Worte der Einordnung



Ganz ehrlich liebe Mitglieder, ich habe fertig!

Ich sitze hier nun den ganzen Tag auf dem Stuhl "festgetackert", schreibe und handele, handele und schreibe. Nahrung und Getränk wird mir glücklicherweise gebracht, aufs Klo muss ich noch selber. 😉

Jetzt brauche ich aber mal eine Pause, damit ich mich in der letzten Handelsstunde der Wallstreet dann mit klarem Kopf noch positionieren kann.

Ich versuche mal ein paar ruhige, einordnende Worte zum Abschluss meiner heutigen, schreiberischen Aktivitäten:

(1) Währungskrieg und Arbeitsmarktdaten.

Sie sehen, welche brutalen Auswirkungen die Währungsbewegungen haben, nach dem dem Markt klar wird, dass der Zinserhöhungszyklus der FED Geschichte ist.

Ich will mir gar nicht vorstellen, was Morgen um 14:30 Uhr zu den Arbeitsmarktdaten passieren würde, wenn diese extrem gut sein sollten. Dann könnte sich diese ganze aktuelle Bewegung wieder drehen und alle, die sich jetzt gerade freuen und agressiv gegen den Dollar und pro Rohstoffe wetten, können sich dann sozusagen "ins Schwert stürzen".

Wenn die Arbeitsmarktdaten morgen aber eher schwach sind, dann wird die aktuelle Bewegung bestätigt, eine FED Zinserhöhung völlig ausgepreist und EURUSD steigt weiter gegen 1,15, wo aber dann erst einmal Schluss mit der Bewgung sein sollte.

(2) Rohstoff Wende

Ich grabe mal wieder ein Chart heraus, dass ich - wie Sie wissen - Ende 2015 mehrfach gezeigt hatte und nach der EZB und FED im Dezember, dann die Variante (3) zur Präferenz erklärt habe:

XME 10.12.15

Es zeigt den "Metals & Mining" ETF XME als Proxy für die Rohstoff-Märkte und zeigt Rebound-Szenarien, denn ein solcher Rebound ist nun überfällig, das Gummiband im Sektor ist über die Massen gespannt.

Sie sehen, dass Variante (3) die massive Verschärfung der Krise Anfang 2016 und dann ein heftiges Reversal im Laufe des Jahres darstellte.

Unabhängig von der Entwicklung des Dollars, zeigen die Bewegungen bei Öl und auch nun die Nachrichten aus China zu Produktionskürzungen bei Stahl, dass dieses Szenario eine sehr gute Chance hat.

So ein Rebound kommt nicht wie ein Strich und wird immer wieder von Phasen der Panik unterbrochen. Aber die Chance, dass 2016 hier zum grossen Jahr der Reversals von Gold bis Stahl wird, ist immer noch recht hoch.

(3) Der Markt sucht den Weg

Der Markt kennt den Weg nun selber nicht und rätselt auch, ob wir nun vor einer überall einbrechenden Weltkonjunktur und einer Kreditkrise stehen, oder ob FED und Co. uns wieder "nach oben drucken" und man schon bald wieder den "BTFD" Trade in Gang setzen kann, weil der Yellen-Put wieder in den Markt kommt.

Der Markt weiss es nicht, selbst das "Big Money" weiss es nicht. Also können wir es auch nicht wissen. Und die wilden Bewegungen, sind Ausdruck dieser Unsicherheit.

S&P500 04.02.16 3

Aber ...

Gegen Ende 2015 sahen die Indizes noch recht gut aus, weil die grossen Bluechips ala Johnson&Johnson oder General Electric sich auf hohen Bewertungen hielten. Die grosse Mehrheit des Marktes der kleineren Aktien, war aber weit schwächer und teilweise schon im Bärenmarkt.

Die Marktbreite Ende 2015 war also sehr schlecht und ich war deshalb sehr skeptisch und bin extrem vorsichtig in 2016 gegangen.

Nun aber, sehen die Indizes wackelig aus, weil die grossen Aktien nicht richtig vom Fleck kommen. Aber ich sehe viele verprügelte Nebenwerte, die plötzlich gekauft werden. Und letzte Woche hatten wir einen seltenen Umstand: Zwei 90% Breadth Tage, an denen der Markt in ganzer Breite nach oben gerannt ist. Das ist meistens Zeichen einer Verbesserung der inneren Marktmechanik.

Und auch diese Woche sehe ich wieder jede Menge kleinere Aktien, die sich gut halten, auch ausserhalb von Rohstoffen und Edelmetallen.

Ende 2015 sahen die Indizes für mich also besser aus, als der Markt war.

Nun sehen die Indizes für mich eher schlechter aus, als es der Markt ist.

Deswegen werde ich nun nicht unvorsichtig und ich weiss immer noch, dass selbst ein Crash in diesem wilden Environment denkbar ist.

Aber ich werde wieder optimistischer und mir begegnen - wie bei BMW - auch wieder interssante Setups, die ich eben vor Monaten nicht gesehen habe.

Bleiben wir also vorsichtig, lassen wir uns nicht in Hektik treiben, lassen wir uns von diesem wilden Markt aber auch keine Angst machen.

Denn solche wilden Swings, wie sie der S&P500 vollzieht, gehören ganz natürlich zu einer belastbaren Bodenbildung. Ein "V" dagegen, ist ohne den Notenbank-Put eher anormal und eher Zeichen einer Bärenmarktrally.

Damit ist nicht gesagt, dass wir hier zwingend eine Bodenbildung vor uns haben. Aber auch wenn sich das gerade in diesem Chaos viel zu optimistisch anhört: es könnte eine werden.

Handeln wir also, was wir sehen. Im Moment sehen wir wilde Schwankungen, die uns dazu anhalten, auf Abstand zu bleiben. Solange die Tiefs im S&P500 aber halten, ist aber auch nach oben noch alles offen.

So und nun schnaufe ich durch! Bis Morgen!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Kurztipp – 17.12.12 – Japanische Aktien und schwacher Yen, Komatsu

Mit der erneuten Wahl von Shinzo Abe zum japanischen Regierungschef, könnte am japanischen Aktienmarkt und für den Yen eine bedeutende Wende eingeleitet sein. Eine Wende die Mr. Market in den letzten Wochen schon antizipierte, als der Nikkei vermeintlich ohne Grund stieg und stieg.

Derartige Aufrufe hat es in den letzten Jahren immer wieder gegeben und nie ist wirklich etwas passiert. Japan verharrte in Stagnation und Deflation. Besonders belastet war die japanische Exportwirtschaft von der Stärke des Yen, der in Carry-Trades als Ankerwährung gegen die Euro und Dollar-Schwäche genutzt wurde.

Mit dem Regierungswechsel, steht nun aber wohl eine Zeit aggressiver Expansionspolitik der japanischen Notenbank bevor. Man wird versuchen, den Aussenwert des Yen um jeden Preis zu drücken. Und ein fallender Yen bedeutet steigende Aktienkurse bei Toyota, Panasonic, Toshiba und Co.

Um zu verdeutlichen, wir Mr. Market diese Entwicklung schon antizipiert, schauen Sie mit mir mal auf den Tageschart des Euro-Yen Währungspaares EURJPY:

EURJPY 17.12.12

Letztlich ist eine monetäre Expansion seitens der japanischen Notenbank nichts weiter als eine neue Runde, im schon laufenden weltweiten Währungskrieg der Abwertungen. Und natürlich werden FED und EZB auf ihre Art und Weise reagieren. Letztlich gewinnt in diesem Währungskrieg niemand, sondern alle Papierwährungen werden nur Zug um Zug entwertet. Das Ganze ist ein "Fools Game", für das wir in der westlichen Welt noch bitter mit Währungsreformen bezahlen werden.

Für die kurz- und mittelfristige Bewertung des japanischen Aktienmarktes muss uns das aber nicht interessieren. Eine mögliche Abwertung des Yen würde die japanische Exportindustrie befeuern und wahrscheinlich auch zu einem steigenden Nikkei führen.

Aber Vorsicht ! Der Nikkei wird in Yen notiert steigen, nicht aber notwendigerweise in EUR ! Denn die positive Bewegung des japanischen Aktienmarktes dürfte für deutsche Anleger durch die Abwertung des Yen zu einem guten Teil aufgefressen werden. Insofern sind normale Japan-Fonds eher ungeeignet und insofern macht eine Anlage in Japan eher mit einem Währungs-Hedge Sinn.

Ich habe dazu auch einen voll replizierenden ETF bei iShares gefunden, den "iShares MSCI Japan Monthly EUR Hedged WKN A1H53P". Ich habe selber keine Erfahrung mit dem Produkt, aber von der Papierform her scheint mir persönlich das genau das Instrument zu sein, um die oben antizipierte Entwicklung zu spielen. Alternativ kann man natürlich das obige Währungspaar Long EURJPY spielen und ist damit beim Kern dessen was passiert.

Das jeder Trade, auch dieser, angemessen abgesichert werden muss, weil es auch immer ganz anders kommen kann, muss ich hoffentlich nicht mehr jedes Mal explizit erwähnen.

Und noch ein kleiner Tipp. Von all den Exportwerten finde ich einen im Moment besonders interessant. Es ist die "Caterpillar Asiens", die japanische Komatsu (WKN 854658), die von einem fallenden Yen ebenso profitieren sollte, wie von wieder ansteigenden Infrastruktur-Investitionen in China. Schauen Sie sich diesen 17 Milliarden Euro schweren Bluechip einfach mal selber in allen Aspekten an. Es könnte sein, dass sich dieser Zeitaufwand lohnt. Und teilen Sie das Ergebnis Ihrer Analyse hier mit den anderen Lesern !

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *