Die erwartete Korrektur

Was wir in den letzten zwei Wochen erlebt haben, muss man wohl als ideale, erwartete Korrektur bezeichnen. Monatelang haben alle Marktteilnehmer darauf gewartet und dass in 2018 eine 10-20% Korrektur anstehen würde, war wenig überraschend und habe ich mehrfach geschrieben, so auch hier im freien Bereich zum Beispiel in -> Auf ein Neues! <-

Aber noch besser, nicht nur abstrakt war diese Korrektur zu erahnen, auch konkret haben wir sehr früh die Witterung aufgenommen, ein -> gelber Alarm <- am 02.02.18 kündet auch von aussen sichtbar davon, auch wenn dieser Artikel auf den Premium-Bereich begrenzt war.

Dann hatten wir am Freitag 09.02. ja dieses markante und denkwürdige Reversal am späten Abend, das gegen 19:30 Uhr einsetzte. Darauf haben wir schnell reagiert und am folgenden Sonntag 11.02. habe ich den Mitgliedern dann ein Chart für drei weitere Verlaufsszenarien gezeigt, das ich Ihnen hier nun auch im freien Bereich zeigen will und mit einem lila Kreis eingezeichnet habe, wo wir gerade stehen. Der Pfad (1) war dabei von den Wahrscheinlichkeiten her meine Präferenz:

Aber selbst wenn Sie in der Community nicht dabei sind und diese Infos und intensive Begleitung im "Schlachtengetümmel" nicht hatten, waren die letzten 2 Wochen immer noch die wahrscheinlich meist antizipierte und bestens vorbereitete Korrektur der letzten Jahre.

Und trotzdem konnte man wieder erleben, wie viele Anleger davon doch aus der Spur geworfen wurden. Auch im Herbst erlebt man ja immer wieder, wie die Autofahrer von den ersten Schneeflocken "überrascht" sind. Und Marktteilnehmer, die vorher noch davon geredet hatten, wie gerne sie doch zu besseren Kursen nachkaufen wollten, waren verunsichert, als die Kaufkurse dann da waren.

So ist das immer, von einer Korrektur zu reden und Sie zu erleben, sind eben zwei verschiedene paar Schuhe. Ich kann Ihnen nur wärmstens ans Herz legen, dazu meine folgende halbfiktionale Geschichte zu lesen:

-> Wie die Assyrer mir das Geheimnis der nächsten Börsenkrise offenbarten <-

Prüfen Sie sich also selber, wie Sie mit dieser Korrektur bisher umgegangen sind. Wenn schon diese sie in Unsicherheit gestürzt hat, haben Sie ein grundlegendes Problem, das Sie lösen müssen. Denn wenn es dann wirklich mal ernst wird und der Rebound nicht gleich kommt, werden sie von ihren Ängsten mit hoher Wahrscheinlichkeit überwältigt werden. Die Lösung dafür, ist eine eigene, belastbare Strategie und dabei kann Ihnen diese Community helfen.

Wie geht es nun weiter?

Folgt man dem alten Erfahrungswissen, wäre ein erneuter Taucher zu den Tiefs im Sinne des Pfades (2) oben nur völlig normal. Dieses alte Erfahrungswissen ist aber durch die mehr und mehr dominanten Algos teilweise obsolet geworden, denn diese Algos sind darauf programmiert genau das Erfahrungswissen abszuschöpfen, was im reflexiven Markt zu verändertem Kursverhalten sorgt.

Ein weiterer Anstieg im Sinne eines "V" in den US-Indizes würde also dem 2017er Muster entsprechen, allerdings bin ich nicht überzeugt, dass der Markt nach oben noch sehr viel Kraft hat und vermute um die 3.000 im S&P500 einen mittelfristigen Deckel, wie auch in -> Crash, Boom, Bang! <- erläutert.

In dem Artikel habe ich dieses langfristige Chart des S&P500 gezeigt, das eine langfristige Konsolidierung zeigt, die bei ca. 3.000 einen Deckel bekommt - ein Szenario, das ich mir sehr gut vorstellen kann:

,

Und der DAX? Der ist weiter relativ zu den US Märkten sehr schwach, was mit hoher Wahrscheinlickeit an Abgaben von US Investoren liegt. Man schaue sich nur mal den deutschen Markt aus Sicht eines US ETFs in Dollar an, dann erkennt man wie stark die Abgaben waren, während es kaum zu Aufwärtsvolumen gekommen ist:

Das sieht nicht sehr gut aus und ohne Käufe der dominanten US Investoren kann man sich das ganze Gerede vom "besser als die US Märkte bewerteten DAX" sonst wohin schmieren. Bewertungskennziffern sind kein Timing-Indikator, waren es nie und werden es nie sein, auch wenn permanent anderes geredet wird. Der Markt ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage und wenn keine Nachfrage da ist, ist eben keine da und die Kurse können nicht steigen.

Summa Summarum war die Korrektur bisher ein Weckruf, mehr nicht. Kluge Anlager betrachten diese als Testfall für die eigene Psychologie, wer schon damit nicht gut klargekommen ist, hat dringenden Handlungsbedarf.

Über den aktuell laufenden Rebound hinaus, ist die Frage berechtigt, ob dieser Markt nun noch so furchtbar viel Potential nach oben hat. Ich bezweifele das aktuell und rate daher dazu nun ganz kritisch hinzuschauen, insbesondere wenn der Markt nun seitwärts zu laufen beginnt. Eine temporäre Topbildung in den US Indizes ist nun absolut denkbar und wir wissen, dass Topbildungen Zeit brauchen und von mehrfachen Versuchen geprägt sind, die wieder zu den Hochs führen oder scheitern.

Ob wir so etwas im Sinne Pfad (1) gerade erleben, wird für alle Anleger eine wichtigen Information sein. Nur ein klarer Anstieg über 3.000 hinweg, kann im S&P500 diese grundsätzliche Frage aus dem Spiel nehmen.

Ihr Hari

Der Weltuntergang hat begonnen – Achtung Sarkasmus

Im sogenannten "freien" Internet geht es bekanntermassen primär darum, möglichst einfach Klicks zu genieren und dafür legt man in Überschriften gerne schmackhafte Häppchen aus, die die Leser dazu verleiten sollen zu klicken, insbesondere weil die Überschrift den eigenen Bias befriedigt. Denn wir lesen doch einfach besonders gerne, was wir schon immer gewusst zu haben glauben, frei nach dem beliebten Motto: "Siehste"?

Der Markt ist letzte Woche zur überfälligen Korrektur angetreten, die US Indizes sind gegenüber dem Jahresanfang aber immer noch deutlich im Plus und diese Korrektur war ja nicht nur überfällig, sie war unvermeidbar, ich habe mehrfach darüber geschrieben.

Genau genommen ist dieses Jahr sowieso eine echte Korrektur von 10-20% überfällig und vielleicht hat sie gerade begonnen. Schön wärs, denn das würde den Boden bereiten für eine neue Anstiegsphase, denn der übergeordnete Bullenmarkt ist eben noch nicht notwendigerweise zu Ende, Korrekturen gehören zum Geschäft.

Da sollte man doch meinen, dass sich die Mehrzahl nun freut und nach riesigen Gewinnen und 1,5 Jahren Anstieg ohne Pause einfach mal gelassen zur Kenntnis nimmt, dass dieser Markt erfreulicherweise wieder zur Normalität zurück kehrt.

Aber nein, es muss gleich der kommende, finanzpolitische Weltuntergang sein, lesen Sie mal, was unsere Presse dazu verzapft:
-> Heftige Börsenturbulenzen gefährden deutschen Aufschwung <-

Welche "heftigen Börsenturbulenzen" eigentlich? Und was schreiben die, wenn wir wirklich mal welche haben? Im Artikel ist dann allerlei wild zusammen gemixt, was teilweise sogar richtig ist, die Aufgeregtheit der Überschrift ist im Ringen um Aufmerksamkeit im Internet aber symptomatisch.

Genau das ist für mich persönlich "Clickbaiting", bösere Zungen haben so etwas auch schon mal "Börsenpornographie" genannt - Klick-Mich-Jetzt!

Und es funktioniert natürlich, viele die seit 2009 in ihrer fest gefügten Gedankenburg schon immer wussten, dass Börse nur Zockerei ist und der börsentechnische Weltuntergang unmittelbar bevor steht, suhlen sich wohlig im eigenen Saft, ohne zu merken dass sie nur wieder reflexartig auf einen vor die Nase gestellten Trigger reagieren.

Nun denn, lassen wir hier bei Mr-Market lieber mal die Realität und Rationalität sprechen. Ich lege auch keinen Wert auf Klicks und Aufmerksamkeit um jeden Preis und das unterscheidet Mr-Market ganz zentral von andere Angeboten.

Hier ist der DAX im langfristigen Bild mit Wochenkerzen:

Wir sehen, dass noch gar nichts passiert ist, der langfristige Trend ist intakt, es gibt kein tieferes Tief. Wir sehen aber auch etwas, was vielleicht zu einer Topbildung werden *könnte* - Konjunktiv.

Insofern ist die aktuelle Entwicklung nichts, was man sorglos ignorieren darf, denn das kann sich nun ausweiten, Es ist aber bisher noch davon entfernt, dass man mehr als eine normale Korrektur hinein interpretieren muss.

Noch klarer ist das langfristige Bild im Leitindex S&P500:

Wir sehen einen immer steiler werdenden Trend, der auf keinen Fall so unbegrenzt weiter gehen konnte. Das habe ich selbst hier im freien Bereich mehrfach geschrieben, insbesondere zuletzt am 23.01. in -> Die Steigung <-. Zitat:

Ich denke man erkennt sehr schön, wie die Steigung von einer dauerhaft tragfähigen Neigung in 2017, in 2018 nun auf eine Steilheit gewechselt ist, die der Markt nicht dauerhaft durchhalten kann.

Würde man diese Steigung auf das Jahresende hochrechnen, würde sich der SP500 vervielfachen, was natürlich kompletter Unfug ist.

.....

Gleichzeitig muss dieser kluge Anleger sich aber bewusst machen, dass eine scharfe Korrektur von 20% in 2018 mit dieser steilen Bewegung eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher geworden ist, die Risiken steigen also deutlich.

Bei allem demütigen Mitgehen, muss man sich also immer wieder die Ausstiegspunkte zurecht legen und sozusagen schon den Fallschirm aufgeschnallt haben, damit man dann nur noch die Reissleine ziehen muss.

Noch Fragen? Was ist an dieser überfälligen Korrektur nun also bis jetzt eine "Börsenturbulenz"?

Wir alle wissen nicht, wie sich das entwickelt. Theoretisch kann hieraus in den nächsten Tagen eine "Börsenturbulenz" werden, das gilt aber grundsätzlich für jeden Minustag an der Börse, theoretisch kann jeder das Top markieren, praktisch ist das Unfug und wer danach handelt wird zu 99% verlieren.

Was wir aber bisher in Realität vor uns haben, ist eine überfällige Korrektur, die erste dieser Art seit Trump Präsident wurde. Eine Korrektur, die sich durchaus auf 10-20% ausdehnen kann, selbst dann aber immer noch notwendig und gesund im Rahmen eines übergeordneten Bullenmarktes wäre.

Mehr wissen wir derzeit nicht und mehr sollte man derzeit daher auch nicht herein interpretieren, wenn man sich ernsthaft mit den Märkten beschäftigen will. Was die Zukunft bringt, ist offen.

Ihr Hari

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Vom Dabeibleiben und der Angst in uns

Im Juli 2013 habe ich -> von Untergangspropheten und Erfolg an den Finanzmärkten <- geschrieben und Sie haben es vielleicht nicht ernst genommen.

Im November 2013 habe ich dieses logarithmische Chart der letzten 100 Jahre gezeigt und gefragt, -> ob ein säkularer Bullenmarkt bevor steht <- und Sie haben es vielleicht ignoriert.

Dow Historisch

Im gleichen November 2013 habe ich -> vom Hier und Jetzt und dem sinnlosen Kampf gegen den Markt <- geschrieben und Sie wollten es vielleicht nicht hören, weil Ihnen die Warnungen der Crash-Propheten die Gedanken vernebelt haben.

Im Juli 2014 habe ich -> vom irgendwann kommenden Crash und der Mutter aller Trendkanäle <- gesprochen und Sie haben es vielleicht erneut nicht ernst genommen.

Im September 2014 habe ich über die Ursache dieser Realitätsverweigung geschrieben und bin in -> unsere Verlustangst und wie man dem Affen Zucker gibt <- zum Kern des Problems vorgestossen, das nämlich hinter unserer Stirnplatte hockt.

Ja und so ging es weiter, ich erspare Ihnen weitere Zitate. Im April 2016 habe ich dann in -> Aktien sind Teufelszeug und die Börse ist eine Zockerbude <- Ihre Ängste und Argumente direkt adressiert und zerlegt. Und Sie haben vielleicht weggeschaut, weil was nicht wahr sein darf, nicht wahr sein kann.

Ich habe Ihnen im August 2016 in -> Katastrophenhausse - Crack-up-Boom <- den möglichen weiteren, sehr bullischen Verlauf gezeigt, der vom Chart her nun so eingetroffen ist und ich habe Sie im November 2016 als -> der typische Unterinvestierte <- direkt angesprochen.

Vielleicht hat das alles nichts genützt und wenn das der Fall war, halte ich Ihnen hier und heute noch einmal den Spiegel vor. Ich weiss dass das für das Ego schmerzhaft ist, Sie müssen sich schon entscheiden, ob Sie an der Börse Geld verdienen oder nur Ihr Ego pflegen wollen.

Schauen Sie mal auf den Leitindex S&P500 seit 2013:

Autsch! Der ist um 100% gestiegen! Heisst er müsste sich jetzt halbieren, um überhaupt wieder das 2013er Niveau zu erreichen. Was hat Ihnen die permanente Angst um eine 10% Korrektur also eingebracht? Geben Sie sich selber die Antwort.

Und Nein, das hat nichts damit zu tun, dass man hinterher klüger ist. Schauen Sie auf das ganz langfristige Chart oben des Dow Jones. Aktienmärkte steigen halt langfristig und das liegt an dem "Wunder" der Innovation und des freien Unternehmertums. Stagnation gibt es nur in Planwirtschaften. Sicher, wenn man nun noch Inflationsraten berücksichtigt, ist die Steigung nicht mehr so steil, vorhanden ist sie aber immer noch!

Und klar ist der Markt jetzt weit gelaufen und kann und wird in 2018 wohl mal wieder in eine schmerzhaftere Korrektur hinein rennen. vielleicht schon ab Morgen, vielleicht auch erst im Sommer. Aber das ändert nichts am langfristigen Trend und beantwortet auch nicht die Frage, ob wir nicht vielleicht erst noch einmal 10% steigen, bevor wir dann um 10% korrigieren.

Habe ich Sie jetzt endlich erwischt? Ignorieren Sie jetzt nicht mehr und schalten Sie nun mal endlich die Dauerbeschallung mit den ganzen Weltuntergangspropheten ab, denen es sowieso primär um Klicks geht?

Fein, dann sind Sie einen Schritt weiter. Stehen aber vor dem nächsten Abgrund, denn jetzt kommen die zu Ihnen, die Ihnen erklären, dass Sie ja einfach nur "Buy and Hold" machen müssten. Theoretisch ist das auch richtig, das Chart ganz oben beweist es. Und da wir gerade einen Jahresanfang haben, haben Sie einen "guten Vorsatz", nun werden Sie "langfristig investieren". Jaja. 😉

Sie sehen meinen Sarkasmus, denn es wird zu 99% *nicht* funktionieren. Weil das was Sie sich nun als guten Vorsatz zum Jahresstart vornehmen, werden Sie *garantiert nicht durchhalten*, wenn die Kurse in der nächsten Krise mal wieder um 50% fallen. Und das werden sie - irgendwann, vielleicht Morgen, vielleicht erst in 5 Jahren.

Dann wird Sie wieder die Angst packen, im wahrsten Sinne am Schlafittchen und die gleichen Mechanismen die Ihnen nun über Jahre Angst vor der Korrektur eingeflüstert haben, werden Sie dann mitten in der Krise innerlich zerreissen und Sie dazu zwingen, am Tiefpunkt zu verkaufen. Genau am Tiefpunkt, kurz bevor die Kurse wieder steigen!

Ich garantiere Ihnen das, weil unsere Psychologie eben ist, wie sie ist. Gute Vorsätze sind nette Theorie, in der Krise übernehmen archaische Reflexe unser Verhalten.

Dabei ist das "Dabeibleiben" die zentrale Fähigkeit, die jeder wirklich langfristige Investor braucht, das obige langfristige Chart beweist es erneut. Selbst der berühmte Trader Jesse Livermore hat mal gesagt:

„Es waren nie meine Gedanken, die mir viel Geld einbrachten. Es war immer mein Sitzenbleiben. Klar? Mein konsequentes Sitzenbleiben!“

Nur was nützt die Theorie, wenn man es dann unter Druck nicht kann? Wenig.

Weswegen Sie, nachdem Sie den ersten Schritt getan haben und nicht mehr gegen den Markt kämpfen, auch den zweiten Schritt tun müssen und sich eine bewusste Strategie für den Umgang mit der nächsten großen Krise im Vorfeld! überlegen müssen.

Eine sinnvolle Strategie ist zum Beispiel der kontrollierte Ausstieg und Wiedereinsteig nach festen Regel, wie zum Beispiel gleitenden Durchschnitten. Ich habe das Thema erst im September 2017 in -> Doch, Du wirst Angst haben! <-, ausführlich thematisiert. Man steigt dabei nicht dauerhaft aus, man steigt nur temporär aus, damit man langfrstig dabei bleiben kann und sich den massiven emotionalen Druck der großen Krisen erspart.

Aber was auch immer Ihre Strategie ist, setzen Sie *nicht* auf die Stärke ihrer guten Absichten, die werden in der Krise beiseite gewischt. Setzen Sie auf feste Regeln und Mechanismen, die Sie in der Krise einfach stur durchhalten.

Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten, von einer oben genannten Strategie mit gleitenden Durchschnitten, bis zum sogenannten DGI (Dividend Growth Investing) Ansatz, der auch an der psychologischen Nahtstelle ansetzt und unsere Erfolgschancen in einer Krise verbessert. Bei all diesen Möglichkeiten, kann Ihnen dieser Blog und diese Community ein Guide sein.

Aber gut, wenn Sie das wieder ignorieren wollen, dann hören Sie weiter auf die, die Ihnen entweder den Weltuntergang weisssagen oder Ihnen erklären wollen, dass das alles ganz einfach sei mit dem "Dabeibleiben".

Nein, es ist verdammt schwer!. Irgendwann kommt eine neue Krise und dann werden unzählige gute Vorsätze fallen. Erfolgreich kann nur sein, wer bis dahin Gewinne gestapelt hat und dann eine Strategie besitzt, mit dem Druck der Krise umzugehen. Ich lade Sie ein, das mit uns gemeinsam zu durchleben.

Ihr Hari

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Überlassen wir 2018 noch der Prognosiritis

Letzte Woche habe ich Ihnen in -> Der Weg zum Jahreswechsel <- gezeigt, wie ein wahrscheinlicher Pfad zum Jahreswechsel aussieht und dass darin eigentlich noch ein begrenzter "November-Schluckauf" Platz hat.

Nun, letzte Woche hat sich dieser "Schluckauf" vielleicht schon in Gang gesetzt, zumindest in den europäischen Indizes wie dem DAX ist er schon zu sehen und die US Indizes könnten diese Woche auch leicht korrigieren.

Deshalb expandiere ich heute mal das Chart von letzter Woche und zeige Ihnen, was das im Leitindex SP500 bedeuten würde:

Wir sehen die Pfade (1) und (2), die beide auf den naheliegenden Unterstützungen drehen und beide extrem bullisch und bestätigend zu werten sind.

Erst wenn der Markt Pfad (3) einschlägt, muss man auch andere Varianten in Erwägung ziehen, wobei auch Pfad (3) bei einer Wende im Bereich 2.500 immer noch völlig gesund und normal wäre.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch das Marktsentiment. Das hat sich nicht nur bei den anhand technischer Daten gemessenen Indikatoren wie dem -> Fear and Greed Index <- wieder normalisiert, auch Joachim Goldberg berichtet -> hier <- treffend von einer vorsichtigen Haltung, die für den DAX positiv zu sehen ist, bei der Unterstützung um 12.900 wird es nach meiner Erwartung wieder interessant.

Und ich beobachte selber, auf welche Skepsis alle Hinweise bei normalen Anlegern treffen, dass dieser Markt durchaus weiter hoch laufen kann. Da stösst man schnell auf Widerstand, während es bei Warnungen dass dieser Markt gefährlich ist, sofort wohlgefälliges Kopfnicken gibt. Ich habe auf diesen Umstand zuletzt -> hier bei Tichy <- hingewiesen, viele Anleger erreichen kann man damit aber nicht, mit Horrorgeschichten vom nächsten Crash dagegen ohne Probleme.

Wirklich erfahrenen Anlegern - und ich hoffe Sie gehören dazu, wenn Sie meine langen Texte durchhalten 😉 - sollte das aber etwas über den Bias sagen, der im Markt vorhanden ist. Die "Herde" ist immer noch eminent skeptisch, die Profis in den US dagegen eher optimistisch, aber in Form eines nervösen Optimismus, der den Finger jederzeit am Abzugsknopf für den Notausgang hat.

-> Dieser nette Artikel <- macht zum Thema einen validen Punkt, den ich mal übersetzen möchte:

As such, independent investor sentiment levels about the stock market are about as euphoric right now as a stomach ulcer.

Das Sentiment der nicht-institutionellen Investoren zum Aktienmarkt ist ungefähr so euphorisch wie ein Magengeschwür.

Volltreffer und gleichzeitig sind die Wirtschaftsdaten um den Globus herum durchweg auf Expansionskurs. Passt nicht so recht zusammen, oder?

Was kann man da Anlegern raten?

Nun, zunächst einmal will ich Niemandem etwas raten, Anleger machen doch sowieso was Sie wollen, wenn es klappt sind sie die Helden und wenn nicht, sind die Informationsquellen schuld. 😉 Bei uns in der Community ist das anders, da sucht man im Spiegel den Schuldigen, das ist aber eine kleine Minderheit und das ist gut so.

Aber Anlegern, die keine Erfahrung im Markt haben und bis jetzt gezögert haben in den Markt einzusteigen, die sollten es jetzt wirklich sein lassen. Es gab viele bessere Punkte um die erste Aktie zu kaufen und der Markt ist ja auch objektiv unter der Decke verzerrt und daher inhärent riskant. Unerfahrene Anleger werden bei der nächsten unvermeidlichen 10-20% Korrektur nur in Panik geraten und ihr kurzes Gastspiel mit Verlust abschliessen.

Wer aber erfahrener ist, wer weiss wie man konsequent aussteigt wenn ein Trend sich dreht und wer ein Risikomanagement besitzt, der kann vorerst dabei bleiben, denn der Aufwärtsttrend ist intakt und die Aussichten zum Jahresende von den Wahrscheinlichkeiten her nicht schlecht. Wie letzte Woche erklärt, wird das Jahresende vielleicht stark sein, gerade *weil* das Jahr so stark war.

2018 ist dann eine völlig andere Geschichte, ein Dip im Konjunkturzyklus wahrscheinlich und die unvermeidliche - aber in 2017 ausgefallene - 10-20% Korrektur irgendwann mal fällig. Nur wann diese kommt ist weiter offen und vor allem muss das erfahrene Anleger heute nicht interessieren.

Die schauen auf die Füsse statt ins Wolkenkuckucksheim und sind auch nicht im Geschäft der -> Prognosiritis <-, weil diese völlig unproduktiv und sinnlos ist. Das Geld wird mit den Kursen verdient, die jetzt zwischen heute und Weihnachten aufgerufen werden und nicht mit Spekulationen über 2018. Und Aussteigen kann man bis zum oder zum Jahresende dann immer noch, wann immer es geboten erscheint.

Überlassen wir 2018 also mal noch den Prognostikern, die alle so eine tolle Glaskugel haben. Übrigens hat von denen letztes Jahr niemand, absolut niemand, das Jahr 2017 richtig auf dem Radar hatte. Schauen Sie noch einmal -> hier im Überblick <-, was diese vor einem Jahr geschrieben haben. Ganz grosses Kino im Herdenverhalten. 😉

Das wird die aber nicht davon abhalten, dieses Jahr wieder mit gewichtigem Gesicht das Offensichtliche fortzuschreiben und es wird viele Anleger wieder nicht davon abhalten, das ernst zu nehmen. Na dann viel Spass dabei, irgend jemand muss uns ja auch die Aktien verkaufen, die wir kaufen wollen oder umgedreht. 😉

Wenn Sie für kommendes Jahr sicherer sein wollen, lassen Sie das mit den Prognosen gleich ganz sein und schauen Sie wie beim Bergsteigen auf die Füsse. Irgendwann kommt man dann schon am Gipfel an, wenn man bei jedem Schritt aufgepasst hat nicht in den Abgrund zu stürzen. Hans-Guck-In-Die-Luft mit den grossen Prognosen, die das Ego vom Hans dann dem Markt "beweisen" will, weil alle andere im Markt ja nur Idioten sein können, ist da schon eher absturzgefährdet.

Übrigens, Bergsteiger mit intelligentem Risikobewusstsein und solche die es werden wollen, werden bei uns in der Community weiter gerne aufgenommen. "Weissager", "Alles-Besser-als-der- Markt-Wisser" und "Glaskugelbesitzer" werden sich dagegen eher deplatziert fühlen. 😉

Zum Jahreswechsel wird es übrigens eine Preissteigerung für Neumitglieder geben, vielleicht ein Grund mit dem Bergsteigen schon 2017 zu beginnen und die blöde Glaskugel wegzuwerfen, die sowieso nur "Made in China" ist und nicht funktioniert.

Ihr Hari

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Siehste – vom *Müssen* des Marktes



Ich weiss, ich weiss. "Siehste" Beiträge mit dem langen, oberlehrerhaften Finger des Lehrer Lämpel sind nicht sehr beliebt. 😉

Aber ich versuche hier ja auch nicht Leser um jeden Preis mit Versprechungen des schnellen Geldes an Land zu ziehen, sondern wünsche mir Mitglieder, die aus eigenem Entschluss erkennen, dass sie ihre Herangehensweise an den Markt ändern müssen. Denn nur so kann sich nachhaltiger Erfolg einstellen.

Und das heutige "Siehste" ist sehr wichtig, denn es zeigt Ihnen einen Kardinalfehler, der von sehr vielen Anlegern immer wieder gemacht wird. Immer wieder!

Denn wenn ein Markt steigt und steigt und neue Höchststände erklimmt, stellt man sich gerne emotional dagegen, ist skeptisch und bekommt warme Gefühle beim Lesen all der Crash-Propheten, die einem erzählen, dass dieser Markt ja "irrational" sei.

Warme Gefühle bekommt man wegen des eigenen Egos, denn wenn man nicht dabei ist und der Markt immer neue Gewinne generiert, setzt einen das ja unter Druck. Mit dem Bild des "irrationalen Marktes" kann man sich der wirklich wichtigen aber auch schmerzhaften Frage entziehen, ob man nicht vielleicht einen grossen Fehler gemacht hat. Auf die Argumente der Marktskeptiker zu hören, ist dann also nur eine fortgeschrittene Variante des beliebten "Wegschauens" und "Verdrängens", wenn einem die Wirklichkeit nicht gefällt.

Wer also in einem stark steigenden Markt nicht dabei ist, sucht gerne "Erleichterung" bei allen, die ihm Argumente liefern, warum die im Markt ja "Idioten" und "Lemminge" seien. Und wenn es viele von dieser Kategorie gibt - und das ist aktuell immer noch der Fall - muss ein Markt deshalb weiter steigen.

Genau deshalb habe ich Ihnen vor knapp 2 Wochen in -> Stärke gebiert Stärke <- geschrieben, dass ein starker Markt nicht einfach auf dem Fusse dreht, sondern eher weiter nach oben läuft.

Ich sage Ihnen auf den Kopf zu, die Akzeptanz dieser Wahrheit ist bei Ihnen im freien Bereich nur sehr gering ausgeprägt. 😉 Und nun sind zwei Wochen vergangen und der Markt ist weiter hoch gelaufen und ist immer noch überkauft. Aber jetzt *muss* er korrigieren, jetzt *muss* der Markt doch endlich mal drehen, so sagt Ihnen Ihr Ego heute.

*Muss* er? Die Wahrheit ist, der Markt *muss* gar nichts und in einem so starken Markt, ist eine Fortsetzung des Trends gut möglich.

Die gleichen Anleger aber, die so einen Markt für "irrational" halten und schon lange nicht mehr dabei sind, würden dann, wenn der Markt 20-30% korrigiert hat, zugreifen wollen. Weil dann sind viele gute Aktien ja "billig".

Sind Sie das? Schauen wir mal auf diese beiden Charts des DAX im Jahre 2011 und des S&P500 im Jahre 2008:

Da, wo ich in den Charts zum Zwecke der Erklärung den notwendigen Exit mit blauen Pfeilen markiert habe, dort wäre der Markt für diesen Typus Anleger - der sich klüger als der Markt wähnt - "billig" gewesen und Anleger hätten mit dem gleichen Argument zugegriffen, mit dem sie heute an der Seite stehen.

Nun gut, wenn ich Sie nicht überzeugen kann, dann machen Sie einfach weiter so. Pflegen Sie Ihr Ego, suhlen Sie sich im Gefühl zu den "Querdenkern" zu gehören, die die Irrationalität des Marktes als Einzige erkennen können. Glauben Sie einfach weiter klüger als der Markt zu sein. "Be my guest", ein Markt braucht diesen Typus Marktteilnehmer. 😉

Wenn Sie sich aber darüber erheben können, wenn Sie erkennen können, wie Ihr Ego auf Ihr Handeln einwirkt, dann wiederhole ich für Sie sechs Grundregeln:

(1) Stärke gebiert Stärke

(2) Schwäche gebiert Schwäche

(3) Ein Markt der neue Hochs generiert, dreht nicht auf dem Fuss, sondern braucht in der Regel Zeit und Hin und Her, um eine Topbildung zu entwickeln.

(4) Ein Markt der neue Tiefs generiert, dreht nicht auf dem Fuss, sondern braucht in der Regel Zeit und Hin und Her, um eine Bodenbildung zu entwickeln.

(5) Ein Markt der neue Hochs generiert, ist wenig anfällig für einen Crash

(6) Ein Markt der schon 20% verloren hat und weiter abwärts bröselt, ist sehr anfällig für einen Crash.

Und natürlich gibt es keine Regel ohne Ausnahme und irgendwann, wird es auch mal einen Crash direkt folgend auf neue Hochs geben. Falls heute Nacht ein Atomkrieg in Ostasien ausbrechen würde, würde das wohl so sein. Aber nach diesen Ausnahmen zu handeln macht keinen Sinn, das ist das unkontrollierbare Restrisiko des Lebens. Wir müssen am Markt nach dem handeln, was wahrscheinlich ist.

Nun alles klar? Wenn nein, kann ich Ihnen nicht helfen. Wenn ja, ist Ihre Aufgabe als Anleger, nach diesen Prinzipien zu handeln. Ihrem Depot wird es langfristig gut tun.

Ihr Hari

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So sieht ein Trend aus

Sie merken sicher, dass der Blog im Monat August in einem entspannten Ferienmodus mit weniger Beiträgen ist. Einen kurzen Kommentar zum Markt habe ich aber trotzdem.

Denn der Leitindex S&P500 zeigt einen perfekten Trend, der durch die 50-Tage-Linie definiert wird. Sehen Sie selbst, jeder Test der Linie ist bisher ein perfekter BTFD-Punkt (Buy the F***ing Dip):

Wenn ich rekapituliere, was ich im Premium-Bereich im Detail und hier in Artikeln wie -> Korrekturgedanken <- Ende Juni beschrieben habe, war der Tenor immer so:

Der Sommer wird "rumpelig" und es ist wahrscheinlich, dass wir mehrere Korrekturphasen bis in den September/Oktober hinein sehen. Die Chancen für höhere Kurse zum Jahresende sind aber gut.

Nun sehen Sie oben die zwei-phasige Korrektur Ende Juni - Anfang Juli. Sie sehen die erwartete August-Korrektur und es ist wahrscheinlich, dass wir im September eine weitere bekommen.

Trotzdem bleibt der Trend erhalten. Und ein Markt der so geordnet korrigiert ist ein starker Markt, dem man weiter etwas zutrauen kann. Selbst wenn nun doch in den kommenden Tagen die lange erwartete 10% Korrektur abläuft, wäre es immer noch ein starker Markt, dem man etwas zutrauen darf.

Ich weiss es ist leichter sich zu fürchten, als mit dem Trend zu gehen. Und es ist billig das eigene Ego zu streicheln und sich als "Contrarian" und "Durchblicker" zu stilisieren und toll zu fühlen, während die die andere ja "Lemminge" sind, die in den Untergang laufen.

Das Schöne am Markt ist ja aber, dass er jeden Tag über das Depot ganz gnadenlos überprüft, wer wirklich der "Durchblicker" und wer der "Idiot" ist. Grün ist das Depot in starken Trendphasen wie aktuell bei denen, die in der Lage sind mit einem Trend zu gehen. Das ist der schwierige Pfad, eben weil die Sorge vor der Korrektur in einem hochkriecht. Billig ist es dagegen jeden Monat aufs Neue wieder medial ein Top auszurufen. Grosse Crash-Prognosen kann jeder machen.

Und natürlich endet jeder Trend einmal. Vielleicht dieser im SP500 schon morgen. Er läuft aber viel öfter weiter, als dass er endet und das ist der Kernpunkt. Wenn man also akzeptiert, einmal am Ende falsch zu liegen, kann man vorher x-mal richtig liegen. Wenn man aber dieses eine Mal, in dem man am Ende eines Trends falsch liegt, um jeden Preis aus Angst vermeiden will, wird man genau deswegen fast nie richtig liegen.

Wer das begreift und die eigenen Ängste erkennt und einordnen kann, ist reif für die Börse. Andere reden nur darüber.

Ihr Hari

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Charts zum Schaudern

"Eigentlich" ist die Marktlage am Anfang dieser Woche und damit Ende Mai durchaus voller greifbarer Gefahren.

Wir haben einen Leitindex SP500 an einer kritischen Wegmarke, der durchaus reif für eine grössere Korrektur erscheint. So wurde die "Trumpsche Aufwärtstrendlinie" seit seiner Wahl (in blau) durchbrochen, die 2017er Aufwärtstrendlinie wurde getestet und das OBV zeigt im SPY eine sehr klare, negative Divergenz:

Und wir haben in den US diverse Bluechips mit riskanten Chartformationen, die einen eher zum Schaudern bringen. Beispielhaft will ich hier General Electric und JP Morgan zeigen:

Das sind Charts, die eine Menge Abwärtspotential offenbaren. Es muss sich nicht entladen, aber wenn es das doch tut, wird es schmerzhaft.

Gleichzeitig beginnt mit Ende Mai eine Saisonalität, die sowieso den Börsen keine besonderen Bocksprünge mehr erlauben sollte und letzten Mittwoch ist der Markt auch politisch aufgewacht und hat zum ersten Mal eine negative Reaktion auf die politischen Geschehnisse in Washington gezeigt.

In Summe sehr viel gute Gründe, in den Indizes nun mal vorsichtiger zu werden und ein paar Gewinne mitzunehmen. Dem steht nur ein Argument entgegen, das aber bisher in diesem Jahr extrem mächtig war. Eben der Trend selber und damit verbunden die Algos, die dem BTFD (Buy The F***ing Dip) Reflex frönen und konsequent immer dann die menschenlichen Emotionen abgreifen, wenn es zu offensichtlich nach unten zu gehen scheint - so wie jetzt.

Irgendwann wird sich dieser BTFD-Mechanismus umedrehen und dann zu einer besonders aggressiven Abwärtsbewegung führen. Vielleicht ist dieser Tag schon morgen, vielleicht auch erst nächstes Jahr.

Da wir das aber nicht wissen und keine Glaskugel haben, ist erhöhte Vorsicht über den Sommer zwar angemessen, zu einer aggressiven Wette auf fallende Kurse sollten wir uns aber noch nicht hinreissen lassen und lieber abwarten und beim Trend bleiben. Sollte es wirklich abwärts gehen, müssen wir unser Verhalten dann halt anpassen.

Die paar Prozent "zu spät", die man durch diese Geduld aufs Spiel setzt, sind halt der Preis um nicht x-mal zu früh auf die Bremse zu treten und wieder den nächsten Schub zu verpassen, wie so oft in den letzten Monaten. Wer mit dem Trend geht, macht die Sache richtig und nicht wer sich permanent dagegen stellt, weil er es immer besser zu wissen glaubt. Und der übergeordnete Trend ist immer noch weiter hoch, auch wenn er jetzt brechen "könnte", das ist aber eben nur ein Konjunktiv und diesen Konjunktiv hatten wir schon öfter, ohne dass er eingetreten ist.

Ihr Hari

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Mal Hinschauen!



Ostern liegt hinter uns. Wer nicht in fernen Ländern war, wurde über die Feiertage mit Kälte und Regen "beschenkt" und diese Woche wird es Nachts hier bei uns in Sichtweite der Alpen wieder Bodenfrost geben.

Da können wir wohl fest davon ausgehen, dass es nicht das Wetter in Mitteleuropa ist, das so viele junge, körperlich starke, dunkelhäutige Männer sich von Libyen aus ins Mittelmeer stürzen lässt, in der berechtigten Hoffnung in internationalen Gewässern dann aufgelesen und ins gelobte Land verfrachtet zu werden.

Während wir hier über Ostern eingemummelt sassen und viel gelesen haben, drückte sich die Welt durch alle medialen und realen Ritzen in unsere Hirne. Ohne jetzt hier auf die einzelnen Verrücktheiten eingehen zu wollen, muss ich gestehen, dass die Irrationalität und Ideologisierung, die aus so vielen medialen Zeilen und Politikeraussagen spricht und die Köpfe der Menschen füllt, mich schlicht "verrückt" macht.

Zu ganz vielen dieser Themen, von Anatolien über Istanbul nach Tripolis, weiter nach Marxloh und dann nach Brüssel und erneut weiter nach Paris und London sozusagen, gibt es ganz klare und offensichtliche Wahrheiten, die für jeden mit sehenden Augen und halbwegs klarem Verstand offen liegen. Man braucht kein Raketenwissenschaftler zu sein um diese zu erkennen und anerkannte Fachleute - wirkliche Fachleute, keine Fensterredner - wiederholen diese Wahrheiten auch immer wieder und immer wieder. Und trotzdem hat das keine Wirkung, obwohl die Dinge so offensichtlich sind und die Lösung so klar. Wie in einem Paralleluniversum, bewegt sich der politisch Diskurs in einer Scheinwelt, die kaum mehr zu ertragen ist und Änderung ist in keinster Weise in Sicht, aus absolut keiner Richtung.

Dabei müsste man nur mal unvoreingenommen *Hinschauen*. Hinschauen!

Aber schon das ist wohl zu viel verlangt. Es ist schon bemerkenswert, dass die Diskussion um "Fake-News" - die es unter dem Namen "Desinformation" schon seit der Steinzeit gegeben hat - gerade jetzt aus der Politik heraus geschürt wird, wo sich die Politik scheinbar in einer Berliner Filterblase befindet, die man eher als "Fake-Universum" beschreiben könnte. Ob da wohl ein Zusammenhang existiert? 😉

Damals beim Wechsel von Bonn nach Berlin, haben kluge Köpfe genau vor dieser Abschottung gewarnt, die im kleinen, beschaulichen Bonn nicht möglich war, das dem Land als Bundeshauptstadt gut zu Gesicht gestanden hat. Nun haben wir den Salat, aber auch das waren eben kluge Fachleute, die nicht gehört wurden - wieder mal. Insofern kann man eine direkte Linie von Kohls Kanzleramtsbau zu Erdogans Sultanspalast ziehen. In beiden Fällen geht es um Abschottung, Machtprojektion und Abgehobenheit, auch wenn Erdogans peinlicher Schnörkelbunker sicher noch zwei Nummern schlimmer ist, als Kohls Kanzleramt. Einer gesunden Demokratie, in der die Interessen des Volkes wirklich von echten Abgeordneten vertreten werden, sind diese Abschottungen auf jeden Fall zutiefst abträglich.

Ich erinnere daran, dass im Weissen Haus nicht nur gelebt wird, sondern die Amerikaner grossen Wert darauf legen, dass ihr(e) Anführer(in) Familien mit Kindern haben. Denn Kinder machen demütig, motivieren uns, uns für ihre gute Zukunft zu engagieren und zwingen uns immer wieder, uns der Realität zu stellen, statt uns in eine Scheinwelt zurück zu ziehen. Nein, im Weissen Haus sitzt auch die Presse in eigenen Räumen und wenn man zum Oval Office über den Rasen läuft, kann man spielenden Kindern begegnen - wenn auch immer mit einem Herrn vom Secret Serivce mit kritischem Blick in der Nähe, aber das muss wohl sein, die Welt besteht eben nicht nur aus Engeln.

Es wird aber vieles dafür getan, das weisse Haus nicht nur zu einem abgehobenen Regierungsbunker, sondern zu einem Ort des Lebens zu machen, der in die reale Welt eingebettet ist. Es zeichnet gute demokratische Systeme eben aus, dass ihre Anführer mitten im Leben stehen und auch dass sie eigene Berufe und Fähigkeiten haben, die über das politische Dasein hinaus gehen. Denn wenn man selber noch im Leben steht, reicht es oft einfach mal *Hinzuschauen* und man braucht dann keine Einflüsterer und Demoskopen mehr, um eine Scheinwelt der Bürger zu zeichnen, man spürt selber in den Knochen, was wirklich los ist.

Aber "Hinschauen" wurde im von den Parteien deformierten politischen System Deutschlands scheinbar verlernt. Und ich kann es nicht ändern, auch wenn ich gerne würde. Und deshalb sollten wir uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können, so zum Beispiel was wir im Depot haben und was nicht.

Und dabei gibt es ja auch das Problem des *Hinschauens*, denn unverändert wird herum spekuliert, wie es nun mit den Börsen weiter geht. Damit lassen sich ja auch so schöne Klicks generieren und die grossen Schwadronierer mit den lautstarken Prognosen sind medial immer erfolgreicher, als der differenziert argumentierende und sich seiner eigenen Begrenzungen bewusste, echte Börsen-Fachmann.

Wir sollten unsere Zeit aber nicht damit verbringen, was andere glauben, wie der Markt sich weiter entwickeln wird. Denn den Markt interessiert das herzlich wenig und im Zeitalter der Algos, werden die Erwartungen der menschlichen Herde sogar ganz gezielt abgeschöpft.

Wir schauen einfach ganz rational auf das was ist. Wir pflegen eben das *Hinschauen*. Und das liefert uns ganz erstaunliche und klare Aussagen.

Denn wenn wir den Leitindex S&P500 betrachten, sind zwei Aussagen wahr:

Weiterlesen ...Mal Hinschauen!