Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Endstand 31.12.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Jeder registrierte Leser durfte bei Interesse eine Short-Position einmelden. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Die 3 Monate bis 31.12.12 waren eine Pflichthaltedauer, ohne Chance auszusteigen. Es ging ja auch um die Aktie die sicher am Jahresende im Minus stehen würde, nicht um die mit dem grössten Minus.

Nun ist das vierte Quartal abgelaufen und ist es heute Zeit, den Endstand anzuschauen. Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Während wir in den vorherigen Quartalen noch den Markt jeweils deutlich schlagen konnten, hat uns die Rally einiger weniger Titel im letzten Monat das Ergebnis völlig kaputt gemacht und wir haben in Summe leicht schlechter (=besser) als der Markt abgeschnitten.

Das "Gurkenportfolio" hat seit Oktober ein Plus von 2,7% erzielt. Demgegenüber stiegen die Indizes im Mittel nur um 1,1%. DAX 7322,08 -> 77612,39 = +4,0%, S&P500 1450,99 -> 1426,19 = -1,7%

Letztlich hat das Portfolio im Dezember den Preis der bewusst gewählten starren Struktur von fest 3 Monaten gezahlt, denn wenn Aktien massiv drehen, muss man eigentlich sofort raus. Die fest gewählten 3 Monate - sozusagen "Buy and Hold" - haben den Vorteil der weitgehend gut gewählten und 2 Monate lang sich in die richtige Richtung bewegenden Positionen also weitgehend wieder zunichte gemacht.

Das ist auch die alles entscheidende Lehre die wir aus dieser Übung ziehen sollten und auf der ich ja schon lange herumreite. Und damit Sie sehen, dass ich schon lange darauf herumreite, kopiere ich hier den folgenden Text vom Zwischenstand von vor einem Monat wieder:

"Die erste Lehre ... ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt, dann ist ein Stop ... unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen."

Nuff said 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.15 €; gain: -26.3%
3. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 1.06 €; gain: -24.3%
4. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.18 €; gain: -21.5%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.97 €; gain: -20.5%
6. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.38 €; gain: -14.3%
7. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 8.88 €; gain: -13.3%
8. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 5.44 €; gain: -11.4%
9. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.71 USD; gain: -10.5%
10. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2,54 €; gain: -9.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 20.62 USD; gain: -8.6%
12. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 14.25 USD; gain: -4.4%
13. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 88.21 USD; gain: -2.4%

---- Bis Position 13 haben die Shorts den Markt geschlagen und auch die gestellte Aufgabe erfüllt ----

14. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 49.65 €; gain: 1.6%
15. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.76 €; gain: 4.5%
16. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 75.36 USD; gain: 7.9%
17. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 41.32 €; gain: 8.6%
18. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 7.00 €; gain: 11.6%
19. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 21.48 €; gain: 14.6%
20. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.87 USD; gain: 15.6%
21. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 4.11 €; gain: 18,8%
22. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 26,62 USD; gain: 21.9%
23. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 6.13 €; gain: 22.4%
24. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 1.01 €; gain: 24.7%
25. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 4.13 €; gain: 27,1%
26. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 39.42 €; gain: 28.3%
27. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.95 €; gain: 43.9%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.87 USD; gain: 47.3%

Für diejenigen, die immer noch nicht an die Bedeutung von Trends, Trendbrüchen und Stops glauben, habe ich noch eine kleine Variante parat.

Ich nehme nun theoretisch an, wir hätten für genau 3 Aktien aus 28 - die mit den grössten Gewinnen, also Salzgitter, Nokia und RIM - einen Stop durchführen dürfen, der bei Trendbruch gezogen hätte. Um nicht mit Trendlinien zu operieren, die oft Geschmackssache sind, definiere ich als Trendbruch dabei den Zeitpunkt nach Ablauf des ersten höheren Hochs und ersten höheren Tiefs im Tageschart.

Das wären über den Daumen gewesen:

Bei Nokia der 29.11. mit ca. 2,59€ = 26,3% gain statt 43,9%.
Bei RIM der 09.11. mit ca. 8,54USD = 5,9% gain statt 47,3%.
Bei Salzgitter schwierig, weil die Aktie schon von Anfang an im neuen Aufwärtstrend war, ich habe mal über den Daumen den 30.10. gewählt bei ca. 33,97€ = 9,7% gain statt 28,3%.

Nun tausche ich die Performance dieser drei Aktien mit Stop aus und Voila, die Gesamtperformance des Depots beträgt plötzlich -0,01%. Es hätte leicht im Minus geschlossen, den Markt geschlagen und die Aufgabe erfüllt.

Alleine 3 Stops aus 28 Aktien, Stops bei den grössten Trendbrüchen, hätten den Unterschied gemacht. Wie Sie wissen, hatten wir aber bei viel mehr Aktien starke Reversals, so zum Beispiel auch bei Facebook, Wacker Chemie, Alcatel usw. Wären alle Positionen mit Stops bei den Trendbrüchen ausgestattet gewesen, hätte einer starken Performance des Portfolios absolut nichts im Wege gestanden !

Ich hoffe ich konnte meinen Punkt deutlich machen. 🙂

Nachdem wir nun zweimal in diesen Übungen die Bedeutung von Trends und von Stops eindrücklich erleben konnten - zumindest hoffe ich, das es eindrücklich war - werde ich im Januar eine dritte Übung der Community starten, bei der wir uns dieses mal auf komplette Trades mit Einstieg, Stop und Zielkurs konzentrieren werden.

Eine entsprechende gemeinsame Übung startet für alle interessierten und registrierten Leser in den kommenden Tagen.

Ihr Hari

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Mr-Market Tops und Flops 2012

Liebe Mr-Market Community,

ich will mich nun zu einem Jahresrückblick auf die Tops und Flops dieses Blogs im Jahr 2012 hinreissen lassen. Es gehört ja zu den eher fragwürdigen Gepflogenheiten vieler die wirtschaftlich von Aktienempfehlungen leben, sich am Ende des Jahres selber zu loben ob der vermeintlich so perfekten Voraussagen. Ist ja auch verständlich, der Anschein guter Prognosen ist Grundlage des Geschäftsmodells.

Das funktioniert auch ganz gut, weil man dabei auf die Vergesslichkeit der Menschen setzen kann, denn wer macht sich die Mühe mal das Vergangene zu lesen und zu überprüfen, ob da die Welt mit dem Marketingpinsel nicht arg zu rosa gepinselt wurde ? Was ich grundsätzlich von der Prognoseindustrie halte, habe ich ja schon in meiner -> Anlagephilosophie <- deutlich gemacht.

Auch empririsch dürfte schnell klar sein, dass wir es hier eher mit einer rosa gefärbten Marketing-Veranstaltung zu tun haben. Denn wir haben ja auf der einen Seite die öffentlichen Fonds, deren Performance für jederman eindeutig nachzulesen ist. Die weit überwiegende Mehrheit dieser Fonds - durchweg geführt von Profis, denen weit bessere Daten- und Nachrichtenquellen zur Verfügung stehen als uns - schafft es nicht das relevante Marktsegment zu schlagen. Auf der anderen Seite haben wir die "Prognoseindustrie", die nach eigenen Angaben im Nachhinein natürlich immer ganz tolle Performance mit ihren "Empfehlungen" erzielt. Kann man ja auch leicht behaupten, weil es sowieso niemand überprüfen kann.

Beides könnte nur dann zusammen passen, wenn in den öffentlichen Fonds alle Idioten versammelt sind und in der "Prognoseindustrie" dagegen die ganz grossen Marktempathiker. Entscheiden Sie selber, ob das eine realistische Annahme ist. 😉

Ich möchte mich daher so weit das geht mal an einen einigermassen objektiven Jahresrückblick heran wagen. Ich bin durch die Titel aller meiner Artikel des Jahres 2012 durchgegangen und habe die heraus gepickt, in denen ich mich im Titel zu einer Aktie oder dem Markt mit deutlicher Tendenz geäussert habe. Um diesen Jahresrückblick nicht ausufern zu lassen, beschränke ich mich auf die Themen die mir einen eigenen, vollen Artikel wert waren und gehe über Teilanalysen innerhalb grösserer Artikel oder über die Livetips hinweg. Eine Berücksichtigung dieser Menge an Detail-Informationen würde den Rahmen sprengen.

Aber auch alleine mit dieser Selektion bekommt man ein ganz gutes Bild darüber, was im Nachhinein auf Mr-Market treffend war und was nicht. Ich habe daher jeden Fall in die Kategorie TOP oder FLOP eingeordnet, je nachdem ob die Aussagen des Artikels im nachhinein treffend waren oder nicht. Die Fälle im Graubereich die weder eindeutig in die eine oder andere Richtung ausschlugen, habe ich der Übersichtlichkeit wegen weggelassen. Und anhand der von mir genannten Daten, können Sie die alten Artikel aus dem Archiv ziehen und selber überprüfen, ob Sie meine Einschätzung teilen oder nicht. Insofern ist der folgende Rückblick wenigstens halbwegs objektiv.

Soweit der Vorrede, hier kommen die wesentlichen Tops und Flops dieses Blogs in 2012:

FLOP 16.01.12 "Cameco Weltmarktführer in Uran": Ich hatte Ihnen Cameco vorgestellt, verbunden mit der Erwartung, dass sich der Uranpreis in 2012 nachhaltig erholt. Auch wenn der Trade kurzfristig für ein paar Wochen gut funktioniert hat, hat sich die generelle Annahme als unzutreffend heraus gestellt. Der Kurs von Cameco war das ganze Jahr in einer Seitwärtsrange und dümpelt heute auf ähnlichem Niveau wie vor fast einem Jahr herum.

TOP 17.01.12 ff "Zur Taktik in Bullenmärkten": Einer der bedeutendsten Treffer diesen Jahres war es, die Tendenz der ersten drei Quartale frühzeitig und eindeutig zu erkennen, lange bevor die Mehrheit auf den Zug aufgesprungen ist. Nur mit dem 4. Quartal konnte ich nie so richtig "warm" werden, hier fehlte mir zuletzt die klare Tendenz. So habe ich schon am 17.01.12, mitten in der anhaltenden Depression nach dem 2011er Absturz, von einem Bullenmarkt gesprochen und Sie erinnern sich sicher an die zahllosen Artikel im ersten Quartal zum laufenden "Runaway Move", eine Sicht die in der breiten Presse erst sickerte, als die Bewegung im März schon wieder dem Ende zu ging.

TOP und FLOP 24.01.12 "Temenos - Chancen mit Bankensoftware": TOP war das insofern, als die Aktie kurz nach der Besprechung durch die Übernahmegespräche mit Misys zu einem gewaltigen Höhenflug ansetzte. Wer drin war und mit Stop absicherte, konnte schnelle und schöne Gewinne mitnehmen. FLOP insofern, als es danach nicht weiterging und die Aktie nach Scheitern der Fusion für den Rest des Jahres nicht mehr richtig ans Laufen kam.

TOP 26.01.12 "Kaufpanik oder das Reh im Scheinwerferlicht"und 01.02.02 "Zur Technik eines "Runaway Move": Weitere Beispiele für die klar erkannte Richtung des ersten Quartals. Weitere Zitate der zahllosen Artikel zum Thema übergehe ich im folgenden.

TOP 30.01.12 "Hecla Mining - Seriosität in Silber": Das ist ein Top mit Einschränkung. Das Timing war nicht ganz perfekt und es ging nach dem Artikel noch etwas weiter runter. Aber die Tendenz und grundlegende Sicht war richtig und ist es heute fast ein Jahr später immer noch.

TOP 02.02.12 "Vom Elend der Charttechnik und der Börsenkultur - Eine Wutrede": Hier habe ich mich mit spitzer Zunge über die vier Chartisten mokiert, die zum Frankfurter Gespräch beim Handelsblatt zusammen kamen. Meine Erwartung, dass die Aussagen der Herren eher Kontraindikatoren sein werden, hat sich in den folgenden 2 Monaten perfekt bewahrheitet. Auch 2013 freue ich mich schon wieder auf diesen recht zuverlässigen Kontraindikator. 😉

06.02.12 "Das Beste für Griechenland - ein Kommentar aus tiefstem Herzen": Tja, Top oder Flop ? Eigentlich bin ich immer noch dieser Ansicht und die seitdem vergangenen 10 Monate haben die Sicht auf Griechenland ja wiederholt bestätigt. Da die Politik den von mir gewünschten Weg aber nicht eingeschlagen hat, ist es müssig zu spekulieren ob das wirklich der bessere Weg gewesen wäre. Ich glaube es noch immer.

TOP 13.02.12 "Tesla Motors - die Zukunft des Automobils": Ein Top mit Einschränkung. Tesla setzte nach dem Artikel zu einer gewaltigen Rally an, die schnell 20% Plus brachte. Der Rest des Jahres war dann aber eher volatile Seitwärtsbewegung und aktuell steht Tesla einige Prozent höher als Anfang diesen Jahres.

TOP 14.02.12 "ThyssenKrupp - Vom Donnerhall zum Anlagenbauer": Die deutlich artikulierte sehr negative Sicht auf die Aktie und insbesondere auf die verantwortlichen Organe rund um Gerhard Cromme war mehr als treffend, wie der weitere Verlauf des Jahres ja nachhaltig bewiesen hat.

TOP 01.03.12 "Aixtron - ein Management im Blindflug": Während die diversen Medien noch der Hoffnung bei Aixtron das Wort redeten, habe ich mich in deutlichen Worten über ein Management mokiert, das öffentlich über Hoffnung für die zweite Jahreshälfte daherredet, gleichzeitig aber mit dem eigenen Geld nicht bereit ist auf das eigene Unternehmen zu setzen. Die weitere Entwicklung des Jahres hat dieser negativen Sicht mehr als Recht gegeben. Nun redet keiner mehr über Aixtron. Sollten jetzt Insiderkäufe kommen, dürfte das ein Einstiegssignal sein.

"05.03.12 "Salzgitter – Kaufgelegenheit ?": Auch wenn die grundlegende Erwartung bei Salzgitter sehr treffend war und eher unter die Kategorie "Top" fallen würde, war das folgende Kurs-Loch, obwohl prinzipiell antizipiert, dann doch tiefer als erwartet. Kurse unter 30€ konnte ich mir damals nicht vorstellen. Insofern keine eindeutige Bewertung für diesen Punkt.

FLOP 05.03.12 "China und die Rohstoffe": Auch wenn vieles in dem Artikel treffend war, hat sich die grundlegende Annahme, dass die Rohstoffnachfrage aus China wieder ans Laufen kommt doch als unzutreffend heraus gestellt. Mit den im Artikel genannten Aktien liess sich in 2012 kaum Geld verdienen und Rio Tinto notiert zum Beispiel aktuell wieder auf dem Niveau von Anfang März. Es spricht zwar viel dafür, dass sich das in den kommenden Monaten ändert, weil China endlich in Bewegung gerät. Für das letzte Jahr war das aber eindeutig ein Flop.

TOP 08.03.12 "Deutsche Bank - zerschlagt sie endlich !": Das Thema ist ja wohl aktueller denn je. Ich kann es nur wiederholen: zerschlagt sie endlich !!

TOP 27.03.12 "Vom Aufhören, wenn es am schönsten ist ...": Mit diesem Artikel habe ich mit perfektem Timing die Korrektur des zweiten Quartals ins Auge genommen, genau zu dem Zeitpunkt, als die bekannten Verdächtigen anfingen über DAX 8000 zu schwadronieren. Und hatte auch schon die Sommerrally im Auge. Lesen Sie doch einfach noch einmal. 🙂 Eine derartige Marktsicht war zu dem Zeitpunkt für mich woanders weit und breit nicht zu sehen. Erinnern Sie sich auch an die Umfrage am 28.03. ? Die Hälfte der Leser von Mr-Market wollte dieser Sicht auf das 2. Quartal auch nicht folgen, ein Quartal, in dem der DAX dann über 1000 Punkte gegenüber Ende März verlor.

TOP 30.03.12 "Warum ich Microsoft nun aus meinem Depot verbanne": Volltreffer. Der Artikel ist auch 9 Monate später unverändert gültig und auch das war eine Sicht, die man damals kaum irgendwo hören konnte. Seitdem ist Microsoft um 16% gefallen (32,4 -> 27) und die Verkäufe von Windows 8 sind genau so wie erwartet: schlecht. An so Themen sieht man dann doch, dass es einen Unterschied macht, wenn man sich in einem Segment sehr gut auskennt, was im Bereich Software bei mir durch berufliche Historie der Fall ist.

FLOP 17.04.12 "Daimler im Visier der Investmentbanken": Die von mir gesehenen Kaufoptionen bei den Investmentbanken hatten im Nachhinein keine Auswirkung. Keine Ahnung was damit passiert ist und wofür sie letztlich da waren. Die antizipierte Bewegung durch einen Einstieg eines Investors hat sich auf jeden Fall nicht realisiert, insofern klarer Flop.

TOP 09.05.12 "Bedeutende Wende bei den Goldminen": Am 16.05. - 5 Handelstage nach dem Artikel - markierte der GDX sein absolutes Tief bei 39,08 USD. Am 18.05. habe ich das unter der Überschrift "Gold und Goldminen bestätigen Wende !" noch einmal deutlich gemacht. Danach setzte der GDX langsam aber gewaltig zu einer Sommerrally an, die den GDX bis zum 21.09. auf 55,25 USD brachte, ein Anstieg von 41% in 4 Monaten, das darf man wohl Top nennen. 😉

TOP 12.06.12 "Kursziel 1400 im S&P500 ?": Mit einer technischen Betrachtung habe ich meine positive Sicht auf das dritte Quartal und die Sommerrally eingeläutet und am 15.06. mit "Cup&Handle im S&P500 kurz vor Aktivierung" verstärkt. Im Nachhinein war es tatsächlich so, dass der S&P500 sein absolutes Tief am 04.06. erreicht hatte. Diese Betrachtung, die auch schon DAX 7000 erwähnte während der DAX bei 6100 stand, war also sehr treffend.

29.06.12 "Ein historischer Tag - Das Ende Deutschlands, wie wir es kennen.": Top oder Flop ? Ich überlasse das Ihnen. Ich befürchte aber nach wie vor, dass ich völlig Recht hatte.

TOP 02.07.12 "US Kohlesektor - Monatelanger Abwärtstrend bald durchbrochen ?": Eher Top, aber nicht so eindeutig. Der Sektor definierte seinen absoluten Tiefpunkt am 26.07., insofern war die Annahme des Artikels grundlegend richtig. Seitdem ist der Sektor im Aufwärtstrend. Allerdings verläuft der Gegenanstieg bisher nicht so richtig überzeugend. Insofern ein verhaltenes Top.

FLOP 05.07.12 "Warum man die Porsche Aktie nun nicht mehr haben muss": Nach dem Artikel setzte der Kurs von Porsche zu einer massiven Rally an, insofern klarer Flop. Andererseits bin ich weiter von der inhaltlichen Sicht überzeugt, dass man in VW sein muss und nicht in Porsche, weil die Entwicklung des Porsche Kurses ein reines Lotteriespiel ist, auf das nur Herr Piech wirklich Einfluss hat. Als Aktionär sitzt man da sozusagen an einem gezinkten Kartentisch. Ich gebe mich nicht der Illusion hin zu durchdringen, was in der Porsche Bilanz alles passiert und nicht passiert. Und mit VW konnte man ja dann auch gutes Geld verdienen. Trotzdem, rein vom Kursverlauf her klarer Flop.

TOP 10.07.12 "Linde, SAP, ABB - drei substanzstarke Aktien, die ich nun für Buy&Hold interessant finde": Volltreffer. SAP seitdem 36% Plus. Linde 20% Plus. ABB 21% Plus. Und das alles in einem halben Jahr und ohne grosses Risiko bei sehr geringer Volatilität. Besser gehts kaum. Und ich halte alle drei Aktien auch für 2013 weiter für aussichtsreich.

TOP 18.07.12 "Wohin uns die Sommerrally führen könnte" und 19.07.12 "Dieser Bulle hat noch Kraft in den Lenden !": Eine im Nachhinein sehr treffende Sicht auf das 3. Quartal, inklusive der schon formulierten Erwartung der Herbststürme, die dann auch ab Ende September einsetzten.

TOP 31.07.12 "Aufbau eines Trades – Am Beispiel Silber": Zwischen dem Artikel und dem Hoch Ende September legte Silber eine 25% Rally hin.

TOP 08.08.12 "Goldminen – Erneut mit relativer Stärke gegenüber Gold": Nach dem Artikel legte der GDX innerhalb 6 Wochen eine 24% Rally hin.

TOP 28.08.12 "Chart der Woche – Hecla Mining": Nach dem Artikel legte HL innerhalb von nur 4 Wochen eine Rally von knapp 30% hin !

TOP 29.08.12 "Kurztipp – Kinross Gold": Nach dem Artikel legte Kinross innerhalb von nur 5 Wochen eine Rally von über 30% hin !

10.09.12 "Bijou Brigitte (522950) - Modeschmuck im Strudel der Eurokrise": Der mittelfristig angelegte Trade scheint zu funktionieren die Aktie steht nun über 10% höher als beim Artikel. Ein endgültiges Urteil will ich mir aber noch nicht erlauben.

FLOP 18.09.12 "Gold – Das für mich wahrscheinlichste Szenario der nächsten Wochen": Meine Leiden an Gold im 4. Quartal wurden hiermit eingeläutet. Und bis heute ist es so, dass ich auch im Nachhinein - auf Basis der damals vorhandenen Daten - an meiner Einschätzung keinen grundlegenden Fehler erkennen kann. Es ist trotzdem völlig anders gekommen und was mich am meisten irritiert ist, dass ich bis heute nicht verstehe warum. Insofern ist mein Edelmetall Trade des 4. Quartals für mich nach wie vor mein "Flop des Jahres !" Zwar habe ich dank gutem Risikomanagement da nur minimal Geld verloren, frustrierend waren die letzten 2 Monate aber schon.

21.09.12 "Marktanalyse - Wie wird das vierte Quartal für DAX, S&P500 und Co. ?": In dieser Marktanalyse scheinen die Schwierigkeiten des kommenden Quartals schon auf. Der Artikel ist auch Indikator dafür, dass ich mich im 4. Quartal nun schwerer tue den Markt "zu greifen".

FLOP 11.10.12 "Silber – Warum die Markttechnik nach einem bullischen Ausbruch riecht !": Auch hier setzt sich mein schlechter Edelmetall-Trade fort, der Kommentar zum 18.09.12 gilt auch hier. Da hat mich Mr. Market einmal kräftig an der Nase herum geführt.

TOP 14.10.12 "Marktupdate - DAX & Co.: Vom Weg des maximalen Schmerzes": Das war schon sehr prophetisch und die ersten zwei Phasen, inklusive des Tauchers unter 7000 im DAX, traten auch perfekt ein. Nur die ganz grosse Rally am Schluss über 8000 wurde uns verwehrt, ich bin aber recht sicher, ohne die Fiscal Cliff Verwirrung wäre die drin gewesen.

Mit Mitte Oktober will ich meinen Rückblick auch schliessen. Die weiteren Artikel sind in der Regel zu nahe an der Gegenwart um schon ein Urteil fällen zu können.

Abgesehen davon verschafft diese Liste auch so schon einen ganz treffenden Eindruck über das, was im Jahr 2012 auf Mr-Market.de gelaufen ist. Sicher musste ich vieles weglassen, insbesondere wichtige kleine Kommentare und Tips, um diesen Artikel nicht endgültig zu lang werden zu lassen. Trotzdem kann man nachvollziehbar sagen, dass das Jahr 2012 von vielen sehr guten Treffern geprägt war, die erhebliche Gewinne ermöglichten.

Insbesondere die in x Artikeln immer wieder konsistent thematisierte Marktsicht auf die grossen Entwicklungen der drei Quartale (Q1 bullisch, Q2 bärisch, Q3 bullisch), hat denen schöne Gewinne ermöglicht, die das verstanden haben. Dazwischen tummelten sich aber auch ein paar Flops, nobody is perfect. Würde mir jemand einen fehlerlosen Trackrecord präsentieren, würde ich es auch nicht glauben. Wir alle haben Fehleinschätzungen und niemand hat eine Kristallkugel. Der Unterschied ist, ob man daraus lernt und ob man in der Lage ist, die Risiken zu begrenzen.

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Rutsch und uns weiter so viele Treffer in 2013 !

Ihr Hari

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In eigener Sache – Ein Jahr Blog Mr-Market – Rückblick und Ausblick

Liebe Mr-Market Community,

fast ein Jahr ist nun vergangen, seit ich mit Mr-Market.de so richtig losgelegt habe. Und das Weihnachtsfest und der Jahreswechsel stehen vor der Tür. Grund genug einen Blick zurück zu werfen und Ihnen auch einen kleinen Ausblick auf 2013 zu geben.

Schauen wir doch einfach mal auf die nackten Zahlen, bisher gab es 2012 im Blog mr-market.de :

  • 352 neue Artikel, davon 20 Gastartikel von engagierten Lesern dieses Blogs. Viele der 352 Artikel waren so umfangreich, dass andere daraus 2 oder 3 einzelne Artikel gemacht hätten.
  • 3200 Kommentare, davon 980 von mir. Und Sie wissen, dass ich manchmal ausführliche Erklärungen/Antworten in die Kommentare schreibe, die eines Artikels würdig wären.
  • 850 Livetips, und das in nur einem halben Jahr, da ich erst im Juni mit dieser Form von Aktualität begonnen habe
  • Mindestens 500-1000 tägliche Leser. Mit dieser Zahl wird besonders gerne Schindluder getrieben, denn werbeorientierte Webseiten haben natürlich ein Interesse daran, die Zahl der Leser möglichst hoch erscheinen zu lassen. Das Problem ist nur, wie erkennt man ein und denselben Leser, der mehrmals täglich von verschiedenen Rechnern wieder kommt ? Gerne wird dann nach einer Karenzzeit von zb 1 Stunde erneut gezählt, was die Leserzahl künstlich aufbläht. Die Zahl 500-1000 beruht dagegen auf der härtest möglichen Zählmethode, eine IP-Adresse wird innerhalb 24 Stunden nur einmal gezählt, egal wie oft von dort aufgerufen wird. Wenn ein Haushalt mehrere Leser hat oder wenn mehrere Mitarbeiter ein und derselben Firma hier bei Mr-Market mitlesen, führt diese Methode dazu, dass eher zu wenig gezählt werden. Deswegen ist die Zahl 500-1000 eher konservativ und entspricht Werten von mehreren Tausend pro Tag, die von anderen Webseiten gerne kommuniziert werden.

  • Erste Preise (Smava, Comdirect) schon nach wenigen Monaten Betrieb.
  • Eine loyale Leserschaft im Sinne "Abonnenten". Das kann man gut daran erkennen, wie sich die Zugriffe entwickeln. Webseiten die von kurzfristigen Schlagzeilen leben und wenig innere Substanz haben, verzeichnen stark schwankende Klickzahlen, je nachdem ob man mal wieder einen "Aufreger" platzieren konnte oder nicht. Die Zugriffszahlen bei mr-market.de bewegen sich aber wie ein Uhrwerk nach oben und das im Rhythmus der Woche. Das spricht dafür, dass die Mehrzahl der Leser hier regelmässig als Teil des Tagesablaufs mitliest und das freut mich. Für "Vorbeiklicker" will ich auch nicht da sein.
  • Eine engagierte und kompetente Leserschaft. Wo sonst findet man, dass Leser schon im ersten Jahr des Blogs eigene Artikel verfassen ? Und wo findet man diese Qualität an Diskussion zum Thema Börse und Wirtschaft, wie wir es hier immer wieder schaffen ?

Alles in allem bin ich stolz auf das, was dieser Blog in nicht mal einem Jahr geworden ist. Und Sie können auch stolz sein, denn soweit Sie zu den aktiven Schreibern gehören, haben Sie an diesem Erfolg aktiv mitgewirkt.

Ich bin auch ganz selbstbewusst davon überzeugt, dass Mr-Market.de etwas Besonderes in der Presse/Internet-Landschaft im Bereich Börsen ist.

Denn wenn Sie sich umschauen, sehen Sie schnell, dass Sie mit Webseiten und Artikeln die Strasse pflastern können, die die Geschehnisse an den Börsen nur nacherzählen. Die Methode ist dabei immer gleich, man weiss ja, auf welche Aktien der normale Anleger schaut. Es sind Aktien wie Commerzbank, Aixtron, Solarworld etc. etc. an denen sich die fehlgeleitete Hoffnung von Otto Normalanleger auf schnellen Reichtum festmacht.

Wenn nun irgend etwas an der Börse bei diesen Werten passiert, spriessen die immer gleichen Artikel sofort aus dem Boden, die die Geschehnisse nacherzählen um dann mit einem Fragezeichen die Frage zu stellen, ob es so oder so weitergeht. Nur festlegen tun sich die Artikel nie, das wäre ja auch gefährlich und dazu müsste man eine kompetente Meinung haben. Man erreicht mit diesen Artikeln eine hohe Aufmerksamkeit und hohe Klickzahlen, weil sie die Bedürfnisse der Menschen in diesem Moment bedienen. Je marktschreierischer die Überschrift, desto höher die Aufmerksamkeit. Der inhaltliche Nutzwert geht aber bei dieser Art Artikel für mich gegen Null.

All das macht Mr-Market.de nicht, im Gegenteil. Dieser Blog legt Wert auf Inhalt und Substanz und nicht auf Schaueffekte. Und er legt Wert auf Leser, die gedanklich weit genug sind, den Wert und die Substanz zu sehen und sich von den Schaueffekten nicht mehr blenden zu lassen. Und dieser Blog versucht Ihnen zwischen all der Aktualität auch Hintergrundwissen zu den Märkten zu vermitteln, etwas was ich in dieser Konsequenz im deutschsprachigen Raum ebenso wenig gefunden habe, wie die kommentierte Aktualität, die mit den "Live Tips" Einzug gehalten hat.

Deshalb glaube ich voller Stolz, dass dieser Blog etwas Besonderes im deutschsprachigen Raum ist ! Und es macht mir Spass für Sie zu schreiben und mit Ihnen zu diskutieren und interagieren. Je mehr ich das Gefühl habe, dass ich Sie tatsächlich gedanklich voran bringe, desto motivierter bin ich, meine Energie in dieses Projekt zu stecken.

Wie geht es in 2013 weiter ?

Schon die reinen Zahlen oben sollten Ihnen klar machen, dass dieser Blog nun den Rahmen eines Hobbys "nebenher" verlassen hat. Immer mehr meiner Zeit wird dadurch gebunden und das hat auch Auswirkungen auf meine Trading-Aktivitäten. Bestimmte Trades die permanente Aufmerksamkeit erfordern kann ich nicht mehr machen, denn ich brauche Ruhe um nachzudenken und zu schreiben. Ich bewege mich daher zunehmend in Richtung der mittel- und langfristigen Trades, die mit meinen schreiberischen Aktivitäten zusammen passen. Das muss aber gar nicht schlimm sein, denn die Mehrzahl der Leser hier dürfte gerade an diesen mittel- und langfristigen Trades interessiert sein.

Und auch privat hat es natürlich Auswirkungen, es ist eben ein Unterschied ob man Abends um 18 Uhr Feierabend macht um sich der Familie und Freunden zu widmen, oder ob man um 22 Uhr noch Artikel schreibt und Fragen beantwortet. Frau und Kind sind auch nicht immer erfreut, wenn Papa sich nach dem Abendessen wieder an den Rechner setzt um zu schreiben und für seine Leser da zu sein.

Aber auch finanziell steigen die Kosten und die Risiken. Serverkosten, Softwarelizenzen und die Kosten technischer Dienstleister sind das eine, bedeutend werden nun auch rechtliche Themen und Risiken, Stichwort Abmahnung, aber auch ganz profane Themen wie Buchhaltung, Behördenkommunikation etc. Selbst mit der Bafin war ich schon in Kontakt. Abgesehen davon steigen auch die Opportunitätskosten, denn in der Zeit in der ich für Sie mit Aktualität da bin, kann ich nicht für mich selber Geld verdienen.

Alles in allem ist damit klar, dass Mr-Market.de nach dem ersten Jahr am Scheideweg steht, entweder die Aktivitäten zu professionalisieren oder wieder runterzufahren und zu begrenzen. Ich habe aber so viel Freude dabei für Sie zu schreiben ...und ich kann doch täglich sehen und lesen, wie ich viele von Ihnen auch in Sachen Börsenwissen und können weiter bringe ... dass ich das auf keinen Fall aufgeben will. Und so viele andere Orte gibt es in der deutschen Medienlandschaft ja nicht, an denen sich normale Anleger im deutschsprachigen Raum aufhalten können, die wirklich kompetentes und unabhängiges Wissen rund um die Börsen aufbauen wollen. Insofern fühle ich mich ein bischen auf einer "Mission", der Mission das Börsenwissen und die Börsenkultur in Deutschland zu erhöhen. Und ich bin nicht der Typ, der eine "Mission" vorzeitig abbricht, weil sie zu mühsam wird.

Meine Schlussfolgerung ist daher klar. Ich werde in 2013 eher mehr als weniger für Sie da sein. Und ich werde Mr-Market.de teilweise professionalisieren, so dass dann auch ein wirtschaftlicher Gegenwert für mein zeitliches und finanzielles Engagement entsteht.

Die ersten Schritte können Sie schon unter der Decke verfolgen. Inhaber der Website ist nun die "Seldon Digital GmbH", eine GmbH deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer ich bin und deren Sinn es ist, eine Plattform für wirtschaftliche Aktivitäten darzustellen, ebenso wie einen gewissen Haftungsschutz zu erzeugen.

Im Laufe des nächsten Jahres werde ich dann eine Trennung vollziehen, denn es gibt in meinen Augen drei Bereiche, in denen dieser Blog aussergewöhnlich ist:

  • Die Aktualität in Form der Marktupdates und der Live-Tips, die ich nächstes Jahr ausbauen will um Ihnen noch besser einen Blick auf das zu erlauben, was ich an den Börsen so mache und welche Trades ich eingehe und vor allem warum. Wenn Sie so wollen, erlaube ich Ihnen, mir ein kleines bisschen über die Schulter schauen.
  • Meine aktive Beantwortung von Fragen in den Kommentaren. Oft liefere ich Ihnen hier Grundsatzerläuterungen zu den Märkten, die Sie nirgendwo sonst finden würden, schon gar nicht als persönliche Antwort.
  • Die Artikel, die Ihnen anhand aktueller Szenarien grundlegende Techniken und Hintergrundwissen nahebringen. Diese Form von "interaktiver Schulung" am aktuellen Fall ist höchst selten und weit produktiver als "trockene" Lehrbücher.

Nach meiner Ansicht liegt in allen drei Themen ein hoher wirtschaftlicher Wert für die Leser. Als regelmässiger Leser wissen Sie selber, wie viele schon indirekt von meinen Kommentaren und Live-Tips profitiert haben - entweder in Form von Gewinnen oder in Form von vermiedenen Verlusten. Und letztlich ist das, was ich Ihnen in Kommentaren und Artikeln biete, durchaus eine Art "Mentoring" - ein Mentoring das versucht Ihnen Grundlagen und Zusammenhänge zu vermitteln und Sie so fit zu machen, alleine gegen Mr. Market bestehen zu können. Haben Sie eine Vorstellung davon, was professionelle Mentoren normalerweise kosten ?

Und genau deshalb werde ich diese drei Bereiche weiter ausbauen und gleichzeitig nur noch für die Leser zur Verfügung stellen, die den Wert auch erkennen und das dadurch ausdrücken, dass sie dafür zu zahlen bereit sind. Ich werde also wahrscheinlich in diesen Themen für deutlich weniger Leser da sein, für diese aber um so intensiver.

Der freie Blog bleibt erhalten und wird weiter geführt. Allerdings ohne die tägliche Aktualität der Live-Tips und ohne einen Hari, der sich in Kommentaren die Mühe macht auf jede Frage detailliert einzugehen und jeden Neuling aufs Neue an der Hand zu nehmen. Diesen Hari gibt es dann nur noch für den Kreis der zahlenden Leser. Und der freie Blog bleibt auch ohne die ganz besonders spannenden und aktuellen Artikel, die Ihnen beim täglichen Navigieren durch die Märkte helfen. Auch andere Artikel werden dort erst mit Zeitverzögerung erscheinen. Aktuelle Hinweise und meine konkreten Beobachtungen der Märkte, bleiben also alleine den zahlenden Lesern vorbehalten. Im freien Blog wird es dann auch mal in Maßen die eine oder andere Werbung geben, während die kostenpflichtigen Inhalte weiter ohne jegliche Werbung oder sonstige wirtschaftliche Interessen bleiben.

Was den "Preis" angeht, bleibe ich meinem altruistischen Prinzip treu, dass ich hier nicht versuche maximalen Ertrag heraus zu schlagen, sondern primär versuche zu helfen, in dem ich dem normalen Anleger einen Zugang zum Wissen eines Marktprofis ermögliche. Denn ich will Ihnen keine "heissen" Tips verkaufen, oder sie sonst zu irgend einer Handlung veranlassen, sondern ich will Ihnen dazu verhelfen sich selber helfen zu können und sich aus der Abhängigkeit von diversen "Gurus" zu lösen.

Ich werde mich daher bei der Gebühr für den kostenpflichtigen Teil von Mr-Market grob an dem orientieren, was die klassischen, wöchentlich erscheinenden Anlegerpostillen ihren Lesern auch monetär abverlangen. Die Logik dahinter ist ganz einfach: wer nicht sieht, dass er hier einen grösseren Wert bekommt, der ist hier sowieso falsch.

Und noch etwas werde ich tun. Damit die Gebühren in diesem niedrigen Bereich bleiben, werde ich auf Sie - meine loyalen Leser - setzen. Ich setze auf Ihr Engagement und Ihre Empfehlungen in Ihrem Umfeld. Und ich werde die besonders engagierten Leser dafür auch belohnen, wie es sich gehört. Die Punkteliste die Sie im Blog ganz rechts unten finden und die sich nicht nur aus Kommentaren, sondern auch aus Artikeln oder sonstiger aktiver Hilfe speist, steht dort nicht ohne Grund. Ich mache höchst selten etwas ohne Grund. 😉

Und wenn der Erfolg sich fortsetzt, kann ich mir über 2013 hinaus auch durchaus vorstellen, dass aus Ihrem Kreis dann auch Autoren erwachsen, die regelmässig für diesen Blog schreiben und damit auch einen kleinen Nebenverdienst erzielen - vom Spass sich der Welt mitzuteilen ganz abgesehen. 🙂

So weit so gut, der Artikel ist schon viel zu lang geworden. Ich hoffe ich konnte Ihnen einen Eindruck verschaffen wohin die Reise in 2013 geht. Der Community-Gedanke wird also ebenso wie die Aktualität ausgebaut. Aber erwarten Sie nicht, dass das alles am 02.01.13 startet, ich mache das alles (noch) alleine und obige Entwicklungen werden sich voraussichtlich im Laufe des Jahres einstellen, Schritt für Schritt. Bis dahin bleibt alles wie es ist.

Nun wünsche ich Ihnen ein paar geruhsame Feiertage. Auf Mr-Market.de wird es sicher bis ins neue Jahr auch etwas ruhiger werden. Ich werde aber an den beiden letzten vollen Handelstagen des Jahres am 27. und 28.12.12 präsent sein und mich sicher auch mal in Form eines Artikels melden. Die Live-Tips werden auch während der Feiertage gepflegt, wenn ich etwas Interessantes sehe, lasse ich Sie teilhaben. Und auf Kommentare reagiere ich sowieso immer zeitnah, auch am Heiligabend. 😉

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand 01.12.12 – Nokia, RIM, Facebook

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Nach zwei abgelaufenen Monaten ist es heute Zeit, den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.11.12 (jeweils Schlusskurse). Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" seit Oktober ein Minus von -4,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -0,6%. DAX 7322,08 -> 7405,50 = +1,1%, S&P500 1450,92 -> 1416,18 = -2,4%

Unsere Überperformance als "Shorties" setzt sich also fort. Der deutliche Vorsprung vor der Marktperformance ist um so bemerkenswerter, als im letzten Monaten drei der "Gurken" eine gewaltige Trendwende hingelegt und zu einer Rally mit erheblichen Gewinnen angesetzt haben.

Es handelt sich dabei um Nokia, Research in Motion (RIM) und Facebook, die nun alle weit über 20% im Plus stehen. Die erste Lehre dieses Monats ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt - wie hier auf die Abwärtstrends von Nokia, RIM und Facebook - dann ist ein Stop oberhalb der oberen Trendlinie unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen.

Natürlich brauchen auch diese Stops Luft zum Atmen und dürfen nicht zu nahe an der entscheidenden Marke sein. Aber schauen Sie doch einfach auf diese drei Aktien. Wäre es nicht immer noch sehr sinnvoll gewesen, sich nach 5% ausstoppen zu lassen ? Und selbst wenn man vorher mal ein paar Prozent bei ein paar unglücklichen Stops verloren hat, einen derartigen Verlust von 20, 30 oder 40% zu vermeiden hätte sich immer noch gelohnt ! Und seien Sie mal ehrlich. Hätten Sie den Stop nicht gehabt, hätten Sie dann wirklich bei 5% auf "Verkaufen" der Short-Position gedrückt oder wären Sie nicht in fester Überzeugung des "Gurkenstatus" der Aktien einfach im Trade geblieben, in der Hoffnung das er wieder dreht ?

Soviel zum Thema "Stops", kommen wir damit zur der Lage bei Facebook, Nokia und RIM.

Wenn Sie mich jetzt fragen, was ich inhaltlich von dieser Trendwende bei den drei Aktien halte, muss man die Antwort nach dem Zeithorizont unterscheiden. Bei allen drei Aktien, vor allem aber bei Nokia und RIM, handelt es sich um eine Hoffnungsrally. Und diese kann durchaus nur ein "Dead Cat Bounce" sein.

Da aber die wirkliche Nagelprobe der Hoffnung bei Nokia frühestens im Januar (auf Basis realer Zahlen) und bei RIM noch später nach Launch des Blackberry 10 erfolgt, spricht viel dafür, dass die Hoffnung im Dezember weiter in die Höhe fliegt und es nun gar nicht mal unwahrscheinlich ist, dass alle drei Aktien bis Jahresende weiter deutlich zulegen. Und trotz schon 20-40% Gewinn sind inbesondere bei Nokia und RIM durchaus ähnliche Gewinne für den Dezember vorstellbar. Nicht sicher, aber vorstellbar !

Aber, betrachte ich die Aktien von einer fundamentalen und strategischen Sicht, besteht in meinen Augen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir hier nur einen temporären "Dead Cat Bounce" sehen. Die höchste Wahrscheinlichkeit in drei Jahren noch als selbstständiges Unternehmen auf dem Kurszettel zu stehen, hat in meinen Augen Facebook. Hier befindet sich der Markt einfach im Prozess den "richtigen" Wert für das neue Geschäftsmodell zu finden. Aber das mit dem Geschäftsmodell Geld zu verdienen ist und dort eine Menge Potential existiert, ist höchst wahrscheinlich.

Anders die Lage bei Nokia und RIM. Beide sind in meinen Augen strategisch gesehen "Tote Katzen".

Hohe Margen werden in diesem Geschäft nur gemacht, wenn man das komplette Ökosystem von Hardware, Software und Apps - inklusive der Vermarktungsketten - in der Hand behält. Das hat Apple bewiesen und hätte Apple nicht alles unter Kontrolle, wären die aktuellen gigantischen Margen völlig illusorisch.

Genau dieses Potential hat Nokia aber mit der Hinwendung zu Microsoft und Windows Mobile aus der Hand gegeben. Nokia ist damit nur noch ein besserer Hardwarehersteller und Systemdesigner. Die wahren Fäden hält Microsoft in der Hand und letztlich bestimmt damit auch Microsoft über die Margen und die Existenz von Nokia. Selbst wenn Nokia jetzt tolle Absatzzahlen liefert, wie wollte sich denn eine Nokia wehren, wenn Microsoft einfach die Lizenzgebühren für Windows Mobile nach oben schraubt ? Oder Nokia Geschäftsmöglichkeiten abschneidet, weil Microsoft bestimmte Dienste einfach ins Betriebssystem integriert ?

Auf dem Desktop hat Microsoft doch vorgemacht, wie man durch Integration ins Betriebssystem die ganzen Anbieter drum herum langsam aussaugt. Ich habe zum Beispiel keinen eigenen Virenscanner mehr, Security Essentials reicht völlig. Es gibt halt genügend HTCs und reine Hardwaredesigner können ausgetauscht werden, das zugrunde liegende Ökosystem rund um das Betriebssystem aber nicht so einfach. Ich persönlich kann im Moment nicht sehen, wo das Geschäftsmodell bei Nokia ist, mit dem langfristig attraktive Margen erwirtschaftet werden können.

Gleichzeitig hat die Marke und die Patente aber so viel Wert, dass ich damit rechne, dass Nokia früher oder später übernommen wird und damit defacto vom Kurszettel verschwindet. Das muss für die Aktionäre kein schlechter Deal sein, auf eine neue Zukunft Nokias auf eigenen Beinen würde ich aber nicht wetten wollen.

Bei RIM ist die Lage etwas anders, im Ergebnis aber nicht besser als bei Nokia. RIM hat das ganze Ökosystem rund um den Blackberry noch in der Hand, könnte sich also theoretisch wieder zu hohen Margen aufschwingen. Nur ist das realistisch ? Ich glaube nein, der Zug ist einfach abgefahren.

RIM hatte fast ein Monopol als "Manager-PDA" und konnte deswegen hohe Preise und damit hohe Margen erzielen. Noch vor ein paar Jahren war es doch so, dass es entweder buntes, blinkendes Spielzeug von Samsung und Co. gab oder seriöse Businessgeräte von RIM oder Nokia.

Alles vorbei. Auch die grossen Firmen gehen immer mehr von einer einheitlichen Ausrüstungspolitik weg und erlauben den Mitarbeiter sich ihre Smartphones selber zu wählen, solange ein paar Regeln eingehalten werden. Damit bekommen Moden und was "hip" ist, aber auch im Business-Segment höhere Bedeutung. Das Blackberry Prinzip ist einfach aus der Mode. Wie bei allen ehemaligen Trends gibt es noch eine Fangemeinde, die die Stange hält, das verlängert aber nur das Siechtum, das frische, der Marke zufliegende Blut fehlt. Jetzt hat es auch in der Vergangenheit durchaus mal Beispiele gegeben, wo das Revival einer Marke gelungen ist, insofern nichts ist unmöglich. Das sind aber seltene Ausnahmen, auf die ich nicht wetten wollte.

Wirkliche Zukunft kann eine RIM nur dann gewinnen, wenn sie einen neuen USP findet, der die Smartphone-Nutzer zum Blackberry treibt. Den sehe ich aber zumindest derzeit (noch) nicht und Moden die vergangen sind, kommen nicht so einfach wieder. "Yet another Smartphone" braucht die Welt auch nicht mehr.

Abgesehen davon hat RIM nun ein massives Skalenproblem. Nicht nur im Einkauf, sondern auch bei der Entwicklungskapazität sind die Mittel einfach zu gering, um mit den sich abzeichnenden vier "Gorillas" - Apple, Google/Motorola, Samsung, Microsoft - mithalten zu können. Selbst wenn das BB10 ein Erfolg wird, reicht ein einziger verhunzter Produktzyklus bei der Grösse und Finanzkraft die RIM nun hat, um der Firma den Todesstoss zu geben.

Das tolle Produkte auch nichts nützen, wenn der Zug mal abgefahren ist, kann man an Psion oder Palm bewundern. Erinnert sich jemand an diese tollen und sehr teuren Minicomputer ? Auch Psion hatte hohe Margen und eine zahlungskräftige Kundschaft. Auch Psion wurde durch Apple, Samsung und Co. des Geschäftsmodells beraubt und auch Psion hatte nicht die Grösse und Skaleneffekte um gegenzuhalten. Psion ist heute Teil von Motorola und die wiederum Teil von Google. Die grossen Fische fressen die kleinen.

Auch bei RIM haben aber Marke und Patente Wert und wie bei Nokia rechne ich daher eher mit einer Übernahme. Auch hier muss das für die Aktionäre kein schlechter Deal sein. An eine langfristige Zukunft auf eigenen Beinen glaube ich aber bei RIM eben so wenig wie bei Nokia. Diese Chance auf die eigene, selbstbestimmte Zukunft ist von den drei "Gurkenaktien" wohl bei Facebook am grössten.

Aber noch einmal, diese langfristig strategische Sicht hilft nicht bei der Frage, ob die Rally noch ein, zwei oder drei Monate weitergeht und ob eine Nokia oder RIM nicht noch einmal 20, 30, 40 oder sogar 50% Gewinn produzieren, bevor der "Dead Cat Bounce" dann zum Erliegen kommt oder alternativ ein Käufer auf den Plan tritt und die Aktie vom Kurszettel verschwindet.

Insbesondere bei RIM darf man nicht vergessen, dass der Aktienkurs praktisch ins "Nichts" geprügelt wurde. Es braucht also nicht viel um starke Kurs-Gewinne zu produzieren, ein bisschen Hoffnung und halbwegs brauchbare Umsätze mit dem Blackberry10 Smartphone reichen schon, um den völlig verprügelten Kurs nach oben schnellen zu lassen. Einer neuen Zukunft ist RIM damit aber nicht notwendigerweise näher gekommen, kurzfristige Gewinne für spekulative Anleger sind aber weiterhin möglich.

So weit meine persönliche Sicht auf diese drei "Gurkenaktien". Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 0.99 €; gain: -29.3%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2 €; gain: -28.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 3.7 €; gain: -27.6%
5. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.19 €; gain: -23.7%
6. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.11 €; gain: -23.6%
7. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.77 €; gain: -22.3%
8. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.95 €; gain: -22.1%
9. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 41.86 €; gain: -14.3%
10. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 19.57 USD; gain: -13.2%
11. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 12.99 USD; gain: -12.9%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.62 USD; gain: -10.9%
13. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 15.57 €; gain: -8.4%
14. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 9.61 €; gain: -6.2%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 87.04 USD; gain: -3.7%
16. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 37.98 €; gain: -0.2%
17. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 6.26 €; gain: -0.2%
18. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.52 €; gain: 1.7%
19. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.85 €; gain: 4.9%
20. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.91 €; gain: 6.2%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 74.28 USD; gain: 6.3%
22. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 35.45 €; gain: 15.4%
23. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.82 USD; gain: 15.4%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.82 €; gain: 17.5%
25. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.9 €; gain: 17.8%
26. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.57 €; gain: 25.4%
27. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 28 USD; gain: 28.3%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.6 USD; gain: 43.9%

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand zum 01.11.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Heute ist es Zeit, uns nach einem Monat den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.10.12 (jeweils Schlusskurse):

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" im Oktober ein Minus von -5,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -1,6%. DAX 7324,56 -> 7268,53 = -0,7%, S&P500 1450,92 -> 1412,72 = -2,6%

Wir haben den Markt also klar geschlagen und als "Shorties" einen guten Job gemacht. Schaut man darauf woran das lag, ist sehr leicht zu erkennen, dass das Herumreiten auf dem Prinzip der Trendfolge bei der letzten Übung nun scheinbar Früchte getragen hat. Es wurden sehr viele Aktien gemeldet, die schon vorher schlecht liefen und sich in etablierten Abwärtstrends befanden. Das positive Ergebnis der Trendfolge können wir nun beobachten. Passend dazu ist auch, dass die Aktie die im Sinne unserer Übung am "schlechtesten" lief - die also den grössten Gewinn produzierte - mit Salzgitter genau die Aktie ist, die Anfang Oktober schon klar ihren langen Abwärtstrend gebrochen hatte.

Nehmen wir also aus dem ersten Monat unserer Übung mit, dass billig aussehende Aktien in der Regel noch billiger werden. Oder etwas flapsiger: "besch...... Aktien bleiben besch...... Aktien" ! 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.14 USD; gain: -50.0%
2. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.91 €; gain: -20.0%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2.39 €; gain: -14.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.39 €; gain: -14.1%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 1.07 €; gain: -12.3%
6. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 43.58 €; gain: -10.8%
7. Wienerberger (WKN: 852894) 6.22 € -> 5.6 €; gain: -10.0%
8. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.44 €; gain: -7.6%
9. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 13.85 USD; gain: -7.1%
10. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 36.03 €; gain: -5.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 21.63 USD; gain: -4.6%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 28.54 USD; gain: -4.4%
13. Solarworld (WKN: 510840) 1.40 € -> 1.34 €; gain: -4.3%
14. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.30 USD -> 28.13 USD; gain: -4.0%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 86.8 USD; gain: -3.9%
16. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 21.11 USD; gain: -3.3%
17. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.71 €; gain: -1.8%
18. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 7.93 USD; gain: -1.6%
19. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 10.16 €; gain: -0.8%
20. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.81 €; gain: 0.0%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 70.44 USD; gain: 0.8%
22. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.07 €; gain: 1.0%
23. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.56 €; gain: 3.3%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.36 €; gain: 3.4%
25. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.5 €; gain: 4.0%
26. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.25 €; gain: 4.8%
27. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.63 €; gain: 4.9%
28. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 33.38 €; gain: 8.6%

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Vom Irrsinn des IFRS – oder warum der Buchwert alleine kaum Aussagekraft mehr hat.

Heute möchte ich mit Ihnen mal wieder ein grundsätzliches Thema besprechen. Und zwar in Form eines persönlichen und höchst subjektiven Kommentars zum Thema IFRS.

Ausgelöst durch einen der zahllosen Artikel, in denen dem privaten Anleger mal wieder das KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) als einfaches Mittel angedient wurde um "Value-Aktien" nach Graham und Buffet zu finden, habe ich mich dazu despektierlich geäussert und den Versuch so ein Thema auf das KBV zu reduzieren als "Plattheit" gebranntmarkt.

In diesem Artikel möchte ich genauer erläutern was ich damit meine. Und warum Sie sich nach meiner Erfahrung keinen Gefallen damit tun, Ihre Anlageentscheidungen alleine nach solchen trivialen Kennziffern zu treffen. Wenn mir die Welt so stark vereinfacht dargeboten wird, ist für mich eher sofort die Frage, "warum" man mir das so darlegt und welche Interessen die Beteiligten haben könnten.

Noch vor 15 Jahren, war die Welt der Bilanzierung in Ordnung. In Deutschland galt das HGB, das die Tendenz hatte, in den Bilanzen stille Reserven - also eine Sicherheitsmarge - aufzubauen. Kaufte man damals ein anderes Unternehmen oder Rechte oder oder, wurde der Aufwand als "Kosten" verbucht oder aktiviert und das Wirtschaftsgut langsam abgeschrieben. Irgendwann war das Wirtschaftsgut in der Bilanz bei Null angekommen, hatte aber immer noch einen realen Gegenwert. Manchmal war dieser Gegenwert sogar gestiegen.

Diese stillen Reserven schlummerten unerkannt in den Bilanzen und wurden erst dann gehoben, wenn das Wirtschaftsgut zum Beispiel verkauft wurde, wenn es also durch einen Preis einen "Wert" bekam. Das war auch im Wesentlichen die Bilanz-Welt, in der Benjamin Graham (der diesem Blog seinen Namen gab und dessen Schüler Warren Buffet war) seine berühmte "Value-Strategie" entwickelte, wie in seinem Buch "The intelligent Investor" ausgeführt. Sicher waren die Bilanzierungsregeln auch damals in den USA anders als das HGB, aber auch in den US war die Bilanzierung damals viel mehr vom Sicherheitsgedanken geprägt als heute.

Dann begann aber der Siegeszug der IFRS (International Financial Reporting Standards). Eigentlich ein richtiger Gedanke, die Rechnungslegungsvorschriften weltweit zu vereinfachen und damit vergleichbar zu machen. Ich zitiere mal einen Satz aus dem WiWo Artikel zum "grossen Bilanz Bluff", den ich Ihnen unten verlinkt habe: "Die 15-köpfige Gruppe ist privat organisiert. Sponsoren der Gruppe sind nahezu alle wichtigen internationalen Konzerne, Banken und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Die Europäische Union winkt deren Beschlüsse regelmäßig durch und gibt sie weiter in die Hauptstädte von Berlin bis Rom, wo sie in nationales Recht umgewandelt werden."

Meine Lebenserfahrung gebietet anzunehmen, dass es die Interessen der genannten Spieler sind, die indirekt Einfluss auf die Bilanzierungsregeln nehmen. Und das selbst, wenn man den 15 Personen individuelle Untadeligkeit und das Bemühen um Unabhängigkeit attestiert, was ich hiermit gerne annehme. Denn jeder Mensch ist durch sein Arbeitsumfeld geprägt, auch wenn er sich persönlich um Unabhängigkeit bemüht. Lässt man Bilanzstandards von den genannten Gruppen erarbeiten, wird man andere bekommen, als wenn das Standardisierungsgremium zum Beispiel aus den Finanzchefs von Mittelständlern besteht. Bezeichnend für die deutsche Politik ist übrigens, dass sie dieses so entscheidende Thema aus meiner Sicht mal wieder völlig verschlafen hat.

Und die Interessen der grossen Spieler sind für mich naheliegend. Indem man stille Reserven hebt, in dem man die Bilanzen aufbläht, erzeugt man höhere Kurse an Börsen (= mehr Boni) weil die Kennziffern wie zB KBV besser aussehen, erhöht man das Volumen der Mandate, erzeugt neue Beratungsfelder für Banken und Wirtschaftsprüfer und gibt dem Management Spielraum, sich die Bilanz nach Gusto zu bauen. Es entspricht meiner Lebenserfahrung anzunehmen, dass diese Interessen auch in die Entscheidungsprozesse einfliessen.

Das Schlüsselprinzip das seit IFRS dabei eingesetzt wird und das es vorher nicht gab, ist dabei das "Fair Value Measurement“. Theoretisch ein richtiger Gedanke, statt das stille Reserven wie oben in den Bilanzen schlummern und diese defensiv aufgebaut sind, sollen alle Bilanzpositionen mit ihrem aktuellen "fairen Wert" bewertet werden. Das Problem ist nur, wer legt denn fest wenn es keinen echten Marktwert gibt, was die Regel ist ? Wer hat die Kompetenz zu entscheiden, ob eine Investition zB in eine innovative Technologie diesen oder jenen "fairen" Wert hat ? Womit wir beim massiven Spielraum sind der nun entstanden ist und der die modernen Bilanzen eher zu einem Pudding macht, den man verzweifelt versucht an die Wand zu nageln.

Es übersteigt den Umfang eines solchen Artikels, hier auf alle Aspekte einzugehen. Ich will Ihnen mit diesen Worten auch nur ein Problembewusstsein schaffen. Und dazu braucht es Beispiele.

Nehmen wir also mal beispielhaft Daimler und die Brennstoffzelle. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass Daimler in das Thema schon mehr als 1 Milliarde Entwicklungskosten hinein gesteckt haben soll. Ich weiss nicht ob das stimmt und ich will vorausschicken, das ich keinerlei Ahnung habe wie Daimler das Thema bilanziert. Und ich will mit den folgenden Worten auch keine Behauptungen über die Bilanz bei Daimler aufstellen. Ich will Ihnen nur an einem Beispiel das jeder kennt ("Daimler" und "Brennstoffzelle") klar machen, was IFRS potentiell bedeutet.

Daimler hat also massive Investitionen in die Brennstoffzelle gesteckt, um in der Zukunft damit Geschäft zu machen. In der alten Welt des HGB wäre das ganz einfach gewesen. All die Investitionen in die Brennstoffzelle, all die Millionen an Entwicklerstunden, die gekauften Maschinen, Patente und Rechte, wären Kosten bzw aktivierbare Wirtschaftsgüter gewesen. Wirtschaftsgüter wie zb eine Testanlage wären bis auf Null abgeschrieben worden. Bilanziell wären also all diese Aktivitäten irgendwann nichts mehr "wert" gewesen, bis dann der Moment eintritt, an dem man mit der Brennstoffzelle Umsatz macht, Kunden gewinnt etc. So einfach, so defensiv, so konservativ.

Heute, im IFRS, darf man aber Entwicklungsaufwand aktivieren. Und muss den Wert dieser "virtuellen Wirtschaftsgüter" nicht zwingend auf Null abschreiben. Nein, man muss für die Bilanz bestimmen, was der "Fair Value" dieser Aktiva ist. Und bläht die Bilanz entsprechend auf, was bedeutet das KBV sieht optisch attraktiver aus. Nur wer entscheidet was die Investitionen in die Brennstoffzelle Wert sind ? Nach welchen Kriterien ?

Viel schlimmer, kann das überhaupt jemand kompetent entscheiden ? Ich behaupte ganz frech: NEIN ! Denn die entscheidende Frage wird sein, ob sich die Brennstoffzelle am Markt gegen die alternativen Antriebsformen durchsetzen kann. Und das hängt von unzähligen, auch politischen, Parametern ab und kann niemand vorher sehen. Und deshalb kann auch niemand seriös den "Fair Value" bestimmen.

Im Endeffekt masst sich IFRS damit ganz arrogant an, via Bilanz die Zukunft vorher sehen zu können. Klar, theoretisch soll es der aktuelle "Fair Value" der Gegenwart sein, nur ist der nicht zu bestimmen ohne Annahmen zur Zukunft zu machen. Das ist in meinen Augen die traurige Realität. Und Realität ist für mich auch, dass sich damit das Management der Konzerne nach meiner Erfahrung mehr oder weniger selber in die Bilanzen schreiben kann, was es will. Oder glauben Sie ein durchschnittlicher Wirtschaftsprüfer kann eine ernsthafte Diskussion mit dem Entwicklungsvorstand bestehen, welchen aktuellen Wert frische Innovationen in einem innovativen Spezialthema haben ? Sicher haben die Wirtschaftsprüfer "Krücken" zur Bewertung in ihrer Methodik, es sind und bleiben aber Krücken und am Ende entscheidet das Management.

Das ist nur ein Beispiel. Und um es noch einmal zu erwähnen, ich weiss nicht wie Daimler das real bilanziert, das ist nur ein theoretisches Gedankenszenario um einen Punkt klar zu machen. Und es ist auch keine Problematik von Daimler, sondern vor diesen Fragen stehen mit IFRS alle Unternehmen mit signifikanten Entwicklungsaufwendungen, egal aus welcher Branche. Aber von dieser Art "Bewertungen" nach "Fair Value" werden die Bilanzen der Konzerne seit IFRS bestimmt. Und es ist beileibe nicht nur das Thema aktivierter Entwicklungsleistungen um das es hier geht, weitere Stichworte sind der Goodwill bei Firmenkäufen, die Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen usw. usw..

Warum wohl weist Microsoft plötzlich, von einer Sekunde auf die andere einen Quartalsverlust aus und schreibt 6 Milliarden auf eine Akquisition ab ? Womit die Bilanz um diese 6 Milliarden verkürzt wird. Hat sich die Welt in dieser Sekunde so verändert ? War die Bilanz vor 3 Monaten also richtig ? Lesen Sie -> hier <-. Und warum wundern sich Redakteure, das der Markt dabei nicht mal zuckt ? Ganz einfach, weil die Redakteure den (Un)Sinn des IFRS nicht verstehen und noch denken, Bilanzen hätten Aussagekraft. Big Money weiss es aber und zuckt deshalb nicht einmal über die Abschreibung. Die Profis im Markt wissen : "sowieso Bullshit" und kümmern sich um die bedeutenden Dinge.

Am schlimmsten sind in diesem Zusammenhang übrigens nicht die Bilanzen von IT Unternehmen, sondern die von Banken. Da hier fast keine "realen" Güter dahinter stehen, bestehen die Bilanzen aus Bewertungen, der Bewertungen, der Bewertungen, der Bewertungen. Natürlich alles "Fair Value". 😉 Erfahrene Bilanzspezialisten, die bei einem Industrieunternehmen durchaus noch sinnvolle Schlüsse aus der Bilanz ziehen können, streichen bei Bankbilanzen die Segel. Denn die wissen, das sie *nicht* wissen, eben gerade weil sie kompetent sind. Um so absurder wird es dann, wenn man im Web von Laien "fundamentale Analysen" zu Banken anhand der klassischen Bilanzkennziffern liest. Da kann man in meinen Augen auch gleich wie im Mittelalter das Gekröse eines Frosches untersuchen, das läst ähnlich kompetente Rückschlüsse zu. 😉 Bank-Bilanzen sind einfach eine "Black-Box", die selbst für Insider extrem schwer zu durchdringen sind.

Faktum ist, dass man aufgrund dieser durch IFRS aufgeblähten Unternehmensbilanzen die Kennziffern wie KBV gar nicht mehr mit der Vergangenheit vergleichen kann. Wer Ihnen also erzählt, dass das KBV des DAX im historischen Massstab billig sei, ist nicht ernst zu nehmen. Die Bilanzen sind nicht vergleichbar und keiner kann Ihnen genau sagen, wie aufgebläht sie nun im Vergleich zu den 90er Jahren sind.

Und dann lächeln Sie Personen von Magazinen an und und implizieren, dass Sie ja nur das KBV und die Dividende anschauen müssen, um sich wie Graham und Buffet zu fühlen. Wenn Geldanlage so einfach wäre, wären wir alle Multimillionäre. Komisch nur, dass wir es nicht sind. 😉

Sage ich damit, dass eine Kennziffer wie das KBV gar keine Aussagekraft mehr hat ? Nein, wenn man das Geschäft des Unternehmens versteht, wenn man die Substanz der wesentlichen Bilanzpositionen einschätzen kann und wenn man weiss, wie "aggressiv" das Management bilanziert, dann hat eine Bilanzanalyse immer noch gute Aussagekraft. Das ist das was ein Buffet macht und mehr. Machen Sie das ? Können Sie das ? Wenn nein, lassen Sie sich nicht von den grossen Vereinfachungen blenden.

So weit meine hoffentlich deutliche und zugegeben spitzzüngige Rede zum Thema. Wie gesagt, ich wollte damit nicht in die Details der Bilanzierung einsteigen, sondern Ihnen nur eine sehr grundsätzliche Problematik klar machen.

Im Folgenden habe ich daher für Sie noch zwei Links um das Thema zu vertiefen. Gerade den ersten Link "Der grosse Bilanz Bluff" möchte ich Ihnen dringend zum intensiven Studium empfehlen. Danach sind Sie hoffentlich kuriert und können nur noch bitter lachen, wenn Ihnen einer mal wieder etwas vom KBV als entscheidendem Kriterium erzählt und dafür dann noch der arme Warren Buffet ungefragt als Testimonial benutzt wird.

-> Der grosse Bilanz Bluff <-

-> DAX Pensionen teure Versprechen <-

Ich hoffe ich konnte Ihren Horizont ein wenig erweitern. Und ich bedauere, dass ich Ihnen keine "einfachen" Lösungen anbieten kann. Das muss ich anderen überlassen.

Ihr Hari

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Hochfrequenzhandel (HFT) – Deutsche Börse – Die Co-Location muss weg !

Heute möchte ich die Regulierung des Hochfrequenzhandels (High Frequency Trading HFT) noch einmal zum Thema eines persönlichen Kommentars machen.

Regelmässige Leser von Mr-Market.de wissen, dass ich schon mehrfach gegen HFT gewettert habe, weil in meinen Augen durch die Börsen das faire Spielfeld (level playing field) kaputt gemacht wird, auf dem jeder freie Markt zwingend basiert.

Damit es keine Missverständnisse gibt, muss ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass HFT und Algos zwei völlig verschiedene Dinge sind. Ein Algorithmus (Algo) ist nichts weiter als eine programmierte Logik, mit der Computer kaufen und verkaufen, letztlich nicht anders als es auch Menschen könnten, wenn diese dafür genügend Disziplin hätten und so schnell rechnen könnten.

Solange Algos genau den gleichen Marktzugang haben wie Menschen, ist dagegen absolut nichts einzuwenden. Wenn jemand so smart ist, besonders kluge Algorithmen zu schreiben, soll er auch den Vorteil daraus einstreichen. Niemand hindert mich ja daran, selber einen Algorithmus zu schreiben, der für mich tradet. Würde man das anders sehen, könnte man auch gleich Intelligenztests für Menschen per Regulierung befehlen und den Intelligentesten unter uns den Marktzugang verbieten, weil diese ja auch einen Wettbewerbsvorteil haben.

HFT dagegen ist von ganz anderem Kaliber. HFT lebt von der Schnelligkeit und die ist wiederum nur durch die Co-Location möglich. Und HFT handelt gar nicht fair, sondern stellt millionenfache "Fake-Orders" in den Markt, die dazu dienen den Markt zu sondieren und aufgrund des Geschwindigkeitsvorteils wieder aus dem Markt genommen werden können, wenn ein Dritter ernsthaft darauf agieren will. HFT aber könnte ohne Co-Location gar nicht existieren. Und damit kommen wir zum wahren Übeltäter.

Denn Co-Location bedeutet, dass die Börsen wie zum Beispiel auch die Deutsche Börse, gegen (teures) Entgeld Server-Plätze direkt neben ihren Zentralrechnern vermieten. Damit gewähren sie bestimmten Marktteilnehmern einen Geschwindigkeitsvorteil, gegen den alle anderen keine Chance haben. Denn auch bei Ausbreitung der Signale mit Lichtgeschwindigkeit haben Kabellängen eine Bedeutung. Wer es nicht glaubt, kann sich -> hier <- eine der Pressemitteilungen der Deutschen Börse zur Co-Location anschauen. "Latenzsensitiv" heissen diese Kunden da, ein schöner Name für etwas, was für mich persönlich einfach zweifelhaftes Geschäftsgebahren ist. Denn ein Co-Location Kunde kennt eine Order schon, bevor sie jemand anders überhaupt sehen kann. Und ja, das Angebot der Deutschen Börse ist im juristischen Sinne bestimmt legal. Ob derartige Bevorzugung zum volkswirtschaftlichen Auftrag der Börsen als Handelsplatz passt, steht aber auf einem anderen Blatt !

Für mich persönlich - und wie ich weiss für viele andere professionelle Marktteilnehmer auch - steht das Prinzip der Co-Location in krassem Gegensatz zum Prinzip des "level playing fields". Letztlich ist das in meinen Augen moralisch auch nicht viel anders, als wenn DAX Unternehmen bei Bekanntgabe der Geschäftszahlen per Adhoc diese Daten zahlungskräftigen Kunden eine Minute vorher übersenden würden, womit diese dann an der Börse fast sicheren Reibach machen könnten. Bei Unternehmen wäre das Frontrunning und zu Recht strafbar ! Warum Börsen - deren volkswirtschaftliche Aufgabe es sein sollte einen fairen Marktplatz für Unternehmensbewertungen zur Verfügung zu stellen - etwas ähnliches in Form der Co-Location legal machen dürfen und das nicht strafbar ist, übersteigt meine Phantasie. Wenn irgendwo die Regulierung und Politik versagt, dann hier !

Ein freier Markt beruht darauf, dass alle Marktteilnehmer einen diskriminierungsfreien, gleichen Marktzugang haben. Nur dann kann ein Markt seine Funktion ausführen und dem besten, klügsten, wertigsten Angebot zum Erfolg verhelfen. Dieses Prinzip wird nach meiner Ansicht von Börsen mit der Co-Location aus Profitstreben ausgehebelt. Was legal ist, ist deswegen noch lange nicht legitim.

Jetzt hat unsere liebe Politik, egal ob Regierung oder Steinbrück, ja damit begonnen das Thema HFT in den Fokus zu nehmen. Und das ist überfällig, denn nach meiner Ansicht hat HFT keinerlei volkswirtschaftliche Bedeutung, ausser, dass es die Kassen und Kurse der Börsenanbieter füttert. Für die Volkswirtschaft gibt es dagegen nur ein gewaltiges Schadenspotential, siehe Flash-Crash. Nur wird von der Politik das Problem mal wieder nicht verstanden, sondern nach meiner Ansicht statt dessen sozusagen von hinten durchs Auge wieder eine unsinnige Überregulierung forciert. Dabei hat uns all die tolle Regulierung ja so wunderbar vor den Verwerfungen der letzten Jahre geschützt. Wer hier Sarkasmus findet, kann ihn behalten.

Wenn ich zum Beispiel davon lese, dass in einer zukünftigen Regulierung Algorithmen offen gelegt und "geprüft" werden sollen, kann ich darüber nur herzlich lachen. Wer soll das bitte schön tun ? Und welchen Sinn hat das ? Wenn ich persönlich an meinem PC also einen einfachen Algorithmus erstelle, der für mich mein Handelssystem bedient - ja das geht ! - soll das "geprüft" werden ? Etwa von einer Bafin Abteilung mit 5 Mitarbeitern ? Nach welchen Kriterien ? Wer sich so etwas ausdenkt, zeigt mir damit nur, dass er überhaupt nicht versteht womit er sich befasst.

Über solche Ideen kann ich nur sehr traurig lachen und die sind auch völlig am Thema vorbei. Selbst eine prinzipiell sinnvolle Mindesthaltedauer von zb einer Zehntelsekunde, die HFT Orders der Gefahr aussetzt auch wirklich ausgeführt zu werden, hätte ihre negativen Seiteneffekte. Dabei ist die perfekte Lösung doch so einfach:

Den Börsen muss Co-Location und ähnliche Angebote für gut zahlende Kunden verboten werden ! Alle Handlungen, die bestimmten Marktteilnehmern einen unfairen Vorteil verschaffen, müssen strafrechtlich belangt werden, ebenso wie heute schon Insider-Frontrunning bei Unternehmensveröffentlichungen !

In dem Moment, wo ein gleicher Marktzugang für alle wieder hergestellt ist, wird HFT wie vom Erdboben verschwunden sein. Denn ohne den durch die räumliche Nähe entstehenden Geschwindigkeitsvorteil, macht das Prinzip schlicht keinen Sinn mehr ! Ja, so einfach ist es !

Aber ich befürchte, diese Lösung - vielleicht noch verbunden mit einer kurzen Mindesthaltedauer der Order im System - ist viel zu einfach und kostet nichts. Deshalb wird sie nicht kommen. Statt dessen werden wir neue Behörden haben, die zu prüfen haben, was man gar nicht prüfen kann und das Kernproblem wird weiter im System schwären.

Frei nach dem Motto: "warum denn einfach, wenn es auch schwierig geht !"

O tempora o mores !

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Gastkommentar: Technisches Trading mit „The Trend is your friend“

Technisches Trading mit "The Trend is your friend" - Ein Gastkommentar von "Jacky"

Mit diesem Beitrag möchte ich zeigen, dass die Börsenregel "the trend is your friend" helfen kann Verluste einzugrenzen oder einen eventuell höheren Gewinn mitzunehmen, als man durch subjektives Trading erreichen kann (hier betrachteter Zeithorizont beträgt Tage bis einige Monate).

Bei der Beobachtung von Aktien überkommt viele Privatanlegern das Gefühl, dass einige Aktien, in die man investieren möchte, bereits seit einiger Zeit fallen und es gar nicht mehr tiefer gehen kann. Also investiert man. Und aller subjektiver Beurteilung zum trotz fällt sie weiter. Das gleiche gilt für Aktien in die man investiert ist: soll man sie verkaufen, da sie seit ein oder zwei Wochen fallen oder ununterbrochen angestiegen sind?

Es zeigt sich jedoch, dass Aufwärts- und Abwärtstrends viel länger anhalten können, als man dies antizipiert. Zu der Definition eines Trendanfangs/-ende: Als positive Trendwende bezeichne ich zwei aufeinanderfolgende Hochs, wobei das letztere Hoch höher ist UND zwei aufeinander folgende Tiefs wobei wiederum der letzte höher ist. Ein positiver Trend hält solange an, bis sowohl das neueste Hoch als auch das neueste Tief tiefer liegt, als die jeweils früheren, d.h. es entsteht eine negative Trendwende.

Mit dieser Definition kann man historische Daten analysieren. Der unten gezeigte Graph zeigt exemplarisch den S&P500 (Tageschart) seit 2011 wobei der farbliche Balken am unteren Bildende, den zu dem Zeitpunkt vorhandenen Trend darstellt (grün: Aufwärtstrend; rot: Abwärtstrend). Den Trend kann man einfach erhalten, in dem man die einzelnen aufeinander folgenden Hochs und Tiefs analysiert (hier via Matlab)

Die interessante Frage ist jetzt natürlich: wie lange hält ein Trend an? Dazu habe ich die Trends des S&P 500 seit 1990 analysiert und sehe, dass die durchschnittliche Trendlänge für einen positiven Trend 37 Börsentage ist (ca 7 Wochen) und für einen negativen Trend 22 Börsentage (ca 4 Wochen) ist. Der jetzige Trend läuft meiner Analyse zu Folge übrigens seit dem 15.Juni 2012 und der S&P500 Index hat seit dem 6.7% zugelegt. Man sieht ebenfalls, dass der S&P 500 sich gerade (wieder einmal) an einem aus Trendsicht wichtigem Punkt befindet: steigt er in der nahen Zukunft, ist der Trend intakt, ansonsten wird es ein neues Tief geben, was tiefer liegt als das letzte - was eine eventuelle Trendwende ankündigt.

Der folgende Graph zeigt seit 1990 alle Trends, die mein Programm im SP500 gefunden hat. Das schwarze Kreuz ist der Punkt, an dem wir uns gerade befinden (28.09.2012). Das dritte Subpanel beschreibt zudem den durchschnittlichen prozentualen Gewinn bei positiven Trends (grün) und den durchschnittlichen Verlust bei negativen Trends (rot) als Funktion der Trendlänge.

Hierbei erkennt man deutlich, dass Trends sehr kurz sein können (Bären/Bullenfallen), aber auch sehr lange andauern können (z.B. das gesamte zweite Halbjahr 2006). Um die Wichtigkeit der Börsenregel weiter zu verdeutlichen: hätte man am 01.01.2007 eine bestimmte Summe in den SP500 Index investiert, würde das Depot heute immer noch den gleichen Betrag besitzen (zwischenzeitlich weitaus weniger). Folgt man dem Trend und wäre nur während eines positiven Trends in dem SP500 investiert, hätte man heute mindestens 50% Gewinn (Annahme bei jedem Kauf und Verkauf je 0.2% Orderkosten).

Der Gewinn hängt davon ab wie gut man die Trends erkennt - vor allem wann ein Trend beginnt oder endet. Oft ist ein Tief plötzlich tiefer ist als das letzte und danach etabliert ein höheres Hoch den Trend wieder etc. Wie lange Trends anhalten hängt auch von den Aktien ab: sind sie volatil oder eher nicht? Der untere Graph zeigt für einen sehr passiven Trendanalysator die prozentuale Depotgrösse über die Zeit seit 2007 im Vergleich zu der Buy and hold Strategie für den SP500. Hätte man alle Trends richtig erkannt (was bei historischen Daten nachträglich natürlich möglich ist), würde man heute trotz Orderkosten ca 250% des Einstiegswert besitzen.

Noch eine technische Anmerkung: Es wurden keine Dividendenausschüttungen berücksichtigt, die Analyse erfolgt auf Basis der Tagesschlusskurse, in dem Tradingbeispiel seit 2007 ging ich von einem vollen Reinvest der zu handelnden Positionsgrösse aus (was natürlich nicht immer 100% möglich ist) und zudem konnte ich keine Buy/Sell spreads in die Analyse einfliessen lassen.

"The trend is your friend" sollte man also im Hinterkopf behalten. Zum Schluss möchte ich Ihnen noch die viel diskutierte Commerzbank Aktie zeigen und die Interpretation des Graphes Ihnen überlassen. Seit 1990 ist die durchschnittliche positive Trendlänge übrigens ca 4 Wochen, die durchschnittliche negative Trendlänge jedoch mit ca. 6 Wochen deutlich länger.

Viele Grüße,
Jacky

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Umfrage: Die „Gurkenaktie“ zum Jahresende 2012

Liebe Leser,

nachdem unsere Übung der "Mr-Market Community Sommer Aktien" so viel Spass gemacht hat und sehr lehrreich war, möchte ich mit Ihnen eine weit schwierigere Aufgabe angehen.

Ich bitte Sie, uns die Aktie (mit WKN) zu nennen, die zum 31.12.2012 *sicher* verlieren - also im Minus stehen - wird ! Die "Gurkenaktie" zum Jahresende 2012 also. Erneut zählt die Wahrscheinlichkeit eines Minus und nicht die Höhe des Minus ! Schluss der Umfrage ist Mittwoch 03.10.12 zum Handelsschluss. Diese Kurse werden dann als Grundlage genommen.

Letztlich ist diese Frage natürlich nur der Antipode zur letzten Übung. Wenn Sie darüber nachdenken, werden Sie aber schnell feststellen, dass die Beantwortung (subjektiv) weit schwieriger ist, als eine Gewinner-Aktie zu benennen. Ich bin deshalb gespannt, wer überhaupt den Mut hat, sich damit aus dem Fenster zu lehnen.

Dabei ist intellektuell doch eigentlich klar, dass es nur zwei Seiten der selben Medaille sind. Wer das eine kann, muss das andere zwingend genau so können. Warum also fühlt man sich sicher dabei, einen Gewinner zu benennen und zögert verunsichert beim Verlierer ? Das muss doch etwas mit Psychologie zu tun haben, oder ? Denken Sie mal darüber nach ! 😉

So und nun bitte ich die Mutigen unter Ihnen, um Nennung der Aktie, die am 31.12.2012 sicher im Minus steht - der ideale Short also sozusagen. Und ich bitte um eine kurze Zeile mit dem "warum" dieser Auswahl. 😉

Natürlich muss ich selber vorlegen und sinnvollerweise nehme ich die Aktie, bei der ich den Grund hier schon vor Monaten dargelegt habe, es ist Microsoft (WKN 870747). Den Grund hatte ich -> hier <- ausgeführt. Seitdem hat die Aktie schon ca. 10% verloren. Hinzu kommt nun, dass Microsoft gerade die 200-Tage-Linie nach unten durchschlagen hat. An dieser Stelle habe ich also den Dünkel mir einzubilden, klüger als der Markt zu sein.

Mal sehen ob Mr. Market mir auch mal wieder Demut einbläut, verdient habe ich es, man braucht immer mal wieder einen gesunden Schlag auf den Hinterkopf, um die gebotene Demut nicht zu verlieren. 😉

Jetzt sind Sie dran, ich bin gespannt. Die Liste entsteht hier im Thread wieder online mit jedem Kommentar.

Ihr Hari

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Hier die Liste der "Gurkenaktien" mit den entsprechenden Startkursen zum Ende des 03.10.12:

Microsoft (WKN 870747) 29,86 USD
Facebook (WKN A1JWVX) 21,83 USD
Kontron (WKN: 605395) 3,46 €
Sino AG (WKN: 576550) 2,76 €
Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29,3 USD
Praktiker (WKN: A0F6MD) 1,56 €
Infineon (WKN: 623100) 5,01 €
Boeing (WKN: 850471) 69,86 USD
McDonalds (WKN: 856958) 90,35 USD
Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48,87 €
Vestas (WKN: 913769) 5,11 €
Research in Motion (WKN: 909607) 8,06 USD
Solarworld (WKN 510840) 1,40 €
Thyssen-Krupp (WKN 750000) 16,99 €
Gigaset (WKN 515600) 1,22 €
Aixtron (WKN A0WMPJ) 10,24 €
Nokia (WKN: 870737) 2,05 €
Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14,91 USD
Sky (WKN: SKYD00) 3,25 €
A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0,28 USD
Magforce (WKN: A0HGQF) 2,8 €
Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0,81 €
Salzgitter (WKN: 620200) 30,72 €
Talanx AG (WKN:TLX100) 18,75 €
Peugeot (WKN: 852363) 6,14 €
Daimler (WKN 710000) 38,06 €
Intel (WKN 855681) 22,55 USD
Wienerberger (WKN: 852894) 6,22 €

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Mr-Market Community Sommer Aktien – Die Auswertung und die ersten Lehren !

Sie erinnern sich vielleicht, dass wir in einer -> Umfrage hier vom 13.07.12 <- nach Aktien gesucht haben, die mit Sicherheit 3 Monate später, am 30.09.12, einen höheren Kurs haben.

Gesucht war also nicht die beste Performance, sondern die grösste Wahrscheinlichkeit mit der Aktie Geld zu verdienen. Und wie Sie ja wissen, habe ich diese Umfrage mit einem Hintergedanken gemacht, weil ich daran ein paar Lehren bzw Weisheiten zum Markt knüpfen wollte.

Nun ist also Zeit erste Bilanz zu ziehen, ich danke unserem Leser "Jacky" für die Mühe, die Daten zusammen zu stellen:

Kurse der Mr-Market Community Aktien vom 28.09.12, sowie deren Veränderung seit dem 13.07.2012

1. Aareal Bank (WKN 540811): 13.25 € -> 15.96 €; gain: 20.5%
2. Deutsche Bank (WKN 514000): 25.6 € -> 30.83 €; gain: 20.4%
3. Barrick Gold (WKN 870450): 34.84 USD -> 41.81 USD; gain: 20%
4. BASF (WKN BASF11): 55.96 € -> 65.75 €; gain: 17.5%
5. SAP (WKN 716460): 48.9 € -> 55.24 €; gain: 13%
6. Commerzbank (WKN 803200): 1.24 € -> 1.39 €; gain: 12.1%
7. Apple (WKN 865985): 604.97 USD -> 669 USD; gain: 10.6%
8. Sanofi (WKN 920657): 60.56 € -> 66.65 €; gain: 10.1%
9. Sandridge Energy (WKN A0M1JP): 6.41 USD -> 6.98 USD; gain: 8.9%
10. Pfizer (WKN 852009): 22.81 USD -> 24.84 USD; gain: 8,9%
11. Total (WKN 850727): 36.03 € -> 38.6 €; gain: 7.1%
12. Deutsche Post> (WKN 555200): 14.34 € -> 15.21 €; gain: 6.1%
13. Andritz (WKN 632305): 41.6 € -> 43.62 €; gain: 4.9%
14. Berkshire Hathaway B (WKN A0YJQ2): 84.48 USD -> 88.32 USD; gain: 4.5%
15. Qiagen (WKN 901626): 13.74 € -> 14.32 €; gain: 4.2%
16. Kraft Foods (WKN 655910): 39.71 USD -> 41.33 USD; gain: 4.1%
17. Merck & Co. (WKN A0YD8Q): 43.47 USD -> 45.09 USD; gain: 3.7%
18. Volkswagen VZ. (WKN 766403): 137.1 € -> 142.2 €; gain: 3.7%
19. Daimler (WKN 710000): 36.4 € -> 37.72 €; gain: 3.6%
20. Biogen Idec (WKN 789617): 144.61 € -> 149.48 €; gain: 3.4%
21. Wells Fargo (WKN 857949): 33.91 USD -> 34.76 USD; gain: 2.5%
22. McDonald’s (WKN 856958): 92.29 USD -> 93.27 USD; gain: 1.1%
23. Gesco (WKN A1K020): 64.97 € -> 65 €; gain: 0%
24. 3D Systems (WKN 888346): 33.02 USD -> 32.95 USD; gain: -0.2%
25. Salzgitter (WKN 620200): 30.17 € -> 30.02 €; gain: -0.5%
26. Elringklinger (WKN 785602): 20.8 € -> 20.61 €; gain: -0.9%
27. Peabody Energy (WKN 675266): 22.51 USD -> 22.28 USD; gain: -1%
28. BMW (WKN 519000): 57.77 € -> 57 €; gain: -1.3%
29. Coca-Cola (WKN 850663): 38.64 USD -> 38.04 USD; gain: -1.6%
30. Dialog Semiconductor (WKN 927200): 15.57 € -> 15.17 €; gain: -2.6%
31. Royal Dutch Shell (WKN A0D94M): 28.05 € -> 26.9 €; gain: -4.1%
32. SGL Carbon (WKN 723520): 32.69 € -> 31.1 €; gain: -4.9%
33. Boeing (WKN 850471): 73.51 USD -> 69.75 USD; gain: -5.1%
34. Altria Group (WKN 200417): 35.62 USD -> 33.42 USD; gain: -6.2%
35. Tesla Motors (WKN A1CX3T): 34.25 USD -> 28.49 USD; gain: -16.8%

Durchschnittlicher Aktienanstieg des Portfolios: 4.2%

Vergleich mit den Indizes im gleichen Zeitraum:
1. Dax : 6557.1 points -> 7216.15 points; gain: 10.1%
2. S&P500 : 1356.78 points -> 1440.67 points; gain: 6.2%

Das Fazit lautet also, dass wir als "Team" in zweifacher Hinsicht das Ziel verfehlt haben - keine gute Performance, kann man da nur sagen !

Erstens haben die Indizes einen mittleren Anstieg von 8,2% von ganz alleine hingelegt. Unser Portfolio war gerade mal für 4,2% gut. Das ist unbefriedigend. Um es etwas überspitzt zu sagen: Hätten wir also unsere Finger aus dieser Aktiendiskussion gelassen und hätten uns mit einem Index ETF an den Strand gelegt, wären wir besser gefahren. 🙂

Natürlich gibt es dafür Gründe, es liegt daran, dass aufgrund der Aufgabenstellung des "sicheren" Gewinns, sehr viele klassische Value-Aktien wie Altria, Pfizer, Mc Donalds etc ausgewählt wurden. Nur leider waren die zum Zeitpunkt Anfang Juli teilweise schon (zu) weit gelaufen. Es zeigt, dass der Zeithorizont eine entscheidende Bedeutung hat. Wer seine Anlagen im Mittel alle 3 Monate umschichtet, tut sich also scheinbar keinen Gefallen zu viel über "Value" nachzugrübeln, der muss ganz andere Dinge verstehen. Das ist eine erste kleine, aber wichtige Lehre aus dieser Übung !

Zweitens haben wir auch bei der eigentlichen Aufgabe, Aktien zu finden die sicher steigen, das Ziel verfehlt. Denn in Anbetracht von Indizes die um 8% zulegen, ist eine Quote von 13/35 von Aktien die sogar im Minus stehen - also ca. 37% im Minus - eine ziemlich dürftige Performance.

So, das waren harte, aber zutreffende Worte. Als "Fondmanager" würde diese Community nun also von den Grossanlegern böse Briefe bekommen mit dem Tenor, bald das Kapital aus dem Fond abzuziehen, wenn wir im 4. Quartal nicht schnell besser werden. Das ist übrigens einer der Gründe für "Performance Anxiety" und "End of Quarter Window Dressing", nur diesmal von der anderen Seite des Tisches erlebt.

Eigentlich merkwürdig das Ergebnis, dabei war doch jeder von uns der Meinung, dass er nun besonders gut Aktien herauspicken kann ... oder etwa nicht ? 😉

Hier haben die ersten Leser in Kommentaren schon mit Demut auf das Ergebnis reagiert und das finde ich eine gute Selbstreflexion, denn diese Erkenntnis bringt uns weiter !

So viel zum Ergebnis. Nun zu eigentlichen Wertung und den beiden Lehren, die ich bei Aufsetzen dieser Übung damit transportieren wollte, meine verborgene Absicht sozusagen:

Lehre 1: Es ist *sehr* schwer den Index zu schlagen !

Diese Lehre wollte ich mit der Übung transportieren und ich denke die Botschaft ist angekommen.

Ganz konkret sollten Sie sich also wirklich die Frage stellen, ob es für Ihr Portfolio nicht besser wäre, sich auf Trendfolge bei Indizes (via ETF) zu beschränken. Dann folgen Sie dem DAX, vielleicht dem GDX und einem anderen Index und das wars dann.

Denn machen Sie sich nichts vor, Spekulation in einzelne Aktien verschafft nur dann einen Vorteil, wenn Sie für sich einen klaren "Edge" benennen können. Bedeutet, Sie sollten etwas über die Aktie verstehen oder verstehen zu glauben, was die Mehrheit nicht versteht. Ein Beispiel für einen Edge wäre die spezielle Sicht auf Windows 8, die ich bei Microsoft schon im Frühjahr hatte und zum Beispiel -> hier <- thematisiert habe.

Sie sollten aber nicht glauben, dass das Studium eines allgemeinen Artikels der von längst bekannten Dingen handelt, oder der Blick auf KGV, KBV, Dividendenrendite etc Ihnen irgend einen Edge verschafft. Trotzdem glauben viele, inspiriert von einem Artikel, dass sie nun ganz tolle Stockpicker seinen. Das Dumme ist nur, das ist alles schon im Kurs und daher wertlos. 😉

Mein persönliches Fazit ist daher: für private Anleger mit begrenzter Zeit macht die Anlage mit einzelnen Aktien nur selten Sinn. Dieser Anleger konzentriert Sie sich lieber auf die grossen Trends in breiten Segmenten und Indizes. Er folgt einfach dem grossen Geld. Das was "Big Money" tut, kann für ihn nicht schlecht sein. Das Stockpicking überlassen Sie besser denen, die dafür die Zeit und das Hintergrundwissen haben, sich einen echten Edge zu erarbeiten.

Lehre 2: The Trend ist your friend oder "besch...eidene Aktien bleiben besch...eidene Aktien" !

Auch diese Weisheit wollte ich Ihnen nahebringen, genau deswegen habe ich auch Apple ausgewählt, als die einfachste, bekannteste und am besten verstandene Aktie der Welt, mit perfektem positiven Trend. Sozusagen die Mutter aller Trendfolgen ;-). Diese Wette ist ja mit gut 10% Plus auch aufgegangen.

Leider (im Sinne des beabsichtigen Lerneffekts) hat mir dann aber das singuläre Event des "Draghi Puts" in die Suppe gespuckt, das einen "Game-Changer" darstellte. Nur deshalb sind auch die Bankaktien so weit oben. Denn wäre der Draghi-Put nicht gekommen, wären diese Aktien wohl erneut am Ende der Liste. Im Endeffekt sind ja auch die 12-20% Plus der Banken alles andere als berauschend, wenn man sich anschaut welche Mengen an Geld da letztlich zur Stabilisierung des Finanzsystems eingesetzt werden. Da muss es in meinen Augen eher heissen: trotz Multimilliarden zur Stützung der Finanzsystems und trotz ausgebombtem Kurs *nur* 12-20%.

Schauen wir aber auf Aktien, die nicht so massiv durch den Draghi-Put beeinflusst wurden, sondern die sich im Rahmen ihres Geschäfts "normal" bewegten, kann man schon erkennen, dass sich Trends länger fortsetzen als man denkt. Oder wer war sich sicher, dass eine Apple garantiert besser abschneidet als eine Salzgitter ? Oder eine SAP besser als eine Peabody Energy ? Das ist die Gegenüberstellung des Modells Trendfolge versus Turnaround-Wette.

Insofern ist meine Botschaft sichtbar, aber nicht so prägnant ins Auge springend, wie noch vor dem Dragh-Put: Man setze besser auf die erfolgreichen, vom Markt geliebten Aktien, als sich einzubilden, man könnte den Zeitpunkt eines Turnaround vorher sehen !

So weit zu meinen Absichten bei Auflage dieser Übung, die ich nur teilweise deutlich machen konnte. Im Ergebnis stecken aber sicher noch mehr Lehren in der Übung, ich setze nun auf Sie, dieser heraus zu arbeiten !

Zum Thema Trend wird es übrigens voraussichtlich Morgen früh einen schönen Gastkommentar unseres Leser "Jacky" geben, der auch empirisch unterstreicht, wie wichtig die Trendfolge für Erfolg ist !

So weit so schnell ein erstes Fazit. Jetzt hoffe ich auf Ihre rege Diskussion und lade Sie ein, auch andere Aspekte dieser Übung ins Rampenlicht zu bringen.

Ich hoffe es hat Spass gemacht ! Heute folgt noch eine Einladung zu einer noch schwierigeren Aufgabe zum Jahresende. 😉

Wir lesen uns bald ! Ihr Hari !

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Marktupdate – 28.09.12 – Von DAX und Gold – Die wichtigen Lehren des Marktes

09:00 Uhr

Heute möchte ich ein paar Lehren aus dem gestrigen Tag ziehen. Sie haben den gestrigen, sehr spannenden Tag ja anhand meines Artikels und der "Live Tips" gut Schritt für Schritt nachvollziehen können. Und Sie bemerken sicher auch, dass ich einer der ganz Wenigen bin, die schon "vorher" mit einer Tendenz den Kopf heraus strecken, statt hinterher klug daher zu reden - was jeder kann.

Welche Schlüsse sollte man in meinen Augen aus dem gestrigen Tag ziehen ?

Markttechnik funktioniert !

Sie haben ja meine Prognose gestern gesehen und ich habe ja auch wieder die Skepsis bei vielen von Ihnen gespürt, weil ich damit gegen die "gefühlte" Situation stand. Auch in anderen Blogs war eher Verzweiflung ob der plötzlich schlechten Nachrichtenlage zu spüren. Verzweiflung und Ärger, die einem den Blick für die Chancen verstellt. Denn diese Emotionen sind immer prozyklisch und damit schon in den Kursen enthalten. Diese Emotionen sind der grösste Feind auf dem Weg zum Erfolg !

Aber wie vorhergesagt kam dann die Wende. Und sie kam genau aus den vorhergesagten Gründen und genau zum erwarteten Zeitpunkt. Schlechte Nachrichten wurde positiv gewertet, nicht weil sie positiver wurden, sondern weil der Markt nach Tagen der Schwäche nun positiv denken wollte. Und das konnte man an der Art wie der Markt auf die 14.30 Uhr Daten reagierte schon ablesen.

Wenn ich gestern also wieder auf den Punkt den Ablauf des Tages antizipierte habe, dann lag das nicht daran, dass ich eine Glaskugel habe. Es lag daran, dass ich rational die Fakten der Markttechnik zur Leitlinie meines Handelns gemacht habe, statt mich von Emotionen treiben zu lassen.

Nachrichten beeinflussen Kurse zwar, sie machen sie aber nicht. Ein Unterschied, den man unbedingt begreifen muss. Wer glaubt in die Richtung der Nachrichten traden zu können, wird ganz schnell arm werden. Denn Mr. Market antizipiert Nachrichten schon im Vorfeld. Was also zählt, ist nicht die Nachricht, sondern die schon eingepreisten Erwartungen im Angesicht der Nachricht.

Bauernregeln funktionieren !

Sie erinnern sich daran, dass ich an dem Reversal von Gold und Öl vorgestern Abend ein folgendes Reversal des Aktienmarktes festmachte ? Genau so ist es gekommen, ziemlich genau 24 Stunden nachdem Gold und Öl ihre Tiefststände sahen.

Der Vorlauf dieser beiden Assets bei Wenden im Markt ist eine klassische Bauernregel, empirisch aus Erfahrung bewiesen, aber nicht rational begründbar. Aber man tut gut daran, solche Regeln zu beachten - ganz pragmatisch so lange, bis sie nicht mehr funktionieren.

Übrigens: zu erkennen, dass beispielhaft Gold vorgestern eine bedeutende Wende hinlegte, ist keineswegs eine Geheimwissenschaft. Das hätten Sie problemlos auch gekonnt und massiv davon profitieren können. Schauen Sie mit mir doch mal auf das 30 Minuten Chart von Gold (XAUUSD):

Am späten Abend des 26.09.12, also vorgestern, habe ich meine beim "Swing High" vom 24.09. taktisch aufgelösten Positionen wieder gekauft und sogar noch oben drauf gelegt. Sie erinnern sich sicher an -> den <- Artikel vom 24.09.12.

Und jetzt frage ich Sie, wer sieht jetzt die Wende bei Gold ? Eben: nun wohl alle. 😉 Worauf sich die Frage anschliesst, warum Sie das nicht schon vorgestern Abend oder spätestens gestern Morgen gesehen haben und eingestiegen sind ? Möglicherweise weil Sie nicht so genau hingeschaut haben, sich aber statt dessen mit ihren Gefühlen, ihrer Angst und ihrer Gier, beschäftigt haben. Woraus sich wieder die Lehre ableitet, die ich hier gebetsmühlenartig mehrfach die Woche herunter leiere: Folgen Sie dem Markt !

Ich weiss, ich höre mich jetzt hier wie ein Oberlehrer an und die mag keiner mit ihrer Rechthaberei. Aber ich betreibe diesen Blog um Ihnen zu mehr Erfolg am Markt zu verhelfen. Und wenn Sie nicht aufhören zu raten und sich vom allgemeinen Sentiment prozyklisch beeinflussen zu lassen, wenn Sie nicht anfangen einfach dem Markt und seinen Signalen zu folgen, wird das nichts werden mit ihrem Erfolg ! Hier Süssholz zu raspeln, macht ihr Depot nicht dicker !

Topping Prozess oder Anlauf zu neuen Höchstständen ?

Keine Ahnung, beides ist möglich und man sollte gedanklich offen sein. Ich habe aus grundsätzlichen Überlegungen eine Tendenz für ein gutes 4. Quartal und einen Lauf zu neuen Höchstständen. Das ist aber definitiv keine Prognose, sondern nur die Wertung der Wahrscheinlichkeiten der mir im Moment vorliegenden Fakten. Und Fakten können sich ändern.

Es wird für mich wichtig sein zu sehen, wie der Markt auf die bald anstehende Quartalssaison reagiert um den Blick aufs Jahresende schärfer einstellen zu können. Eine gewisse Schwäche Mitte Oktober (im DAX durchaus bis knapp unter 7000) würde mich weder überraschen, noch meine grundlegende Sicht deswegen in Frage stellen.

Ist Gold und Silber schon zu weit gelaufen ?

Das könnte man meinen, wenn man die Gewinne sieht, die sich seit Juli kummuliert haben. Hier habe ich aber aufgrund diverser Analysen eher die gegenteilige Meinung. In meinen Augen war gestern Tag 1 eines neues Zyklus, der durch die seichte Korrektur mit dem folgenden "Swing-Low" von vorgestern seinen Abschluss fand.

Nun könnten uns möglicherweise mehrere Wochen starken Momentums im Sektor bevorstehen. Ein "heisser Herbst" sozusagen, was die Edelmetalle angeht. Ich bin seit vorgestern Abend im Sektor wieder massiv investiert und bin insbesondere bei 51 USD wieder massiv in den GDX gesprungen. Nun werde ich die Gewinne laufen lassen. Um das sicher zu stellen, werde ich die Stops weit entfernt lassen, selbst auf die Gefahr hin, dass ich am Ende einen guten Teil der Gewinne wieder verliere. Aber im Sektor erscheint mir das Risiko, einen massiven "Runaway-Move" zu verpassen nun höher. Und Sie wissen ja, Gewinne sollte man laufen lassen, nur Verluste müssen begrenzt werden !

Und jetzt geniessen Sie mit mir das Ende eines sehr guten Quartals. Anfang kommender Woche reviewen wir dann unsere Anfang Juli ausgewählten "Sommer Aktien". @ "Jacky", es wäre toll, wenn Du uns nach Handelsschluss mit den Daten zum Ende September versorgen könntest.

Nächste Woche werde ich dann auch noch etwas intensiver in das 4. Quartal hinein schauen. Ich wünsche einen erfolgreichen Tag !

Ihr Hari

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Über Erfolg in den Märkten am Beispiel des Gold- und Silber-Trades – 03.09.12

Der heutige Tag ist einfach nur langweilig, wenn die Wallstreet nicht mitspielt, mäandern die europäischen Märkte richtungslos hin und her. Das ist für mich Gelegenheit, mal einen - hoffentlich für Sie lehrreichen - Blick zurück auf Gold und Silber zu richten.

Sie haben Ende letzter Woche erlebt, wie Gold, Silber und die Goldminen explodieren und nun klar bullische Ausbruchsignale senden. Seit den Tiefständen von Mai haben die einzelnen Titel im Mittel zwischen 10-20% gewonnen.

Und ich bin sicher, dass Einige von Ihnen all das seit Mai auf Mr-Market.de gelesen haben, mehrmals daran dachten auf den Zug aufzuspringen, sich aber nicht getraut haben. Also Angst vor der eigenen Courage hatten.

Und nun, wo die Kurse ans Laufen gekommen sind, haben Sie Angst, genau dann zu kaufen, wenn der Sektor zu einer scharfen Korrektur ansetzt.

Und in einem Monat, wenn wir möglicherweise noch einmal 10-20% höher stehen, werden Sie Angst haben die Rally endgültig zu verpassen. Und dann kaufen.

Und dann werden die Kurse vielleicht tatsächlich purzeln, genau an dem Tag, an dem Sie eingestiegen sind.

Kommt Ihnen das bekannt vor ? Wenn ja, sollten Sie jetzt weiter lesen, auch wenn es ein längerer Artikel wird.

Ich glaube jeder der länger dabei ist - mich eingeschlossen - hat das schon erlebt, typischerweise in den Anfangsjahren der "Karriere" als Anleger oder Trader. Das ist auch nicht so verwunderlich, denn dieser Ablauf entspricht ganz typisch dem -> >Sentiment Cycle <- und hat daher massiv mit unseren psychologischen Mängeln zu tun, die wir alle mit uns herum tragen.

Schauen wir doch also noch einmal auf den Ablauf bei Gold und Silber anhand meiner Artikel und dem tatsächlichen Kursverlauf. Auch wenn es vielleicht für den Einzelnen eine schmerzhafte Übung ist, macht es jede Menge Sinn, weil man sich so die eigenen Fehler bewusst machen kann. Und nur wer seine Fehler erkennt, kann es beim nächsten Mal besser machen :

09. Mai 2012: Nach dem monatelangen Rückgang, stelle ich aufgrund einer Intraday Wende mit hohem Volumen zum ersten Mal die Frage nach der -> bedeutenden Wende bei den Goldminen ? ->. Das Tief im GDX an dem Tag beträgt 41,11 USD. Sein echtes, endgültiges Tief erreicht der GDX eine Woche später am 16. Mai 2012 bei 39,08 USD

11. Mai 2012: Nun thematisiere ich auch für den Goldpreis (XAUUSD) bei 1572 USD, dass die -> Chancen nun die Risiken überwiegen <- auch wenn es noch etwas herunter gehen könnte.

16. Mai 2012: An dem Tag erreicht Gold seinen endgültigen Tiefpunkt bei 1526 USD, ebenso wie der GDX bei 39,08 USD. Ich bemerke und thematisiere den -> massiven SwingLow beim GDX auf hohem Volumen <- ohne das endgültig werten zu wollen.

18. Mai 2012: Zwei Tage später hat sich meine Meinung gefestigt und ich stelle in einem eigenen Artikel deutlich fest: -> Gold und Goldminen bestätigen die Wende <-. Zu diesem Zeitpunkt steige ich selber ein, mit Stops unter den Tiefständen von 2 Tagen vorher. Gold hat an diesem Tag ein Tief von 1567 USD, der GDX ein Tief von 41,44 USD. Das ist der Tag, an dem man mit vernünftigem Risiko Long gehen konnte.

01. Juni 2012: Knapp 2 Wochen später ist mir die fortlaufende -> Hausse bei Gold und Goldminen <- einen weiteren Artikel wert. Ich zeige dort die klaren Umkehrformationen im Sektor und werte es, als ob der Sektor Zentralbankmassnahmen "riecht" die auch den Aktienmarkt befeuern könnten. An diesem Tag schreibe ich auch, dass ich nun alle Shortpositionen im Aktienmarkt schliesse. Sein endgültiges Tief erreicht der DAX dann zwei Handelstage später am 05.06.12.

13. Juni 2012: Ich thematisiere erneut den -> klaren Aufwärtstrend bei den Goldminen <- verbunden mit Trendmarken um den Trade abzusichern.

05. Juli 2012: Ich weise darauf hin, dass die mittlerweile laufende Konsolidierung im GDX sehr konstruktiv ist und erhebliches Potential hat. Ansonsten sitze ich die Konsolidierung im Sektor ruhig aus. Die Tiefs vom 18. Mai kommen nicht mehr in Gefahr.

Juli 2012: In mehrere Tips weise ich auf die Tendenz im Goldmarkt hin und sinniere zb am 25.07.12, ob da nicht "schon der QE3 Trade läuft". Am folgenden Tag thematisiere ich, dass da wohl -> Smart Money am Werk war <-.

31. Juli 2012: Ich benutze Silber um explizit -> einen konkreten Trade <- vorzustellen, der übrigens mit dem langfristigen Stop immer noch läuft und ca. 15% im Plus ist.

08. August 2012 Ich weise auf die -> relative Stärke der Goldminen <- hin.

21. August 2012 Ich blase mit den Worten -> Da braut sich was zusammen <- endgültig zum Halali im Sektor, insbesondere nun bei Silber.

So weit so kurz die wichtigsten Stationen.

Fazit: Das absolute Tief am 16. Mai 2012 wurde klar erkannt und mehrfach thematisiert. Natürlich war die Aufwärtsbewegung seitdem kein "Strich nach oben" und der Sektor hatte im Juli eine erneute Delle. Die Tiefs waren aber nie in Gefahr.

Wer also am 18. Mai 2012 eingestiegen wäre und die Stops einfach ganz entspannt unter das Tief vom 16. Mai 2012 gelegt hätte wie ich, könnte nun immer noch Long&Strong im Sektor sein und wäre im GDX fast 20% im Plus. Und das ganz entspannt.

Wenn Sie bei dieser Bewegung nicht dabei waren, lautet die Frage die Sie sich stellen sollten um zu lernen: Warum habe ich es nicht gemacht ? Und warum haben Sie es bei den vielen Gelegenheiten danach, die ich Ihnen auf Mr-Market.de geboten habe, nicht nachgeholt ? War es vielleicht tatsächlich so, wie ich oben beim Sentiment-Cycle beschrieben habe ? Wenn ja, wartet unten eine ganz wichtige Schlussfolgerung auf Sie.

Noch eine Frage drängt sich auf: Warum schreibe ich Ihnen das alles so im Detail ? Etwa um mich selbst zu beweihräuchern und Ihnen zu zeigen, was ich vermeintlich für "ein toller Hecht" sei ? Am besten dann noch mit dem deutlichen Hinweis, demnächst für meine "Empfehlungen" Geld zu verlangen, weil ich ja so ein toller Guru sei, der Sie nur aus reinem Altruismus reich machen will ? 😉

Nein, weit gefehlt ! Ich habe diese Fehler auch alle schon gemacht. Ich bin nicht besser als Sie. Ich habe aber daraus gelernt. Und ich will Ihnen daher helfen, diesen typischen Fehler zu erkennen und in Zukunft zu vermeiden. Denn Angst ist kein guter Ratgeber, weder die Angst vor dem zu frühen Einstieg, noch die Angst etwas zu verpassen. Wer solange abwartet, bis er sich wohlfühlt, hat das Beste an einer Rally meistens schon verpasst !

Und es ist auch völlig sinnlos, darüber zu grübeln was die Kurse in Zukunft machen, man weiss es sowieso nicht und kann es auch nicht vorhersagen. Auch die selbsternannten Gurus nicht !

Was man aber statt dessen kann ist: Saubere Setups mit einem positiven Chance / Risiko Verhältnis erkennen ! Und wenn man so ein Setup erkennt, dann kann man es traden. In dem man einsteigt und den Trade durchdenkt und sauber absichert. Und dann einfach abwartet. Und saubere Setups gab es im Sektor zu Genüge, wie der obige zeitliche Ablauf zeigt. Das zu zeigen war auch der eigentliche Sinn obiger Aufstellung.

Auch saubere Setups können fehlschlagen und mit Verlust ausgestoppt werden. Schafft man es aber konsequent diese Trades zu machen, die sich oft emotional schwierig anfühlen, wird sich der Erfolg einstellen. Wartet man dagegen bis man sich wohlfühlt, ist Erfolg unwahrscheinlich. Denn wenn man sich wohlfühlt, haben andere schon ihren Schnitt gemacht, nur wegen dieser guten Stimmung im Markt fühlt man sich ja wohl. Denn diese Stimmung schwappt durch Medien wieder zu einem zurück.

Erfolg an den Märkten hat nichts damit zu tun die Zukunft zu erraten ! Erfolg entsteht, in dem man gute Setups in der Gegenwart erkennt und diese abgesichert tradet.

Machen Sie sich mehr Gedanken darum wie, wann und warum Sie einen Trade eingehen (das Setup), als um die Frage! wie sich die Kurse in Zukunft entwickeln !

Das ist die Botschaft, die ich Ihnen an diesem ruhigen Börsentag vermitteln wollte. Ich hoffe ich war etwas hilfreich und habe Sie nicht gelangweilt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari !

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Die goldenen Regeln für Geldgeschäfte

Ich habe mal vor ca. 2 Jahren für eine Freundin, die sich von Banken den üblichen Provisions-Müll aufschwatzen liess, eine Art Selbstverpflichtung geschrieben, mit der sie sich in Zukunft selber zur Disziplin rufen kann.

Jetzt ist der Inhalt für die meisten der Leser hier selbstverständlich, weil sie (hoffentlich ;-)) schon über die Phase hinaus sind, in der sie noch daran glaubten, dass es in den Marmorpalästen der Banken und Versicherungen primär um ihre Interessen geht.

Nun bin ich aber wieder über den alten Text gestolpert und finde ihn immer noch so treffend, dass ich ihn hier veröffentlichen will. Vielleicht haben Sie ja auch Verwandte und Bekannte, denen diese Regeln zu besseren Geldgeschäften verhelfen könnten. 😉

Wenn ja, geben Sie Ihnen diesen Link zu Mr-Market.de !

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Hari´s 5+1 goldene Regeln zu Geldgeschäften

1. Alles hat eine Nacht Zeit !

Ich werde bei Vorschlägen zur Geldanlage NIE direkt beim ersten Gespräch zustimmen. Ich werde mir den Vorschlag ganz genau anhören, detailliert nachfragen und dann den Vorschlag entweder direkt ablehnen oder antworten : "Ich denke darüber nach und melde mich dann Morgen bei Ihnen". Kein Geldgeschäft ist so dringend, dass es nicht eine Nacht und einen Tag Zeit hätte.

2. Ich mache nur was ich verstehe !

Ich werde NUR Geldanlagen tätigen, die ich auch wirklich verstanden habe. Denn kein Geldgeschäft ist so kompliziert, dass man es nicht erklären könnte, wenn man es selber verstanden hat. Und wenn sich das auch noch so toll und kompliziert anhört und wenn der Gesprächspartner auch noch so kompetent wirkt und mit Fachbegriffen um sich wirft : Solange ich nicht alles wirklich verstanden habe, tätige ich kein Geldgeschäft !

3. Nur faule Ware muss intensiv beworben werden !

Ich habe verstanden, dass gute Geldanlagen keine Werbung brauchen - die verkaufen sich unter den Profis von alleine. Je mehr aber etwas beworben wird und je angestrengter ein Dritter eine Sache empfiehlt, desto wahrscheinlicher ist die Geldanlage schlecht. Wirklich gute Tips gibt es manchmal von kompetenten Freunden, wenn sich aber ein Fremder mit Anlage-Tips aufdrängt, hat er einen Grund dafür und das kostet mich in der Regel Geld !

4. Es gibt immer Risiken !

Ich habe verstanden, dass JEDE Geldanlage, selbst eine Staatsanleihe, Risiken in sich birgt. Je höher die Risiken desto höher der potentielle Ertrag. Hohe Erträge ohne Risiko gibt es nicht und wenn das einer behauptet, verbirgt er etwas und will betrügen, denn kein Fremder hat etwas zu verschenken. Deshalb werde ich mich zu jeder Anlage umfassend zu den Risiken informieren.

5. Die Welt ändert sich jeden Tag, wer erfolgreich sein will muss sich anpassen !

Ich habe verstanden, dass eine gestern richtige Geldanlage schon Morgen aufgrund geänderter Rahmenbedingungen nicht mehr empfehlenswert sein kann. Ich habe verstanden, dass es KEINE Anlagen gibt, die man einfach hinlegen und vergessen kann - das ist ein Gerücht. Ich werde deshalb zumindest einmal im Jahr, alle meine Geldanlagen und Versicherungen durchsehen und prüfen ob diese immer noch in Ordnung sind.

5+1. Strafe muss sein !

Wenn ich mich selber dabei ertappe, dass ich gegen eine der Regeln oben verstosse, spende ich zur Strafe 100€ für einen guten Zweck.

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Grundlagenwissen : Was bedeutet Short Interest für die Trading-Strategie ?

Heute möchte ich Ihnen einen Einstieg in ein Thema vermitteln, dass für die Bewertung einer konkreten Trading-Situation wichtige Hinweise geben kann.

Es geht um die Short-Interest Quote, das bedeutet die Anzahl der Marktteilnehmer, die gezielt auf fallende Kurs bei einem konkreten Titel wetten. Je höher die Quote, desto mehr gehen also von fallenden Kursen aus.

Wie immer in solchen Blog-Artikeln ist es unmöglich, das Thema vollständig aufzurollen. Mit den folgenden Zeilen will ich Ihnen daher auch nur einen Anstoss geben, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Woher bekommt man die Daten ?

In den US kein Problem, sogar kostenlos kann man verschiedentlich an diese wichtigen Daten kommen. Zuletzt hatte der "Bespoke" Dienst eine aktuelle Übersicht über das Short-Interest bei den verschiedenen Sektoren des Marktes, dargestellt über ETFs, sehen Sie -> hier <-.

In meinen hilfreichen Links finden Sie -> hier <- aber auch eine (weitgehend kostenpflichtige) Datenbank, in der Sie gezielt nach der Short-Quote für einzelne Aktien suchen können.

Wie so oft im Aktien-Entwicklungsland Deutschland, ist mir aber für deutsche Aktien etwas Entsprechendes nicht bekannt. Wer hier einen Tip hat wie man leicht an die Short-Quoten kommt, könnte mir eine Freude machen.

Was bedeutet nun eine hohe Shortquote für das Trading und welche Schlussfolgerungen muss man daraus ziehen ?

Das ist die entscheidende Frage und wie immer gibt es keine simple Antwort, sondern auch hier gilt : es hängt davon ab ! 😉

Zunächst einmal ist wichtig festzustellen, dass hohe Shortquoten in der Regel ein Abbild des Verhaltens von Profis und Semiprofis, also des sogenannten "Smart Money" sind. Otto Normalanleger, bösartig auch "Dumb Money" genannt, bringt im Bereich Short in der Regel nicht genügend Gewicht auf das Spielfeld. Insofern bedeutet ein hohes Short-Interest zunächst einmal, dass Teile des Smart Money von demnächst fallenden Kursen bei dem Titel ausgehen. Das alleine ist schon eine sehr wichtige Information !

Da das "Smart Money" aus Marktteilnehmern besteht, die in der Regel mehr wissen als der Durchschnitt, kann man auch davon ausgehen, dass die Aktie konkrete "Mängel" hat, die diese Short-Attacke auslösen. Selbst wenn im veröffentlichten Bereich noch alles rosig aussieht, können massiv anziehende Short-Quoten also ein Indiz dafür sein, dass etwas faul mit dem Titel ist.

Insofern ist ein plötzlich stark anziehendes Short-Interest in der Regel ein sehr ernst zu nehmendes Signal. Besonders, wenn das bei Titeln passiert, die Anzeichen einer Topbildung zeigen oder nahe an den Höchstständen notieren. Dann kann ich nur zu äusserster Vorsicht raten und es zahlt sich dann in der Regel nicht mehr aus, eine solche Aktie noch weiter zu halten.

Es gibt allerdings auch seltenere Fälle, bei denen das Short-Interest ein Kontraindikator sein kann. Typischerweise korrelieren diese aber mit Situationen, wo der Titel schon massiv korrigiert hat und damit auch markttechnisch "überverkauft" ist. Wenn hier die "Shorties" weiter nachlegen, besteht eine relevante Wahrscheinlichkeit, dass eine kleine, überraschend positive Nachricht nun zu einer Short-Covering-Rally (Short Squeeze) führt, weil die Short-Seller eindecken müssen.

Fazit: Stark ansteigendes Short-Interest bei Titeln nahe den Höchstständen ist ein bedeutendes Warnsignal, dem ich aus Erfahrung fast immer folge. Nach einem schon erfolgten Absturz ist die Beurteilung eines hohen Short-Interest dagegen diffiziler und nicht mehr so eindeutig. Dann kann (aber nicht muss) der hohe Short-Interest auch ein Kontraindikator sein. Nach meiner Erfahrung hat in diesen Phasen die Entwicklung des Short-Interest (also Anstieg oder Abfall) mehr Aussagekraft, als die absolute Höhe.

Für die Leser, die sich die Grundlagen der Marktanalyse und Markttechnik schon erarbeitet haben, sind die Short-Interest-Quoten aber eine sinnvolle Ergänzung einer konkreten Situations-Analyse.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg,

Ihr Hari

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In eigener Sache – Die Mission dieses Blogs

Hallo liebe Leser,

ich grüsse alle aus Istrien (=Kroatien, Adriaküste Südlich Triest). 🙂 Nach einigem Hin- und Her haben wir eine tolle kleine Suite direkt am Meer, vor allem mit einer gut funktionierenden Klimaanlage - hier sind über 30 Grad und gegen Ende der Woche sollen es bis 40 werden ... puuh. Und ich habe einen WLAN, wunderbar ... 😉

Wenn also jemand der Leser hier in der Nähe gerade im Urlaub ist -> direkte Mail an mich, erlaubt dann Börsengespräche mit Blick aufs Mittelmeer. 🙂

Zur Sache und dem was Z88 in einem Kommentar auf die Frage von Johann geschrieben hat:

Kann ich alles unterschreiben was Z88 gesagt hat ! Sehr treffend ! An der Stelle wo er die Alternativen "Buffet oder Technik" erklärt hat, möchte ich unten noch ergänzen - ich bin sicher, er hat das selber auch im Sinne wie folgt gemeint:

Es gibt unzählige Methoden, mit denen man am Markt erfolgreich sein. X Facetten der technischen Analyse, Mischformen, X Facetten der fundamentalen Analyse. Mit fast allen (so sie kein Unfug sind) kann man erfolgreich sein und es gibt auch zu fast jeder Methode Menschen, die damit ihren persönlichen Stil gefunden haben. Es ist also nicht entweder/oder, sondern Erfolg beim Trading kann auf unterschiedlichsten Wegen kommen.

Aber allen ist etwas gemeinsam, was Z88 gut beschrieben hat: Erfolg kommt bei jeder Methode nur mit harter Arbeit, Fleiss und Disziplin ! Man muss sich zwingend einen "Edge", einen Vorteil gegenüber den anderen, erarbeiten. Und wer glaubt dazu reicht es ein Börsenmagazin zu lesen und dann mal hier kurz nachzulesen was Hari sagt, der ist - mit Verlaub - naiv und hat nicht wirklich verstanden, was ich hier schon in x Artikeln erklärt habe.

Denn das was alle anderen Marktteilnehmer auch wissen, kann unmöglich einen Edge gegenüber dem Markt darstellen. Und damit kommen wir zu dem, was ich hier im Blog versuche zu erreichen und was nicht.

Bevor ich das genauer erkläre, möchte ich alle noch einmal dringend auf meinen folgenden Artikel hinweisen, den viele der neueren Leser sicher übersehen haben:
-> Der Trader das unbekannte Wesen <-.
Darin erkläre ich ein paar Grundvoraussetzungen für Erfolg. Jedem der auf diesem Wege Geld verdienen will, sei der Artikel ernsthaft zur Lektüre empfohlen !

Wenn Sie das gelesen haben, wissen Sie, dass ich mit einer "Mischform" erfolgreich bin. Sozusagen technisches Trading basierend auf einem fundamental ausgewählten Aktienuniversum. Das ist meine "Mr-Market-Methode".

Was ich Ihnen dazu hier im Blog anbiete, ist aber nur ein Bruchteil und nur die Spitze des Eisberges meiner Methode. Mein Ziel ist es, möglichst viele Anleger, aus der Abhängigkeit von selbsternannten Gurus zu befreien und wirklich relevantes Grundlagenwissen zu vermitteln. Deshalb sind die Informationen im Blog auf Breite, aber nicht auf Tiefe angelegt, sie sollen wie ein "Appetizer" sein, der Sie ermutigt sich selber mit den Themen zu beschäftigen. Sie sollen Ihnen das Grundgerüst an Überblickswissen vermitteln, damit Sie in der Lage sind, dann Ihren eigenen Weg zu finden.

Nehmen wir als Beispiel den Anstoss, den ich Ihnen vor kurzem zum Thema Divergenz gegeben habe. Bitte glaube Sie nicht, es sei wirklich so einfach sich einen Edge zu erarbeiten: RSI anschauen, Kursverlauf anschauen, Edge fertig, Erfolg garantiert 😉 Schön wärs. Das Beispiel war ein Appetizer in die Welt der Divergenzen.

Ich bin mit meiner Methode auch nicht deshalb erfolgreich, weil ich oberflächlich auf 2 Parameter schaue. Ich habe vielmehr aufgrund meines beruflichen Hintergrunds und meiner Trading-Erfahrung einfach einen Wissensschatz und eine Breite und Tiefe bei der Methodik, die ich zu meinem Erfolg einsetze. Die Tiefe kann ich hier aber unmöglich kommunizieren und will ich auch nicht, das übersteigt das Format eines Blogs, das wäre eher ein Lehrbuch oder ein Tutoring, wo ich jemandem länger über die Schulter schaue und intensiv diskutiere.

Nehmen Sie das Thema der Fibonacci-Retracements (RT), ein riesen Thema, da kann man extrem viel zu sagen, was mit der Methode geht und was nicht. Wenn ich diese Diskussion hier im Blog führen würde, würde ich aber 90% der Leser zurück lassen, diese würden nicht mehr weiterlesen und der Blog würde sein Ziel nicht erreichen. Er würde nicht mehr Menschen zu mehr Börsenwissen verhelfen, sondern zu einer Spezialisten-Plattform für technische Trader werden. Das ist aber nicht meine Absicht !

Um es also ganz hart zu formulieren, wer glaubt er braucht nur zu lesen was ich schreibe, dem dann folgen und würde so erfolgreich sein - ist völlig auf dem Holzweg und hat trotz meiner vielfachen Erklärungen noch nicht verstanden, worum es geht !

Sie müssen sich Ihren eigenen persönlichen Stil, Ihren eigenen Edge erarbeiten und das ist harte Arbeit, bei der man ganz tief runter in die Mühen der Ebene muss. Was ich für Sie sein kann und sein will, ist eine Art freundlicher "Fremdenführer" ohne versteckte wirtschaftliche Interessen, der Ihnen Hinweise gibt, wo so ein Edge zu finden sein kann und der Sie vor unnötigen Irrwegen bewahren kann. Wenn Sie so wollen, bin ich ein Scout der Ihnen zeigen kann wo das Wild rumsteht. Jagen und das Wild erlegen, müssen Sie aber selber !

Und zum Schluss noch ein Hinweis, den ich Ihnen nicht ersparen kann. Selbst wenn man viel Wissen und Erfahrung hat und wenn man daraus fast einen Fulltime-Job macht, ist das keineswegs die Garantie richtig zu liegen und immer Geld zu verdienen ! Man liegt dann vielleicht zu 60% richtig, die 40% schmerzen aber immer noch. 😉

Alles was gute Trader mit all dem Aufwand schaffen, ist an verschiedene Zukunftsszenarien Wahrscheinlichkeiten zu kleben, die vielleicht etwas zutreffender sind, als das was Otto Normalanleger erwartet. Wenn man das aber dauerhaft schafft, stellt sich Erfolg früher oder später ein.

Fazit:

Dauerhafter Erfolg am Markt ist ein Beruf, der eine hohe Qualifikation erfordert. Das funktioniert nicht schnell und nicht über Nacht, sondern nur wenn man sich reinhängt. Ingenieur, Steuerberater oder Architekt wird man aber auch nicht über Nacht.

Wenn Börsenerfolg leicht wäre, warum scheitert dann die Mehrheit ? Was mich nur erstaunt ist, wie viele trotzdem immer wieder den Schallmeienklängen des vermeintlich schnellen Reichtums erliegen.

In diesem Sinne lade ich Sie ein, diesen Blog als Ihren freundlichen Scout zu nutzen, der Sie vor Irrwegen bewahrt. Das Wild verfolgen, den Gebrauch Ihrer Waffen trainieren und das Wild erlegen, müssen Sie aber selber !

Ihr Hari

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Marktupdate – Vorwärts immer, Rückwärts nimmer !

13:00 Uhr

Was wir heute bis zum Mittag am Markt erleben, ist so typisch, dass es mir ein Marktupdate wert ist. Und wie unsere Politik in der Illusion der "Alternativlosigkeit" gefangen ist, lässt mich so verzweifeln, dass ich einfach meine Stimme erheben muss !

(1)

Kaufe nie die Euphorie zum Handelsstart !

Diese Regel hat sich im DAX heute mal wieder bewahrheitet. Das institutionelle Geld (gerne auch "Smart Money" genannt) wartet erst einmal ab, während sich im frühen Handel die privaten Anleger (gerne auch wenig schmeichelhaft "Dumb Money" genannt) euphorisiert oder frustriert (je nach Nachrichtenlage vom Vortag) exponieren. Dabei spielt die Angst etwas zu verpassen eine grosse Rolle. Fragen Sie sich liebe Leser heute mal selber: wer von Ihnen hat heute früh, bei DAX über 6300, die Angst verspürt etwas zu verpassen und musste deshalb in den Markt springen ? Hmmm ? 😉

Merken Sie sich deshalb die Regel, erst ab ca. 10 Uhr in den Markt zu gehen und warten Sie einfach ab was vorher passiert. Ausnahmen sind möglich, dann sollte man aber genau wissen, warum es an dem Tag anders als sonst sein soll.

Übrigens gilt die Regel auch an der Wallstreet, erst ab ca. 17 Uhr kann man halbwegs sicher sein, dass der wirkliche Trend des Tages sich offenbart. Deswegen werden wir auch erst heute Abend wissen, wie Mr. Market wirklich über die "Spanien-Rettung" denkt.

Ich persönlich rechne für diese Woche nach wie vor mit einem Potential im DAX von ca. 6400. Nach unten könnte die 200 Tage Linie bei ca. DAX 6210 nun Unterstützung darstellen. Zum Positiven verändert würde meine Erwartung, wenn Umfragen schon diese Woche einen klaren Sieg der bürgerlichen Parteien in Griechenland prognostizieren sollten. Dann wäre das Potential da, auch die 6400 hinter sich zu lassen.

(2)

Nach der Rettung ist vor der Rettung !

Auch ganz typisch für Mr. Market ist, das er in der Sekunde in der ihm eine Sorge genommen wurde, sich sofort um den nächsten Stolperstein Sorgen macht. Die vermeintlichen Gründe warum unsere Politik glaubte, sie sei "alternativlos" gezwungen Spanien unter den Rettungsschirm zu zwingen, sind nämlich gar keine. Unsere Politik lässt sich von der angelsächsischen Finanzwelt vor sich her treiben, der es natürlich gefällt, wenn Geld in die Banken gepumpt wird. Lesen Sie dazu -> diesen <- treffenden Artikel der Wirtschaftswoche oder -> hier <- einen Kommentar im Handelsblatt.

Was wäre denn so schlimm, wenn mal ein paar spanischen Regionalbanken Pleite gehen ? Und wäre es so schlimm, wenn der DAX mal wieder auf 4000 fällt ? Wenn sich dann endlich mal ein wirklicher, tragfähiger Boden bildet, weil der Moral Hazard der permanenten "Rettungsaktionen" aus dem Markt verschwindet, wäre ich unbedingt sehr dafür ! Denn nur so können wir wieder einen funktionierenden Markt und eine stabile, sich selbst tragende Wirtschaft bekommen.

Und wir "dummer" deutscher Michel zahlen fröhlich und übernehmen Risiken, weil wir einen historischen Schuldkomplex haben, der uns dazu zwingt immer die Muster-Europäer sein zu wollen, selbst wenn es unseren Interessen entgegen läuft. Viel schlimmer, wir verstehen unsere eigenen Interesse gar nicht mehr und glauben wirklich daran, dass die "Rettung" dieses fehlkonstruierten Euros in unserem eigenen Interesse läge. Vom Ausland wird das fröhlich gefördert, in dem Deutschland die Schuld am weltwirtschaftlichen Ungemach zugeschoben wird. "Haltet den Dieb" kann ich da nur sagen und bin wirklich entsetzt, wie blind unsere politische Kaste ist.

Und so kommt es wie es kommen muss, Mr. Market fängt sofort damit an, sich über den nächsten Kandidaten Sorgen zu machen. Und der lautet nicht Griechenland, sondern Italien ! Lesen Sie -> hier <- und weinen Sie mit mir. Wir lassen uns wie die Schweine durch Elektroschocks zur Schlachtbank treiben und merken es noch nicht einmal.

Dabei gäbe es einen einzigen Satz, der das ganze Spiel mit einem Schlag verändern würde. Und der müsste gar nicht mal öffentlich gesagt werden, sondern nur im Kreis der Regierungschefs der Eurozone. Und der lautet: Deutschland prüft die D-Mark wieder einzuführen.

Mit einem Schlag wäre das Machtgefüge ein anderes. Und wir wären nicht mehr erpressbar. Aber dieser historische Satz wird wohl nie gesagt werden, zu sehr ist unsere Politik in dem Netz der Propaganda gefangen, die uns einredet, dass ein derartiger Schritt nur mit Nachteilen und unkalkulierbaren Kosten verbunden sei. Deshalb wird dieser Satz nicht gesagt. Und deshalb kommt auch niemand auf die richtige Idee, die D-Mark zunächst parallel zum Euro als reine Referenzwährung und zur deutschen Staatsschuldfinanzierung einzuführen. Eine Rückkehr muss nämlich keineswegs auf einen Schlag erfolgen, man kann im Euro bleiben und trotzdem Schritt für Schritt die Alternative vorbereiten.

Selbst unser Bundesbankpräsident Weidmann redet den "unkalkulierbaren Risiken und Kosten" einer Rückkehr zu D-Mark ja nun das Wort und blendet dabei völlig all die massiven Vorteile und Vermögensgewinne für Deutschland und seine Bürger aus, die eine Rückkehr zu D-Mark mit sich bringen würde. Lesen Sie -> hier <-. Weidmann war wohl doch zu lange an der Seite von Merkel, wie kann man da eine abweichende Weltsicht erwarten....

Herr Weidmann, beantworten Sie dem deutschen Bürger doch mal eine Frage: Wenn die neue D-Mark sofort um 30% gegenüber dem Rest-Euro aufwerten würde - was auch ich für realistisch halte - ist das dann ja wohl das korrekte Abbild der in den letzten 10 Jahren erarbeiteten Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Was bedeutet 30% Aufwertung für die Zahlungkraft eines deutschen Bürgers mit D-Mark in der Brieftasche ? Wie würden sich unsere Importpreise entwickeln ? Wie stark würden unsere alten Schulden in Euro entwertet und wir damit entlastet, wenn wir neue Schulden nur noch in D-Mark aufnehmen ? Hmmm ?

Besonders absurd und peinlich ist für mich die Argumentation: "Ein Zerfall der Währungsunion wäre mit extrem hohen Kosten und Risiken verbunden, die niemand wirklich vorhersehen kann". Was im Umkehrschluss dann ja wohl bedeuten soll, dass der nun von der Politik eingeschlagene Weg der Dauerrettung sicher vorhersehbar und ohne Kosten und Risiken ist, oder ? Besser kann man in meinen Augen nicht offenbaren, wie hoffnungslos man gedanklich in dem vermeintlichen Automatismus der "Alternativlosigkeit" gefangen ist. Schlimm so etwas vom Chef der Bundesbank hören zu müssen !

Herr Weidmann, die Welt ist nicht schwarz/weiss und man hat immer die Wahl ! Richtig ist, dass beide Wege mit erheblichen Risiken, aber auch erheblichen Chancen verbunden sind. Es gibt keine einfache Antwort und auch die Rückkehr zur D-Mark ist ohne Frage mit Risiken und Nachteilen verbunden. Aber: WIR HABEN SEHR WOHL DIE WAHL ! Das mal argumentativ gegenüber zu stellen, wäre für mich ein Zeichen intellektueller Redlichkeit !

Wir durchleben wahrhaft historische Zeiten und die Mehrheit der Bevölkerung merkt es nicht. Mit jedem Monat sinken unsere Chancen, den fatalen Weg noch stoppen zu können, der nun eingeschlagen wurde. Es kann gut sein, dass uns unsere Kinder später mal fragen werden: Papa, warum hast Du damals geschwiegen, wenn sie in den Geschichtsbüchern über die Geschehnisse der Jahre 2010-2015 lesen. Meine Grosseltern kennen diese Frage auch noch.

Mir bleibt daher leider nur, traurig mit dem bekannten Motto zu schliessen, mit dem unsere politische Führung uns in eine Zukunft zwingt, die Deutschlands Bevölkerung mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht will und die wirklich voller "extrem hoher Kosten und Risiken" steckt :

Vorwärts immer, Rückwärts nimmer !

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Marktupdate – 30.05.12 – Das Motto der Algos: Shoot First, Think Later

13.20 Uhr

Interessanten Anschauungsunterricht wie der Markt mittlerweile funktioniert, bekamen wir heute um exakt 13 Uhr. Schauen Sie auf den Minuten Chart des DAX-Future.

Exakt um 13 Uhr bewegte sich der DAX wie ein Strich um 100 Punkte nach oben. Was war passiert ?

Nun, ich vermute es war eine Reaktion auf die um 13 Uhr veröffentlichten Berichte der EU Kommission. Teil dieser Berichte war - laut einer Meldung des WSJ - dass die Kommission vorschlägt, in der Eurozone eine Art "Banken-Union" aufzusetzen, also eine Vergemeinschaftung des Risikos der Banken. Weiter soll die Kommission vorgeschlagen haben, den neuen Rettungs-Fonds (ESM) zu benutzen, um damit das Kapital der "Banken-Union" direkt zu erhöhen.

Ich betone, dass die obigen Zeilen Stand 13.20 Uhr komplettes Hörensagen meinerseits sind. Ich kann den Wahrheitsgehalt im Moment noch nicht klären und selbst wenn es wahr wäre, billige ich diesem Statement der Kommission zunächst nur begrenzte Bedeutung zu. Die einzelnen Staaten interessiert bei Fragen der Eurozone doch schon länger nicht mehr, was die Kommission für Empfehlungen ausspricht. Nur wenn sich die Schwergewichte der Eurozone positiv zu dem Vorschlag der Kommission äussern würden, würde ich das Thema ernst nehmen. Und Deutschland dürfte dagegen sein, also vielleicht ein Bounce der wieder verkauft wird. In ein paar Stunden werden wir aus der Presse sicher mehr wissen.

Spannend ist aber die Reaktion des Markte zu sehen, frei nach dem Motto "Shoot First, Think Later". Denn genau um 13 Uhr gab es die riesige Bewegung die Sie im Chart sehen können. Waren das Menschen die da auf den Knopf gedrückt haben ? "You never know", aber ernsthaft - ich halte das für weitgehend ausgeschlossen, denn Menschen hätten zumindest 30-60 Sekunden gebraucht um in der Meldung an die Stelle zum Thema "Banken-Union" zu kommen und dann auf "Buy" zu drücken.

Nein, ich gehe fest davon aus, diese Bewegung wurde durch Algos initiiert, die ja mittlerweile mit intelligenten Algorithmen die Meldungen selber auf Keywörter scannen. Und so machte es "Woosh" nach oben exakt in der Sekunde, in der das Wort "Banking-Union" über den Ticker ging. Und ganz typisch, exakt beim Widerstand von 6400 war dann vorläufig Schluss mit der Bewegung im DAX, auch typisch für Algos die sich stark an den technischen Marken orientieren.

Konsequenterweise setze danach das Bröseln der Kurse wieder ein, denn nun begannen Menschen nachzudenken, ob diese Meldung nun wirklich so bedeutend ist. Am Ende schossen die Algos also wie ein Cowboy aus der Hüfte und die Menschen dachten später darüber nach. Schöne neue Börsenwelt !

Soweit meine persönliche Interpretation des Geschehens "Live" um 13.20 Uhr. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse daraus !

Ein Schluss ist aber wohl schon jetzt klar: falls so eine Nachricht als realer Plan bestätigt würde, dürfte der DAX innerhalb Minuten wie eine Rakete abheben. Ohne Stops wird man da als privater Anleger gegrillt, wenn man auf der falschen Seite steht. Vergessen Sie das nie, wenn Sie sich kurzfristig in diesem politischen Markt bewegen wollen !

Ihr Hari

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Börsenregeln reloaded III – Never Catch A Falling Knife !

Ein Gastartikel von Tokay

Börsenregeln reloaded III - Never Catch A Falling Knife !

Seit dem Frühjahr gibt es Befürchtungen bei den Börsenbeobachtern über bevorstehende Kurskorrekturen. Diese Mutmaßungen sind weitgehend eingetroffen. Auch wenn der Satz „Sell in May“ der längerfristigen Betrachtung nicht standhält, in diesem Jahr hat er sich leider bewahrheitet. Der DAX ist im Frühjahr über die 7.000er Marke geklettert und befindet sich seither im Sinkflug. Wird dieser Rückgang weiter gehen und gar in einem Crash enden? Oder handelt es sich nur um eine vorübergehende Konsolidierung? Können einem hier die alten Börsenregeln weiterhelfen?

Eine sehr alte Börsenstrategie ist die sogenannte Dow-Theory, die von Charles Dow, dem Begründer des „Dow Jones Index“ wie auch des „Wall Street Journals“ erdacht wurde. Demnach kauft man, sehr grob gesprochen, den Markt, wenn der Dow Jones Index seinen 200-Tage-Durchschnitt nach oben kreuzt und man verkauft ihn, wenn der Dow Jones unter diese Linie fällt.

Im folgenden Diagramm sehen wir die entsprechenden Entwicklungen im DAX seit 1991. Wir handhaben diese Regel von Dow ein wenig restriktiver und bauen noch einen Sicherheitspuffer ein, um die Anzahl der Fehlsignale zu verkleinern.Wir verkaufen also erst dann wenn der DAX den 200-Tage Durchschnitt abzüglich 2 Prozent dieses Durchschnittes unterschreitet(dargestellt durch die gelbe Linie). Umgekehrt würde erst dann gekauft werden, wenn der DAX höher steigt als der 200-Tage-Durchschnitt plus 2 Prozent vom gleitenden Durchschnitt(Überschreiten der grünen Linie). Innerhalb des Korridors entstünde keine Aktivität.

Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich:

  • In den 90er Jahren, aber auch während der Hausse 2003-2007 gab es sehr oft Fehlsignale. Verkaufte man den DAX, dann begann er kurz danach zu steigen und man musste zu höheren Kursen wieder einsteigen um die danach einsetzende Hausse nicht zu verpassen. Somit hieß es: The trend is your friend.
  • In trendlosen Zeiten(sie sind häufiger, als man glaubt), auch und gerade in den 90er Jahren, z.B. 1994 oder 1998, führte diese Regel dazu, dass man verkauft hätte und die Kurse weder nennenswert gestiegen oder gefallen wären. Die passende Börsenregel dazu: Hin und her macht Taschen leer.
  • Ein durchgreifender Wechsel passierte in den 200ern, denn dreimal, nämlich in 2000, 2008 und in 2011 hätte das Befolgen dieser Regel dazu geführt, dass einem schwere Verluste erspart geblieben wären. Somit also: Greife nicht ins fallende Messer!

Es ist offensichtlich, dass diese unterschiedlichen Entwicklungen mit den jeweiligen Bedingungen im Börsenumfeld zusammenhängen. So waren z.B. die Einbrüche 1998 nach der Asien-Krise nur von kurzer Dauer, da das Makroumfeld in den westlichen Ländern nach wie vor eindeutig positiv geprägt war. Eine Verkaufsentscheidung, die anhand der Dow Theory getroffen wurde, wäre demnach eine Fehlentscheidung gewesen.Die 2000er Jahre hingegen waren gekennzeichnet von der Korrektur der ins unermessliche gestiegenen Erwartungen der Investoren gegen Ende der 90er Jahre. Und in 2011wurden die Märkte von der Eurokrise dominiert, welche die Risikoabschläge insbesondere für den Finanzsektor dramatisch ansteigen ließ.

Betrachten wir anhand der besonders einprägsamen Jahre 2000 und 2011, wie sich damals das „fallende Messer“ abgespielt hat:

Hier sehen wir den DAX-Verlauf von Mitte März 2000 bis Mitte September 2000, als die Untergrenze des 200-Tage-Durchschnitts unterschritten und somit das Verkaufssignal ausgelöst wurde. Der DAX korrigierte damals bereits seit einem halben Jahr(Strecke AB). Der gleitende Durchschnitt, also die orangefarbene Linie plus dem Pufferbereich stieg jedoch bis dahin noch an. Bei Punkt C, also am 13. September 2000, unterschritt der DAX die gelbe Linie, somit also die Untergrenze des 200-Tage-Durchschnitts. Die Baisse, die danach entstand, kam erst im Frühjahr 2002 zum Stillstand. Was auffällt, ist die stark divergierende Entwicklung der Kurse kurz vor diesem Einbruch. Der kurzfristige Trend war bis dahin negativ, der langfristige Trend des DAX aber positiv, welch letzterer damit gebrochen wurde.

Recht ähnlich war die Entwicklung im August 2011, als sich die Eurokrise zuspitzte:

Die Entwicklung verlief hier zunächst gleichförmig,wurde dann durch die Reaktor-katastrophe von Fukushima jäh unterbrochen. Jedoch nicht abgebrochen, wie sich zeigte: Zwar wurde die 200-Tage-Linie knapp unterschritten, nicht jedoch die Signallinie! Man wäre also trotz der Katastrophe im Markt geblieben. Hätte man dennoch verkauft, so wäre kurz darauf ein Kaufsignal geliefert worden, als der DAX die grüne Linie überschritt. Man kann dies so interpretieren, daß aus Marktsicht die fundamentalen Bedingungen nach wie vor intakt waren.

Und nun kam es im August 2011 zum Aufeinandertreffen(Punkt B) zwischen der Halbjahres-Trendlinie(Strecke AB) und dem 200-Tage-Durchschnitt. Das Unterschreiten von Punkt B mochte noch nicht zum Auslösen eines Verkaufssignals führen, dies war aber spätestens am 02. August 2011 der Fall, als die gelbe Linie unterschritten wurde. Auch hier hatten wir eine auffällige Divergenz zwischen kurzfristig rückläufiger Trendlinie und der längerfristig wirkenden 200-Tage-Linie, aus der sich eine negative Dynamik entwickelte.

Der Nachteil dieser einfachen Methode liegt darin, dass man einen Teil des Rückgangs hinnehmen muss, da man nur schwer abschätzen kann, ob er von Dauer ist. Ihr Vorteil liegt darin, dass bei Abwärtsbewegungen mit großer Dynamik das Kapital weitgehend gesichert werden kann. Dies gilt, wenn die Kurse weiter fallen, aber auch dann, wenn sie wieder ansteigen, denn dann kann man nach der gleichen Methode wieder in den Markt einsteigen, hat aber die vorhergehenden Verluste vermieden.

Und nun werden sich die Leser sicher fragen, ob man mit dieser Analyse die Entwicklung der kommenden Wochen und Monate abschätzen kann? Hier ist sie:

Hier haben wir nun eine umgekehrte Gemengelage: Denn wir hatten im vergangene Jahr eine deutlich positive Entwicklung(Strecke AB), im wesentlichen bedingt durch verringerte Risikoabschläge und durch positive Gewinnüberraschungen. Aufgrund der Eurokrise des Sommers 2011, welche nun wieder erneut aufgeflackert ist, haben wir einen längerfristig negativen Trend. An Punkt B, den wir noch nicht erreicht haben, begänne die Entwicklung kritisch zu werden. Sollte auch noch die gelbe Toleranzlinie nach unten durchschritten werden, dann wäre dies höchste Alarmstufe. Somit ist die Entscheidung über die kommende Entwicklung zwar noch nicht gefallen, aber sie steht wohl in Kürze bevor. Daraus folgt, dass die kommenden Handelstage und -wochen mit größter Aufmerksamkeit beobachtet werden müssen. Dies gilt insbesondere auch für Nachrichten bezüglich der Eurokrise, bei der möglicherweise grundlegende Weichenstellungen kurz bevor stehen.

Tokay

Hari´s Märkte am Abend – 18.05.12 – Von den Schwierigkeiten den Markt zu schlagen

22 Uhr Handelsschluss

Heute möchte ich einen etwas grösseren Bogen schlagen um die aktuelle Lage zu würdigen. Aber keine Sorge, zu den Schlussfolgerungen für das aktuelle Geschehen komme ich noch.

Drehen wir die Uhr ein gutes Jahr zurück. In den letzten 12 Monaten gab es genau drei wesentliche Trends, die man hätte gut treffen müssen um theoretisch schnell "reich" werden zu können.

Trend 1 - Der Absturz der Anfang letzten August begann und den DAX von Niveaus um 7500 bis knapp unter 5000 brachte.

Trend 2 - Die massive Aufwärtsbewegung des ersten Quartals, die schon im alten Jahr begann und den DAX von 5000 bis 7200 brachte.

Trend 3 - Der aktuelle, erneute Absturz durch die erneute Verschärfung der Euro-Krise, die sich in bestimmten Segmenten seit Ende Februar ankündigte, aber erst seit April Fahrt aufnahm.

Hätte man diese drei Trends erwischt, würde sich Reichtum wohl nicht vermeiden lassen - oder ?

Sie sehen schon an der Art der Frage, dass es offensichtlich nicht so einfach ist. Schauen wir uns doch mal die wesentlichen "Macro-Calls" an, die ein gewisser "Hari" in dieser Zeit gemacht hat.

Trend 1 habe ich den Lesern von Investors Inside im August letzten Jahres mehrfach unter die Nägel gerieben, eine Botschaft die lange nicht von allen gerne gehört wurde, wer mag schon schlechte Nachrichten ?

Das kulminierte dann in einem Grundsatzartikel am 27.08.11 -> To Sell or not to Sell <- der das grössere Bild beleuchtete und mit dem Satz "to Sell !" endete. Der Artikel ist übrigens auch heute noch erschreckend aktuell.

Trend 2, die Möglichkeit eines überraschenden Anstiegs in 2012, hatte ich in den letzten Wochen des Jahres 2011 mehrfach thematisiert. Und Anfang 2012 bin ich hier auf Mr-Market.de dann mehrfach sehr deutlich geworden, inklusive sehr kritischer Worte über "Chartisten" die Anfang Februar vom Einbruch faselten.

Trend 3 habe ich am 27.03.12 mit den im Nachhinein prophetischen Worten -> Vom Aufhören wenn es am Schönsten ist <- eingeläutet, wobei wir nun deutlich tiefer und negativer sind, als ich damals dachte - was aber an dem Wahldesaster in Griechenland liegt, das niemand so vorhersehen konnte.

In Summe habe ich also alle drei Trends früher als viele erkannt und auch wenn sich Details dann anders entwickelten, hat die Richtung in allen drei Fällen gestimmt. Und jedes mal, wenn ich diese Sichten artikuliert habe, bin ich bei Teilen der Leser auf Skepsis gestossen, die noch unter dem psychologischen Eindruck der jeweils aktuellen Bewegung standen.

Jetzt werden Sie sich fragen, warum ich Ihnen das erkläre und ob ich mich selbst beweihräuchern will und Ihnen nur erzählen möchte, was ich doch vermeintlich für ein "toller Hecht" sei ? Weit gefehlt, lesen Sie einfach weiter ;-). Denn eigentlich müsste ich bei dieser Trefferliste zur Makro-Sicht nun ja in Gewinnen schwimmen. Tue ich aber nicht ! Wie das ?

Ganz einfach: Eine Situation zu erkennen, heisst noch lange nicht sie ausreichend ausnutzen zu können. In allen drei Trends war ich in Richtung des Trends positioniert und insofern habe ich keinen Grund zu klagen. Nur hätte es viel, viel besser laufen können, wenn ich konsequenter gewesen wäre. Und wenn es schon bei mir hätte besser sein können, wie ist es dann den zahllosen Anlegern gegangen, die viel zu spät bereit waren zu akzeptieren, dass sich der Wurm gedreht hatte ? Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken,

Denn in allen drei Trends habe ich erlebt, was nun auch aktuell wieder viele von uns erleben werden. Ich war nicht konsequent genug, weil ich zu früh Sorge bekam, dass der Trend doch drehen könnte. Deswegen war ich im 1. Quartal zu vorsichtig und hätte aggressiver Long wetten können. Und im 2. Quartal habe ich nicht aggressiv genug abgebaut. Ich sitze nun zwar seit Wochen auf jeder Menge Cash, aktuell 60% und bin darüber hinaus teilweise Short, so dass ich aktuell defacto nur zu 20% sehr selektiv Long im Markt bin. Warum aber habe ich nicht 80% oder 100% Cash und bin ich nicht Net-Short ?

Was mir passiert ist, passiert vielen von Ihnen bestimmt gerade auch. Man denkt halt, nach dem 10. oder 11. Abwärtstag "muss" es doch mal drehen und so versucht der eigene Kopf jeden positiven Tag im Sinne eines -> "Confirmation Bias" <- als Wendepunkt zu interpretieren und tendiert dazu schon wieder aufzuspringen. In 9 von 10 Fällen aber zu früh. Denn nur weil es 10 Tage Abwärts ging, ist keine Wende garantiert und kann es immer noch 10 Tage so weitergehen ! Und obwohl ich zu der Minderheit gehöre, die diese psychologischen Mechanismen versteht und sich ihrer bewusst ist, ist es trotzdem sehr schwierig sich dagegen zu wehren. Wie soll man sich denn auch gegen den Gegner im eigenen Kopf sinnvoll wehren ?

Das sind die Fallen, die uns unser Gehirn beim Trading permanent stellt, wenn wir jeden Tag auf die Kurse schauen. Gerade wenn man wie vielleicht ein paar von Ihnen jetzt noch zu stark investiert ist, artet so jeder Tag zu einem Hoffen auf die Wende aus, bei dem der "Confirmation Bias" grossen Schaden im Depot anrichtet.

Deshalb, genau deshalb, ist es so schwierig den Markt zu schlagen ! Und wer diese Wahrheit nicht erkennt oder für sich nicht akzeptieren will, der ist nach meiner Erfahrung defacto chancenlos dauerhaft den Markt zu schlagen ! Glückstreffer gibt es immer und ein einzelnes gutes Jahr kann auch mal ein Schimpanse mit Dartpfeil haben, dauerhaft ist das aber eine ganz andere Herausforderung.

Dabei gibt es ja ein paar ganz klare, unbestechliche Signale, an die man sich in jedem Trend halten könnte. Genau wie man im ersten Quartal eine Trendlinie unter den Anstieg hätte legen können und besser zu 100% investiert gewesen wäre, solange die Trendlinie nicht gebrochen war - genau so kann man nun eine absteigende Trendlinie zeichen und wäre wohl besser ganz aus dem Markt oder Net-Short solange der Trend besteht. Schauen Sie auf den DAX Chart aus Stunden-Sicht :

Seit letzten Montag haben wie eine ganz eindeutige Trendlinie, an der wir die ganze Woche zuverlässig gedreht sind. Erst wenn diese Trendlinie nachhaltig gebrochen ist und der Bruch am Folgetag bestätigt wurde, erst dann wird sich mein Blick wieder nach oben richten !

Aber auch im DAX Chart aus Tages-Sicht, sieht es nicht wirklich besser aus. Hier kann man obige Trendlinie noch deutlicher zeichnen und man sieht auch die ausgebildete Topformation, die je nachdem wie man die Nackenlinie zeichnet rechnerische Ziele der Abwärtsbewegung von 5800-6000 im DAX ergibt. Und schauen Sie bitte mal auf die Dauer des Aufwärtstrendes im 1. Quartal. Dann wissen Sie, das nirgendwo geschrieben steht, dass es nun morgen schon wieder aufwärts gehen muss !

Es gibt also eine Lösung, um den "Confirmation Bias" unter Kontrolle zu behalten, man muss sich stur an die bewährten Indikatoren und die eigene Strategie halten ! Und die Indikatoren sagen aktuell: Der Trend ist abwärts ! Und zwar solange bis er dreht, was schon kommenden Montag aber eben auch erst in einem Monat der Fall sein kann. Den Zeitpunkt kennen wir alle nicht und lange darüber nachzugrübeln kostet nur Zeit und schafft keine besseren Ergebnisse beim "Raten".

Sinn macht dagegen, sein Kapital und Risiko zu managen und darauf zu achten, dass aus kleinen Verlusten keine grossen werden. Sinn macht, nur solche Trades einzugehen, die mit dem Trend laufen. Und Sinn macht auch, sein emotionales Kapital dadurch zu schützen, dass man keine übergrossen Risiken eingeht. Denn nur wenn man am Tiefpunkt, an diesem besonderen einen Tag aus zehn, noch psychisch gelassen und voller Zuversicht ist - nur dann wird man mutig zugreifen können, wenn der Trend dreht ! Und er wird drehen, fragt sich nur wann ! 😉

Am Wochenende kann nun jede Menge passieren und vom G8 Gipfel in Camp David dürften sicher warme Worte kommen, mit dem Ziel den Markt zu stabilisieren. Insofern, vielleicht wird nächste Woche ja theoretisch ganz toll und wir rennen in einem Lauf zurück bis 6600 im DAX. Aber lassen wir uns doch die Antwort von Mr. Market selber geben statt zu raten. Ein Trend ist dann gebrochen, wenn er gebrochen ist. Punkt. So einfach ist das und so schwierig für uns Menschen zu akzeptieren, der wir alles immer im Vorfeld antizipieren wollen.

Ich hoffe ich war ein wenig hilfreich und konnte Ihnen einen - vielleicht schmerzhaften, dafür aber lehrreichen - Blick in den eigenen Spiegel ermöglichen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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Gastkommentar: Wie mir mein Ego mal wieder im Weg stand

Ein Gastkommentar von "Ramsi"

Um nochmal auf die Sache mit dem Ego als größtem Feind des erfolgreichen Börsenhandels zurückzukommen:

Hari hatte mir gesagt, ich solle nochmal versuchen, mein Fehlverhalten, dass zur Teilabgabe der dicken Gewinne der letzten Monate geführt hatte, aufzubröseln. Natürlich ist das jetzt schon wieder etwas her, aber vielleicht gelingt es mir, das möglichst genau zu beschreiben.

Die Talfahrt hat in etwa an dem Punkt begonnen, als ich meine kurzfristige Strategie in der starken Aufwärtsbewegung des Dax als voll aufgegangen angesehen hatte. Der Index war bei 7.000 Punkten angekommen und es war mein persönlicher nächster Schritt auf kurze Sicht, erst einmal Risiko herauszunehmen und eventuell zu günstigeren Kursen wieder einzusteigen.

Genau das hatte ich zunächst auch gemacht. In der Folge blinzelte der Dax einmal kurz über die 7.000 (ich glaube ca. 7100), um dort den vorläufigen Höchststand zu markieren.

An besagtem Abend hatte Hari in etwa gesagt, dass die Möglichkeit eines weiteren erbarmungslosen Anstiegs ohne Rücksetzer eindeutig besteht, und man gegebenenfalls reagieren müsse (Weg des maximalen Schmerzes). Die Formulierung eines möglichen Szenarios seitens Hari (und er betonte noch, es sei lediglich „möglich“) hatte bei mir eine emotionale Reaktion ausgelöst, von der ich geglaubt hatte, mich ihrer durch Erfahrung und Lernfortschritt bereits entledigt zu haben. Ich fühlte eine Art Torschlusspanik – die Angst, weitere schnelle Kursgewinne zu verpassen. In der Folge bin ich natürlich wieder aufgesprungen und habe mich in eine Strömung geworfen, in der ich mich eigentlich nicht „wohl fühlte“. Warum fühlte ich mich nicht wohl?

1. Mir persönlich widerstrebt es, Papiere zu höheren Kursen als des letzten Verkaufskurses wieder zurückzukaufen. Das mag in vielen Situationen vielleicht durchaus rational und logisch sein, aber ist ein solcher Schritt gerechtfertigt, wenn ich mich persönlich nicht so recht damit anfreunden kann?

2. Ich hatte mir eindeutig auf kurze Sicht das Ziel gesetzt, bei der runden Marke von 7.000 auszusteigen und auf Gewinnmitnahmen zu spekulieren. Dadurch, dass ich keinen eindeutigen Schub über 7.000 abgewartet hatte, der ein solches Szenario negiert hätte, habe ich bewusst (mal wieder) meinen eigenen „Masterplan“ verraten (der im Übrigen sogar aufgegangen wäre).

3. Es hatte sich eine Gier in mir breit gemacht. Ich wollte hohe Gewinne und zwar sofort. Die schöne Zeit des schnellen Anstiegs hatte mich ungeduldig und hungrig nach höherem Depotwert gemacht. Natürlich ist Gier ein ganz mieser Begleiter an der Börse und obwohl mir vermutlich zumindest im Unterbewusstsein klar war, dass ich gerade eine Raffzahn-Reaktion an der Börse umsetze, war es natürlich bequemer, dieses Warnsignal einfach zu ignorieren.

Es kam also, was kommen musste. Ich feuerte meine komplette Liquidität in prozyklische Werte, mit denen ich mich bereits in der Vergangenheit etwas auseinandergesetzt hatte, und hatte die Möglichkeit eines Rücksetzers und der daraus resultierenden Chancen und Gefahren gar nicht mehr auf meinem geistigen Monitor. Außerdem befand ich mich in der Klausurphase für mein Studium, also in einer Zeit, die vernünftigen Wertpapierhandel in einem derart kurzen Zeitfenster per sé schon einmal nicht zulässt.

Haris Empfehlung, bei vollem Terminkalender den Handel liegen zu lassen, musste ich für die Vervollständigung meiner Idiotie natürlich auch abstempeln. Der Glaube, aufgrund eines einzelnen großen Erfolgserlebnisses hätte ich die Börsenweisheit jetzt mit großen Schöpfkellen gefressen, ist typisch für mein Ego. Meine Arroganz habe ich mit mehr als 18% Depotperformance bezahlt.

Ich bin jetzt immerhin 4 Jahre dabei. Das ist im Vergleich zu Anderen nur ein Moment, man könnte aber glauben eine gewisse analytische Herangehensweise müsse nun erkennbar sein. Wenn ich aber konkret darüber nachdenke, mit welcher Geschwindigkeit und ohne Vorwarnung sich eine Zockermentalität in mir breit machte, dann frage ich mich, ob es für mich überhaupt jemals möglich ist, die nötige Abgeklärtheit zu entwickeln, um in diesem Geschäft konstant erfolgreich zu sein.

Was habe ich für mich aus dieser kostspieligen Erfahrung jetzt mitgenommen?

1. „If you developed a plan, stick to it until you are proven wrong“. Ich glaube, der Satz stand mal im Kirk Report. Wenn man seinen Plan plötzlich aufgrund von Kursbewegungen abändert (gerade als Anfänger), ist das vermutlich nicht selten eine ganz miese und nicht auf analytischem Kalkül beruhende Entscheidung.

2. Ich lasse vorzugsweise eine gute Chance liegen, als kurze Zeit später die Scherben aufzusammeln. Die Börse spuckt ständig Chancen aus und wenn meine innere oder äußere Situation die Aktivität nicht erlaubt, konserviere ich lieber mein Kapital. Von dem Gedanken, dass diese Chance vor mir die letzte für eine lange Zeit sein wird, muss ich mich endlich lösen.

3. Emotionen sind mein ständiger Begleiter an der Börse und wenn ich es nicht schaffe, mich von ihnen zu trennen, sodass sie mir nicht mehr gefährlich werden können, muss ich Wege finden, ihr Risikopotential für mein Depot zu minimieren.

4. Ich darf mich nicht der Versuchung hingeben, nur Signale zu verarbeiten, die meine bereits ausgeführte Handlung rechtfertigen und alle Argumente, die gegen ein weiteres Engagement sprechen, auszublenden.

5. Ich muss lernen, dass der Markt mir sagt, was Sache ist aber nicht umgekehrt. WENN meine Strategie vom Markt widerlegt wird, DANN muss ich mich auch von ihr trennen und mich mit den roten Zahlen auseinandersetzen, anstatt mich selbst mit Hoffnungen aufzublähen.

6. „Risiko entsteht dann, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun.“ – Warren Buffett

Ramsi