Strategische Justierungen – Teil 1

Ein ruhiges Depot ist ruhig zu führen. Nicht jedoch schläfrig. Ich werde strategische Justierungen vornehmen, da für mich Umrisse einer umfassend veränderten Lage erkennbar werden.

In der Berliner Republik unterlassen Kanzler und Minister es hin und wieder, große Linien zu kommunizieren. Zyniker könnte die Vermutung beschleichen, sie werden nicht mal gedacht. Was natürlich Unsinn ist. Als Privatmann jedenfalls darf ich sie denken, und als Ruhiges-Depotbetreuer muss ich es.

Ein Krieg klärt. Er verdeutlicht Linien, die zuvor nur skizziert waren. Deutschlands Wohlstand, die Exportweltmeisterschaft bei Gütern und Moral benötigt eine Komponente, einen Rohstoff, der nicht ersetzbar ist: billiges russisches Gas.

Es muss Gas sein und es muss billig sein und deswegen kann oder konnte es nur aus Russland kommen. Alle anderen Lieferanten sind teurer. Sie können nicht billiger liefern, sie brauchen es nicht und sie wollen es nicht, es liefe gegen ihre Interessen.

Beim Heizen und in der Stromerzeugung ließe sich Gas ersetzen. Es wäre aufwändig, physikalisch möglich, ob es politisch durchsetzbar wäre, weiß ich nicht. Unersetzbar ist Gas in der chemischen Industrie. Auf die Focus-Interviewfrage, was passiere, wenn nicht genug Gas geliefert würde, antwortete BASF-Chef Martin Brudermüller im April: „Es gibt keinen Plan B. Wir sind auf Gaslieferungen angewiesen.”

BASF betreibt in Ludwigshafen am Rhein den größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt. 39.000 Beschäftigte stellen dort Grundstoffe her, zum Beispiel Ammoniak, die entscheidende Zutat für Stickstoffdünger, welcher Feldfruchterträge ermöglicht, die in solcher Höhe unvorstellbar waren vor Justus Liebigs Entdeckung der Wichtigkeit des Stickstoffs für den Pflanzenwuchs und der großtechnischen Kunstdüngerherstellung durch BASF ab 1910.

So wurde der Hunger besiegt, zumindest in der westlichen Welt. Es existieren letzte, dunkle Erinnerungsfetzen an die Zeit davor; meine Oma, lange verstorben, erzählte am Sonntagstisch bei dampfenden Kartoffeln in der Terrine, was sie nie wieder äße: Steckrüben. Wie sie gehungert habe, wie ihre Mutter Steckrüben in jeder Variation auf den Tisch brachte. Sie erzählte es den Erwachsenen am Tisch, und die volle Porzellanterrine mit goldgelben, mehligen Kartoffeln gehörte dazu. Über Jahre, immer mal wieder, kam sie auf das Thema. Wir Kinder aßen und lauschten nebenbei dem Erwachsenengespräch, unbeeindruckt, glaubten wir. Ich habe in meinem Leben keine Steckrübe gegessen, meine Geschwister ebenso wenig. Da hat sich etwas im Kinderkopf festgesetzt. Einerseits ist das irrational. Andererseits ist es eine Art von Erinnerungswissen und Fundament. Das Kinderunterbewusstsein spürte womöglich den Ernst, die Erfahrung, den möglichen Hunger und hob die Sonntagserinnerung auf.

Der Steckrübenkriegswinter 1917 wurde auch durch einen Mangel an Stickstoffdünger verursacht. So weit wird es heute nicht kommen. Wir werden nicht hungern, wenn Putin den Gashahn zudreht, oder Sanktionen und Boykotte verhängt werden von Deutschland und der EU. Wir werden an Wohl- und Depotstand verlieren. Ammoniak und Kunstdünger mit billigem russischem Gas werden andere produzieren. Auch andere Produkte der chemischen Industrie können in Deutschland beim Ausbleiben von Günstiggaslieferungen kaum zu Preisen hergestellt werden, die auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sind. Probleme bekommen Hersteller, die Energie-intensive Prozesse fahren müssen wie Glashütten, Stahl- und Aluminiumwerke. Das Ausbleiben von günstigen Gaslieferungen schwächt den Wirtschaftsstandort Deutschland und es schwächt die Europäische Union. LNG-Gas aus Katar oder USA wird im Vergleich zum Gas aus Russland zu teuer sein, um industrielle Konkurrenzfähigkeit auf bisherige Art zu ermöglichen. Die neuen Gaslieferländer dürften kaum Interesse daran haben, ihr Gas billig zu verkaufen. Der hohe Preis ist auch ein Schutzwall um die eigene Industrieproduktion.

Im ruhigen Depot baue ich Positionen führender deutscher Chemiewerte ab, solange sie einen hiesigen Produktionsschwerpunkt haben. Sollte sich die weltpolitische Lage ändern (es gibt eine Vorlage, „Rapallo”), werde ich die Gewichtung erneut ändern. Dabei werde ich den Wettbewerbsnachteil berücksichtigen, welchen die Emissionszertifikate für die Wirtschaftsstandorte Deutschland und Europäische Union zukünftig bedeuten können. Politisch gewollt und beschlossen ist eine Verknappung der Zertifikate und ein daraus resultierender steigender Strompreis. Durch weniger Stromverbrauch wird die Umwelt weniger belastet, allerdings kann in der Folge die Wirtschaftsleistung sinken sowie die Wettbewerbsfähigkeit von Aktienunternehmen mit Energie-intensiven Produktionen. Die Unternehmen können Ausweichbewegungen probieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie können Arbeitsplätze abbauen, in Forschung investieren, Produktionsstätten verlagern. Auch hier beobachte ich und reagiere.

 

Die Smarten warten

Lage & Szenarien vom 03.07.2022 von Frank Sauerland

Sommer 2022 in Bremerhaven: Die Blechplankenverkleidung des Parkhauses hat Lücken und ermöglicht den Blick hinaus auf zwei Containerbrücken des Überseehafens. Ein Spreader, ganz klein im Bild, kommt frei von einem gerade abgestellten Container und saust nach oben. Draußen flirrt die Mittagshitze, im Parkhaus ist es kühl.

Das Bild ist auch Symbol. Die Wirtschaft brummt, der Investor parkt und wartet. An der Börse ist wenig zu holen aus Gründen, die andere und ich seit Wochen aufgeschrieben haben.

An dieser Stelle kann der eilige Leser die Lektüre bereits beenden, einen ähnlichen Hinweis gab ich schon letzten Sonntag … Ist das Depot defensiv aufgestellt oder auf Kernpositionen abgeschmolzen, bleibt wenig zu tun. Man parkt mit kühlem Kopf und schaut zu, wie die Wirtschaft noch brummt und die Börsenhitze den ein oder anderen Handelshektiker zum Schwitzen bringt.

Das erste Halbjahr 2022 ist zu Ende und ergab für Aktien im marktrepräsentativen Index S+P 500 einen Verlust von 20 Prozent, was der schlechteste Halbjahreswert seit 1962 ist. Gewinner des Jahres waren bisher die Öl- und Gaswerte, auch Rüstungsaktien verzeichneten steigende Kurse. Verlierer waren die Tech-Aktien, die im Jahr zuvor angesagt waren.

Die US-Zentralbank Fed bekämpft die gestiegene Inflation, indem sie die Zinsen erhöht; hier sind aktuell interessante Beobachtungen zu machen:

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Der Haken

Lage & Szenarien vom 26.06.2022 von Frank Sauerland

Für den eiligen Leser schreibe ich das Ergebnis gleich vorweg: Bitte weitergehen, am Markt gibt es zwar viel zu sehen, aber (noch) wenig zu tun. Der Sommer ist da und kurz und will genutzt werden. Für alles mögliche. Nicht aber unbedingt fürs Hin- und Herhandeln von Aktienpositionen. Wenn ich als mittelfristig orientierter Anleger bereits defensiv aufgestellt bin, kann ich das - Stand heute - auch noch im Herbst machen.

Die Details: Oben zu sehen ist das Bild des führenden US-Aktienindex’ S+P 500, in welchem die großen US-Unternehmen versammelt sind. Der Chart zeigt den bisherigen Kursverlauf im Jahr 2022: abwärts. Rechts zu sehen ist „der Haken”, so nenne ich das Phänomen auf die Schnelle. Seit fünf Handelstagen geht es aufwärts. Am bislang letzten Handelstag, dem Freitag, 24.6.2022, stieg der S+P 500 um 3,1 Prozent, was der höchste Ein-Tagesgewinn seit mehr als zwei Jahren ist.

Der Vorsitzende der mächtigsten Zentralbank der Welt, Fed-Chef Jerome Powell will die hochschießende Inflation bekämpfen, dafür erhöht er die Zinsen. Zunächst nahmen ihm die Aktienanleger das nicht recht ab, dass er es mit den Zinserhöhungen ernst meine, zu sehr waren sie an eine Fed-Politik des leichten Geldes gewöhnt. Doch seit sie ihm glauben, taumelt der Aktienmarkt abwärts. Jerome Powell sagte letzte Woche: „Wir haben Preisstabilität in dieser neuen Welt zu finden.” Gemeint ist damit die neue Welt des Krieges, der knappen Güter und Rohstoffe. Der Ölpreis geht hoch. Powell: „Es gibt nicht wirklich etwas, was wir beim Ölpreis machen können.” Zunächst klingt das resigniert, vielleicht altersweise. Jedoch ist auch eine andere Lesart möglich und wahrscheinlicher, wenn ich bedenke, dass Powell mehrmals einen Amtsvorgänger aus der Reagan-Zeit als Vorbild genannt hat, den Zins-Hardliner Paul Volcker.

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Bär mit Biss

Lage & Szenarien vom 19.06.2022 von Frank Sauerland

4 Prozent geht es im DAX bergab in der gerade überstandenen Woche. 5,8 Prozent Minus sind es beim US-Leitindex S+P 500. In der führenden Aktienanleger-Nation USA ist das einer der schärfsten Kursrückgänge, seit die Covid-Pandemie im März 2020 die Kurse in die Knie zwang.

Dreh- und Angelpunkt der Woche ist der Mittwoch: US-Zentralbankchef Jerome Powell tritt vor die Öffentlichkeit und kündigt eine Zinsanhebung beim Dollar um 0,75 Prozent an. Die Kurse machen einen Freudensprung, zunächst. Die kräftige Zinsanhebung ist erwartet worden, sie hat sich bewahrheitet, die Unsicherheit entweicht aus dem Markt. Doch über Nacht ändert sich die Einschätzung der Börsianer, und am nächsten Handelstag ist die Freude über die erwarteten 0,75 Prozent umgeschlagen in die Furcht vor einer Rezession, welche durch diese und angekündigte weitere Zinserhöhungen ausgelöst werden könnte.

Da stehen wir nun. Tief im Krater, der durch Verluste ins Depot gerissen wurde. Oder hoch auf einem Berg von Cash, bei dem recht unklar ist, wie davon runterzukommen ist, ohne alles ins Rutschen zu bringen.

Der Mensch im Verlustkrater ist der interessantere Fall, denn ihm bietet sich eine seltene Gelegenheit. Zumeist geht es an der Börse aufwärts, das ist das Erfolgsgeheimnis dieser von der Masse unterschätzten Anlageform. Seltener schlappen die Kurse ein bisschen abwärts, noch seltener geht es im breiten Markt kräftig und ausdauernd, über Tage und Wochen abwärts. In einer solchen Phase befindet sich der Markt gerade, und der Unglücksrabe im Krater hat sich in solcher Spezialphase zusätzlich in eine missliche Lage gebracht.

Sie ist teuer. Also sollte er etwas verlangen für sein Geld.

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Prepper-Festspiele im Bunker

Lage & Szenarien vom 12.06.2022 von Frank Sauerland

Ein Chartbild mit gleich drei Linien und einer zusätzlichen Stäbchenreihe, dazu noch an einem sonnigen Sonntagmorgen, ist das zu kompliziert?! — Aber von wegen, ich werde nicht den Fehler machen, meine Leser zu unterschätzen. Zumal das Chartbild zeigt, in welchen Aktien man in der augenblicklichen Marktlage investiert sein sollte und in welchen besser nicht.

Um ein klares Lagebild zu erhalten, schalte ich zunächst die Nachrichten aus, die auf mich einprasseln. Ich mache mir ein eigenes Bild und zwar anhand von Zahlen und Fakten. Sie stecken alle in dem Chart.

Die unterste, gelbe Linie zeigt den EWG an. Das ist ein ETF, welcher die großen deutschen Aktienunternehmen zusammenfasst und in Dollar notiert. Der EWG bietet einen Blick auf den DAX aus Sicht amerikanischer Investoren.

Die türkise Linie darüber ist der QQQ, ebenfalls in Dollar notiert, wie übrigens alle Werte des Charts. Der QQQ ist ein ETF, welcher sich auf amerikanische Technologiewerte konzentriert. Apple, Microsoft, Alphabet sind darin, aber auch viele kleine, zukunftsorientierte Tech-Aktien.

Darüber ist in Lila der GLD als Anzeiger des Goldpreises eingezeichnet. Zuoberst in Stäbchenform steht der Ölpreis durch die Brent Crude Futures.

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Die Baumel-Börse

Lage & Szenarien vom 05.06.2022 von Frank Sauerland

Wir sind Menschen, wir lassen uns von Gefühlen leiten. Die Börse hat es geschafft, auch Gefühle in Kurse zu packen und in einem Chart auf einem Zeitstrahl sichtbar zu machen. Oben ist der Volatility S+P 500 Index zu sehen. Das ist der Kursschwankungsbreiten-Index auf den S+P 500, den führenden US-amerikanischen Aktienindex. Die Schwankungsbreite der Kurse, auch Volatilität genannt, gilt als Anzeiger für die Unsicherheit der Anleger.

Aktuelle Nachrichten beeinflussen Kurse und Schwankungsbreite. Die Situation zum Beginn der neuen Woche im führenden Industrie- und Aktienland der westlichen Welt, den USA: Der gerade veröffentlichte Arbeitsmarktbericht zeigt einen weiterhin starken Beschäftigungszuwachs. Er ist aber nicht mehr so stark wie in den Monaten zuvor. Die Löhne steigen auf Jahressicht um 5,2 Prozent. Der Vergleichswert im April lag bei 5,5 Prozent. Auch hier ist also eine Abschwächung zu verzeichnen.

Die Führung der amerikanischen Zentralbank Fed beachtet solche Zahlen genau. Die Inflation ist zu hoch, Fed-Vorsitzender Jerome Powell will sie durch Zinserhöhungen einhegen, zugleich durch die Zinserhöhungen keine Rezession verursachen: Ein fast unmögliches Unterfangen, das dennoch versucht werden muss; in der Vergangenheit hat es leider noch nie funktioniert.

Aber die Vergangenheit ist vergangen und die Zukunft ist offen.

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Absturz — aber nicht überall

Lage & Szenarien vom 29.05.2022 von Frank Sauerland

Stärke steckt in der Ruhe. Nun werden Rekorde herumgereicht: Am 3. Januar diesen Jahres erklimmt der führende US-Aktienindex S+P 500 sein Allzeithoch. Seitdem geht es bergab, rund 18 Prozent bisher. Je nach Definition, Ansicht und Quelle ist das der größte Absturz seit der Finanzkrise, seit der Dot-com-Blase, seit Wann-auch-immer. Jedenfalls ist jetzt ein Bärenmarkt ausgerufen, und auch die Kryptojaner sind schweigsam geworden. Kenner klöppeln Crash-Szenarien. — Es ist hohe Zeit, die Nachrichten abzuschalten und sich die Fakten anzusehen, um ein eigenes Bild zu bekommen.

Das Chartbild oben ist einfach, und es bringt Erkenntnisse. Die Stäbchen zeigen den Kursverlauf des Consumer Staples Select Sector Index’. Jedes Stäbchen steht für eine Woche. Rote Stäbchen bedeuten, die Woche schloss mit Verlust, grüne Stäbchen bedeuten, die Woche schloss mit Gewinn.

Die zusätzlich eingeblendete blaue Linie zeichnet den Kursverlauf des `Consumer Discretionary Select Sector Index´. Der Chart beginnt im Februar 2019, er endet mit dem derzeit letzten Handelstag, Freitag, dem 27.5.2022. Der Staples-Sektor wird als Sektor angesehen, in welchem Aktienunternehmen versammelt sind, welche Produkte für den täglichen Bedarf von Konsumenten herstellen. Demgegenüber steht der Discretionary-Sektor, in ihm werden Waren für den gehobenen Bedarf produziert, welche man als Verbraucher durchaus liegenlassen kann, falls das Geld gerade knapp ist.

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Die Brösel-Börse

Lage & Szenarien vom 08.05.2022 von Frank Sauerland

Der Aktienmarkt macht Fortschritte. Leider in die falsche Richtung. — Letzten Sonntag schrieb ich: „Die Lage ist einfach. Einfach katastrophal.” Heute, einen Tag vor Beginn der neuen Börsenwoche, sind wir weiter: Die Lage ist katastrophaler. Damit allerdings noch einfacher.

In den USA ist der marktbreite Index S+P 500 mit Handelsschluss Freitag fünf Wochen hintereinander gefallen. Das kommt selten vor, und ist für Anleger, welche in Börsenboomzeiten nach der Pandemie hinzugekommen sind, eine neue Erfahrung.

Der altehrwürdige Dow Jones Industrial-Index nahm sechs Wochen in Folge Kursverluste hin. Der technologie-fokussierte Nasdaq Composite-Index verlor fünf Wochen nacheinander mindestens ein Prozent.

In vielen der Einzelwerte des Nadaq-Index’ sind überdurchschnittlich börseninteressierte Privatanleger exponiert. Sie spüren die Schmerzen, welche Verluste verursachen. Das ist an einschlägigen Stimmungsbarometern abzulesen. Wir Privatanleger sind aber nicht die einzigen, bei denen die Stimmung schlecht ist. Auch die Zuversicht institutioneller Anleger ist am Boden. Was in der Gesamtsicht ein Argument dafür zu sein scheint, dass der Ausverkauf an einem Ende angekommen ist.

So ist es jedoch nicht.

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Die Gewinn-Automatik

Lage & Szenarien vom 15.05.2022 von Frank Sauerland

Abermals sind die Kurse an der Wallstreet in der abgelaufenen Woche gefallen. Donnerstag und stärker noch am Freitag kam es zu einer Gegenbewegung und nun fragen sich alle Marktbeobachter: Ist der Tiefpunkt erreicht und geht es ab jetzt aufwärts — oder sind wir nur auf einem Etappenrastplatz auf dem Weg nach unten, und kommende Woche folgt der nächste Abwärtsrutsch?

Für eine schnelle Amateuranalyse dazu ist es in Ordnung, wenn ich mich auf die Fed und ihren Leiter Jerome Powell konzentriere. Denn die Fed, die US-amerikanische Zentralbank, ist der stärkste Spieler auf dem Platz.

Über Jahre hinweg war es das richtige Vorgehen, bei Kursrückgängen nachzukaufen, und die unerschrockensten Investoren erreichten die höchsten Renditen, und wenn die Kurse doch nicht wieder hochkommen wollten, dann half die Fed. So war es zum Jahreswechsel 2018/19, die Fed erhöhte damals die Zinsen, im Kursgebälk knirschte es daraufhin hörbar (20 Prozent Rückgang im S+P 500), Powell griff eilig zur Fed-Frischgeldspritze und alles wurde wieder gut, die Notierungen kamen hoch. Nach der Covid-Börsenpanik im Februar 2020 beließ Powell es nicht bei einer Spritze, er legte eine Infusion für die Dauermedikation, und die Märkte mochten es.

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Das rote Meer

Lage & Szenarien vom 01.05.2022 von Frank Sauerland

Die Lage ist einfach. Einfach katastrophal. Solch eine Marktkarte wie oben ist selten zu sehen. Sie zeigt ein Meer von Rot.

In der Karte zusammengefasst sind die Aktienwerte des führenden US-Index’ S+P 500, notiert sind die Ergebnisse vom Handelsschluss am Freitag, 29.4.2022. Die Größe der Vierecke symbolisiert die Größe der Unternehmen. Amazon (erste Reihe, Mitte rechts im Bild) hat im gerade beendeten April mit minus 14 Prozent die schlechteste Monatsentwicklung seit 2006 hingelegt.

Vormalige Börsenlieblinge werden geschlachtet. Netflix verliert im April 49 Prozent, Nvidia 32 Prozent, PayPal 24 Prozent. Tech-, FANG-, Halbleiterwerte, die Gewinner der Nach-Pandemie-Ära, werden von Anlegern in großem Stil abgestoßen. Der technologieorientierte Nasdaq-Composite erlebt mit einem Verlust von 13 Prozent den verlustreichsten Monat seit 2008.

Das ist historisch und es gilt, Schlussfolgerungen zu ziehen. Dazu nehme ich den Wochenchart des S+P 500, hier zu sehen:

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