weitere Abwärtsbewegung bis 10.800 ist jederzeit in den Karten. Am Ende wird der DAX aber nur machen, was die US Futures vorgeben.

So weit meine Einordnung des Geschehens, die ich bis 09 Uhr zu Ihnen bringen wollte. Wir lesen uns am Nachmittag zum Stream, an den US Märkten wird heute viel Bewegung sein.

Ihr Hari

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Die Predigt



Guten Abend!

wissen Sie, was wir vor einem Jahr gemacht haben? Ich sage es Ihnen, wir waren kurz nach Trumps Wahl hier beim Indecision Candle des 10.11.16:

Wenn Sie sich erinnern, am Wahlmorgen, dem 09.11., als die Kurse aus Schreck noch massiv in der Nacht gefallen waren und Carl Icahn von Trumps Wahlparty weggerannt ist, um sich mit Aktien vollzuladen, hatte ich in -> US Wahl V - Die grosse Chance <- geschrieben:

Viele dürften nun in Schockstarre sein, auch wenn sie sehen, was die Kurse ihrer Depotwerte machen. Der Drang nun zu jammern und zu klagen und sich erst einmal zu verkriechen, dürfte bei vielen hoch sein, die nun auf dem falschen Fuss erwischt werden.

Wer sich dem aber nicht hingibt, wer das Rückrat und die intellektuelle Klarheit hat, sich im Durcheinander schnell anzupassen und klare, harte Schlüsse zu ziehen, dürfte dagegen auch Chancen haben, zu den Gewinnern dieser Wende zu gehören.

Wäre Clinton die Siegerin gewesen, wäre das ein Tag der kurzfristigen, taktischen Spielchen an der Börse gewesen. Clinton ist aber Geschichte, die Familie wird sich aus der Politik zurück ziehen, davon gehe ich aus.

Mit Trump als klarem Sieger der Wut, sind wir heute aber eher in einer Situation, in der wir mittelfristige Chancen ergreifen und uns positionieren müssen.

Am 11.11. habe ich dann den Begriff der ->World of Donald <- eingeführt, um zu beschreiben dass wir nun auf alles aufsatteln, was von Trumps Politik profitieren würde.

Und ich habe eine Predigt gehalten, die Sie bitte noch einmal lesen sollten, weil sie wichtig ist:

So ist es eben an Zeitenwenden, da ist geistige Flexibilität gefragt. Auch was die Evolution angeht, wird das "Survival of the Fittest" ja immer wieder falsch im Sinne des "Überlebens der Stärksten" übersetzt. Völlig falsch, es sind die Anpassungsfähigsten, nicht die Stärksten, die Zeitenwenden überleben. Wäre es anders, würden immer noch Dinosaurier hier durch die Wälder trampeln.

Wer aber an alten Vorstellungen festhalten will, wird mit ihnen untergehen. Das gilt für die Evolution ebenso, wie für wirtschaftliche Brüche, mit denen ganze Branchen verschwinden.

Und das gilt auch für die Börse. Alte Gewissheiten werden verschwinden, die Welt ist massiv im Wandel. Die "World of Donald", wird auch viele Anlagepräferenzen durcheinander wirbeln und hat damit schon ganz massiv begonnen.

Wir müssen als Anleger anpassungsfähig und geistig flexibel sein, das ist unser primärer Job. Die grossen Überzeugungen, kann man in der Kirche oder der Wahlkabine haben, an der Börse sind sie schädlich für das Depot.

Ich betone das hier so, weil ich sie wirklich motivieren will, nicht wie ein Kaninchen auf die Schlange, nun starr auf die laufenden Veränderungen zu schauen und diese im schlimmsten Falle sogar gedanklich zu bekämpfen. Ich will Sie motivieren, sich auf die "World of Donald" einzulassen, diese im positiven Sinne anzunehmen und darin die Chancen zu sehen.

Das ist Anpassungsfähigkeit, das ist das Zeichen der "Fittesten", die aus dem Wandel gestärkt hervor gehen können. Derzeit laufen durch die Medien ja wieder diese #notmypresident Proteste, wie es diese in ähnlichem Stil auch nach dem Brexit gab. Selbst wenn wir die Frage beiseite lassen, wie zutiefst undemokratisch und selbstverliebt diese Haltung ist, denn gewählt ist gewählt und Trump *ist* nun der President aller Amerikaner, auch von denen, die ihn nicht wollten - Vor allem ist es das Zeichen von Menschen, die nicht loslassen können und von Medien, die immer noch an den falschen Themen dran sind.

Die Zukunft gehört denen, die sie gestalten. Nicht denen, die klagen, jammern oder zögern und sich die Welt als ihren kleinen Schrebergarten wünschen, in dem alles ganz so ist, wie man sich das vorstellt und wie man es seit Jahrzehnten kennt.

Wir selber, haben nur wenig Einfluss auf diese Welt, dafür aber massiv auf unsere eigenen Depots. Gestalten wir diese Welt also, wenn wir es nicht schon getan haben. Passen wir uns an, überleben wir.

Und am Montag nach dem Wochenende, habe ich noch -> Passen wir uns an <- geschrieben:

Denn ich will uns nun auf unsere Aufgabe in dieser Woche fokussieren. Dies ist die Woche, in der wir uns in Ruhe das Jahresende zurecht legen können und sollten! Und die Woche, in der wir die Grundlagen für einen guten Start in 2017 legen.

Meine Sicht kennen Sie: der Schub nach der Wahl war "echt", auch die Sektorenselektion war "echt" und wird uns bis in 2017 erhalten bleiben.

Der Markt hat uns die Regeln der neuen "World of Donald" in den Grundzügen schon gezeigt, passen wir uns an!

Warum wiederhole ich das Geschehen von vor einem Jahr nun noch einmal?

Weil darin - gerade in meiner Predigt - eine eminent wichtige Wahrheit steckt. Eine Wahrheit die bald schon wieder ganz wichtig werden könnte. Ich wiederhole sie noch einmal:

Wir müssen als Anleger anpassungsfähig und geistig flexibel sein, das ist unser primärer Job. Die grossen Überzeugungen, kann man in der Kirche oder der Wahlkabine haben, an der Börse sind sie schädlich für das Depot.

Denn irgendwann, vielleicht bald, wird der Markt wieder eine wichtige Zeitenwende vollziehen und die Kurse werden spürbar in Bewegung geraten. Und dann ist es wieder unser Job, ohne zu zögern hart einzugreifen und die Richtung unseres kleinen Bootes zu ändern. Das war das Erfolgsmodell im November 2016, wir haben diesen Schub nach der Wahl perfekt mitgenommen, auch weil ich so getrommelt habe. Schwieriger wurde es erst danach in 2017, da wo der Markt weiter stieg, obwohl eine Korrektur überfällig war.

Und diese Konsequenz wird wieder das Erfolgsmodell sein, vielleicht dieses mal nach unten, wer weiss. Aber nur so geht es, mit Zögern, Zaudern, Grübeln und im Konjunktiv die Zukunft weissagen zu wollen, geht es nicht!

Prägen wir uns also die Lehre ein, wie man vor einem Jahr Geld verdienen konnte, wir werden dieses Wissen um Konsequenz im Handeln noch brauchen - das verspreche ich!

Was macht der Markt heute? Nun ich schreibe diese Zeilen um 17:00 MEZ und das ist noch recht früh im Wallstreethandel.

Aber wenn ich auf das Chart des SP500 schaue, dann macht der vielleicht gerade das, was er bei einer ähnlichen Wende am 26.10. auch gemacht hat, sehen Sie selber:

Ich hoffe ja, dass er doch noch abkippt, die initiale Schwäche lässt das zu. Aber ich wäre erstaunt wenn der Markt da heute am Freitag schon seine Karten aufdeckt, wahrscheinlicher ist, dass er uns unsicher ins Wochenende schickt.

Mehr ist im Moment in meinen Augen nicht zu sagen, es riecht danach als ob es noch weiter runter geht, hoffen wir dass es auch so kommt und wir ein gutes Long-Setup Ende November bekommen. Die dazu gehörigen Charts habe ich Ihnen gestern in -> Was erlauben sich Markt? <- gezeigt und sind immer noch gültig.

Vor dem verdienten Wochenende noch ein Blick auf ein paar einzelne Aktien:

Zu Merck KGaA hatte ich mich ja gestern früh in -> die alte Honigfalle <- klar geäussert, Zitat:

Bei so einem Bild bin ich nicht bereit, auf der Long-Seite grössere Risiken einzugehen, das will ich mit diesem Chart sagen.

Nun sieht das so aus, der gestrige Tag der Aussage ist markiert:

Sie sehen, auch nach unten sagen uns Charts was, nicht immer, aber immer öfter.

Anders herum läuft es seit ein paar Tagen bei der Deutschen Bank, unser "Johann" hat es erkannt und ->hier <- mit uns geteilt.

Lesen Sie bitte seinen Post 45, da kann ich nur zu nicken - eine sehr sinnvolle Vorgehensweise, die sich weitgehend mit meiner Herangehensweise an so Dinger deckt. Ich denke in der Regel auch nicht in festen Zielen, sondern von Tag zu Tag und versuche dem Markt die Entscheidung zu überlassen. Der klassische Fall dafür ist der trendfolgende Trailingstop - solange der Trend hält bleibt man drin, wenn nicht ist man raus. Fertig, keine weiteren Überlegungen und Hintergedanken im Konjunktiv, Keep it Simple!

Hier ist das Chart der Deutschen Bank, da läuft nun der Lackmus-Test. Das Volumen ist in Ordnung, könnte aber noch etwas besser sein:

Den Solarsektor habe ich ja nun oft genug promoted, aber ich will erneut an den Sektor erinnern, denn auch im schwachen Markt steigt der Sektor ETF TAN weiter und er hat im Langfristchart immer noch diesen betörenden "Doppelbusen", der einen ganz "heiss" machen kann, wenn man auf schöne Chart-Symmetrien steht:

Sicher ist das nicht sicher, ich bitte Sie! Aber es lächelt einen an, in 2013 war diese Bewegung auch möglich und auch da begann es erst mit durchschnittlichem Volumen, der grosse Volumenschub kam erst dann, als Onkel, Tante und meine Oma auch darauf aufmerksam wurden.

Ein kleines Zückerli habe ich dann noch für die kurzfristigen Zocker unter uns. Sie erinnern sich doch vielleicht an Mannkind (MNKD), den Zock an dem wir (auch ich) viel Spass hatten.

Einstieg am 11.09. in -> Die dümmsten Bauern <- beschrieben. Ausstieg dann bei knapp über 6 USD im ersten Reversal mit Trailing-Stop, hier am 05.10. in -> Die Bulldogge und der Anzugträger <- ganz unten im Artikel Live beschrieben.

Danach hat mich MNKD erst mal nicht mehr interessiert und ich habe auch nicht mehr darüber geschrieben. Jetzt werde ich aber wieder aufmerksam, sehen Sie selber hin warum:

Wer zocken will muss einen Stop eng unter den sich andeutenden Doppelboden setzen und dann nach oben laufen lassen, falls man das Glück hat, dass es tatsächlich nach oben geht. Aber Vorsicht, *extrem* volatiler Trade, nur mit "Spielgeld" machen, das kann in beide Richtung stark ausschlagen und mehr als einen kleinen Edge nach oben sehe ich derzeit nicht.

Und noch etwas, wieder etwas Psychologie. Diejenigen, die den Zock damals verpasst haben und es bereut haben, werden jetzt, wo ich ihn noch einmal erwähne einen besonderen Druck verspüren den "Fehler" jetzt glatt zu ziehen.

Dabei entsteht Druck in Ihnen, der Affe rumort, er will was gut machen. Objektives Faktum ist aber, dieses Setup ist *nicht* so gut wie das Mitte September. Ein sich anbahnender Schub mit Kompression, ist immer aussichtsreicher und vor allem nach unten sicherer, als einen Boden bei einem abstürzenden Kurs wie hier zu antizipieren.

Also noch einmal, dieses Setup ist *nicht* besser als das im September, es ist riskanter, zumal noch eine Volumensignatur fehlt. Und wer es damals nicht gemacht hat, sollte es deshalb jetzt auch nicht machen.

Lassen Sie sich nicht vom Affen in uns allen unter Druck setzen. Der flüstert Ihnen nun ein, dass das Ding nun "sicherer" sei als im September, weil es ja schon einmal geklappt hat. Das ist es aber nicht, dieser Affengedanke ist kompletter *Bullshit* und nur für die Savanne geeignet - da stimmt er übrigens und hat seinen evolutionären Wert zur Risikovermeidung, weswegen wir Affen den Gedanken ja auch in uns drin haben!

Wer aber damals schon bei MNKD dabei war und weiss was er macht, der kann nun mal wieder interessiert auf MNKD schauen.

Damit lasse ich es für diese Woche gut sein, sie war arbeitssam und hat mir ein neues Charttool gebracht. Nun wünsche ich uns allen ein schönes Wochenende. Wir lesen uns wie immer im Forum und am Montag wieder hier.

Ihr Hari
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Von blinden Flecken und abfahrenden Zügen



Guten Abend!

Erstaunlich, es hat heute nicht mal einen Hauch von Unsicherheit im DAX vor der Wahl gegeben, kein leichtes Bröseln wie ich erwartet hatte, sondern nur ein richtungsloses Gezappel:

Am Ende gab es gegenüber gestern praktisch keine Bewegung, das ist bemerkenswert. Bemerkenswert weil es erneut bestätigt, dass die Märkte überhaupt keine Erwartungen an eine problematische Regierungsbildung nach der Wahl haben. Alle scheinen glücklich und selbstzufrieden damit zu rechnen, das alles so weiter geht wie bisher.

Nun ist diese Sicht ja nicht falsch, auch ich würde dem nach wie vor die höchste Wahrscheinlichkeit geben, aber es ist doch auch Zeichen eines "blinden Flecks" den der Markt nun hat.

Selbst hier bei uns im deutschsprachigen Raum ist der blinde Fleck da, ich zitiere mal aus einem kurzen -> Marktupdate via DowJones <-:

Die europäischen Börsen treten am Freitagnachmittag auf der Stelle. Der DAX bröckelt etwas ab, gegen 16.15 Uhr fällt er um knapp 0,1 Prozent auf 12.593 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 zieht dagegen um 0,1 Prozent an. Zwar gelten die anstehenden Bundestagswahlen nicht als großes Event für die Märkte, denn zu sicher scheint es zu sein, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt. "Trotzdem halten sich potenzielle Käufer erst einmal zurück", sagt ein Händler.

Zum einen könnte ein starkes Abschneiden der AfD die Anleger verschrecken, weil die deutsche Politik dann noch reservierter gegenüber Transferzahlungen in die Peripherie-Länder werden könnte. Andererseits wäre das auch schon bei einem Regierungseintritt der FDP möglich, da diese die jüngster Vorschläge von Jean-Claude Juncker zur Umgestaltung der EU und der Eurozone abgelehnt habe.

Interessant oder? Auf den Gedanken, dass es vielleicht gar keine Regierungskoalition gibt, weil keiner will, kommt niemand. Ist ja auch sehr ungewöhnlich und noch nie dagewesen, bei dieser Wahl bei einem sehr schlechten Abschneiden der SPD aber keineswegs ausgeschlossen. Ich bin echt mal gespannt, wie das am Sonntag ausgeht und dann am Montag weiter geht. Wenn die SPD recht gut abschneidet, wird es dagegen ganz langweilig und ruhig.

Aber weder in den US Indizes, noch in EURUSD noch bei Gold ist heute irgendetwas passiert, das die schon gezeigten Charts und Aussagen verändern würde, insofern kann man die Indizes ganz schnell abhaken. In UK ist Bewegung, das will ich heute aber nicht thematisieren, weil zu viele andere Themen warten.

Bei Tesla ist heute Bewegung nach unten, aber man sollte -> wirklich nicht herausfinden wollen warum <-.

Wichtig ist das Chart und da setzt Tesla nun auf der Trendlinie auf. *Jetzt* wird es also interessant, bisher war das alles ganz normal:

Tja und dann haben wir die Solarthematik, die ich Ihnen in -> Liquiditätserörterungen <- gestern hier ausführlich nahegebracht habe.

Die Lotterie hat gesprochen, es wurde -> einmütig eine Verletzung fairen Handels festgestellt <-. Und es passiert, was in dem Fall zu erwarten war und ich beschrieben habe, der grösste Gewinner ist First Solar (FSLR) und die Aktie geht ab wie eine Rakete:

Das ist aber vielleicht nur der Anfang, Hochstufungen könnten folgen und die mittelfristige Struktur sieht nun sehr aussichtsreich aus:

Der ganze Sektor in Form des ETFs TAN dagegen bewegt sich kaum, weil sich Profiteure wie FSLR und Verlierer (Importeure in die US) die Waage halten:

Das war jetzt so ein Ding, bei dem einem die Markttechnik nicht wirklich helfen konnte. Das war Lotterie, eine digitale Entscheidung, auf die man keinen Einfluss hatte. Aber jetzt kann man dafür die richtigen Schlussfolgerungen ziehen.

Im Energy Sector geht die Ausbruchsbewegung weiter, achten Sie auf die dicke Ansammlung grüner Kerzen. Die Diskussion um neue US Sanktionen gegen den Iran hilft den Ölpreisen ebenso, wie -> Nachrichten, dass die Produktionskürzungen gut funktionieren sollen <-.

Wenn man rein nach der Markttechnik geht, ist das ein starker Aufschlag im XLE, der für weitere mittelfristige Gewinne spricht:

Tja und Apple (AAPL) fällt weiter, es sieht alles danach aus, als ob sich meine zuletzt vorgestern in -> kurzer Zwischenruf <- dargestellten Annahmen als richtig heraus stellen. Hier ist mittelfristig weiteres Abwärtspotential, faszinierend wie das ab dem Event am 12.09. wirklich mit Ansage so abgelaufen ist:

Ach übrigens, wenn wir schon bei "Ansage" sind, Sie erinneren sich doch vielleicht an meine 70 USD bei iRobot (IRBT) und warum ich auf 70 warte? Vor einer guten Woche habe ich das in -> Konsolidierung aussitzen <- dargestellt.

Nun schauen Sie mal, kommt put, put, komm zu Papa. 🙂

Damit das klar ist, ich hüpfe bei 70 nicht sofort rein. Aber ab 70 wird das Schauen nach einer Wendeformation interessant, nicht mehr und nicht weniger.

Und ganz zum Schluss noch interessantes Anschaungsmaterial was ein erster Schub bedeutet. In -> leise Servus sagen <- hatte ich Ihnen vor einigen Tage Aerojet Rocketdyne (AJRD) gezeigt, die mit dem Schub der NOC-> OA Übernahme mitgezogen wurden.

Nun schauen Sie mal, was daraus geworden ist:

Wir sehen den Artikel mit dem blauen Pfeil und wo wir heute sind mit dem schwarzen Pfeil. Ein erneutes Beispiel, warum ein erster Volumenschub sehr oft der *Anfang* von etwas ist und nicht das *Ende*. "Oh verpasst" ist also oft eine ziemlich falsche Wahrnehmung des Affenhirns. An der Börse kann es also durchaus lohnend sein, bei mit vollem Dampf aus dem Bahnhof fahrenden Zügen, noch im letzten Moment hinten aufzuspringen.

So ... am morgigen Samstag, wenn die Börsen geschlossen haben und keiner mehr was machen kann ;), erscheint von mir bei Tichy ein Artikel zur Wahl, dessen Inhalt Sie schon kennen. Die Vermutung, dass das Ergebnis der SPD für die Märkte zu einem Korrekturpotential führen wird, wenn es so schlecht ist, dass die SPD wie ein verendender Hirsch nicht mehr zur GroKo fähig ist.

Am Sonntag Abend gegen 19 Uhr werde ich dann für 5-10 Minuten Live bei Tichy Live via Skype zu sehen sein und die Wahl mit Blick auf die Märkte kommentieren.

Ansonsten lesen wir uns frisch und munter am Montag und diskutieren dann fröhlich, was das dann für "dieses unser Land" bedeutet.

Machen Sie es gut!

Ihr Hari

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Fakeout Risiko



Guten Morgen!

Die Woche beginnt an den Börsen mit der Hoffnung der Bullen, dass es wie in der Vorwoche nach oben weitergeht. Insbesondere in den US Indizes sind runde Marken zu knacken, die 2.500 im SP500 und die 6.000 im NASDAQ100.

Gerade der NASDAQ sieht richtig gut aus, er schmilzt sozusagen hoch und drückt so mit Macht gegen den Deckel, dass man davon ausgehen muss, dass der Ausbruch bald erfolgt.

Die Chancen für eine weiter positive Woche sind also nicht schlecht. Aber ... diese Woche gibt es ein "Aber".

Im Gegensatz zu den letzten Wochen, in denen die Marktstimmung sehr verhalten war und ein positiver Verlauf damit gestützt wurde, ist der Markt nun überkauft und der Optimismus merklich. Es ja gerade dieser Optimismus, der die Kurse im frühen Handel zum Beginn der Woche weiter hoch treibt.

Das schafft ein Risiko, das Risiko eines Fakeouts, das man am DAX besonders schön zeigen kann:

Nun muss ich betonen, dass das nur ein Szenario ist. Vielleicht kommt es dazu gar nicht. Der Punkt ist, dieses Risiko ist aufgrund der Rahmenbedingungen nun da, in den letzten beiden Wochen hatte ich so ein Risiko nicht auf dem Radar und habe eher nach oben geschaut.

Dabei spielt natürlich auch das Hauptereignis dieser Woche, die FED am Mittwoch eine Rolle. Der Markt rechnet mit einem Einstieg in den Bilanzabbau und hält eine weitere Zinserhöhung für denkbar. Voll eingepreist ist diese Zinserhöhung aber wohl noch nicht und die FED ist sich intern uneins in Sachen Inflation, insofern ist dieser Mittwoch durchaus für Überraschungen in beiden Richtungen gut.

Dann haben wir die zum Ende September sowieso negative Saisonalität, einen nun überkauften Markt und wir haben aus Sicht des DAX auch die Bundestagswahl vor uns.

Wir haben dazu -> hier im Forum <- ja mal ein paar Tipps abgegeben und man sieht an denen, dass das Land in einer Woche wohl vor einer sehr schwierigen Regierungsbildung stehen wird. Denn je tiefer die SPD sinkt, desto weniger wird diese erneut in eine dann gar nicht mehr so grosse Koalition eintreten. Und die diversen Dreierbündnisse sehen ich noch nicht, die Scherkräfte sind zu stark.

Ich bezweifele, ob die US Investoren politische Instabilität für Deutschland schon auf dem Radar haben. Dort dürfte die Sicht "Merkel bleibt" vorherrschen, die zwar richtig ist, aber in Unkenntnis unseres Wahlsystems verkennt, dass es dazu Partner braucht und die könnten wegfallen, wenn eine waidwunde SPD nicht mehr kann oder will.

Auch daraus erwächst also ein Risiko für den DAX, das sich dann vielleicht erst in einer Woche in den Kursen realisiert. Auch dieses Risiko passt aber durchaus zum gezeigten Verlauf hoch bis zu den alten Hochs von Juli knapp unter 12.700 und dann abwärts.

Erneut, wir haben einige neue Mitglieder an Bord, ein Risiko ist nur ein Risiko. Die Chancen für die Bullen sind auch diese Woche gut. Aber dieses Risiko ist nun eben da, die letzten Wochen war es so nicht da.

Was haben wir noch am Beginn der Woche?

Wir haben einige Indexumstellungen, von denen besonders namhaft unter anderem Airbus profitiert, die in den Stoxx50 rutschen. Auch das Chart mit seiner flaggenartigen Struktur, lässt durchaus eine bullische Interpretation zu:

Wir haben EURUSD, das sich weiter nicht entscheiden kann und noch im Aufwärtstrend verharrt. Hier wird der Mittwoch 20 Uhr natürlich besonders wichtig:

Und wir haben Gold, das den von mir selbst im freien Bereich in -> Gold und die Gummibandtheorie <- komunizierten Pfad weiter einzuschlagen scheint:

Die entscheidende Unterstützung sehe ich dabei übrigens etwas unter 1.300 USD.

So weit erst einmal ganz generell im Überblick zum Beginn dieser Woche. Am Nachmittag kommen wie immer mehr Details und einzelne Opportunitäten zum Geschehen an der Wallstreet. Die Lageampel haben Sie schon am Sonntag erhalten.

Ihr Hari

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Einfach UN! – Urlaub vorbereitet



Mit diesem Beitrag möchte ich meinen zweiwöchigen Urlaub ab Pfingsten vorbereiten. Und Ihnen ein paar lockere Hinweise für diese Zeit geben, organisatorisch und zum Markt.

Ich werde heute und am morgigen Freitag weiter je einen Morgen- und Nachmittags-Bericht schreiben, dieser hier ist aber der letzte Sonderartikel vor dem Urlaub.

Im Zeitraum vom 03.06. - 18.06. werde ich mal *gar nichts* machen, was die Börse und diesen Blog angeht. Das ist UNglaublich, UNmöglich, UNfassbar, UNwahrscheinlich, einfach UN! 😉

Treue Mitglieder die hier seit fünf Jahren dabei sind, wissen wie aussergewöhnlich das ist, denn ich bin fast immmer da. Im Urlaubsmodus zwar mit deutlich gebremstem Schaum, aber ich bin da und schreibe.

So wird das auch im August wieder sein, wenn ich für einen Monat in den traditionellen Ferienmodus während der Sommerferien gehe. Aber da werde ich präsent sein, wenn auch unregelmässig und mit herab gesetzter Intensität. Ab Übermorgen aber, bin ich für 2 Wochen definitiv weg, auch wenn es börsentechnisch "Katzen hagelt". 😉

Tja, so ganz weg dann natürlich doch nicht. Ich muss als Einzelkämpfer natürlich schauen, dass Blog und Server weiter laufen. Ich muss administrative Dinge weiter machen und ich schliesse nicht aus, dass ich mich auch mal im Forum melde und vielleicht sogar mal was schreibe. Das dann aber nur, wenn mir danach ist - rechnen Sie nicht damit und gehen Sie davon aus, dass ich von der Bildfläche verschwunden bin und nur in sehr dringenden Fällen über Mail erreichbar bin.

Warum ich diese 2 Wochen konsequenten Abstand mal brauche, bedarf wohl keiner näheren Erläuterung mehr: Wer viel schreibt, fühlt sich irgendwann "leer". Dieser Markt, der so störrisch hochschiebt, während man gleichzeitig unbedingt auf den Zehenspitzen bleiben muss, laugt noch zusätzlich aus. Und es ist schwierig über so einen Markt intelligentes zu schreiben, weil man sich nur immer wiederholen könnte.

Diese zwei Wochen werden für mich also ein kreativer Schub sein, damit ich danach wieder richtig in den Börsenapfel beissen kann. Und ich habe auch so einige grundsätzliche Gedanken mit denen ich schon länger schwanger gehe, die ich mal in Ruhe im Liegestuhl mit Cocktail in der Hand durch meine Gehirnwindungen diffundieren lassen werde. 😉

Nur in Einem können Sie sicher sein. Ich mache das hier immer noch gerne und ich mache weiter. Allerdings - auch das muss gesagt sein - besonders gerne wenn von Ihnen auch etwas kommt. Das grosse Schweigen der letzten Wochen (die letzten Tage wurde es etwas besser), macht mir weniger Freude beim Schreiben. Ich schreibe und erkläre gerne *für* andere und nicht für eine Wand.

Was könnte Ihnen passieren, während ich total abwesend bin?

Ohne Frage auch, dass es "Katzen hagelt", reif ist der Markt dafür, wie ich zuletzt in -> Der Juni vorbereitet <- ja ausführlich dargestellt habe.

Trotzdem ist ein richtig herber Einbruch nach wie vor eher unwahrscheinlich. Ich habe schon oft gesagt, dass grosse Tops Zeit und ein Hin- und Her brauchen und das gilt nach wie vor. Eine 5-10% Korrektur ist aber problemlos drin, sie muss nicht kommen, kann aber. Denn in den fraglichen 2 Wochen, ist im Bereich der Notenbanken und Politik eine Menge geboten.

Zunächst sticht natürlich die FED Sitzung am 13./14.06 heraus, bei der der Markt von einer Zinserhöhung ausgeht, falls die morgigen Arbeitsmarktdaten dem nicht entgegen stehen.

Weiterhin kommt nächsten Donnerstag am 08.06. die EZB-Sitzung in Tallinn, bei der der Markt einen sprachlichen Einstieg in ein "Tapering" (das Ende des QE) erwartet. Wie immer das ausgeht, wird massive Auswirkungen auf EURUSD haben.

Am 08.06. ist dann auch die Wahl in Grossbritannien, die der Markt auch mit Spannung betrachten wird. Das britische Pfund in GBPUSD und GBPEUR dürfte dabei eng an einen Erfolg oder Misserfolg von May gekoppelt sein.

Und am 11. und 18.06. ist die Parlamentswahl in Frankreich, bei der Macron derzeit vorne liegt, was der Markt honorieren dürfte, wenn es so bleibt.

Das grösste politische Risiko für DAX & Co., dürften aber derzeit schlechte Nachrichten aus Italien sein. Da steht die Wahl zwar erst im September an, wenn Umfragen aber weitere Zugewinne für die eurokritische Fünf-Sterne-Bewegung zeigen, dürfte das den Markt immer wieder nervös machen. Denn eine Krise in Griechenland kann die Eurozone gut aushalten, eine solche in Italien, der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone, eher nicht.

Und dann haben wir natürlich die bekannten Grundrisiken die mit Themen wie Kim, Trump und Terror verbunden sind, die aber auf keine Daten einzugrenzen sind.

Im Saldo werde ich in den zwei Wochen fast ganz aus dem Markt sein - was bei mir "fully hedged" heisst. Nicht weil ich einen Crash erwarte, sondern weil ich mir im Urlaub keine Gedanken um die Börse machen will, auch wenn es die genannten "Katzen hagelt".

Ihnen kann ich für diese Phase aber auch nur raten, das Exposure auf ein gesundes Mass zu verringern, wenn Sie das nicht schon haben. Auch wenn der Markt in Einzelfällen immer wieder gute Opportunitäten bietet, erscheint er im grossen Bild doch müde und überreif für eine Korrektur oder zumindest Konsolidierung. Nur gegen ihn stellen, das sollten wir auf keinen Fall, es ist immer noch ein Bullenmarkt.

So weit ein paar einordnende Worte. Nun wende ich mich wieder den Aktualitäten zu und am Freitag Nachmittag heisst es dann frei nach J.R.R. Tolkien:

Die Straße gleitet fort und fort,
weg von der Tür, wo sie begann,
weit über Land, von Ort zu Ort,
ich folge ihr, so gut ich kann,
ihr lauf’ ich raschen Fußes nach,
bis sie sich groß und breit verflicht’
mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiß es nicht.

Ihr Hari

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Mediale Schlagzeilen und die Börse

Wenn man nach den absehbaren Terminen und Ereignissen geht, gehört diese Woche wohl zu den ereignisreichsten des Jahres. Es wäre aber ein grober Fehler, von der medialen Welle mit der Ereignisse kommentiert werden, unmittelbar auf die Bedeutung für die Börsen zu schliessen.

Hier ist also für Sie die "Vorschau" die Ihnen sagt, was in meinen Augen diese Woche wirklich für die Märkte wichtig ist:

Options Expiration (OpEx) am Freitag: geringe Bedeutung

Die OpEx wird von manchen "Börsenexperten" immer gerne wie eine geheimnisvolle Monstranz vor sich her getragen, deren Verständnis die "Logenmitglieder" von den "Uneingeweihten" unterscheidet. Dabei ist die Wirklichkeit viel profaner, die OpEx entfaltet ihre Wirkung vor allem mit zunehmender zeitlicher Nähe, weil sie Kurse bei bestimmten Marken "festtackert" bzw wenn diese Marken nachgeben, dann eine Bewegung verstärkt. Ich vergleich das gerne mit magnetischer Kraft, in der Nähe der OpEx werden Kurse an den wichtigen Marken gehalten, wenn sie sich aber entfernen, dann mit einem "Schnappen" wenn der Magnet sich löst. Diesen Vorgang gibt es aber jeden Monat bzw jedes Quartal und insofern ist die OpEx nicht unwichtig, aber doch business as usual.

Türkei: geringe bis keine Bedeutung

Was da an präpotentem Gehabe abläuft, erspare ich mir zu kommentieren. Der Markt sieht das aber auch so, die Türkei ist wirtschaftlich ein Nebenthema und mit dem aktuellen wirtschaftlichen Absturz, wird sie bald selbst das nicht mehr sein. Politisch und kulturell ist das Geschehen von hoher Bedeutung. Aber die Märkte interessiert das bestenfalls am Rande und langfristige gesellschaftliche Entwicklungen werden an den Märkten eher nicht bewertet.

Die FED Sitzung am Mittwoch: mittlere Bedeutung

Eigentlich hat die FED Sitzung eine sehr hohe Bedeutung, nur ist dieses Mal ja schon weitgehend klar, dass die FED eine Zinserhöhung vollziehen wird und das ist auch schon in den Kursen. Überraschend wäre nur, wenn es zu keiner Zinserhöhung kommt. Insofern liegt das Augenmerk wieder auf den Formulierungen und vor allem dem weiteren Ausblick und das kennen wir ja schon und hat mittlere Bedeutung.

Eine Menge wichtiger Wirtschaftsdaten wie den ZEW oder den Philly Fed: mittlere Bedeutung

Auch das ist ja "Business as usual" und kennen wir. Die Daten haben einige Bedeutung, weil daraus ja Schlussfolgerungen für die Aktivitäten der Marktteilnehmer gezogen werden. Da derzeit viele Daten aber recht konsistent auf eine anziehende Weltkonjunktur hinweisen, werden die Daten nur dann richtig Wirkung entfalten, wenn sie von der Erwartung abweichen.

Beginn des Brexit: mittlere Bedeutung

Nach Vermutungen -> könnte am Dienstag der Brexit beginnen <- und die Erwartungen wie dieser Brexit sich dann real gestalten wird, haben hohe Bedeutung für die Märkte. Nicht dass der Brexit kommt, das ist natürlich in den Kursen, aber die feinen Hinweise wie der Hase dann in den kommenden 2 Jahren laufen wird, haben erhebliche Konsequenzen und die Märkte reagieren sensibel darauf.

Notenbanksitzungen der Bank of Japan (BoJ), der Bank of England (BoE) und der Schweizer Nationalbank (SNB) am Donnerstag: mittlere Bedeutung.

Pauschale Aussagen sind hier schwer, die Sitzung der BoE möglicherweise nach einem beschlossenen Brexit, wird natürlich besondere Aufmerksamkeit ziehen. Aber im Saldo kann man auch hier eher "Business as usual" erwarten.

Wahl in den Niederlanden am Mittwoch: mittlere Bedeutung

Die Wahl selber hätte - selbst wenn Geert Wilders gewinnen würde - aufgrund des Wahlsystems eher mässige Bedeutung für die Märkte. Aber die politischen Implikationen für Frankreich sind hoch und dort dürfte sich im Mai erst einmal das Schicksal des Euros entscheiden und das interessiert die Märkte natürlich immens.

Merkels Besuch bei Trump am Dienstag: hohe Bedeutung

Für die Märkte potentiell das zentrale Ereignis der Woche. Und das nicht weil da zwei Politiker reden, sondern wegen der Implikationen. Merkels Besuch wird der Lackmustest für die neue Handelspolitik der Trump-Administration sein, zumindest wird der Markt das unter dieser Überschrift beäugen.

Besonders schwierig einzuschätzen ist dabei die Lage wohl auch, weil in Trumps Administration selber wohl ein -> Civil War <- zur Handelspolitik ausgebrochen ist, in dem sich die Goldmänner als Vertreter des freien Welthandels und Protektionisten wie Navarro und Bannon gegenüber stehen. Wo der Präsident steht, ist unbekannt.

Die Bedeutung dieses Ausgangs für die Börsen, kann man gar nicht hoch genug hängen und der Verlauf des Besuchs von Merkel wird dafür Indiz sein. Denn mit dieser grundlegenden Machtfrage stehen und fallen dann Handelsbeschränkungen und Konflikte, oder eben ein eher ruhiges Umsteuern und Neuverhandeln der Handelsbeziehungen im Konsens. Bisher hat der Markt einseitig darauf gesetzt, dass "schon alles gut werden wird". Falls das eine Fehleinschätzung ist, dürfte die Reaktion der Börsen sehr harsch sein. Ein sehr freundlicher und konsensualer Termin, kann aber gerade deutschen Aktien noch einmal zu einem Schub verhelfen.

So sehe ich persönlich die börsentechnische Bedeutung der absehbaren Ereignisse dieser Woche. Möge es Ihnen bei Ihren Entscheidungen helfen.

Ihr Hari

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Jahr der Entscheidungen

Ein neues Börsenjahr liegt vor uns und es hat so begonnen, wie wir das im alten Jahr schon erwartet haben: ruhig und mit bullischem Unterton.

Schon seit November sage ich, dass bis zur Amtseinführung Trumps am 20.01.17, der Markt noch in seinem "Buy the Rumor" Wohlgefühl verharren kann. Wobei man das nicht auf den Tag genau verstehen sollte, sondern eher im Sinne "um die Amtseinführung herum", der Markt neigt dazu, Dinge schon vorher in Gang zu setzen.

Erst danach, muss aus Twitter-Zeilen dann echte Politik werden, was erhebliches Enttäuschungspotential beinhaltet. Das bedeutet aber nicht, dass daraus zwingend eine Enttäuschung werden muss, diese Zukunft ist noch nicht geschrieben und liegt im Wesentlichen in der Hand des grössten Donald aller Zeiten. 😉

Mit den Wahlen in Frankreich im Mai und in Deutschland im Herbst, dürfte dann auch die vor sich hin schwärende Frage nach der Zukunft Europas und des Euros, endlich einer Entscheidung zugeführt werden.

Gerade Frankreich ist dabei von immenser Bedeutung, während es in Deutschland ja wahrscheinlich mal wieder "alternativlos" weiter geht. Der Wahlkampf hat ja offensichtlich in diesen Tagen schon begonnen, wenn man sieht, wie sich Parteien aller Coleur, nun seit Jahresanfang unisono einer klaren Sprache bedienen, für die man noch vor 15 Monaten im berüchtigten Herbst 2015, als Rechtsextremist beschimpft worden wäre.

Was davon zu halten ist, dürfte jedem halbwegs klar denkenden Menschen offensichtlich sein: Wahlkampf eben und was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern? Egal woran wir politisch glauben, wir sollten bei der Wahl die Parteien nach ihrem Handeln beurteilen und nicht nach ihren wohlfeilen Worten.

Frankreich aber, dürfte schon im Mai der grosse Wendepunkt sein. Ein jeder Potenz beraubtes "weiter so" im Stile Hollandes, dürfte wohl nicht auf der Agenda stehen. Eher sind es zwei Alternativen, die wohl zur Wahl anstehen. Auf der einen Seite das Modell eines Europas der kulturellen Identität, dass den vielfältigen Regionen und Nationalitäten wieder Raum gewährt und diese als Stärke achtet, statt sie als Verstoss gegen die "EU-Norm" wegregulieren zu wollen. Andererseits das klare Ende des bekannten Europas und damit auch des Euros, mit unabsehbaren Konsequenzen und hoher Volatilität.

Wie das ausgeht und vor allem wie die Börse darauf reagieren wird, ist heute aber unmöglich vorher zu sehen, ebenso wenig wie im Oktober letzten Jahres, der Ausgang der US Wahl. Insofern sind alle Jahresprognosen mal wieder nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurden.

Uns hier bei Mr-Market, tangiert das bei unseren Börsenaktivitäten aber auch gar nicht, die grossen Prognosen überlassen wir denen, die ihr Geld mit Klicks verdienen.

Wir nehmen den Markt und das Geschehen in der Welt auch dieses Jahr wieder Schritt für Schritt und erzielen unsere Vorteil dadurch, dass wir uns schnell anpassen und von den Bewegungen profitieren, wohin sie uns auch immer führen mögen.

Als Staatsbürger aber, als Mütter und Väter von Kindern, denen wir eine positive, chancenreiche Welt hinterlassen wollen, ist 2017 wohl das Jahr der Entscheidungen, in dem wir unser ganzes Gewicht in die Waagschale werfen sollten, um dieses Land und diese Welt für unsere Kinder ein klein wenig zu einem besseren Ort zu machen.

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Trump und die Börsenreaktion

Der Sieg Trumps und seine börsentechnischen Folgen, sind hier bei uns einerseits keine massive Überraschung und doch so wie sie heute nun real ablaufen, irgendwie schon.

Dass die Unterstützung für Trump höher ist, als es bei den Umfragen angegeben wird und ein Sieg daher nach wie vor möglich war, war uns recht klar. Die Menschen die Trump wählen, wurden medial als "White Trash" in die Ecke gestellt und deswegen lügt man vor den Mikrofonen lieber und rächt sich dann in der Wahlkabine.

Dass die Demoskopen diesen - seit dem Brexit gut bekannten - Umstand, aber erneut nicht sinnvoll in ihr Zahlenwerk einbauen konnten, ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten und stellt der derzeitigen Demoskopie ein vernichtendes Zeugnis aus.

Da die letzten Tage fast jeder vor einem erneuten Brexit-Effekt bei den Umfragen gewarnt hat, habe ich noch gestern argumentiert, dass die demoskopischen Institute das doch bestimmt schon kompensiert haben und eine Überraschung eher in die Gegenrichtung kommen sollte.

So kann man sich irren, diese Inkompetenz der Branche, habe ich mir ebenso nicht vorstellen können wie der Markt, der gestern schon Clintons Sieg zu feiern versuchte. Man darf ja wie beim Brexit mal einen Fehler machen. Daraus aber nichts zu lernen und diesen in grösserem Umfang zu wiederholen, ist für die Demoskopen und Medien nur noch peinlich.

Gerechnet habem wir bei einem Sieg Trumps auch mit einer scharfen Unsicherheitsreaktion, die uns schnell um 5% nach unten bringt und die 2.000er Marke im S&P500 testet. Und danach war ein Rebound auf dem Radar, wenn klar wird, wofür Trump steht. Denn nein, dass Trump der Untergang der Börsenwelt sei, war hier nie unsere Erwartung.

Im frühen Handel hatten wir heute die 5% Minus und der S&P500 Future ging bis 2.032 nach unten. Alles im Plan also sozusagen. Auch die Sektoren, die unter Trump nun zu favorisieren sind, hatten wir richtig auf dem Radar, schon im Vorfeld in den letzten Tagen und Wochen, aber auch heute früh.

Dass der Rebound dann heute aber so schnell und schon vor Eröffnung der Wallstreet kommt, hatten wir so aber nicht auf dem Radar und überrascht und dürfte mit dem überraschend moderaten und konzilianten Ton zusammen hängen, den Trump nun bei seiner Siegesrede angeschlagen hat, der grosse Ängste um Handelskriege erst einmal dämpft.

Wo stehen wir nun als Anleger?

Hier im freien Bereich nun 7 klare Grundaussagen. Dass wir uns mit dem Thema in der Community weit intensiver befassen, sehen Sie schon an der Vielzahl der heutigen Artikel und der Kommentare:

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